Wenn es nach britischen Medien geht, sind Selbstmordanschläge von Palästinensern, Angriffe mit Schusswaffen und Messern auf israelischem Staatsgebiet niemals Terrorakte. Und die Verursacher von Blutvergießen und schwerer Körperverletzung sind niemals Terroristen.
Die aus 9 Buchstaben bestehende Wortwahl lautet immer Militante*.
Wenn aber in den Straßen Londons ein britischer Soldat direkt vor seiner Kaserne von Muslimen zu Tode gehackt wird, verwenden britische Medien das 6-Buchstaben-Wort mit dem großen „T“. Und das ist auch richtig so.
Sollte aber beispielsweise ein ähnlicher Anschlag in Jerusalem oder Tel Aviv verübt werden, könnte man sich darauf verlassen, dass die Schlagzeilen ganz anders aussehen würden. Terror gibt’s also nur in London. Die nachfolgenden Headlines sprechen für sich.
Zumindest die BBC zeigte etwas weniger Kontinuität mit ihrer leisetreterischen Qualifizierung von „vermutlich Terror“:
Was wir aus diesem grauenhaften Anschlag mitnehmen können: Wenigstens erkennen die britischen Medien, dass es Terror tatsächlich gibt.
Unter den vielen Beiträgen, die diese Woche anlässlich des Untersuchungsberichts der israelischen Regierung erschienen, der definitiv feststellt, dass die IDF im Jahr 2000 Muhammad al-Dura nicht getötet hat, heben sich Schlagzeile und Video von CNN besonders ab.
Die Schlagzeile “Log Israel zum Tod des Kindes?” bestimmt den Grundton. Aber der Clou kommt mitten im Video, wenn niemand anders als Kameramann Talal Abu Rahma auftritt – ausgerechnet derjenige, der die obskuren Aufnahmen von al-Dura und dessen Vater gemacht hat, als diese hinter einem Betonfass kauerten – das Ganze danach ausgestrahlt vom Sender France 2 im Jahr 2000.
Jetzt stellt sich heraus, dass er für CNN arbeitet.
Speziell Rahma stand im Zentrum von Vorwürfen, die darauf verwiesen, dass das Bildmaterial weniger glaubwürdig ist als es zu sein schien. Auch der gesamte israelische Untersuchungsbericht ist im Grunde ein Armutszeugnis für Rahmas Arbeit – insbesondere für dessen Glaubwürdigkeit.
Wir sind also angesichts der CNN-Headline mit einer Geschichte konfrontiert, in der die Arbeit eines ihrer Angestellten Hauptgegenstand der Diskussion ist oder sein sollte. Statt aber Rahma genau unter die Lupe zu nehmen, gibt CNN ihm eine Plattform, die eigene Verstrickung in die Affäre zu vertuschen.
Die eigentliche Frage sollte also lauten: Stellt CNN die Belange seines Kameramanns über die Interessen der Zuschauer, die eine ehrliche Berichterstattung erwarten?
In der Zwischenzeit sehen Sie sich bitte die von HonestReporting erstellte Kurzzusammenfassung zum Fall „Al-Dura“ an:
Bildtext rechts: Eine große Lüge sagt mehr aus über die Größe des Schadens als über das Ausmaß der Unwahrheit
Die Berichterstattung des Daily Telegraph über den Al-Dura-Report der israelischen Regierung beinhaltet sicherlich zu Recht eine Stellungnahme des France2-Korrespondenten Charles Enderlin, einem der Hauptprotagonisten und Journalisten, der wegen seiner Rolle in der ursprünglichen Geschichte zu al-Dura am meisten im Blickpunkt stand.
Der Telegraph-Artikel beinhaltet auch folgende Kritik am israelischen Regierungsbericht:
Yizhar Be’er, Direktor von Keshev, einem israelischen Medien-Watchdog, der den Fall untersucht hatte, tat den Regierungsbericht als “Verschwörungstheorie” ab und sagte, dass Mohammad al-Dura tatsächlich ums Leben gekommen sei.
“Ich glaube, dass das, was wir auf der Nachrichtenseite von France 2 sahen, exakt das war, was passiert ist und die Kamera genau das eingefangen hatte”, äußerte er gegenüber dem Daily Telegraph. “Es ist eine Mission Impossible, ein solch großes Ereignis zu fälschen. Niemand, am allerwenigsten die Palästinenser, kann so etwas erfinden.
Ein Blick auf Keshevs Website zeigt ein prominentes Vorstandsmitglied der Organisation – Charles Enderlin.
Unabhängig von Keshevs Glaubwürdigkeit oder ihrer sonstigen Kommentierung der Geschichte gibt es einen klaren Interessenkonflikt für die Organisation, wenn sie wegen eines Ereignisses zitiert wird, in das eines ihrer Vorstandsmitglieder stark involviert ist. Dass der Telegraph nicht in der Lage war, dies offenzulegen, ist absolut unprofessionell.
Der Telegraph sollte bezüglich dieser Information die Hosen runterlassen oder die Keshev-Zitate aus der Geschichte entfernen.
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*Über den Fall Al-Dura und die Verstrickung des France2-Moderators Charles Enderlin darin wurde von Media BackSpin über Jahre hinweg sorgfältig recherchiert:
Die Londoner Times (Paywall für Nicht-Abonnenten) veröffentlicht eine Geschichte unter der folgenden Überschrift:
Übersetzung: EU unterstützt dritten Tempel an Jerusalems heiligster Stätte, so jüdische Extremisten
Im Artikel heißt es:
Ein Aufruf der EU-Außenbeauftragten Lady Ashton zur Religionsfreiheit in Jerusalem wurde von extremistischen jüdischen Organisationen und religiösen Führern als Erklärung zur Unterstützung für einen umstrittenen dritten Tempel auf dem Hügel in der Altstadt vereinnahmt.
Doch nur zwei Absätze später dies:
Nun fordern einige Hardliner-Gruppen, dass Juden an der Stelle beten dürfen sollen, die sie das “Allerheiligste” nennen, und sie interpretieren einen Aufruf Lady Ashtons für Religionsfreiheit in Jerusalem als stillschweigende Unterstützung für das Recht der Juden, dort beten zu dürfen.
Ein Sprecher Lady Ashtons sagte am Wochenende: “Es ist von grundlegender Bedeutung, dass der Zugang zu den Heiligen Stätten in Jerusalem für friedlichen Gottesdienst allen Konfessionen in vollem Umfang zuerkannt wird.”
In der Tat gibt es Forderungen, Juden den Gottesdienst auf dem Tempelberg, der heiligsten Stätte des Judentums, zu erlauben – auch die religiöse Vorstellung, dass in Zukunft dort ein dritter Tempel entstehen wird.
Jedoch scheinen Artikel und Überschrift daraus ein Gefühl von Gefahr zu vermitteln, das weit darüber hinaus geht, was die Nachweise im Text selbst hergeben.
Wie konnte ein Aufruf für die Gebetsfreiheit auf dem Tempelberg zu einer Überschrift mutieren, die den Bau eines dritten Tempels fordert?
Es sieht danach aus, dass Newseums nun versucht, vom Sims herunterzuklettern, nachdem es sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Das Washingtoner Medien-Museum kündigte an, dass es neu über die Aufnahme der zwei Hamas-”Journalisten” in ihre Gedenkstätte für getötete Reporter nachdenkt.
Es gab ernst zu nehmende Nachfragen dahingehend, ob zwei Personen auf unserer Vorschlagsliste für Journalisten, die während der Ausübung ihrer Tätigkeit letztes Jahr getötet worden waren, tatsächlich Journalisten waren oder ob sie an terroristischen Aktivitäten teilnahmen.
Wir nehmen die Bedenken bezüglich dieser beiden Männer ernst und haben beschlossen, vor ihrer Aufnahme als Journalisten in unserer Gedenkstätte weitere Nachforschungen anzustellen.
Der Terrorismus hat die Szene in vielerlei Hinsicht verändert, einschließlich der Regeln für den Kriegseinsatz, das Recht, den Geheimdiensteinsatz und Verhörtechniken und die Internierung feindlicher Kombattanten. Der Journalismus bildet da keine Ausnahme.
Das in Washington DC ansässige Newseum, ein Museum für Medien, will zu Ehren der Journalisten, die letztes Jahr während ihrer Nachrichtenberichterstattung getötet worden waren, eine Zeremonie abhalten. Auf der Auszeichnungsliste mit 84 Namen befinden sich auch Mahmoud Al-Kumi und Hussam Salama. Während der Operation Pillar of Defense [Säule der Verteidigung, (bd)] im November 2012 hatte die IDF Mahmoud Al-Kumi und Hussam Salama getötet.
Abbildung: Hamas-Agenten Mahmoud Al-Kumi (links) und Hussam Salama. Quelle: http://alresalah.ps
Konfrontiert mit schweren Vorwürfen wegen der Verbindungen von ’Al-Aqsa TV’ zum Terrorismus, bestritt Mohammad Thouraya, Chef des Kanals, dass Al-Aqsa die Stimme der Hamas sei – eine schwer zu leugnende Tatsache, da der Sender von der Hamas finanziert und kontrolliert wird -, aber er räumte ein, dass die dort angestellten Mitarbeiter “alle Teil des Widerstands sind.”
“Teil des Widerstands” kann mit anderen Worten auch bedeuten, dass diejenigen, die tagsüber mit der Kamera unterwegs sind, nachts Raketen mit sich befördern.
Trotz heftiger Kritik blieb das Newseum stur und veröffentlichte eine Erklärung, die folgenden Wortlaut enthielt:
Hussam Salama und Mahmoud Al-Kumi waren als Kameraleute in einem Auto unterwegs, das deutlich mit der Aufschrift “TV” gekennzeichnet war. Sowohl das Committee to Protect Journalists als auch Reporters Without Borders und The World Association of Newspapers und andere Nachrichtenmedien meinten, dass die beiden Journalisten während ihrer Berufsausübung getötet worden sind.
Viele Kommentatoren haben darauf hingewiesen, dass Hamas und Al-Aqsa TV von der US-Regierung als terroristische Organisationen eingestuft werden. Warum sollten Terroristen schon allein deshalb Schutz genießen, weil sie auf ihrem Fahrzeug ein „TV“ aufkleben oder mit einer Kamera herumlaufen? Ein echter Journalist berichtet über einen Konflikt und nimmt nicht aktiv daran teil. Und kann eine Propaganda-Bande, die Antisemitismus und Gewalt gegen Juden und Israelis postuliert, wirklich als legitimes Medienmitglied durchgehen?
Wir glauben das nicht. Die Ehrung dieser beiden Terroristen ist eine Ohrfeige für die ehrlichen Journalisten, die für die Sache der sauberen Berichterstattung ihr Leben verloren haben. Falls Sie das auch so sehen, schicken Sie Ihre Beschwerde (Bitte in Englisch) an das Newseum und bestehen Sie darauf, dass zwischen der Ehrung von Journalisten und der Huldigung von Terroristen ein Unterschied besteht: info@newseum.org
Als Reaktion auf die Kritik von HonestReporting an der BBC-Berichterstattung über den tödlichen Messerangriff eines palästinensischen Terroristen auf einen Israeli hat das für Nahost zuständige Redaktionsbüro der BBC einem unserer Abonnenten folgende Antwort zukommen lassen:
Wir verwendeten das Wort “Siedler”, weil es in erster Linie der Terminus ist, der möglichst exakt und vollständig das Attentatsopfer vom [letzten] Dienstag beschreibt. Selbstverständlich lieferten wir im Bericht weiter unten mehr Details zum Opfer.
“Israeli” ist hier falsch, weil damit nicht deutlich wird, dass Eviatar Borovzky im Westjordanland gelebt hatte. Nach Internationalem Recht handelt es sich beim Westjordanland um besetzte Gebiete, und Israelis, die dort leben, sind demzufolge Siedler. Dies schmälert oder rechtfertigt in keiner Weise einen Mord. Da zuständig für Informationen für ein internationales Nachrichten-Publikum versuchen wir so transparent wie möglich darüber zu berichten, wer wen und wo getötet hat. Alle drei führenden internationalen Nachrichtenagenturen – Reuters, Associated Press [AP] und AFP – verwendeten exakt die gleiche Formulierung wie wir.
Die englischsprachige News-Website “Ynet“ gebrauchte das Wort “Siedler” in diesem Zusammenhang so wie wir. Die Schlagzeile zu einem Bericht vom 30. April lautet: “Nach Terroranschlag werfen Siedler mit Steinen und brennen Felder ab.” Und weiter: “Wenige Stunden nach der Ermordung des jüdischen Siedlers Eviatar Borovsky durch einen palästinensischen Terroristen im nördlichen Westjordanland am Dienstagmorgen schleuderten nahe dem Dorf Hawara dutzende Siedler Steine auf palästinensische Fahrzeuge.” (http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4374261,00.html)
Mehrere Leser beschwerten sich darüber, dass wir den palästinensischen Angreifer nicht als Aktivisten, Militanten oder Terroristen bezeichnet hatten. Uns ist nicht bekannt, dass der Angreifer zu einer politischen oder bewaffneten palästinensischen Gruppe gehörte.
Vier Richtigstellungen dazu:
1) Warum sollte [ausgerechnet; bd] Eviatar Borovskys Wohnort als bestimmendes Indiz dafür herhalten, dass er Opfer eines Terroranschlages wurde?
2) Die BBC hatnoch immer nicht kapiert, dass ihre Auslegung zum Status von Siedlungen nur eine von mehreren Interpretationen des Völkerrechts ist.
3) Seit wann richtet sich die BBC an israelischen Medien aus, wenn es um Begriffsbestimmungen geht? Auch wenn YNet Borovsky als Siedler bezeichnete (worauf die von BBC zitierte Schlagzeile jedoch keinerlei Bezug nimmt) verwies die Jerusalem Post in der Überschrift auf ihn als “israelischen Mann“, und The Times of Israel bezeichnet ihn lediglich als “Israeli”.
4) Seit wann muss ein Terrorist ein von einer Organisation bezahltes Mitglied sein, um als Terrorist bezeichnet werden zu können? Die Attentäter beim Boston-Marathon wurden von keiner islamistischen Organisation als Mitglieder geführt, und dennoch wurden sie als Terroristen bezeichnet.
Sorry BBC – diese Antwort ist einfach nicht gut genug.
Eine weitere Ausgabe von ins Gegenteil verdrehter Chronologie seitens der Nachrichtenmedien. Reuters ist ein Paradebeispiel dafür, was wir als das Phänomen “Alles begann, als Israel zurückfeuerte” bezeichnen.
So, als bestünde kein Zweifel, wer Schuld am letzten Gewaltausbruch trage, schreibt Reuters:
Die Luftschläge drohten eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu beenden, eine Waffenruhe, die an der Grenze seit November für relative Ruhe gesorgt hatte….
Aber wenn man weiterliest, erfährt man, dass die Schläge der IDF eine Reaktion auf palästinensischen Raketenbeschuss waren.
Nun, ist das etwas, das eine Waffenruhe bedroht?
Update, Mittwoch, 12:30:Associated Press zeigt, wie es man es richtig macht.
Als er sein Amt antrat, wollte Obama den eigenen Anspruch als Friedensstifter geltend machen. Aber dann ist seine Forderung nach einem Stopp des jüdischen Siedlungsbaues nach hinten losgegangen, und ein Versuch, direkte Gespräche zwischen Netanyahu und Abbas herzustellen, verlief im Sande.
Man kann in der Tat Gründe dafür finden, dass dies zutrifft. Die Forderung, Israel müsse einen Baustopp einlegen, ist [aber] nach hinten losgegangen, weil sie keinen Lösungsansatz nach Verhandlungen anbot. Eine simple Lektüre des Textes impliziert jedoch, dass die Forderung zurückgewiesen und ein „Fehlzünder“ gewesen sei.
Vielmehr ist die Wahrheit die, dass Präsident Obamas Forderung von Israel akzeptiert worden war. Zehn Monate lang stoppte Israels den Siedlungsbau. Dabei handelte es sich um ein Zugeständnis, wie es das vorher nie gegeben hatte. Als Fehlzündung stellte sich jedoch heraus, dass trotz des Baustopps die Palästinenser sich weigerten, Verhandlungen aufzunehmen – und das bis zum Ende des Einfrierens der Siedlungstätigkeiten. Schon damals waren sie lediglich bereit, über Verhandlungen zu verhandeln (was semantisch und inhaltlich gesehen schon absoluter Schwachsinn ist und von absolut destruktiver Haltung zeugt [bd]). Also weigerten sie sich auch nach Ablauf der 10 Monate des Siedlungsstopp-Abkommens, in Verhandlungen einzutreten.
Gleich, was der Artikel aussagt: es war weder Israels noch Obamas Schuld, dass die Gespräche nicht zustande kamen. Sie scheiterten aus einem Grund: palästinensischer Unnnachgiebigkeit.
Um ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen, sollte die New York Times dies bitte auch deutlich machen.
Der Guardian drückte wieder einmal auf die Tränendüse, als er den offenen Brief eines palästinensischen Jungen an Präsident Obama veröffentlichte – und das auch noch auf der Nachrichtenseite.
Ich hoffe, dass die Welt endlich ihre Stimme gegen die Unterdrückung erheben wird, der wir (und alle Palästinenser) in unserem Viertel ausgesetzt sind, und dass Sie und Andere nicht weiterhin schweigen, wenn man uns unsere Häuser nimmt, unsere Kinder einsperrt und verletzt sowie unsere Zukunft gefährdet.
Das Blatt druckte dies zusammen mit einem 25-minütigen Video von Just Vision über das schwere Leben eines Jungen in Sheikh Jarrah, einem Viertel in Ostjerusalem, bekannt für hochpreisige Konsulats-Immobilien und naive palästinensische Propaganda in Bezug auf Häuserräumungen und Abrisse. Man erfährt, dass Mohammed El-Kurd und seine Familie im Jahr 2008 aus ihrem Haus zwangsgeräumt wurden.
Was hatte zur Zwangsräumung geführt? War die Familie wirklich Eigentümerin der betreffenden Immobilie? Was war Grundlage für die jüdischen Ansprüche? Hatten sie die Miete nicht bezahlt? Waren sie in Wirklichkeit Hausbesetzer? Lief die israelische Bürokratie Amok?
Der Guardian fixiert sich unverhältnismäßig stark auf israelische Zwangsräumungen und Abrissmaßnahmen in Ostjerusalem. Hintergrundinformationen über die Familie Al-Kurd waren deshalb nicht schwer zu bekommen. Und tatsächlich berichtete Guardian-Reporter Rory McCarthy über die Zwangsräumung von 2008. Und nachdem er sich durch Aussage gegen Aussage gewühlt hatte, schrieb McCarthy schwarz auf weiß:
Rabbi Arik Ascherman von der israelischen Gruppe ’Rabbiner für Menschenrechte’ bestätigte, dass das Land der Familie Al-Kurd vor 1948 Juden gehört haben dürfte…
In Mohammeds irreführendem Brief wird dies nicht erwähnt, ebenso wenig vom Guardian. Es wäre schon ein Riesending gewesen, wenn es in der Comment is Free (CiF)*-Jauchegrube angesprochen worden wäre. Dort geht sonst ja auch alles durch.
Die Platzierung auf der Nachrichtenseite – seltsam genug diese Vorgehensweise – veränderte die Standards journalistischer Transparenz. Es oblag dem Guardian, einen oder zwei Sätze zum Hintergrund der Situation um die Familie Al-Kurd hinzuzufügen, und eine Erklärung dafür, warum der Brief in den Rang einer Nachricht erhoben wurde.
Aber wenn man Redakteur beim Guardian ist und Unterschiede zwischen Nachricht, Meinung und Propaganda verwischt, warum will man dann am Vorabend des Präsidenten-Besuches durch eine unbequeme Wahrheit die gute Stimmung verderben?
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*Comment is Free (CiF) ist eine Kommentar-Rubrik beim Guardian, in der es von [linken] antisemitischen Leserzuschriften nur so strotzt (bd).
In einer Titelgeschichte zum anstehenden Besuch Präsident Obamas in Israel schreibt Jodi Rudoren, die Büroleiterin der NY Times in Jerusalem, dass eine kleine Anzahl von Juden, die Apartments in überwiegend von Arabern bewohnten Vierteln kaufen, die Jerusalem-Frage „verkomplizieren“ würden.
Rudoren räumt ein, dass diese Wohnungen privat finanziert wurden und nicht Teil einer von der Regierung durchgeführten Initiative seien. Sollte man Menschen also Wohnungskauf allein deshalb verbieten, weil sie Juden sind?
Obwohl sie auf mehrere Quellen dafür zurückgreifen könnte, wie das Gebiet im Sechstagekrieg von 1967 unter israelische Kontrolle kam, ist sie nicht in der Lage, diese Begebenheit in einen historischen Kontext zu stellen. Viele Viertel in und um Jerusalems Altstadt beherbergten einen großen jüdischen Bevölkerungsanteil, der dort 1948 entweder ermordet oder vertrieben worden war. (Wie man in einem Video von HonestReporting erfahren kann: Jerusalem: The Media Myth of Two Cities.) Was die Palästinenser als “Eroberung” Jerusalems empfinden, wird von den meisten Israelis als „Befreiung“ und “Wiedervereinigung” bezeichnet. Immerhin war die Stadt in ihrer 3.000 Jahre alten Geschichte nur 19 Jahre lang geteilt – unter jordanischer Besatzung (1948-1967).
Rudoren lässt jedoch absichtlich alles aus, was nicht in ihre Erzählung passt. Zwei einseitige Zitate von Offiziellen der Palästinensischen Autonomiebehörde erzählen dem Leser etwas von “Kolonisation” des Areals. Sie führt ungenannte “Experten” an, die eine Teilung der Stadt befürworten, so als handle es sich hier um allgemeinen Konsens. Aber wenn überhaupt, dann gäbe es erheblichen Widerstand in Israel selbst, falls eine Teilung Jerusalem beträfe, besonders dort, wo es historische Stätten der Juden betrifft.
Ganz am Ende des Artikels wird ein Palästinenser zitiert, was das Thema in einem anderen Licht erscheinen lässt:
Sie gehen davon aus, dass dies ihr Wohnort und ihr Land seien, doch dem ist nicht so. Wir sind hier und wir bleiben hier, aber sie haben etwas dagegen. Es gibt Leute hier, die das nicht zulassen.
Palästinensische Intoleranz ist es, was “die Jerusalem-Frage „verkompliziert“, und nicht wenige jüdische Familien, die Apartments mit Blick auf die Altstadt kaufen.
Was dachte sich die Sunday Times eigentlich dabei, Anthony Sattin eine kurze Buchbesprechung zu einem neu erschienenen Reiseführer für Israel schreiben zu lassen?
Auch wenn Sattin Reiseschriftsteller ist: diesen selbsternannten Israelkritiker den Israel Baedeker Guide besprechen zu lassen ist etwa so, wie wenn man ein Mitglied von People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) losschickte, ein neues Steak- oder Burger-Restaurant zu testen.
Sattin war Unterzeichner eines offenen Briefes an den ehemaligen britischen Premierminister Gordon Brown in der Times vom 1. Dezember 2009, der Unterstützung für den berüchtigten Goldstone Report forderte, in dem Israel beschuldigt worden war, während der Operation Gegossenes Blei “Kriegsverbrechen” begangen zu haben.
Dass Sattin Israel gegenüber feindselig eingestellt ist, zeigt sich in seiner kurzen, aber extrem politisch eingefärbten Rezension:
Israel hat sich über viele Jahre hinweg nach Kräften bemüht, seine Besetzung palästinensischer Gebiete zu etablieren, was die UNO und auch unser Land abgelehnt haben. Baedeker scheint sicht dessen nicht bewusst zu sein, wenn er die palästinensischen Gebieten in seinem neuen Führer miteinbezieht.
Nirgendwo auf dem Buchumschlag wird das Wort Palästina erwähnt. Im Buch selbst wird uns gesagt, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels sei, etwas, das für viele Staaten neu ist, die ihre Botschaften in Tel Aviv haben. Die Karte bestätigt diese Annexion: Ramallah, Heimat der Palästinensischen Autonomiebehörde, müsste eigentlich auch als Hauptstadt gekennzeichnet werden. Stattdessen wird sie als “Sitz der Verwaltung” bezeichnet.
Der einzige Palästinenser, der in einer Reihe von 17 berühmten Persönlichkeiten aufgeführt wird, ist Yasser Arafat – was aber ist mit Edward Saïd, Hanan Ashrawi oder Raja Shehadeh, dem Orwell-Preisträger? Dies und viele andere scheinbar nebensächliche Fehler machen Palästina zu Israel in einer Weise, die den Zionisten in die Karten spielt, hataber nichts damit zu tun, was einen guten Reiseführer auszeichnen sollte, nämlich eine verlässliche und ausgewogene Übersicht vorzulegen.
Mit dem Seitenhieb gegen “Zionisten” am Ende: Ist das wirklich eine Bewertung für einen Reiseführer oder nur ein Vorwand für Angriffe auf Israel?
Leider ist dies nicht das erste Mal, dass die Besprechung eines Reiseführers zum Werkzeug für antiisraelischen Aktivismus mutierte. Erst im September 2012 führte eine Rezension in The Times, dem Schwesterblatt der Sunday Times, für eine Kreuzfahrt nach Israel dazu, dass die israelische Tourismusindustrie davon alles andere als profitieren konnte.
Zeigt dies einen sich abzeichnenden Trend und Schwerpunkt, den die von Hass erfüllte Boycott, Sanctions and Divestment (BDS)-Bewegung für sich entdeckt hat?
Kompliment an Tim Marshall von Sky News, der die Probleme in Nahost mit dem Auge des Experten und der seltenen Fähigkeit untersucht, Ereignisse in eine angemessene Perspektive zu setzen. Während viele in den internationalen Medien dazu tendieren, sich allein auf Israel zu konzentrieren, scheut Marshall sich nicht, unangenehme Fragen auch an die andere Seite zu stellen.
Der Tod eines weiteren palästinensischen Häftlings in israelischer Haft hat logischerweise in vielen Ländern Schlagzeilen generiert, auch in Israel.
Er ist Thema von Anfragen im israelischen Parlament und Debatten über Israels Menschenrechtsbilanz.
Man vergleiche das mit einem Thema, das nur selten Schlagzeilen produziert und keine Debatte entfacht – den Bedingungen der Palästinenser in palästinensischen Gefängnissen. Nur wenige Menschen setzen sich für sie ein, ihr Schicksal generiert weder Demonstrationen noch unaufhörliche Debatten oder gerechtfertigten Zorn im Ausland.
…
Für die einfachen Palästinenser kann es gefährlich werden, gegen Israel zu demonstrieren, da sie sich letzten Endes mit israelischen Soldaten konfrontiert sehen, aber es bringt sie nicht in Konflikt mit der eigenen Regierung, und das bringt uns zu der unerzählten Geschichte.
Die Palästinenser sind sich dessen bewusst, dass nur wenige Menschen sich für sie einsetzen werden, wenn sie in Polizeigefängnissen der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland oder im von der Hamas beherrschten Gazastreifen landen. Sie wissen, dass Folter in diesen Einrichtungen auf der Tagesordnung steht ist und Todesfälle während der Haft auch dort auftreten.
Wenn es um Ränkespiele geht, ist Maen Rashid Areikat, Top-Repräsentant der PLO in den USA, sehr kreativ. Einmal behauptete er, dass die Kananäer Besatzer gewesen wären und wollte die Vorstellung von einem judenreinen palästinensischen Staat in leuchtenden Farben schildern.
Nun taucht Areikat wieder mit einem scheinheiligen Gastbeitrag in der LA Times auf. Alles, was momentan unternommen werden sollte, so insinuiert er, sei, die Verhandlungen wieder auf den Stand von Taba* im Jahr 2001 zurückzusetzen.
Das Potenzial für eine Vereinbarung liegt auf dem Tisch – wir müssen nur die Voraussetzungen dafür schaffen. Beide Seiten können vom Fortschritt seit den Taba-Verhandlungen von 2001 profitieren. Jeder kennt die Parameter: ein Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967, mit wechselseitigen Landtaustäuschen, sowohl was Größe und Qualität betrifft, eine gemeinsame Hauptstadt Jerusalem, tragbare und rechtlich abgesicherte Sicherheitsvorkehrungen und eine vereinbarte sowie gerechte Lösung der Flüchtlingsfrage, basierend auf der Resolution 194 der UN-Generalversammlung im Jahr 1948. Der Erfolg jeglichen politischen Prozesses hängt von klaren Vereinbarungen ab, von einem klaren Zeitrahmen und einer klaren Zielsetzung.
Du meine Güte: All das, was Areikat heute fordert, lag auf dem Verhandlungstisch in Taba 2001.
Und auf welchen Fortschritt bezieht sich Areikat? Die Palästinenser brachen die Taba-Verhandlungen ab, die zweite Intifada wütete, Mahmoud Abbas beerbte Yasser Arafats Null-Verhandlung-Strategie. Israel zog sich aus dem Gazastreifen zurück, die Hamas übernahm dort das Kommando und setzte den Raketenbeschuss auf Israel noch heftiger fort als zuvor. Aber die PLO stieg dennoch aus dem Osloer Abkommen mit der Forderung nach Eigenstaatlichkeit aus.
Fortschritt? Welcher Fortschritt?
Wenn Taba heute gut genug scheint für die Palästinenser, warum war es dann seinerzeit nicht gut für sie?
Damit sind die Unterhandlungen gemeint, die zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Januar 2001 auf der Halbinsel Sinai geführt worden sind [bd].
Gut ein Jahr, nachdem HonestReporting den fies verfälschenden Foto-Tweed von Khulood Badawi*, einer Mitarbeiterin der Jerusalemer Niederlassung des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), aufdeckt hatte, hat die UNO ihre übermäßig lange Untersuchung abgeschlossen und Badawi entlassen.
Im vergangenen März, während zunehmender gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen den israelischen Streitkräften und der Hamas, die mehrere Tage andauerten, sorgte Badawi für internationales Aufsehen. Badawi twitterte das Foto eines Vaters, der ein blutendes Mädchen im Arm trug, und das massiv den Eindruck vermittelte, das Mädchen sei Opfer eines israelischen Luftangriffs an diesem Tag gewesen. Das Foto war jedoch im Jahr 2006 aufgenommen worden und hatte keinerlei Bezug zu Israel.
Nachdem die Enthüllungsgeschichte von HonestReportingGegenstand der Berichterstattung geworden war und unsere Petition zur Entlassung Badawis an Dynamik zugenommen hatte (gut 15.000 Unterschriften bis heute), nahm sich Ron Prosor, Israels Botschafter bei der UNO, des Problems an und forderte die UNO unmissverständlich auf, Badawi von ihrem Posten zu entfernen.
Die UNO reagierte mit der Einleitung einer Ermittlung und schickte Badawi in unbefristeten Urlaub. Diese Woche jedoch berichtete die Jerusalem Post, dass die UNO eine E-Mail verbreitet hätte mit der Ankündigung, dass sie sich nach Abschluss der Ermittlungsergebnisse dafür entschieden habe, den Vertrag mit Badawi nicht zu erneuern.
Die Khulood Badawi-Story beweist, dass Anstrengungen der Basis Erfolg haben können, selbst wenn für ein endgültiges Ergebnis ein Jahr ins Land geht. Sogar die mächtige UNO kann zum Handeln bewegt werden, wenn wir unseren Zusammenhalt in der Forderung nach Gerechtigkeit aufrecht erhalten.
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*Die Chronologie der Entwicklung zum Fall Khulood Badawi kann man hier nachlesen (bitte die einzelnen Permalinks anklicken [bd]): http://backsp.wordpress.com/?s=Badawi+
Journalistische Prosa wird nicht unbedingt danach beurteilt, was geschrieben wird, sondern danach, wie der Leser das Geschriebene versteht.
Im folgenden Textausschnitt von Sky News-Korrespondent Dominic Waghorn würde der Leser nicht verstehen, dass, ganz im Gegensatz zu einer [eventuellen] pauschalen Weigerung Israels, den Siedlungsbau einzufrieren, der Ausbau im Westjordanland in der Tat für 10 Monate bis zum Jahresende 2009 gestoppt worden war. Dies wurde allgemein als “Siedlungsstopp” bezeichnet.
In seinem Bericht über den geplanten Besuch von US Präsident Obama in Israel schreibt Waghorn:
In seiner ersten Amtszeit forderte er (Obama) ein Einfrieren von Israels illegalem Siedlungsbau in der besetzten West Bank. Israel weigerte sich und Mister Obama machte einen Rückzieher. Die Palästinenser fühlten sich im Stich gelassen und es kam zu keiner Wiederbelebung von Friedensgesprächen.
Selbst wenn die problematische Sprachregelung Waghorns unberücksichtigt lässt, dass er Siedlungen als „illegal“ bezeichnet und die West Bank für „besetzt“ hält statt als umstrittene Gebiete, wird hier eine deutliche Verfälschung der Historie betrieben.
Dominic Waghorn mag ja über Nuancen dieser Beschreibung streiten, wenn es um die Frage der fortschreitenden Bauvorhaben in Ostjerusalem geht.
Im Endeffekt jedoch wurden diese wichtige Periode und die Konzessionen der israelischen Regierung aus den historischen Aufzeichnungen eines Narrativs gestrichen, das Israel als hartleibig darstellt. Vergessen ist die Tatsache, dass die Palästinenser sich weigerten, innerhalb dieser 10 Monate an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Auch wenn Waghorn davon ausgeht, dass es zu keinem Einfrieren der Siedlungsaktivitäten gekommen sei, schuldet er seinen Lesern dennoch alle Fakten.
Die Sunday Times steht wegen der Karikatur von Gerald Scarfe zu den israelischen Wahlen schwer unter Beschuss. Wie HonestReporting gestern anführte, ist die Bildsprache abscheulich genug; und die Veröffentlichung am Holocaust-Gedenktag war umso widerlicher.
Die Schadensbegrenzung des Blattes hatte keinen guten Start. Ein Sprecher der Sunday Times bemerkte gegenüber Algemeiner:
“Hier handelt es sich um eine typisch robuste Karikatur von Gerald Scarfe, “ sagte ein Sprecher der Sunday Times, und er fügte hinzu, “Die Sunday Times ist fest davon überzeugt, dass dies nicht antisemitisch ist. Das ist direkt an Herrn Netanyahu und seine Politik gerichtet, nicht gegen Israel, geschweige denn gegen das jüdische Volk.”
Der Sprecher sagte, dass die Veröffentlichung der beanstandeten Karikatur am Holocaust-Gedenktag, der Sonntag gefeiert wurde, zufällig war. “Das sieht heute nur so aus, weil Herr Netanjahu in der vergangenen Woche die israelischen Wahlen gewonnen hat”, so die Erklärung…
“Die Sunday Times verurteilt Antisemitismus”, fügte das Blatt hinzu, und verwies dabei auf einen anderen veröffentlichten Artikel der Zeitung zum Schwerpunkt Holocaust-Leugnung, der besagt, dass in dem ’heute veröffentlichten exzellenten Artikel des Magazins die von David Irving organisierten Reisen herausstellt, die die Existenz von Konzentrationslagern leugneten.“
In diesem Artikel schloss sich Will Storr dem Holocaust-Leugner Irving an, wenn der einen Rundgang durch das Konzentrationslager Majdanek gab. Das war wohlüberlegt geschrieben – ein hervorragender Winkelzug für einen Beitrag zum Holocaust-Gedenktag.
Aus verschiedenen Gründen kann das aber keinen Zorn besänftigen.
1) Niemand bezeichnete die Sunday Times als antisemitische Zeitung. Die Leute kritisierten [allein] die Karikatur.
2) Das Statement berücksichtigte nicht das schmerzhafte Timing – auch wenn es unbeabsichtigt gewesen sein mochte.
3) Selbst wenn der Majdanek-Artikel die verletzende Karikatur Scarfes abgemildert haben sollte, konnte das plakative Bild von Palästinensern, die in eine blutbefleckte Mauer einzementiert werden, über soziale Medien weit mehr Ausstrahlung erzielen als jeder minder beachtete Artikel in irgendeiner kostenpflichtigen Magazin-Rubrik.
Später erzählte Scarfe der Jewish Chronicle, dass er den Zeitpunkt der Veröffentlichung bedauere, weil er sich nicht dessen bewusst gewesen sei, dass am Sonntag auch Holocaust-Gedenktag war.
Die Sunday Times erkannte, dass sie einen wunden Punkt getroffen hatte und etwas unternehmen musste. Sie veröffentlichte ein Statement. Martin Ivens, geschäftsführender Herausgeber der Sunday Times, verschickte an die Medien eine E-Mail mit folgendem Inhalt:
“Das Letzte, was ich oder sonst jemand mit der Haltung der Sunday Times verbinden würden, wäre eine Verletzung der Erinnerung an die Shoah oder eine Ritualmordlegende. Das Blatt setzt sich seit langer Zeit für die Verteidigung Israels und seine Sicherheitsbelange ein, so wie ich es als Kolumnist praktiziert habe. Wir werden indes daran erinnert für die Empfindlichkeiten in dieser Hinsicht durch die Reaktion auf die Karikatur und ich werde ihnen in Zukunft selbstverständlich Rechnung tragen.”
Das ist eine sehr vage Selbsterkenntnis, was die Widerwärtigkeit der Karikatur betrifft.
Der Guardian berichtet unterdessen, dass das Board of Deputies of British Jews bei der Press Complaints Commission Großbritanniens eine Beschwerde eingereicht hat. Und auch Daniel Taub, Israels Botschafter dort, hat die Times scharf kritisiert.
Diese in der The Sunday Times (Registrierung erforderlich) veröffentlichte Karikatur war eine gezielte Beleidigung, und dass sie am Holocaust-Gedenktag erschienen ist, wiegt doppelt schwer.
Die Bildunterschrift der von Gerald Scarfe erstellten Karikatur (der Zeichner machte die Illustration zu „The Wall“ von Pink Floyd), lautet: “Israelische Wahlen… werden [sie] den Friedensprozess zementieren?”
Eine hässlich anzusehende Karikatur des Premierministers Benjamin Netanyahu errichtet eine Mauer, zementiert mit Blut und eingemauerten Palästinensern, darunter Frauen und Kinder.
Israels Sicherheitsbarriere (davon der weitaus überwiegende Teil ein Sicherheitszaun und nicht eine Mauer) soll israelische Zivilisten vor palästinensischen Terroristen schützen. Ohnehin läuft dieses Bild auf eine Ritualmordlegende hinaus – an einem Tag, an dem Millionen Opfer des Holocaust gedacht werden.
Kürzlich wurde ich von einem Freund während eines Gesprächs gefragt: “Glaubst du, dass in 200 Jahren die Menschen den Holocaust vergessen haben oder glauben, dass es ein Mythos gewesen sei?” Naiv antwortete ich: „Nein. Ich glaube, dass es genügend anständige Menschen in der Welt gibt, die dafür sorgen werden, dass dies nicht passiert.” Zu diesem Zeitpunkt hätte ich nie gedacht, dass Redakteure der ’Sunday Times’ sich unter jenen befänden, die in bester ’Der Stürmer’-Manier versuchen würden, den Holocaust-Gedenktag auszuschlachten, um eine Ritualmordlegende in die Welt zu setzen und dabei wissentlich das Gedenken an einen der schlimmsten Genozide der Geschichte zu unterschlagen.
Dazu auch HonestReporting-Chef Joe Hyams:
Der Holocaust-Gedenktag ist ein Anlass, an die schrecklichsten Grausamkeiten zu erinnern, die in jüngster Geschichte begangen wurden. Es sollte auch ein Tag sein, an dem sich die Medien daran erinnerten, dass Israels Verteidigungsmaßnahmen für seine Bürger in keinerlei Beziehung zu den Völkermordverbrechen der Nazis zu setzen sind. Tagtäglich stellt diese Karikatur einen Anschlag auf die wahren Opfer des Völkermords dar, verhöhnt ihre Leiden und beleidigt das Gedenken an sie. Der Sunday Times sollte bewusst sein, dass das, was in den 1930er-Jahren mit Karikaturen begann, letztendlich in Gewalt und einer entsetzlichen Tragödie endete. Dies ist eine Lektion, die die Sunday Times offensichtlich noch nicht gelernt hat.
Wie konnte die Sunday Times so tief sinken?
Schreiben Sie an die Sunday Times und fordern Sie eine Entschuldigung sowie Rücknahme der Karikatur – feedback@thetimes.co.uk
Yasser Arafats Frau Suha ließ die Hosen runter und teilte Dubai-TV mit, dass ihr Ehemann unmittelbar nach den geplatzten Gesprächen von Camp David die Intifada geplant hatte.
Anders als Imad Faluji hörte sie das von Yasser höchstpersönlich. Der Besuch Ariel Scharons auf dem Tempelberg war nicht Auslöser für die Intifada.
Jedes Jahr um diese Zeit die gleiche ausgelutschte Geschichte. Ein Journalist versucht, bei Weihnachten einen Bezug zu palästinensischem Leid zu finden, meist mit Schwerpunkt auf die christlichen Palästinenser in Bethlehem. Dieses Jahr ist das nicht anders, und Harriet Sherwood vom Guardian und dessen sonntäglich erscheinendem Schwesterblatt The Observer übernimmt das jahreszeitlich bedingte Rollenspiel.
Der Guardian unterschlägt oder untergräbt regelmäßig historische Ansprüche der Juden auf das Land Israel, die bis in biblische Zeiten zurückreichen. Wie kommt es aber, dass das gleiche Blatt kein Problem damit hat, mit biblischer Bildsprache vorgebrachte Forderungen der Palästinenser dann zu unterstützen, wenn diese Palästinenser Christen sind?
Nahe einer biblischen Landschaft mit Eseln und Olivenbäumen werden Häuser errichtet und die palästinensischen Christen fürchten um ihre Zukunft.
Unter Bezugnahme auf die Jerusalemer Vororte Gilo und Har Homa als “Siedlungen”, behauptet Sherwood, dass “beide größtenteils auf Bethlehemer Areal gebaut sind.” In Wirklichkeit wurde ein Großteil der Fläche Gilos in den 1930er Jahren auf legalem Wege von Juden gekauft, und der überwiegende Teil von Har Homa befindet sich seit den 1940er-Jahren in jüdischem Besitz.
Nicht nur die Geschichtskenntnisse Sherwoods sind fehlerhaft, sondern auch ihre geografischen. Geht es nach ihr, dann ist:
Bethlehem [ist] heute umzingelt von 22 Siedlungen, darunter Nokdim, wo der Hardliner und israelische ehemalige Außenminister Avigdor Lieberman lebt, und Neve Daniel, Wohnsitz von Yuli Edelstein, Minister für öffentliche Angelegenheiten und die Diaspora.
Sherwood versucht offenbar, ein politisches Argument anzubringen, wenn sie in Betracht zieht, dass sowohl Nokdim als auch Neve Daniel im Vergleich zur Region Bethlehem sehr klein sind, mindestens 10 km vom Zentrum Bethlehems gelegen und selbst von arabischen Siedlungen umgeben. Darüber hinaus gehört Neve Daniel zur Gruppe des Siedlungsblocks Gusch Etzion auf einem Areal, wo in den 1940er-Jahren die jüdischen Kerndörfer errichtet wurden, die in den 1920er- und 1930er-Jahren von Juden käuflich erworben und vor dem Unabhängigkeitskrieg von 1948 zerstört worden waren. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass Gusch Etzion im Falle eines Friedensabkommens mit den Palästinensern Israel zugeschlagen werden würde.
Aber die Schlüsselstelle in Sherwoods Beitrag lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Ausmaß und Auswirkungen der israelischen Siedlungen in der Geburtsstadt Jesu sind verheerend.
Da die Christen nun eine Minderheit der Einwohner Bethlehems ausmachen, will Sherwood den Eindruck erwecken, dass hauptsächlich Israel für die Misere der dortigen christlichen Community verantwortlich sei. Sie spricht über den palästinensischen Vorort Beit Jala und die israelische Sicherheitsbarriere, ohne die Sicherheitslage dort während der letzten palästinensischen Intifada zu erwähnen. Einer der wichtigsten Gründe für den Bau der Sicherheitsbarriere war in erster Linie, sich vor palästinensischen Selbstmordattentätern zu schützen, die von Bethlehem kommend in Jerusalem eindrangen, während Beit Jala als Plattform für palästinensische Bewaffnete diente, die während der 2000er-Jahre auf israelische Zivilisten in Gilo schossen.
Was den Zurückgang der christlichen Bevölkerungszahlen betrifft, schreibt Sherwood:
Während der letzten Jahrzehnte haben die Christen Bethlehem zu Tausenden verlassen haben und nun sind eine Minderheit in einer Stadt, die sie einmal dominierten. Das Alltagsleben unter Besatzung mit wenig Möglichkeiten, wenig Hoffnung und der gewaltsame palästinensische Aufstand vor 10 Jahren werden als wichtigste Gründe für den Weggang genannt.
Associated Press stellte das in seiner eigenen Geschichte über Bethlehem an Weihnachten im vergangenen Jahr anders dar:
Die Zahl der Christen im Westjordanland nimmt ab. Während einige wirtschaftliche Gründe angeben, sprechen viele von Verfolgung durch die muslimische Mehrheit, aber aus Angst vor Vergeltung immer anonym.
Christen haben sogar ihre Mehrheit in Bethlehem verloren, wo jetzt mehr als zwei Drittel der etwa 50.000 palästinensischen Einwohner Muslime sind.
An den seltenen Tagen, wenn westliche Medien über das Leid der Christen in den palästinensischen Gebieten berichten, geschieht das oft nur, um Israel und seine Sicherheitsbarriere zu verurteilen. Vor den Zeiten, in denen palästinensische Terroristen Bethlehem in einen sicheren Hafen für Selbstmordattentäter verwandelten, konnten Bethlehems Einwohner ungehindert nach Israel einreisen, so wie das in umgekehrte Richtung für viele Israelis auch möglich war.
Die andere Wahrheit, die regelmäßig von der westlichen Presse ignoriert wird, ist die, dass die Sicherheitsbarriere half, die Wiederherstellung von Ruhe und Sicherheit nicht nur in Israel, sondern auch im Westjordanland einschließlich Bethlehem zu gewährleisten. Die Geburtskirche, die im Jahr 2002 von palästinensischen Bewaffneten auf der Flucht vor israelischen Sicherheitskräften gestürmt und besudelt worden war, wird nun wieder von Touristen und Pilgern aus der ganzen Welt gefüllt.
Freilich – warum schrieb Harriet Sherwood dies nicht in einem Artikel, den sie für den Guardian nur wenige Tage zuvor verfasste, wo sie anmerkt, dass der Bethlehem-Tourismus in diesem Jahr wieder einen neuen Rekordstand erreichen könnte? Stattdessen ” [sagen] Offizielle, dass die lokale Tourismusindustrie wegen der andauernden israelischen Besatzung nach wie vor große Hürden zu überwinden hat.“
Schon letztes Jahr fragten wir uns, wie viele weitere Jahre wir lange wir uns mit der Politisierung und dem Missbrauch von Weihnachten durch die Medien auseinandersetzen müssen. Dank Guardian ist das wieder einmal der Fall.
Warum durch eine unbequeme Wahrheit die gute Stimmung verderben?
19. März 2013HonestReporting Media BackSpin, 19. März
Der Guardian drückte wieder einmal auf die Tränendüse, als er den offenen Brief eines palästinensischen Jungen an Präsident Obama veröffentlichte – und das auch noch auf der Nachrichtenseite.
Das Blatt druckte dies zusammen mit einem 25-minütigen Video von Just Vision über das schwere Leben eines Jungen in Sheikh Jarrah, einem Viertel in Ostjerusalem, bekannt für hochpreisige Konsulats-Immobilien und naive palästinensische Propaganda in Bezug auf Häuserräumungen und Abrisse. Man erfährt, dass Mohammed El-Kurd und seine Familie im Jahr 2008 aus ihrem Haus zwangsgeräumt wurden.
Was hatte zur Zwangsräumung geführt? War die Familie wirklich Eigentümerin der betreffenden Immobilie? Was war Grundlage für die jüdischen Ansprüche? Hatten sie die Miete nicht bezahlt? Waren sie in Wirklichkeit Hausbesetzer? Lief die israelische Bürokratie Amok?
Der Guardian fixiert sich unverhältnismäßig stark auf israelische Zwangsräumungen und Abrissmaßnahmen in Ostjerusalem. Hintergrundinformationen über die Familie Al-Kurd waren deshalb nicht schwer zu bekommen. Und tatsächlich berichtete Guardian-Reporter Rory McCarthy über die Zwangsräumung von 2008. Und nachdem er sich durch Aussage gegen Aussage gewühlt hatte, schrieb McCarthy schwarz auf weiß:
In Mohammeds irreführendem Brief wird dies nicht erwähnt, ebenso wenig vom Guardian. Es wäre schon ein Riesending gewesen, wenn es in der Comment is Free (CiF)*-Jauchegrube angesprochen worden wäre. Dort geht sonst ja auch alles durch.
Die Platzierung auf der Nachrichtenseite – seltsam genug diese Vorgehensweise – veränderte die Standards journalistischer Transparenz. Es oblag dem Guardian, einen oder zwei Sätze zum Hintergrund der Situation um die Familie Al-Kurd hinzuzufügen, und eine Erklärung dafür, warum der Brief in den Rang einer Nachricht erhoben wurde.
Aber wenn man Redakteur beim Guardian ist und Unterschiede zwischen Nachricht, Meinung und Propaganda verwischt, warum will man dann am Vorabend des Präsidenten-Besuches durch eine unbequeme Wahrheit die gute Stimmung verderben?
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*Comment is Free (CiF) ist eine Kommentar-Rubrik beim Guardian, in der es von [linken] antisemitischen Leserzuschriften nur so strotzt (bd).
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Kategorien: Antisemitismus, Europ. Medien und Nahost, Geschichte, Israel, Medienwelt, Palästinenser, Weltmedien und Nahost
Tags: Comment is free, Guardian-Reporter Rory McCarthy, Just Vision, Mohammed El-Kurd, Ostjerusalem, Sheikh Jarrah, Zwangsräumung
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