Archive for the ‘Medieneinseitigkeit’ category

Die Hamas, eine fundamentalistische politische Partei?

15. November 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 13. November 2016

Der Londoner Evening Standard berichtet von einem Besuch eines rechten Aktivisten in Israel. Zu der Story gehört diese Beschreibung der Hamas:

Hamas ist eine palästinensische fundamentalistische Partei, die den Gazastreifen kontrolliert. Israel hat sie oft beschuldigt Extremismus fördern, was die Hamas bestreitet.

Eine fundamentale politische Partei, die von Israel beschuldigt wird „Extremismus zu fördern“?

Ernsthaft?

Was ist mit Selbstmord-Bombenanschlägen, Schüssen, Stichanschläge und tausenden Raketenangriffen auf israelische Zivilisten? Macht das die Hamas nicht zu einer Terrororganisation?

Gibt es derart viele Zweifel am Wesen der Hamas, dass der Evening Standard auf Mutmaßungen Zuflucht nehmen muss?

Dem Evening Standard wurde eine Beschwerde zugeschickt. Bleiben Sie dran.

Die Demokraten von der Hamas?

13. November 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 25. Oktober 2016

UPDATE:
Nach einer Aufforderung von HonestReporting hat der Independent den ungenauen Absatz korrigiert und die fehlende Information hinzugefügt; er lautet jetzt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen im Gazastreifen und übernahm nach Kämpfen mit der palästinensischen Fatah-Partei im Juni 2007 die komplette Kontrolle des Gebiets. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

* * *

The Independent berichtet über ein Interview, das vom israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman einer palästinensischen Zeitung gegeben wurde; darin droht er mit der „völligen Vernichten“ der Hamas, sollte diese einen weiteren Krieg mit Israel anfangen.

Der Independent schreibt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen, was ihr die Kontrolle über den Gazastreifen gab. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

Die Hamas gewann zwar 2006 die Lokalwahlen, aber die Terrororganisation übernahm 2007 den Gazastreifen als Ergebnis eines gewalttätigen Staatsstreichs, zu dem es gehörte Fatah-Mitglieder von Dächern zu werfen und die PA aus dem Gazastreifen zu vertreiben.

Stattdessen wird den Lesern des Independent der falsche Eindruck vermittelt, dass die Hamas den Gazastreifen über die Wahlurne kontrolliert, nicht mit der Gewehrkugel. Ergo könnte Lieberman als jemand betrachtet werden, der ein demokratisch gewähltes Regime im Gazastreifen bedroht, was gewiss nicht der Fall ist.

Wir haben den Independent kontaktiert und aufgefordert die fehlenden Kontext und die selektiven Auslassungen anzugehen.

Wie man das durch palästinensischen Protest verursachte Chaos weiter verpfuscht

10. November 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 30.10.16 (übersetzt von Cora)

UPDATE:

Der Evening Standard reagierte auf HR-Leserbeschwerden, indem er die Wortwahl von seines „israelische Besatzungskräfte“ änderte. Der Begriff ist vom Reporter nicht mehr zu hören, aber A) den Begriff überhaupt hervorgehoben zu haben und B) den Namen des „Friends of Palestine Society“-Sprechers nicht zu nennen, der das sagte, ist immer noch armseliger Journalismus.

———

Es war eine hässliche Szene die sich am University College London am Donnerstagabend abspielte. Hen Mazzig, ein Autor und ehemaliger Offizier für Hilfseinsätze bei der IDF war eingeladen, über seine Erfahrungen bei der COGAT zu sprechen; einer Einheit des Verteidigungsministeriums , die zivile Belange zwischen der israelischen Verwaltung, den Palästinensern und relevanten internationalen Organisationen in der Westbank und Gaza koordiniert. Die Veranstaltung wurde von Friends of Israel an der UCL in London und CAMERA on Campus gesponsert. Zwei Zeitungen haben ihre Berichterstattung darüber völlig vermurkst (dazu unten mehr).

Der Express beschreibt, was geschah, bevor Mazzig überhaupt dazu kam, zu sprechen. Ein Mob von 100 Anti-Israel Demonstranten erschien, um die Veranstaltung zu stören; und gestört haben sie, indem sie an die Türen schlugen, durch Fenster kletterten, Slogans schrien und, wie gemeldet wurde, jüdische Studenten angriffen, die so gezwungen waren, sich in einem Raum zu verbarrikadieren, während die Polizei versuchte, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

„Das Filmmaterial zeigt eine Menge pro palästinensischer Aktivisten mit Plakaten, die jene, die zu dem Gespräch gekommen und nun drinnen gefangen waren, `Schande´zuriefen. Herr Mazzig postete auf Facebook ein Livevideo, das zeigt, dass mehr als 20 Polizisten versuchten, sich zwischen die Menge, die `Freies Palästina´schrien und den Raum, in dem der Vortrag stattfand, zu schieben.

Ein Mann, der gegen das Fenster schlug, ist zu hören wie er rief `Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein´. Im Video hört man den israelischen Sprecher sagen: „Ich glaube, nicht mal in meiner Zeit bei der IDF war es so furchtbar, wie gerade jetzt. Es ist wirklich beängstigend. Ich habe gehört, sie hätten einige Mädchen angegriffen, jüdische Mädchen, die gekommen waren um meinen Vortrag zu unterstützen und – wow – es ist verrückt, sie haben wirklich den Verstand verloren.“

 (Video)

Devora Khafi von Stand With Us beschrieb ihre Erfahrung dem Jewish Chronicle. Andere, wie Elliot Miller, posteten ihre eigenen Videos von diesem Chaos.

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Zwei Zeitungen versagten

Während der Daily Telegraph, die Times of London, LBC, Daily Mail und die Jewish News über dieses Geschehen verantwortungsvoll berichteten, verpfuschten zwei Zeitungen ihre Berichterstattung.

Zuerst der Independent, in dem eine irreführende Überschrift und eine Aussage aus der Feder des Reporters sagen, dass pro palästinensische und proisraelische Studenten „zusammenstießen“, was bedeutet, dass beide Seiten gleichermaßen verantwortlich waren – eine klare Verzerrung der Tatsachen:

„Die Polizei wurde nach einem Zusammenstoß von proisraelischen und pro palästinensischen Studenten während einer Veranstaltung an der UCL gerufen“

„Die Polizei wurde zu einer Veranstaltung am University College London gerufen, nachdem es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen pro palästinensischen Demonstranten und Mitgliedern einer proisraelischen Gruppe gekommen war.

In einem anderen Bericht bezieht sich der Evening Standard auf die „IOF“ in der Aussage des Journalisten. Das steht für „Israelische Okkupationskräfte“, ein beleidigender Begriff, der von Israels Feinden benutzt wird. Ich nehme an, dass dieser Begriff von einem der Demonstranten übernommen wurde, welcher vom Evening Standard interviewt wurde. Wenn das der Fall war, hätte IOF in Anführungszeichen gesetzt werden müssen. Ansonsten macht sich der Evening Standard einer groben Ignoranz schuldig (bestenfalls durch irreführende Wortwahl) oder, schlimmer noch, der Verbreitung einer unverhohlenen Meinung, die als Nachricht maskiert ist.

„Ein Sprecher der Gesellschaft der Freunde Palästinas an der Universität bestritt, dass sie solch ein Geschehen organisiert hätten, sagte aber, dass die Behauptung, Studenten wären gefangen oder angegriffen worden, eine Lüge seien.
Er sagte, die Demonstranten hätten sich dazu entschieden, an der Veranstaltung teilzunehmen, wegen der Verbindung des IOF mit der apartheidartigen Politik in Palästina.“

Jüdische Studenten sind mit niemandem zusammengestoßen. Der Independent muss daran erinnert werden, dass es keinerlei moralische Gleichheit zwischen jüdischen Studenten, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen und Palästinensern, die diese Veranstaltung gewaltsam unterbrechen, gibt.

Und „IOF“ ist eine Verunglimpfung, die mindestens so beleidigend ist wie „DRC“ (dreckige, miese Polizisten). Der Evening Standard sollte seine Angaben in einer professionelleren Art und Weise handhaben. Basta.

HonestReporting hat mit dem Independent und dem Evening Standard Kontakt aufgenommen, aber da von den Herausgebern noch keine Antwort eingegangen ist, verlangt bitte eine angemessene Korrektur von den beiden Zeitungen. Die 10 Leserbrief – Tipps könnten dabei hilfreich für euch sein.

Sendet eure durchdachte Kommentare an den Independent unter

newsdesk@independent.co.uk und an die Beschwerdeseite des Evening Standard.

Ein palästinensischer „Kumpel wurde exekutiert“?!

3. Oktober 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 19.September 2016 (übersetzt von Cora)

UPDATE: In Reaktion auf Beschwerden von HR-Lesern hat 9 News das Wort „fellow“ entfernt und durch „Mann“ ersetzt. Die Schlagzeile blieb allerdings underändert.

Ein palästinensischer Terrorist stach auf einen IDF Soldaten in der Nähe Tel Rumeida – Hebron ein. Der Angreifer wurde von Soldaten erschossen.

Und so berichtete der australische Nachrichtensender Channel 9 über den Zwischenfll was ein weiteres Beispiel für fehlerhafte Überschriften zeigt:

Palästinenser nach israelischem Messerangriff an Checkpoint „hingerichtet“

Wer hat den Angriff ausgeführt? Die Überschrift macht aus dem palästinensischen Terroristen gan deutlich ein Opfer israelischer Heimtücke. Und was genau ist ein „israelischer Messerangriff an Checkpoint“?

Bizarrerweise wird der palästinensische Terrorist später als „Kumpel“ bezeichnet, ein Begriff, der normalerweise als eine Art Kosenamen gebräuchlich ist. Wir haben schon gesehen, dass palästinensische Terroristen „Militante“, „Aktivisten“ und „Freiheitskämpfer“ genannt wurden, aber es ist das erste Mal, dass sie „Kumpel“ genannt werden.

Oh, er ist ein rundherum liebenswerter und guter Kumpel? Das würde wohl keiner von uns behaupten.

Dass der Artikel dann noch die Behauptung einer „außergerichtlichen Ermordung“ wiederholt und dafür auf die Behauptungen der Website der Internationalen Solidaritäts-Bewegung zurückgreift, spricht Bände. Channel 9 versäumte es zu veröffentlichen, dass der ISM alles andere als eine objektive Quelle ist.

Die Organisation hat eine lange Geschichte in der Dämonisierung Israels und der Unterstützung des Terrorismus. Warum hat der Nachrichtensender 9 eine Quelle benutzt, die das genaue Gegenteil von glaubwürdig ist?

HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker fügt hinzu:

Von der Überschrift bis hinunter zum Ende der Geschichte hat Nachrichten 9 ihre absoluten Missachtung des professionellen Journalismus gezeigt. Wir müssen fragen, ob dahinter eine Agenda am Werk ist oder ob die Journalisten tatsächlich so unwissend sind. Es wurde kein palästinensischer Kumpel exekutiert – ein israelischer Soldat wurde niedergestochen – das war die wahre Geschichte.

Voreingenommenheit #6: Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen

9. September 2016

Teil 6 einer achtteiligen Serie über die acht Kategorien von Medien-Voreingenommenheit.

Verletzung #6
Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen

Medienberichte führen oft Fakten ins Feld, aus denen sie falsche Schlussfolgerungen ziehen

Selbst wenn alle Fakten stimmen, ist es Journalisten immer noch möglich, falsche Schlüsse zu ziehen. Irren ist menschlich, richtig?

In diesem Video diskutieren Haviv Rettig Gur von der Times of Israel und Michelle Chabin von USA Today und anderen Blättern mit HonestReporting darüber, wie Reporter Fakten einsetzen können, um falsche Schlüsse zu ziehen:

APlogoBEISPIEL: Als Premierminister Benjamin Netanyahu im März 2015 wiedergewählt wurde, machte der Associated-Press-Reporter Dan Perry abfällige Bemerkungen über die Resultate, weil Palästinenser nicht wählen durften.

Doch unter den Israelis gibt es die zunehmende Angst vor der Tatsache, dass ihr aus 8 Mio. Menschen bestehendes Land auch um die 2,5 Mio. Palästinenser im Westjordanland kontrolliert, die kein Stimmrecht für ihr Parlament haben.

Fügt man der Gleichung die 2 Mio. Palästinenser im Gazastreifen hinzu, einem indirekt von Israel dominierten Gebiet, dann wäre das Heilige Land zusammen mit den 2 Mio. arabischen Bürgern Israels Heimat einer Bevölkerung von um die 12 Millionen Menschen, gleichmäßig aufgeteilt in Araber und Juden.

Von den Arabern hat nur ein Drittel Stimmrecht. Das sind die „israelischen Araber“, die in den Gebieten leben, die im israelischen Unabhängigkeitskrieg, der die Grenzen des Landes festlegte, zum Land Israel geworden sind.

Die Fakten sind absolut zutreffend: Palästinenser im Westjordanland sind keine israelischen Staatsbürger und können bei Wahlen in Israel nicht wählen. Das bedeutet aber nicht, dass Israel ihnen das Wahlrecht entzogen hätte.

Der Grund, warum die bei der Palästinensischen Autonomiebehörde lebenden Palästinenser nicht wählen, ist, weil sie bei Wahlen der Palästinensischen Autonomiebehörde ihre eigenen Führer wählen. Seit 2006 haben sie dies allerdings nicht mehr getan; für 2010 angesetzte Wahlen wurden wegen der Fehde zwischen Hamas und Fatah niemals abgehalten, aber das ist ein internes palästinensisches Problem.

BEISPIEL: Während Operation Wolkensäule im Jahr 2012 sagten Kritiker, Israels Raketenabwehrsystem Eiserne Kuppel sei so erfolgreich, dass es Militäreinsätze der IDF unnötig und unverhältnismäßig mache. Ein Beispiel hierfür war ein Tweet von Anthony De Rosa, damals ein Social-Media-Redakteur für Reuters. Die Antwort eines Lesers beendete diese Konversation schlagartig.

derosa

BEISPIEL: Die Behauptung von Menschen wie dem BBC-Reporter Jeremy Bowen oder dem politischen Kommentator Peter Beinart, Israel „besetze“ Gaza. Der Gedanke hinter dieser Behauptung ist, dass Israel (und Ägypten) die Land- und Seegrenzen des Gazastreifens sowie auch dessen Luftraum kontrollieren. Aber ein genauerer Blick auf die Logik hinter den Argumenten zeigt, dass Israel Gaza nicht besetzt hält.

Beim Abzug aus Gaza im Jahr 2005 brach Israel alle Siedlungen ab, evakuierte alle Siedler und zog alle IDF-Soldaten aus dem Gazastreifen ab. Die Blockade erfolgte zwei Jahre später, und zwar als Antwort auf die gewaltsame Machtübernahme der Hamas.

Grenzcheckpoints sind keine Funktion einer „Besatzung“, und Militäreinsätze entsprechen dem Selbstverteidigungsrecht gegen feindliche Terrorhandlungen. Was Gazas Luftraum betrifft, so haben international sanktionierte Koalitionen Flugverbotszonen in Bosnien und Herzegowina, Iraq und Libyen beschlossen, ohne dass es zu irgendwelchen Rechtsfragen über „Besatzung“ gekommen wäre. Ebensowenig gab es Behauptungen, die USA habe Kuba „besetzt“, als sie die Insel während der Kubakrise 1962 blockierte.

Nächsten Monat folgt das nächste Kapitel dieser Reihe: „Verzerrung von Tatsachen: Fakten werden als falsch dargestellt.“

„Red Lines: The Eight Categories of Media Bias“ ist auf Amazon als E-Book erhältlich.

Susiya: Medien ignorieren Rechtsgrundsätze für palästinensisches „Menschenrechts“-Narrativ

5. September 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 30. August 2016

Nichts passt besser in das Gerüst der Medien zum israelisch-palästinensischen Konflikt als angeblich verarmte Palästinenser, die ihre Häuser und Grundbesitz gegen IDF-Bulldozer verteidigen, die geschickt werden, um sie von „ihrem Land“ zu räumen. Geben Sie eine benachbarte jüdische Siedlung in die Mixtur, dazu etwas Kritik der internationalen Gemeinschaft und Sie bekommen den perfekten Sturm.

Selbst bewaffnet mit Tatsachen, die seinen Fall stützen, kann Israel in den Augen der Medien fast nie gewinnen, in denen emotionaler Einfluss immer über kalte, harte Fakten triumphiert. Deshalb wird ein Foto einer alten Palästinenserin oder eines kleinen Kindes neben dem Schutt dessen, was ihr Haus gewesen sein soll, sich immer gegen ein israelisches Gerichtsdokument durchsetzen, das dieses Haus als illegal gebaut erweist.

In jeder Hinsicht schlägt das Rahmenwerk und die Sprache der „Menschenrechte“ die Rechtstaatlichkeit. Und wenn man glaubt, dass Israels Kontrolle über irgendeinen Teil von Judäa und Samaria/die Westbank illegal oder illegitim ist, dann wird Rechtstaatlichkeit irrelevant.

Die Palästinenser und die sogenannten Menschenrechtsorganisationen kennen die Wirkung von negativer Publicity für Israel und den Schaden, der durch Geschichten wie die des palästinensischen Dorfes Susiya angerichtet werden kann, wie ihn die Washington Post und ein Leitartikel eines UNO-Offiziellen im Guardian darboten.

HR2016-09-30_Susiya

Die Washington Post bereitet die Bühne:

Das Nest in den Bergen südlich von Hebron ist ein unwahrscheinlicher Vertreter eines kalten Krieges geworden, der zwischen jüdischen Siedlern, der israelischen Regierung, westlichen Diplomaten, Friedensaktivisten und den etwa 340 arabischen Hirten geführt wird, die einst Höhlen vor Ort bewohnten und jetzt in verwahrlosten Zelten leben.

Israels Militärverwaltung in der Westbank will die palästinensische Gemeinde abreißen; sie argumentiert, dass die maroden Gebäude aus alten Reifen und verwitterten Zeltbahnen ohne Genehmigung errichtet wurden und weg müssen.

Die palästinensischen Einwohner bestehen darauf, dass sie keine Landbesetzer sind, sondern die Erben des Landes, das sie seit der Osmanenzeit beackert haben und auf dem sie ihre Tiere grasen ließen.

Sie sagen, Israel wolle die Gegend von Arabern entvölkern und sie durch Juden ersetzen.

Leilani Farha von der UNO ist in der Lage das Thema im Guardian zu präsentieren:

Wenn politisches Handeln entsetzliche menschenrechtliche Ergebnisse hat, dann muss das als Menschenrechtsfrage behandelt werden. Für palästinensische Beduinen- und Hirten-Gemeinschaften ist die Verletzung der Rechte auf angemessene Wohnverhältnisse und Freiheit von Obdachlosigkeit sowie deren schwerwiegenden Auswirkungen eine tagtägliche Bedrohung und eine gemeinsame Realität, ohne ein Ende in Sicht und ohne Zugang zu effektiven Ressourcen oder Abhilfe.

Ist es tatsächlich so einfach?

Das US-Außenministerium ist inzwischen ebenfalls involviert, was einen Brief von Betzalel Smotrich, den stellvertretenden Knesset-Präsidenten veranlasste, der einige wichtige Punkte anführte:

Zur Kenntnisnahme: Hier sind die wahren Fakten zu dieser Fragte, die den Lügen und Halbwahrheiten ein Ende bereiten sollten, die von verschiedenen Seiten (sowohl innerhalb Israels als auch im Ausland) verbreitet werden, um den Staat Israel und das israelische Rechtssystem zu diskreditieren.

  1. An allererster Stelle muss klargestellt werden, dass die Behauptung, dies beziehe sich auf ein arabisches Dorf, das seit hunderten Jahren oder auch nur seit Jahrzehnten besteht, schlicht und einfach eine glatte Lüge ist. Luftbilder belegen, dass an der Stelle, wo sich der derzeitige illegale Lagerplatz befindet, vor dem Jahre 2000 abgesehen von 4 bis 5 Bauwerken, die dort in den späten Neunzigern gebaut wurde, keinerlei Siedlung bestand.
  2. Heute gehören zu dem Lager mehr als 64 illegale Bauten, von denen mehr als 54 von 2011 bis 2013 errichtet wurden. Es ist jeder gesetzestreuen Person klar, dass dies einen Skandal darstellt.
  3. Noch unerhörter ist, das es zusätzlich zu illegaler Bautätigkeit 2013 eine einstweilige Verfügung des Obersten Gerichtshofs Israels gab, der diese illegale Bautätigkeit an diesem Ort verbot; darin wurde eindeutig festgehalten, dass es verboten ist irgendeine weitere illegale Baumaßnahmen durchzuführen. Nachdem die Verfügung erlassen wurde, wurden mehr als 30 weitere illegale Bauten errichtet, was mehr als die Hälfte der Gesamtzahl der Bauten in dem Lager entspricht; alles in direkter Verletzung der bestehenden Verfügung des Obersten Gerichtshofs Israels.
  4. Faktisch ist dies ein Landraub der Familie Nuwajah aus der Stadt Yatta, die Land besetzt, das ihr nie gehörte; sie ignoriert das Recht und errichtet illegale Gebäude entgegen Verwaltungsanordnungen, die von der Zivilverwaltung gegen sie erlassen wurde, sowie die ausdrücklichen gegen sie ausgegebenen Anweisungen des Obersten Gerichtshofs Israels.
  5. Eine Prüfung des Bevölkerungsregisters der Zivilverwaltung deckte auf, dass die Mehrheit der Familienmitglieder in dem illegalen Lager Häuser in der Stadt Yatta besitzt – das heißt, statt von langjähriger Vertreibung von Menschen von ihrem Land zu reden, ist dies die Entfernung von illegalen Landbesetzern.
  6. Die Ankündigung des [US-] Außenministeriums forderte auf Besorgnis erregende Weise vom Staat Israel einen Dialog mit den illegalen Bewohnern des Lagers aus humanitären Gründen. Dies wurde trotz der Tatsache erklärt, dass der Staat Israel infolge äußerster Nachsicht und humanitärer Bedenken sowie der Tatsache, dass diese Familien Häuser haben, zustimmte den Einwohnern des Lagers im Tausch ein Gebiet auf Staatsland in der Area C direkt angrenzend an die Stadt Yatta zuzuteilen.

Aber was ist überzeugender – der trockene Rechtsfall und der Status der Area C unter voller israelischer Zivil- und Militärkontrolle, wie sie im Oslo-Prozess vereinbart wurde oder eine Geschichte, dass israelische Soldaten und Siedler arme Beduinen aus ihren Häusern vertreiben?

Leider kennen wir die Antwort bereits. Das macht es aber nicht richtiger.

Reuters macht aus Raketenfeuer Geflunker, Fälschung und Betrug

24. August 2016

Daniel Pomeranz, HonestReporting, 22. August 2016

Gestern schossen Terroristen Raketen auf die israelische Stadt Sderot. Durch ungeheures Glück gab es keine Verletzten, aber mindestens eine Rakete schlug in einem Wohngebiet ein, explodierte direkt neben einem Haus. Die Terrororganisation Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) übernahm die Verantwortung, ebenso eine Salafistengruppe mit Verbindungen zum Islamischen Staat (ISIS).

Dann schrieb Reuters eine absurde Story: Es fehlten Fakten, Kontext wurde verschleiert und es wurden sogar dem israelischen Militär zugeschriebene Äußerungen verändert.

Reuters fälschte Äußerungen des israelischen Militärs, um es so aussehen zu lassen, als habe die IDF eine Stadt mit Artillerie beschossen

Die Reuters-Story beginnt:

Palästinensische Militante im Gazastreifen schossen am Sonntag eine Rakete, die in der israelischen Grenzstadt Sderot landete und israelische Flugzeuge und Panzer reagierten mit der Beschießung der Stadt Beit Hanoun im Gazastreifen, sagten Armee und Polizei.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die IDF sagte nichts derartiges.

HonestReporting hat den Originaltext der Mitteilungen und die formelle Presseerklärung der Sprechereinheit der IDF erhalten. Die Pressemitteilung lautet (im relevanten Teil):

Etwas früher am heutigen 21. August 2016 traf eine Rakete die Stadt Sderot. Die Rakete wurde aus dem Gazastreifen ins südliche Israel geschossen. Es wurden keine Verletzten berichtet. In Reaktion auf den Angriff beschossen IDF-Flugzeuge Hamas-Positionen im nördlichen Gazastreifen. Seit Beginn des Jahres 2016 haben 14 Raketen aus dem Gazastreifen Israel getroffen.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die um 15:20 Uhr an Journalisten geschickte SMS-Nachricht lautete:

Vor einigen Augenblicken beschossen die Luftwaffe und Panzer in Reaktion auf den Raketenangriff aus dem Gazastreifen zwei Hamas-Posten im nördlichen Gazastreifen.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die IDF sagte nie, dass sei eine Stadt beschossen hatte, wie es Reuters behauptet.

Die Äußerung einer Quelle zu verändern, damit sie einer bestimmten Agenda entspricht, ist schlechter Journalismus: Es ist sogar Betrug.

Original-Äußerung der Sprechereinheit der IDF.

Reuters macht Falschangaben, verschleiert Kontext und pervertiert Geschichte

Reuters fälscht Tatsachen, indem es behauptet: „Mehr als 2.100 Palästinenser, zumeist Zivilisten, wurden während des Gazakonflikts 2014 getötet.“ Tatsächlich haben die New York Times und die BBC früher schon zugegeben, dass diese Behauptungen wegen beträchtlicher Beweise, dass die meisten Opfer in Wirklichkeit Kombattanten waren, nicht zuverlässig waren.

Reuters verschleiert zudem kritischen Kontext: dass die Hamas benutzt ihre Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde, um militärische Infrastruktur zu schützen. Das gehört, dass sie Raketenwerfer in Häusern stationieren, Kommandozentren in Krankenhäusern und – besonders verstörend – Zivilisten zwingt in gefährlichen Bereichen zu bleiben, um Militärposten der Hamas zu schützen.

Dass die Angriffe der Hamas auf Zivilisten verschleiert werden, ist nicht nur eine Pervertierung der Geschichte, sondern den darunter leidenden Israelis und Palästinensern gegenüber respektlos.

Reuters beschuldigt Israel fälschlich einen Wasserturm beschädigt zu haben

Reuters zitiert ungenannte „lokale Einwohner“, die sagen, das der israelisch Angriff „einen Wasserturm in Beit Hanoun beschädigte“. Es wird sogar ein Bild des Schadens gezeigt. Israellycool entdeckte allerdings einen Bericht, dass dieser Wassertum in Wirklichkeit vor mehr als einem Jahr beschädigt wurde.

Bei weiterer Überprüfung stellte HonestReporting fest: Wenn man Fotografien des Wasserturms von diesem Jahr und vom letzten Jahr vergleicht, scheint der Schaden exakt derselbe zu sein. Ist es möglich, dass der Wasserturm repariert und dann erneut auf genau dieselbe Weise beschädigt wurde? Ja, das ist möglich. Aber nicht allzu wahrscheinlich. Sehen Sie es sich selbst an…

Der Wasserturm von Beit Hanount am 19. September 2015, fotografiert von GettyImages.

Der Wasserturm von Beit Hanoun am 21. August 2016, wie von Reuters veröffentlicht.

In einem Exklusivegespräch mit der Times of Israel erfuhr HonestReporting, dass palästinensisch Offizielle im Gazastreifen behaupten, der Wasserturm sei bei dem Angriff getroffen worden und dass qualitativ besser Fotografien zu zeigen scheinen, was zusätzlicher Schaden zu dem von 2015 sein könnte. Es ist daher unklar, ob die Behauptung palästinensischer Offizieller wahr, teilweise wahr oder völlig erfunden ist.

Auf jeden Fall ist es eines, wenn Reuters eine dubiose Behauptung örtlicher Einwohner oder Offizieller berichtet. Es ist aber etwas völlig anders, wenn Reuters Beweise verschleiert, dass die Behauptung in Teilen oder komplett unwahr sein könnte.

Reuters vertuscht Terrorismus

Reuters verwendet durchweg das Wort „militant“, um Hamas und andere Gruppen im Gazastreifen zu beschreiben, obwohl diese Gruppen gemäß der meisten westlichen Regierungen in Wirklichkeit Terroristen sind. Hamas zum Beispiel wird von Australien, Kanada, Ägypten, der EU, Israel, Großbritannien und den Vereinigten Staaten als Terror-Organisation geführt. Die PFLP (die diesen Angriff für sich reklamiert) wird ähnlich gekennzeichnet, wie die meisten der „militanten Gruppen“ im Gazastreifen.

Es ist eines, wenn Reuters kein Urteil darüber fällen mag, wer „Terrorist“ ist und wer nicht. Es ist aber etwas ganz anderes, kritischen Kontext zu vertuschen: in diesem Fall die Konsensmeinung der meisten Regierungen der westlichen Welt.

Warum das wichtig ist

ABC, Associated Press, AFP, lokale israelische Press und zahlreiche weitere Nachrichtenagenturen schaffte es diesen Bericht ohne die meisten Fehler, Auslassungen und Einseitigkeiten zu bringen, die Reuters an den Tag legte. Aber Reuters ist eine einflussreiche Nachrichtenagentur und seine Storys werden von tausenden Publikationen überall auf der Welt übernommen – darunter (in diesem Fall) der New York Times, dem Newsweek Magazine und vielen weiteren.

Israel ist in den letzten sieben Jahren dreimal gezwungen worden Defensivkriege gegen Terrorgruppen im Gazastreifen zu führen und Ereignisse wie diese sind exakt der Grund, weshalb diese stattfanden. Nicht provoziertes Raketenfeuer auf israelische Städte machen eine angemessene Reaktion notwendig, um Israelis sicher zu machen.

Aber Reuters schafft den falschen Eindruck, dass die israelischen Opfer dieses Terrors irgendwie zum Teil selbst dafür verantwortlich gemacht werden müssen, dass der Terror nicht wirklich Terror ist und dass Israels höchst zurückhaltende Reaktion irgendwie unbarmherzig und provokativ sei. Dies Art unverantwortlicher Journalismus ermutigt Terroristen und gibt ihnen einen Eindruck, dass die Welt ihre Aggression nicht bemerkt oder sich nicht darum kümmert.

Das Endergebnis all dieses unverantwortlichen Journalismus ist ein größeres Risiko für Israelis wie Palästinenser.