Archive for the ‘Europ. Medien und Nahost’ category

Der Guardian elektifiziert die israelische Sicherheitssperre

3. März 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 3. März 2015

Es scheint so, als sei Israel nicht der einzige Staat, der Terror durch den Bau einer physischen Sperre verhindert. Der Guardian berichtet, dass Kenia an der Grenze zu Somalia eine Mauer bauen wird, um Al-Schabaab-Terroristen draußen zu halten.

Der Bericht stellt auch Vergleiche mit Israels Sicherheitssperre an:

Kenia wird eine Mauer bauen. Nicht einfach eine Mauer, sondern eine „Trennmauer“, um die beschönigende Umschreibung zu gebrauchen, die von Israel geprägt wurde, um hoch aufragende, sich schlangenartig dahinziehende Bauwerke zu beschreiben, die es heute von der Westbank Palästinas trennen.

Es überrascht nicht sonderlich, dass der Guardian einseitig einem nicht existenten Palästinenserstaat die Eigentumsrecht an der Westbank gibt. Der Bericht beinhaltet jedoch einen eklatanten faktischen Fehler:

Die berühmteste ist allerdings Israels Trennsperre – fast 500 Meilen lang wechselt sie zwischen Stacheldraht-Reihen und elektrischen Zäunen und acht Meter hohen Betonmauern.

„Elektrische Zäune“ impliziert, dass jeder, der das Bauwerk berührt, einen Stromschlag erleidet, vielleicht sogar einen tödlichen. In Wirklichkeit ist diese Sperre jedoch eine elektronische, was bedeutet, dass jeder, der sie berührt oder in sie eingreift, einen Alarm auf einem zentralen Bildschirm auslöst, der IDF-Truppen losschicken kann, um das zu untersuchen.

Israels Sicherheitsbarriere ist kein nicht tödliches Mittel zur Verhinderung von Terrorismus.

Eine Aufforderung zu einer Korrektur ist dem Guardian zugeschickt worden, der bisher nicht geantwortet hat.

Dammbruch: palästinensische Lüge entlarvt

24. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Februar 2015 / Übs: YdW

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Das kürzliche stürmische Wetter in Israel und angrenzenden Gebieten hat in Gaza zu weiten Überflutungen geführt. Den Palästinensern und ihren Medienunterstützern genügt es jedoch nicht, den starken Regen dafür verantwortlich zu machen – nein, Israel muss irgendwie beschuldigt werden.

Al-Jazeera:

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme
Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Wenigstens 80 palästinensische Häuser wurden überflutet, nachdem der Wasserpegel nach der Öffnung mehrere Dämme durch israelische Behörden im Gaza-Tal (Wadi Gaza) fast drei Meter erreichte und Familien zur Evakuierung zwang…

Brigadegeneral Said Al-Saudi, Leiter der Zivilschutzbehörde in Gaza, sagte zu Al Jazeera: „Letzte Nacht öffnete Israel ohne Vorwarnung Wasserdämme, was zu schweren Schäden an Dörfern in Gaza nahe der Grenze führte. Über 40 Häuser wurden überflutet, und 80 Familien befinden sich als Folge davon derzeit in Notunterkünften.“

Er fügte hinzu, dass sich die Dammöffnung negativ auf die lokale Landwirtschaft auswirken würde, da die Überschwemmungs auch Geflügel– und Tierfarmen in Gaza in Mitleidenschaft gezogen hat.

„Wir appellieren an Menschenrechtsorganisationen und internationale Rechtsorganisationen, dass sie intervenieren, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.“

RT (Russia Today):

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Es ist nicht das erste Mal, dass israelische Behörden die Dämme zum Gaza-Tal geöffnet haben. Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne Vorwarnung die Schleusentore ihrer Dämme in Richtung Gaza, um massive Mengen überschüssigen Wassers abzulassen, das sich während schwerer Regen– oder Schneefälle in der Naqab-Region angesammelt hatte.

Maan News:

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Der Sprecher der Zivilschutzbehörde in Gaza, Muhammad al-Midana, warnte, es könne weiteres Leid geben, wenn Israel weitere Dämme in diesem Gebiet öffnen würde. Er sagte, das Wasser fließe aktuell mit hoher Geschwindigkeit von der israelischen Grenze durch das Tal ins Mittelmeer.

Natürlich hat diese Story in antiisraelischen sozialen Medien die Runde gemacht. Man kann sie jedoch leicht widerlegen, da es sich um eine schamlose Lüge handelt. Das Büro des COGAT-Sprechers (COGAT = Coordination of Government Activities in the Territories) teilte HonestReporting mit:

Die Behauptung ist völlig falsch, denn in Südisrael gibt es keinerlei Dämme. Aufgrund der jüngsten Regenfälle wurden die Wasserströme in der Region überflutet ohne jegliche Verbindung zu irgendwelchen Aktionen seitens des Staates Israel.

Vor dem Sturm genehmigte COGAT die Überführung von vier Wasserpumpen der palästinensischen Wasserbehörde von Israel nach Gaza zur Verstärkung der 13 bereits im Gazastreifen befindlichen Pumpen, um möglichen Überflutungen im Gebiet Herr zu werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser diese Lüge verbreitet haben. Zuletzt geschah dies 2013 während einer ähnlichen Schlechtwetterperiode.

UPDATE

Sogar die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat diese Lüge nachgeplappert. Xinhuas Jerusalembüro wurde informiert.

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Bild: CC BY-SA HonestReporting, Hintergrunddesign von Freepik

Die verzerrten Holocaust-Lektionen des Guardian

2. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 27. Januar 2015 / Übs: YdW

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Zeitgleich zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust veröffentlichte der Guardian ein Editorial, das einen Einblick in dessen spezielle Ideologie gewährt.

In Bezug auf Holocaust-Überlebende:

Sie sprechen jetzt, da sie bald nicht mehr sprechen können werden. Auch sprechen sie zu einem Europa, in welchem sich Minderheiten aufs Neue bedroht fühlen: Jüdische Gemeinschaften sind von einer neuen Verunsicherung ergriffen, muslimische Gemeinschaften spüren den langsamen Anstieg von Feindseligkeiten im Fahrwasser von Dschihadisten-Gewalttaten wie dem Massaker bei Charlie Hebdo. Natürlich ist die geringe Beimischung rechtsradikaler Parteien von Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) in Griechenland bis hin zu Swoboda (Freiheit) in der Ukraine weit von einem Wiederaufleben des Faschismus entfernt. Wir sind nicht auf dem Weg zu einem neuen Auschwitz. Aber das liegt zum Teil daran, dass wir uns an das erinnern, was damals geschehen ist.

Nur europäische Synagogen mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Nur jüdische Gemeindegebäude, Schulen und Kindergärten benötigen scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Moscheen blieben offen, und abgesehen von einigen kleineren Fällen der Beschädigung von Eigentum sind es nicht Muslime, die auf europäischem Boden ermordet wurden.

Aber der Guardian behandelt sowohl Juden als auch Muslime als Opfer in einer unangebrachten moralischen Gleichschaltung.

Und was ist mit der „geringen Beimischung rechtsradikaler Parteien“? Der Guardian erkennt nicht, dass es nicht die Bedrohung durch Neonazis oder Faschisten ist, die die größte Gefahr für jüdische Gemeinschaften in Europa darstellt, sondern die Konvergenz aus Linksradikalen und islamistischen Extremisten, die ihren Judenhass in exakt jene Sprache des Antizionismus kleiden, welcher der Guardian bereitwillig eine Plattform bietet.

Als wolle das Editorial diesen Punkt unterstreichen, heißt es dort:

Israel selbst, das erst spät zu seiner Abrechnung mit den damaligen Geschehnissen in Europa gefunden hat, wurde manchmal von Menschen geführt, die seine Verletzlichkeit auszunutzen gewillt waren, aber das bedeutet nicht, dass diese Verletzlichkeit nicht tief empfunden würde: Ein Volk, das sich beinahe der Ausrottung ausgesetzt sah, kann nicht dafür getadelt werden, wenn es sein Schicksal nie wieder in fremde Hände legen möchte. Die Araber hingegen können nicht für ihr Gefühl getadelt werden, dass die europäische Blutschuld an den Juden mit dem bezahlt wurde, was sie als ihr Territorium betrachten.

Also folgert der Guardian, israelische Führer hätten zuweilen den Holocaust missbraucht und ausgenutzt, um die Handlungen Israels zu entschuldigen. Dann entschuldigt der Guardian die Weigerung der Araber, die Rechtmäßigkeit eines jüdischen Staates im Nahen Osten anzuerkennen, indem er sagt, die Schaffung des modernen Staats Israel sei ein Resultat europäischer Schuld aufgrund des Holocausts und nicht die unausweichliche Selbstbestimmung eines eingeborenen Volkes in seinem Heimatland.

Trotz all der Lippenbekenntnisse zu jüdischem Leid kann der Guardian sein antiisraelisches Dogma und seine Rolle bei der Förderung ebenjenes Zustands der Verletzlichkeit, dem sich Juden in Europa heute ausgesetzt sehen, nicht verbergen.

Und just in dieser Woche schreibt der preisgekrönte Autor Howard Jacobson im Independent über die Art und Weise, wie die „Aber-Brigade“ zugibt, etwas könnte eine Gräueltat darstellen, gefolgt vom Wort „aber“ und dann einer Einschränkung, die ihnen gerade in den Sinn kommt. Und genau das tat der Guardian – der Holocaust war eine Gräueltat, „aber“ Israels Handlungen und Rechtmäßigkeit sollten trotzdem in Frage gestellt werden.

Die Untersuchungen der BBC im Fall Tim Wilcox machen Fortschritte

29. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting 26. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Tim Wilcox von der BBC löste einen Sturm des Abscheus und der Wut in der Folge der Massaker bei Charlie Hebdo und dem koscheren Supermarkt in Paris aus. Die BBC erhielt viele Beschwerden, auch von HonestReporting.

Wir haben die Beschwerden und den Ablauf bei der BBC ständig beobachtet und können nun die entscheidende E-Mail der Beschwerdeabteilung an HonestReporting veröffentlichen.

Durch die große Anzahl der Beschwerden und der aufgeworfenen Fragen hat die Beschwerdeabteilung den Ablauf beschleunigt, indem sie die Eingaben zusammenfasste und eine Zusammenfassung dessen veröffentlicht, was sie untersucht:

  • Dass die Frage, die Tim Wilkox der Interviewten stellte, irreführend war, indem er die Pariser Morde in einem koscheren Supermarkt mit den Geschehnissen im Nahen Osten verknüpfte.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass alle Juden für die Taten Israels verantwortlich seien.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass Juden für den Mord an anderen Juden verantwortlich seien.
  • Dass die Frage Vorurteile gegen Israel verbreitet.
  • Dass der Kommentar von Tim Wilcox „Aber man muss alles aus unterschiedlichen Perspektiven sehen“ nahelegt, dass es eine Rechtfertigung für die Morde gibt.
  • Dass die Interviewte nicht mit dem nötigen Respekt behandelt wurde.
  • Dass die Art und Weise, wie sich Tim Wilcox entschuldigte, unzureichend war und nicht genau ausdrückte, worin das Beleidigende seiner Äußerungen bestand.
  • Dass die Veröffentlichung der Entschuldigung auf einem privaten Twitter-Account nicht ausreichend war und sie von der BBC veröffentlicht hätte werden müssen.

Die Beschwerdestelle veröffentlichte dazu die relevanten Richtlinien, welche bei Genauigkeit, Unparteilichkeit, Verletzungen und Beleidigungen berücksichtigt werden müssen (vor allem wenn es um eine Darstellung geht).

Die Richtlinien für Genauigkeit sagen folgendes:

Tim Willcox

Alle Veröffentlichungen der BBC müssen, die zum Thema und dessen Beschaffenheit gehören, auf festem Boden stehen müssen, auf stichhaltigen Beweise gründen, die gründlich geprüft wurden und sie müssen in klarer und präziser Sprache dargestellt sein. Wir sollten offen und ehrlich die Dinge benennen, über die wir nichts wissen und unbegründete Spekulationen vermeiden. Forderungen, Aussagen, materielle Fakten und andere Inhalte, die nicht bestätigt sind, sollen als solche dargestellt werden.

Die Richtlinien zur Neutralität sagen folgendes:

Die Neutralität ist das Herz des Dienstes an der Öffentlichkeit und der Kern der Verpflichtung der BBC an seinem Publikum. Dies gilt für all unsere Veröffentlichungen und Dienste – Fernsehen, Radio, Online; es ist in unseren internationalen Diensten und kommerziellen Magazinen verpflichtend. Wir müssen umfassend berichten, die weiteren Perspektiven bedenken und sicherstellen, dass die Existenz unterschiedlicher Ansichten gewissenhaft wiedergegeben wird.

Die Vereinbarung, die die BBC Charta begleitet, verpflichtet uns dazu, alles dafür zu tun, dass kontroverse Themen mit der nötigen Neutralität in unseren Nachrichten oder anderen Veröffentlichungen dargestellt werden, ob es sich nun um Dinge des öffentlichen Interesses, oder um eine politische oder wirtschaftliche Kontroverse handelt. Wir gehen sogar so weit, dass wir uns zur Neutralität in allen Dingen verpflichten. Ungeachtet der unterschiedlichsten Anforderungen.

Der Begriff „gebührend“ bedeutet, dass die Objektivität dem Gegenstand angemessen      und angepasst sein muss, den Erwartungen des Publikums entsprechend und keinerlei Hinweis, der diese Erwartungen beeinflussen könnte.

Gebührende Neutralität ist oft mehr als nur der „Ausgleich“ zwischen zwei gegensätzlichen Standpunkten. Ebenso bedeutet es keine absolute Neutralität in jedem Fall und einer Distanziertheit von fundamentalen demokratischen Prinzipien.

Die Prinzipien der Darstellung sagen folgendes:

Unser Ziel ist es, vollständig und fair alle Kulturen und Menschen im Vereinigten Königreich darzustellen. Inhalte können Vorurteile und Benachteiligungen reflektieren, wie sie in allen Gesellschaften weltweit vorkommen, doch wir sollten sie nicht aufrecht erhalten. In manchen Fällen können Hinweise auf eine Behinderung, auf Alter, sexuelle Orientierung, Glaube, Rasse, etc. wichtig für die Darstellung sein. Dennoch sollten wir die leichtsinnige oder beleidigende Übernahme von Stereotypen vermeiden und Menschen nur dann derart beschreiben, wenn es redaktionell gerechtfertigt ist.

(Die wichtigen Richtlinien der Herausgeber können vollständig hier eingesehen werden.)

Uns wurde mitgeteilt, dass die Beschwerdestelle der BBC vorhat, das Ergebnis der Untersuchung am 23. Februar zu veröffentlichen. Wir würdigen die Ernsthaftigkeit mit der die Beschwerdestelle der BBC den Fall behandelt und wir sind auf die Ergebnisse im nächsten Monat gespannt.

Daily Telegraph: Israel besetzt noch immer den Südlibanon

21. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 20. Januar 2015 / Übs: YdW

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Ein Selfie von Miss Israel direkt neben Miss Libanon bei einem Miss-Universe-Wettbewerb hat international Schlagzeilen gemacht. Der Grund hierfür war die säuerliche Reaktion von Miss Libanon und vielen ihrer Landsleute. Wir hätten nicht gedacht, dass HonestReporting darüber berichten muss, aber der Daily Telegraph hat einen Artikel veröffentlicht, in dem die tieferen Gründe hinter dem Selfie-Zoff angesprochen werden.

Darin steht auch folgender Kommentar von George Asseily, dem Vorsitzenden des Center for Lebanese Studies:

Der Grund ist, dass Libanon Israel beschuldigt hat – und noch immer beschuldigt -, einen Krieg gegen libanesische Zivilisten zu führen. 2006 gab es sehr viel Zerstörung, und seither hat sich die Beziehung nicht verbessert, da Israel noch immer Teile des Südens besetzt und den Rückzug verweigert, obwohl es sich um libanesisches Gebiet handelt.

Leider findet der Daily Telegraph keine erklärenden Worte für Asseilys Anschuldigung, und daher glaubt der gewöhnliche Leser jetzt, Israel besetze libanesisches Gebiet.

In Wahrheit ist das nicht der Fall. YNet News erklärt:

Die Schebaa-Farmen sind ein kleines Gebiet von ungefähr 28 km² an der Grenze zwischen Israel, Libanon und Syrien. Es liegt auf einem Berg etwa 1.500 m über dem Meeresspiegel und bietet einen Ausblick über das libanesische Bekaa-Tal. Seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 hielt Israel diese relativ hohe Gegend, die ihm gewisse Vorteile in geheimdienstlicher und strategischer Hinsicht bietet. (…)

Schebaa wurde 1974 von den Vereinten Nationen als Teil der von Israel besetzten syrischen Golanhöhen anerkannt. Im Mai 2000 zog sich Israel nach 18 Jahren aus dem Südlibanon zurück. Libanons Hisbollah behauptete, der Rückzug sei unvollständig, da Schebaa sich auf libanesischem – nicht syrischem – Territorium befände. Diese Behauptung gibt Hisbollah einen Grund, um weiter gegen die israelischen „Besatzer“ vorzugehen. In einem Interview mit The Media Line im Jahr 2004 zu diesem Thema sagte Ghasan Al-Ezzi, Professor für Politologie an der Libanesischen Universität in Beirut, die Bürger des Libanon lebten und arbeiteten auf den Schebaa-Farmen, aber das ändere nicht die Tatsache, dass die Region in den Augen der internationalen Gemeinschaft unter syrischer Souveränität stehe.

Wenn sogar die UN anerkennt, dass Israel nicht länger libanesisches Gebiet besetzt, warum kann dann der Daily Telegraph das nicht klarstellen?

UPDATE

Der Daily Telegraph hat Folgendes ergänzt:

Israel besetzt die Region der Schebaa-Farmen, die sowohl vom Libanon als auch von Syrien beansprucht werden.

Soweit es uns betrifft, ist diese Erläuterung nicht hinnehmbar und versagt völlig darin, ein legitimes Gegengewicht zu Asseilys Behauptung aufzustellen oder Klarheit zu schaffen. HonestReporting wird weiter hierüber berichten.

Die Dishonest Reporting Awards 2014: Warum die Gaza-Kriegsberichterstatter gewonnen haben

25. Dezember 2014

Pesach Benson, HonestReporting, 23. Dezember 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Dishonest Reporter Award 2014: Gaza-Kriegsberichterstatter

Wir hatten die HonestReporting-Leser gebeten, die Preisträger des diesjährigen Dishonest Reporter Award zu wählen, und der Konsens-„Gewinner“ war die New York Times.

Und es gab viele Gründe, sich dieser Mehrheitsmeinung anzuschließen (mehr dazu hier).

Aber je stärker wir die Berichterstattung über den 50tägigen Konflikt in Betracht zogen, desto mehr realisierten wir, dass diese Sache weit größere Bedeutung hat als die Times. Und bei derart vielen Fällen von schlechtem Journalismus reichte das Herausstellen einer einzigen Zeitung oder Person nicht mehr.

Deshalb haben wir die New York Times hintangestellt.

Was also waren die größten Probleme mit den Berichterstattern des diesjährigens Gaza-Konflikts?

 

Fallschirmjournalismus

Verstärkungspersonal – Freiberufler, Promijournalisten, Wanderreporter und aus anderen Büros abgezogene Mitarbeiter zur Verstärkung der Kriegsberichterstattung – übertrafen zahlenmäßig die regulär in Israel stationierten ausländischen Reporter.

Der Knackpunkt bei diesen „Fallschirmjournalisten“ ist, dass sie so gut wie keine Hintergrundinformationen besitzen und nur begrenzte Verbindungen zu Quellen in den Konfliktgebieten haben, in die sie geschickt werden. Das Pressebüro der israelischen Regierung sagte, es habe sich zusätzlich zu den etwa 750 akkreditierten Auslandsjournalisten, die sich bereits im Land aufhielten, um 777 ausländische Reporter gekümmert, die als Verstärkung in die Region geschickt worden waren.

Die Kritik des erfahrenen in Jerusalem stationierten Reporters Matthew Kalman am Fallschirmjournalismus im Nahen Osten (Monate vor dem Konflikt) war außerordentlich weitsichtig:

„Stellen Sie sich vor, ein Russisch sprechender Reporter landet in Texas, spricht nur Russisch, aber versucht sich an der Analyse, am Kommentieren und an der Berichterstattung über amerikanische Politik; und das ist die Situation, die wir im Nahen Osten haben“, so Kalman.

Denn Themen wie beispielsweise Jerusalems Ansätze zur Konfliktbewältigung („Rasenmähen“) und das Endziel der Hamas (die Zerstörung Israels wie von S. E. Cupp dargelegt) erhielten keine große Aufmerksamkeit.

Fazit: Die Hälfte der über Operation Protective Edge berichtenden Reporter hatte keine Ahnung vom Konflikt.

 

Einschüchterung der Medien

Die Hamas hat zugegeben, Reporter eingeschüchtert zu haben. Und aus gutem Grund.

Es lag nicht im Interesse der Hamas, dass die Welt Bilder von Raketen aus zivilen Gebieten sieht, bewaffnete Kämpfer in Zivil oder Schulen, Moscheen und Krankenhäuser, die als Deckung für Tunnels, Waffenlager und Scharfschützenpositionen eingesetzt wurden. Eine kleine Handvoll Reporter übte Kritik an dieser Rücksichtslosigkeit und diesem Betrug, aber das waren Ausnahmen.

Die Einschüchterung betraf etwas anderes: das völlige Fehlen jeglicher Fotos und Videos von Hamas-Kämpfern.

Das Fehlen von Bildern von bewaffneten Männern im dicht besiedelten Gazastreifen trifft den Kern der Doktrin der Hamas, Menschen als lebende Schutzschilde zu verwenden, was die Kollateralschäden bei IDF-Einsätzen absichtlich in die Höhe treibt. Die Hamas setzt darauf, dass die Welt Israel verurteilt, wenn die zivilen Opfer zunehmen.

Die bemerkenswertesten Aufnahmen, die die Hamas die Welt nicht sehen lassen wollte, kamen durch Neu-Delhis NDTV zustande. Dieses filmte eine Raketeneinheit, wie sie eine Abschussrampe neben einem Hotel aufbaute, in dem ausländische Journalisten untergebracht waren. Bezeichnenderweise wurde das Video nicht freigegeben, bevor das NDTV-Team wieder sicher zuhause in Indien war.

Palästinensische Fotografen unter Hamas-Aufsicht verfügen nicht über den Luxus, Gaza verlassen zu dürfen. Ausländische Fotografen dürften bewusst darüber hinweggesehen haben oder ließen sich von der Hamas in die Irre führen. Vielleicht glauben auch einige Fotografen da draußen, eine Vertuschung sei gerechtfertigt, um der palästinensischen Sache zu helfen. Der ehemalige Associated-Press-Korrespondent Matti Friedman führte ebendiese Beobachtung in einem vielbeachteten Exposé über Medienbefangenheit im „Tablet“-Magazin an:

Tatsache ist, dass die Einschüchterung durch Hamas überwiegend irrelevant ist, weil die Aktionen der Palästinenser irrelevant sind: Die meisten Reporter im Gazastreifen glauben, ihr Job bestehe darin, israelische Gewalt gegen palästinensische Zivilisten zu dokumentieren. Das ist die Quintessenz der Israel-Story. Außerdem arbeiten Reporter mit Deadlines, sind oft gefährdet, und viele sprechen die Sprache nicht und haben nur eine sehr ungefähre Vorstellung, was abgeht. Sie hängen von ihren palästinensischen Kollegen ab und von den Mittelsmännern, die entweder Angst vor Hamas haben oder Hamas unterstützen oder beides. Reporter brauchen keine Hamas-Aufpasser, um sie von Tatsachen wegzuscheuchen, die die einfache Story trüben können, die zu berichten sie hierher geschickt wurden.

Es ist kein Zufall, dass die wenigen Journalisten, die über Hamaskämpfer und Raketenwerfer in zivilen Gebieten in diesem Sommer berichtet haben, in der Regel nicht zu den großen Nachrichtenorganisationen mit starken und permanenten Operationen im Gazastreifen gehörten, wie Sie vermutet haben könnten. Meistens waren es rauflustige Randfiguren und Neuankömmlinge – ein Finne, eine indische Crew und ein paar andere. Diese armen Seelen haben das Memo nicht erhalten.

(Anm.d.Übs.: Die Übersetzung der oberen beiden Absätze stammt vom Blog beer7.wordpress.com – vielen herzlichen Dank!)

Peter Beaumont vom Guardian legte die Signifikanz näher dar:

In den meisten von mir begleiteten Kriegen begegnet man einer der beiden Parteien, oft beiden, aber in Gaza, wo der Tod vom Himmel fällt, sind die Kämpfer weitgehend unsichtbar bis auf die Wirkung ihrer Waffen. Im Ergebnis sieht man den Krieg in Gaza durch das Prisma des Leidens der Opfer – ein Konflikt, in dem diejenigen fehlen, die gewillt sind, rationale Erklärungen zu liefern.

Wir erkundigten uns über unsere Kontakte, ob es Journalisten gebe, die ihre Fotos oder Videos veröffentlichen wollen – aber niemand meldete sich.

 

Strittige Opferzahlen

Opferzahlen und die Einteilung in Zivilisten und Kombattanten gingen entweder auf Hamas-Angaben oder auf Zahlen der UN zurück. UN-logo

Das unglückselige Problem mit den UN-Zahlen war, dass sie von dubiosen nichtstaatlichen Organisationen kamen, die Israel gegenüber feindselig eingestellt sind, z. B. dem Palästinensischen Zentrum für Menschenrechte (PCHR). (Anmerkung: Steven Stotsky dekonstruierte dieses Problem, nachdem er einen genaueren Blick auf das PCHR geworfen hatte.)

Ja, eine unabhängige Verifizierung der Opferzahlen in den schwierigen Umständen des Gazakrieges ist eine gewaltige Aufgabe.

Doch bedenken Sie: Indem der Faktencheck palästinensischen und israelischen Gruppen überlassen wurde, reduziert sich der Journalismus von Gewissheit zu Behauptungen aus dritter Hand (z. B. vom Al-Mezan-Zentrum für Menschenrechte und vom Meir-Amit-Informationszentrum über Geheimdienste und Terrorismus). In der Theorie sollten die großen Medien die Behauptungen der jeweils anderen ins Gleichgewicht bringen. Doch kann man sich nicht darauf verlassen, dass die Auslandspresse so arbeitet. In einem Folgeartikel in „The Atlantic“ erklärte Matti Friedman, warum Israels Seite der Geschichte nicht dieselbe Behandlung erfährt:

Während meiner Zeit bei der Presse lernte ich, dass unsere Beziehung zu diesen Gruppen keine journalistische ist. Meine Kollegen und ich analysierten und kritisierten sie nicht. Vielen ausländischen Journalisten waren sie keine Ziele, sondern Quellen und Freunde – in gewisser Hinsicht waren sie Kollegen in einer informellen Allianz. Diese Allianz besteht aus Aktivisten und internationalen Mitarbeitern der Vereinten Nationen und der NGOs; das westliche diplomatische Korps, insbesondere in Ostjerusalem; und ausländische Reporter. (Es gibt auch eine lokale Komponente aus einer geringen Zahl israelischer Menschenrechtsaktivisten, die zum Großteil von europäischen Regierungen finanziert werden, und palästinensischen Mitarbeitern der Palästinenserbehörde, der NGOs und der UN.) . . .

In diesen Zirkeln ist eine Abneigung gegenüber Israel meiner Erfahrung nach zu etwas zwischen einem akzeptierten Vorurteil und einer Vorbedingung für den Eintritt in jene Zirkel geworden. Ich spreche hier nicht von einer kritischen Einstellung gegenüber der israelischen Politik oder der ungeschickten heutigen Regierung, sondern von dem Glauben, dass die Juden Israels in gewissem Maße ein Symbol für die Missstände der Welt sind, insbesondere jener, die mit Nationalismus, Militarismus, Kolonialismus und Rassismus einhergehen . . .

Und das führt uns zu…:

 

Opferzahlen als moralisches Barometer

Immer wieder sahen wir Infografiken, Editorials, Schlagzeilen und simple Einzeiler, die den Eindruck vermittelten, palästinensische Zivilisten würden den Hauptanteil der Opferzahlen stellen. Israel hingegen wurde von den großen Medien als blutrünstig und inkompetent dargestellt. Jon Snow von Channel 4 beschuldigte Israel beiderlei, während er den israelischen Sprecher Mark Regev interviewte.

Im Kern wurden die Opferzahlen zu einem falschen moralischen Barometer, was später von Leuten wie Oberst Richard Kemp, Eric Yoffie und Bret Stephens entlarvt wurde. Letzterer brachte es im Wall Street Journal auf den Punkt (abrufbar über Google News):

Wenn in chaotischen Umständen minutiös genaue Statistiken bereitgestellt werden, weist dies darauf hin, dass diese Statistiken wertloser Müll sind. Stützt sich eine Nachrichtenorganisation ohne jedwede Klärung auf Daten eines bürokratischen Organs einer Terrororganisation, dann liegt auch da etwas im Argen.

Aber nehmen wir um der Diskussion willen einfach mal an, dass die Zahlen stimmen. Bedeutet das, dass die Palästinenser die hauptsächlichen Opfer und die Israelis die hauptsächlichen Täter in diesem Konflikt sind? Mit dieser dumpfen Logik möchten wir vielleicht auch die Moralitäten im Zweiten Weltkrieg neu bewerten, wo über 1 Mio. deutsche Zivilisten durch alliierte Hand zu Tode kamen, verglichen mit nur 67.000 britischen und 12.000 amerikanischen Zivilisten.

Der wahre Nutzen der Opferzahlen ist, dass sie Reportern und Kommentatoren, die diese Zahlen anführen, die Chance einräumen, Israel indirekt die Schuld zuzuweisen, wobei gleichzeitig den Fragen über die letztendliche Verantwortung für die Tötungen ausgewichen wird.

Da ein Bild mehr wert ist als tausend Worte, erhält der „Columbus Dispatch“-Cartoonist Nate Beeler das letzte Wort.

Bild: Die zivilen Opferzahlen in Gaza nehmen weiterhin in obszöner Weise zu, während Israel behauptet, es gehe gegen sogenannte geheime „Terrortunnel“ vor…

Bild: Die zivilen Opferzahlen in Gaza nehmen weiterhin in obszöner Weise zu, während Israel behauptet, es gehe gegen sogenannte geheime „Terrortunnel“ vor…

 

Was dies alles bedeutet

Die Medienberichterstattung während Operation Protective Edge trug zur dramatischen Zunahme des Antisemitismus in Europa, Australien, auf US-Campussen, in Südafrika und Südamerika bei. Allein Großbritannien erlebte einen Anstieg um 500 Prozent.

Auch die antiisraelische BDS-Bewegung erlebte ein Comeback.

Und Israel verweigert die Kooperation mit einer von William Schabas angeführten UN-Untersuchung, einem kanadischen Professor für Menschenrechte und internationale Gesetze, der seinen eigenen Groll auf Israel hegt.

2014 neigt sich seinem Ende zu, und alle Akteure ziehen Schlussfolgerungen und bewegen sich vorwärts. Hamas baut wieder an ihren Terrortunneln, hält Militärübungen ab und bewaffnet sich neu. Der US-Militärführer General Martin Dempsey sagte, das Pentagon lerne von der IDF, wie man zivile Opfer minimiere und mit Terrortunneln umgehe. Des weiteren zog die IDF den Schluss, dass die Hisbollah womöglich grenzüberschreitende Tunnel gegraben hat.

Nur die Zeit wird zeigen, ob die großen Medien dazugelernt haben – wenn überhaupt.

Bild: CC BY-NC-SA Truthout/Lance Page via flickr und HonestReporting.com

Wiederkäuen der palästinensischen Weihnacht

23. Dezember 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Dezember 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Keine Weihnachtszeit vergeht, ohne dass irgendein Pressekanal dieselbe abgelutschte Anti-Israel-Story mit Weihnachtsthema und einem palästinensischen Weihnachtsmann wiederkäut. Dieses Jahr ist es Mehdi Hasan im New Statesman (ebenfalls im britischen Ableger der Huffington Post veröffentlicht), der den Preis für die am wenigsten originelle und voreingenommenste Weihnachts-Story einheimst.

Schlagzeile: Würden Maria und Josef heute nach Bethlehem gehen, würden sie an einem israelischen Checkpoint festsitzen. Unterüberschrift: Warum ziehen die verfolgten Christen im Nahen Osten oder in Ländern wie im Sudan die Aufmerksamkeit und den Ärger westlicher Politiker auf sich, aber die Christen Palästinas haben das Nachsehen? Bildunterschrift: Ein Palästinenser im Weihnachtsmann-Kostüm wird bei einer Demonstration in einem Dorf nahe Bethlehem von einem israelischen Soldaten konfrontiert, 19. Dezember. Foto: Getty

Schlagzeile: Würden Maria und Josef heute nach Bethlehem gehen, würden sie an einem israelischen Checkpoint festsitzen.
Unterüberschrift: Warum ziehen die verfolgten Christen im Nahen Osten oder in Ländern wie im Sudan die Aufmerksamkeit und den Ärger westlicher Politiker auf sich, aber die Christen Palästinas haben das Nachsehen?
Bildunterschrift: Ein Palästinenser im Weihnachtsmann-Kostüm wird bei einer Demonstration in einem Dorf nahe Bethlehem von einem israelischen Soldaten konfrontiert, 19. Dezember. Foto: Getty

In der Washington Post kommentiert David Bernstein:

Da Josef und Maria Judäer aus Nazareth waren, d. h. Juden, bräuchten sie sich keine Sorgen wegen israelischer Straßensperren machen, die als Gegenmaßnahme zum palästinensischen Terrorismus gedacht sind. Vielmehr müssten sie sich Sorgen darüber machen, von Hamas– oder Fatah-Terroristen ermordet zu werden.

Im Ernst: Diese Art Geschichtsrevisionismus, wo die antiken jüdischen Judäer als palästinensische Araber behandelt werden und das moderne Israel mit den Unterdrückern von Jesus und seiner Familie gleichgesetzt wird – ein üblicher Tropus in Großbritannien -, wäre lachhaft, wenn er nicht so bösartig wäre. Bösartig nicht einfach weil es eine lächerliche Geschichtsverzerrung darstellt, und bösartig nicht einfach weil diese Darstellung für gewöhnlich von einer beachtlichen Dosis Antisemitismus begleitet wird, wobei Palästinenser die Rolle von Jesus spielen und die Israelis die ausländischen Unterdrücker, die ihn ans Kreuz nageln – sondern bösartig, weil es den wahren Kern des arabisch-israelischen Konflikts berührt: das Versagen der arabischen Seite, anzuerkennen, dass die „Zionisten“ nicht die „europäischen Siedler-Kolonialisten“ drittweltlicher Fantasie sind, sondern ein Volk mit über dreitausendjähriger Verbindung mit dem Land Israel, dessen Religion dort geboren wurde, das dort zwei separate Königreiche hatte, das zweitausend Jahre lang in seiner uralten hebräischen Sprache gen Jerusalem gebetet hat und so weiter.

Hasan baut auf eine 2006 in Bethlehem durchgeführte Umfrage, die angeblich zeigt, dass Israel und nicht der islamische Extremismus die Christen aus dem Heiligen Land vertrieben hat. Hasan sagt:

„Teile und herrsche“ heißt das (israelische) Spiel; dabei wird versucht, die palästinensischen Christen gegen die palästinensischen Muslime aufzubringen, indem man letztere beschuldigt, die Verfolgung und Auswanderung der ersteren herbeigeführt zu haben.

In den acht Jahren seit Veröffentlichung jener Umfrage hat HonestReporting viele Beispiele muslimischer Verfolgung von Christen angeführt und die Lebenswirklichkeit unter der Palästinenserbehörde und der Hamas beschrieben. Es sind zu viele Beispiele, um sie hier aufzuzählen, aber es lohnt sich, einen Vortrag der mutigen Christy Anastas anzusehen. Sie ist eine junge palästinensische Christin, die vorher in Bethlehem wohnte, und sie sprach dieses Jahr über genau dieses Thema, als CBS 60 Minutes eine ganz ähnliche ruchlose Attacke auf Israel startete.


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