Archive for the ‘Chaoten / Anarchisten’ category

BDS Valencia verdoppelt den Einsatz bei Matisyahu-Heuchelei

25. August 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 20. August 2015

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Die BDS-Kampagne gegen den Reggaesänger Matisyahu zeigt lebhaft, dass das, was mit einem Israelboykott beginnt, stets mit einer Kampagne gegen Juden endet.

Doch statt dass sie sich auf würdige Weise zurückziehen, wie es das Rototom-Sunsplash-Reggaefestival mit der Rückgängigmachung seiner Absage von Matisyahus Auftritt tat, macht die BDS País Valencià unbeirrt weiter und liefert ein stutzig machendes Statement voller Schuldzuweisungen und oberflächlicher Rechtfertigungen ab.

Die größte Verwunderung auf der Liste der einzelnen Punkte verursacht Nr. 6:

Während die Medien diese Kampagne als Teil der weltweiten BDS-Bewegung dargestellt haben, möchten wir klarstellen, dass unsere Bemühungen außerhalb der Zuständigkeit des kulturellen Boykotts Israels gemäß der Richtlinien der Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel (PACBI) liegen. BDS fordert Boykotte gegen israelische Institutionen, die sich an Israels Verletzungen des internationalen Rechts beteiligen, nicht gegen Individuen. Anders als bei der Kulturboykottbewegung gegen das Südafrika der Apartheidzeit fordert die von den Palästinensern angeführte BDS-Bewegung keinen Boykott einzelner Künstler, Akademiker usw. [Fettdruck wie im Original]

Also wartet mal… laut diesem Text ist die Auffassung, dass es sich hierbei um eine BDS-Kampagne handelt, ein reines Produkt der Medien? Werden die Leute nicht annehmen, dass es sich hier um BDS handelt, weil es von einer Gruppe mit BDS im Namen betrieben wird und einen Künstler mit augenscheinlichen Sympathien für Israel boykottieren soll?

Aber das ist noch nicht einmal der verwirrendste Teil des Statements. Mit einer gehörigen Portion Brezel-Logik behauptet das Statement, diese Aktion sei keine BDS-Kampagne gewesen (bzw. sie geht nicht mit BDS-Standards konform, wenn es so etwas überhaupt gibt), da die BDS-Richtlinien vor genau solchen Aktionen warnen.

Aber das ergibt überhaupt keinen Sinn. Da ist eine BDS-Gruppe, und sie betreibt eine Boykott-Kampagne — welchen Unterschied macht es, was da auf der BDS-Website steht? Wenn diese Worte nicht die Taten der Menschen vor Ort bestimmen, bedeuten sie dann überhaupt etwas? In der wirklichen Welt offenbaren Taten, nicht Worte, die wahren Absichten.

Natürlich ist das nicht der einzige Fall, wo eine Einzelperson boykottiert wurde. Nur wenige Tage bevor Matisyahus Festivalabsage in die Nachrichten kam, wurde ein israelischer Filmemacher von einem Filmfestival in Oslo boykottiert. Und BDS Valencia steht mit der Ansicht nicht allein da, dass Matisyahu ein legitimes Ziel ist.

Und das ist die unvermeidliche zweite Lektion dieser ganzen Sache — was mit einem Boykott gegen israelische Institutionen beginnt, endet mit dem Anzielen von Individuen. Und ihr könnt euch darauf verlassen, dass BDS die Rolle der Gedankenpolizei spielen wird, wo nur eine einzige Ansicht akzeptabel ist.

BDS könnte es bereuen, Matisyahu von einem Festival ausgeladen zu haben

23. August 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 19. August 2015

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Update: Das Rototom-Sunsplash-Reggaefestival hat seine Entscheidung, Matisyahus Auftritt abzusagen, widerrufen. Man entschuldigte sich beim Künstler und veröffentlichte ein Statement, in dem man Diskriminierung und Antisemitismus verurteilte.

 

Wenn es je einen Fall gab, der das wahre Gesicht von BDS offenbarte, dann die Saga des jüdischen Reggaemusikers Matisyahu und seiner Ausladung von einem Musikfestival in Spanien.

BDS hat sich als Hassgruppe offenbart, die wegen ihrer politischen Ansichten Juden angreift. Und die BDS-Mitglieder üben Druck aus, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen.

Nicht damit zufrieden, Künstler aus Israel anzugreifen, sind die Mobber von BDS dazu übergegangen, Künstler anzugreifen, die Israel unterstützen — so wie den Amerikaner Matisyahu.

Die BDS-Mobber übten Druck auf das Festival aus und forderten, Matisyahu solle ein Statement veröffentlichen, in welchem er seine Unterstützung eines Palästinenserstaats zum Ausdruck bringt, eine Bedingung, die keinem anderen Künstler dieses Festivals aufgebürdet wurde. Die BDS sonderte ihn laut Reuters als “Israelliebhaber” heraus.

Und die BDS war mit dieser Diskriminierung nicht allein. Der Rolling Stone schreibt: “Andere Künstler drohten, nicht auf dem Rototom-Sunsplash-Reggaefestival aufzutreten, da sie ihn als jüdischen Amerikaner so betrachteten, als ‘repräsentiere er Israel’.”

Als amerikanischer Jude wurde er so betrachtet, als repräsentiere er Israel.

In einem Facebookstatement sagte Matisyahu, seine Musik sei nicht politisch. Und er nahm es dem Festival übel, dass er ausgesondert wurde. “Ehrlich, es war haarsträubend und beleidigend, dass sie mich als den einzigen öffentlichen jüdisch-amerikanischen Künstler auf diesem Festival zu politischen Aussagen zu zwingen versuchten.”

Wäre er Israeli, so wäre es schon schlimm genug, wenn er wegen seiner nationalen Herkunft diskriminiert würde, was die BDS offen betreibt. Aber ihn anzugreifen, weil er ein Jude ist und den jüdischen Staat unterstützt, ist lupenreiner Antisemitismus. Ihn dann noch zwingen zu wollen, gegen seinen Willen eine politische Erklärung abzugeben, ist dann nochmal ein ganz neuer Schritt.

Und vielleicht ein Schritt zu weit.

Die spanische Regierung veröffentlichte ein Statement, in dem sie die Vorgehensweise des Festivals verurteilte. “Das Erzwingen einer öffentlichen Erklärung (von Matisyahu) stellt das Prinzip der Nichtdiskriminierung in Frage, auf welchem alle pluralistischen und vielfältigen Gesellschaften fußen”, so das spanische Außenministerium.

Die Presseberichterstattung, von welcher BDS für die Verbreitung ihres Hasses abhängt, mag jedoch noch verurteilender gewesen sein. Auch die spanische Zeitung El Pais verurteilte das Festival in einem Editorial mit dem Titel “Inakzeptable Diskriminierung“, wobei erwähnt wird: “Er ist der einzige Musiker, … von dem ein solches Statement eingefordert wurde, und was die Sache noch schlimmer macht: Es wurde von ihm gefordert, schlichtweg weil er Jude ist.”

Das Blatt schloss mit der Aussage, ein derartiges Verhalten habe keinen Platz im modernen Spanien:

Antisemitismus und Diskriminierung aufgrund von Ideologie darf nicht toleriert werden und muss bekämpft werden. Kritik an Israels Politik und die Verteidigung der Palästinenser darf nicht als Deckmantel für die systematische Verfolgung Andersdenkender benutzt werden oder auch für die Verfolgung von Menschen, einfach weil sie Juden sind. Spaniens Politiker müssen das Wort gegen diesen Skandal ergreifen, der die Verpflichtung dieses Landes gegenüber Rede- und Gedankenfreiheit in Frage stellt.

Auch der Daily Beast meldete sich vehement zu Wort:

Es fällt schwer, hier nicht nur einen Hauch von Antisemitismus zu wittern, der der Entscheidung entströmt, den Rapper auszuladen. Diese Aktion unterläuft auch Rototoms Aussage, ein “Ort des Zusammentreffens, des Mitteilens und des interkulturellen Verständnisses” zu sein, wie seiner Website zu entnehmen ist.

Jüdische Künstler zu stigmatisieren und zu restringieren, weil sie Liebe zu Israel bekunden, scheint ungerecht. Sie für die Politik Israels zur Verantwortung zu ziehen, ist absurd und statuiert ein schädliches Exempel.

Zwar ist das Festival das Hauptziel der Verurteilungen (und es hat seine Entscheidung mittlerweile zurückgezogen und den Künstler neu eingeladen), aber die BDS-Bewegung erklärt sich verantwortlich für diesen “Sieg” und nennt ihn einen “Ausruf der Solidarität der Völker.”

Es ist ein Sieg, den sie vielleicht schon bald bereuen. Der wahre Ausruf der Solidarität gilt eindeutig Matisyahu, der bereits die Unterstützung seiner Fans weltweit genießt. Und dieses Publikum wird angesichts der wohlwollenden Berichterstattung, die er aktuell weltweit erhält, noch anwachsen.

Die Story hebt auch die großen Unterschiede zwischen dem hervor, was die BDS sagt, und dem, was sie wirklich in der Welt macht. Das Wall Street Journal drückt es gut aus: “Erinnern Sie sich an den Matisyahu-Zwischenfall, wenn Vertreter der antiisraelischen Boykott-, Deinvestitions- und Sanktions-Bewegung [BDS] nächstes Mal darauf bestehen, sie würden die Rechte der Palästinenser fördern und nicht antijüdischen Fanatismus.”

Und wenn die Leute zu vergessen beginnen, erinnert sie einfach daran.

Bild: CC BY-NC César Astudillo via flickr mit Beifügungen von HonestReporting

Die PLO lügt noch immer über Arafats Vermächtnis

8. August 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 5. August 2015

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Jassir Arafat hätte vor kurzem seinen 86. Geburtstag gefeiert, und die PLO markierte diesen Tag mit einem Tweet, der den verblichenen Palästinenserführer im Grab rotieren lassen muss.

Dabei geht es nicht nur über die Darstellung von Arafats Vermächtnis als heldenhaftem Freiheitskämpfer statt eines blutrünstigen Terroristen (dazu komme ich später noch).

Als Gründervater des palästinensischen Nationalismus steht bei der PLO viel auf dem Spiel, wenn es ums Arafat-Narrativ geht.

Um das klarzustellen: Arafat wurde in Kairo geboren. Aber selbst feurigen Verschwörungstheoretikern, die Obamas Geburtsort in Frage stellen, fällt die Kinnlade herunter, wenn sie lesen:

Präsident Jassir Arafat wurde am 4. August geboren (Jerusalem 1929 – Paris 2004). “Ich bin ein Rebell, und meine Sache ist die Freiheit.”

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Wie wurde er also Jerusalem zugeschrieben?

Die Antwort beginnt mit einem rumänischen Geheimdienstbeamten zur Zeit der Kommunisten, Ion Mihai Pacepa. Bei einem Schuldeingeständnis im Wall Street Journal erklärte er, die Verbindung von Arafat und Jerusalem sei ein Resultat absichtlicher sowjetischer Falschinformationen gewesen.

Der KGB-Vorsitzende Juri Andropow machte sich mir gegenüber im Februar 1972 über die Leichtgläubigkeit der Yankees lustig, was prominente Persönlichkeiten betrifft. Wir hatten die stalinistischen Personenkulte hinter uns gelassen, aber diese verrückten Amerikaner waren noch immer naiv genug, nationale Führer zu verehren. Und Arafat bauten wir zu genau so einer Symbolfigur auf — Schritt für Schritt führten wir die PLO näher an die Macht und an einen Staat. Andropow glaubte, die vietnammüden Amerikaner würden in ihrer Hoffnung auf Frieden auch auf das kleinste Zeichen einer Versöhnung anspringen, und Arafat würde vom Terroristen zum Staatsmann werden.

Unmittelbar nach diesem Treffen erhielt ich die “Personalakte” des KGB über Arafat. Er war ein ägyptischer Bourgeois, der vom KGB-Auslandsgeheimdienst zu einem ergebenen Marxisten gemacht wurde. Der KGB hatte ihn an seiner Schule für Spezialoperationen in Balaschicha östlich von Moskau geschult, und Mitte der 1960er entschied man, ihn zum zukünftigen Führer der PLO aufzubauen. Erst vernichtete der KGB die offiziellen Aufzeichnungen von Arafats Geburt in Kairo, dann ersetzte er sie durch fiktive Dokumente, die sagten, er sei in Jerusalem geboren worden und sei daher ein gebürtiger Palästinenser.

Was die Beschreibung als “Freiheitskämpfer der PLO” betrifft, so ist das ein altbekanntes Spiel. Über Jahre hinweg haben Palästinenser und ihre Apologeten Arafat mit Führern der Amerikanischen Revolution verglichen, z. B. mit George Washington und Thomas Paine, oder was die jüngere Geschichte betrifft auch mit Nelson Mandela. (Marwan Barghouti, der Führer der mit der Fatah verflochtenen Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, der für fünf Morde für schuldig befunden wurde, hat den Mantel des “palästinensischen Mandela” geerbt.)

Es gibt keine Parallelen zwischen Arafat und Washington oder Mandela. Es gibt keine historischen Beweise, dass Washington absichtlich Zivilisten angriff, die England treu ergeben waren. Timothy Noah schrieb 2002 im Slate:

Im amerikanischen Freiheitskampf war ein Radikaler jemand, der Tee in den Bostoner Hafen auskippte. Im palästinensischen Freiheitskampf ist ein Radikaler jemand, der sich eine Bombe umschnallt und israelische Kinder in die Luft jagt.

Arafat war der Großvater des modernen Terror. Seine Anhänger perfektionierten die Praxis der Entführung von Flugzeugen. Seine Frau Suha bestätigte, dass die blutrünstige zweite Intifada von ihrem nobelpreistragenden Ehemann vorab geplant worden war. Und er fand stets Wege, sich von den durch ihn finanzierten, autorisierten oder einfach nur geduldeten Terroranschlägen nach außen hin distanziert zu geben.

Jassir Arafats Vermächtnis kann man in neun Buchstaben zusammenfassen: Terrorist.

Bild: Public-Domain-Bilder von Jassir Arafat und Emanuel Gottlieb Leutzes Gemälde “Washington überquert den Delaware” via Wikimedia Commons, vermischt durch HonestReporting

Tod eines palästinensischen Steinewerfers bringt neuerliche falsche Schlagzeilen

12. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Juli 2015

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Das Steinewerfen der Palästinenser ist eine Gewalttat und hat bereits Israelis getötet. Es ist daher wenig überraschend, dass die IDF-Soldaten im abgebildeten Fahrzeug zurückfeuerten, nachdem die Steinewerfer Warnschüsse ignoriert und ihren Angriff fortgesetzt hatten.

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Im Verlauf dieses Vorfalls wurde einer der Steinewerfer angeschossen, und er starb an seinen Verletzungen.

Einige Medien ignorierten die mit Steinewerfen einhergehende Gewalt und wählten Schlagzeilen, welche die Story verzerrten.

Die New York Times:

Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

AFP:

Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Die Irish Times:

Palästinensischer Protestler im Westjordanland erschossen

Palästinensischer Protestler im Westjordanland erschossen

International Business Times:

Israelischer Offizier tötet 17jährigen Palästinenser wegen Steinewerfens

Israelischer Offizier tötet 17jährigen Palästinenser wegen Steinewerfens

Obwohl der Palästinenser mit der Gewalt begann und das Leben von IDF-Soldaten bedrohte, entfernten die New York Times und AFP jeglichen Kontext und legen nahe, ein palästinensischer Teenager sei ohne jeden Grund (außer vielleicht Boshaftigkeit) von der IDF “getötet” worden.

Bei der Irish Times wird der Steinewerfer zu einem “Protestler”, der sich vor dem geistigen Auge der Leserschaft höchstens des friedlichen Marschierens mit einem Plakat in der Hand schuldig gemacht hat. Die International Business Times beschwört Bilder einer Exekution herauf, die wegen einer kleinen Gesetzesübertretung durchgeführt wurde.

Vergleicht obige Schlagzeilen mit einigen der vernünftigeren Sorte:
Israelischer Offizier tötet steinewerfenden palästinensischen Jugendlichen im Westjordanland
Palästinenser nach Steinewerfen auf israelisches Fahrzeug getötet

Dies sind nur die jüngsten Beispiele in einer ganzen Serie falscher Schlagzeilen, insbesondere von AFP, welche die Israelis als bösartige Aggressoren hinstellen und palästinensische Angreifer als unschuldige Opfer israelischer Strafaktionen.

Filmemacher: Islamischer Staat ist näher an Israel, als viele glauben

7. Juni 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 3. Juni 2015

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Laut dem Journalisten und Dokumentationsfilmer Itai Anghel hat der Islamische Staat (IS) in nur vier Monaten Gebiete größer als Großbritannien eingenommen, ein in der Geschichte noch nie dagewesener Durchmarsch.

Und IS-Kämpfer sind näher an Israel, als viele glauben, so Anghel. “Ich rede über die Halbinsel Sinai”, sagte er. “Ein Großteil des Sinai nennt sich IS. Und Ägypten hat Angst, dort hineinzugehen.”

Anghel sprach am Dienstag vor der HonestReporting-Mission darüber, wie sich der IS formiert hat und wie er operiert. Er lernte diese Lektionen aus erster Hand, da er aus Syrien und dem Irak berichtete und gefangene IS-Kämpfer und kurdische Soldaten interviewte. Letztere sind die einzige Gruppe, welche bislang das Vorrücken der IS eindämmen konnte.

Während einem seiner Streifzüge durch Syrien letztes Jahr gab es plötzlich die Nachricht, einer seiner Kollegen, James Foley, sei vom IS gefangengenommen und enthauptet worden.
Zu der Zeit war Anghel nur ca. anderthalb Kilometer weg. Später interviewte er einen gefangenen IS-Kämpfer, der sagte, er habe absichtlich stumpfe Messer für die Enthauptungen benutzt, um den Schmerz zu vergrößern. Anghel sagte, er habe das Interview einige Minuten unterbrechen müssen, da er an die Tragödie seines Freundes Foley denken musste.

Anghel sagte, der IS habe jede Absicht, bis weit über Syrien hinaus vorzudringen – in den Libanon, nach Jordanien und Israel, auch als die Levante bekannt, um in der gesamten Region ein Kalifat zu errichten. Für Israel besteht die rote Linie laut Anghel im Fall Jordaniens vor dem IS. “Sobald Jordanien zum IS wird, wird es zu Israels Problem”, sagte er.

Gemäß Anghel kann der Aufstieg des IS auf die amerikanische Invasion des Irak und das Versagen der USA, eine funktionierende Armee als Ersatz für die US-Soldaten aufzustellen, zurückgeführt werden. Er merkte an, die Angehörigen der Baathisten-Streitkräfte Saddam Husseins seien aus der neuen Armee ausgeschlossen worden, und ihre Verärgerung – gemeinsam mit Rivalitäten zwischen den verblieben sunnitischen, schiitischen und kurdischen Streitkräften – habe zum Versagen der irakischen Armee beigetragen.

Er zeigte ein Bild der IS-Streitkräfte, wie sie eine große Zahl Araber in Zivilkleidung exekutierten. Er sagte, die Hingerichteten seien Angehörige der irakischen Armee gewesen, die zu entfliehen hofften, indem sie ihre Uniformen ablegten und sich unter die Ortsansässigen mischten.

“Als sie auf den IS trafen, rannten sie davon. Sie sagten, warum soll ich als Sunnit kämpfen, wenn alle davonrennen? Und das Unglück ist, dass sie nicht nur wegrennen, sondern dass sie all die hochentwickelten schweren Waffen zurücklassen, welche die USA ihnen gegeben hatte, damit sie die stärkste Macht in der Region darstellen. Alle diese Waffen fallen dem IS in die Hände. Und der IS ist ausgesprochen reich, da sein Eroberungsfeldzug mit voller Absicht in jener Region stattfand, in welcher es im Irak das meiste Öl gibt.”

Und was den Nahen Osten betrifft: Dieser befindet sich in einem irreversiblen Zustand der Veränderung. “Den Irak gibt es nicht mehr, Syrien gibt es nicht mehr. Niemand wird diese Territorien vollständig kontrollieren können, selbst wenn Assad durchhält”, so Anghel.

Itai Anghel ist einer der Sprecher der HonestReporting-Mission, die vom 2. bis 8. Juni in Israel stattfindet. Andere Sprecher sind z. B. Oberst i.R. Miri Eisin, die über die Herausforderungen spricht, denen Israel bald gegenüberstehen wird, dann der Jerusalem-Post-Reporter Lahav Harkov, der über die neue Knesset spricht, und Neil Lazarus, der Training für Aktivisten bietet. Zudem untersucht die Gruppe die Thematik der Beduinen im Negev und macht eine Reise durch den Gush-Etzion-Block.

Anghels Vortrag wurde in den Studios von i24 News in Tel Aviv gehalten. Die Gruppe machte eine Führung durch diesen topmodernen Sender, welcher auf Englisch, Französisch und Arabisch sendet und das öffentliche Bild von Israel in der Welt verändern will.

Hat die israelische Polizei die „al-Aqsa-Moschee erstürmt“?

10. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 6. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Der Tempelberg ist bei der Gewalt, die Jerusalem aktuell heimsucht, zu einem zentralen Unruheherd geworden. Und einige Medienberichte, angefeuert von unverschämten Behauptungen von Palästinensern und Jordaniern, erwecken den Eindruck, Israel habe einen heiligen islamischen Ort angegriffen oder entweiht.

Das Wall Street Journal berichtet:

Hayel Dawood, der jordanische Minister für islamische Angelegenheiten, beschuldigte Israel des Angriffs auf die al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg, die drittheiligste Stätte des Islam. Der Waqf, eine Jordanien angehörige muslimische Religionsbehörde zur Verwaltung der Stätte, sagte, Funken von israelischen Blendgranaten hätten ein Feuer in der Moschee entfacht, und laut Herrn Dawood seien Teppiche und zwei Kronleuchter in Flammen aufgegangen.

Wären Sie ein Leser des Daily Telegraph, wäre das gewiss glaubwürdig, denn deren Bericht enthält das folgende Video mit dem dramatischen Titel „Gewalt bei der Erstürmung der al-Aqsa-Moschee durch die Polizei“:

(Für das Video bitte hier klicken, es ist am Anfang der verlinkten Seite.)

Die Story enthält auch folgendes Foto mit Bildunterschrift:

Palästinenser räumen Trümmer in der al-Aqsa-Moschee nach Zusammenstößen zwischen steinewerfenden Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Palästinenser räumen Trümmer in der al-Aqsa-Moschee nach Zusammenstößen zwischen steinewerfenden Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Es ist leicht zu erkennen, wie man glauben kann, die israelische Polizei sei verantwortlich für Schaden an der Moschee, insbesondere weil die einzige Bezugnahme auf das Foto und Video im Text des Daily Telegraph die folgende ist:

Zuvor wurde ein Palästinenser bei schweren Unruhen nahe der al-Aqsa-Moschee, einer der heiligsten Stätten des Islam, die auf der von Juden Tempelberg genannten Anhöhe steht, von einem Gummigeschoss und Tränengas schwer verletzt, die von der israelischen Grenzpolizei in die Moschee geschossen worden waren.

Zwar führte auch das Wall Street Journal die Anschuldigungen Jordaniens und des Waqf in seinem Artikel an, aber anders als der Daily Telegraph untersuchte es den fraglichen Vorfall etwas genauer:

Israel bestritt, dass es für das Feuer verantwortlich war, und beschuldigte arabische Protestanten, die während Unruhen vom Inneren der Moschee aus Böller auf Polizisten warfen. Die Polizei sagte, sie seien einige wenige Meter in die Moschee eingedrungen und hätten von außen die Tür zugemacht.

Die Polizei sagte, maskierte Palästinenser hätten nach Beginn der Besuchszeit für Nichtmuslime einen Steinhagel auf sie geworfen und Hunderte Böller abgefeuert. Im nachfolgenden Handgemenge hätten sie die Tür zur Moschee geschlossen, in welcher die Protestanten Deckung gesucht hätten.

Der Eingang wurde jedoch durch Hindernisse offengehalten. Die Polizei sagte, sie habe sich einige Meter in die Moschee hineinbewegt, um die Demonstranten innen einzuschließen.

Der Bericht der New York Times enthielt auch die folgenden Informationen:

Von der israelischen Polizei gefilmtes Videomaterial zeigt maskierte Palästinenser, wie sie vom Inneren der al-Aqsa-Moschee aus Steine und Böller auf die Polizisten werfen, und zwar beim offensichtlichen Versuch, jüdische Besucher vom Betreten des Geländes abzuhalten, nachdem einige Israelis am Mittwoch dortige Gebete gefordert hatten.

Man sah die Polizei einige Schritte innerhalb der Moschee, wie sie Möbel beseitigten, welche von den Protestanten als Barrikade benutzt wurden, damit die Tür nicht geschlossen werden konnte. Ein Polizeisprecher, Micky Rosenfeld, sagte, die Polizei habe Blendgranaten verwendet, bestritt jedoch, dass sie tief in die Moschee gegangen wären.

Was jedoch in keinem Bericht vorkommt, ist die Beurteilung der israelischen Sicherheitsdienste, dass der Aufruhr auf dem Tempelberg im Voraus geplant war, wobei Steine, Böller und Molotowcocktails in der al-Aqsa-Moschee gelagert wurden, um die israelische Polizei und Besucher auf dem Gelände anzugreifen. Es gab keine „Erstürmung“ der Moschee durch die Polizei. Statt dessen war es das Ziel gewesen, die Moscheetüren zu schließen, um die Aufständischen im Innern zu belassen und das Werfen der Steine, Böller und Molotowcocktails zu beenden, wodurch wieder Frieden auf dem Tempelberg einkehren konnte.

Die Szenen mit Trümmern und Möbeln im Video und auf den Begleitfotos sind das direkte Resultat der palästinensischen Inbeschlagnahme von allem, was sie als Barrikade benutzen konnten, um eine polizeiliche Intervention zu verhindern. Während Israel der Entweihung der Moschee beschuldigt wird, sollte man sich vielmehr fragen, warum die palästinensischen Aufständischen offenkundig so wenig Achtung bzw. Respekt vor ihrer eigenen heiligen Stätte haben, dass sie sie für Gewaltzwecke missbrauchen konnten.

Ein weiteres Video der israelischen Polizei zeigt deutlich, wie palästinensische Aufständische die Moschee entweihten.

Wenn man das Video des Daily Telegraph ansieht und die Zusammenhänge kennt, so verleiht dies der israelischen Version der Dinge die weit größere Glaubwürdigkeit. Wenn man sieht, wie in der Moschee Böller losgelassen werden, ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie das Feuer ausgebrochen sein könnte.

Der Daily Telegraph jedoch versagt darin, im Artikel einen Kontext für das Video oder das Foto zu bieten. Statt dessen hat es das Blatt geschafft, Benzin auf das Feuer zu gießen, das zur Zeit in Jerusalem lodert.

Bild: CC BY-SA Andrew Shiva via Wikimedia Commons

Das B in BDS steht für Blacklisting, nicht für Boykott

29. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 28. Oktober 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Der Israelboykott der BDS-Bewegung ist praktisch gesehen eine „schwarze Liste“, um Israel von der Weltbühne zu fegen.

Es ist gut dokumentiert, dass die Bewegung vor allem dazu dient, antiisraelische Propaganda zu verbreiten. Es wird Zeit, Wörter zu gebrauchen, die die wahre Natur jener Bewegung wiedergeben.

Die wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykottaufrufe gegen Israel haben in jenen Bereichen praktisch keine anderen Auswirkungen, als dass sie Israels Namen schlechtmachen. Aber der Gebrauch des Begriffs „Boykott“ verleiht der Bewegung einen Anschein der Rechtmäßigkeit, den sie nicht verdient.

Wie formulierte es eine Studentengruppe, als herauskam, dass sie für ihre Boykottaufrufe gegen Israel israelische Webtechnologie benutzten? „BDS ist eine Taktik, kein Prinzip.“ Es ist eine Taktik für die Verbreitung von Hass, nicht für die Förderung von Frieden und Versöhnung.

Verträte die Bewegung tatsächlich ein Prinzip und würde für Menschenrechte oder für Gerechtigkeit eintreten, würden seine Unterstützer überall für diese Werte kämpfen. Doch nur Israel ist das Ziel der BDS-Kampagnen, was beweist, dass es sich tatsächlich um eine schwarze Liste handelt und nicht um einen Boykott im Namen irgendeiner Gerechtigkeit.

Die Bewegung behauptet, eines ihrer Kernziele sei der Kampf für die Rechte von Arabern, die in Israel leben. Aber ihre Liste von Erfolgen zeigt keinerlei Zusammenhang mit ihren angeblichen Zielen. Sie zeigen lediglich Erfolg beim Anschwärzen von Israel, aber den praktischen Interessen der Palästinenser wird in keiner Weise gedient.

Wie Langzeitaktivist Todd Gitlin diese Woche im Tablet-Magazin bemerkt:

Die Menschenrechte der Palästinenser in Israel müssen sicherlich verteidigt werden, und eine Kampagne zu diesem Zweck ist gerechtfertigt. Wie es möglich sein soll, dass ein Israel, welches mit der Abwehr von Sanktionen und Boykotten beschäftigt ist, palästinensische Rechte stärker achtet, erschließt sich mir nicht. Wo sind Beweise dafür, dass sich die israelische Behandlung seiner arabischen Minderheit verbesserte, jetzt nachdem die BDS-Bewegung Erfolge gefeiert hat?

Die Bemühungen, Israel durch das Blacklisting praktisch in die Nichtexistenz zu treiben, zeigt sich deutlich am akademischen Israelboykott der American Studies Association. Der Verband stellte klar, jeder Israeli könne an der kommenden Konferenz teilnehmen, sogar Benjamin Netanyahu, solange er oder sie als Einzelperson teilnimmt und nicht als Israeli. „Mit anderen Worten, Premierminister Netanyahu kann kommen, aber wir schreiben seinen Titel im Programm als Herr Netanyahu, und auf seinem Namensschild steht Benjamin Netanyahu“, sagte der verantwortliche Direktor der ASA, John Stephens, der Website Inside Higher Ed.

Die ASA nennt das einen Boykott, aber es ist in Wirklichkeit die Aussage, Israelis verdienten keinen Platz am Tisch, ähnlich wie eine schwarze Liste sagt, dass einige Leute in bestimmten Situationen als unerwünscht betrachtet werden.

Es ist Zeit, BDS mit einem Begriff zu beschreiben, der ihre Diskriminierung Israels, ihre Verletzung der akademischen Freiheit und ihre Dämonisierung eines jeden, der mit dem jüdischen Staat in Verbindung steht, angemessen wiedergibt.

Das B in BDS steht für Blacklisting, nicht für Boykott.


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