Archive for the ‘Chaoten / Anarchisten’ category

Die “Dishonest Reporting Awards” 2015

25. Dezember 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 23. Dezember 2015

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Das Jahr begann mit islamischem Terror in Paris, wurde aber von den iranischen Atomverhandlungen und den strapazierten US-israelischen Beziehungen dominiert. Eine Welle palästinensischer Messer- und Autoramm-Angriffe begann mit dem jüdischen Neujahr. Als sich 2015 seinem Ende zuneigt, hat der islamische Terror wieder im Westen zugeschlagen, und Paris erlitt neuerliche Gewalt.

Die “Dishonest Reporting Awards” 2015

1. Der beste Grund, palästinensische Quellen mit Vorsicht zu behandeln: die Hochwasser-in-Gaza-Verleumdung

2. Voreingenommenster Journalist: Kitty Holland

3. Schlimmster Missbrauch anonymer Quellen: Haaretz

4. Verleumdung des Jahres: Fareed Zakaria

5. Übelste Verkettung: New York Times

6. Große Momente der Selbstbeweihräucherung: Brian Williams

7. Dümmste Twitter-Tirade: Jim Clancy

8. Verstörendste falsche Landkarte: MSNBC

Und wer ist insgesamt der unehrlichste Reporter 2015? Das verkünden wir nächste Woche, behaltet also diesen Blog im Auge! Und jetzt ohne große Umschweife… hier sind die Nächstplatzierten!

DRA-silhouette-25x2531. Der beste Grund, palästinensische Quellen mit Vorsicht zu behandeln: die Hochwasser-in-Gaza-Verleumdung

Nach schweren Unwettern im Februar beschuldigten Palästinenser Israel, Gaza überflutet zu haben, indem sie Dämme im Süden geöffnet hätten. Die Anschuldigungen erschienen in einer Reihe von Medien wie AFP, Al-Jazeera, Russia Today, Xinhua und den palästinensischen Maan News.

Quellen für diese Beschuldigung waren u. a. der Chef der Zivilschutzbehörde im Hamas-geführten Gazastreifen, Brigadegeneral Said Al-Saudi, während Russia Today schrieb: “Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne vorherige Ankündigung die Fluttore ihrer Dämme in Richtung Gaza und setzt große Mengen überschüssigen Wassers frei, das sich bei schweren Regen- oder Schneefällen in der Region Naqab angesammelt hat.”

Bei dieser Story gab es jedoch ein großes Problem — es existieren keine Dämme in Südisrael. Das Hochwasser in Gaza lag einfach am schweren Regen und an den miserablen Abwasserkanälen. Als dies klar wurde, entfernte AFP sein Video über die Story, und Al-Jazeera nahm seinen Artikel zurück und veröffentlichte sogar eine Entschuldigung.

Die Daily Mail aber ignorierte das alles und veröffentlichte die Story sogar ein zweites Mal.

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Nach einem langen E-Mail-Austausch mit HonestReporting machte Mail Online einen erbärmlich anmutenden Versuch, den Artikel zu berichtigen. Man änderte die Schlagzeile, entfernte Zitate von Palästinensern und belastende Fotounterschriften, bevor man schlussendlich zugab, dass die Story erschwindelt war.

Eine frühere Version dieses Artikels besagte, Israel habe im Süden des Landes Flussdämme geöffnet und eine Überschwemmung des Gaza-Streifens verursacht. In Wirklichkeit gibt es keine Dämme in Südisrael, und die Überflutung wurde von Regen und Ableitungsproblemen verursacht. Wir freuen uns, das klarstellen zu können.

DRA-silhouette-25x2532. Voreingenommenster Journalist: Kitty Holland

Einige Journalisten bedanken sich und korrigieren ihre Story, wenn man sie auf einen Fehler hinweist. Andere lehnen freundlich ab und liefern Gegenargumente.

Aber als HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker eine Twitter-Konversation mit der Irish-Times-Journalistin Kitty Holland begann, wurde es übel.

Statt auf ein ernstes Problem bei ihrem fragwürdigen Bericht über die Anschuldigung von Amnesty International einzugehen, Israel habe “Kriegsverbrechen” begangen, tweetete Holland:

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Hollands haarsträubender Tweet spricht Bände über ihre Haltung nicht nur gegenüber Israel, sondern auch gegenüber der Mehrheit der Juden, die sich als Zionisten betrachten. Aber wie konnte die Irish Times das akzeptabel finden? Die Antwort kam einige Monate später als Antwortmail an HonestReporting. Diese E-Mail wurde vom Chefredakteur der Zeitung geschrieben, Kevin O’Sullivan, und betraf andere einseitig gegen Israel gerichtete Artikel:

Die Irish Times war immer einer unvoreingenommenen Berichterstattung gegenüber verpflichtet und wird dies auch weiterhin bleiben. Wo angebracht, werden faktische Fehler korrigiert. Normalerweise treten wir diesbezüglich gerne in einen Dialog mit unseren Lesern, aber ich ziehe die Grenze bei einer Organisation, deren Website rassistisches, islamophobes und sexistisches Material bietet…

Schon wieder schlägt jemand bei der Irish Times berechtigte Kritik als unrechtmäßiges Produkt von “Zionisten” in den Wind — oder wie im letzten Fall aufgrund einer Organisation, welche der Chefredakteur einfach nicht mag.

DRA-silhouette-25x2533. Schlimmster Missbrauch anonymer Quellen: Haaretz

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Erasmus von Rotterdam

Ein berühmter Kommentar des niederländischen Philosophen der Renaissance, Erasmus von Rotterdam, der von vielen Blues-Musikern übernommen wurde, passt auch auf anonyme Quellen: Man kann nicht mit ihnen leben, man kann nicht ohne sie leben.

Journalisten brauchen anonyme Quellen, da deren Informationen den Reportern ein besseres Verständnis des Geschehens vermitteln. Aber wenn die Leser nicht wissen, wer der unidentifizierte Sprecher ist, müssen sie den Vertrauensvorschuss leisten, dass die Quelle glaubwürdig ist und keine eigenen ideologischen bzw. politischen Hintergedanken verfolgt.

Da der öffentliche Diskurs nicht mit bzw. ohne anonyme Quellen leben kann, hat der Journalismus ethische Richtlinien formuliert. Zwei Richtlinien wurden von Haaretz grob verletzt, als das Blatt eine Story auf der Aussage zweier “hoher Regierungsbeamter in Washington” gründete, die Schmutz auf die israelischen Einwände gegen die Nuklear-Vereinbarung mit dem Iran warfen.

1. Berichte müssen wenigstens eine namentlich genannte Quelle beinhalten. Keine Story sollte je ausschließlich auf anonymen Quellen fußen.
2. Bei den Meinungen und Ansichten eines unidentifizierten Individuums muss man Vorsicht walten lassen. Es ist unethisch, jemand im Schutz der Anonymität jemand anderen attackieren zu lassen.

Die unangemessene Nutzung anonymer Quellen wie im vorliegenden Fall kann das öffentliche Misstrauen gegenüber der Nachrichtenindustrie nur weiter anheizen. Was würden Erasmus und die Blues-Musiker dazu sagen?

DRA-silhouette-25x2534. Verleumdung des Jahres: Fareed Zakaria

So spaltend es für das amerikanische Judentum war, gab es viele gute Gründe pro und contra dem iranischen Atomabkommen. Zwar sind persönliche Angriffe unglückseligerweise ein Bestandteil des öffentlichen Diskurs, aber es ist umso bedauerlicher, wenn Persönlichkeiten aus den Nachrichten an der Schlammschlacht teilnehmen.

Ein besonders hervorstechendes Beispiel war, als CNN-Analyst Fareed Zakaria Kritiker des Atomdeals ungerechtfertigt eines Loyalitätskonflikts beschuldigte. Hier (bitte klicken) ein Video, in dem man miterleben kann, was Zakaria der Moderatorin Brooke Baldwin sagte.

Ein Stabsredakteur des Tablet antwortete wie folgt:

Was wir immer weniger gut vertragen — und wozu wir uns im Augenblick verpflichtet fühlen, etwas zu sagen –, ist die Verwendung von Judenhetze und anderen eklatanten und rückschrittlichen Formen rassischer und ethnischer Vorurteile als Werkzeug, um einem politischen Deal Vorschub zu leisten oder die Opposition schlecht zu machen. Senator Schumer Loyalität zu einer ausländischen Regierung zu unterstellen ist schlichtweg Bigotterie. Senatoren und Kongressabgeordnete, deren Kritik am Iran-Deal von der Mehrheit der US-Wählerschaft geteilt wird, zu beschuldigen, im Interesse einer ausländischen Macht zu handeln oder ihre Stimmen zwielichtigen Lobbyisten zu verkaufen oder gegen die Interessen der Vereinigten Staaten zu handeln, ist die Art nackte Bigotterie und Vorurteile, die für die Politik der Südstaaten vor der Zeit der Bürgerrechtsbewegung so prägnant waren.

Dieser Gebrauch antijüdischer Hetze als politisches Instrument ist eine verstörende neue Entwicklung im politischen Diskurs der USA, und wir haben in letzter Zeit wirklich zuviel davon gehört — und einiges davon kam unheilverheißenderweise sogar aus dem Weißen Haus und von dessen Repräsentanten. Beschönigen wir es nicht: Das Gemurmel über “Geld” und “Lobbying” und “ausländische Interessen”, die Amerika in einen Krieg ziehen wollen, ist ein direkter Versuch, die Loyalitätskonflikts-Karte auszuspielen. Das ist die Art dunkler, bösartiger Aussagen, die man vielleicht von White-Power-Kundgebungen erwarten würde, aber nicht vom Präsidenten der Vereinigten Staaten — und es wird mittlerweile derart unverhohlen betrieben, dass selbst viele von uns, die der Regierung und selbst diesem Abkommen wohlwollend gegenüberstehen, dadurch erschüttert wurden.

DRA-silhouette-25x2535. Übelste Verkettung: New York Times

Als die Palästinenserbehörde Israel beschuldigte, den Status quo auf Jerusalems Tempelberg zu verändern, trumpfte die New York Times mit einem Artikel auf, der in Frage stellte, ob die antiken jüdischen Tempel überhaupt je auf dem fraglichen Gebiet standen. Die Times ignorierte, dass führende Historiker darin übereinstimmen, dass der Tempelberg natürlich genau dieser Ort war (daher auch der heutige Name “Tempelberg”), und schien den Schaden, den das Timing dieses unzutreffenden Artikels verursachte, völlig gleichgültig hinzunehmen.

Als Araber die jüdische Verbindung zum Tempelberg leugneten und die New York Times scharfer jüdischer Kritik ausgesetzt war, brachte sie erstmal eine kleine Korrektur zur Begrenzung des Schadens und veröffentlichte dann eine nicht damit in Zusammenhang stehende zweite Korrektur über die islamische Waqf, die den Tempelberg verwaltet.

Doch selbst die im ursprünglichen Artikel zitierte Historikerin Jodi Magness schrieb letztendlich einen Brief an die Times und beschwerte sich, ihre Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie stellte klar, dass die jüdischen Tempel tatsächlich auf dem Tempelberg gestanden haben. Danach brachte die Times eine redaktionelle Bemerkung, der Artikel in seinem Originalwortlaut sei inkorrekt gewesen — und kein glaubwürdiger Historiker würde die Existenz der Tempel an jenem Ort leugnen noch dass der Tempelberg die heiligste Stätte des Judentums ist.

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DRA-silhouette-25x2536. Große Momente der Selbstbeweihräucherung: Brian Williams

Der NBC-Nachrichtensprecher Brian Williams verlor Glaubwürdigkeit und seine angesehene Position, als er im Fernsehen damit angab, in einem abgeschossenen Helikopter der US-Armee im Irak mitgeflogen zu sein. Nachdem er sich selbst eine Auszeit gönnte, damit NBC-Führungskräfte den Fall untersuchen konnten, kamen weitere Fälle übertriebener Selbstbeweihräucherung ans Licht.

Williams Geschichten klangen dramatisch, aber es kam u. a. heraus, dass er während Hurrikan Katrina keine Leichen gesehen hatte, die an seinem Hotelzimmer in New Orleans vorbeischwammen. Auch seine Geschichte über eine Katyusha der Hisbollah, die unter einem israelischen Helikopter vorbeiflog, in dem er sich befand, war ebenfalls nicht so dramatisch, da sich die Rakete in ziemlicher Entfernung von dem Helikopter befand.

Nach seiner sechsmonatigen Suspendierung gewöhnt sich Williams gerade an seine neue Rolle innerhalb von MSNBC, und Lester Holt hat seinen alten Job als Sprecher der NBC Nightly News übernommen. Hat Williams seine Lektion gelernt? Die Zeit wird es zeigen.

DRA-silhouette-25x2537. Dümmste Twitter-Tirade: Jim Clancy

Dank der sozialen Medien können die Leute der Welt mitteilen, was sie wirklich denken. Und das scheint exakt das zu sein, was CNN-Nachrichtenmann Jim Clancy bei einem bizarren Twitter-Wutausbruch im Januar gemacht hat. Das kostete ihn seinen Job und seine Glaubwürdigkeit, und viele Leser hatten das Gefühl, sie seien gerade Zeuge eines besonders grauenhaften Autobahnunfalls geworden.

Es begann recht harmlos. Clancy tweetete seine Ansicht über den schockierenden Terroranschlag auf das Pariser Charlie-Hebdo-Büro. Oren Kessler, ein Kommentator zu Israel-Angelegenheiten, widersprach ihm. Dann ging es richtig zur Sache…

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Clancys erster Antworttweet war einfach “Hasbara?”, so als sei jeglicher Kommentar eines Israelexperten nichts weiter als ein Versuch, Israel in ein gutes Licht zu stellen. Danach schaltete der erfahrene Nachrichtenmann auf stur und schlug in einer Reihe von Tweets, von denen er einige später löschte, wild auf alle ein, die nicht seiner Meinung waren. Erstaunlicherweise warf er sogar den proisraelischen Blogger Elder of Ziyon und den antisemitischen Twitteraccount Jews Making News als Teil des “Hasbara-Teams” in einen Topf.

Simon Plosker von HonestReporting sagte hierzu:

Auf Twitter zeigt sich oft die wahre Gedankenwelt prominenter Nutzer, so auch die von Medienpersönlichkeiten. Jim Clancy hat uns Einblick in seine Weltsicht gewährt, und die sieht nicht gut aus. Und sie passt auch nicht zu einem CNN-Nachrichtensprecher.

CNN muss das genauso gesehen haben, denn zehn Tage später verkündete der Sender, das seit 30 Jahre bestehende Angestelltenverhältnis mit Clancy sei nun beendet. Zwar wurde kein Grund für Clancys Abschied angegeben, aber es fällt schwer, nicht den Schluss zu ziehen, dass Clancys ungeheuerlicher und unpassender Wutausbruch bei Twitter etwas mit seiner Entlassung zu tun hatte.

DRA-silhouette-25x2538. Verstörendste falsche Landkarte: MSNBC

Als die palästinensische Gewaltwelle im Oktober Fahrt aufnahm, sahen die Medien plötzlich die Notwendigkeit einer plausiblen Perspektive, um die Messerangriffe, Autoramm-Attacken und Schießereien zu “erklären”.

MSNBC fand einen neuen Weg, die schamlose palästinensische Aggression als vernünftig und angemessen hinzustellen — und zwar indem sie sich propalästinensischer Propaganda in Form einer Aufeinanderfolge von Karten anschlossen, welche die Geschichte in der Region falsch wiedergeben.

Selbst kleinste Nachforschungen hätten die Falschdarstellungen der Karten offengelegt, also dauerte es nicht lang, bevor sich MSNBC entschuldigte.

Die Lektion daraus ist jedoch weit heimtückischer: Medien sind weit mehr mit einer künstlichen “Ausgewogenheit” in ihrer Berichterstattung über Attacken auf Israel beschäftigt, als dass sie ihren Lesern bzw. Zuschauern ein klares Bild des Geschehens vermitteln.

Hätten die Journalisten die palästinensischen Absichten auf einer Karte darstellen wollen, hätten sie natürlich mit Leichtigkeit ein Exemplar gefunden, welches Israel komplett auslöscht. Und das würde ausnahmsweise mal zeigen, was der wirkliche Kern der aktuellen Gewaltwelle ist.

Bild des Tempelbergs CC BY-NC flickr/marielinden4, flickr/Jeremy Piehler und CC BY-SA-NC HonestReporting

Salons Lüge einer “ethnischen Säuberung”

4. Dezember 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 1. Dezember 2015

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Der dieswöchige Jahrestag des UN-Teilungsplans von 1947, der 1948 zur Schaffung Israels als unabhängiger Staat führte, ist eine gute Gelegenheit, einen Schlüsselpunkt in der Geschichte palästinensischer Verweigerungshaltung zu beleuchten.

Außer man handelt wie das Internetmagazin Salon und glaubt dem Mediennarrativ der reinen und unschuldigen Palästinenser, Daueropfer und fern jeglicher Aggression. Dann ist es eine Gelegenheit, die Geschichte umzuschreiben und palästinensische und arabische Gewalt reinzuwaschen.

Die UN stimmte dafür, das britische Mandatsgebiet in einen Staat für Juden und einen Staat für Araber zu teilen. Die jüdische Führung akzeptierte den Plan, die Araber lehnten ab und griffen zur Gewalt, was letztlich zu Israels Unabhängigkeitskrieg 1948 führte.

Aber der Salon-Artikel vermittelt ein völlig anderes Bild, ein stark verzerrtes, einseitiges Bild, das die arabisch-palästinensische Aggression völlig ausklammert und ein Bild israelischer “ethnischer Säuberung” zeichnet:

Der Teilungsplan kam jedoch nie zum Tragen. Direkt am nächsten Tag nach der Abstimmung brach der Krieg von 1947/48 aus.

In diesem Krieg führten zionistische Milizen systematisch eine ethnische Säuberung großer Teile des historischen Palästina durch, plünderten Hunderte palästinensischer Gemeinden und vertrieben über 750.000 Menschen — zirka zwei Drittel der eingeborenen arabischen Bevölkerung.

Der Krieg brach also einfach aus? Tatsächlich lautet die für Salon-Autor Ben Norton unbequeme Wahrheit, dass der Krieg nicht einfach so ausbrach. Die Palästinenser begannen ihn, wie der Historiker Benny Morris erklärt:

Am 30. November griffen bewaffnete Araber in den Uranfängen des Krieges zwei jüdische Busse bei Petah Tikva an und töteten sieben Fahrgäste. Scharfschützen aus der arabischen Stadt Jaffa schossen auf Fußgänger im benachbarten Tel Aviv. Das von Husseini angeführte Arab Higher Committee (AHC), die “Regierung” der palästinensischen Araber, rief einen Generalstreik aus. Der Bürgerkrieg hatte begonnen.

Und was ethnische Säuberungen betraf, so waren es die Araber, welche die Vernichtung der Juden anstrebten, und nicht umgekehrt. Auch hier bietet Morris wieder Einzelheiten:

Israels Existenz stand auf dem Spiel, und in den ersten paar Monaten schienen die Araber diesen Bürgerkrieg zu gewinnen. Ende März 1948 war der Großteil der Panzerwagenflotte der Haganah zerstört, und das jüdische Westjerusalem mit seinen 100.000 Einwohnern wurde belagert. Hätten die erfolgreichen arabischen Konvoiangriffe angehalten und wäre Jerusalem gefallen, dann scheint gewiss, dass die sieben Wochen später ins Land eingefallenen Armeen arabischer Staaten den winzigen Staat Israel noch vor seiner Geburt verhindert hätten.

Aber es sollte anders kommen. Im April 1948, mit dem Rücken an der Wand, schlug die Yishuv (“Siedlung” auf Hebräisch, wie sich die 630.000 Menschen große jüdische Gemeinschaft in Palästina selbst nannte) zurück. In einem sechs Wochen dauernden Feldzug kämpften sie gnadenlos mit den palästinensisch-arabischen Milizen und überrannten Dutzende arabischer Dörfer und Städte. Langsam aber sicher verlagerte sich die Gunst auf ihre Seite.

Dann beschreibt Salon-Autor Norton mit derselben Ausdrucksweise den Ausbruch des Krieges im Mai 1948:

Israel erklärte am 14. Mai 1948 seine Unabhängigkeit. Am nächsten Tag brach der Krieg von 1948/49 aus. Im Verlauf dieses Krieges annektierte Israel noch mehr Land, als ihm im Teilungsplan zugesprochen worden war. Am Ende kontrollierten zionistische Milizen zirka 77% dessen, was einst das Mandat Palästina gewesen war.

Wieder brach einfach so ein Krieg aus, ohne dass Palästinenser oder Araber etwas dafür konnten. Er verschweigt, dass eine kombinierte Macht aus fünf arabischen Armeen den jungen Staat angegriffen haben. Und hatten diese irgendein anderes Ziel, als Israel auszulöschen? Im ganzen Artikel kommt keinerlei arabische bzw. palästinensische Aggression vor. Der Leser erfährt nur, was Israel getan hat, und zwar ohne jeden Zusammenhang oder Umstand.

Der Artikel illustriert ausgezeichnet, wie die Medien die Palästinenser als ewige Opfer und Israel als den ewigen Unterdrücker darstellen. Alex Ryvchin beschrieb dies in einem kürzlich im Spectator erschienenen Artikel wie folgt:

Für die Israelhasser die Palästinenser hilflose Opfer, die absolut nichts für die Zustände können und daher völlig ohne Schuld sind. Sie existieren nur als abstraktes Konstrukt unbefleckter Unschuld, eine idealisierte Nation von Ziegenhirten und Olivenfarmern.

Mit der Geschichte Schindluder zu treiben, wie Salon es in diesem Artikel tut, führt zu keinem größeren Verständnis des israelisch-palästinensischen Konflikts und wie es zur aktuellen festgefahrenen Situation kam. Würden die Medien die Palästinenser endlich für ihren Teil des Konflikts zur Verantwortung ziehen, könnten sich die Dinge endlich ändern.

Herausgeber schweigen zu einem antisemitischen Brief

21. November 2015

Update: Erfolgsmeldung! Die positive Reaktion steht im zweiten Teil des Beitrags nach den drei Sternen ***

Simon Plosker, HonestReporting, 15. November 2015

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Am 7. November erschien die folgende Leserzuschrift in der Watertown Daily Times und in der Carthage Republican Tribune, zwei Lokalzeitungen im US-Bundesstaat New York:

Es ist erstaunlich, wie viele Zufälle ich während der letzten Jahre beobachtet habe.

Vielleicht liegt es an meinem Desinteresse an Nachrichten wie z. B. über gescheiterte Basketballspieler, die sich in Bordellen Drogen reinziehen.

Der israelische Geheimdienst beharrte darauf, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt. Es wurden keine gefunden. Aber Saddam Hussein wurde ermordet.

Die USA gab 1 Billion Dollar aus und opferte Tausende von Leben. Dass Saddam der Feind Nr. 1 für die israelische Regierung war, war reiner Zufall.

Rebellen wurden bewaffnet, danach begannen sie massives Chaos in Syrien anzurichten. Jetzt bezahlen die Europäer den Preis. Dass Bashar Assad der Feind Nr. 1 für die israelische Regierung war, ist ein weiterer Zufall.

Ein Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen wurde angegriffen, viele Ärzte starben, nachdem es vorher zahlreiche Anrufe gab, um sie zu identifizieren. Dass sich die Aufmerksamkeit der Welt darauf konzentrierte, während die israelische Regierung die Vereinbarungen betreffs einer wichtigen muslimischen heiligen Stätte brach, war nur Zufall.

Ich denke mal, wenn ich mir diese Ereignisse anschaue und ein vertrautes Verhaltensmuster entdecke, dann bin ich ein Fanatiker. Das sind natürlich alles reine Zufälle, und die israelische Regierung ist und war immer das unschuldige Opfer, stimmt’s?

Dass Freunde des modernen Israel so viel Geld ausgeben, um amerikanische Kongressleute und Senatoren dahingehend zu manipulieren, dass sie mit ihrer Meinung übereinstimmen, ist ein weiterer Zufall.

Wenn Sie glauben, dass ich alles falsch kombiniert habe, dann pssssst. Aber ich habe eine richtig gute Brücke zu verkaufen.

Jimmy Helmar
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HonestReporting-Abonnent Dov Schwartz schrieb dem Herausgeber der Watertown Daily Times und beschrieb die unverhohlene Bigotterie und die Verschwörungstheorien im betreffenden Brief und fragte, wie so ein Brief überhaupt erst veröffentlicht werden konnte. Der Herausgeber antwortete, indem er die Gedanken des Editorial-Redakteurs wiedergab:

Jimmy Helmars Kritik richtete sich nicht gegen Juden im Allgemeinen, sondern gegen die israelische Regierung im Besonderen. Und die von ihm vorgebrachten Punkte waren Thema rigoroser Forschungen und Debatten. Ein Buch namens “The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy” von John Mearsheimer und Stephen Walt spricht genau dieselben Themen an. Es handelt sich also nicht um wilde Verschwörungstheorien, wie Ben Schwartz behauptet. Jimmy Carter, ein bekannter Nahostexperte, hat ähnliche Themen angesprochen — und wurde danach ungerechterweise als Antisemit bezeichnet. So provokant Herrn Helmars Brief auch war, er überschritt keine Grenze. Und da eine rationale Antwort auf die im Brief vorgebrachten Punkte formuliert werden kann, würden wir nicht zögern, eine solche zu veröffentlichen.

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Auf dieser Grundlage entschied die Zeitung, den Brief unverändert zu lassen, da man glaubt, dass das Thema der US-Hilfen für Israel ein legitimes Diskussionsthema ist.

Natürlich ist es nicht falsch, die Beziehung zwischen den USA und Israel und die beteiligten Finanzmittel zu diskutieren. Und die israelische Regierungspolitik zu kritisieren ist etwas, das Millionen Israelis jeden Tag tun.

Aber der Brief hat eine Grenze überschritten. Er entfernt sich von legitimer Kritik und wechselt zu unverhohlenem Antisemitismus; er geht weit über die Texte von Israelkritikern zu diesem Thema wie z. B. Walt und Mearsheimer hinaus.

Wie der leitende Redakteur von HonestReporting, Simon Plosker, sagt:

Beschuldigt jemand Israel, eine versteckte Hand zu sein, die Weltereignisse und Berichterstattung manipuliert, dann ist dies die Art von Bigotterie ähnlich Nazisympathisanten, rechtsextremen Websites und Fans der berüchtigten Fälschung der Protokolle der Weisen von Zion. Dass die Herausgeber beider Zeitungen entweder unfähig oder nicht willens waren, das Gegeifer eines Verschwörungstheoretikers zu erkennen, und den Brief dann veröffentlichten, ist höchst beunruhigend.

Selbstverständlich ist Redefreiheit ein fundamentaler Wert. Trotzdem bedeutet das nicht, dass man den gesunden Menschenverstand in die Tonne kloppen und alles und jedes, einschließlich beleidigenden Materials und Hassreden, in einer seriösen Zeitung veröffentlichen kann.

Am 10. November schrieb HonestReporting den Inhabern der beiden Zeitungen und legten die Redakteure auf Cc.

***

Erfolgsmeldung: Tageszeitung im US-Bundesstaat New York entschuldigt sich für antisemitische Verschwörungstheorien

Alex Margolin, HonestReporting, 18. November 2015

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Die Watertown Daily Times gab ihren Fehler zu:

Diese Handlungen mit Lobbyismus zugunsten Israels in Verbindung zu bringen alarmierte viele Leser. Eine Organisation namens HonestReporting kritisierte die im Brief vorgebrachten Punkte und forderten uns auf zu erklären, warum wir ihn veröffentlicht haben. Wir haben zahlreiche E-Mails erhalten, die dem Brief widersprachen, der online und in unserer Druckausgabe erschienen ist.

Wir haben einen Fehler gemacht, indem wir den Brief so veröffentlicht haben, wie er verfasst wurde, und indem wir die Behauptungen in diesem Brief nicht hinreichend untersucht haben. Wir bleiben weiterhin der Veröffentlichung von Meinungen, insbesondere unbeliebten Meinungen, gegenüber verpflichtet, aber wir geloben, die Glaubwürdigkeit von Informationen in Briefen, die als faktisch akkurat dargestellt werden, von nun an besser zu prüfen.

Die Redakteure zitierten mehrere E-Mails, die sie von HonestReporting-Lesern erhalten haben. Die E-Mails enthielten scharfe Zurückweisungen des beleidigenden Briefs und zeigten den Redakteuren, dass eine “rationale Verteidigung” des Briefes, wie ursprünglich von ihnen behauptet, in Wirklichkeit nicht möglich war.

Wie Terrorismus aussieht

14. November 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 8. November 2015

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Im Augenblick geht ein Video in den sozialen Medien herum — ein wirklich schockierendes Video. Es stammt von einer Sicherheitskamera und zeigt, wie eine arabische Frau ruhig auf einen israelischen Sicherheitsmann zugeht und mit ihm zu plaudern beginnt… bevor sie ein großes Messer aus ihrer Handtasche zieht und ihn ermorden will.

Im Verlauf des letzten Monats haben wir beobachtet, wie die Medien die aktuelle Gewaltwelle beschreiben, indem sie die Opferzahlen auf beiden Seiten verrechnen. Aber das ist extrem irreführend. In diesem Fall wurde die Terroristin von dem angegriffenen Sicherheitsmann erschossen. Und wie werden die Medien über dieses schockierende Beispiel für einen terroristischen Angriff berichten?

Wäre irgend jemand erstaunt über eine Schlagzeile im Stile von “Palästinenserin von israelischem Sicherheitsmann erschossen”?

Joe Hyams, Geschäftsführer von HonestReporting, sagt dazu:

Könnte es angesichts von Videoaufnahmen wie dieser hier noch offensichtlicher für die Medien sein, wer hier wirklich der Aggressor und wer das Opfer bei dieser palästinensischen Terrorwelle ist?

Anwältin zeigt Facebook an: Soziale Medien haben soziale Verantwortlichkeit

12. November 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 4. November 2015

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Palästinensische Aufwiegelung ist nicht länger auf Moscheen oder Plakate an öffentlichen Plätzen beschränkt. Heute verbreitet sich die Hetze am wirksamsten über soziale Medien, und laut Menschenrechtsanwältin Nitsana Darshan-Leitner wird es Zeit, dass die Social-Media-Anbieter Schritte zum Stoppen dieser Hetze unternehmen.

“Es ist auf Facebook, es ist auf Twitter, es ist auf YouTube”, so Darshan-Leitner. “Die Seiten, die zur Ermordung von Juden aufrufen, haben Millionen Mitglieder. Und über die Art und Weise, wie Facebook und Twitter aufgebaut sind, kann man diese Botschaft über Werbung an noch viel mehr Menschen verteilen. Im vergangenen Monat gab es Zehntausende Beiträge, vor allem auf Facebook, die das Erstechen von Juden forderten und Palästinenser aufriefen, Shahids (Märtyrer) zu werden.”

Als Antwort hierauf unternimmt Darshan-Leitner, Vorsitzende von Shurat HaDin, eine Sammelklage von 20.000 Menschen gegen Facebook und fordert, der Social-Media-Riese solle Beiträge löschen, welche zur Gewalt gegen Israelis aufrufen.

Bei einem Briefing bei MediaCentral in Jerusalem erklärte Darshan-Leitner, die Klage sei entstanden, nachdem Facebook eine Anfrage des israelischen Außenministeriums nach Löschung hetzerischer Inhalte abgewiesen hatte. Danach begann sie mit der Sammelklage.

Innert drei Tagen hatten sich 20.000 Menschen der Klage angeschlossen. Noch in derselben Woche reichte sie die Klage gemeinsam mit Anwälten in New York beim Obersten Gerichtshof im US-Bundesstaat New York ein. Die Klage fordert eine gerichtliche Anordnung an Facebook, dort solle man hetzerische Beiträge entfernen und Nutzer blockieren, die zu Gewalt gegen Juden aufrufen. Ebenfalls fordert die Klage, dass Facebook proaktive Schritte unternimmt, um Beiträge zu überwachen und Aufwiegelung zu Gewalt zu löschen.

“Wir denken durchaus, dass Facebook die hierfür erforderlichen Werkzeuge besitzt”, sagte sie. “Facebook weiß, welche Art Kaffee ich morgens trinke und wohin ich gerne reise und bringt entsprechende Werbeanzeigen, und es verbindet mich mit Menschen, die dieselben Interessen haben wie ich. In dieser Weise haben sie auch die Werkzeuge, um die Hetze zu überwachen, die Seiten und Bilder zu überwachen und sie zu löschen. So wie Facebook auf seinen Seiten keine Pornographie erlaubt — sie haben den Algorithmus, solche Bilder zu erkennen und sie zu unterbinden –, so können sie auch die Aufwiegelung zum Töten von Juden überwachen.”

Darshan-Leitner sagte, sie erwarte, dass Facebook das Argument vorbringt, es bleibe durch die Gesetzgebung von 1996 zur Sicherung der Freiheit des Internets geschützt. Seiten wie Facebook denken, sie wären generell von einer Strafverfolgung wegen der Beiträge auf ihren Seiten ausgenommen, da sie mehr wie eine gemeinschaftliche Pinnwand arbeiten und weniger wie ein herkömmlicher Publisher. Der Inhalt kommt von anderen, nicht von Facebook.

“Wir glauben, die Hetze, die Facebook auf seinen Seiten hat, ist nicht zu verteidigen, da Facebook nicht als typische Pinnwand funktioniert”, sagte sie. “Sie verteilen die Information an Menschen, die damit etwas anfangen können. Sie verteilen sie an Terrororganisationen, die Menschen gegenüber, die auch nur ein kleines bisschen Interesse an solchen Themen zeigen, zum Mord an Juden und zum Starten einer dritten Intifada aufrufen. Wenn Facebook das tut, ist es keine typische Pinnwand. Facebook spielt dabei eine aktive Rolle und hat deshalb die Verantwortung, diese Hetze zu stoppen.”

Da der Fall nur die Aufwiegelung auf Facebook abdeckt, sagte Darshan-Leitner, sie denke, Twitter und YouTube wären zur Erfüllung jedes Urteils gegen Facebook verpflichtet, da dieselben Präzedenzfälle auch für sie gelten. Facebook selbst scheint laut Darshan-Leitner bereits jetzt auf die Klage zu reagieren, weil dort aktuell einiges von dem fraglichen Material entfernt wird.

Facebook ist Social Media, aber es hat auch soziale Verantwortung, so Darshan-Leitner.

 

CNNs neuer Terror: “Andererseits-ismus”

11. November 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 4. November 2015

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Wer ist schuld an der Welle grausamer Anschläge mit Messern, Schusswaffen und Auto-Ramm-Attacken, die viele eine neue “Intifada” nennen?

CNN veröffentlichte “Israels neuen Terror“, und der Präsentator beginnt mit den Worten:

Nun, der Konflikt besteht bereits seit über einhundert Jahren, und wer für die aktuelle Gewaltwelle verantwortlich ist, hängt davon ab, wen Sie fragen.

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Gewiss äußern sich Israelis und Palästinenser den Medien gegenüber unterschiedlich, wenn es um die Beschreibung des aktuellen Geschehens geht. Aber sollten die Medien einfach berichten, was beide Seiten sagen, und den Zuschauern die Entscheidung überlassen, wer die Wahrheit sagt?

Nein. Es obliegt den Medien, nicht nur das Gesagte zu berichten, sondern was vor Ort wirklich geschieht. Sagt eine Seite Sachen, die jeder Grundlage in der Realität entbehren, müssen die Medien das klarstellen und nicht einfach nur sagen “das hängt davon ab, wen Sie fragen” — oder eben “andererseits…”.

CNN spricht über die Nutzung sozialer Medien auf beiden Seiten:

Der anfängliche Funke ist laut Harel die auf sozialen Medien geteilte und angeheizte Aufwiegelung. Jede Seite teilt vorwiegend die Videos und Geschichten, die ihr eigenes Narrativ stützen. Israelis zeigen Videos von palästinensischen Attacken, Palästinenser zeigen Bilder von jedem Checkpoint, jeder Straßensperre und jedem Vorfall, bei dem israelische Sicherheitskräfte das Feuer eröffnen.

Fakt: Palästinensische soziale Medien sind voll mit Bildern, Videos und Beiträgen, welche die Leute zum Mord anstiften.

CNN sagt, die Palästinenser teilen Bilder von Checkpoints. Hier einige Beispiele, was Palästinenser wirklich teilen. Warum wird dieser Teil des palästinensischen “Narrativs” von CNN unterschlagen?

(Die untenstehenden Bilder wurden ursprünglich vom Middle East Research Institute (MEMRI) gemeldet und in der Jerusalem Post veröffentlicht.)

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Tatsächlich wurden auf Facebook derart viele ähnliche Bilder veröffentlicht, dass 20.000 Israelis den Social-Media-Riesen angezeigt haben und fordern, diese Bilder zu entfernen.

Uns ist nicht bekannt, dass es vergleichbare Bilder von Israelis gäbe, welche zur Gewalt gegen Palästinenser aufrufen.

Die Wahrheit über die beiden “Narrative” zu veröffentlichen würde zeigen, dass absolut keine moralische Gleichwertigkeit zwischen den israelischen Opfern und ihren terroristischen Angreifern existiert.

Der Journalismus liegt blutend in den Straßen

6. November 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 28. Oktober 2015

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Man kann sehen, was die New York Times mit dieser Schlagzeile bezweckt.

“Das widerstreitende Narrativ im israelisch-palästinensischen Konflikt” ist ein Versuch, bei einer Story, wo keines existiert, journalistisches “Gleichgewicht” herzustellen.

Zu dem Artikel mit seinem einseitigen Verlass auf palästinensische Quellen und seiner Erwähnung von Hanan Ashrawis Anschuldigung, die Polizei habe unschuldigen Palästinensern Messer zugesteckt, um diese überführen zu können, könnten wir eine Menge sagen. Übrigens hat Ashrawi bereits zugegeben, dass sie für ihre Anschuldigung keinerlei Belege hat.

Aber das schlimmste Beispiel für die Voreingenommenheit des Artikels ist folgender Absatz.

Unter den von Israelis geteilten Videos ist auch ein Film über einen palästinensischen Angestellten der israelischen Telefongesellschaft, der mit dem Auto in einen orthodoxen Juden fuhr und ihn danach mit einer Fleischhacke zerhackte. Palästinenser teilen Videos nicht von den Attacken, sondern von deren Nachwirkung, z. B. von einem Jungen, der blutend auf der Straße liegt, während Juden ihn beschimpfen und israelische Polizisten tatenlos herumstehen.

Im Artikel sind die Worte “Junge, der blutend auf der Straße liegt” mit einem YouTube-Video verlinkt, das vom Palästinensischen Informationsministerium hochgeladen worden ist. Ich verlinke das Video nicht, da ich dann völlig falsche palästinensische Propaganda verbreiten wurde — etwas, womit die Times überhaupt kein Problem hat.

Es gibt einige Punkte, die weder der Artikel noch das Video erwähnen.

1) Der Junge hatte soeben ein 13jähriges israelisches Kind niedergestochen.

2) Er lag auf der Straße, weil er nach seinem Messerangriff auf die Straße rannte und von einem Auto erfasst wurde.

3) Tatsächlich schimpft ein wütender Jude mit dem jungen verletzten Terroristen. Das Video zeigt nicht, dass da nicht nur dieser eine Mann war.

4) Die Polizei stand nicht tatenlos herum. Sie hielten den wütenden Mann vom verletzten Terroristen fern und stellten sicher, dass israelische Sanitäter ihn behandeln konnten.

5) Der verletzte Terrorist wurde vor Ort behandelt und danach zur Weiterbehandlung in ein israelisches Krankenhaus überführt.

Die New York Times verschwieg diese fünf Punkte, weil sie nicht Teil des palästinensischen “Narrativs” sind. Das können sie machen, wenn sie einfach zeigen wollen, dass Israelis und Palästinenser “widerstreitende Narrative” zum Geschehen haben.

Aber es bedeutet auch, dass es für die Times von oberster Wichtigkeit wäre, ihren Lesern zu erklären, dass das palästinensische Narrativ in Fällen wie diesem hier einfach nicht stimmt. Statt sich an “Gleichgewicht” zu versuchen, muss die Times klarstellen, dass das palästinensische “Narrativ” auf Lügen und Halbwahrheiten beruht.


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