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Der Coronavirus und 7 Gründe, warum es keine „Belagerung des Gazasreifens“ gibt

16. April 2020

Honest Reporting, 30. März 2020

Besonders in einer Zeit, in der der Coronavirus ein beträchtliches Verbreitungsrisiko für die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens darstellt, ist die von der Hamas kontrollierte Enklave erneut in den Nachrichten. Und damit liegt ein neuer Fokus auf den Problemen, denen sich Gazas unzureichend ausgestattetes Gesundheitssystem gegenüber sieht. Einige Medien machen dafür offen israelische Einschränkungen für den Gazastreifen verantwortlich, die es gibt, um den Hamas-Terrorismus gegen Israel zu entschärfen. Diese Einschränkungen werden oft als „Blockade“ bezeichnet. Manche gehen sogar noch weiter und reden von einer „Belagerung des Gazastreifens“.

Das Wort „Belagerung“ ist besonders gefühlsbeladen und wird von Israels Gegnern ständig verwendet, manchmal auch von Mainstream-Medien, z.B. dem Economist:

Die „Gaza wird belagert“-Mentalität der Medien

Wortwahl ist wichtig. Irreleitende Begrifflichkeiten ist eine unserer acht Kategorien von Medien-Einseitigkeit. Wir stellen fest, dass Wortwahl nur allzu oft zur Beförderung von Propaganda genutzt wird. Die Medien müssen Vorsicht walten lassen, wenn sie sich bewusst dafür entscheiden bestimmte Begriffe, passende Nomen oder fremde Worte zu übernehmen (oder zu vermeiden).

Die lexikalische Definition einer Belagerung lautet:

Umstellen einer Stadt oder Festung, um deren Bevölkerung durch Aushungern zur Aufgabe zu zwingen.

(englisch, übersetzt:) Die Handlung oder der Prozess einen befestigten Ort auf eine Weise zu umstellen und anzugreifen, dass er gegen Hilfe und Nachschub isoliert wird; Zweck des Tuns ist es den Widerstand der Verteidiger zu schwächen und damit die Einnahme möglich zu machen.

Hier finden Sie sieben Gründe, warum die Lage des Gazastreifens weit von dieser Definition entfernt ist.

  1. Israel will den Gazastreifen nicht besetzen. Israel zog seine Soldaten und seine Zivilbevölkerung mit der Abkoppelung von 2005 aus dem Gazastreifen ab. Wollte Israel den Gazastreifen wieder erobern, müsste es das Territorium belagern, und dann beträchtliche militärische Mittel einsetzen um ihn wieder einzunehmen.
  2. Eine Belagerung ist ein militärischer Akt. Aber wer greift hier eigentlich wen an? Alle israelischen Militäroperationen seit dem Abzug aus dem Gazastreifen waren eine Reaktion auf tausende Raketen, die von palästinensischen Terrororganisationen auf israelische Bevölkerungszentren geschossen wurden.
  3. Fakt ist, dass Israels Blockade eine Verteidigungsmaßnahme ist, mit der seine Bevölkerung vor Terroristen geschützt werden soll, indem diese Terroristen daran gehindert werden nach Israel hineinzukommen, Waffen in den Gazastreifen zu schmuggeln oder Material in die Hände zu bekommen, das zur Herstellung von Waffen genutzt werden kann. Tatsächlich ist der Hauptgrund für die Blockade des Gazastreifens sowohl durch Israel als auch durch Ägypten die Bedrohung durch den Waffenschmuggel der Hamas.
  4. Unter was für einer Art von „Belagerung“ kann der Gazastreifen stehen, wenn der „Belagerte“ seine Bevölkerung aufruft, nicht ins Ausland zu reisen? Das Hamas-Gesundheitsministerium hat im März 2020 tatsächlich angesichts des drohenden Coronavirus die Palästinenser im Gazastreifen gedrängt nicht ins Ausland zu reisen. „Wir rufen alle Bürger auf, den Gazastreifen nicht zu verlassen – außer es ist absolut notwendig – um ihr Wohlerlgehen zu wahren“, sagte das Ministerium in einer Erklärung. Weitere Beweise, dass Reisen von Menschen, wenn auch beschränkt auf diejenigen mit Genehmigungen israelischer Behörden und den paar hundert täglich zugelassenen über den ägyptischen Übergang Rafah, immer noch möglich sind.


Ein Gesundheitsmitarbeiter mit Schutzmaske geht durch eine Quarantänezone, die vom palästinensischen Gesundheitsministerium im Gazastreifen eingerichtet wurde, um Einreisende am Übergang Rafah zu Ägypten als Teil der Bemühungen gegen einen Ausbruch des Coronavirus zu testen – 16. Februar 2020 (Foto: Said Khatib/AFP via Getty Images)

  1. Ist es eine „Belagerung“, wenn Israel eine Verwaltungsorganisation hat, die der Arbeit mit der örtlichen palästinensischen Bevölkerung gewidmet ist? Die Coordination of Goverment Activities in the Territories (COGAT) hat eine Koordinations- und Verbindungsverwaltung (CLA) für den Gazastreifen, die daran arbeitet der örtlichen palästinensischen Bevölkerung bei einer großen Bandbreite von Bereichen zu helfen. Dazu gehören:
  • Import und Export von Waren.
  • Koordinierunbg der Passage von Palästinenser nach Israel und ins Ausland (hauptsächlich aus wirtschaftlichen und medizinischen Gründen)
  • Ermöglichung der Passage internationaler Delegationen und Entwicklungshelfer.
  • Förderung von Projekten unter der Leitung der internationalen Gemeinschaft (z.B. Bau von Schulen, medizinischen Zentren, Gemeindezentren, Wohnungsbau) und Hilfe in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehrswesen, Industrie und Handel.
  1. Der effektivste Weg ein Territorium zu belagern bestünde darin die Strom- und Wasserversorgung zu kappen. Stattdessen liefert Israel jedes Jahr mehr als 125 Megawatt Strom in den Gazastreifen, was mehr als die Hälfte der Stromversorgung darstellt. Darüber hinaus liefert Israel jedes Jahr rund 10 Millionen Kubikmeter Wasser.
  2. Die Bevölkerung auszuhungern oder ihr grundlegende humanitäre Güter oder Medikamente vorzuenthalten würde ebenfalls eine effektive Belagerung darstellen. Dennoch hat es keine Blockierung von Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und anderen humanitären Gütern in den Gazastreifen gegeben. Seit die Hamas an die Macht kam, passieren fast jeden Tag mit diesen Vorräten beladenen LKW die Grenze mit Israel. Es hat keine Berichte über Hunger oder Gesundheitsepidemien im Gazastreifen gegeben.

Hier ist ein Blick auf die Zahlen zu dem, was 147.540 LKW 2017 über COGAT in den Gazastreifen lieferten:

  • 383.440 Tonnen Baumaterial
  • 744 Tonnen Lebensmittel
  • 111 Tonnen (Koch-)Gas
  • 038 Liter Dieseltreibstoff
  • 696 Liter Benzin
  • 044 Tonnen medizinische Ausrüstung
  • 154 Fahrzeuge

Darüber hinaus sind seit dem Gazakrieg von 2014 mehr als 6,5 Millionen Tonnen Baumaterial in den Gazastreifen gebracht worden, um Häuser, Straßen, öffentliche Einrichtungen und andere Infrastruktur zu bauen.

Die Bewegungsfreiheit von Menschen und Material ist zwar, um Terrorismus zu verhindern, eingeschränkt, doch ist die israelisch-ägyptische Blockade des Gazastreifens letztendlich nicht als „Belagerung“ zu bezeichnen. Das Überleben der Hamas selbst hängt davon ab, das Leid der Gazaner Israel anzuhängen, um so vom eigenen Versagen abzulenken. Leider gibt es nur allzu viele, darunter einige Medien, die dieses Narrativ nur allzu bereit glauben.

Israel hat nicht den Wunsch die Menschen des Gazastreifens leiden zu sehen und tut alles, was ihm möglich ist, die eigenen Sicherheitsbedürfnisse mit den humanitären Anforderungen der Palästinenser auszugleichen. Der Gazastreifen wird nicht „belagert“.

Berichte zu den Raketen aus dem Gazastreifen: Israelische Verletzte werden regelmäßig verharmlost

28. November 2019

Emanuel Miller, HonestReporting, 18. November 2019

Der Zweck des Journalismus besteht darin Fakten zu berichten. Im Fall eines Ausbruchs von Gewalt müssen Journalisten berichten, wer zuerst schoss, warum, auf wen auf der jeweiligen Seite geschossen wurde, wer auf jeder Seite starb und wie viele im Ergebnis verletzt wurden. Zwar wird es immer ein Element der Interpretation und Selektivität bei der Entscheidung geben, welche Fakten hervorstechen und Aufmerksamkeit verdienen, aber die Kernaufgabe bleibt dieselbe: Berichtet in erster Linie die Fakten.

Bei der letzten Steigerung der Gewalt zwischen Israel und den Terroristen im Gazastreifen wurden zahlreiche Terroristen und Zivilisten im Gazastreifen getötet. Das war berichtenswert. Zu großen Teilen dank des Raketenabwehrsystems Eiserne Kuppel wurde aber kein einziger Israeli getötet, obwohl der Islamische Jihad buchstäblich hunderte Raketen auf israelische Dörfer und Städte schoss. Auch das war berichtenswert.

Genauso sorgt jede Rakete, ob sie ein Ziel trifft oder nicht, für echte Panik, was regelmäßig zu Folgeverletzungen führt, darunter Stürze und stressbedingte Symptome.

Hier versagen die Medien nur allzu häufig.

Es ist zwar nicht realistisch zu erwarten, dass jeder einzelne Artikel die Verletzten erwähnt – kurze Texte lassen natürlich Einzelheiten aus – aber in ausführlicheren Berichten hätte natürlich Platz sein müssen die verschiedenen Kategorien Israelis anzuführen, die medizinische Versorgung benötigten.

Allein Todesfälle zu dokumentieren schneidet israelisches Leid weg

In zahlreichen Berichten zählten Opferzählungen einzig die Toten. Als Ergebnis erschienen die bereits schiefen Zahlen komplett einseitig bis zu dem Punkt, dass Israelis überhaupt nicht litten. Nehmen Sie zum Beispiel diesen Bericht der New York Times vom 15. November von Iyad Abuheweila und David Halbfinger über einen israelischen Angriff, bei dem zahlreiche Mitglieder einer Familie getötet wurden.

Gaza-Gesundheitsbeamte sagten, unter den 34 getöteten Palästinensern der zweitätigen Kämpfe waren 16 Zivilisten; diese begannen, als Israel Dienstagfrüh einen Kommandeur des Islamischen Jihad tötete und eskalierte, als die militante Gruppe mit hunderten Raketen auf Dörfer und Städte im Süden und Zentrum Israels reagierte. Es gab keine israelischen Toten.

Todesfälle ausführlich zu beschreiben erzählt nur einen Teil der Geschichte. Während Reporter das Recht haben Einzelheiten auszulassen, hat das zu tun hier den Effekt einzig palästinensisches Leid herauszuheben, was dem Leser gegenüber den falschen Eindruck hinterlässt, dass Israelis keinerlei Folgen der Gewalt ertragen müssen.

Angesichts der gewählten Parameter ist es bizarr, dass der Artikel mit einem Verweis auf ein verwundetes Opfer der Gewalt endet:

Ismail al-Swarka sagte, sein Schwager sei ebenfalls Ziegenhirte und habe einige Hühner und einen Eselskarren. Die kleineren Tiere hat es zerfetzt. Der Esel wurde verletzt, überlebte aber.

Ja, ein Esel. Es gab in diesem Bericht der New York Times Platz für einen Esel, aber keinen, um die verletzten Menschen auf beiden Seiten dieses Konflikts zu erwähnen. Ziemlich bizarr.

Wohl noch schlimmer war Bel Trews Berichterstattung im The Independent einen Tag davor, der Einzelheiten dazu weitergab, wie viele Verletzte es auf der palästinensischen Seite gab, aber irreführend damit fortfuhr: „Es wurden keine Opfer in Israel gemeldet.“

Wenn „Opfer“ Todesopfer bedeutet, dann ist diese Beschreibung korrekt. Soll es Verwundete plus Tote bedeuten, dann ist sie falsch. Egal wie, damit wird auf jeden Fall ausgelassen, was die meisten anderen Medien zu drucken bereit sind: dass zahlreiche Israelis als Resultat des Raketenfeuers verletzt wurden.

Die New York Times und der Independent sind nur größten Ungeheuerlichkeiten auf einer Liste von Gelegenheiten, bei denen anerkannte Pressekanäle es schafften die vom Raketenfeuer aus dem Gazastreifen Verletzten zu ignorieren oder herunterzuspielen.

Sind nur schwere Verletzungen es wert angeführt zu werden?

Am selben Tag brachte Associated Press einen Text von Fares Akram und Joseph Krauss, der die 450 auf Israel gefeuerten Raketen als „keine Toden oder ernsthaft Verletzten“ verursachend beschrieben.

… gezielte Tötung eines Kommandeurs des Islamischen Jihad. Bei den Kämpfen wurden 34 Palästinenser getötet, darunter 15 Zivilisten. Palästinensische Militante schossen mehr als 450 Raketen nach Israel, womit sie einen Großteil des südlichen Israel lähmten ohne Tote oder ernsthaft Verletzte zu verursachen…

In einem anderen Bericht vom selben Tag schrieben Akram und Josef Federman einfach: „Drei Israelis wurden durch Granatsplittern oder zerbrochenes Glas leicht verletzt.“

Die Berichterstattung des Guardian nahm dank Oliver Holmes und Hazem Balouha eine ähnliche Stimmung an; sie erwähnten nur, dass es „keine israelischen Toten“ gab, sondern „[nur] drei Personen, die von Granatsplittern oder Trümmern verletzt wurden“.

Israels Militär sagte, sein Verteidigungssystem Eisene Kuppel, das einfliegende Projektile abfängt, eine Erfolgsquote von 90% beim Abschuss von Raketen hatte, die auf Wohngebiete zuflogen. Es gab keine israelischen Toten, obwohl drei Personen durch Granatsplitte oder Trümmer verletzt wurden. Eine Rakete verpasste knapp Autos auf einer belebten Fernstraße.

The Daily Mail schrieb von Angriffen, „die einen Großteil des südlichen Israel lähmte, ohne irgendwelche Toten oder ernst Verletzten zu verursachen“.

Immer wieder beschreiben die Berichte nur einen Teil der Geschichte, wohingegen Dutzende andere als Ergebnis der Panik verletzt wurden, ausgelöst durch Raketen, die ungefähr in ihre Richtung geschossen wurden.

Das soll nicht heißen, dass es irgendein Anzeichen für eine gewollte Entscheidung gibt israelisches Leid zu minimieren, ganz zu schweigen von Vorsatz. Es gibt gewiss keinen Grund an eine Medien-Verschwörung zu glauben israelisches Leid reinzuwaschen. Stattdessen ist das aufkommende Gesamtmuster eines, bei dem von Raketen betroffene Israelis untertrieben und regelmäßig nicht erwähnt werden.

Stattdessen sollen sie kollektiver als Beweis genommen werden, dass das Nettoergebnis einiger Berichte zur Eskalation der Gewalt darin bestand, dass israelisches Leid nicht in vollen Einzelheiten beschrieben wird. Diesbezüglich stellen wir fest, dass die Messlatte scheinbar willkürlich gesetzt wird, was auf Kosten der Vollständigkeit und Gewissenhaftigkeit des Berichts geht.

Unabhängig davon, ob Raketen einschlagen oder nicht: Wann immer sie sich israelischen Bevölkerungszentren nähern, plärren die Alarmsirenen des Code Rot, um die Bürger wissen zu lassen, dass sie nur noch Sekunde haben, um in Deckung zu rennen. In der Eile den nächsten Bunker oder relativ sicheren Ort zu erreichen wurden letzte Woche Dutzende Israelis verletzt, manche durch Sturz, andere durch Ohnmachten, während wieder andere unter Posttraumatischen Belastungsstörungen und damit verbundenen Symptomen litten. Sie mögen zwar keine direkten Opfer des Raketenfeuers sein, aber die Zunahme an Israelis, die medizinische Versorgung benötigten, war ein nachrichtenwerter Aspekt der größeren Geschichte und verdiente Berichterstattung.

Den Auswirkungen des Terrors des Islamischen Jihad und seiner Auswirkungen auf die israelische Gesellschaft zu wenig Gewicht zu geben dient dem Leser nicht, der darum kämpft diesen kompletten und störrischen Konflikt zu verstehen. Wer gelegentlich Nachrichten konsumiert und , mit dem Ernst der tiefen Feindseligkeit Israel gegenüber noch nicht vertraut sind, wird zweifellos im Unklaren dazu gelassen, wie tiefgehend die Gruppe es schaffte das Leben einer gesamten Nation zu zerrütten, wie nahe sie an dem Erfolg war Israelis zu töten und dass selbst abgefangene Raketen die Fähigkeit haben zu Verletzungen und dem Zufügen von heftigen Stress-Symptomen zu führen.

Schuldig durch falsche Assoziation: Israel „besonders vermerkt“

28. Oktober 2019

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Oktober 2019

Antiisrael-Aktivisten werden jede Gelegenheit nutzen Israel als schuldig durch bestehende Verbindung zu Staaten dazustellen, die umstrittenes Verhalten an den Tag legen. Chile erlebt aktuell gewalttätige Straßenproteste, die bisher zu 15 berichteten Toten geführt haben.

Was hat das mit Israel zu tun?

Jede Menge, laut The Independent.

Haben Sie von der Gewalt in Chile gehört? Sie haben wahrscheinlich nicht gehört, dass das Militär dort seine Vorgehensweise von Israel lernt. In den letzten Jahren hat die IDF anscheinend eine Taktik eingesetzt palästinensische Demonstranten zu verstümmeln statt sie zu töten – und das ist etwas, das wir diese Woche in Chile gesehen haben.

Wer ist Benjamin Zinevich?

Benjamin Zinevich

Aber zuerst: wer ist Benjamin Zinevich, der Autor dieser Stellungnahme?

Ist er Akademiker? Experte für israelisch-chilenische Beziehungen?

Nein.

Der Independent versäumt es uns irgendwelche Daten zu Zinevich zu liefern, aber eine einfache Google-Suche offenbart, dass er Student an der New York University ist; dort ist er ein prominente Anti-Israel-Aktivist und Mitglieder der Organisation Students for Justice in Palestine (SJP). Die Anti-Defamation League beschreibt diese als „ein Netzwerk propalästinensischer Studentengruppen aus den gesamten USA, die antiisraelischer Propaganda verbreiten, oft in Verbindung mit aufhetzerischer und manchmal aggressiver Rhetorik. Sie sind eine führende Campus-Organisation von Kampagnen für Boykott, De-Investition und Sanktionen (BDS) gegen Israel und spezialisieren sich auf den Einsatz konfrontatorischer Taktiken wie das Stören von durch proisraelische Studenten betriebene Veranstaltungen und den Bau von Pseudo-„Apartheidmauern“ sowie die Verteilung fingierter „Zwangsräumungs-Anordnungen“, um zu dramatisieren, was sie als israelische Misshandlungen von Palästinensern betrachten.

Zinevich war gerade erst Co-Sponsor einer Resolution seiner NYU-Universität, die einen Boykott des Auslands-Studienprogramms seiner eigenen Schule in Tel Aviv forderte.

Israel „sollte besonders vermerkt werden“

Zinevich schreibt im Independent:

Während das [chilenische] Militär sich brutal gegen Zivilisten durchsetzt, wie man es seit der Diktatur nicht mehr gesehen hat, die Anfang der 1990-er Jahre endete, ist es wichtig die internationalen Verbindungen dieser Brutalität herauszugeben. Die auf  taktischen und Ressourcen basierende militärische Unterstützung durch den Staat Israel für Chile in der Vergangenheit und Gegenwart sollte besonders vermerkt werden.

Warum sollte diese angebliche militärische Unterstützung „besonders vermerkt werden“?

The Global Arms Trade: A Handbook (Handbuch weltweiter Waffenhandel) vermerkt, dass Chile seit 2005 Waffen aus den USA, den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Spanien in Besitz genommen hat, ebenso aus Israel.

Es gibt keinen glaubwürdigen Grund dafür, dass Israel „besonders vermerkt“ werden sollte außer die hasserfüllte Agenda von Zinevch und dem Independent.

Dürftige Verbindungen

Zinevich schreibt:

Heute unternehmen weder die Streitkräfte Chiles noch die Israels Versuche ihre Allianzen zu verstecken, zitiert man aus der Internetseite der chilenische Botschaft in Israel die  Ziele der „zunehmenden Verbindungen … mit Israel, um den Austausch von Wissen, Ausbildung und Erfahrungen möglich zu machen.“ Chile und Israel unterzeichneten 2018 eine Vereinbarung, die während des Besuchs des israelischen Generals Yaacov Barak in Chile in dem Jahr von der Ermutigung weiterer „Kooperation in militärischer Bildung, Ausbildung und Doktrin“ sprach.

Tatsächlich gibt es keinen Grund Allianzen zwischen Ländern zu verbergen, die diplomatische Beziehungen haben, insbesondere von zwei Demokratien. Die oben verwendete Wortwahl der Internetseite der chilenischen Botschaft in Israel ist das, was man auf jeder Botschaftsseite des Auslands erwarten würde, die für positive Beziehungen wirbt.

ZInevich ingorierte weitere Beispiele positiver israelisch-chilenischer Kooperation wie die ranghohen Vertreter des Magen David Adom, Israels nationaler Notfall- und Blutspende-Netzwerk, das der Stadtverwaltung Providencia in Chiles Hauptstadt Santiago hilft städtisches Sicherheitspersonal als Ersthelfer für medizinische Notfälle auszubilden.

Wir kommen dann zu der dürftigen Verbindung, die Zinevich zu propagieren versucht:

In den letzten Jahren haben die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) anscheinend eine Taktik verwendet palästinensische Demonstranten zu verstümmeln statt tödlich Schüsse auf sie abzugeben. Seit inzwischen mehr als einem Jahr sind palästinensische Zivilisten in Protest gegen die israelische Besatzung auf die Gaza-Mauer marschiert und die IDF hat mehr als 60 Prozent dieser 10.511 Zivilisten in die unteren Gliedmaßen geschossen, wobei mehr als 90 Prozent der Opfer durch scharfe Schüsse entstanden.

Während der letzten Woche ist diese israelische Taktik bei zahlreichen berichteten Gelegenheiten gegen chilenische Zivilisten eingesetzt worden. Eine Frau ist in den Oberschenkel geschossen worden; es heißt, sie befindet sich aufgrund hohen Blutverlustes in kritischem Zustand. Bei einem anderen Vorfall wurde ein 23-jähriger Mann ins Bein geschossen, bevor ein Militärfahrzeug ihn zerquetschte.

Diese ähnlichen Taktiken sind kein Zufall und international ein Teil dessen, was Aktivistengruppen wie die Jewish Voice for Peace „den tödlichen Austausch“ genannt haben.

Zinevich ist zufälligerweise Mitglied der Jewish Voice for Peace (Jüdische Stimme für den Frieden), einer Organisation, die die ADL als „eine radikal antiisraelische Aktivistengruppe“ beschreibt, „die für einen vollständigen wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykott des Staates Israel wirbt. JVP lehnt die Ansicht ab, dass der israelisch-palästinensische Konflikt ein tragischer Disput um Land ist, der von einer Gewaltspirale, Angst und Misstrauen auf beiden Seiten perpetuiert worden ist; sie favorisieren die Überzeugung, dass israelische Politik und Handeln von tief verwurzeltem jüdischen Rassenchauvisnismus und religiösem Herrenmenschentum motiviert sind.“

Es scheint so, als habe Zinevich Komponenten des „Der tödliche Austausch“-Kampagne der JVP genommen und auf Chile angewandt. Nach Angaben von Miriam F. Elman von der Syracuse University ist „The Deadly Exchange“ antisemitisch und macht Israel und seine jüdisch-amerikanischen Anhänger fälschlicherweise für das Schüren von diskriminierenden politischen Praktiken gegen Minderheiten in Amerika und die Militarisierung des Herangehens an Verbrechen und öffentliche Proteste verantwortlich. Im Fathom Journal schreibt Elman:

An seiner Wurzel agiert die Kampagne mit antisemitischen Sprachbildern zu jüdischer Macht, um Israel und die amerikanischen jüdischen Organisationen der Verschwörung gegen die farbigen Amerikaner zu beschuldigen. Die Kampagne radikalisiert den Nahost-Konflikt, indem sie Israel und seine jüdisch-amerikanischen Unterstützer als Feinde aufstellt, die amerikanische (und palästinensische) „schwarze und braune Körper“ direkt bedrohen.

Zinevich hat einfach amerikanische „schwarze und braune Körper“ ersetzt durch chilenische „Gruppen der Arbeiterklasse und indigenen Völker wie den Mapuche, die Jahrhunderte kolonialer Unterdrückung erfahren haben“.

So sehen wir, dass Zinevichs gesamte Hypothese auf nichts anderem gründet als seinem eigenen, von Ideologie getriebenen Fanatismus.

Wie traurig, dass der Independent, höchstwahrscheinlich ebenfalls von seiner antiisraelischen Agenda getrieben, Zinevich eine Plattform für seinen Hass geboten hat.

Bitte schicken Sie Ihre durchdachten Kommentare über sein Beschwerde-Formular an den Independent.

Reuters verbockt Bildbeschreibung: Israel „bombardiert“ palästinensische Gebäude

24. Juli 2019

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Juli 2019

Die israelische Operation zur Beseitigung einer Reihe nicht genehmigter palästinensischer Gebäude im Dorf  Sur Baher am Rand von Ostjerusalem, direkt an Israels Sicherheitsbarriere, hat den Palästinensern bereits einen PR-Coup geliefert.

Der Abriss fand erst nach einer langwierigen Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof statt, der schließlich zugunsten der israelischen Behörden entschied, die – aus Sicherheitsgründen – wünschten die Bauten zu beseitigen, die zu nahe an der Sicherheitsbarriere standen.

Auf Stichwort hin gibt es Proteste der Palästinenser, der Europäischen Union, Nichtregierungs-Organisationen und einen Medizienzirkus aus Berichten über die Abrisse, die unter Verwendung von Bulldozern und Munition ausgeführt wurden.

Einige der Bildbeschreibungen zu Reuters-Fotos von der Szene lassen den Kontext weit dramatischer erscheinen. Zum Beispiel:

Ein palästinensisches Gebäude im Dorf Sur Baher wird von israelischen Streitkräften bombardiert; es befindet sich auf beiden Seiten der israelischen Sperre in Ostjerusalem und der israelischen Westbank. 22. Juli 2019. (Reuters/Mussa Qawasama)

„Ein palästinensisches Gebäude wird von israelischen Streitkräften bombardiert“?!!!

Ein Leser müsste glauben, dass Israel die Luftwaffe gegen ein palästinensisches Dorf losgeschickt hat. Kampfjets und –hubschrauber sind etwas ganz anderes als Bulldozer. Die Explosionen beim Abriss der Gebäude waren das Ergebnis kontrollierter Sprengungen, nicht von Luftangriffen. Sogar Reuters‘ eigene Foto-Diashow zeigte IDF-Techniker in den Gebäuden (von denen viele nicht einmal fertig gebaut waren) bei der Vorbereitung der Sprengsätze zum Abriss.

Aber spielt das wirklich eine Rolle, wenn diese Fotos einen Artikel begleiten, der den Hintergrund erklärt?

Das tut es, wenn man Beispiele dieser Reuters-Fotos sieht, die mit anderen Bildbeschreibungen, aber ohne jeglichen Kontext erscheinen. Nehmen wir die Facebook-Seite des Independent:

Das Foto wird in einem eigenständigen Textinhalt präsentiert. Die Bildbeschreibung ist wichtig.

HonestReporting hat bei Reuters eine Beschwerde eingereicht, aber es ist nicht möglich quantitativ zu bestimmen, wie weit diese irreführenden Bildbeschreibungen verbreitet worden sind.

EXKLUSIV: Wie das Berichten aus Israel meine Weltsicht für immer veränderte

10. Juli 2017

Hunter Stuart, HonestReporting 22.06.2017

In einem exklusiven Artikel für HonestReporting berichtet der Auslandskorrespondent Hunter Stuart, wie er die Realitäten der Berichterstattungen über Israel erlebte und sich seine pro palästinensische Sicht dramatisch veränderte.

Seit ich denken kann, wollte ich Journalist werden. Journalismus schien eine ungemein wichtige Arbeit zu sein um die Vorurteile der Menschen herauszufordern, harte Fakten an die Öffentlichkeit zu bringen um diese damit ehrlich und informiert zu halten.

Seit ich als Teenager zwei Wochen in Ägypten verbrachte – das war im Januar 2001, weniger als ein Jahr vor 9/11 – habe ich davon geträumt, freiberuflicher Reporter im Nahen Osten zu sein. Ich war fasziniert vom Terrorismus, von der Idee, dass irgend jemand an etwas derart glaubte, dass er bereit war, dafür sein Leben zu opfern. Jeder Journalist will die große Story aufdecken und ich dachte, der Nahe Osten sei die größte Story auf der ganzen Welt. Also entschied ich mich dahin zu gehen. 2015, mit 32 Jahren, schauten meine Frau und ich auf die Landkarte des Nahen Ostens und wir wählten Jerusalem zu unserem neuen Zuhause. Nicht nur, weil die Stadt westlich orientiert und relativ sicher war, sie war auch nur einen Steinwurf vom meist beachteten Konflikt der Erde entfernt. In jenem Sommer kündigten wir unsere Jobs in New York City und zogen nach Jerusalem um.

Da die Gier der Öffentlichkeit auf Nachrichten über den Israel – Palästina Konflikt nahezu unendlich ist, war es für mich nicht schwer Arbeit zu finden, nachdem ich nach Jerusalem umgezogen war. Rasch begann ich Berichte an die Nachrichten Agenturen in den Vereinigten Staaten und Australien ebenso wie an Al Jazeera – Englisch, das in Katar beheimatet ist, zu verkaufen.

Es war mir rasch klar, dass die meisten dieser Organisationen Nachrichten haben wollten, die vor allem das Leiden der Palästinenser hervorhoben und die Schuld daran den Israelis zuschob. So wie Matti Friedmann, der ehemalige Büroleiter der Associated Press, es 2014 im „Atlantic“ beschrieben hatte, sehen die Nachrichtenagenturen die „Israel – Story“ vor allem als Geschichte über das moralische Versagen der Juden. Ereignisse, die diese Sicht nicht untermauern, werden schlicht ignoriert.

In den ersten Monaten in Israel war auch ich bereit, diese Geschichten zu erzählen, denn ich glaubte auch daran. Wie ich vor kurzem im Magazin des Jerusalem Reports beschrieben habe, hatte ich ein tief sitzendes negatives Bild des jüdischen Staates. Ich wuchs in einer weißen, angelsächsisch – protestantischen Kleinstadt in Neuengland auf, wo jeder ein liberaler Demokrat war. Und aus irgendeinem Grund ist die Feindschaft gegenüber Israel eine reflexhafte liberale Haltung in den Vereinigten Staaten (ebenso wie in Europa). Als Teil dieser Umgebung glaubte auch ich, dass Israel der Tyrann ist und das größte Hindernis für den Frieden im Nahen Osten.

Doch auswärtigen Geschehnisse sehen immer etwas anders aus, wenn man selber drinsteckt – und das trifft nirgendwo mehr zu, als in Israel. Das begriff ich an einem sonnigen Nachmittag. Kurz nachdem ich nach Jerusalem umgezogen war. An diesem Tag war ich auf dem Weg um über einen palästinensischen Protest vor einem israelischen Gefängnis in der Nähe von Ramallah zu berichten. Ein Reporter des „Independent“ und ich fuhren dorthin und trafen auf eine Gruppe von etwa 100 palästinensischer Demonstranten, die zum Gefängnis marschierten.

Als sie dort ankamen, kamen etwa ein halbes Dutzend israelische Soldaten heraus, um sie aufzuhalten. Rasch bauten die Palästinenser Straßensperren aus brennenden Reifen auf, um den Israelis den Fluchtweg abzuschneiden. Immer mehr Demonstranten erschienen – keine Ahnung von wo – bald sah ich sie über die Hügel oberhalb des Gefängnisses schwärmen, die Gesichter mit Masken und Keffiyes verhüllt. Es war wie eine Szene aus Game of Thrones. Manche hatten Messer in ihren Gürteln, andere brachten Zutaten für Molotowcocktails. Sie positionierten sich auf den Hügeln über dem Gefängnis und begannen mit starken Schleudern Steine und Zementbrocken auf die etwa sechs israelischen Soldaten unter ihnen zu feuern. Die Israelis waren derart in der Unterzahl, dass ich unwillkürlich die Geschichte hinterfragte, in der Israel der Goliath und die Palästinenser David sind. Was ich vor mir sah, war das genaue Gegenteil.

Fotografen dokumentieren palästinensische Unruhen im arabischen Viertel Silwan – Ostjerusalem, als Teil eines Bildberichts in dem dargestellt wird, was die Hauptmedien vermeiden darzustellen: Die Anwesenheit von Fotografen und ihr Einfluss auf die Ereignisse.

Als ich einige Monate später den Gaza – Streifen besuchte, sah ich erneut den Unterschied zwischen dem, wie die Journalisten einen Ort beschreiben und der Realität. Wenn man in der Zeitung über Gaza liest, möchte man glauben, der ganze Ort sei ein einziger Schutthaufen, der mehr oder weniger aussieht wie Homs oder Aleppo. Tatsächlich ist das Erscheinungsbild Gazas genauso wie überall in der arabischen Welt. Während der acht Tage in Gaza sah ich kein einziges vom Krieg zerstörtes Haus, bis ich meinen Begleiter (Fixer – einheimischer Begleiter, der Kontakt zur Bevölkerung herstellt und dolmetscht. Anm. d. Übersetzers) darum bat, mir eines zu zeigen. Dazu fuhr er mich nach Shujaya, einem Nachbarort von Gaza – Stadt, der als Hamashochburg bekannt ist und bis heute vom 2014er Krieg sichtbar beschädigt ist.

War die Zerstörung von Shujaya schockierend? Ja! Aber es war örtlich begrenzt und ist nicht bezeichnend für den Rest von Gaza. Dieser Rest von Gaza ist kaum von so vielen Entwicklungsländern zu unterscheiden: Die Menschen sind arm, aber sie schaffen es, sich zu versorgen, sich sogar gut zu kleiden und die meiste Zeit glücklich zu sein. Tatsächlich sind einige Teile von Gaza richtig schön. Ich ging in Restaurants essen, deren Tische aus Marmor waren und die Kellner Fräcke und Krawatten trugen. Ich sah riesige Villen am Strand die auch nach Malibu gepasst hätten und – genau gegenüber dieser Villen – besuchte ich eine neue 4 Millionen $ Moschee.

Ist das Leben in Gaza sehr schwer? Jede Wette! Leben die meisten in zerstörten Häusern, schutzlos den Elementen ausgeliefert, wie es in den Nachrichten oft dargestellt wird? Absolut nicht. Ich missgönnen ihnen weder ihre Marmortische noch ihre Villen am Strand. Wie jeder andere Mensch wollen sie es gemütlich, wollen das Leben genießen. Aber ich finde es seltsam, dass ausländische Nachrichtenorganisationen es nicht wenigstens ab und zu angebracht finden, einen Artikel über die Viertel der Reichen in Gaza oder Millionen Dollar Moscheen zu berichten. Nein – stattdessen ziehen sie es vor, über die kleine Minderheit des Gaza – Streifens zu berichten, der nach wie vor in dem Teil haust, der 2014 im Krieg gegen Israel zerstört wurde (ein Krieg, der im übrigen von der Hamas begonnen wurde), denn das ist es, das die Erzählung untermauert, in der Israel eine Supermacht ist, die die Araber für die eigenen Zwecke brutalisiert, und diese Geschichten wollen allzu viele Menschen hören.

Hunter Stuart (Foto: Damon Dahlen/HuffPost)

Es wird nicht wahrgenommen, dass es so etwas wie Pressefreiheit weder in Gaza noch sonst wo in der arabischen Welt gibt. Der Versuch, aus Gaza zu berichten war ein absurdes und gefährliches Unterfangen. Innerhalb einer einzigen Woche bekam ich in Gaza bei zwei verschiedenen Gelegenheiten Ärger mit der Hamas, weil ich ihre strikten Regeln für die Presse nicht beachtet hatte.

Bei der ersten Gelegenheit befand ich mich mit meinem Begleiter (Fixer) auf der Strandpromenade von Gaza – Stadt und befragte die Passanten zu den bevorstehenden Wahlen (die später abgesagt wurden, was nicht wirklich erstaunt, denn die meisten arabischen Herrscher hassen die Demokratie). Nach etwa 15 Minuten erschien ein junger Kerl in T-Shirt und Cargo Hose vor uns und hatte ein, sich unschön anhörendes, Gespräch auf arabisch mit meinem Begleiter, der mir hinterher erzählte, dass wir augenblicklich zu verschwinden hätten. Der Kerl war Geheimdienstoffizier der Hamas und die hatten etwas dagegen, dass wir den Menschen politische Fragen stellten.

Beim zweiten Mal fotografierte ich mit meiner Begleiterin (Fixer) zerstörte Gebäude in Shujaya, als zwei Hamassoldaten, keiner von ihnen war auch nur einen Tag älter als 25, unser Auto regelrecht überrannten, unsere ID-Karten schnappten, die Kamera konfiszierten und uns in eine Militärbaracke verbrachten, wo wir von einer Gruppe Hamasvertretern intensiv darüber befragt wurden, weshalb wir fotografierten. Sie schauten sich jedes einzelne Foto in meiner Kamera an, bevor sie uns wieder gehen ließen. Meine Begleiterin zittere danach wie Espenlaub. Ich konnte sie gut verstehen: Allzu oft verhaftet, schlägt, ja foltert die Hamas Journalisten, wenn diese etwas sagen, was die Hamas in einem schlechten Licht erscheinen lässt.

Während meiner Zeit in Israel stellte ich fest, dass sich viele Berichterstatter anscheinend selber als Fürsprecher sehen. Sie sprachen über Journalismus als einen Weg, den Unterdrückten eine Stimme zu geben; und für allzu viele von ihnen sind die Palästinenser die Unterdrückten. Guter Journalismus darf natürlich keine Partei ergreifen. Er erzählt die Wahrheit – ungeachtet dessen, wer darin gut oder schlecht wegkommt. Denn die Wahrheit hat keine Gefühle.

In Anbetracht dessen ist es natürlich nicht überraschend dass die Reporter in Israel und den palästinensischen Gebieten dazu tendieren sich mit den Mitarbeitern der verschiedenen Menschenrechtsorganisationen zu verbinden. Diese bewegen sich in den gleichen sozialen Gruppen, man geht zusammen essen oder trinken. Vielleicht ist das der Grund, warum beinahe so gut wie jeder Artikel über Israel im Internet Verweise auf die Vereinten Nationen, Amnesty International, Humans Rights Watch oder andere ähnliche NGOs aufweist. Als Reporter ist es einfach, diese Gruppen zu zitieren, denn sie haben alle Informationen, die man braucht, frei zugänglich und gut verständlich.

Ich habe die größte Hochachtung vor der Arbeit dieser NGOs. Doch es ist ein Problem, dass sie in ihrer Arbeit oft Vorurteile gegenüber Israel haben. Allzu oft geben sie Israel die Schuld am Leid der Palästinenser anstatt über die Herzlosigkeit und Korruptheit der palästinensischen Führungsriege zu sprechen, die tatsächlich den größten Teil am Leid ihres Volkes tragen. Jede dieser Gruppen hat seine eigene Agenda, aber seitdem sich die öffentlich bekannten Personen dazu äußern, seitdem sie sich als Fürsprecher der Unterdrückten aufführen, glauben ihnen die meisten Liberalen und den Vereinigten Staaten und Europa jedes Wort.

Meine eineinhalbjährige Arbeit als Reporter in Israel hat meinen Glauben an den Journalismus nicht zerstört. Aber es hat meine Skepsis genährt, damit die Welt verbessern zu können. Ich bin nach acht Jahren Arbeit für Nachrichtenagenturen zunehmend darüber alarmiert, wie parteiisch sie geworden sind. Die Herausgeber zielen vor allem auf die Millenials in den sozialen Medien, die vor allem ihre eigene Meinung bestätigt bekommen wollen statt einen ausgewogenen und objektiven Artikel. Dieses Publikum will seine Vorurteile nicht widerlegt bekommen.

Wenn die Medien nur dazu existieren, das zu belegen, was wir zu wissen glauben, dann wird die Gesellschaft noch tiefer gespalten und es wird mehr und mehr Konflikte in der Welt geben.

Hunter Stuart ist Journalist und Schreiber mit mehr als acht Jahren professioneller Erfahrung. Derzeit arbeitet er als Mitherausgeber bei „Dose Media“ in Chaicago. Er war von 2010 – 2015 angestellter Reporter und Schriftleiter bei „The Huffington Post“ ist New York. Erst kürzlich verbrachte er 1,5 Jahre als freier Reporter im Nahen Osten, von wo er für Vice, The Jerusalem Post, Al Jazeera English, International Business Times und andere berichtete. Seine Berichte erschienen auch bei CNN, Pacific Standard, Daily Mail, Yahoo News, Slate, Talking Points Memo und The Atlantic Wire.

Die Hamas, eine fundamentalistische politische Partei?

15. November 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 13. November 2016

Der Londoner Evening Standard berichtet von einem Besuch eines rechten Aktivisten in Israel. Zu der Story gehört diese Beschreibung der Hamas:

Hamas ist eine palästinensische fundamentalistische Partei, die den Gazastreifen kontrolliert. Israel hat sie oft beschuldigt Extremismus fördern, was die Hamas bestreitet.

Eine fundamentale politische Partei, die von Israel beschuldigt wird „Extremismus zu fördern“?

Ernsthaft?

Was ist mit Selbstmord-Bombenanschlägen, Schüssen, Stichanschläge und tausenden Raketenangriffen auf israelische Zivilisten? Macht das die Hamas nicht zu einer Terrororganisation?

Gibt es derart viele Zweifel am Wesen der Hamas, dass der Evening Standard auf Mutmaßungen Zuflucht nehmen muss?

Dem Evening Standard wurde eine Beschwerde zugeschickt. Bleiben Sie dran.

Die Demokraten von der Hamas?

13. November 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 25. Oktober 2016

UPDATE:
Nach einer Aufforderung von HonestReporting hat der Independent den ungenauen Absatz korrigiert und die fehlende Information hinzugefügt; er lautet jetzt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen im Gazastreifen und übernahm nach Kämpfen mit der palästinensischen Fatah-Partei im Juni 2007 die komplette Kontrolle des Gebiets. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

* * *

The Independent berichtet über ein Interview, das vom israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman einer palästinensischen Zeitung gegeben wurde; darin droht er mit der „völligen Vernichten“ der Hamas, sollte diese einen weiteren Krieg mit Israel anfangen.

Der Independent schreibt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen, was ihr die Kontrolle über den Gazastreifen gab. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

Die Hamas gewann zwar 2006 die Lokalwahlen, aber die Terrororganisation übernahm 2007 den Gazastreifen als Ergebnis eines gewalttätigen Staatsstreichs, zu dem es gehörte Fatah-Mitglieder von Dächern zu werfen und die PA aus dem Gazastreifen zu vertreiben.

Stattdessen wird den Lesern des Independent der falsche Eindruck vermittelt, dass die Hamas den Gazastreifen über die Wahlurne kontrolliert, nicht mit der Gewehrkugel. Ergo könnte Lieberman als jemand betrachtet werden, der ein demokratisch gewähltes Regime im Gazastreifen bedroht, was gewiss nicht der Fall ist.

Wir haben den Independent kontaktiert und aufgefordert die fehlenden Kontext und die selektiven Auslassungen anzugehen.

Wie man das durch palästinensischen Protest verursachte Chaos weiter verpfuscht

10. November 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 30.10.16 (übersetzt von Cora)

UPDATE:

Der Evening Standard reagierte auf HR-Leserbeschwerden, indem er die Wortwahl von seines „israelische Besatzungskräfte“ änderte. Der Begriff ist vom Reporter nicht mehr zu hören, aber A) den Begriff überhaupt hervorgehoben zu haben und B) den Namen des „Friends of Palestine Society“-Sprechers nicht zu nennen, der das sagte, ist immer noch armseliger Journalismus.

———

Es war eine hässliche Szene die sich am University College London am Donnerstagabend abspielte. Hen Mazzig, ein Autor und ehemaliger Offizier für Hilfseinsätze bei der IDF war eingeladen, über seine Erfahrungen bei der COGAT zu sprechen; einer Einheit des Verteidigungsministeriums , die zivile Belange zwischen der israelischen Verwaltung, den Palästinensern und relevanten internationalen Organisationen in der Westbank und Gaza koordiniert. Die Veranstaltung wurde von Friends of Israel an der UCL in London und CAMERA on Campus gesponsert. Zwei Zeitungen haben ihre Berichterstattung darüber völlig vermurkst (dazu unten mehr).

Der Express beschreibt, was geschah, bevor Mazzig überhaupt dazu kam, zu sprechen. Ein Mob von 100 Anti-Israel Demonstranten erschien, um die Veranstaltung zu stören; und gestört haben sie, indem sie an die Türen schlugen, durch Fenster kletterten, Slogans schrien und, wie gemeldet wurde, jüdische Studenten angriffen, die so gezwungen waren, sich in einem Raum zu verbarrikadieren, während die Polizei versuchte, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

„Das Filmmaterial zeigt eine Menge pro palästinensischer Aktivisten mit Plakaten, die jene, die zu dem Gespräch gekommen und nun drinnen gefangen waren, `Schande´zuriefen. Herr Mazzig postete auf Facebook ein Livevideo, das zeigt, dass mehr als 20 Polizisten versuchten, sich zwischen die Menge, die `Freies Palästina´schrien und den Raum, in dem der Vortrag stattfand, zu schieben.

Ein Mann, der gegen das Fenster schlug, ist zu hören wie er rief `Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein´. Im Video hört man den israelischen Sprecher sagen: „Ich glaube, nicht mal in meiner Zeit bei der IDF war es so furchtbar, wie gerade jetzt. Es ist wirklich beängstigend. Ich habe gehört, sie hätten einige Mädchen angegriffen, jüdische Mädchen, die gekommen waren um meinen Vortrag zu unterstützen und – wow – es ist verrückt, sie haben wirklich den Verstand verloren.“

 (Video)

Devora Khafi von Stand With Us beschrieb ihre Erfahrung dem Jewish Chronicle. Andere, wie Elliot Miller, posteten ihre eigenen Videos von diesem Chaos.

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Zwei Zeitungen versagten

Während der Daily Telegraph, die Times of London, LBC, Daily Mail und die Jewish News über dieses Geschehen verantwortungsvoll berichteten, verpfuschten zwei Zeitungen ihre Berichterstattung.

Zuerst der Independent, in dem eine irreführende Überschrift und eine Aussage aus der Feder des Reporters sagen, dass pro palästinensische und proisraelische Studenten „zusammenstießen“, was bedeutet, dass beide Seiten gleichermaßen verantwortlich waren – eine klare Verzerrung der Tatsachen:

„Die Polizei wurde nach einem Zusammenstoß von proisraelischen und pro palästinensischen Studenten während einer Veranstaltung an der UCL gerufen“

„Die Polizei wurde zu einer Veranstaltung am University College London gerufen, nachdem es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen pro palästinensischen Demonstranten und Mitgliedern einer proisraelischen Gruppe gekommen war.

In einem anderen Bericht bezieht sich der Evening Standard auf die „IOF“ in der Aussage des Journalisten. Das steht für „Israelische Okkupationskräfte“, ein beleidigender Begriff, der von Israels Feinden benutzt wird. Ich nehme an, dass dieser Begriff von einem der Demonstranten übernommen wurde, welcher vom Evening Standard interviewt wurde. Wenn das der Fall war, hätte IOF in Anführungszeichen gesetzt werden müssen. Ansonsten macht sich der Evening Standard einer groben Ignoranz schuldig (bestenfalls durch irreführende Wortwahl) oder, schlimmer noch, der Verbreitung einer unverhohlenen Meinung, die als Nachricht maskiert ist.

„Ein Sprecher der Gesellschaft der Freunde Palästinas an der Universität bestritt, dass sie solch ein Geschehen organisiert hätten, sagte aber, dass die Behauptung, Studenten wären gefangen oder angegriffen worden, eine Lüge seien.
Er sagte, die Demonstranten hätten sich dazu entschieden, an der Veranstaltung teilzunehmen, wegen der Verbindung des IOF mit der apartheidartigen Politik in Palästina.“

Jüdische Studenten sind mit niemandem zusammengestoßen. Der Independent muss daran erinnert werden, dass es keinerlei moralische Gleichheit zwischen jüdischen Studenten, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen und Palästinensern, die diese Veranstaltung gewaltsam unterbrechen, gibt.

Und „IOF“ ist eine Verunglimpfung, die mindestens so beleidigend ist wie „DRC“ (dreckige, miese Polizisten). Der Evening Standard sollte seine Angaben in einer professionelleren Art und Weise handhaben. Basta.

HonestReporting hat mit dem Independent und dem Evening Standard Kontakt aufgenommen, aber da von den Herausgebern noch keine Antwort eingegangen ist, verlangt bitte eine angemessene Korrektur von den beiden Zeitungen. Die 10 Leserbrief – Tipps könnten dabei hilfreich für euch sein.

Sendet eure durchdachte Kommentare an den Independent unter

newsdesk@independent.co.uk und an die Beschwerdeseite des Evening Standard.

Ein palästinensischer „Kumpel wurde exekutiert“?!

3. Oktober 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 19.September 2016 (übersetzt von Cora)

UPDATE: In Reaktion auf Beschwerden von HR-Lesern hat 9 News das Wort „fellow“ entfernt und durch „Mann“ ersetzt. Die Schlagzeile blieb allerdings underändert.

Ein palästinensischer Terrorist stach auf einen IDF Soldaten in der Nähe Tel Rumeida – Hebron ein. Der Angreifer wurde von Soldaten erschossen.

Und so berichtete der australische Nachrichtensender Channel 9 über den Zwischenfll was ein weiteres Beispiel für fehlerhafte Überschriften zeigt:

Palästinenser nach israelischem Messerangriff an Checkpoint „hingerichtet“

Wer hat den Angriff ausgeführt? Die Überschrift macht aus dem palästinensischen Terroristen gan deutlich ein Opfer israelischer Heimtücke. Und was genau ist ein „israelischer Messerangriff an Checkpoint“?

Bizarrerweise wird der palästinensische Terrorist später als „Kumpel“ bezeichnet, ein Begriff, der normalerweise als eine Art Kosenamen gebräuchlich ist. Wir haben schon gesehen, dass palästinensische Terroristen „Militante“, „Aktivisten“ und „Freiheitskämpfer“ genannt wurden, aber es ist das erste Mal, dass sie „Kumpel“ genannt werden.

Oh, er ist ein rundherum liebenswerter und guter Kumpel? Das würde wohl keiner von uns behaupten.

Dass der Artikel dann noch die Behauptung einer „außergerichtlichen Ermordung“ wiederholt und dafür auf die Behauptungen der Website der Internationalen Solidaritäts-Bewegung zurückgreift, spricht Bände. Channel 9 versäumte es zu veröffentlichen, dass der ISM alles andere als eine objektive Quelle ist.

Die Organisation hat eine lange Geschichte in der Dämonisierung Israels und der Unterstützung des Terrorismus. Warum hat der Nachrichtensender 9 eine Quelle benutzt, die das genaue Gegenteil von glaubwürdig ist?

HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker fügt hinzu:

Von der Überschrift bis hinunter zum Ende der Geschichte hat Nachrichten 9 ihre absoluten Missachtung des professionellen Journalismus gezeigt. Wir müssen fragen, ob dahinter eine Agenda am Werk ist oder ob die Journalisten tatsächlich so unwissend sind. Es wurde kein palästinensischer Kumpel exekutiert – ein israelischer Soldat wurde niedergestochen – das war die wahre Geschichte.

Voreingenommenheit #6: Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen

9. September 2016

Teil 6 einer achtteiligen Serie über die acht Kategorien von Medien-Voreingenommenheit.

Verletzung #6
Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen

Medienberichte führen oft Fakten ins Feld, aus denen sie falsche Schlussfolgerungen ziehen

Selbst wenn alle Fakten stimmen, ist es Journalisten immer noch möglich, falsche Schlüsse zu ziehen. Irren ist menschlich, richtig?

In diesem Video diskutieren Haviv Rettig Gur von der Times of Israel und Michelle Chabin von USA Today und anderen Blättern mit HonestReporting darüber, wie Reporter Fakten einsetzen können, um falsche Schlüsse zu ziehen:

APlogoBEISPIEL: Als Premierminister Benjamin Netanyahu im März 2015 wiedergewählt wurde, machte der Associated-Press-Reporter Dan Perry abfällige Bemerkungen über die Resultate, weil Palästinenser nicht wählen durften.

Doch unter den Israelis gibt es die zunehmende Angst vor der Tatsache, dass ihr aus 8 Mio. Menschen bestehendes Land auch um die 2,5 Mio. Palästinenser im Westjordanland kontrolliert, die kein Stimmrecht für ihr Parlament haben.

Fügt man der Gleichung die 2 Mio. Palästinenser im Gazastreifen hinzu, einem indirekt von Israel dominierten Gebiet, dann wäre das Heilige Land zusammen mit den 2 Mio. arabischen Bürgern Israels Heimat einer Bevölkerung von um die 12 Millionen Menschen, gleichmäßig aufgeteilt in Araber und Juden.

Von den Arabern hat nur ein Drittel Stimmrecht. Das sind die „israelischen Araber“, die in den Gebieten leben, die im israelischen Unabhängigkeitskrieg, der die Grenzen des Landes festlegte, zum Land Israel geworden sind.

Die Fakten sind absolut zutreffend: Palästinenser im Westjordanland sind keine israelischen Staatsbürger und können bei Wahlen in Israel nicht wählen. Das bedeutet aber nicht, dass Israel ihnen das Wahlrecht entzogen hätte.

Der Grund, warum die bei der Palästinensischen Autonomiebehörde lebenden Palästinenser nicht wählen, ist, weil sie bei Wahlen der Palästinensischen Autonomiebehörde ihre eigenen Führer wählen. Seit 2006 haben sie dies allerdings nicht mehr getan; für 2010 angesetzte Wahlen wurden wegen der Fehde zwischen Hamas und Fatah niemals abgehalten, aber das ist ein internes palästinensisches Problem.

BEISPIEL: Während Operation Wolkensäule im Jahr 2012 sagten Kritiker, Israels Raketenabwehrsystem Eiserne Kuppel sei so erfolgreich, dass es Militäreinsätze der IDF unnötig und unverhältnismäßig mache. Ein Beispiel hierfür war ein Tweet von Anthony De Rosa, damals ein Social-Media-Redakteur für Reuters. Die Antwort eines Lesers beendete diese Konversation schlagartig.

derosa

BEISPIEL: Die Behauptung von Menschen wie dem BBC-Reporter Jeremy Bowen oder dem politischen Kommentator Peter Beinart, Israel „besetze“ Gaza. Der Gedanke hinter dieser Behauptung ist, dass Israel (und Ägypten) die Land- und Seegrenzen des Gazastreifens sowie auch dessen Luftraum kontrollieren. Aber ein genauerer Blick auf die Logik hinter den Argumenten zeigt, dass Israel Gaza nicht besetzt hält.

Beim Abzug aus Gaza im Jahr 2005 brach Israel alle Siedlungen ab, evakuierte alle Siedler und zog alle IDF-Soldaten aus dem Gazastreifen ab. Die Blockade erfolgte zwei Jahre später, und zwar als Antwort auf die gewaltsame Machtübernahme der Hamas.

Grenzcheckpoints sind keine Funktion einer „Besatzung“, und Militäreinsätze entsprechen dem Selbstverteidigungsrecht gegen feindliche Terrorhandlungen. Was Gazas Luftraum betrifft, so haben international sanktionierte Koalitionen Flugverbotszonen in Bosnien und Herzegowina, Iraq und Libyen beschlossen, ohne dass es zu irgendwelchen Rechtsfragen über „Besatzung“ gekommen wäre. Ebensowenig gab es Behauptungen, die USA habe Kuba „besetzt“, als sie die Insel während der Kubakrise 1962 blockierte.

Nächsten Monat folgt das nächste Kapitel dieser Reihe: „Verzerrung von Tatsachen: Fakten werden als falsch dargestellt.“

„Red Lines: The Eight Categories of Media Bias“ ist auf Amazon als E-Book erhältlich.

Susiya: Medien ignorieren Rechtsgrundsätze für palästinensisches „Menschenrechts“-Narrativ

5. September 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 30. August 2016

Nichts passt besser in das Gerüst der Medien zum israelisch-palästinensischen Konflikt als angeblich verarmte Palästinenser, die ihre Häuser und Grundbesitz gegen IDF-Bulldozer verteidigen, die geschickt werden, um sie von „ihrem Land“ zu räumen. Geben Sie eine benachbarte jüdische Siedlung in die Mixtur, dazu etwas Kritik der internationalen Gemeinschaft und Sie bekommen den perfekten Sturm.

Selbst bewaffnet mit Tatsachen, die seinen Fall stützen, kann Israel in den Augen der Medien fast nie gewinnen, in denen emotionaler Einfluss immer über kalte, harte Fakten triumphiert. Deshalb wird ein Foto einer alten Palästinenserin oder eines kleinen Kindes neben dem Schutt dessen, was ihr Haus gewesen sein soll, sich immer gegen ein israelisches Gerichtsdokument durchsetzen, das dieses Haus als illegal gebaut erweist.

In jeder Hinsicht schlägt das Rahmenwerk und die Sprache der „Menschenrechte“ die Rechtstaatlichkeit. Und wenn man glaubt, dass Israels Kontrolle über irgendeinen Teil von Judäa und Samaria/die Westbank illegal oder illegitim ist, dann wird Rechtstaatlichkeit irrelevant.

Die Palästinenser und die sogenannten Menschenrechtsorganisationen kennen die Wirkung von negativer Publicity für Israel und den Schaden, der durch Geschichten wie die des palästinensischen Dorfes Susiya angerichtet werden kann, wie ihn die Washington Post und ein Leitartikel eines UNO-Offiziellen im Guardian darboten.

HR2016-09-30_Susiya

Die Washington Post bereitet die Bühne:

Das Nest in den Bergen südlich von Hebron ist ein unwahrscheinlicher Vertreter eines kalten Krieges geworden, der zwischen jüdischen Siedlern, der israelischen Regierung, westlichen Diplomaten, Friedensaktivisten und den etwa 340 arabischen Hirten geführt wird, die einst Höhlen vor Ort bewohnten und jetzt in verwahrlosten Zelten leben.

Israels Militärverwaltung in der Westbank will die palästinensische Gemeinde abreißen; sie argumentiert, dass die maroden Gebäude aus alten Reifen und verwitterten Zeltbahnen ohne Genehmigung errichtet wurden und weg müssen.

Die palästinensischen Einwohner bestehen darauf, dass sie keine Landbesetzer sind, sondern die Erben des Landes, das sie seit der Osmanenzeit beackert haben und auf dem sie ihre Tiere grasen ließen.

Sie sagen, Israel wolle die Gegend von Arabern entvölkern und sie durch Juden ersetzen.

Leilani Farha von der UNO ist in der Lage das Thema im Guardian zu präsentieren:

Wenn politisches Handeln entsetzliche menschenrechtliche Ergebnisse hat, dann muss das als Menschenrechtsfrage behandelt werden. Für palästinensische Beduinen- und Hirten-Gemeinschaften ist die Verletzung der Rechte auf angemessene Wohnverhältnisse und Freiheit von Obdachlosigkeit sowie deren schwerwiegenden Auswirkungen eine tagtägliche Bedrohung und eine gemeinsame Realität, ohne ein Ende in Sicht und ohne Zugang zu effektiven Ressourcen oder Abhilfe.

Ist es tatsächlich so einfach?

Das US-Außenministerium ist inzwischen ebenfalls involviert, was einen Brief von Betzalel Smotrich, den stellvertretenden Knesset-Präsidenten veranlasste, der einige wichtige Punkte anführte:

Zur Kenntnisnahme: Hier sind die wahren Fakten zu dieser Fragte, die den Lügen und Halbwahrheiten ein Ende bereiten sollten, die von verschiedenen Seiten (sowohl innerhalb Israels als auch im Ausland) verbreitet werden, um den Staat Israel und das israelische Rechtssystem zu diskreditieren.

  1. An allererster Stelle muss klargestellt werden, dass die Behauptung, dies beziehe sich auf ein arabisches Dorf, das seit hunderten Jahren oder auch nur seit Jahrzehnten besteht, schlicht und einfach eine glatte Lüge ist. Luftbilder belegen, dass an der Stelle, wo sich der derzeitige illegale Lagerplatz befindet, vor dem Jahre 2000 abgesehen von 4 bis 5 Bauwerken, die dort in den späten Neunzigern gebaut wurde, keinerlei Siedlung bestand.
  2. Heute gehören zu dem Lager mehr als 64 illegale Bauten, von denen mehr als 54 von 2011 bis 2013 errichtet wurden. Es ist jeder gesetzestreuen Person klar, dass dies einen Skandal darstellt.
  3. Noch unerhörter ist, das es zusätzlich zu illegaler Bautätigkeit 2013 eine einstweilige Verfügung des Obersten Gerichtshofs Israels gab, der diese illegale Bautätigkeit an diesem Ort verbot; darin wurde eindeutig festgehalten, dass es verboten ist irgendeine weitere illegale Baumaßnahmen durchzuführen. Nachdem die Verfügung erlassen wurde, wurden mehr als 30 weitere illegale Bauten errichtet, was mehr als die Hälfte der Gesamtzahl der Bauten in dem Lager entspricht; alles in direkter Verletzung der bestehenden Verfügung des Obersten Gerichtshofs Israels.
  4. Faktisch ist dies ein Landraub der Familie Nuwajah aus der Stadt Yatta, die Land besetzt, das ihr nie gehörte; sie ignoriert das Recht und errichtet illegale Gebäude entgegen Verwaltungsanordnungen, die von der Zivilverwaltung gegen sie erlassen wurde, sowie die ausdrücklichen gegen sie ausgegebenen Anweisungen des Obersten Gerichtshofs Israels.
  5. Eine Prüfung des Bevölkerungsregisters der Zivilverwaltung deckte auf, dass die Mehrheit der Familienmitglieder in dem illegalen Lager Häuser in der Stadt Yatta besitzt – das heißt, statt von langjähriger Vertreibung von Menschen von ihrem Land zu reden, ist dies die Entfernung von illegalen Landbesetzern.
  6. Die Ankündigung des [US-] Außenministeriums forderte auf Besorgnis erregende Weise vom Staat Israel einen Dialog mit den illegalen Bewohnern des Lagers aus humanitären Gründen. Dies wurde trotz der Tatsache erklärt, dass der Staat Israel infolge äußerster Nachsicht und humanitärer Bedenken sowie der Tatsache, dass diese Familien Häuser haben, zustimmte den Einwohnern des Lagers im Tausch ein Gebiet auf Staatsland in der Area C direkt angrenzend an die Stadt Yatta zuzuteilen.

Aber was ist überzeugender – der trockene Rechtsfall und der Status der Area C unter voller israelischer Zivil- und Militärkontrolle, wie sie im Oslo-Prozess vereinbart wurde oder eine Geschichte, dass israelische Soldaten und Siedler arme Beduinen aus ihren Häusern vertreiben?

Leider kennen wir die Antwort bereits. Das macht es aber nicht richtiger.

Reuters macht aus Raketenfeuer Geflunker, Fälschung und Betrug

24. August 2016

Daniel Pomeranz, HonestReporting, 22. August 2016

Gestern schossen Terroristen Raketen auf die israelische Stadt Sderot. Durch ungeheures Glück gab es keine Verletzten, aber mindestens eine Rakete schlug in einem Wohngebiet ein, explodierte direkt neben einem Haus. Die Terrororganisation Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) übernahm die Verantwortung, ebenso eine Salafistengruppe mit Verbindungen zum Islamischen Staat (ISIS).

Dann schrieb Reuters eine absurde Story: Es fehlten Fakten, Kontext wurde verschleiert und es wurden sogar dem israelischen Militär zugeschriebene Äußerungen verändert.

Reuters fälschte Äußerungen des israelischen Militärs, um es so aussehen zu lassen, als habe die IDF eine Stadt mit Artillerie beschossen

Die Reuters-Story beginnt:

Palästinensische Militante im Gazastreifen schossen am Sonntag eine Rakete, die in der israelischen Grenzstadt Sderot landete und israelische Flugzeuge und Panzer reagierten mit der Beschießung der Stadt Beit Hanoun im Gazastreifen, sagten Armee und Polizei.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die IDF sagte nichts derartiges.

HonestReporting hat den Originaltext der Mitteilungen und die formelle Presseerklärung der Sprechereinheit der IDF erhalten. Die Pressemitteilung lautet (im relevanten Teil):

Etwas früher am heutigen 21. August 2016 traf eine Rakete die Stadt Sderot. Die Rakete wurde aus dem Gazastreifen ins südliche Israel geschossen. Es wurden keine Verletzten berichtet. In Reaktion auf den Angriff beschossen IDF-Flugzeuge Hamas-Positionen im nördlichen Gazastreifen. Seit Beginn des Jahres 2016 haben 14 Raketen aus dem Gazastreifen Israel getroffen.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die um 15:20 Uhr an Journalisten geschickte SMS-Nachricht lautete:

Vor einigen Augenblicken beschossen die Luftwaffe und Panzer in Reaktion auf den Raketenangriff aus dem Gazastreifen zwei Hamas-Posten im nördlichen Gazastreifen.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die IDF sagte nie, dass sei eine Stadt beschossen hatte, wie es Reuters behauptet.

Die Äußerung einer Quelle zu verändern, damit sie einer bestimmten Agenda entspricht, ist schlechter Journalismus: Es ist sogar Betrug.

Original-Äußerung der Sprechereinheit der IDF.

Reuters macht Falschangaben, verschleiert Kontext und pervertiert Geschichte

Reuters fälscht Tatsachen, indem es behauptet: „Mehr als 2.100 Palästinenser, zumeist Zivilisten, wurden während des Gazakonflikts 2014 getötet.“ Tatsächlich haben die New York Times und die BBC früher schon zugegeben, dass diese Behauptungen wegen beträchtlicher Beweise, dass die meisten Opfer in Wirklichkeit Kombattanten waren, nicht zuverlässig waren.

Reuters verschleiert zudem kritischen Kontext: dass die Hamas benutzt ihre Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde, um militärische Infrastruktur zu schützen. Das gehört, dass sie Raketenwerfer in Häusern stationieren, Kommandozentren in Krankenhäusern und – besonders verstörend – Zivilisten zwingt in gefährlichen Bereichen zu bleiben, um Militärposten der Hamas zu schützen.

Dass die Angriffe der Hamas auf Zivilisten verschleiert werden, ist nicht nur eine Pervertierung der Geschichte, sondern den darunter leidenden Israelis und Palästinensern gegenüber respektlos.

Reuters beschuldigt Israel fälschlich einen Wasserturm beschädigt zu haben

Reuters zitiert ungenannte „lokale Einwohner“, die sagen, das der israelisch Angriff „einen Wasserturm in Beit Hanoun beschädigte“. Es wird sogar ein Bild des Schadens gezeigt. Israellycool entdeckte allerdings einen Bericht, dass dieser Wassertum in Wirklichkeit vor mehr als einem Jahr beschädigt wurde.

Bei weiterer Überprüfung stellte HonestReporting fest: Wenn man Fotografien des Wasserturms von diesem Jahr und vom letzten Jahr vergleicht, scheint der Schaden exakt derselbe zu sein. Ist es möglich, dass der Wasserturm repariert und dann erneut auf genau dieselbe Weise beschädigt wurde? Ja, das ist möglich. Aber nicht allzu wahrscheinlich. Sehen Sie es sich selbst an…

Der Wasserturm von Beit Hanount am 19. September 2015, fotografiert von GettyImages.

Der Wasserturm von Beit Hanoun am 21. August 2016, wie von Reuters veröffentlicht.

In einem Exklusivegespräch mit der Times of Israel erfuhr HonestReporting, dass palästinensisch Offizielle im Gazastreifen behaupten, der Wasserturm sei bei dem Angriff getroffen worden und dass qualitativ besser Fotografien zu zeigen scheinen, was zusätzlicher Schaden zu dem von 2015 sein könnte. Es ist daher unklar, ob die Behauptung palästinensischer Offizieller wahr, teilweise wahr oder völlig erfunden ist.

Auf jeden Fall ist es eines, wenn Reuters eine dubiose Behauptung örtlicher Einwohner oder Offizieller berichtet. Es ist aber etwas völlig anders, wenn Reuters Beweise verschleiert, dass die Behauptung in Teilen oder komplett unwahr sein könnte.

Reuters vertuscht Terrorismus

Reuters verwendet durchweg das Wort „militant“, um Hamas und andere Gruppen im Gazastreifen zu beschreiben, obwohl diese Gruppen gemäß der meisten westlichen Regierungen in Wirklichkeit Terroristen sind. Hamas zum Beispiel wird von Australien, Kanada, Ägypten, der EU, Israel, Großbritannien und den Vereinigten Staaten als Terror-Organisation geführt. Die PFLP (die diesen Angriff für sich reklamiert) wird ähnlich gekennzeichnet, wie die meisten der „militanten Gruppen“ im Gazastreifen.

Es ist eines, wenn Reuters kein Urteil darüber fällen mag, wer „Terrorist“ ist und wer nicht. Es ist aber etwas ganz anderes, kritischen Kontext zu vertuschen: in diesem Fall die Konsensmeinung der meisten Regierungen der westlichen Welt.

Warum das wichtig ist

ABC, Associated Press, AFP, lokale israelische Press und zahlreiche weitere Nachrichtenagenturen schaffte es diesen Bericht ohne die meisten Fehler, Auslassungen und Einseitigkeiten zu bringen, die Reuters an den Tag legte. Aber Reuters ist eine einflussreiche Nachrichtenagentur und seine Storys werden von tausenden Publikationen überall auf der Welt übernommen – darunter (in diesem Fall) der New York Times, dem Newsweek Magazine und vielen weiteren.

Israel ist in den letzten sieben Jahren dreimal gezwungen worden Defensivkriege gegen Terrorgruppen im Gazastreifen zu führen und Ereignisse wie diese sind exakt der Grund, weshalb diese stattfanden. Nicht provoziertes Raketenfeuer auf israelische Städte machen eine angemessene Reaktion notwendig, um Israelis sicher zu machen.

Aber Reuters schafft den falschen Eindruck, dass die israelischen Opfer dieses Terrors irgendwie zum Teil selbst dafür verantwortlich gemacht werden müssen, dass der Terror nicht wirklich Terror ist und dass Israels höchst zurückhaltende Reaktion irgendwie unbarmherzig und provokativ sei. Dies Art unverantwortlicher Journalismus ermutigt Terroristen und gibt ihnen einen Eindruck, dass die Welt ihre Aggression nicht bemerkt oder sich nicht darum kümmert.

Das Endergebnis all dieses unverantwortlichen Journalismus ist ein größeres Risiko für Israelis wie Palästinenser.

Der Observer radiert Jerusalem

22. August 2016

HonestReporting, 21. August 2016

Der Observer brachte eine Story zu britischen Waffenverkäufen in den Nahen Osten. Er konzentriert sich im Haupttext zwar nicht auf Israel, listet es aber als Kunden für britische Waffen:

Schlüsselkunden für UK-Waffen
Israel
Während David Camerons Amtszeit bewilligte das Vereinte Königreich Waffenverkäufe im Wert von £82 Millionen an Tel Aviv. Die Regierung bestätigte, dass „fast sicher“ britische Waffen bei der Bombardierung des Gazastreifens 2009 verwendet wurden, in einem Konflikt, in dem beiden Seiten Kriegsverbrechen vorgeworfen wurden.

Ist der Verweis auf Tel Aviv nur eine weitere der allzu vertrauten Bemühungen den Status von Jerusalem als Hauptstadt Israels zu umgehen?

Eine Anfrage nach Korrektur ist an den Observer geschickt worden. Wir werden Sie informieren.

Olympischer Fanatismus: Alles Israels Fehler

18. August 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 17. August 2016

Ein Artikel im Economist mit der Überschrift Politik nimmt olympisches Rampenlicht im Nahen Osten in Beschlag wirft einen Blick auf die arabische Feindseligkeit gegenüber Israel bei den Olympischen Spielen, wird dann aber seiner eigenen Anklage schuldig.

Man könnte glauben, ein Artikel im Sportteil würde die Botschaft der Olympischen Spiele bekräftigen und dass der Umgang mit den israelischen Athleten unsportlich ist. Aber eine antiisraelische Agenda reißt den Artikel rücksichtslos an sich, legen nahe, dass Israel dafür verantwortlich ist den Rassismus hervorzurufen, den es durchleidet.

Der Economist macht seine Autoren über Initialen kenntlich, der Verfasser ist nur als N.P. zu identivizieren.

BackSpin_HR_160817_Economist BackSpin_HR-160817_Economist2

Unter Bezugnahme auf den ägyptischen Judoka, der dem israelischen Bronzemedaillen-Gewinner Or Sasson den Handschlag verweigerte, benutzt der Economist gefühlskalt das Massaker der Olympischen Spiele von München und schreibt: „El Shababys Brüskierung schient im Vergleich zu den Kugeln, die bei den Olympischen Spielen in München 11 israelische Athleten töteten, lediglich Symbolismus zu sein“, aber „trotzdem“ kritisierte Israel dieses unsportliche Verhalten.

Bedeutet das, Israel hätte die Brüskierung einfach hinnehmen sollen, nur weil sie kein Mord war?

Würde der Economist etwas derartiges zu irgendjemand anderem sagten, der wegen seiner Rasse, Religion oder Nationalität zum Ziel gemacht wird?

Der Artikel fährt fort:

BackSpin_HR-160817_Economist2Israels selbstgerechte Proteste tragen die Gefahr schrill zu klingen.

Selbstgerecht?

Es sind nicht die israelischen Athleten, die den Libanesen blockierten, damit sie nicht im selben Bus sitzen; oder die sich aus Wettkämpfen zurückziehen, um zu vermeiden gegen Araber antreten zu müssen. Es ist genau andersherum. Sasson streckte seinem ägyptischen Gegner die Hand als Geste des Respekts entgegen und was für eine Botschaft hätte es für die Israelis und Ägypter sein können. Aber wie die Geschichte hindurch verschmähte der Araber die israelische Geste.

Wo ist Jibril Rajoub?

Der Artikel gibt als Beispiel dieser „schrillen“, „selbstgerechten Proteste“ die Beschwerden über den Leiter des palästinensischen Olympischen Komitees, Jibril Rajoub.

Yisrael HaYom, Israels führende Zeitung und Sprachrohr von Premierminister Netanyahu, gab einer Kampagne reichlich Raum, die forderte, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Verbindungen zu Jibril Rajoub kappt, den Leiter des palästinensischen Olympischen Komitees. Als Chef der palästinensischen Sicherheitskräfte hat Rajoub in der Vergangenheit eng mit Israel zusammengearbeitet. Dennoch nannte ihn die Zeitung „einen Terroristen“.

Der Economist pickte sich nur eine Tatsache aus Israel HaYom heraus: dass Rajoub „in der Vergangenheit eng mit Israel zusammenarbeitete“, wozu er auf seine Rolle als Leiter der Vorbeugenden Palästinensischen Sicherheitskräfte verwies. Die hatte er bis 2002 inne. Das muss ihn wohl über Kritik erhaben und unfähig etwas Schlechtes zu tun machen.

Jibril Rajoub

Doch der Aritkel von Israel HaYsom gab ein weit detaillierteres Bild dessen, wer Rajoub ist. Hier das, was der Economist nicht schrieb:

  • Rajoub ist „für“ die palästinensischen Terroristen und „ermutigt“ zur Welle der Gewalt des letzten Jahres; er nennt sie „Helden“.
  • Er ehrt und glorifiziert beständig Terroristen, gratuliert ihnen im palästinensischen Fernsehen.
  • Er droht damit Israel aus den Olympischen Spielen zu halten.
  • Er nannte die Normalisierung mit Israel im Sport ein „Verbrechen gegen die Menschheit“.
  • Er besuchte einen Boxkampf, der nach einem der Terroristen hinter dem Massaker an israelischen Athleten bei den Spielen von München steckte.
  • Es sagte, eine Schweigeminuten für die israelischen Opfer von München abzuhalten, sei Rassismus.
  • Und er sagte dies:

Die internationale Gemeinschaft akzeptiert es nicht, dass in Tel Aviv Busse in die Luft fliegen, aber sie hinterfragt nicht, was einem Siedler oder Soldaten zustößt, der in den besetzten Gebieten zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Niemand hinterfragt das. Daher wollen wir den Kampf auf eine Weise austragen, der die internationale Gemeinschaft auf unserer Seite hält.

Nachdem er den arabischen Fanatismus gegen Israel in Rio total herunterspielte, wirft der Economist einen Blick auf andere Beispiele für Politik bei den Olympischen Spielen, einschließlich dem, wie Südafrika von 1964 bis 1988 von ihnen ferngehalten wurde; er schließt hiermit:

Da Israel in den von ihm besetzten Gebieten höhere Barrieren zwischen Juden und Palästinensern baut, finden die Boykotteure die Analogie zu Südafrika besonders treffend.

Die einzigen Barrieren, die Israel baut, dienen dem Schutz Unschuldiger vor Terroristen, Es sind die israelischen Athleten, die den Geist des Friedens, des Respekts und der Toleranz ihres Landes nach Olympia bringen. Und sie sind die, die zur Diskriminierung ausgesondert werden.

———–

Sich die Rosinen aus anderen Zeitungen rauszupicken und widerspricht eklatant normaler journalistischer Gepflogenheit. Und die Vorstellung, dass Israelis hinnehmen sollten, was auf rassistischen Fanatismus hinausläuft, weil „sie wenigstens nicht umgebracht werden“, wäre für keine andere Rasse, Religion oder Ethnie akzeptabel, die sich wo auch immer ähnlich borniertem Verhalten ausgesetzt sieht. Nicht bei den Olympischen Spielen und nicht auf den Seiten des Economist.

Newsweek hackt beim Thema afrikanische Flüchtlinge auf Israel herum

26. Juli 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 24. Juli 2016

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In einer schlampig geschriebenen Tirade stürzt sich Jack Moore von Newsweek auf Israel, während er auf die große afrikanische Flüchtlingskrise eingeht.

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Erst kritisiert Moore Israel ungerechtfertigt dafür, weniger Asylanträge zugelassen zu haben als andere Westländer, wobei er geflissentlich übersieht, dass Israel ein winziges Land mit begrenzten Ressourcen ist. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl hat Israel mehr als dreimal so viele Asylanträge wie Europa.

(2015 betrug Europas Bevölkerungszahl 743.122.816 Menschen bei 1.321.560 Asylanträgen — das ergibt 0,0018 Asylanträge pro Kopf. Im gleichen Jahr betrug die Bevölkerungszahl Israels 8.412.000 mit 46.437 afrikanischen Asylsuchenden, was 0,0055 Asylsuchende pro Kopf ergibt.)

Zudem hat Europa seine Grenzen zu schließen versucht, weil man sich bemühte, afrikanische Flüchtlinge vom Betreten Europas abzuhalten. Überdies sind ein Großteil der afrikanischen Asylbewerber Wirtschaftsflüchtlinge, obwohl ein gewisser Anteil natürlich auch echte politische Flüchtlinge sind. Wirtschaftsflüchtlinge suchen bessere Jobs, müssen aber nicht um ihr Leben fürchten oder sich um ihre Sicherheit sorgen. Natürlich erwähnt Moore davon kein Wort.

Dann behauptet Moore, Flüchtlinge seien in Israel einem hohen Gewaltrisiko ausgesetzt. Aber statt danach Zahlen oder Fakten zu bringen, beschreibt er ein extremes und unübliches Beispiel einer kriminellen Attacke und verschweigt dann, dass der Angreifer sofort festgenommen wurde und nach dem israelischen Gesetz vor Gericht kam.

Die Situation in Israel steht in scharfem Kontrast zu jener in Ägypten, wo Asylbewerber legal vom Militär erschossen wurden und wo sie unter solch erbärmlichen Umständen leben, dass ihr Ziel lautet, Ägypten zu verlassen und nach Israel zu gehen — der einzigen modernen westlichen Demokratie in der Region.

Die afrikanische Flüchtlingskrise ist fraglos ein ernstes Problem, und viele Nationen auf der ganzen Welt, einschließlich Israel, bemühen sich damit fertigzuwerden. Oft inadäquat. Tatsächlich gäbe es mehr als genug berechtigte Kritikpunkte an den involvierten Nationen, sogar ohne dass man die Wahrheit verzerren muss, so wie es Moore tut.

Aber paradoxerweise:

  • Moore hat keine Kritik für die Regierungen von Eritrea, Sudan oder irgendeinem der anderen afrikanischen Länder, die die Flüchtlingskrise überhaupt erst verursacht haben.
  • Moore kritisiert weder Ägypten, Jordanien noch irgendein anderes nordafrikanisches oder nahöstliches Land dafür, nicht zu helfen und statt dessen die Krise zu verschärfen und viele tausend zusätzliche Afrikaner in die Flucht Richtung Israel zu schlagen.
  • Ebenso kritisiert Moore keine anderen westlichen Staaten, die in puncto Größe und Bevölkerungszahl im Vergleich zu Israel einen weit geringeren Anteil dieser Bürde schultern.

Nein, Moore stürzt sich allein und ausschließlich auf Israel.

Und damit er hier eine Art von Wirkung hervorrufen kann, verschleiert er Kontext, verdreht Fakten und reißt isolierte Informationen völlig aus deren Zusammenhang.

Statt wie ein verantwortungsvoller Journalist zu schreiben, schreibt Jack Moore wie ein antiisraelischer Aktivist mit verleumderischen Absichten. Für private Meinungsmache gibt es geeignete Orte in dieser Welt, aber nicht die Seiten eines Blattes wie Newsweek.

Der alternative Gaza-Führer

25. Juli 2016

Emily Gian, HonestReporting, 20. Juli 2016

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Dieser Gastbeitrag stammt von Emily Gian, Medien- und Advokatur-Direktorin der Zionist Federation of Australia.

Am Dienstag, den 12. Juli brachte der australische Sender SBS einen Dateline-Beitrag mit dem Titel „Der Gaza-Überlebensführer„. Der Werbetext für den Beitrag lautete: „Laut der UN wird Gaza im Jahr 2020 unbewohnbar sein. Der Alltag ist bereits jetzt ein Kampf um Nahrung und Unterkunft, aber Dateline findet die Menschen, die dem Überlebenskampf Innovation und Inspiration verleihen.“

Ich war also gespannt zu sehen, welche Art Innovation in Gaza einfloss, da wir ja ständig Negatives über dieses Gebiet zu hören kriegen; ich begrüßte die Aussicht auf einen Bericht darüber, wie die Gaza-Bewohner die von ihnen bewohnte Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Leider versagte die Doku in diesem Punkt und brachte vorhersehbarerweise das, was solche Produktionen üblicherweise zum Inhalt haben — das Leid in Gaza entsteht nur durch Israel, nur durch die Blockade und die Kriege, die dem Volk aufgezwungen werden, und daher ist allein und ausschließlich Israel verantwortlich.

Die gesamte Produktion war voller Unrichtigkeiten und Auslassungen, wodurch sie zu einem ganz subtilen Stück Propaganda wurde.

Die Grundprämisse, Gaza sei möglicherweise unbewohnbar, wird nie richtig untersucht. Weder kriegen wir die üppigen Plazas und Einkaufszentren, die Schwimmbäder und Nachtclubs für die Wohlhabenden und den Mittelstand zu sehen, noch wird uns gesagt, dass ein Großteil der von der Hamas angeführten Herrscherklasse jenseits jeglicher Vorstellung wohlhabend ist, während die große Masse im Elend lebt.

Nachrichtenleute, die „liberal“ oder „progressiv“ zu sein behaupten und sich angeblich an ein gebildetes Publikum richten, gehen normalerweise auf solche Ungerechtigkeiten und Missverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft ein, aber nicht wenn es um Gaza geht.

Obwohl die Machtübernahme der Hamas im Jahr 2007 angesprochen wurde (wobei kaum auf das nachfolgende blutige Gemetzel eingegangen wurde), bot der Bericht keinerlei Kontext, wie Gaza überhaupt zu seinem gegenwärtigen Zustand kam. Absolut keine Erwähnung fand der israelische Abzug aus Gaza im Jahr 2005 oder die dreizehneinhalbtausend Raketen, die seither von palästinensischen Terrorgruppen aus Gaza nach Israel abgefeuert wurden und von denen einige eine Reichweite bis hin zu Israels internationalem Flughafen haben.

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Man kann aber schlichtweg nicht über die Kriege mit Israel sprechen, ohne zu erwähnen, warum sie überhaupt geschehen sind.

Wie üblich wurde kaum Federlesen um die Blockade und deren Gründe gemacht noch um die Tatsache, dass Gaza auch zu Ägypten eine Grenze hat und dort ebenfalls eine Blockade besteht, was möglicherweise etwas mit der engen Zusammenarbeit der Hamas mit ISIS in der benachbarten Sinai-Halbinsel zu tun hat…

Warum sieht Israel die Notwendigkeit, die Geschehnisse in und um Gaza genau zu beobachten?

Möglicherweise weil die Hamas jedes Jahr Millionen von Dollar zur Anheizung ihrer Terrorkampagne gegen Israel ausgibt, darunter der Schmuggel von Raketen und anderen Waffen sowie der Tunnelbau. Geld, das in vielen Fällen für die Verbesserung des Schicksals des Volkes eingesetzt werden könnte.

Der Filmemacher wird auf einen Fischfang mit aufs Meer genommen und erwähnt eine 15 km breite Einschlusszone, hinterfragt aber nicht, warum diese aufrechterhalten wird. Vielleicht gäbe es mehr Verständnis hierfür, würde den Zuschauern von den Waffen berichtet, die auf Schiffen gefunden wurden, die nach Gaza fuhren.

HonestReporting ging auf einen wichtigen Punkt ein, der eine Erwähnung wert ist, und beschwerte sich bei SBS. Auf der SBS-Website heißt es zu dem Video:

Die für seine Familie so kostbaren Weidegründe wurden 2009 mit Bulldozern weggeräumt, und nun ist sein Land karg und leer, geschluckt als Teil der tödlichen ‚Pufferzone‘ an der Grenze zu Israel.

Gazas fruchtbarstes Land ist ebenso sein gefährlichstes und wird von automatischen Geschütztürmen überwacht, die Bewegung orten und ohne Warnung schießen.

HonestReporting setzte sich zu dieser Aussage mit der IDF in Verbindung und wurde darüber informiert, dass es keine „automatischen Geschütztürme“ gibt, die „Bewegung orten und ohne Warnung schießen“. Zwar besitzen die Türme Bewegungserkennung, aber es sind Soldaten, denen das Schießen obliegt. Es gibt dort nichts „Automatisches“. Warnschüsse werden in 10 bis 20 Meter Entfernung abgegeben, was den Palästinensern in der Pufferzone ausgiebig Zeit gibt, den Bereich ohne jede weitere Maßnahme zu verlassen. Zudem sind die einzigen Soldaten, die nach der Erlaubnis ihrer Vorgesetzten das Feuer eröffnen dürfen, hochspezialisierte Scharfschützen, die auf die Beine zielen, und zwar exakt aus dem Grund, um Todesopfer zu vermeiden.

COGATAm Ende der Dokumentation wird gesagt, die israelische Regierung verweigere eine Aussage vor der Kamera, und man verweist die Zuschauer auf eine Antwort von COGAT. Diese hinterlistige Methode soll einen Versuch der Ausgewogenheit zeigen, wo in Wirklichkeit keine ist. Sie könnten auf Israels offizielle Antwort in der Doku verweisen, die zeigt, dass Israel Tausende LKWs mit Gütern und Nahrungsmitteln nach Gaza lässt.

Mein Hauptpunkt ist, dass die Produzenten wirklich Leute fanden, die in Gaza großartige Sachen machen, aber statt zur Wurzel des Problems vorzudringen zu versuchen, nahmen sie die faule Option des auf Israel Einprügelns. Natürlich gab es eine beiläufige Erwähnung über die Zurückweisung der zudringlichen Präsenz der Hamas durch viele Leute, aber das scheint mir die wahre Geschichte dabei zu sein — nämlich dass diese großartigen Dinge trotz der Hamas geschehen. Der Beitrag jedoch hinterfragte weder das Hamas-Regime und dessen rassistische Politik gegen Juden noch dessen Drohungen, Israel von der Weltkarte fegen zu wollen.

Hätten die Produzenten wirklich nach einem positiven Ergebnis für die Menschen in Gaza suchen wollen, hätten sie diese Themen bestimmt erforschen wollen.

Als Israel 2005 aus Gaza abzog, hinterließ es eine Infrastruktur, auf welcher die Palästinenser hätten aufbauen können, aber alles wurde von ihnen sofort zerstört. Hamas und andere Gruppen in Gaza haben ebenso wie die antiisraelischen Gruppen außerhalb der Region ein ausgesprochenes Interesse daran, dass das Volk in Gaza weiterhin leidet, und hätte SBS wirklichen Mut, hätte die Story hiervon gehandelt.

Palästinensisches Hassfest stärkt die Hamas

18. Juli 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 10. Juli 2016

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Der irische Stückeschreiber und Schauspieler Donal O’Kelly schreibt in der Irish Times: „Warum wir uns an die Toten aus dem Gazastreifen erinnern müssen“. In seinem Meinungsbeitrag mag er den Anschein erwecken, die Palästinenser kümmerten ihn, aber indem er die Fakten außen vor lässt, zeigt er in Wirklichkeit nur, dass er antiisraelisch ist.

Er schreibt über Israels Krieg mit der Hamas im Jahr 2014 und erwähnt die Terrororganisation nicht einmal. Er beschwert sich: „In den meisten Medien wurde das als Konflikt zwischen zwei Seiten dargestellt.“ In seinem Kopf — erkennbar zumindest anhand der Art und Weise seiner Darstellung — existiert keine Hamas, und Israel tötet unschuldige Palästinenser völlig ohne jeden Grund. Irish Artists in Support of Palestine wurde damals ins Leben gerufen, weil: „Dies wird erneut geschehen, falls wir nicht handeln.“

O’Kelly bewirbt das Kunstfestival „PalFest Ireland“, das aus „Solidarität mit den Palästinensern“ veranstaltet wird, und erwähnt Dr. Mads Gilbert als einen der Gäste im letzten Jahr — einen norwegischen Chirurgen am Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza. HonestReporting und andere haben Gilbert bereits als radikal antiisraelischen Propagandisten bloßgestellt, der seine Unterstützung des Terrors unverhohlen äußert, Hamas-Lügen hilft und weiterverbreitet und sagt, die Hamas habe das Gaza-Krankenhaus nie als Militärstützpunkt benutzt — trotz Beweisen für das Gegenteil.

Indem O’Kelly die Rolle der Hamas bei dem Konflikt ignoriert, so wie viele antiisraelische Aktivisten und andere Realitätsverweigerer, stärkt und ermutigt er die Hamas in Wirklichkeit, ihre Taktik weiterzuführen und das falsche Narrativ wahlloser israelischer Angriffe zu verbreiten. Damit kann die Hamas ihr Terror- und Korruptionsregime weiterführen. Man ignoriert Hamas-Terroranschläge auf unschuldige israelische Zivilisten und dass die Hamas Kriege mit Israel provoziert, Kinder aufhetzt und zu ebensolchem Handeln erzieht, das Geld und die Materialien der Menschen in Gaza stiehlt und sie für Terrortunnels und Waffen gebraucht und während eines Konflikts alles Menschenmögliche unternimmt, damit die maximale Anzahl palästinensischer Zivilisten zu Tode kommt.

O’Kelly hat recht damit, dass wir die Toten aus dem Gazastreifen nicht vergessen dürfen. Ebenso dürfen wir nicht vergessen, dass die Hamas für die Opfer verantwortlich ist. Wenn die Hamas dann den nächsten Krieg vom Zaun bricht, muss sie zur Verantwortung gezogen werden. Die Palästinenser leiden sehr unter der Hamas und können nicht einmal negativ über sie sprechen, weil es Vergeltungsmaßnahmen gibt. Wäre O’Kelly wirklich an den Einwohnern des Gazastreifens gelegen, würde er sich gegen die Wurzel ihres Leides stark machen und die Hamas bloßstellen. Wäre ihm an den Gaza-Kindern gelegen, würde er gegen diese Kindesmisshandlung protestieren:

O’Kelly stellt die BDS-Kampagne als „attackiertes“ Opfer dar und sagt: „In Irland wollen wir das Leuchtfeuer des Boykotts am Brennen halten, und zwar durch Kunst.“ Ein Leuchtfeuer ist nicht wirklich das Wort, das man für gewöhnlich mit einer fanatischen Bewegung assoziiert, die den einzigen jüdischen Staat dieser Welt vernichten will. Aber Donal O’Kelly tut das, der seinen Israelhass über jeden Missbrauch und jede Hirnwäsche an palästinensischen Kindern stellt.

APs verworrene Mathematik

17. Juli 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 7. Juli 2016

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KLARSTELLUNG

Eine Quelle bei AP hat bestätigt, dass die Urversion der Story folgenden Satz enthielt: „Etwa 200 Palästinenser, von denen Israel die meisten als Angreifer bezeichnete, wurden im selben Zeitraum getötet.“ Die fett gedruckten Wörter tauchen in der von Sky News Australia überarbeiteten Version nicht auf.

Während die AP-Story noch immer ernste Fragen aufwirft (siehe unten), ist Sky News Australia für das Herauslassen wesentlicher Zusammenhänge verantwortlich.

* * *

In einem Bericht über Israels Antwort auf kürzliche Anschläge setzt die Associated Press die palästinensischen Terroranschläge gewaltig herab. AP schreibt:

Palästinenser haben seit September Dutzende Anschläge verübt und dabei 34 Israelis und zwei auf Besuch befindliche Amerikaner getötet. Etwa 200 Palästinenser wurden im selben Zeitraum getötet.

Wie viele Anschläge haben die Palästinenser in dieser Zeit verübt? Das israelische Außenministerium sagt:

Es gab 155 Messerangriffe (darunter 76 Versuche), 96 mit Schusswaffe, 45 mit Fahrzeug (Ramm-Attacken) und eine Bus-Bombe.

terror-4monthsDas sind insgesamt 297 Anschläge. In der Sprache der AP wären das fast 25 Dutzend.

Zudem scheint AP die palästinensischen Opfer von diesen Anschlägen zu trennen. Der Nachrichtendienst sagt einfach nur, wie viele Palästinenser „im selben Zeitraum“ getötet wurden. Dadurch erweckt AP den Eindruck, Israel handele grob unverhältnismäßig gegenüber unschuldigen Palästinensern — und das ist weit von der Wahrheit entfernt.

Und ein weiterer Satz ohne jeden bedeutungsvollen Kontext scheint die palästinensischen Anschläge sogar zu rechtfertigen. Als Beschreibung der umstrittenen Territorien schreibt AP einfach:

Israel nahm im Krieg von 1967 das Westjordanland und Ostjerusalem ein.

Zwar trifft das im Grunde zu, aber wer sich in der Geschichte der Region nicht auskennt, könnte annehmen, Israel habe diese Gebiete aufgrund eigener Aggressionen eingenommen. Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs sagt in unserem jüngsten Red-Lines-Video:

Es ist eine Tatsache, dass sich Israel verteidigte. Die UN sagte 1967 in der UNSC-Resolution 242, dass Israel bei diesem Krieg (von 1967) Verteidiger war. Auslandsreportern obliegt es also, eine Zeile zu schreiben — vier Wörter –, dass Israel die Ostseite Jerusalems und das ehemals von Jordanien besetzte Westjordanland in einem Selbstverteidigungskrieg eroberte… „in einem Selbstverteidigungskrieg erobert“ — das würde einem Bericht eine ganze Menge Kontext geben.

Es hätte AP nicht viele Worte gekostet, akkurat darzustellen, wie viele palästinensische Anschläge es gab und dass die meisten Palästinenser bei ihren Terroranschlägen getötet wurden und dass Israel die umstrittenen Territorien erst einnahm, nachdem es angegriffen wurde. Statt dessen ließ man wesentlichen Kontext aus und führt die Leser in die Irre.

Die völlig verzerrte Meinung der LA Times zum Thema BDS

15. Juli 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 6. Juli 2016

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Von einem Redaktionsbeitrag wird gemeinhin angenommen, dass er die Ansicht des gesamten Blattes widerspiegelt. Aber in diesem speziellen Redaktionsbeitrag der LA Times erkennt man, dass eine Gruppe Journalisten rechtliche Schlüsse gezogen hat, ohne über echtes Rechtswissen zu verfügen.

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Es ist auch keine Frage einer persönlichen Meinung, sondern was die Verfassung wirklich sagt und wie das höchste Gericht der Vereinigten Staaten sie im Lauf der Jahre interpretiert hat.

Der LA Times geht es um einen Gesetzesvorschlag, der gerade den Weg durch die kalifornische Legislatur nimmt und der die diskriminierende Natur von Israelboykotten betrifft. Zwar wird der Gesetzesvorschlag im Redaktionsbeitrag nicht beim Namen genannt, aber es geht um AB-2844.

Vor kurzem untersuchte HonestReporting eine ähnliche Thematik, nämlich New Yorks Executive Order 157, wo Gouverneur Cuomo bestimmte: „Wenn Sie Israel boykottieren, boykottiert Sie New York.“

Um es klar zu sagen: Cuomos Verfügung beschränkt nicht die Redefreiheit, nicht einmal Boykotte, sondern bestimmt lediglich, dass der Staat New York keine Geschäfte mit Gruppen macht, die Israel boykottieren. Wie scheinheilig können Israelboykotteure eigentlich sein? Im Grunde sagen sie, ihr Boykott ist ein legitimes Ausdrucksmittel, aber für andere sei es illegal, sie umgekehrt zu boykottieren.

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Im Kontrast hierzu boykottiert AB-2844 nicht einmal die Boykotteure.

In Wirklichkeit hat der Gesetzesvorschlag in der gegenwärtigen Form keinen Durchsetzungsmechanismus, sondern ist vor allem symbolisch, was uns zu der Frage führt, warum die LA Times überhaupt die Notwendigkeit für einen solchen Beitrag sah.

Trotzdem gibt es hier eine tieferliegende Rechtsfrage, der Aufmerksamkeit gebührt: Ist ein Boykott tatsächlich von der Verfassung geschützte freie Rede?

Nein.

Diese Wahrheit mag manche überraschen, aber die wahre Natur eines „Boykotts“ zu verstehen erfordert mehr als eine reflexhafte Meinung. Dies erfordert eine robuste Rechtsanalyse.

Kurzform: Der erste Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten schützt Rede, aber nicht Verhalten, und ein Boykott beinhaltet Verhalten.

HonestReporting sah sich die Verfassung, die relevanten Gerichtsentscheidungen und die Rolle des Büros für Anti-Boykott-Einhaltung, das die zahlreichen Antiboykottgesetze der USA durchsetzt, genau an. Zwar ist diese Analyse ein wenig technisch, aber trotzdem für jeden empfehlenswert, der wirklich verstehen möchte, was ein Boykott ist und wie er von der Verfassung gesehen wird.

Der bekannte Rechtsgelehrte und Universitätsprofessor Eugene Kontorowitsch hat ebenfalls etwas zu dem Thema beizutragen: „Israelboykotte sind keine Redefreiheit.“

Der Redaktionsbeitrag der LA Times wurde nicht als Rechtsanalyse verfasst, sondern ist einfach nur eine persönliche Meinung über das Gesetz.

Und völlig falsch.

Bild: CC BY-NC Jim

Israelhasserin schreibt antisemitische, zorngeifernde Gastkolumne

1. Juli 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 27. Juni 2016

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Aayesha J. Soni, eine fanatische Israelhasserin, schrieb für den südafrikanischen Mail and Guardian einen Gastbeitrag, in dem sie Israel mit Hitler verglich.

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Warum jetzt?

Erstmals in der Geschichte wurde ein israelischer Botschafter dazu ernannt, einem ständigen UN-Ausschuss vorzusitzen: Danny Danon, der nun dem UN-Rechtsausschuss vorsitzt. Sonis Geschwafel gegen Israel ist als Kritik an Danons Ernennung getarnt.

Was sind die Kritikpunkte?

Soni beschuldigt Israel, „mehr UN-Resolutionen als jedes andere Land in der Geschichte der UN“ gebrochen zu haben. Des weiteren beschuldigt sie Israel „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und behauptet, dies mache das Land „derselben Verbrechen schuldig wie Hitler“.

Vergleiche aktueller israelischer Politik mit jener der Nazis zu ziehen, passt exakt auf die internationale Definition für Antisemitismus, wie von vielen Regierungen bestätigt (leider nicht der südafrikanischen). Nicht nur ist der Vergleich unwahr, aber er beleidigt Israelis, Holocaustüberlebende und alle Menschen mit gutem Gewissen.

Was verschwieg die Autorin?

Die meisten der fraglichen UN-Resolutionen sind lediglich konsultativ und haben keine rechtliche oder bindende Wirkung, was bedeutet, Israel muss ihnen gemäß den UN-Regulierungen oder dem Völkerrecht nicht Folge leisten. Zudem verschwieg Soni wesentliche Informationen:

1. Die Vereinten Nationen haben eine markante Voreingenommenheit gegenüber Israel. Und das ist nicht einfach nur eine „Meinung“:

  • UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, es gebe „eine voreingenommene Haltung gegenüber dem israelischen Volk und der israelischen Regierung“, und dies sei „eine unglückliche Situation“.
  • Der ehemalige Generalsekretär Kofi Annan sagte, er sei „besorgt über die unverhältnismäßige Fixierung [des UN-Menschenrechtsrats] auf Verletzungen durch Israel.“
  • Die UN-Botschafterin der USA, Samantha Powers, sagte: „Israel wird nicht wie andere Länder behandelt“, und „die Voreingenommenheit erstreckt sich weit über Israel als Staat hinaus und geht bis hin zu Israel als Idee.“

2. Die von Soni angesprochenen Resolutionen wurden mit Hilfe einiger der judenfeindlichsten Staaten und grässlichsten Menschenrechtsverletzer der Welt verabschiedet, zum Beispiel:

  • Saudi-Arabien, deren UN-Delegierter Marouf al-Dawalibi sagte: „Der Talmud sagt, wenn ein Jude nicht jedes Jahr das Blut eines Nichtjuden trinkt, wird er auf alle Ewigkeit verdammt sein.“ (Der Talmud sagt so etwas nicht.)
  • Libyen, deren US-Vertreter Ali Treiki sagte: „Sind es nicht die Juden, die das amerikanische Volk ausbeuten und sie zu entwürdigen versuchen?“ (Juden tun das nicht.)
  • Der syrische UN-Botschafter, der darauf bestand, Juden würden Christenkinder töten und aus ihrem Blut Matzen machen. (Juden tun das nicht. Aber solche Ritualmordlegenden wurden als Rechtfertigung für das Abschlachten von Juden seit wenigstens dem 12. Jahrhundert herangezogen.)

3. Der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) hat eine unheilige Besessenheit mit Israel, was wir in diesem HonestReporting-Video diskutieren:

Neben anderen Defiziten hat der UNHRC mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen den gesamten Rest der Welt zusammengenommen.

Geben wir dem eine Perspektive: Gegenwärtig existieren 40 bewaffnete Konflikte in der Welt, darunter Völkermorde, Folter und Sexsklaverei durch ISIS in Irak und Syrien, der syrische Bürgerkrieg mit Hunderttausenden Toten, der vernichtende Krieg im Jemen, massive Exekutionen im Iran und in Saudi-Arabien, die Liste ist lang.

Und dennoch gewinnen alle diese desaströsen Situationen beim UNHRC weniger Aufmerksamkeit als Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten. Tatsächlich sind die durchschnittlichen jährlichen Todeszahlen in Syrien höher als die Gesamtzahl der Menschen, die seit 1948 in Konflikten mit Israel jemals zu Tode kamen. Aber das ist dem UNHRC völlig egal.

4. Aayesha J. Soni ist auf individueller Ebene besonders hasserfüllt gegenüber Israel, und sie schert sich nicht um die Wirklichkeit oder die Wahrheit. Hier nur ein paar Beispiele von Sonis Twitteraccount:

Ich bin mit dem Lesen von Mein Kampf beschäftigt (Hitlers Buch).. die Schriftgröße ist zweieinhalb :/
Aayesha (@AayeshaJ) November 19, 2010

Dieses HonestReporting-Video bietet weitere Einzelheiten über die Lüge, Israel habe den Palästinensern das Wasser abgedreht:

Aus der Geschichte und von den Aussagen wichtiger UN-Angehörigen und Generalsekretäre geht klar hervor, dass UN-Resolutionen kein verlässlicher Weg sind, die Natur Israels als Staat zu beurteilen. Dennoch engagiert sich Israel weiterhin mit der UN und der internationalen Staatengemeinschaft und dient weiterhin in UN-Ausschüssen.

Die Ernennung von Botschafter Danon zum Vorsitzenden des Rechtsausschusses ist eine signifikante Leistung für den jungen jüdischen Staat und ein Zeichen für Israels Hingabe an positives internationales Engagement.

Statt Israels positiven Beitrag anzuerkennen, schreit Aayesha J. Soni eine Ansammlung von Halbwahrheiten, glatten Lügen und aggressivem Antisemitismus in die Welt hinaus. Tatsächlich besteht die einzige Ähnlichkeit zwischen ihrer Story und Hitler in Sonis ungeheurem Einsatz von Lügen und Propaganda und natürlich in ihrem tief verwurzelten Hass.

Der Mail and Guardian sollte es besser wissen, als Sonis hasstriefende Fiktionen völlig widerspruchslos zu publizieren.