Archive for the ‘Antisemitismus’ category

CNN gibt Sharon Schuld an Massaker

18. Januar 2014

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2014

Im Clip unten vom 12. Januar 2014 interviewed die CNN-Moderatorin den Reporter Mohammed Jamjoom, der aus dem CNN-Studio Beirut über die arabischen Reaktionen auf Ariel Sharons Tod berichtet. Während Jamjoom erwähnt, dass Sharon “indirekt verantwortlich sei” für die Massaker von Sabra und Shatila im Jahr1982, geht er nicht einmal darauf ein, dass die eigentlichen Täter libanesische christliche Falangisten waren.

Ein Filmausschnitt zeigt Jamjooms Besuch in den Flüchtlingslagern, wo – welch’ Überraschung – Hinterbliebene von 1982 die Schuld allein dem “Kriegsverbrecher” Sharon zuschreiben.

Bildunterschriften am unteren Rand des Bildschirms tun nichts, um die Vorstellung zu entkräften, dass Sharon das Massaker selbst angeordnet haben könnte:

„Araber geben Sharon die Schuld an Massaker in libanesischen Flüchtlingslagern.

„Hunderte getötet in den libanesischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Jahr 1982“

und am schlimmsten :

“Ein israelischer Untersuchungsausschuss  gab Sharon die Verantwortung für die Massaker von 1982

Diese letzte Bildunterschrift täuscht ganz bewusst.

Von den Arabern, deren Aussagen als Bildunterschriften genutzt wurden sowie der Berichterstattung Jamjooms erhält der schlecht informierte TV-Zuschauer die falsche Botschaft laut und deutlich – Ariel Sharon hat persönlich ein Massaker begangen.

Antisemitismus-Definition bedroht

7. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 3. Dezember 2013

Vor nur ein paar Monaten startete HonestReporting eine Petition, mit der die Mainstream-Medien aufgefordert werden anerkannte und überlegte Definitionen des Antisemitismus zu übernehmen, wie sie sowohl im US-Außenministerium als auch von der Europäischen Union anerkannt werden.

Die Petition ist noch aktuell und wir haben vor Ihre mehr als 30.000 Unterschriften den Medien zu schicken. Bevor wir das tun ist jedoch eine bestürzende Entwicklung ans Tageslicht gekommen, die nicht nur die Gültigkeit unserer Petition bedroht, sondern auch den Kampf gegen den Antisemitismus selbst, insbesondere in Europa – die EU-Arbeitsdefinition für Antisemitismus ist als offizielles Dokument entfernt worden, was Antisemiten und Feinden Israels eine Bresche gibt, um den Kampf gegen den Antisemitismus zu diskreditieren und zu delegitimieren.

Die europäische Definition wurde ursprünglich 2005 vom EU-Beobachtungszentrum für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) veröffentlicht, das seitdem durch eine Nachfolgeorganisation, die Fundamental Rights Agency (Agentur für Fundamentalrechte, FRA) ersetzt wurde. Die Antisemitismus-Definition steht demonstrativ nicht mehr auf der Internetseite der FRA.

[Es ist nicht zu spät die Petition zu unterschreiben und Ihre Unterstützung für die Befürwortung der Antisemitismus-Definitionen zu zeigen - klicken Sie auf das folgende Banner.]

Shimon Samuels vom Simon-Wiesenthal-Zentrum erklärt in der Times of Israel:

Am 6. November protestierte ich bei der Hohen außenpolitischen Repräsentantin der EU, Catherine Ashton, gegen das derzeitige Verschwinden der „Arbeitsdefinition“ von der Internetseite der FRA und forderte die sofortige Wiedereinstellung.

Die Antwort des für fundamentale Rechte zuständigen juristischen Generaldirektorats der Europäischen Kommission vom 29. November war erstaunlich, denn darin insistierte man: „Anfangs hatten weder die speziell Kommission noch die Union haben eine Definition des Antisemitismus eingeführt und es gibt keine Politik eine zu schaffen. Darüber hinaus sollte herausgestellt werden, dass die FRA eine unabhängige Einrichtung ist.“

Der Brief erklärte: „2005 hatte das EU-Beobachtungszentrum zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) ein Dokument mit dem Titel Arbeitsdefinition für Antisemitismus online gestellt… Seitdem habe verschiedene Akteure, hauptsächlich NGOs dieses Dokument als die Antisemitismus-Definition der EU bezeichnet… In aller Autonomie behielt die FRA dieses Dokument bis vor kurzem online, als sie zusammen mit anderen nicht offiziellen Dokumenten entfernt wurde.“

In der Tat hat auch HonestReporting auf die Definition als die der EU verwiesen. Das Verschwinden und Verleugnung der Definition lässt ein unverzichtbares Mittel im Kampf gegen Antisemitismus wegfallen und gibt den europäischen Medien eine gebrauchsfertige Ausrede der Definition nicht beizupflichten. Zu diesem Zeitpunkt hat das die Definition des US-Außenministeriums noch nicht beeinflusst, die auf der europäischen gründet.

Dennoch stimmen wir mit Shimon Samuels* überein:

Die Entfernung kann die Antisemiten nur erfreuen und ermutigen. Ihre Rückkehr auf die Internetseite der FRA würde als erster Schritt für die Begrüßung dessen, was eine entscheidende Waffe im Arsenal gegen Hass geworden ist, geschätzt.

—–
* Samuels zeigt auch auf, dass die Behauptung der EU, sie habe quasi nichts mit der Arbeitsdefinition zu tun genauso fadenscheinig ist wie die, die FRA sei eine unabhängige Institution.

Al Jazeera America startet mit Judenhasser

23. August 2013

HonestReporting Media BackSpin, 232. August 2013

So viel zum ersten. Nach dem lange erwarteten Start war der Verschwörungstheoretiker Professor Stephen Walt allererster Gast bei Al Jazeera Amerika (AJA).

Er ist weithin bekannt durch seine Co-Autorenschaft bei The Israel Lobby, einem in Misskredit geratenen Buch, das Juden beschuldigt, die amerikanische Außenpolitik zu steuern. (Ohne Osama Bin Ladens Empfehlung wäre das Buch wohl nicht so populär diskutiert worden.) Walts Beobachtungen zum prä-arabischen Frühling gehören zu den drei doofsten Stücken, die intellektuelle Libyen-Besucher geschrieben haben. Und seine Reaktion auf das Itamar Massaker im Jahr 2011 war eiskalt und schockierend.

Walt fasste seine Überlegungen über die Unruhen in Ägypten so zusammen, dass er den AJA-Zusehern verklickerte, die US-Hilfe für Kairo sei nicht wirklich von bedeutendem strategischem Interesse für die USA, sondern solle Israel besänftigen. Hier das Video.

Ich kann’s kaum noch erwarten, wer sonst noch auf der Einlistungsliste der AJA-Experten erscheint. Henry Siegman? Abdel Bari Atwan? Geneive Abdo?

Wie wäre es mit Neve Gordon, dem israelischen Professor, der für Walt zu extrem ist?

Und was wird Al Jazeera Amerika als Draufgabe bringen?

(Hat tip: Washington Free Beacon)

Unterschlagung der Existenz Israels im Film: Es mit den Paramount Studios aufnehmen

2. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 2. Juli 2013

Es begann mit einem Artikel in der Times of Israel (TOI) über den neuen Horrorfilm World War Z. In diesem Beitrag wird beschrieben, dass ein Großteil des Filmes in Israel spielt (obwohl er in Wirklichkeit an anderer Stelle gedreht worden war.) Israel kommt im Film gut weg, doch im Artikel selbst fiel uns etwas auf: wenn der Film in der Türkei gezeigt wurde, war das Wort “Israel” in den Untertiteln herausgenommen und durch die türkischen Begriffe für „Nahost“ ersetzt worden.” TOI zufolge wurde der Film mit den Untertiteln direkt von Paramount freigegeben.

Mit anderen Worten: Paramount hat einen Horrorfilm gedreht und fürchtete, dass das Wort “Israel” für das überwiegend islamische Publikum eine Zumutung wäre. Sie hatten kein Problem damit, mit der Imagination von Menschenfleisch fressenden Zombies zu hantieren, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen, aber dass es ein real existierendes Land namens Israel gibt, kam ihnen nicht in den Sinn.

Das Video wurde von HonestReporting erstellt.

Während wir sonst darum bitten, E-Mails an Nachrichtenmedien zu schreiben, um auf verfälschende Artikel hinzuweisen, haben wir diesmal vorgeschlagen, dass die Leser auf die Facebook-Seite von Paramount Pictures gehen, um dort Kommentare gegen die Entfernung des Wortes Israel zu schreiben.

Mit einer erstaunlichen Resonanz.

Die Paramount-Seite ist voll mit Einträgen von Menschen, die darauf Bezug nehmen und Einspruch gegen die Entfernung des Wortes Israel erheben. Sonst erschienen jedes Mal Unmengen von Kommentaren, wenn Paramount etwas postete, selbst wenn es um andere Filme ging.

Paramount mag darauf spekuliert haben, dass niemand von ihrem peinlichen Versuch Notiz nehme, Ärger bei einem bestimmten Publikum zu vermeiden, indem sie antiisraelischen Stimmungen nachgibt. Ihr Verweis auf die Substitution von Nahost für Israel als “regional bedingter Übersetzung“ lässt sie unprofessionell erscheinen. Aber wir können uns vorstellen, wie Paramount sich wohl fühlen würde, wenn ihre komplette Facebook-Seite von Menschen vereinnahmt werden würde, die sich über diese Causa beschweren.

Dieser Fall zeigt, wie soziale Medien einer mobilisierten Gruppe die Möglichkeit geben können, aufzustehen und sich Gehör zu verschaffen. Antiisraelische Verfälschungen gibt es nicht nur in den traditionellen Medien. Sie bahnen sich ihren Weg in allen denkbaren Facetten, besonders in der Populärkultur.

Umso mehr Grund dafür, dass diejenigen, die sich für Israel einsetzen, wachsam bleiben und schnell auf Fälle wie diesen reagieren. Große zahlenmäßige Beteiligung kann zu einem mächtigen Statement werden.

Alle, die dazu Kommentare geschrieben haben, machten einen guten Job. Bleibt nur auf die Einsicht von Paramount zu hoffen, dass, wenn sie Änderungen vornehmen, um eine bestimmte Gruppe nicht zu vergrätzen, sie unvermeidlich eine andere Gruppe angreifen, was sehr schade ist, weil nach Meinung vieler Beiträge zum Film Israel in einem sehr positiven Licht gezeigt werden soll.

Fall „Mohammed al-Dura“: Französisches Gericht spricht Philippe Karsenty schuldig

28. Juni 2013

HonestReporting Media BackSpin, 28. Juni 2013

Ein Pariser Gericht erklärte den französischen Medienanalysten Philippe Karsenty schuldig der Verleumdung des TV-Senders France 2, weil er dessen umstrittene Videoaufnahmen zu  Mohammed Duras Tod penibel untersucht hatte.

Karsenty hatte France 2-Redakteur Charles Enderlin nachgewiesen, dass dieser Rohmaterial eines Videos gefälscht hatte, das beim Tod eines 12-jährigen Jungen während eines Schusswechsels an der Kreuzung Netzarim in Gaza im Jahr 2001 aufgenommen worden war. Das Video wurde damals weltweit ausgestrahlt, und das Bild des an der Seite seines Vaters kauernden Jungen avancierte zur Ikone der zweiten Intifada.

Die Anwälte von France 2 erklärten AP (Associated Press [bd]) gegenüber, dass das Urteil ein Sieg für den Journalismus sei. Karsenty teilte seine Meinung zur Entscheidung gegenüber Algemeiner mit und sprach eine mögliche Anrufung des obersten französischen Gerichtshofes an.

“Ich denke, das ist ein schwarzer Tag für die französische Demokratie und darüber hinaus ein schwarzer Tag für die Wahrheit“, äußerte Karsenty zum Urteil, und er fügte optimistisch hinzu, dass “letztlich die Wahrheit obsiegen wird; ich weiß nicht wann, ich weiß nicht wie, aber ich weiß, dass sie sich durchsetzen wird.”

Hintergrundinformationen zu Karsenty und dazu, wie er zu einer zentralen Figur im Kampf gegen das Filmmaterial von France 2 wurde, kann man bei Q&A mit Karsenty aus dem Jahr 2006 finden. Und Tom Gross nimmt Stellung zum Fragenkomplex, was die Glaubwürdigkeit des Videos zu Mohammed al-Duras Tod betrifft.*

Hier ein Video, das die Situation beim Schusswechsel von damals rekonstruiert und auch deutlich die Winkel anzeigt, aus denen geschossen wurde – und von wem. Zum Abspielen des Videos von Tom Gross alternativ auf die Abbildung klicken. Hinweis: Der israelische Militärposten ist ganz unten rechts zu sehen. Die Schrift (weiß auf hellblau) ist etwas verdeckt.

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——
*Möglicherweise wird vielen Lesern das Thema nicht so geläufig sein, oder sie können den englisch gesprochenen Text im Video nicht richtig verstehen. Deshalb haben wir auf unserer deutschsprachigen Ausgabe von HonestReporting Medien Backspin etliche Texte zu diesem sich schon über etliche Jahre hinweg kontrovers diskutierten Fall übersetzt. Am Ende der Seite – falls erforderlich – bitte auf „ältere Beiträge“ klicken (bd): https://backsp.wordpress.com/?s=al-dura

Der Independent ignoriert Raketen….außer Israel feuert zurück

26. Juni 2013

HonestReporting Media BackSpin, 25. Juni 2013

In einer Geschichte des Independent, in der es hauptsächlich um die Reaktion des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman auf eine Raketensalve geht, die aus dem Gazastreifen nach Israel abgefeuert worden war, ist zu lesen (Hervorhebung von mir):

Seine [Liebermans] Kommentare wurden abgegeben, als die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen angriff, nachdem von dort am Montagmorgen 6 Raketen auf den Süden Israels abgefeuert worden waren. Niemand wurde verletzt. Es war die erste Verletzung der Waffenruhe seit April.

Abgesehen davon, dass es nicht die erste Verletzung der Waffenruhe seit April war:

Tatsächlich verweist der Independent in seiner Kolumne „Related Stories“ zur gleichen Geschichte mit einen Link (siehe roter Pfeil) auf einen Report, der auf den 19. Juni datiert ist und über drei von Gaza auf Ashkelon abgefeuerte Raketen berichtet!

Und selbst wenn man ignorieren würde, dass es im April eine Serie von Raketen- und Granatenangriffen aus Gaza gab, bleiben immer noch zwei Angriffe mit Mörsergranaten am 2. Mai und 15. Mai, die beide im Bereich der Regionalverwaltung von Eschkol niedergingen.

Selbst wenn diese Raketen glücklicherweise im offenen Gelände gelandet waren und keine Verletzungen oder Schäden verursacht hatten, ist das dann keine Verletzung des Waffenstillstandes? Oder wird ein Waffenstillstand nur dann gebrochen, wenn Israel auf Raketenbeschuss reagiert?

Das glaubte der Independent offensichtlich, wenn man sich auf seine ursprüngliche Headline bezieht, die auf die heftigen Raketenangriffe Bezug nimmt, von denen Avigdor Lieberman gesprochen hatte:

Die Überschrift wurde später geändert, um sie etwas schmackhafter zu machen, aber das Original ist in der Box “Related Artikel“ (markiert mit dem blauen Pfeil) zur Lieberman-Geschichte immer noch zu finden.

In der Vorstellungswelt des Independent bedeuten palästinensische Raketenangriffe „relative Ruhe”, also etwas, das nur durch israelische Gegenschläge gebrochen wird.

Kein Wunder also, dass nur Israel als Aggressor wahrgenommen wird. Man kann Medien wie dem Independent dafür nur konsterniert danken.

News zu Israel und Nahost am 6. Juni 2013

6. Juni 2013

HonestReporting Media BackSpin, 6. Juni 2013

Alles, was Sie über die heutige Berichterstattung zu Israel und Nahost wissen sollten. Auch bei Facebook.

Die heutigen Top-Themen

1. Syrische Soldaten und Rebellen kämpfen um die Kontrolle beim israelischen Grenzübergang Kuneitra. Heute Morgen übernahmen die Rebellen die Kontrolle, aber die Armee eroberte den Grenzübergang zurück. Dort wurden die UN-Truppen abgezogen. Die Schlacht hielt während dieses Postings noch an. Kuneitra ist der einzige Grenzübergang zwischen Israel und Syrien.

2. Die IDF stellte eine neue Kompanie auf, die israelische Soldaten beim Kampfeinsatz filmen soll. Die Jerusalem Post zitierte IDF-Sprecher und Brigadegeneral Yoav Mordechai anlässlich einer Ansprache an die Soldaten bei einer Zeremonie, in der er das Ziel für die Bedeutung ihrer Arbeit herausstellte:

“Neben den militärischen Erfolgen spielt die Wahrnehmung eine entscheidende Rolle. Man kann den Kampf gewinnen, ihn aber auch [im Kampf um die öffentliche Wahrnehmung] verlieren.”

3. Präsident Obama ernannte Samantha Power zur Botschafterin bei den Vereinten Nationen. The Lede nimmt Bezug auf eine israelische Leiche in ihrem Keller, aber einige schwergewichtige Unterstützer Israels, darunter Senator John McCain, Joe Lieberman und Alan Dershowitz, gaben The Cable gegenüber an, dass sie sich [zum Positiven (bd)] gewandelt habe, und dass Powers Ansichten zu Menschenrechten und Interventionen eine sehr gute Chance bedeuteten, die UN wachzurütteln.

Israel und die Palästinenser

JTA: In der südfranzösischen Stadt Belfort soll ein Platz nach Yasser Arafat benannt werden:

Belforts Bürgermeister Etienne Butzbach bemerkte in einem am Montag in der Online-Ausgabe der Lokalzeitung L’alsace veröffentlichten Artikel, dass die Hommage an Arafat “im Zusammenhang mit dessen Unterzeichnung der Osloer Abkommen erfolgt.”

Butzbach, ein Sozialist, reagierte damit auf Proteste jüdischer Vertreter der Stadt, die anmerkten, dass die Ehrung Arafats einer Zustimmung für Terror gleichzusetzen wäre. Belfort hat bereits einen seiner öffentlichen Plätzen nach dem ermordeten israelischen Premierminister Yitzhak Rabin benannt.

• Lesenswert: Happy Israel: Warum die Zeit für den jüdischen Staat arbeitet.

• Kolumnistin Trudy Rubin im Philadelphia Inquirer mit Überlegungen zum Friedensprozess.

Arabischer Winter

• US-Geheimdienste gehen davon aus, dass nun drei russische Kriegschiffe im Mittelmeer mit Waffen für Syrien unterwegs sind, darunter wahrscheinlich S-300-Raketen. CNN mit Details.

Will sich die Hisbollah auf den syrischen Golanhöhen breitmachen?

Saudi Gazette mit einem demaskierenden Leitartikel zur Rolle der Hisbollah.

Die Hisbollah wird nicht mehr überzeugend als Verfechter der arabischen Sache darstellen können. Sie wird nicht mehr vorgeben können, dass ihre Leute für den Rest der arabischen Welt sterben.

Irland führt eine Gruppe von EU-Ländern an, die sich gegen eine Listung der Hisbollah als terroristische Vereinigung stellen.

• Weitere Kommentare und Analysen siehe NY Times, McClatchy News, Tablet und Daily Star.

Journalisten und NGOs ziehen in einer geschlossenen Facebook-Gruppe über Israel her

29. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 29. Mai 2013

Nach der Veröffentlichung des Al-Dura-Reports durch die israelische Regierung berichtet die Online-Zeitung Washington Free Beacon über eine geschlossene Facebook-Gruppe, in der Journalisten und so genannte Funktionäre für “Menschenrechte” eine antiisraelisches Online-Hasskampagne gestartet haben:

In einer geschlossenen Facebook-Gruppe für Auslandskorrespondenten, bekannt als „Vulture Club“, spotteten Journalisten und Aktivisten über den Report, griffen die IDF an und behaupteten, dass pro-israelische Lobbyisten die Medienberichterstattung manipulieren würden.

Peter Bouckaert, ein hochrangiger Funktionär von Human Rights Watch, wies den Bericht als “typische IDF Lügen” zurück.

“Wie üblich dauert es bei denen lange Zeit, bis sie die Unwahrheit konstruiert haben”, so Bouckaert.

Heftig kritisierte Bouckaert auch die New York Times wegen ihrer Berichterstattung über den Report.

“Es ist wirklich kein guter Journalismus, dies abzuschreiben, so, als ob ginge es hier um glaubhafte Vorwürfe, dabei handelt es sich aber um Lug und Trug“, schrieb er.

Auch Korrespondenten zahlreicher anderer Medien, darunter Associated Press und AFP, trugen dick auf.

“Die Lobby verwendet all ihre Kraft und ist in der Lage, sich zu ihrem Vorteil in die meisten englischsprachigen Zeitungen [sic] und in die NY Times reinzudrängen“, schrieb ’El Mundo’-Reporter Javier Espinosa. “Israelische Botschaften nutzen ihre Kontakte zu diesen Zeitungen und erteilen ihre Erlaubnis für die Veröffentlichungen der Informationen.”

“Dies führt zu noch mehr Unglaubwürdigkeit der Medien und zu noch mehr Verschwörungstheorien, da wir als Propagandasprachrohre missbraucht werden“, fügte Espinosa hinzu.

Der Fotojournalist Jerome Delay von Associated Press (AP) schrieb: “Die IDF glaubt zum Beispiel, dass die Erde flach ist.”

Den vollständigen Artikel und den Facebook-Thread bitte hier lesen. Die Webseite der Gruppe um Peter Bouckaert kann man hier aufspüren.

Fall „Al-Dura“: Lügt CNN?

23. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 23. Mai 2013

Unter den vielen Beiträgen, die diese Woche anlässlich des Untersuchungsberichts der israelischen Regierung erschienen, der definitiv feststellt, dass die IDF im Jahr 2000 Muhammad al-Dura nicht getötet hat, heben sich Schlagzeile und Video von CNN besonders ab.

Die Schlagzeile “Log Israel zum Tod des Kindes?” bestimmt den Grundton. Aber der Clou kommt mitten im Video, wenn niemand anders als Kameramann Talal Abu Rahma auftritt – ausgerechnet derjenige, der die obskuren Aufnahmen von al-Dura und dessen Vater gemacht hat, als diese hinter einem Betonfass kauerten – das Ganze danach ausgestrahlt vom Sender France 2 im Jahr 2000.

Jetzt stellt sich heraus, dass er für CNN arbeitet.

Speziell Rahma stand im Zentrum von Vorwürfen, die darauf verwiesen, dass das Bildmaterial weniger glaubwürdig ist als es zu sein schien. Auch der gesamte israelische Untersuchungsbericht ist im Grunde ein Armutszeugnis für Rahmas Arbeit – insbesondere für dessen Glaubwürdigkeit.

Wir sind also angesichts der CNN-Headline mit einer Geschichte konfrontiert, in der die Arbeit eines ihrer Angestellten Hauptgegenstand der Diskussion ist oder sein sollte. Statt aber Rahma genau unter die Lupe zu nehmen, gibt CNN ihm eine Plattform, die eigene Verstrickung in die Affäre zu vertuschen.

Die eigentliche Frage sollte also lauten: Stellt CNN die Belange seines Kameramanns über die Interessen der Zuschauer, die eine ehrliche Berichterstattung erwarten?

In der Zwischenzeit sehen Sie sich bitte die von HonestReporting erstellte Kurzzusammenfassung zum Fall „Al-Dura“ an:

Medienmuseum will Hamas-Terroristen ehren

12. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 12. Mai 2013

Das in Washington DC ansässige Newseum, ein Museum für Medien, will zu Ehren der Journalisten, die letztes Jahr während ihrer Nachrichtenberichterstattung getötet worden waren, eine Zeremonie abhalten. Auf der Auszeichnungsliste mit 84 Namen befinden sich auch Mahmoud Al-Kumi und Hussam Salama. Während der Operation Pillar of Defense [Säule der Verteidigung, (bd)] im November 2012 hatte die IDF Mahmoud Al-Kumi und Hussam Salama getötet.


Abbildung: Hamas-Agenten Mahmoud Al-Kumi (links) und Hussam Salama. Quelle: http://alresalah.ps

Der IDF Blog erklärt, wer sie waren:

Hamas-Aktivisten und Kameraleute für das Al-Aqsa Television Network der Hamas, das regelmäßig Programme zur Aufstachelung und Huldigungen für Anschläge auf israelische Zivilisten ausstrahlt […]. Palästinensische Medien berichteten, dass die beiden Männer mit Sicherheit Agenten der Hamas gewesen sind.

Konfrontiert mit schweren Vorwürfen wegen der Verbindungen von ’Al-Aqsa TV’ zum Terrorismus, bestritt Mohammad Thouraya, Chef des Kanals, dass Al-Aqsa die Stimme der Hamas sei – eine schwer zu leugnende Tatsache, da der Sender von der Hamas finanziert und kontrolliert wird -, aber er räumte ein, dass die dort angestellten Mitarbeiter “alle Teil des Widerstands sind.”

“Teil des Widerstands” kann mit anderen Worten auch bedeuten, dass diejenigen, die tagsüber mit der Kamera unterwegs sind, nachts Raketen mit sich befördern.

Trotz heftiger Kritik blieb das Newseum stur und veröffentlichte eine Erklärung, die folgenden Wortlaut enthielt:

Hussam Salama und Mahmoud Al-Kumi waren als Kameraleute in einem Auto unterwegs, das deutlich mit der Aufschrift “TV” gekennzeichnet war. Sowohl das Committee to Protect Journalists als auch Reporters Without Borders und The World Association of Newspapers und andere Nachrichtenmedien meinten, dass die beiden Journalisten während ihrer Berufsausübung getötet worden sind.

Viele Kommentatoren haben darauf hingewiesen, dass Hamas und Al-Aqsa TV von der US-Regierung als terroristische Organisationen eingestuft werden. Warum sollten Terroristen schon allein deshalb Schutz genießen, weil sie auf ihrem Fahrzeug ein „TV“ aufkleben oder mit einer Kamera herumlaufen? Ein echter Journalist berichtet über einen Konflikt und nimmt nicht aktiv daran teil. Und kann eine Propaganda-Bande, die Antisemitismus und Gewalt gegen Juden und Israelis postuliert, wirklich als legitimes Medienmitglied durchgehen?

Wir glauben das nicht. Die Ehrung dieser beiden Terroristen ist eine Ohrfeige für die ehrlichen Journalisten, die für die Sache der sauberen Berichterstattung ihr Leben verloren haben. Falls Sie das auch so sehen, schicken Sie Ihre Beschwerde (Bitte in Englisch) an das Newseum und bestehen Sie darauf, dass zwischen der Ehrung von Journalisten und der Huldigung von Terroristen ein Unterschied besteht: info@newseum.org

Volltreffer: BBC korrigiert syrische Propaganda-Headline

10. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 10. Mai 2013

Am Montag hatten wir unsere Leser gebeten, wegen dieser Headline eine Beschwerde an die BBC zu richten:


Wir hatten darauf hingewiesen, dass bei der BBC die syrische Propaganda, in der suggeriert wurde, Israel arbeite mit Terrorristen zusammen, im Wortlaut übernommen worden war. Die BBC hat nun mit einer neuen Headline und Korrektur reagiert:

Korrektur (7. Mai 2013): die Überschrift dieses Berichts wurde geändert, um klarzustellen, dass die Behauptung, israelische Luftangriffe wären mit den Rebellen koordiniert worden, von den syrischen Behörden aufgestellt wurde.


Geänderte Headline übersetzt: Syrien behauptet, dass israelische Luftschläge “mit Terroristen koordiniert worden sind”

Auch wenn zu bedauern ist, dass syrische Propaganda als so berichtenswert befunden wurde und wir immer noch sehr unzufrieden sind mit der Berichterstattung selbst, bedeutet die aktualisierte Schlagzeile eine Verbesserung gegenüber dem Original.

Die BBC mag wohl nicht immer so auf Beschwerden reagieren, wie wir uns das wünschten, aber Ihre/Eure Aktionen beweisen, dass sie diese registriert. Gemeinsam können wir viel bewirken.

BBC-Schlagzeilen: Nachplappern syrischer Terrorvorwürfe gegenüber Israel

6. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2013

Die BBC nimmt offensichtlich nicht zur Kenntnis, dass Terrorakte gegen israelische Zivilisten eben das sind, was sie sind, und dass Palästinenser, die in mörderischer Absicht israelische Zivilisten mit Messern, Raketen und Selbstmordanschlägen töten wollen, nun mal Terroristen sind.

Dennoch hat die BBC dank freundlicher Mithilfe des verabscheuungswürdigen syrischen Regimes von Bashar al Assad, das verantwortlich ist für den rücksichtslosen Mord an Männern, Frauen und Kindern in einem Bürgerkrieg, der während der letzten drei Jahre etwa 70.000 Menschenleben* gekostet hatte, das “T”-Wort**, für sich entdeckt.

Ja, es stimmt: Israel wird mit Terroristen in Verbindung gebracht. Und woher wissen wir das? Zumindest von den Syrern.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Homepage von BBC News:

Artikelüberschrift: “Israelische Luftschläge geben Terroristen Rückendeckung”

Und dann auf den Artikel selbst:


Artikelüberschrift:
Israelische Luftschläge mit Terroristen abgestimmt

Ein gehöriges Stück Terror für die BBC, was den Anschein erweckt, dass man die Propaganda des syrischen Regimes zu ernst nehmen solle.

Könnte man sich bei den Schlagzeilenschreibern der BBC noch mehr Pathos vorstellen?

Handeln Sie bitte jetzt. Richten Sie Ihre Kritik (bitte in Englisch) an www.bbc.co.uk/complaints, die Beschwerdeseite der BBC. Für detaillierte Navigation durch die Seite klicken Sie bitte hier.

Bitte twittern Sie diesen Artikel, geben Sie ihm ein „Like“ oder verbinden Sie diesen Artikel auf ihrer Webseite/Blog. Er kann nur dann große Wirkung entfalten, wenn er eine große Leserschaft erreicht, speziell durch eine entsprechende Eingabe bei Google.

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*Anmerkung (bd):

Seit 1949 bis heute sind in der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und Israelis wesentlich weniger Menschen ums Leben gekommen, viele davon aber durch palästinensische Anschläge auf israelische Zivilisten, die ungezählten verkrüppelten Israelis nach Anschlägen nicht mitgerechnet.

Die im Link aufgeführten Wikipedia-Angaben beziehen sich meist auf ausgewählte und relativ ungesicherte Quellen, sind nicht immer wissenschaftlich belegt und geben oft die palästinensische Sichtweise wider.

** Die Umschreibung T-Wort (also Terror) steht dafür, dass viele Mainstream-Medien das Wort Terror vermeiden, um islamische Terroristen in einem besseren Licht darzustellen oder als sozial motivierte Robin Hood-Figuren darzustellen (bd).

Terror schönreden: Die Ausflüchte der BBC

6. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2013

Als Reaktion auf die Kritik von HonestReporting an der BBC-Berichterstattung über den tödlichen Messerangriff eines palästinensischen Terroristen auf einen Israeli hat das für Nahost zuständige Redaktionsbüro der BBC einem unserer Abonnenten folgende Antwort zukommen lassen:

Wir verwendeten das Wort “Siedler”, weil es in erster Linie der Terminus ist, der möglichst exakt und vollständig das Attentatsopfer vom [letzten] Dienstag beschreibt. Selbstverständlich lieferten wir im Bericht weiter unten mehr Details zum Opfer.

“Israeli” ist hier falsch, weil damit nicht deutlich wird, dass Eviatar Borovzky im Westjordanland gelebt hatte. Nach Internationalem Recht handelt es sich beim Westjordanland um besetzte Gebiete, und Israelis, die dort leben, sind demzufolge Siedler. Dies schmälert oder rechtfertigt in keiner Weise einen Mord. Da zuständig für Informationen für ein internationales Nachrichten-Publikum versuchen wir so transparent wie möglich darüber zu berichten, wer wen und wo getötet hat. Alle drei führenden internationalen Nachrichtenagenturen – Reuters, Associated Press [AP] und AFP – verwendeten exakt die gleiche Formulierung wie wir.

Die englischsprachige News-Website “Ynet“ gebrauchte das Wort “Siedler” in diesem Zusammenhang so wie wir. Die Schlagzeile zu einem Bericht vom 30. April lautet: “Nach Terroranschlag werfen Siedler mit Steinen und brennen Felder ab.” Und weiter: “Wenige Stunden nach der Ermordung des jüdischen Siedlers Eviatar Borovsky durch einen palästinensischen Terroristen im nördlichen Westjordanland am Dienstagmorgen schleuderten nahe dem Dorf Hawara dutzende Siedler Steine auf  palästinensische Fahrzeuge.” (http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4374261,00.html)

Mehrere Leser beschwerten sich darüber, dass wir den palästinensischen Angreifer nicht als Aktivisten, Militanten oder Terroristen bezeichnet hatten. Uns ist nicht bekannt, dass der Angreifer zu einer politischen oder bewaffneten palästinensischen Gruppe gehörte.

Vier Richtigstellungen dazu:

1) Warum sollte [ausgerechnet; bd] Eviatar Borovskys Wohnort als bestimmendes Indiz dafür herhalten, dass er Opfer eines Terroranschlages wurde?

2) Die BBC hat noch immer nicht kapiert, dass ihre Auslegung zum Status von Siedlungen nur eine von mehreren Interpretationen des Völkerrechts ist.

3) Seit wann richtet sich die BBC an israelischen Medien aus, wenn es um Begriffsbestimmungen geht? Auch wenn YNet Borovsky als Siedler bezeichnete (worauf die von BBC zitierte Schlagzeile jedoch keinerlei Bezug nimmt) verwies die Jerusalem Post in der Überschrift  auf ihn als “israelischen Mann“, und The Times of Israel bezeichnet ihn lediglich als “Israeli”.

4) Seit wann muss ein Terrorist ein von einer Organisation bezahltes Mitglied sein, um als Terrorist bezeichnet werden zu können? Die Attentäter beim Boston-Marathon wurden von keiner islamistischen Organisation als Mitglieder geführt, und dennoch wurden sie als Terroristen bezeichnet.

Sorry BBC – diese Antwort ist einfach nicht gut genug.

Miese Rider-Schlagzeilen

1. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 1. Mai 2013

Durch einen israelischen Luftangriff wurde ein islamischer Jihadist getötet. Hithem Ziad Ibrahim Masshal war an einem Raketenangriff auf den Ort Eilat vor wenigen Tagen beteiligt. Die Geschosse waren aus der ägyptischen Halbinsel Sinai abgefeuert worden. Masshal hatte den Konflikt also mit Sicherheit internationalisiert.

Deshalb amüsierte ich mich über diese Headline von Sky News. Die gelbe Hervorhebung akzentuiert die Beschreibung von Masshal, der – sagen wir mal – sicher niemanden an Peter Fonda, Dennis Hopper und Jack Nicholson im Kult-Film Easy Rider erinnert. Der Jerusalem Post zufolge war der Salafist Masshal „an der Herstellung, Entwicklung und dem Handel mit Schusswaffen, insbesondere Raketen und Bomben beteiligt…”


Motorradfahrer?

Trug er einen Helm?

So also hatte Israel Masshal beschrieben?

Sicher nicht.

Dann möchte ich als Jerusalems Top Bus Surfer in Erinnerung bleiben.

UPDATE: Beim Guardian hat auch jemand einen Trip geschluckt.


UPDATE: So auch beim Independent.

CNN: Nur ein stetiges Tröpfeln lästiger Projektile

4. April 2013

HonestReporting Media BackSpin, 4. April 2013

Als lästig bezeichnet man den unvermittelt auftretenden Ärger, wenn man in bequemen Socken im Haus herumwerkelt und unerwartet in eine Wasserpfütze tappt, die die eigenen Kinder angerichtet haben. Aber was kann man da tun? Kinder sind nun mal Kinder.

Und ‘lästig’ ist keine Umschreibung dafür, was Israelis – oder irgendwelche anderen Menschen sonst – im Zusammenhang mit Raketenbeschuss empfinden. Sorry, CNN.


Schlagzeile übersetzt: Weitere Raketen aus Gaza ärgern Israel.

Etwas, das durch eine kleine Valium-Abgabe behoben werden könnte, oder?

Das stetige Tröpfeln von Projektilen hat den jüdischen Staat verärgert, der am Dienstag erstmals wieder Luftangriffe auf palästinensischem Gebiet durchgeführt hat, was das Ende des Waffenstillstandes bedeutet, der nach 8 Tagen feindseliger Auseinandersetzungen im November vereinbart worden war.

(Hat tip: E-Mail von Israeli Grouch)

Eine weitere Ausgabe von “Alles begann, als Israel zurückfeuerte”

4. April 2013

HonestReporting Media BackSpin, 4. April 2013

Eine weitere Ausgabe von ins Gegenteil verdrehter Chronologie seitens der Nachrichtenmedien. Reuters ist ein Paradebeispiel dafür, was wir als das Phänomen “Alles begann, als Israel zurückfeuerte” bezeichnen.

So, als bestünde kein Zweifel, wer Schuld am letzten Gewaltausbruch trage, schreibt Reuters:

Die Luftschläge drohten eine von Ägypten  vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu beenden, eine Waffenruhe, die an der Grenze seit November für relative Ruhe gesorgt hatte….

Aber wenn man weiterliest, erfährt man, dass die Schläge der IDF eine Reaktion auf palästinensischen Raketenbeschuss waren.

Nun, ist das etwas, das eine Waffenruhe bedroht?

Update, Mittwoch, 12:30: Associated Press zeigt, wie es man es richtig macht.

Heuchelei wegen schwarzer Miss Israel?

2. April 2013

HonestReporting Media BackSpin, 2. April 2013

Abbildung rechts: Yityish Aynaw, Miss Israel

Wenn es um die Aufnahme von Äthiopiern in Israel geht, werden dem Staat oft Rassismus und Fehler bei der Eingliederung nachgesagt. Und nun wird Israel dummerweise dafür belangt, dass es die Leistungen der Zuwanderer ehrt.

Ja, auch Israel hat – wie alle Staaten auf dieser Erde – Probleme mit Rassismus. Aber die von der australischen Feministin und Kolumnistin Ruby Hamad beschriebenen Probleme rechtfertigen nicht die Heuchelei um eine schwarze Miss Israel, die 21-jährige in Äthiopien geborene Yityish Aynaw.

Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass, wenn es ein Mensch mit Zugehörigkeit zu einer marginalisierten Gruppe schafft, die Barrieren, die ihn an der Überwindung von Barrieren zum Erfolg behindern, plötzlich diese Hindernisse nicht mehr existieren.

Zunächst einmal vermurkst Hamad die Fakten, die ihrer Meinung nach am meisten zu verurteilen wären:

Noch während sie sich in Durchgangslagern in Äthiopien befanden, wurden die Frauen entweder verleitet oder genötigt, Injektionen von Depo-Provera zuzustimmen. ‘Sie sagten uns, dass es sich um Impfungen handelt’, so ein Opfer gegenüber einem israelischen Enthüllungsjournalisten, der die Geschichte ans Tageslicht gebracht hatte. ’Sie erklärten uns, dass Frauen, die häufig gebären, darunter leiden. Wir nahmen es alle drei Monate. Wir haben das abgelehnt.’ Während einige zur Impfung überredet wurden, sagte man anderen geradeheraus, dass sie nicht auswandern könnten, falls sie die Injektion ablehnten.

Man sollte sich nichts vormachen: hier handelt es sich um eine Form ethnischer Säuberung.

Für Hamad zum Mitschreiben: Unsere Kollegen von CAMERA haben diesen Vorwurf als falsch entlarvt und Haaretz hat eine Richtigstellung veröffentlicht. Leider fahren andere Nachrichtendienste und Kolumnisten weiterhin auf diese Falschmeldung ab.

Abgesehen davon behauptet niemand, dass Yityish Aynaws Krönung zur Miss Israel den Beginn einer neuen Ära ethnischer Harmonie bedeute – mehr als, sagen wir mal, Belaynesh Zevadias Ernennung zu Israels erster Botschafterin in Äthiopien, die dort geboren ist, oder Pnina Tamano-Shata, erste Knesset-Abgeordnete, die ebenfalls aus Äthiopien stammt.

Diese Frauen haben buchstäblich einen langen Weg zurückgelegt, um dahin zu kommen, wo sie jetzt sind. Und wenn auch nicht jede von ihnen Schönheitskönigin, Botschafterin oder Abgeordnete der Knesset werden kann, so sind sie in der Tat Quellen des Stolzes und der Inspiration für die äthiopische Gemeinschaft, für Israel und die Juden weltweit.

Warum ihre wohlverdienten Leistungen negieren, nur weil Israel für Hamad nicht perfekt genug ist?

(Bild von Aynaw via YouTube/JewishNewsOne)

Gastbeitrag für HonestReporting: Mediziner reagieren auf Lancet-Artikel zu israelischen Ärzten und Folter

19. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 19. März

Dr. Jeffrey Goldstein und Dr. Steve Samuel sind Mitglieder der Organisation DARA (Ärzte gegen Rassismus und Antisemitismus), die sich dafür einsetzt, dass in medizinischen Publikationen subjektive Artikel, die auf die Kriminalisierung von Rasse, Nation oder Land abzielen, unterbunden werden. Besuchen Sie ihre Website unter www.daradocs.org.


“Israelische Ärzte geheimer Foltervereinbarung bezichtigt”. Hier handelt es sich zwar nur um eine Anklage, aber wenn sie in einem angeblich glaubwürdigen medizinischen Fachblatt erscheint, wird eine Schuld suggeriert. In Wahrheit handelt es sich um eine neue Headline in der medizinischen Zeitschrift The Lancet.

Sharmila Devis’ Artikel stellt Behauptungen auf und wiederholt Stellungnahmen, die mit objektivem Journalismus und klinischer Medizin nicht vereinbar sind. Der tragische Tod Arafat Jaradats, eines 30 Jahre alten Vaters zweier Kinder und Mitglied der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigade, wurde in die willkommene Gelegenheit umgemünzt, die Gemeinschaft israelischer Mediziner zu beschmutzen.

Eine am nächsten Tag durchgeführte Autopsie israelischer Rechtsmediziner diagnostizierte, dass die wahrscheinliche Todesursache eine Herzattacke war (Myokardinfarkt). Es ist unbestritten, dass über eine Stunde lang intensive Versuche zur Herz-Lungen-Reanimation (CRP) durchgeführt wurden. Dr. Saber Aloul, der Chef-Pathologe der Palästinensischen Autonomiebehörde, der bei der Autopsie zugegen war, wird mit den Worten zitiert, dass “Blaue Flecken am Körper Spuren von Folter zeigten.”

Jeder, der einmal eine CPR-Grundausbildung durchlaufen hat, weiß, dass die physische Kraft, die erforderlich ist, eine adäquate Herzdruckmassage durchzuführen, um den notwendigen Output der Herzleistung zu generieren, immer zu einem Thoraxtrauma (Verletzung des Brustraumes) führt, nicht selten auch zu Rippenbrüchen und/oder Brustbeinfrakturen. Blutergüsse wären am folgenden Tag deutlich sichtbar. Wenn ein Arzt daraus schließt, dass Blutergüsse eine Folter nachwiesen, ist unwissenschaftlich und unprofessionell. Eine frühere Untersuchung im The official journal of the European Resuscitation Council bestätigt, dass nach der Autopsie bei 18 von 19 Patienten (95 %), die mit der CRP-Methode behandelt worden waren, Frakturen festgestellt wurden, (Quelle: Reanimation: Band 60, Ausgabe 2, Februar 2004, Seiten, 157-162 und http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0300957203003757)

Dr. Michael Sayre, Sprecher der American Heart Association und Professor an der University of Washington in Seattle, hat kürzlich erklärt, dass gebrochene Rippen bei der Anwendung von CPR einkalkuliert werden müssen, und die Befürchtung, man könnte einen Bruch verursachen, Menschen nicht davon abhalten sollte, jemandem bei einem Herzstillstand zu helfen.

Und Dr. Victor Quint, Anästhesist am Humber River Regional Hospital in Toronto, sagte: “Jeder, der ein CPR durchgemacht hat, kann wie ein Trauma-Patient aussehen.”

Wenn israelische Ärzte irgendetwas verbergen wollten, hätten sie dann Dr. Aloul zur Beobachtung der Autopsie eingeladen? Seine Teilnahme als Chef-Pathologe der Palästinensischen Autonomiebehörde steht in scharfem Kontrast mit den Ereignissen 6 Tage nach dem Tod von Arafat Jaradat, als Ayman Samara, ein 40-jähriger Palästinenser, im Gefängnis der Palästinensischen Autonomiebehörde in Jericho ums Leben gekommen war.

Der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh schrieb damals, am 5. März:

“Die Palästinensische Autonomiebehörde hat palästinensische Journalisten energisch daran gehindert, über den mysteriösen Tod von Samara zu schreiben. Ein palästinensischer Reporter, der bei Interviews mit Menschen außerhalb des Gefängnisses von Jericho erwischt worden war, wurde sogar für mehrere Stunden von Sicherheitsbeamten der palästinensischen Autonomiebehörde festgehalten.”

Das Ausbleiben jeglicher Kommentare oder eines Verweises auf medizinische Fachliteratur bzw.  unvoreingenommenen Fachwissens in Bezug auf induzierte Traumata während der CPR stellt Frau Sharmila Devis Artikel jenseits des Fachwissens aller objektiven, medizinisch-wissenschaftlich publizierten Standards. Die Verantwortung für die öffentliche Rezeption des Artikels liegt bei der Redakteurin des The Lancet.

The Lancet ist eine seriöse medizinische Fachzeitschrift. Aber ihre unbegründeten Behauptungen und aufhetzenden Schlagzeilen diffamieren statt zu informieren und aufzuklären. The Lancet hat ihre Glaubwürdigkeit geschmälert und eine Agenda verraten, weil sie untauglich ist für eine vertrauenswürdige medizinische Literatur.

Bitte senden Sie Ihre Leserbriefe [in Englisch] an Anne Rosenthal – Leiterin Public Relations a.rosenthal@elsevier.com, den Ombudsmann unter ombudsman@lancet.com oder Bill Godfrey, Chief Information Officer unter b.godfrey@elsevier.com.

Abbildung: CC BY-SA HonestReporting.com, Flickr/Akeg.

Warum durch eine unbequeme Wahrheit die gute Stimmung verderben?

19. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 19. März

Der Guardian drückte wieder einmal auf die Tränendüse, als er den offenen Brief eines palästinensischen Jungen an Präsident Obama veröffentlichte – und das auch noch auf der Nachrichtenseite.

Ich hoffe, dass die Welt endlich ihre Stimme gegen die Unterdrückung erheben wird, der wir (und alle Palästinenser) in unserem Viertel ausgesetzt sind, und dass Sie und Andere nicht weiterhin schweigen, wenn man uns unsere Häuser nimmt, unsere Kinder einsperrt und verletzt sowie unsere Zukunft gefährdet.

Das Blatt druckte dies zusammen mit einem 25-minütigen Video von Just Vision über das  schwere Leben eines Jungen in Sheikh Jarrah, einem Viertel in Ostjerusalem, bekannt für hochpreisige Konsulats-Immobilien und naive palästinensische Propaganda in Bezug auf Häuserräumungen und Abrisse. Man erfährt, dass Mohammed El-Kurd und seine Familie im Jahr 2008 aus ihrem Haus zwangsgeräumt wurden.

Was hatte zur Zwangsräumung geführt? War die Familie wirklich Eigentümerin der betreffenden Immobilie? Was war Grundlage für die jüdischen Ansprüche? Hatten sie die Miete nicht bezahlt? Waren sie in Wirklichkeit Hausbesetzer? Lief die israelische Bürokratie Amok?

Der Guardian fixiert sich unverhältnismäßig stark auf israelische Zwangsräumungen und Abrissmaßnahmen in Ostjerusalem. Hintergrundinformationen über die Familie Al-Kurd waren deshalb nicht schwer zu bekommen. Und tatsächlich berichtete Guardian-Reporter Rory McCarthy über die Zwangsräumung von 2008. Und nachdem er sich durch Aussage gegen Aussage gewühlt hatte, schrieb McCarthy schwarz auf weiß:

Rabbi Arik Ascherman von der israelischen Gruppe ’Rabbiner für Menschenrechte’ bestätigte, dass das Land der Familie Al-Kurd vor 1948 Juden gehört haben dürfte…

In Mohammeds irreführendem Brief wird dies nicht erwähnt, ebenso wenig vom Guardian. Es wäre schon ein Riesending gewesen, wenn es in der Comment is Free (CiF)*-Jauchegrube angesprochen worden wäre. Dort geht sonst ja auch alles durch.

Die Platzierung auf der Nachrichtenseite – seltsam genug diese Vorgehensweise – veränderte die Standards journalistischer Transparenz. Es oblag dem Guardian, einen oder zwei Sätze zum Hintergrund der Situation um die Familie Al-Kurd hinzuzufügen, und eine Erklärung dafür, warum der Brief in den Rang einer Nachricht erhoben wurde.

Aber wenn man Redakteur beim Guardian ist und Unterschiede zwischen Nachricht, Meinung und Propaganda verwischt, warum will man dann am Vorabend des Präsidenten-Besuches durch eine unbequeme Wahrheit die gute Stimmung verderben?

———
*Comment is Free (CiF) ist eine Kommentar-Rubrik beim Guardian, in der es von [linken] antisemitischen Leserzuschriften nur so strotzt (bd).

New York Times verkompliziert Jerusalem-Thema

17. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 17. März

cast1_ny_times_cast2In einer Titelgeschichte zum anstehenden Besuch Präsident Obamas in Israel schreibt Jodi Rudoren, die Büroleiterin der NY Times in Jerusalem, dass eine kleine Anzahl von Juden, die Apartments in überwiegend von Arabern bewohnten Vierteln kaufen, die Jerusalem-Frage „verkomplizieren“ würden.

Rudoren räumt ein, dass diese Wohnungen privat finanziert wurden und nicht Teil einer von der Regierung durchgeführten Initiative seien. Sollte man Menschen also Wohnungskauf allein deshalb verbieten, weil sie Juden sind?

Obwohl sie auf mehrere Quellen dafür zurückgreifen könnte, wie das Gebiet im Sechstagekrieg von 1967 unter israelische Kontrolle kam, ist sie nicht in der Lage, diese Begebenheit in einen historischen Kontext zu stellen. Viele Viertel in und um Jerusalems Altstadt beherbergten einen großen jüdischen Bevölkerungsanteil, der dort 1948 entweder ermordet oder vertrieben worden war. (Wie man in einem Video von HonestReporting erfahren kann: Jerusalem: The Media Myth of Two Cities.) Was die Palästinenser als “Eroberung” Jerusalems empfinden, wird von den meisten Israelis als „Befreiung“ und “Wiedervereinigung” bezeichnet. Immerhin war die Stadt in ihrer 3.000 Jahre alten Geschichte nur 19 Jahre lang geteilt – unter jordanischer Besatzung (1948-1967).

Rudoren lässt jedoch absichtlich alles aus, was nicht in ihre Erzählung passt. Zwei einseitige Zitate von Offiziellen der Palästinensischen Autonomiebehörde erzählen dem Leser etwas von “Kolonisation” des Areals. Sie führt ungenannte “Experten” an, die eine Teilung der Stadt befürworten, so als handle es sich hier um allgemeinen Konsens. Aber wenn überhaupt, dann gäbe es erheblichen Widerstand in Israel selbst, falls eine Teilung Jerusalem beträfe, besonders dort, wo es historische Stätten der Juden betrifft.

Ganz am Ende des Artikels wird ein Palästinenser zitiert, was das Thema in einem anderen Licht erscheinen lässt:

Sie gehen davon aus, dass dies ihr Wohnort und ihr Land seien, doch dem ist nicht so. Wir sind hier und wir bleiben hier, aber sie haben etwas dagegen. Es gibt Leute hier, die das nicht zulassen.

Palästinensische Intoleranz ist es, was “die Jerusalem-Frage „verkompliziert“, und nicht wenige jüdische Familien, die Apartments mit Blick auf die Altstadt kaufen.


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