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Israel wurde nicht wegen des Holocaust gegründet, sondern wegen jüdischer Wurzeln und moderner Entschlossenheit

26. August 2021

Gidon Ben-Zvi. HonestReporting, 19. August 2021

Ein Artikel von Vanessa Gera bei Associated Press vom 16. August mit der Überschrift „Poland keeps ambassador at home amid dispute with Israel (Polen behält Botschafter wegen Disput mit Israel Zuhause) beschreibt den diplomatischen Streit, der durch Warschaus neues Gesetz verursacht wurde, mit dem praktisch verhindert wird, dass Holocaust-Überlebende und ihre Nachkommen ihr von den Nazis beschlagnahmtes Eigentum zurückfordern können.

Der Text hält fest:

Der Streit ist der jüngste, der wegen der Geschichte zwischen Polen, Heimat von Europas größter jüdischer Gemeinschaft vor dem Zweiten Weltkrieg, und Israel ausbrach, das als Zufluchtsort für vom deutschen Diktator Adolf Hitler und seinen Helfen aus Europa getriebene Juden gegründet wurde.

Dieses Zitat ist ein subtiles Beispiel für eine geläufige Fehlvorstellung; nämlich dass der jüdische Staat in Reaktion auf den Holocaust geschaffen wurde, eine Falschmeldung, die selbst im Westen verbreitet ist und die schon vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und danach von der Kongressabgeordneten Rashide Tlaib verbreitet wurde.

Faktencheck: Israel ist nicht das Ergebnis europäischer Schuld wegen des Holocaust

Eindeutig zu erklären, dass Israels Gründung das Ergebnis des Holocaust war, ist ein Trugschluss, auch wenn die Auslöschung von 6 Millionen Juden durch Nazideutschland während des Zweiten Weltkriegs tatsächlich viele Menschen veranlasste mit der Jahrtausende anhaltenden Notlage des jüdischen Volks mitzufühlen. Aber die Vorstellung, dass dies der Hauptauslöser für den schrittweisen Prozess der internationalen Gemeinschaft hin zur Gründung eines jüdischen Staates war, verwechselt Korrelation mit Ursache.

Zu allererst reicht die jüdische Verbindung zum Land Israel mindestens 3.000 Jahre zurück. Das ist keine biblische Mutmaßung, sondern wird von einer Unzahl archäologischer Funde bestätigt.

Im 19. Jahrhundert begann die erste organisierte Welle jüdischer Migration in das, was heute Israel ist. Bereits in den 1880-er Jahren wurde die Grundlage für einen zukünftigen souveränen Staat gelegt. Während des Ersten Weltkriegs, in den letzten Tagen des Osmanischen Reichs, das 400 Jahre lang einen Großteil des Nahen Ostens regiert hatte – darunter des Territorium, das das moderne Israel umfasst – wurde die zionistische Sache von der britischen Regierung akzeptiert.

Um dieselbe Zeit, in der Adolf Hitler als Gefreiter in der Bayrischen Armee diente, gab der damalige britische Premierminister David Lloyd George öffentlich Unterstützung für den Zionismus zum Ausdruck. Am 2. November 1917 wurde mit der vom britischen Außenminister Arthur Balfour ausgegebenen Balfour-Erklärung Londons Politik formell und forderte ausdrücklich die Gründung einer jüdischen Heimstatt.

Es gab eine Vielzahl geopolitischer Überlegungen, die diese historische Entscheidung beeinflussten, darunter die Hoffnung der britischen Regierung, eine solche Erklärung würde während des Ersten Weltkriegs die jüdische Unterstützung der Alliierten in neutralen Ländern einbringen. Zusätzlich begehrte Downing Street 10 das Gebiet, das nur Jahre später das von den Briten regierte Mandat Palästina sein würde, weil es als Landbrücke zwischen den von den Briten beherrschten Territorien Indien und Ägypten diente.

Dennoch war der Glaube an die Gerechtigkeit der zionistischen Sache seitens Lloyd George und vieler anderer Führungskräfte echt.

Das spiegelte sich in dem Abschnitt des sogenannten Beschlusses von San Remo vom 25. April 1920, die offiziell das Mandat Palästina schuf. Der Beschluss wies die „Mandatsmacht“, in diesem Fall die Briten, ausdrücklich an in der neu gebildeten Einheit eine nationale Heimstatt für das jüdische Volk zu schaffen; das basierte im Großen und Ganzen auf der Balfour-Erklärung.

Darüber hinaus wurde der Text der Erklärung als Teil der Grundlage für den Aufbau einer breiten Koalition zur Unterstützung einer jüdischen nationalen Heimstatt in das Mandat des Völkerbundes aufgenommen.

Als diese wichtigen Ereignisse in den frühen 1920-er Jahren stattfanden, war die Nazi-Partei nicht viel mehr als eine unpopuläre Randgruppe.

Den Holocaust nutzen um Israel zu dämonisieren

Die Beförderung der unangebrachten Theorie, der jüdische Staat sei nur ein Nebenprodukt des Völkermords im Zweiten Weltkrieg, hat einen surrealen Bumeraneffekt gehabt und praktisch die Tür für diejenigen geöffnet, die antizionistische Agenden haben, ebenso für Antisemiten, um Holocaust-Sprache und -Symbole zu kapern, um damit Israels Umgang mit den Palästinenser mit dem der Juden durch die Nazis gleichzusetzen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat seinerseits wiederholt die Gaza-Politik des jüdischen Staates mit dem Umgang der Nazis mit den Juden verglichen. Erdoğan hat gesagt: „Wir betrachten den Holocaust auf dieselbe Weise, wie wir die Belagerung des Gazastreifens und die Ausführung der Massaker darin betrachten.“

Am bekanntesten ist vielleicht, dass der ehemalige iranische Präsident und widerwärtige Antisemit Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2007 Israel beschuldigte den Holocaust als Vorwand für „Völkermord“ an den Palästinensern zu nutzen.

Dann gibt es den ehemaligen Londoner Bürgermeister Ken Livingston. 2018 verlängerte die britische Labour Party seine Suspendierung wegen einer Behauptung von 2016, Adolf  Hitler habe in den 1930-er Jahren den Zionismus unterstützt. Livingston behauptete, er habe lediglich „eine historische Tatsache dargelegt“.

Derweil ist die Initiative „Nie wieder, für niemanden“ ein besonders entsetzliches Beispiel, da sie Israel dämonisiert, indem sie dafür eintritt, dass das Mantra „Nie wieder“ – ausdrücklich geschaffen unter Bezugnahme auf die systematische Ermordung von 6 Millionen Juden – auf das palästinensische Volk angewandt wird.

Das große Problem mit cum hoc ergo propter hoc

Die Vereinigung der uralten Verbindung des jüdischen Volks zum Land Israel, die gewaltigen Bemühungen der zionistischen Bewegung einen jüdischen Staat zu gründen und ein komplexes Aufgebot geopolitischer Faktoren sind verantwortlich dafür, dass Israel geschaffen wurde. Und das wäre wahrscheinlich auch geschehen, wenn der Holocaust nie begangen worden wäre.

Mit der fehlenden Erklärung dieser Realität hat Associated Press, deren Arbeit von mehr als 1.300 Zeitungen und Sendern weltweit veröffentlicht wird, ungewollt oder nicht, die beinahe übernatürliche Verwirklichung durch Beharrlichkeit und harte Arbeit des jüdischen Volkes, die Sehnsucht verleumderisch zu einer Art „Trostpreis“ macht –  geschenkt von einer Welt, die vor den Schrecken des Holocaust die Augen verschlossen hat.

Faktencheck: Repräsentiert der israelische Premierminister Naftali Bennett „hauptsächlich jüdische Westbank-Siedler“?

23. Juni 2021

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Akiva Van Koningsveld, HonestReporting, 15. Juni 2021

Die Vereidigung der neuen, von Premierminister Naftali Bennett geführten israelischen Regierung, eine Entwicklung, die Benjamin Netanyahus 12-jährige Amtszeit beendete, ist auf der ganzen Welt weithin berichtet worden. Kurz vor der Vertrauensabstimmung am Sonntag betonte Bennett, dass seine Regierung einen breiten Querschnitt der israelischen Bürger repräsentiert, die von Ofra [ein Gemeinde in der Westbank] bis Tel Aviv und von Rahat [einer Beduinenstadt im Negev] bis nach Kiryat Schmona reicht.

Trotzdem haben zahlreiche Medien behauptet, Bennetts Hauptwählerschaft bestehe aus den Israelis, die als Ultranationalisten bezeichnet werden oder jenseits dessen wohnen, was allgemein als die „Grenzen von vor 1967“ bezeichnet wird.

Beachten sie zum Beispiel den folgenden Satz, der in einem von Associated Press produzierten Artikel auftauchte: „Bennett (49) ist ein ehemaliger Stabschef Netanyahus, seine kleine Partei ist bei religiösen Juden und Siedlern der Westbank beliebt ist.“ [Hervorhebung hinzugefügt]

Die israelische Journalistin Noga Tarnopolsky trieb diese Behauptung einen Schritt weiter, als sie in The Daily Beast schrieb, Yamina repräsentiere „zumeist jüdische Siedler der Westbank“. Ebenso behauptete Jeff Halper von The Nation, Bennetts Basis bestehe aus „religiösen Siedlern“.

Wählerdaten aus der Wahl vom März, die Bennett an die Macht brachte, beweisen hingegen, dass diese Behauptungen schlichtweg falsch sind.

Tatsächlich lebt die Mehrheit derer, die für Bennett stimmten, nicht in der Westbank. Mehr als 75 Prozent der Stimmen für Yamina wurden von israelischen Bürgern abgegeben, die in Städten und Orten innerhalb der Grünen Linie liegen, zum Beispiel Petah Tikva, Tel Aviv, Rischon LeZIon, Netanya und Haifa. Weitere 14,5% kamen per Briefwahl von israelischen Diplomaten im Ausland, Soldaten, Häftlingen und Krankenhauspatienten. Bei der Wahl im März stimmten auch diejenigen, die wegen des Coronavirus in Quarantäne waren, mit diesen sogenannten Doppel-Briefumschlägen ab.

Stimmen für die Partei Yamina (Wahl vom März 2021)

Tatsächlich wurden nur 10% der gesamten Stimmen, die Yamina einfuhr, in der Westbank abgegeben; nur etwa 13 Prozent aller Stimmen, die von in der Westbank lebenden Israelis abgegeben wurden, gingen an Bennett. Genauer gesagt erhielt Yamina die meisten Stimmen aller Parteien in nur 21 von 126 jüdischen Gemeinden in der Westbank. Weit beliebter waren die Partei Religiöser Zionismus (führender Stimmengewinner in 51 Orten) und Netanyahus Likud (37).

Daher ist die Behauptung Bennett repräsentiere „zumeist Westbank-Siedler“ schlicht falsch. Etwas anderes zu behaupten, stellt sogar ein weiteres Beispiel für faulen Journalismus dar, weiteren Beweis, dass Reporter einmal mehr falschen Narrativen vertrauen statt sich damit zu abzugeben tiefer in den Zahlen zu graben.

Wie immer offenbaren Fakten die wahre Geschichte.

Was die Medien euch nicht erzählen: Die Ursache der Krawalle in Jerusalem

6. Mai 2021

HonestReporting, 28. April 2021

Zeitgleich mit dem islamischen Fastenmonat Ramadan sind die Straßen Jerusalems in den letzten zwei Wochen von zunehmend gewalttätigen palästinensischen Protesten geplagt. Nacht um Nacht haben sich hunderte Palästinenser, von denen einige Feuerwerkskörper, Felsbrocken und Benzinbomben werfen, Zusammenstöße mit der israelischen Polizei geliefert. Die Krawalle haben Dutzende Polizisten verletzt und mehrere unschuldige israelische Zivilisten sind von palästinensischen Mobs brutal angegriffen worden.

Trotzdem berichteten viele Nachrichtenorgane von der Gewalt in Jerusalem erst, nachdem ein weithin verurteilter Marsch einer rechtsextremen israelischen Randgruppe organisiert wurde.

Aber was steckt über das Narrativ des „schreibe Israel die Schuld zu“ hinaus wirklich hinter der Eskalation in Jerusalem?

Die „TikTok-Intifada“

Die palästinensische Gewalt begann sich nach einer verstörenden Herausforderung zu intensivieren. Am 15. April, dem zweiten Tag des Ramadan, griff ein Palästinenser in der Jerusalemer Straßenbahn zwei ultraorthodoxe israelische Jungen an. Die Bilder der nicht provozierten Attacke ging auf der Videoplattform TikTok viral. In den folgenden Tagen begannen immer mehr Clips von Angriffen auf israelische Zivilisten auf der Plattform zu erscheinen.

Die alarmierende Entwicklung wurde schnell als TikTok-Intifada bezeichnet, ein Hinweis auf den arabischen Begriff für einen gewalttätigen Aufstand. „Es ist ein Wettbewerb um Likes und Views“, erzählte ein 15-jähriges Opfer der israelischen Nachrichtenorganisation Ynet letzte Woche. „Ein Video eines Arabers, der einen ultraorthodoxen Mann ohrfeigt, bringt dir beides.“ https://platform.twitter.com/embed/Tweet.html?creatorScreenName=heplev&dnt=true&embedId=twitter-widget-0&features=eyJ0ZndfZXhwZXJpbWVudHNfY29va2llX2V4cGlyYXRpb24iOnsiYnVja2V0IjoxMjA5NjAwLCJ2ZXJzaW9uIjpudWxsfSwidGZ3X2hvcml6b25fdHdlZXRfZW1iZWRfOTU1NSI6eyJidWNrZXQiOiJodGUiLCJ2ZXJzaW9uIjpudWxsfX0%3D&frame=false&hideCard=false&hideThread=false&id=1386560855593168902&lang=de&origin=https%3A%2F%2Fheplev.wordpress.com%2F%3Fp%3D65645%26preview%3Dtrue&sessionId=bde7bfc62f9fda1241da7e297d1dcd9fd6cc2537&siteScreenName=heplev&theme=light&widgetsVersion=82e1070%3A1619632193066&width=550px

Nicht berichtet: 200% Zunahme des Terrorimus während des Ramadan

Im Gegensatz dazu haben die Palästinenser – und die Medien – die Gewalt anscheinend einer Entscheidung der israelischen Polizei zugeschrieben den Fluss des Fußgängerverkehrs in die Altstadt von Jerusalem zu regulieren, indem sie Barrikaden vor den Platz aufzubaute, der zum Damaskustor führt. Palästinenserfraktionen im Gazastreifen bezeichneten den Schritt als „Schlacht gegen Siedlungen und Versuche Jerusalem zu verjuden“. PA-Premierminister Mohammed Schtayyeh bejubelte die Krawalle als „heldenhafte Szenen, die auf den Straßen und Gassen der Stadt Jerusalem auftreten… das bestätigt einmal mehr das Versagen der israelischen Pläne die Heilige Stadt zu verjuden.“

Derweil stachelte Ayman Odeh, Chef von Israels Gemeinsamer Arabischer Liste, die aktuell ansehnliche sechs Sitze im Parlament inne hat, ebenfalls zu Gewalt auf: „Diese [Zusammenstöße] werden weiter gehen, bis die Intifada ein Ende findet, die Besatzung die Palästinenserflagge auf der Al-Aqsa-Moschee, über den Kirchen und über den Toren Jerusalems hisst“, sagte er.

Im dem Mix geht verloren, dass der israelische Polizeichef Kobi Shabtai ausdrücklich klarstellte: „Der Status quo, der den Leuten verbietet sich in die Bereiche um das Damaskustor zu setzen, ist seit mehr als einem Jahrzehnt in Kraft.“ Was ebenfalls nicht berichtet wurde ist die Tatsache, dass es fast immer während des Ramadan eine Steigerung palästinensischer Gewalt gibt, wobei historische Daten eine Zunahme von 200 Prozent bei Terroranschlägen andeuten.

Dann muss die interne palästinensische Politik bedacht werden. Für die Terrororganisation Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, wie auch für PA-Präsident Mahmud Abbas, der die Westbank im Wesentlichen per Ermächtigung regiert, haben die Unruhen eine bequeme Ausrede geliefert die Aufmerksamkeit von den Problemen abzulenken, denen sie sich vor den angesetzten Legislativwahlen gegenüber sehen.

Die Mainstream-Medien wachen auf

Dann kam der 22. April, als von der israelischen Gruppe Lehava ein rechtsextremer Protest organisiert wurde. Rund 300 israelische Juden, die meisten davon junge Männer, marschierten auf das Damaskustor. Obwohl die Teilnehmer Journalisten sagten, sie demonstrierten gegen fortgesetzte Angriffe auf jüdische Einwohner, brüllten sie inakzeptabel rassistische Parolen, darunter „Tod den Arabern“. Andere warfen Steine uns setzten Mülleimer in Brand.

Glücklicherweise schaffte es die Polizei die Extremisten zu zerstreuen, bevor sie Palästinenser erreichten, die einmal mehr randalierten.

„Wir erlauben Protest im Namen der freien Meinungsäußerung, aber wir werden gegen jede Form von Gewalt vorgehen“, hieß es in einer Stellungnahme der Polizei vor der Lehava-Inititative. Bürgermeister Mosche Lion soll versucht haben die Veranstaltung zu verhindern, aber die Polizei sagte ihm, es gebe keine rechtliche Grundlage dafür.

Darüber hinaus wurde der Vorfall von israelischen Politikern schnell verurteilt. „Wie halten die freie Religionsausübung wie jedes Jahr aufrecht, für alle Einwohner und alle Besucher Jerusalems“, betonte Premierminister Benjamin Netanyahu und fügte hinzu: „Wir fordern die Befolgung des Gesetzes und ich fordere Ruhe auf allen Seiten.“

Obwohl seit dem Beginn der „TikTok-Intifada“ eine Woche vergangen war, „fingen viele Mainstream-Medien erst nach dem Lehava-Marsch an den Krawallen in Jerusalem Aufmerksamkeit zu schenken. Und den Schlagzeilen, die auftauchten, fehlte der entscheidende Kontext. Die Huffington Post veröffentlichte einen Artikel mit der Schlagzeile „Israeli Extremist Group Chants ‘Death To Arabs’ During Jerusalem Protests“ [Israelische Extremistengruppe skandiert bei Protesten in Jerusalem ‚Tod den Arabern‘]. ABC News in Australien brachte die Story unter der ähnlichen Schlagzeile: „Why are mobs in Jerusalem chanting ‘death to the Arabs’?“ [Warum skandieren Mobs in Jerusalem ‚Tod den Arabern‘?]

CNN, CBS News und mehrere andere fielen ein. Der erste Absatz eines Artikels in der New York Times beinhaltete den Satz: „Die Gewalt brach aus, als eine extremistische jüdische Rassisten-Gruppe in die Stadt marschierte.“ Vice News hielt fest: „Die palästinensische Obrigkeit äußerte ihre Besorgnis über die zunehmende Gewalt von rechtsextremen Gruppen“, ließ aber auffallend den Teil der Äußerung aus, in dem PA-Präsident Abbas die palästinensischen Randalierer für ihre „Standhaftigkeit angesichts israelischer Pläne zur Kontrolle der Stadt“ lobte.

Wo waren diese Medien, als die Palästinenser Juden in einer konzertierten Kampagne angriffen? Wo waren sie, als Eli Rozen, eine jüdischer Einwohner Jerusalems, von einem palästinensischen Mob fast zu Tode geprügelt wurde? Als Yahya Jardi von zahlreichen Angreifern gejagt, zu Boden getreten und sein Auto in Brand gesetzt wurde?

Statt das ganze Bild der Geschichte zu zeichnen, ergriffen die Medien anscheinend die Gelegenheit Israel wegen der widerwärtigen Taten einer radikalen Organisation zu verleumden, die von israelischen Führungspolitikern auf der Stelle verurteilt wurden.

Als Ergebnis davon sind die Palästinenser einmal mehr als Opfer ohne Unterstützung dargestellt worden – eine Lüge, die ihnen ironischerweise in keiner Weise nutzt. Es hilft nicht den Frieden näher zu bringen; stattdessen wird einzig Israel – ein zugegebenermaßen nicht perfektes Land mit nicht perfekten Bürgern – in einem falschen Licht dargestellt.

Bild: Ahmed Gharabl via AFP/Getty

Reuters verbockt Bildbeschreibung: Israel „bombardiert“ palästinensische Gebäude

24. Juli 2019

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Juli 2019

Die israelische Operation zur Beseitigung einer Reihe nicht genehmigter palästinensischer Gebäude im Dorf  Sur Baher am Rand von Ostjerusalem, direkt an Israels Sicherheitsbarriere, hat den Palästinensern bereits einen PR-Coup geliefert.

Der Abriss fand erst nach einer langwierigen Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof statt, der schließlich zugunsten der israelischen Behörden entschied, die – aus Sicherheitsgründen – wünschten die Bauten zu beseitigen, die zu nahe an der Sicherheitsbarriere standen.

Auf Stichwort hin gibt es Proteste der Palästinenser, der Europäischen Union, Nichtregierungs-Organisationen und einen Medizienzirkus aus Berichten über die Abrisse, die unter Verwendung von Bulldozern und Munition ausgeführt wurden.

Einige der Bildbeschreibungen zu Reuters-Fotos von der Szene lassen den Kontext weit dramatischer erscheinen. Zum Beispiel:

Ein palästinensisches Gebäude im Dorf Sur Baher wird von israelischen Streitkräften bombardiert; es befindet sich auf beiden Seiten der israelischen Sperre in Ostjerusalem und der israelischen Westbank. 22. Juli 2019. (Reuters/Mussa Qawasama)

„Ein palästinensisches Gebäude wird von israelischen Streitkräften bombardiert“?!!!

Ein Leser müsste glauben, dass Israel die Luftwaffe gegen ein palästinensisches Dorf losgeschickt hat. Kampfjets und –hubschrauber sind etwas ganz anderes als Bulldozer. Die Explosionen beim Abriss der Gebäude waren das Ergebnis kontrollierter Sprengungen, nicht von Luftangriffen. Sogar Reuters‘ eigene Foto-Diashow zeigte IDF-Techniker in den Gebäuden (von denen viele nicht einmal fertig gebaut waren) bei der Vorbereitung der Sprengsätze zum Abriss.

Aber spielt das wirklich eine Rolle, wenn diese Fotos einen Artikel begleiten, der den Hintergrund erklärt?

Das tut es, wenn man Beispiele dieser Reuters-Fotos sieht, die mit anderen Bildbeschreibungen, aber ohne jeglichen Kontext erscheinen. Nehmen wir die Facebook-Seite des Independent:

Das Foto wird in einem eigenständigen Textinhalt präsentiert. Die Bildbeschreibung ist wichtig.

HonestReporting hat bei Reuters eine Beschwerde eingereicht, aber es ist nicht möglich quantitativ zu bestimmen, wie weit diese irreführenden Bildbeschreibungen verbreitet worden sind.

Die Hamas, eine fundamentalistische politische Partei?

15. November 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 13. November 2016

Der Londoner Evening Standard berichtet von einem Besuch eines rechten Aktivisten in Israel. Zu der Story gehört diese Beschreibung der Hamas:

Hamas ist eine palästinensische fundamentalistische Partei, die den Gazastreifen kontrolliert. Israel hat sie oft beschuldigt Extremismus fördern, was die Hamas bestreitet.

Eine fundamentale politische Partei, die von Israel beschuldigt wird „Extremismus zu fördern“?

Ernsthaft?

Was ist mit Selbstmord-Bombenanschlägen, Schüssen, Stichanschläge und tausenden Raketenangriffen auf israelische Zivilisten? Macht das die Hamas nicht zu einer Terrororganisation?

Gibt es derart viele Zweifel am Wesen der Hamas, dass der Evening Standard auf Mutmaßungen Zuflucht nehmen muss?

Dem Evening Standard wurde eine Beschwerde zugeschickt. Bleiben Sie dran.

Die Demokraten von der Hamas?

13. November 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 25. Oktober 2016

UPDATE:
Nach einer Aufforderung von HonestReporting hat der Independent den ungenauen Absatz korrigiert und die fehlende Information hinzugefügt; er lautet jetzt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen im Gazastreifen und übernahm nach Kämpfen mit der palästinensischen Fatah-Partei im Juni 2007 die komplette Kontrolle des Gebiets. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

* * *

The Independent berichtet über ein Interview, das vom israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman einer palästinensischen Zeitung gegeben wurde; darin droht er mit der „völligen Vernichten“ der Hamas, sollte diese einen weiteren Krieg mit Israel anfangen.

Der Independent schreibt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen, was ihr die Kontrolle über den Gazastreifen gab. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

Die Hamas gewann zwar 2006 die Lokalwahlen, aber die Terrororganisation übernahm 2007 den Gazastreifen als Ergebnis eines gewalttätigen Staatsstreichs, zu dem es gehörte Fatah-Mitglieder von Dächern zu werfen und die PA aus dem Gazastreifen zu vertreiben.

Stattdessen wird den Lesern des Independent der falsche Eindruck vermittelt, dass die Hamas den Gazastreifen über die Wahlurne kontrolliert, nicht mit der Gewehrkugel. Ergo könnte Lieberman als jemand betrachtet werden, der ein demokratisch gewähltes Regime im Gazastreifen bedroht, was gewiss nicht der Fall ist.

Wir haben den Independent kontaktiert und aufgefordert die fehlenden Kontext und die selektiven Auslassungen anzugehen.

Was geschah wirklich in der UN Schule in Gaza?

29. Juli 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 28.07.14 (übersetzt von Cora)

Die Geschichte war zu gut um sie zu übergehen. Angeblich griff Israel eine Schule der Vereinten Nationen an, die als Flüchtlingsunterkunft benutzt wurde und massakrierte dabei 16 Menschen, die evakuiert werden sollten. Und noch schlimmer, die Medien berichteten, dass Israel die exakten Koordinaten der Schule hatte und wusste, dass dort Zivilisten Schutz gesucht hatten und dass es keinerlei Kämpfe in der Nähe gegeben hatte.

Mit anderen Worten, die Medien klagen die IDF eines Kriegsverbrechens an. Auch wenn es keine zuverlässigen Quellen gibt, nehmen die Medien an, dass die Informationen, die sie bekommen haben, wahr sind.

Typisch für dieses Geschehen ist die Geschichte von Reuters:

Gaza (Reuters) – Mindestens 15 Menschen starben am Donnerstag und viele wurden verwundet, als die israelische Armee eine UNO-Schule angriff, in der Palästinenser aus dem Norden des Gazastreifens Schutz gesucht hatten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza. „Die genauen Koordinaten der UNWRA Schutzräume in Beit Hanoun sind der israelischen Armee offiziell mitgeteilt worden. … An diesem Tag versuchte die UNRWA mit der israelischen Armee ein Zeitfenster zu vereinbaren, damit die Zivilisten den Ort verlassen können, was aber nicht genehmigt wurde“, sagte (UNRWA Sprecher Christopher) Gunness auf seiner Twitter-Seite.

Erinnerung an Reuters: Der Gesundheitsministerium in Gaza wird von der Hamas betrieben, die nicht wirklich für ihre akkurate Berichterstattung bekannt ist.

CBS News nahm die palästinensischen Anschuldigungen auch als Beweis.

Gaza Stadt, Gazastreifen – Am Donnerstag trafen israelische Panzergranaten in Gaza ein Grundstück, auf dem sich eine UN Schule befand, tötete 15 Menschen und verwundete Dutzende andere, die dort Schutz vor den heftigen Kämpfen auf den Straßen gesucht hatten, weil Israel seinem 17-tägigen Krieg in die von der Hamas beherrschten Gebiete vortrieb, sagten offizielle Vertreter der Palästinenser. Überlebende berichteten dem CBS-Reporter Barry Petersen, dass sie gewarnt worden waren, dass die Schule zum Ziel geworden war und sie hätten sie eben darauf vorbereitet zu gehen, als die israelische Armee das Feuer eröffnet hätte.

Der Guardian veröffentlichte die Geschichte unter:

Israelischer Angriff auf eine Schule in Gaza hinterlässt 15 Tote und 200 Verwundete. Die UN verurteilt den Angriff der UNWRA Schule und sagen, dass sie die IDF um Zeit gebeten hätten, die Zivilisten zu evakuieren, die ihnen aber nicht gegeben wurde.

Ist es glaubwürdig, dass Israel bewusst die Evakuierung von Zivilisten verhindert und sie sie dann in ihrem Schutzraum abschlachtet? Mit all den gut dokumentierten Schritten zur Vermeidung ziviler Opfer, die Israel unternommen hat, hätten die Medien vielleicht ein bisschen skeptischer gegenüber den Informationen sein können, wenn sie mitbekommen, dass die Informationen aus palästinensischen Quellen oder vom notorischen Israel-Hasser Gunness kommen.

Hier ist die israelische Seite, wie sie in der Jerusalem Post berichtet wurde:

Die IDF berichtete, dass die Untersuchung über den Angriff am Donnerstag auf die UNRWA Schule in Beit Hanoun, Nordgaza, abgeschlossen sind und dabei festgestellt wurde, dass Terroristen der Hamas von diesem Schulkomplex aus geschossen hatten. Die Terroristen feuerten Panzerabwehrgranaten auf die Soldaten, fügte die Armee hinzu.

Die IDF feuerte einige Granaten als Antwort ab. Eine IDF Granate fiel in ein freies Feld in der Nähe der Schule, das nach Angaben des Militärs leer gewesen ist. Mit diesem Ergebnis der Untersuchung kann die Behauptung, dass einige Menschen innerhalb der Schule verletzt worden sind, wie von einige nach dem Geschehenen behauptet, ausgeschlossen werden.

Fakten in einem Kriegsgebiet zu untersuchen und zu berichten kann sehr schwierig sein, das versteht jeder. Nachrichtenorganisationen wollen die ersten sein, die eine Geschichte berichten. Aber häufig bedeutet eine rasche Berichterstattung, dass man sich nicht einmal die minimale Zeit zum Untersuchen der Fakten genommen hat.

Dennoch haben die Medien die Verantwortung alles herauszufinden bevor sie Anschuldigungen aussprechen, die dann in aller Welt gehört werden. Sie müssen nicht die israelische Version des Geschehens akzeptieren. Aber sie sollten wenigstens skeptischer sein, bevor sie Informationen verbreiten, die von Quellen wie Hamas kommen.

Für die New York Times sind es die Palästinenser, die leiden

25. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 17. Juni 2014

Drei israelische Jungen wurden entführt und bis jetzt ist die New York Times mehr am palästinensischen „Leiden“ interessiert. Es ist erst einige Tage her, dass IDF eine große Aktion gestartet hat, um die drei entführten Jugendlichen Eyal Yifrach (19), Naftali Frenkel (16) und Gil-ad Shaar (16) zu finden. Urteilt man nach Jodi Rudorens Bericht in der New York Times, könnte man glauben, Hebron sei seit Monaten oder gar Jahren „belagert“.

Wir hören, dass die Brüder Jaber „besorgt sind, dass die Hochzeit der 17jährigen Tochter Kayeds am Montag ruiniert werden könnte“.

Es wird uns erzählt, dass die örtliche Radiostation „kriegerische Hymnen abspielt, die unterbrochen werden von den Verlautbarungen über die Anzahl der Panzer, die in das Viertel eindringen“ und wie man entlang „der Hauptstraße Süßwarenläden, den Handyständen, Autohäusern und Boutiquen hinter heruntergelassenen Rolltoren und Holzläden müßig herum sitzt.“

Hebrons Bürgermeister wird mit den Worten über das Elend der palästinensischen Menschen zitiert, die alle „in einem großen Gefängnis“ sitzen.

Die einzige israelische Reaktion sind die Verweise eines Soldaten auf Spürhunde und der eines anderen Soldaten, der einen Reporter auffordert „Geh weg!“ Nirgendwo wird darauf hingewiesen, dass die Militäroperation der Israelis sofort enden könnte, wenn und wann die drei Jugendlichen befreit werden. Die israelische Aktion wird als Strafe dargestellt, einzig und allein dazu da, die Palästinenser leiden zu lassen. Und als Sahnehäubchen wird ein Palästinenser zitiert, der meint, die Entführung habe niemals stattgefunden.

Viele hier und überall in den palästinensischen Gebieten, fragen sich, ob die Entführung überhaupt stattgefunden hat. Die Anführer verweisen in einigen offiziellen Verlautbarungen auf die „angebliche Entführung“ und die Netzwerke sind voll mit Verschwörungstheorien darüber, wie die jüdischen Siedler das Geschehen inszenierten oder die israelische Regierung das Ganze als Vorwand benutzt, um die Hamas aus der Westbank zu werfen und die derzeitige Versöhnung zwischen Hamas und der Palästinensischen Befreiungsorganisation zu hintertreiben.
Ahmad Abu Eisheh (27) stellte dazu fest, dass bis jetzt noch kein glaubwürdiges Bekennerschreiben aufgetaucht sei. „Die Hamas bekennt sich zu Entführungen“, sagt Abu Eisheh, der für eine Reinigungsfirma arbeitet. „Ganz sicher ist das ein Film. Sie wollen die Versöhnung zerstören.“

Wenn die New York Times die Unannehmlichkeiten für die Palästinenser wegen der Anstrengungen der Israelis ihre Jungen wieder zu finden als Äquivalent eines terroristischen Akts ansieht, der zu dieser Situation geführt hat, dann ist ganz klar etwas schief gegangen. Der Artikel zeigt einen ernsten Mangel an Ausgewogenheit.

UPDATE: Ein Leser erhielt das folgende Schreiben von Jodi Rudoren:

Wir haben uns entschieden einen Doppelartikel zu bringen statt zwei grundverschiedene Sachen gemeinsam. Das erschien uns respektvoller und eine Möglichkeit jeder mehr Raum zu geben. Einen journalistische Entscheidung, die auf Ausgewogenheit und Vollständigkeit zielte.

Wir sind uns bewusst, dass die Doppelartikel auf derselben Seite der Druckausgabe der New York Times erschienen. Diese Rechtfertigung gilt aber schlicht nicht für die Online-Ausgabe. Nirgendwo innerhalb des Artikels von Jodi Rudoren gibt es einen direkten Lnik zum anderen Text. Einfach ausgedrückt: Rudorens Artikel im Internet sollte als Einzelstück behandelt werden und nicht als Teil eines Pakets.

Drei Jugendliche wurden entführt, offizielle Medienberichte: „verschwinden“

23. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 16. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Einige weitere mangelhafte Berichte über die Entführung der drei israelischen Jugendlichen.

Dies hier kommt von den kanadischen CTV News:

oberes Bild: Israelis verhaften Hamas Vertreter als Teil der Suche nach den drei verloren gegangenen Jugendlichen. unteres Bild: Palästinenser besichtigen den Schutthaufen eines Hauses in Gaza Stadt, welches von einer israelischen Rakete am frühen Morgen des 16.6. getroffen wurde.

Anscheinend sind die Jugendlichen, wie die Schlagzeile sagt, einfach vermisst, als ob sie auf dem Weg nach Hause schlicht falsch abgebogen wären. Und was das Begleitfoto angeht: Wie passt das Bild eines israelischen Luftschlags als Antwort auf Raketen aus Gaza zu der Geschichte über eine Entführung?

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Wie wäre es mit ein wenig chronologischer Umkehrung, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von NBC News:

Israel beschuldigte am Sonntag die Hamas der Entführung dreier israelischer Jugendlicher in der Westbank, Stunden nachdem die Sicherheitskräfte Dutzende Palästinenser bei einer hochgefahrenen militärischen Anstrengung zur Suche nach den Jungen verhaftete.

Was war zuerst? Die Entführung oder die israelische Reaktion? Da sollte jemand bei NBC News schnell dran arbeiten.

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Die Daily Mail hatte vermutlich die richtige Idee als sie auf ihrer Homepage hervorheben wollten, dass die Gewalt weltweit von islamistischen Terroristen begangen wird. Aber etwas ging bei der Durchführung gründlich schief.

Die Leichen häufen sich: Von Kenia bis zum Irak zeigen schockierende Bilder, wie eine Welle islamistischer Gemetzel ein neues Zeitalter barbarischen Terrors überall in der Welt signalisiert hat.

Der Artikel selbst macht zwar klar, dass Hamas-Terroristen für die Entführung der israelischen Jugendlichen verantwortlich sind, doch ist das Bild einer weinenden Araberin in der Box mit dem Etikett „Palästina“ sicher nicht der passendste Weg das zu unterstreichen und unterstellt sogar, dass die Israelis diejenigen sind, die die Blutbäder anrichten.

Entführte israelische Jugendliche – die schlimmste Berichterstattung

16. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 15. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Wir werden alles tun, um unsere #Jungs zurückzubringen

Die terroristische Entführung von Eyal Yifrach (19), Gilad Shaar (16) und Naftali Frenkel (16), letzterer mit der doppelten amerikanischen und israelischen Staatsbürgerschaft, hat zu einigen problematischen Artikeln geführt. Hier zeigen wir die bisher schlimmsten:

Entmenschlichung israelischer Jugendlicher

Der Guardian änderte seine Schlagzeile als Ergebnis von Beschwerden zu dieser:

Israelis starten Suche um Hebron, nachdem drei jugendliche Siedler vermisst werden.

Laut dem Guardian haben:

israelische Sicherheitskräfte eine große Suchaktion nach drei Teenager-Siedlern gestartet, von denen einer wahrscheinlich ein amerikanischer Staatsbürger ist, in den Bergen um Hebron gestartet, als diese vermisst gemeldet wurden und man fürchtete, sie seien von einer palästinensischen Gruppe entführt worden.

In der Weltsicht des Guardian ist es weitaus besser, Yifrach, Shaar und Frankel als „Siedler“ und politische Akteure darzustellen, statt als israelische Kinder, die versuchen vom Unterricht nach Hause zu kommen. Das unterstreicht die Entschuldigung der Aktion der palästinensischen Terroristen und bemüht sich zu „verstehen“, warum diese überhaupt den Wunsch verspüren, eine Entführung durchzuführen, was dadurch eher ein Vergehen der Opfer, denn der Terroristen ist.

UPDATE: Der Guardian änderte seine Schlagzeile als Resultat von Beschwerden wie folgt:

Israel beginnt Suche rund um Hebron, nachdem drei Teenager vermisst werden.

In einem späteren Bericht des Guardian, zu dem es HonestReporting nach Kontaktierung des Jerusalem-Korrespondenten der Zeitung gelang ihn abändern zu lassen, heißt es:

Die Sorge um die Teenager, einer davon ein US-Bürger, wächst, nachdem die israelische Armee sagte, sie könne nicht bestätigen, ob sie leben oder tot sind. Die drei lebten in Siedlungen in der südlichen Westbank und verschwanden Dienstagabend bei einem Tramperpunkt nahe Kfar Etzion in den Hebron-Bergen.

Wie wir Beaumont erklärten, lebten die drei nicht „in Siedlungen im Süden der West – Bank“. Beide, Yifrach, der aus Elad, in der Nähe von Petah Tikva und Frenkel, der aus Nof Ayalon, in der Nähe von Modi´in kommt, leben nicht in Siedlungen. Shaar kommt aus der Siedlung Talmon, die nicht im Süden der West – Bank liegt.

Diese unrichtige Zeile wurde entfernt.

Alles nur wegen der Siedlungen

Derweil hat sich CNN bemüßigt gefühlt, folgenden Absatz hinzuzufügen, um (unnötigerweise) die zentrale Stellung der Siedlungen in dieser Story zu betonen:

Der Aufmarsch des Militärs zur Suche nach den Jugendlichen und die schnelle Vermutung, dass es sich dabei um eine Entführung handelt, sind ein Spiegelbild der Spannungen, die zwischen den jüdischen Siedlern und den Palästinensern in der West–Bank herrschen. Die Ausweitungen der jüdischen Siedlungen in der Westbank sind ein dauerhafter Streitpunkt in dieser Region.
Das hat die Karte der palästinensischen Gebiete verändert, was die Bildung eines zusammenhängenden Staates Palästina als Teil jeglichen Friedensabkommens erschwert, sagen die Kritiker.
Die hoch umstrittenen Bautätigkeiten der Israelis in der Westbank und in Ost–Jerusalem, wo die Palästinenser ihren zukünftigen Staat sehen, hat den Friedensbemühungen geschadet.

Sky News stellte sicher, dass die „Illegalität“ des gesamten Gebiets von Gush Etzion betont wird:

„Das Trio, von dem wohl einer die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, sind Schüler einer Yeshiva oder religiösen Schule im Gush Etzion, einem jüdischen Siedlungsblock in der Westbank, der nach internationalem Recht illegal genannt wird.“

Eine korrekte Bewertung des Status von Gush Etzion würde aufzeigen, dass dies eine Interpretation des internationalen Rechts ist und von Israel natürlich nicht anerkannt wird.

Warum fuhren sie per Anhalter?

Der Christian Science Monitor nimmt einen völlig anderen Gesichtspunkt zur Geschichte ein und fragt „Warum fuhren die entführten Jugendlichen per Anhalter in der Westbank?“

Niemand fragt, warum sie letzte Nacht auf einer Autobahn, die von vielen Palästinensern befahren wird, per Anhalter fuhren.

Sollte der CSM nicht eher die Moral einer Entführung hinterfragen, statt sich auf das Mitfahren per Anhalter zu fokussieren? Nicht, wenn man folgenden Abschnitt des Artikels liest:

Durch den offiziellen Weg Israels palästinensische Häftlinge gegen entführte Soldaten freizulassen, so wie bei dem Austausch von 1027 Häftlingen für Sgt. Gilad Shalit 2011, befürworten viele Palästinenser die Entführung von israelischen Soldaten und Zivilisten als Druckmittel für Gerechtigkeit.

„Druckmittel für Gerechtigkeit“?!“ Es gibt keine Gerechtigkeit dabei, palästinensische Terroristen in israelischen Gefängnissen gegen Israelis, die von der Schule kommen, auszutauschen.