Archive for the ‘Medienwelt’ category

Der „Economist“ hat es nicht mit „Siedlern“ – aber er gesteht Fehler ein

23. April 2014

Der Economist macht Fehler bei seinen „Siedlern“

Simon Plosker, HonestReporting.com, 22./23. April 2014

Ein Artikel des Economist berichtet über den Zusammenbruch der Friedensgespräche und verweist auf den Mord an Baruch Mizrahi, der von einem palästinensischen Terroristen getötet wurde, als er zu einem Familien-Seder fuhr.

Am nächsten Tag schoss ein palästinensischer Bewaffneter auf Autos auf einer nahe gelegenen Straße, die nur Siedler benutzen dürfen und tötete einen von ihnen.

Der Economist muss seine Fakten prüfen.

1. Die Schnellstraße 35, auf der der Terroranschlag stattfand, dürfen nicht „nur Siedler benutzen“. Palästinensischen Fahrzeugen ist die Nutzung dieser Schnellstraße innerhalb der Westbank gestattet.

2. Baruch Mizrahi wohnte in Modi’in, einer israelischen Stadt innerhalb der Grünen Linie und er war damit kein „Siedler“, wie der Economist behauptete.

Dem Economist wurde eine Aufforderung zur Korrektur geschickt.

Erfolg: Der Economist korrigiert „nur für Siedler“-Fehler

Simon Plosker, HonestReporting.com, 23. April 2014

Nach unserer E-Mail veröffentlichte der Economist das Folgende unter dem Artikel:

Korrektur: Eine frühere Version dieses Artikels besagte irrtümlicherweise, die Straße in Hebron sei nur Siedlern vorbehalten und dass das Opfer des Anschlags ein Siedler war. Dies wurde am 22. April 2014 berichtigt.

Viele Faktenfehler und Unwahrheiten haben im Lauf der Zeit zu falschen Vorstellungen rund um Israels Aktivitäten in der Westbank beigetragen – das Straßennetz gehört dazu. Es ist daher wichtig, dass Fehler wie diese korrigiert werden.

Anmerkung: Ulrich Sahm macht darauf aufmerksam, dass die Korrektur wieder einen Fehler enthält – Baruch Mizrahi wurde nicht “in Hebron”, sondern einige Kilometer außerhalb der Stadt erschossen.

Medien begeistert von Amnestys „Schießwütig“-Bericht

27. Februar 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 27. Februar 2014

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und den Medien. NGOs verlassen sich auf die Publicity und die Beleuchtung, die die Medien ihren Aktiviten geben, während die Medien dem nur allzu gerne nachkommen, wobei sie oft die Angaben der NGO-Berichte unbesehen glauben.

Es ist nur zu leicht mit pathetischem Sprachgebrauch um sich zu werfen, der zur Dämonisierung Israels beiträgt: „Kriegsverbrechen“, „übertriebene Gewalt“, „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“.

Mit der Veröffentlichung des Berichts von Amnesty International, „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“, wird die so genannte Menschenrechtsorganisation natürlich von Schlagzeilen wie diesen begeistert sein:

  • „Amnesty sagt, einige Tötungen der Israelis in der Westbank könnten Kriegsverbrechen sein“Reuters
  • „USA und EU gedrängt Waffenverkäufe an Israel zu stoppen“Sky News
  • „Amnesty International beschuldigt Israel böswillig Palästinenser in der Westbank zu töten“ABC News (Australien)

Angaben von Reuters:

Israelische Truppen setzen in der Westbank übertriebene, rücksichtslose Gewalt ein, töteten im Verlauf der vergangenen drei Jahre dutzende Palästinenser in dem, was ein Kriegsverbrechen sein könnte, sagte Amnesty International am Donnerstag.

In einem Bericht mit dem Titel „Schießwütig“ beschuldigte die Menschenrechtsgruppe Israel seinen Soldaten zu erlauben praktisch straffrei zu handeln und drängte auf eine unabhängige Überprüfung der Tode.

Sky News berichtet:

Die Regierungen der USA und der EU müssen alle Lieferungen von „Waffen und Mitteln“ zur Kontrolle von Menschenmengen an Israel einstellen, bis das Land seine Gewaltanwendung gegen Palästinenser in der Westbank einstellt, hat der Bericht gefordert.

Im den Bericht „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“ kritisiert Amnesty International, was es Israels „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“ im Umgang mit palästinensischen Protesten gegen die Besatzung nennt.

Sie deutet auf eine Zunahme der Zahl der von israelischen Streitkräften getöteten Palästinenser – im letzten Jahr wurden 27 Menschen getötet, im Vergleich dazu waren es nach Angaben der Vereinten Nationen 2012 acht und 2011 zehn.

Die IDF hat darauf geantwortet; sie erklärte, dass der Bericht von Amnesty die substanzielle Zunahme der im vergangenen Jahr initiierten palästinensischen Gewalt komplett ignoriert und völliges Fehlen von Verständnis der operationellen Herausforderungen zeigt, denen sich die IDF gegenüber sieht:

2013 erlebte einen steilen Anstieg der Vorfälle mit Steinwürfen, die das Leben von Zivilisten und Militärpersonal erheblich gefährden. 132 Israelis wurden allein in diesem Jahr verletzt, fast doppelt so viele wie 2012. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass es mehr als 5.000 Vorfälle mit Steinwürfe gab, von denen die Hälfte entlang von Hauptverkehrsstraßen stattfanden.

Leider stellen Steinwürfe und gewalttätige Demonstrationen bilden nur einen Teil der operationellen Herausforderungen, die die palästinensische Gewalt in Judäa und Samaria für die IDF stellt. Es gab 2013 weitere 66 Terroranschläge, darunter Schüsse, das Legen von Sprengsätzen, Angriffe mit stumpfen Waffen und die Entführung und Ermordung eines Soldaten.

Die IDF operiert in Judäa und Samaria, um die von Palästinensern initiierte Gewalt einzugrenzen. Wo möglich hält die IDF diese lebensbedrohende Gewalt in Schach, indem sie Mittel zur Zerstreuung von Randalierern einsetzt, darunter laute Sirenen, Wasserkanonen, Lärmgranaten und Tränengas. Nur wenn die IDF-Kräfte diese Mittel ausgeschöpft haben und Menschenleben und Sicherheit gefährdet bleiben, wird der Einsatz von Präzisionsmunition genehmigt.

Die IDF legt an sich die höchsten professionellen Standards an und trainiert und rüstet sich entsprechend aus. Wenn es einen Verdacht von Fehlverhalten oder Verstöße gegen die Disziplin gibt, überprüft die IDF das, ermittelt und agiert, wo es angebracht ist.

Derweil hat Oberst Richard Kemp, ehemaliger Kommandeur der britischen Streitkräfte in Afghanistan, im Jewish Chronicle ein vernichtendes Urteil des Amnesty-Berichts abgegeben:

Amnestys jüngster Bericht ist alles andere als unparteiisch. Ein Text nackter antiisraelischer Propaganda, der stark daran erinnert, wie weit sie von ihrem Weg abgekommen sind. Das zynische Timing des Berichts – er wurde während der Israel Apartheid Week veröffentlicht – kann nur in der Absicht erfolgt sein die Dämonisierung des jüdischen Staates in Schulen und an Universitäten zu schüren.

Es gibt keinen Versuch das Handeln der israelischen Sicherheitskräfte in einen Zusammenhang zu stellen. Keine Erwähnung der vorsätzlichen Orchestrierung gewalttätiger Demonstrationen durch palästinensische Extremisten, um israelische Soldaten zu einer Reaktion zu provozieren, die in Toten und Verletzten unter den eigenen Leuten zu Propagandazwecken resultieren – oder sogar die Sicherheitskräfte in tödliche Terroranschläge zu locken. Das ist kriminelles Handeln.

Salil Shetty, Amnestys Generalsekretär, sagte erst vor ein paar Tagen in einem Interview: „Amnesty International ist keine Organisation mit Sachkenntnis zu militärischen Situationen.“ Dieser Bericht zeigt schlicht, wie wahr das ist. Beispielsweise werden Benzinbomben vorschnell als „wenig bis keine Gefahr“ für das Leben von israelischen Soldaten abgetan. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie grauenhaft eine Benzinbombe einen Soldaten verletzen kann.

Amnestys Empfehlung, die USA und Europa solle die Weitergabe von Mitteln zur Kontrolle von Menschenmengen und Ausbildung verbieten, verrät nicht nur die politisierte Unterstützung für antiisraelische Boykotte, sondern ist naiverweise kontraproduktiv. Solche Systeme könnten nicht nur helfen die Gewalt zu reduzieren.

Statt seine Ressourcen zu nutzen, um ernsthafte Beiträge zur Erleichterung des Leidens des palästinensischen Volks zu leisten, hat Amnesty einen verzerrten Bericht angefertigt, der als Mittel zur Aufwiegelung zu noch mehr Hass ausgenutzt werden wird.

NGO Monitor hat Amnesty ebenfalls kritisiert:

In seinem Bericht stellt Amnesty ohne jegliche unterstützenden Beweise zahlreiche, unspezifische Behauptungen auf, so dass „von israelischen Soldaten getötete Palästinenser keine direkte und unmittelbare Bedrohung von Leben“ und den Gebrauch von „willkürlicher“ Gewalt „darzustellen schienen“. Im Gegensatz dazu räumen andere Beobachtergruppen wie B’Tselem ein, dass die Mehrzahl der palästinensischen Opfer während Kämpfen oder gewalttätigen Zusammenstößen und Konfrontationen mit israelischem Sicherheitspersonal entstanden. Dass Amnesty diesen wesentlichen Kontext auslässt und den Begriff „Zivilist“ missbraucht, stellt die fehlende Glaubwürdigkeit nur weiter heraus. Gleichermaßen spielte Amnesty 2009 eine zentrale Rolle beim diskreditierten Goldstone-Bericht zum Gaza-Konflikt, ebenso bei einer Reihe weiterer Anschuldigungen gegen Israel…

Im aktuellen Bericht werden keine Definitionen oder Vergleichsdaten zur Unterstützung von Amnestys politisierten Vorwürfen geliefert, dass israelische Streitkräfte „schießwütig“ und „rücksichtslos“ sind. Fakt ist, dass ein Überblick über das Verhalten der Polizei überall in der Welt offenbart, dass das Verhalten israelischer Polizisten und Militärs weit zurückhaltender ist, wenn man den Zustand ständigen bewaffneten Konflikts und die schiere Anzahl tödlicher Situationen bedenkt, die den Einsatz tödlicher Gewalt rechtfertigen, einschließlich gewalttätiger Krawalle und Terroranschläge.

Wenn es überhaupt einen Zweifel an Amnestys antiisraelischer Agenda gibt, dann sollte die Gastgeberrolle für eine Buchpräsentation im März 2014 in ihren Londoner Hauptsitz für den Israel hassenden Extremisten Ben White und sein Buch „Israeli Apartheid: A Beginner’s Guide“ (Israelische Apartheid – ein Führer für Anfänger) diese Zweifel bezüglich der wirklichen Motivation der Organisation komplett auflösen.

Derweil sagt die gerade durch die britische Polizei erfolgte Verhaftung von Moazzem Begg, einem ehemaligen Guantanamo-Insassen, dessen Fall von Amnesty vertreten wurde, viel darüber sagen, wessen Menschenrechte bei der Organisation Priorität haben. Begg wurde in Verbindung mit Vorwürfen zu mit Syrien in Zusammenhang stehenden Terrorismus-Straftaten verhaftet; ihm wird vorgeworfen an einem Terror-Trainingslager teilgenommen und Terrorismus im Ausland unterstützt zu haben.

Warum also profitiert Amnesty International weiter vom „Heiligenschein-Effekt“ – durch den es wegen der Konzentration auf Menschenrechte vor Kontrolle geschützt und als über Tadel durch die Medien erhaben angesehen wird?

In Reaktion auf den Bericht und die Medienorgane, die ihm Sauerstoff gegeben haben, sagte HonestReportings Generaldirektor Joe Hyams:

Amnesty International hat immer wieder eine politisierte antiisraelische Agenda demonstriert, das seinen Anspruch hintergeht für Menschenrechte einzutreten. Es ist höchste Zeit, dass die Medien anfangen Organisationen wie Amnesty Fragen zu stellen.

Hört auf den einseitigen und unausgewogenen Berichten billige Öffentlichkeit zu verschaffen, die die IDF und die mit dem Schutz ihrer selbst sowie israelischer Zivilisten beauftragten Soldaten angreifen und fangt an die sehr reale und potenziell tödliche Bedrohung durch palästinensische Gewalt anzuerkennen.

Ein Jahr tendenziöser Berichterstattung: Warum die New York Times gewann

1. Januar 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 26. Dezember 2013

Als die Leser von HonestReporting aufgefordert wurden den „Gewinner“ des Dishonest Reporting Award 2013 zu wählen, war der vorwiegende Unmut am besten mit einer einzeiligen E-Mail zusammenzufassen:

„Die NY Times hat das ganze Jahr über auf Israel eingeprügelt.“

Ein Großteil der Verstimmung konzentrierte sich auf den Op-Ed-Bereich. Eine dauerhafte Parade an Kommentaren mit herablassenden Abqualifizierungen der Befürchtungen Israels wegen des Iran zementierten natürlich den Preis für die Gray Lady in der zweiten Hälfte des Jahres 2013. Das überrascht nicht. HonestReportings Langzeitstudie des Kommentarteils der Times stellte 2012 ähnliche Probleme fest.

Doch die NY Times gab sich redlich Mühe diesen Preis selbst ohne das Problem der Op-eds zu gewinnen.

Die Zeitung fügte seiner Redaktion einen bekannten antiisraelischen Verschwörungstheoretiker hinzu, verherrlichte Steinewerfer, warf Fragen zur Art auf, wie es Korrekturen bringt und beendete das Jahr mit einem blühenden Foto-Fehlschlag. Keine der 2013 auf den weiteren Plätzen Gelandeten wie die BBC, CNN, Ha’aretz und andere kamen den von der Times geschürten Spannungen auch nur nahe.

Um fair zu sein: Es gab ein paar Lichtblicke. Der beste Moment der Gray Lady war, wie ein Leser versicherte, als MEMRI ein Video von Mohammed Morsi ans Tageslicht brachte, wie er sich antisemitisch äußerte. Die Story erntete die breite Aufmerksamkeit nicht, bis die New York Times sie aufgriff, was letztlich zu einer Verurteilung durch das Weiße Haus und öffentliche Überprüfung führte, die Morsi nicht ignorieren konnte.

Die Times ist Amerikas einflussreichste Zeitung, zum Teil wegen ihrer Reichweiter und teilweise wegen ihrer Reputation für journalistische Exzellenz. Mit mehr als 1,8 Millionen Abonnenten, 4,7 Millionen, die ihr auf Facebook folgen und 10,4 Millionen auf Twitter ist die die New York Times die am zweitmeisten besuchte Nachrichtenseite der Welt.

Hier sind die Gründe dafür, dass die Leser von HonestReporting die New York Times für den diesjährigen Dishonest Reporting Award markierten.

Warum die New York Times den Dishonest Reporting Award 2013 gewann

Verherrlichung von Steinewerfern

Nicht einmal, sondern zweimal setzte die Times Steine werfende Palästinenser auf ein strahlendes Podest. Als erstes gab es im März eine Cover Story im New York Times Magazine über die wöchentlichen Proteste in Nabi Saleh (begleitet von einer Fotostrecke mit dem Titel „Die Widerständler“). Der Autor des Textes, Ben Ehrenreich, hatte vorher schon Israel in einem widerlichen Op-Ed in der Los Angeles Times verleumdet; dort verglich er Israel mit dem Südafrika der Apartheid (Südafrika wurde gütiger bewertet) und etikettierte den Gazastreifen als „139 Quadratmeilen-Gefangenenlager“. Und in einer Nachricht bei Harper’s unterstellte Ehrenreich, israel führe einen „Wasserkrieg gegen Palästina“.

Was die Story selbst angeht, waren die spezifischen Kritikpunkte einfach zu langatmig, um hier im Detail darauf einzugehen. Arnold Roth hat eine fesselnde persönliche Verbindung zu dem Artikel. Lesen Sie auch den Ha’aretz-Kolumnisten Chemi Shalev und den Commentary-Redakteur Jonathan Tobin.

Gefragt, was ihn bezüglich Nabi Saleh neugierig machte, sagte Ehrenreich hinterher:

Ich wollte verstehen, was die Leute motiviert weiter zu kämpfen, jede Woche zu demonstrieren, im vollen Wissen darum, was die Konsequenzen sein würden und wie viel sie verlieren konnten.

Memo an Ehrenreich und die Times: Die wöchentlichen Zusammenstöße an Orten wie Nabi Saleh und Bilin werden zur Konsumierung durch die Medien als vorab als Manuskript ausgegeben.

Im August veröffentlichte die Times einen zweiten Blick auf das Steine werfen – diesmal über Jungs aus dem Dorf Beit Omar. Wie erklärte Bürochefin Jodi Rudoren die Gewalt?

Hier in Beit Ommar, einem Dorf von 17.000 Einwohnern zwischen Bethlehem und Hebron, das von jüdischen Siedlungen umzingelt ist, ist Steine werfen ein Durchfahrt-Ritual und ein ehrenvoller Akt des Trotzes. Die Sinnlosigkeit der von gepanzerten Fahrzeugen abprallenden Fahrzeuge spielt kaum eine Rolle: Was zählt, ist die Konfrontation.

HonestReporting erinnerte die Times, dass Steine werfen ein Akt der Gewalt ist. Rudoren trat in die Fußstapfen von Amira Hass, deren Rechtfertigung des Steinewerfens der Ha’aretz-Kolumnistin ihren eigenen Dishonst Reporting einbrachte.

Infragestellung von Israels Existenzrecht

Niemand stellt – sagen wir – Japans Existenzrecht infrage. Dem russischen Volk seine Selbstbestimmung zu verweigern ist antisrussisch. Und inhärente irisch nationale Ansprüche für ungültig zu erklären wird bei Iren überall in der Welt keine Pluspunkte einbringen.

Doch die New York Times hielt es für angebracht einen happigen, 2.052 Worte langen Kommentar von Professor Joseph Levin im März zu veröffentlichen, der argumentierte, dass es nicht antisemitisch ist Israels Existenzrecht infrage zu stellen. Ein jüdischer Staat, behauptet Levine, ist „undemokratisch“, wobei die äußeren Zeichen von Eigenstaatlichkeit ohnehin nichts Besonderes sind.

Die Professoren Ian Lustick (links) und Joseph Levine (rechts)

Doch genau die Rechte, die der Philosophieprofessor den Juden verweigert, werden den Palästinensern gewährt. Selbstbestimmung? Brauchen Juden gar nicht erst zu beantragen.

Ein zweites Op-ed mit der Forderung nach Israels Untergang wurde im September veröffentlicht. Damit schien Professor Ian Lustick eine Einstaaten-Lösung zu fordern. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Lustick darüber hinaus geht den Juden nationale Bestrebungen zu verweigern. Gibt es irgendwie Raum für jüdischen nationalen Ausdruck in der Einstaaten-Fantasie, die Lustick aus dem Nichts seines Elfenbeinturms beschreibt?

In einem derart radikal neuen Umfeld könnten säkulare Palästinenser in Israel und der Westbank sich mit den Postzionisten von Tel Aviv, nichtjüdisch, Russisch sprechenden Einwanderern, Gastarbeitern und israelischen „Global Village“-Unternehmern zusammentun. Antinationale, ultraorthodoxe Juden könnte Gemeinsamkeiten mit muslimischen Traditionalisten finden. Im sich rapide verändernden Nahen Osten nicht an statischen Zionismus gebunden, könnten Israelis, deren Familien aus arabischen Ländern kamen, neue Gründe finden von sich nicht als „östliche“, sondern als arabisch zu denken.

Lusticks Antwort auf Kritiker erinnerte an William Shakespeare-Monologe: Eine Erzählung voller Klang und Wut, der nichts bedeutet.

Sowohl Lustick als auch Levine sind jüdisch, doch keiner repräsentiert irgendwelche jüdischen Mainstream-Ansichten. Schicke akademische Titel gleichen die Unzulänglichkeiten ihrer Argumente nicht aus. Doch was sagt all das über die Times?

Premierminister Netanyahu vor der UNO, 2013

Israel, Iran, und die Vendetta der Gray Lady

Das war absolut der größte Einzelanstoß bei den Lesern von HonestReporting.

Im September versammelten sich die Führer der Welt in New York zum Beginn der UNO-Vollversammlugn. Unter den Zeichen von Tauwetter in den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran brachte die Zeitung eine stete Parade an Nachrichten und Kommentaren, die Israels legitimen Befürchtungen zu Irans Atomprogramm verächtlich machte. So einige Leser gingen so weit zu implizieren, dass die Gray Lady entweder als Sprachrohr für die Obama-Administration agiert oder eine persönliche Vendetta gegen Premierminister Benjamin Netanyahu führt. Oder beides. So schrieb der Reporter Avi isssacharoff von der Times of Israel damals:

Rouhanis Lächeln. Die New York Times schient eine Kampagne gegen Premierminister Benjamin Netanyahu zu steuern, der sagte, Sanktionen gegen den Iran dürften nicht aufgehoben werden und vor den wahren Absichten der Islamischen Republik warnte. Gewisse westliche Journalisten werden möglicherweise von der Hoffnung – und vielleicht zu einem gewissen Grad von Naivität – getrieben, dass die Krise keine Gewaltanwendung benötigen wird.

Doch die Anti-Netanyahu-Kampagne übersieht (oder ignoriert) die Tatsache, dass die argwöhnische israelische Regierung wenig überraschend sich der Unterstützung vieler arabischer Länder erfreut – einschließlich Ägyptens, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate – die in Sachen Iran nicht naiv sind.

Und Dror Eydar von Israel HaYom fügte an:

Die Times hat eine lange Geschichte der Unterstützung auch der leiseste Hoffnung, wenn es um die Aussöhnung mit skrupellosen Diktatoren geht.

Was trieb zu diesen Vorstellungen?

  1. Ein Redaktionskommentar verwechselt israelische Skepsis mit Böswilligkeit.
  2. Ein Redaktionskommentar beschuldigt Netanyahu die Atomgespräche vorsätzlich zu sabotieren.
  3. Ein Redaktionskommentar impliziert auf herablassende Weise, die Türkei und Saudi-Arabien rebellierten gegen die amerikanischen Gebieter.
  4. Ein Redaktionskommentar macht aus Israel den Sündenbock für den Zusammenbruch der Diplomatie zwischen den USA und dem Iran.
  5. Ein Redaktionskommentar legt nahe, dass eine Vereinbarung mit den Iran wichtiger ist als die Inhalte des Deals.
  6. Ein Redaktionskommentar beschreibt israelische Einsprüche zur Interimsvereinbarung als eine der „vor uns liegenden Tücken“.
  7. Ein Redaktionskommentar beschreibt Netanyahus Einwände zu einem Interimsabkommen als „hysterische Opposition“.
  8. Roger Cohens herablassende Meinung zu „Bibis ermüdende iranische Sprüche“.
  9. Roger Cohens abschätzige Sicht zu Israels Sorgen.
  10. Tom Friedman behauptet, die Opposition im Kongress zum Weißen Haus in Sachen Iran stamme „aus einer wachsenden Tendenz amerikanischer Parlamentarier alles zu tun, was die Israel-Lobby von ihnen fordert…“
  11. Tom Friedman bagatellisiert Israels Sorgen, indem er „den verrückten Bibi“ mit dem „coolen Obama“ vergleicht.
  12. Tom Friedmans herablassende Darstellung besorgter amerikanischer Verbündeter.
  13. Jodi Rudorens übertriebene Analyse zu Netanyahus politischer Isolation. (Dieser Artikel bekam noch einmal Schwung, weil die Zeitung eine Beschreibung Sara Netanyahus korrigierte. Rudoren schickte der Frau des Premierministers außerdem eine persönliche Entschuldigung.

Auf all das zurückblickend fragten sich die Leser: Nutzte die Times die Gelegenheit es Bibi zurückzugeben, nachdem er in seiner Rede vor der UNO die NY Times herausforderte? Wenn, war dann das in einer derart existenziellen Frage zu tun, ein angemessener Weg eine Rechnung zu begleichen? Wie sonst würde die Times den beleidigend abschätzigen Ton all dieser Kommentare erklären? Und warum brachte die Times nicht mehr Ausgewogenheit in ihren Op-Ed-Bereich?

Libanon-Grenzvorfall offenbart armseligen Journalismus

17. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.om, 16. Dezember 2013

Shlomi Cohen

Der 31-jährige IDF-Soldat Shlomi Cohen wurde Samstagabend getötet, nachdem ein Scharfschütze der libanesischen Armee das Feuer auf sein Fahrzeug eröffnete, als er nahe Rosh Hanikra entlang der israelischen Seite der libanesischen Grenze fuhr.

Die vollständigen Details des Vorfalls müssen zwar noch bekannt werden, doch einiges an der Berichterstattung lässt viel zu wünschen übrig.

Der Independent erklärte:

Es ist nicht klar, was das Ziel der Schüsse war, obwohl örtliche Medienberichte spekulierten, dass israelische Truppen die Grenze überschritten hatten.

Was genau waren die „örtlichen Medienberichte“? Es waren natürlich keine israelischen, da keine davon etwas anderes berichteten, als den nicht provozierten Angriff von der libanesischen Seite.

The Times of Israel bietet eine mögliche Antwort:

Hisbollahs Nachrichtenagentur Al-Manar behauptete, eine IDF-Patrouille sei in libanesisches Territorium eingedrungen und wurde von libanesischen Streitkräften beschossen.

Es scheint also, dass der Journalist nicht zugeben wollte, dass seine „örtlichen Medienberichte“ vermutlich direkt der Propagandatruppe einer Terrororganisation entnommen wurden statt von einer glaubwürdigen Nachrichtenquelle.

Der Independent ist der „Nachrichtenwäsche“ schuldig – wenn die Quelle seiner Information nicht glaubwürdig ist, warum wird die Information als glaubwürdig gehalten?

Viele Stunden später kann man – mit Berichten eines weiteren Grenzübergriffs unter Beteiligung der IDF und libanesischer Streitkräfte – der BBC vertrauen, dass sie eine Schlagzeile wie diese produziert:

Israel “beschießt zwei libanesische Soldaten”

Ein nur allzu vertrauter Trick, der keinen Zweifel beim Leser hinterlässt, dass Israel der Aggressor ist. Die erste reflexhafte Reaktion der BBC auf die Geschichte demonstriert das System, über das sie Israel betrachtet.

Kurz drauf wurde die Schlagzeile durch die neutralere „Soldaten schossen an israelisch-libanesischen Grenze“ ersetzte, doch die erste Schlagzeile gib einen Einblick in die Denkprozess der BBC.

Die unbelehrbare NY Times liefert einseitige Bilder

30. November 2013

Alex Margolin, HonestReporting.com, 26. November 2013

Obwohl die Redaktion zugegeben hat, dass es falsch von der Zeitung war einen Artikel über den Mord an einem IDF-Soldaten mit einem Foto der Mutter des Mörders zu illustrieren und trotz zahlloser Beschwerden von Lesern, dass dieses Eingeständnis bei weitem nicht ausreicht, schaltet die New York Times auf stur und ersetzt das verletzende Foto nicht.

Damit hat die Zeitung ein bleibendes Monument der Gefahren falscher „Ausgewogenheit“ und ihrer eigenen moralischen Mehrdeutigkeit geschaffen.

In einer zweiten Kolumne der Öffentlichkeits-Redakteurin Margaret Sullivan sowie in einer persönlichen E-Mail an HonestReporting sagte Philip B. Corbett, Mitherausgeber und Manager für Standards, das Foto zu ersetzen sei eine Verletzung der Politik der Zeitung gegen Veränderungen veröffentlichten Materials, nachdem dieses veröffentlicht wurde. Das zu tun, behauptete Corbett, würde die Archive der Zeitung schädigen:

Erstens ist unsere Korrekturkolumne in erster Linie dazu gedacht faktische Fehler zu korrigieren. Es gibt hier keine Problem eines faktischen Fehlers.

Andere haben die Idee aufgebracht die Präsentation des Fotos nach der Tatsache zu ändern. Doch außer, um Faktenfehler zu korrigieren, ändern oder löschen wir selten veröffentlichte Inhalte. Die Artikel, die über unsere Internetseite zugänglich bleiben, stellen unser elektronisches Archiv dessen da, was die Times tatsächlich veröffentlichte, parallel zu Print- und Mikrofilm-Versionen unseres Archivs, das wir immer geführt haben.

Meine Kollegen und ich erhalten regelmäßig Aufforderungen veröffentlichtes Material aus unserem Archiv zu verändern oder zu löschen, aus einer großen Bandbreite an Gründen. Wenn wir außer bei Faktenfehlern regelmäßig hingingen und einen vor Tagen, Wochen oder Jahren veröffentlichten Artikel verändern würden – indem wir ihn umschreiben, neu editieren, Fotos oder andere Elemente hinzufügen oder löschen – würde unser Archiv sehr bald aufhören überhaupt ein Archiv zu sein.

Corbett antwortete damit auf eine E-Mail von HonestReporting mit dem Vorschlag, dass die Zeitung einen Link zum Originaleintrag legen sollte, der die Leser zur Äußerung der Öffentlichkeits-Redakteurin führt, dass die Verwendung des Fotos falsch war.

Seine Erklärung enthält zwei Dinge, über die nachgedacht werden muss. Als erstes ist das seine Äußerung, dass keine Richtigstellung nötig ist, weil Richtigstellungen nur auf Faktenfehler anzuwenden sind. Er führt im Wesentlichen einen Unterschied zwischen Fakt und Sinn an. Das eine sagt dem Leser, was stattfand, das andere erlaubt es ihm diese Information passend einzuordnen.

Es wurden zwar keine Faktenfehler gemacht, aber selbst die Redakteure der Zeitung geben zu, dass das Foto zu nutzen falsch war. Wenn aber die Fakten eine Korrektur erfordern, was war dann falsch? Der Sinn. Der Leser wird von dem Foto in die Irre geführt Mitgefühl für die Mutter eines Mörders auf Kosten des Mitgefühls zu haben, das man dem Opfer und seiner Familie gegenüber haben sollte.

Wenn die Fehlleitung der Emotionen des Lesers keine Richtigstellung erfordert, dann kann man kaum glauben, dass die Zeitung ehrlich darum besorgt ist die Story überhaupt richtig zu schreiben. Und das sie das Wesen von Einseitigkeit.

Das Zweite, was es wert ist betrachtet zu werden, ist die Behauptung, dass einen Link zu einer digitalen Version des Artikels hinzuzufügen die digitalen Archive der Zeitung erodieren würde, die „parallel zu den Print- und Mikrofilm-Versionen sind“. In Wirklichkeit unterscheidet sich aber digitale Medium, das fließend ist, fundamental von Druck- und Mikrofilm-Versionen, die statisch sind. Nahezulegen, dass es keine Möglichkeit gibt eine Notiz eines anderen Redakteurs hinzuzufügen, die wichtige Entwicklungen erklärt, damit diesem Leser ermöglicht wird zu verstehen, was veröffentlicht wurde, spiegelt einen fehlenden Willen und Vorstellungskraft, nicht fehlende technische Möglichkeiten.

Wie die Dinge stehen bleiben aber der Artikel und das begleitende Bild als klassische Illustration der Einseitigkeit gegen Israel online bleiben, die in der Mainstream-Presse allgemein verbreitet ist.

Zufällig ist es nicht das erste Mal, dass die New York Times sich auf Mütter von Terroristen konzentriert hat. Sehen Sie sich dazu das folgende Video an:

Deutsche Karikatur dämonisiert Israel – am Jahrestag der Kristallnacht

24. November 2013

Pesach Benson, HonestReporting.com, 14. November 2013

Eine weitere deutsche Zeitung sieht sich wegen einer üblen Karikatur Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt. Wieder einmal vergiftet Israel den Frieden.

Horst Haitzingers Karikatur wurde in der Badische Zeitung am Jahrestag der Kristallnacht veröffentlicht. Sie zeigt eine Schnecke mit Taubenkopf auf dem Weg zu den iranischen Atomgesprächen in Genf. Zuschauer ist Benjamin Netanyahu, der in ein Mobiltelefon spricht: „Ich brauche Taubengift und Schneckenkorn.“

Die Jerusalem Post sprach sowohl mit einigen Menschen, die im Bilde sind, als auch mit Redakteuren der B.Z.

Alex Feuerherdt, ein deutscher Journalist, der ausführlich über Antisemitismus in den Medien geschrieben hat, sagte der Post, die Karikatur zeige, „das moderner Antisemitismus sich als Israelkritik verkleidet“.

Die Karikatur der Badischen zeigt traditionelle antisemitische Darstellungen von Juden als „Vergifter“ oder „Saboteure“ oder eine „Gefahr für den Weltfrieden“. Feuerherdt sagte, die Karikatur ignoriere die Drohung des Iran Israel durch sein Atomwaffenprogramm auszulöschen. Er fügte hinzu, es sei „widerlich“, dass die Badische Zeitung das Bild an der Kristallnacht veröffentlichte, dem von den Deutschen und Nazis 1938 begonnene Pogrom zum Töten von Juden und der Zerstörung ihrer Geschäfte…

Thomas Fricker, ein politischer Redakteur der Badischen, bestritt die Antisemitismus-Vorwürfe rundheraus. In einer E-Mail an die Post schrieb Fricker, die Vorwürfe, die Karikatur beinhalte antisemitische Klischees, „erscheinen mir haltlos“.

Das erinnert an eine weitere deutsche Karikatur, die auf ähnlichen Weise das Thema der Vergiftung der Friedenstaube durch Israel aufgreift. In diesem Fall stellte die Stuttgarter Zeitung Siedlungen als absichtlich den Friedensprozess vergiftend dar. Ich zögerte das als antisemitisch zu bezeichnen, aber es spielt mit alten, verstörenden Motiven.

Wir sollten nicht vergessen, dass es auch die Süddeutsche Zeitung gibt, die Israel buchstäblich als einen modernen Moloch dämonisierte. Die Zeitung entschuldigte sich; sie wurde als den deutschen Pressekodex verletzend befunden.

Eine einzelne Karikatur ist übel. Zwei mit ähnlichen Vergifter-Motiven ist möglicher Plagiarismus oder ein glaubhafter Zufall. Aber ein Karikaturen-Dreier in achtbaren deutschen Zeitungen stellt ein schwereres Problem dar, das nicht ignoriert werden kann.

Was es so wichtig macht die Petition von HonestReporting zu unterschreiben, die die internationalen Medien auffordert die Antisemitismus-Definitionen der USA und der EU zu übernehmen und mit der Dämonisierung Israels aufzuhören.

Das Maß ist voll.

Erfolg – Foto-Empörung: Die New York Times gibt zu, dass sie einen Fehler machte

23. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 20. November 2013

Die New York Times hat auf unsere Kritik an der haarsträubenden Auswahl eines Fotos reagiert, das ihre Story über den Mord an einem israelischen Soldaten begleitete.

Doch das Foto bleibt online in der Story. Was ist passiert?

Unsere E-Mails an die Öffentlichkeitsredakteurin der NY Times, Margaret Sullivan, bekamen mit Sicherheit ihre Aufmerksamkeit. In ihrer Kolumne schreibt sie:

Hunderte Leser schrieben mir in den vergangenen Tagen, um gegen den auffälligen Gebrauch einer Fotografie zu protestieren, die einen Artikel in der Times vom letzten Donnerstag begleitete.

Das Foto war ein emotionales und mitfühlendes Porträt einer verstörten Palästinenserin, deren Sohn einen nichts ahnenden jungen israelischen Soldaten in einem Linienbus tötete. Obwohl es sich um ein beeindruckendes Foto handelte (eigentlich zum Teil, weil es ein solch beeindruckendes Foto war), war es schlecht gewählt, weil es die Konzentration nicht auf das lenkte, wohin sie gehörte.

Angriff auf Israel verschlimmert Spannungen mit Palästinensern

Sullivan fährt dann damit fort zwei Abonnenten von HonestReporting.com zu zitieren, die ihrer Empörung Luft machten (Hervorhebung hinzugefügt):

Ich sprach Montagnachmittag mit zwei hochrangigen Redakteuren der Times. Beide stimmten zu, dass das Foto eine bedauerliche Wahl war. Das dominierende Bild mit bei einem Artikel sollte das Gesamtthema des Artikels und den Grund für seine Nachrichtenwürdigkeit spiegeln.

„Dieses repräsentierte nicht den Kern der Story, die klar der Moment war, in dem der israelische Soldat erstochen wurde“, sagte Michele McNally, stellvertretende Chefmanagerin für Fotografie. Sie sagte, ein weniger hochrangiger Bildredakteur suchte das Foto aus, zusammen mit einem, das repräsentierte, was sie als die andere Seite der Story betrachtete; es zeigte einen israelischen Polizisten am Tatort.

Die Wahl des Bildes der palästinensischen Mutter zum Artikel war ein Versuch Ausgeglichenheit zu erzielen, doch ein solcher Versuch war in diesem Fall nicht angemessen, sagte Frau McNally. In den Printausgaben der Zeitung wurden beide Fotos auf einer Innenseite mit dem palästinensischen Foto über dem anderen veröffentlicht. Auf der Internetseite und in anderen digitalen Präsentationen war das palästinensische Foto das bei weitem dominante Bild und bleibt es auch.

Erst später im Nachrichtenkreis wurde das Foto der Beerdigung des Soldaten – das eine angemessene Wahl für ein dominantes Bild gewesen wäre – zur Verfügung gestellt, sagte sie. (Ein Foto des Opfers wäre ebenfalls angemessen gewesen, sagte sie.)

„Wir hätten auf dieses warten sollen oder es ersetzen sollen, als es kam“, sagte sie.

Während die Kommentare der Mitarbeiter der Times willkommen sind, besteht immer noch als größere Sorge, dass das Foto in dem Bemühen gewählt wurde Balance zu zeigen. Das deutet auf eine gestörte Einstellung bei der Zeitung hin. Es sollte keine Balance oder moralische Gleichsetzung zwischen palästinensischen Terror und israelischen Opfern geben.

Das Kapitel ist nicht abgeschlossen

Das Eingeständnis eines Fehlers bei der New York Times ist eine bedeutende Leistung und demonstriert klar die Macht, die Tausende HonestReporting-Abonnenten haben, wenn sie Material auf Plattformen wie Facebook teilen und dafür werben und E-Mails an die Medien schicken.

Aus diesem Grund bitten wir einmal mehr um Ihren Aktivismus.

Obwohl sie den Fehler zugegeben hat, hat die New York Times es unterlassen das Foto durch ein passenderes Bild zu ersetzen.

Es mag zwar für die Printausgabe zu spät sein, aber warum ist das Originalfoto immer noch dort online? In jedem Beruf gibt es, wenn ein Fehler gemacht wird, Versuche diesen zu reparieren. Nur nicht, so scheint es, im Fall der NY Times.

Der HonestReporting-Vorstandsvorsitzende Joe Hyams sagte:

Wenn die Leserredakteurin der NY Times Empörung der Lesen eingesteht und erklärt, dass ein Gefühl für „Drama“ und „Kunst“ ihre aktuelle Berichterstattung beeinflusst, dann hat man die Wahl: Man kann die Anerkennung der Big Media feiern, dass sie von postmodernen Werten infiziert sind, die zu moralischer Gleichsetzung und vorurteilsbesessenem Journalismus führen. Oder man kann die eigenen Fassungslosigkeit verdoppeln, wenn man hört, dass der Fehler bleiben soll.

Er führte zu dieser Frage in einem Kommentar in der Times of Israel weiteres aus.

Wir glauben auch, dass eine Korrektur in der Printausgabe der NY Times erscheinen sollte, nicht nur online in Sullivans Kolumne, wie es in diesem Augenblick zu sein scheint.

Foto-Skandal der New York Times

18. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 14. November 2013

In der Story der New York Times geht es angeblich um die tödlichen Messerstiche gegen den israelischen Soldaten Eden Atias, aber die grafische Illustration des Ganzen ist eine Illustration von allem, was bei der Israel-Berichterstattung der Zeitung falsch läuft.

Erst einmal muss man zehn Absätze weit lesen, bevor man überhaupt etwas von den Einzelheiten des furchtbaren Anschlags auf Atias erfährt, während der in einem Bus in Afula schlief. Der Großteil des Artikels ist – trotz der Schlagzeile „Angriff auf Israeli verschlimmert Spannungen mit Palästinensern“ – den Fragen um Siedlungen gewidmet.

Doch um sicherzustellen, dass jegliche Vorstellung, ein Israeli könnte Opfer sein, wegfällt, wählte die New York Times dieses Foto, um die Story zu bebildern:

Kein Foto von Eden Atias. Kein Foto seiner Mutter, die den Verlust eines Sohnes betrauert.

Wir bekommen stattdessen ein Bild der Mutter des für den Mord an Eden Atias verantwortlichen Terroristen, die wahrscheinlich die Tatsache betrauert, dass ihr Sohn sich jetzt in israelischem Gewahrsam befindet.

In den Augen der New York Times sind israelische Terroropfer lediglich Fußnoten in einer einseitigen Schilderung leidender Palästinenser und israelischer Verantwortung für dieses Leiden.

Es war zwar ein palästinensischer Terrorist, der diesen Messerangriff verübte, aber setzen wir unser Vertrauen in die New York Times, dass sie ihr eigenes Messer nimmt und es im Rücken des jüdischen Staates nochmal umdreht.

New York Times hysterisch wegen Netanyahu

17. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. November 2013

Es muss für die Chefreaktion der New York Times leicht sien die Welt aus dem New York Times Building in Manhattan zu betrachten. Die Sicht aus Jerusalem ist deutlich anders, besonders wenn man die Aussicht auf eine iranische Atombombe bedenkt.

In einem Redaktions-Editorial zum Iran gibt die New York Times die offizielle Sicht der Zeitung wieder und bläst allen den Marsch, die einem Deal mit den Iranern im Weg stehen könnten, als ob einen Handel zu erzielen wichtiger ist als die Inhalte dieses Handels. Und die NY Times reserviert Israels Premierminister besondere Schmähungen:

Leider haben die ergebnislosen Verhandlungen dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu eine Tür geöffnet, der die vorgeschlagene Vereinbarung als „Deal des Jahrhunderts“ für den Iran niedermachte, noch bevor sie öffentlich gemacht wurde, um weitere hysterische Opposition zu generieren.

Netanyahu hat sich bewusst nicht gegen Verhandlungen mit dem Iran gewandt. Aber er hat das Recht seine legitimen Bedenken zu äußern und gegen jeden Deal zu sein, der die Drohung eines atomaren Iran über Israel hängen lässt wie das sprichwörtliche Schwert des Damokles.

Warum aber glaubt die NY Times, dass Netanyahu dafür verantwortlich ist, dass „hysterische Opposition“ generiert wird? Der Begriff impliziert eine Art irrationalen Verhaltens und ist vielleicht Anzeichen für die allgemeine Verachtung der NY Times für den israelischen Premierminister.

Selbst das Time Magazine, das auch für nicht gerade für netten Umgang mit Netanyahu bekannt ist, gibt zu: „Selbst wenn Netanyahu sein Willkommen erschöpft hat, argumentieren einige der führenden Experten des Westens genauso.“ Danach zitiert es Olli Heinonen, einen ehemaligen stellvertretenden Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde der UNO (IAEA), der jetzt in Harvard arbeitet, und David Albright, einen amerikanischen ehemaligen IAEA-Inspektor, der das Institute for Science and Internationale Security leitet, einen Washingtoner Think Tank, der die meistzitierte unabhängige Forschung zum Atomprogramm des Iran durchführt.

Glaubt die NY Times auch, dass zwei ehemalige IAEA-Inspektoren ebenfalls „hysterisch“ sind? Oder ist die einzige sichtbare Hysterie die offensichtliche Verzweiflung der NY Times die Unterzeichnen einen Iran-Deal um jeden Preis sehen zu wollen?

Dieser neueste Schuss gegen Netanyahu ist Teil eines identifizierbaren Trends seitens der NY Times, die – wie der israelische Kommentator Avi Issacharoff schrieb – „eine Kampagne gegen Premierminister Benjamin Netanyahu zu fahren scheint“, während Dror Eydar herausstellt: „Die Times hat eine lange Geschichte der Unterstützung selbst der schwächsten Hoffnungen, wenn es um die Aussöhnung mit skrupellosen Diktatoren geht.“

BDS jetzt eine Menschenrechtsorganisation?

1. September 2013

Pesach Benson, HonestReporting.com, 29. August 2013

Es gibt jede Menge Möglichkeiten Etiketten dazu zu verwenden das Wasser zu trüben. South African Broadcasting Corp. News hat gerade eine neue gebracht:

Die Menschenrechtsorganisation Boykott/De-Investition/Sanktionen (BDS) hat Vizekanzler Adam Habib von der Wits University aufgefordert das Konzert von Daniel Zamier am Mittwoch abzusagen, weil dieser eine rassistische Tirade von sich gegeben habe.

BDS ist eine Menschenrechts-Organisation?

Das ist so politisch, wie es nur irgend möglich ist. Arthur Finkelstein ging so weit BDS einen „Kult der Unaufrichtigkeit“ zu nennen.

Terroristen sind Aktivisten, der Gazastreifen ist besetzt, die Hisbollah hat einen legitimen politischen Arm, schwarz ist weiß, oben ist unten und BDS ist menschenfreundlich.

Ja klar.

(h/t: Elder of Ziyon)

Al Jazeera America startet mit Judenhasser

23. August 2013

HonestReporting Media BackSpin, 232. August 2013

So viel zum ersten. Nach dem lange erwarteten Start war der Verschwörungstheoretiker Professor Stephen Walt allererster Gast bei Al Jazeera Amerika (AJA).

Er ist weithin bekannt durch seine Co-Autorenschaft bei The Israel Lobby, einem in Misskredit geratenen Buch, das Juden beschuldigt, die amerikanische Außenpolitik zu steuern. (Ohne Osama Bin Ladens Empfehlung wäre das Buch wohl nicht so populär diskutiert worden.) Walts Beobachtungen zum prä-arabischen Frühling gehören zu den drei doofsten Stücken, die intellektuelle Libyen-Besucher geschrieben haben. Und seine Reaktion auf das Itamar Massaker im Jahr 2011 war eiskalt und schockierend.

Walt fasste seine Überlegungen über die Unruhen in Ägypten so zusammen, dass er den AJA-Zusehern verklickerte, die US-Hilfe für Kairo sei nicht wirklich von bedeutendem strategischem Interesse für die USA, sondern solle Israel besänftigen. Hier das Video.

Ich kann’s kaum noch erwarten, wer sonst noch auf der Einlistungsliste der AJA-Experten erscheint. Henry Siegman? Abdel Bari Atwan? Geneive Abdo?

Wie wäre es mit Neve Gordon, dem israelischen Professor, der für Walt zu extrem ist?

Und was wird Al Jazeera Amerika als Draufgabe bringen?

(Hat tip: Washington Free Beacon)

Mitgefühl für die Teufel

19. August 2013

HonestReporting Media BackSpin, 19. August 2013

Abbildung: Mahmoud Abbas feiert Freilassung palästinensischer Terroristen.

Der Economist meint, dass Israel bei der Freilassung von Gefangenen letzte Woche zu knauserig gewesen sei.

Als Maßstab für die Ernsthaftigkeit der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern offenbart die Zahl der palästinensischen Gefangenen, die am Vorabend der Gespräche veröffentlicht wurde, düstere Aussichten, so Pessimisten. Als sich beide Seiten vor zwei Jahrzehnten zu Verhandlungen zusammensetzten, entließ Israel nach der Unterzeichnung des Osloer Abkommens im Jahr 1993 in einem einzigen Jahr 2.000 Palästinenser. In den folgenden Jahren ließ Israel durchschnittlich 1.000 Häftlinge pro Jahr frei. Danach sank die Zahl auf ein paar Hundert ab. Und nun, angesichts der neu aufgenommenen Gesprächsrunde, die am 14. August in Jerusalem begann, ließ Israels Ministerpräsident Benyamin Netanyahu nur 26 frei.

Und selbst dies hat in Israel Empörung ausgelöst.

Überrascht, dass sich der Economist so desinteressiert für den Schmerz israelischer Terroropfer zeigt?

Vielleicht ein wenig. Wie man weiß, begab sich das Blatt in genau die gleiche Kalamität, als es Abdelbaset al Megrahis Freilassung aus der Haft im Jahr 2009 verurteilte. Schottische Behörden hatten den Lockerbie-Bomber aus “humanitären Gründen” freigelassen, nachdem bei ihm Krebs diagnostiziert worden war. Megrahi wurde bei seiner Ankunft in Libyen als Held empfangen und lebte noch drei Jahre.

Abbildung: Lockerbie-Attentäter Abdelbaset al-Megrahi als Held empfangen.

Was der Economist dann von sich gab, passt zu den 26 Mördern, die nun ihre unverdiente Freiheit genießen:

Der Grund, Herrn Megrahi aus der Haft zu entlassen, war weniger praktisch als symbolisch – die Gräueltaten, (270 Menschen getötet; 189 von ihnen Amerikaner), deren er schließlich im Jahr 2001 für schuldig befunden wurde. Terrorismus wird manchmal unscharf mit einer Art intellektueller Seriosität in Verbindung gebracht, die bei banaler Gewaltanwendung fehlt. Aber beim Lockerbie-Bombenanschlag handelte es sich um kaltblütigen Massenmord; Megrahis Verbrechen war schlimmer als das jedes anderen Häftlings in Großbritannien. Der Zweck der Haft besteht darin, die Ächtung der Gesellschaft zu bekunden, die Opfer zu rehabilitieren und potentielle Täter abzuschrecken; und aus moralischen Gründen hätte Megrahi bis zu seinem Tod eingesperrt bleiben müssen.

Wie kann man sich das neu entdeckte Mitleid des Economist für die Teufel erklären?

Es ist natürlich viel einfacher, Häftlingsentlassungen zu befürworten, wenn die Terroranschläge nicht in der eigenen Nachbarschaft stattgefunden haben. Falls man noch einen weiteren Beweis dafür braucht, denke man an die Empörung, als ein Diplomat die palästinensischen Häftlinge mit Anders Breivik verglich, der im Jahr 2011 in Norwegen bei einem Amoklauf 77 Menschen getötet hatte.

Entweder so, oder es braucht 270 tote Israelis, um die Aufmerksamkeit des Economist zu bekommen.

Die unglaubliche Antwort des Independent auf eine Leser-Beschwerde

7. August 2013

Alex Margolin, HonestReporting.com, 6. August 2013

Jede Mainstream-Publikation berichtete über die israelische Entscheidung, palästinensische Häftlinge freizulassen, die langjährige Haftstrafen für Gewaltverbrechen verbüßen. Doch der Independet wies als einzige Veröffentlichung einen Unterschied auf, indem er sie in seiner Schlagzeile als „politische Gefangene“ bezeichnete (inzwischen ist das das geändert worden).

Eine Leserin beschwerte sich beim Verlag über die unangemessene Nutzung des Begriffs. Sie erhielt die folgende Antwort von Will Gore, dem stellvertretenden Chefredakteur und gab sie an HonestReporting weiter.

Ich widerspreche zwar nicht dem, was Sie über den Ernst der von den Freizulassenden begangenen Verbrechen sagen, aber ich stimme nicht mit Ihnen überein, dass der Begriff „politische Häftlinge“ falsch ist. Es gibt keinen Zweifel, dass die Taten sehr vieler der fraglichen Individuen, so schrecklich sie auch sind, durch das motiviert waren, was als politische Ziele bezeichnet werden kann. Sie werden sich bewusst sein, dass es keine festgesetzte Definition für „politischer Gefangener“ gibt und dass zum Beispiel die von Amnesty International genutzte Definition jeden Gefangenen einschließt, „dessen Fall ein beträchtliches politisches Element hat: ob die Motivation hinter den Taten des Gefangenen, die Tat selbst oder die Motivation der Behörden ist“. Selbst wenn man die Motivation für die Verbrechen beiseite lässt, sind die Gefangenen derzeit ein Druckmittel für Verhandlungen in einem größeren politischen Spiel, ihre Freilassung ist eine Sache der Politik, nicht einfach eines juristischen Prozesses.

Wir haben in dem Artikel klar auseinandergesetzt, warum die Gefangenenfrage so umstritten ist, und wir haben einige der von den Freizulassenden begangenen Verbrechen aufgezählt. Ich glaube nicht, dass unsere Berichterstattung zu dieser Sache irreführend ist, weder in ihren Worten noch mit den begleitenden Bildern.

Der Begriff „politischer Gefangener“ wird weithin falsch so verstanden, dass er eine Person beschreibt, die wegen ihrer Überzeugungen inhaftiert ist, nicht wegen ihrer Taten. Wenn jemand einen unschuldigen Zivilisten für eine politische Sache tötet – mögen das Tierrechte, Abtreibungsrechte oder die palästinensische Unabhängigkeit sein – dann sollte diese Person wegen des Mordes ins Gefängnis kommen, nicht wegen der politischen Sache, die sie unterstützt. Diese Unterscheidung ist wichtig. Einen Mörder als politischen Gefangenen zu bezeichnen, gewährt dem Verbrechen Legitimität. Damit erweist man den echten politischen Gefangenen und den Opfern der gewalttätigen Kriminellen einen Bärendienst.

Gores Hinweise auf ein „größeres politisches Spiel“ ist noch irreführender. Seiner Ansicht nach hat die Kennzeichnung als politischer Gefangener weder mit dem Verbrechen noch mit der Motivation dafür zu tun. Stattdessen wird sie davon bestimmt, ob eine dritte Partei glaubt, sie könne politisch davon profitieren, indem sie die Freilassung der Häftlinge fordert.

Wenn die Redakteure des Independent es ablehnen, jegliche Palästinenser als Terroristen zu bezeichnen, ist es dann ein Wunder, dass sie versuchen, ihren Verweis auf einen Mörder als politischen Gefangener zu verteidigen? Der Independent gibt den Palästinensern weiterhin einen Freifahrtschein für ihr gewalttätiges Verhalten. Selbst wenn Palästinenser töten werden sie über ihre Motivation definiert, nicht über ihre Taten.

Es scheint also so, als habe der Independent seine eigenen politischen Beweggründe.

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Fotojournalist inszeniert Nachrichten für Profit und Ideologie

1. August 2013

Pesach Benson, HonestReporting.com, 31. Juli 2013

Fadi Arouri ist einer der größten Gegner der Normalisierung der israelisch-palästinensischen Beziehungen. Er ist außerdem ein Fotograf, der nicht an der Trennung seines professionellen Journalismus und politischen Aktivismus interessiert ist.

Das wirft Fragen zu seiner Verbindung mit der Nachrichtenagentur Reuters und der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua auf. HonestReporting hat erfahren, dass Reuters Arour feuerte, offenbar wegen seiner außerberuflichen Aktivitäten, aber die Agentur nutzt seine Arbeit weiterhin als Freiberufler.

Antinormalisierung infiziert die palästinensischen Medien

Die Antinormalisierungskampagne verurteilt israelisch-palästinensische Veranstaltungen, seine diese nun politischer, geschäftlicher oder akademischer Art. Selbst Sportveranstaltungen für Kinder sind tabu. Alle diese Art von Aktivitäten, heißt es, „legitimieren die israelische Besatzung“.

Auch im Palestinian Journalists Syndicate (PJS) hat diese Verweigerung die das Ruder übernommen. Deshalb haben sich in den letzten Wochen in der Westbank arbeitende israelische Reporter und Beschäftigte israelischer Nachrichtenmedien zunehmender Feindseligkeit ausgesetzt gesehen. Das PJS behauptet, es kämpfe für Reisefreiheit in Israel.

Reisefreiheit rür Journalisten ist gewiss vernünftig – aber wenn die Forderung von dieser Truppe kommt, dann ist es ein Argument, dem man nur schwer zuhören mag. Genau die Journalisten, die gegen Normalisierung sind, fordern israelische Reisegenehmigungen und israelische Presseausweise, damit sie innerhalb Israels arbeiten und genau die Israelis interviewen können, denen sie sogar das Fußball spielen mit ihren Kindern verweigern.

Fadi Arouri überschritt die Grenze

Fadi Arouri

HonestReporting hat erfahren, dass Fadi Arouris Aktivitäten bei der Antinormalisierungskampagne über legitimen Aktivismus hinausgehen und in seine professionelle Arbeit Eingang gefunden haben. Er arbeitet für Xinhua und hat eine freiberufliche Beziehung zu Reuters. Seine Fotos sind bei AP, Apollo Images, Ma’an News und Al-Ayyam erschienen.

Ein palästinensischer Journalist sprach unter der Bedingung anonym zu bleiben mit HonestReporting über Arouri; er wollte nicht, dass seine Kritik als persönlich ausgelegt wird. Er beschrieb mehrere beunruhigende Vorfälle, in die der Fotograf direkt involviert war:

1. Am 17. Juli „organisierten Arouri und seine Freunde einen Marsch palästinensischer Journalisten zum Checkpoint Qalandiya, wo sie eine Konfrontation mit israelischen Soldaten inszenierten“, wurde HonestReporting gesagt. „Sie brüllten die Soldaten an, damit sie die Fotos verkaufen konnten. Wenn man sich die Fotos ansieht, dann scheint es, als hätten Arouri und seine Freunde sich dabei abgewechselt die Soldaten zu konfrontieren, damit sie einander fotografieren konnten. Das ist kein echter Protest. Das ist Zirkus.

Die Nachrichtenagentur Ma’an aus Bethlehem veröffentlichte etwas, das so etwas wie ein Foto-Essay ergab.

Und der internationale Journalisten-Verband (IFJ) verurteilte die IDF wegen ihrer „harschen Einschränkungen“ und ihres „brutalen Verhaltens“. Nach Angaben des IFJ wurden sieben Journalisten verletzt. Hier das Beispiel eines von Arouri geschossenen und auf Facebook eingestellten Fotos:

#IOF Soldiers Attacks Dozens of #Palestinian Journalists As they attempt to cross to #Jerusalem #Right_of_Movement #ifj @IFJGlobal #Qalandiya Checkpoint

2. Im Mai 2012 “organisierte das US-Konsulat eine Veranstaltung zum Internationale Tag der Pressefreiheit in Ramallah und Arouri führte die Kampagne gegen die Amerikaner an“, wurde HonestReporting erzählt. „Er wollte nicht, dass Palästinenser an der Veranstaltung teilnahmen, weil diese von den Amerikanern organisiert wurde. Arouris betrachtete Amerika als den Feind. Das hat nichts mit Israel zu tun. Über die Veranstaltung wurde von den internationalen Medien berichtet. Es war ein Fall dafür, dass ein Journalist ein Ereignis inszenierte und dann darüber berichtete.“

In der Tat zitierte die mit der Fatah verbundene Al-Aqsa Press Arouri als einen der Organisatoren des Protests:

Fadi Arouei, einer der palästinensischen Journalisten, sagte, die Journalisten hätten vereinbart einen Sit-in-Protest gegen die vom US-Konsulat organisiert Veranstaltung zu inszenieren. Er merkte an, dass das Palästinian Journalists Syndicate, das alle Journalisten verschiedener Hintergründe repräsentiert, zum Boykott der Veranstaltung aus Solidarität mit den palästinensischen Häftlingen aufgerufen hatte.

Trotz dieses Hasses auf die USA bekam Arouri später einen Traumauftrag. Im März 2013 wählte das von der PA betriebene Palestinian Press Office Arouri als Pool-Fotograf für den Besuch von Außenminister John Kerry in Ramallah aus. (Um sperrige Horden Fotografen bei herausgehobenen Ereignissen zu vermeiden, wird gewöhnlich reihum ein Poo-Fotograf ausgesucht, der über das Ereignis berichtet und seine Bilder weltweit ohne Exklusivrechte verteilt.)

Mohammed Najib
3. Letzten Sonntag arbeitete Mohammed Najib, ein altgedienter palästinensischer Journalist, der für den israelischen Fernsehsender I24 News arbeitet, „interviewte in der Innenstadt von Ramallah Menschen auf der Straße, als Arouri auftauchte und begann die Leute gegen ihn aufzuhetzen. Arouri sagte den Leuten, sie sollten nicht mit Najib reden, weil er für eine israelische Propagandaorganisation arbeiten würde. Die Menschen scharten sich um ihn und er konnte nicht weiterarbeiten ohne um sein Leben fürchten zu müssen.“

HonestReporting hörte, dass Najib vor hat eine offizielle Beschwerde bei den palästinensischen Sicherheitskräften und dem PJS einzureichen. Er kann nur auf „traditionelle Stammesjustiz“ zurückgreifen und selbst das dürfte keinen großen Unterschied machen, hieß es gegenüber HonestReporting. „Sie kommen aus dem Dorf Aroura, also müssen die Dorfältesten um Vermittlung gebeten werden. Doch eine Entschuldigung wird nichts bewirken, denn der Schaden ist bereits angerichtet. Und eine Entschuldigung wird dem nächsten in der Westbank angegriffenen israelischen Journalisten nicht helfen.“

4. Der israelische Journalist Yoram Cohen war in Ramallah bei einer Pressekonferenz, als palästinensische Journalisten gegen seine Anwesenheit protestierten. Damals schrieb die Jerusalem Post:

Cohens Versuch zu erklären, dass er die Genehmigung des stellvertretenden Informationsministers der PA hatte über die Pressekonferenz zu berichten, überzeugte die Journalisten nicht; sie verlangen, dass er auf der Stelle geht. Der PA-Vertreter hat Cohen seitdem eine Genehmigung verweigert.

HonestReporting wurde gesagt, „Arouri war einer der Initiatoren“.

5. Arouri ist vor kurzem gegen die Eröffnung eines israelischen Bekleidungs-geschäfts in Ramallah zu Felde gezogen. Die Jerusalem Post berichtete:

Fadi al-Arouri, ein an der Antinormalisierungskampagne beteiligter palästinensischer Journalist, sagte, die Eröffnung eines Ladens von Fox in Ramallah sei ein „Schandfleck angesichts der Forderung nach Boykottierung des Besatzerstaates und seiner Produkte“.

Arouri beschuldigte das PA-Wirtschaftsministerium den Einzug israelischer Produkte auf den palästinensischen Markt zu ermöglichen, indem israelischen Firmen und Händlern Genehmigungen zur Arbeit in den Palästinensergebieten gegeben wird.

Gegenüber HonestReporting hieß es: „Arouri hat ein Recht auf seine Ansichten, aber sobald er ein echter Aktivist wird, wird für Xinhua und Reuters oder jede andere Medienorganisation sehr unmoralisch sich auf ihn zu verlassen. Wenn er in politische Aktivitäten involviert ist, handelt es sich um ein ethisches Problem. Würde Reuters jemals einen Siedler als Jerusalem-Korrespondenten beschäftigen?“

Ethische Fragen

Arouri hat die Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus unverantwortlich verwischt, was wichtige Fragen für die das Gemeinwesen der Journalisten aufwirft.

Warum setzten Xinhua und Reuters ihre Verbindung mit ihm fort?

Was ist der wahre Grund, dass palästinensische Journalisten gegen die Normalisierung in Israel arbeiten wollen?

Wer waren die anderen Fotografen, die auf den Checkpoint Qalandiya marschierten? Und von welchen Nachrichtenagenturen wurden sie beschäftigt?

Ist der Internationale Journalisten-Verband bereit Arouri und die anderen Fotografen so rasch zu verurteilen, wie er Israel verurteilt?

Ist die Journalistengemeinschaft bereit ihre Stimme gegen Arouri zu erheben?

Wie sollten israelische Journalisten auf die Einschüchterung durch ihre palästinensischen Kollegen reagieren?

Wie verlässlich sind palästinensische Pool-Fotografen? Können US-Vertreter gegen die Auswahl der Palästinenser Einspruch einlegen?

Ähnliche Einträge:

Schlagzeilen-Fehlschlag: Terroristen als „politische Gefangene“

29. Juli 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 28. Juli 2013

Der Independent berichtet über die wahrscheinliche Freilassung palästinensischer Häftlinge in Israel  als Teil der Schritte zur Wiederbelebung der Friedensgespräche. Dazu veröffentlicht er folgende Schlagzeile:

Israelisches Kabinett bereit palästinensische politische Gefangene in Versuch freizulassen Friedensgespräche neu zu starten

In dem Artikel erklärt der Independent, die meisten Häftlinge würden Strafen für „gewalttätige Vergehen“ absitzen.

Was macht also diese „politischen Häftlinge“ aus? Das ist ein Begriff, der allgemein genutzt wird, um diejenigen zu beschreiben, die von repressiven, nicht demokratischen Regimen als politische Gefangene oder politische Gegner inhaftiert werden.

In der Regel bezieht sich das nicht auf Häftlinge, die Terroranschläge oder gewalttätige Straftaten verübt haben.

Außer der Independent glaubt es sei eine legitime Form von politischem Protest, wenn Palästinenser israelische Frauen und Kinder ermorden.

Wessen Recht auf ein Referendum?

23. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 23. Juli 2013

Auch wenn es nicht allzu viel Optimismus rund um die Ankündigung der Friedensgespräche gibt, scheint die Times of London (Kostenpflichtige Registrierung nötig) mit dieser Schlagzeile – gelinde gesagt – zu früh dran zu sein:


Dort heißt es:

Benjamin Netanjahu, der israelische Premierminister, schien letzte Nacht die Hoffnung auf einen Durchbruch im Nahost-Friedensprozess zu dämpfen, als er sagte, dass jede Vereinbarung Gegenstand einer Volksabstimmung sei…

Vorschläge für Referenden zu Friedensabkommen wurden bisher in der Regel von den israelischen Hardlinern unterlaufen, weil diese nach Hürden Ausschau hielten, um jegliche Konzession bezüglich der Abtretung der von Israel im Krieg annektierten palästinensischen Gebiete zu verhindern.

Ganz anders der Daily Telegraph:

Herr Netanjahu glaubt, dass die Ratifizierung in einer nationalen Volksabstimmung ihm die Möglichkeit eröffnet, den Widerstand der Rechtskonservativen zu überwinden, wenn er einem Friedensvertrag Legitimität durch die Bevölkerung verleiht.

“Der Gedanke dahinter ist der, dass es nicht um die Hinterfragung der Legitimität oder mangelnder Legitimität [eines Abkommens] geht, weil man die Stimme des Volkes berücksichtigt haben wird”, sagte ein hoher israelischer Offizieller aus dem näheren Umfeld des Ministerpräsidenten. “Unter der Prämisse, dass jegliches Abkommen komplizierte Wahlmöglichkeiten und Kompromisse für Israel beinhaltet, braucht man diese Form der Legitimität, um sie umsetzen zu können.

“Der Premierminister ist auch der Ansicht, dass er als Mann der konservativen Mitte und als Garant für Sicherheit gesehen wird, der in der Lage ist, die Öffentlichkeit auf seine Seite zu ziehen, wenn er ein Abkommen erzielt, hinter dem er steht.”

Ich neige zur zweiten Analyse. Wie kam Catherine Philp von der Times of London zu ihrer Schlussfolgerung? Glaubt sie, dass ein Referendum zu einem Friedensabkommen von israelischen “Hardlinern” [nur] deshalb bevorzugt wird, weil die israelische Öffentlichkeit keinen Frieden wolle?

Obwohl alle Umfragen über viele Jahre hinweg darauf verweisen, dass eine überwiegende Mehrheit der Israelis sich für ein Friedensabkommen und die Zweistaatenlösung ausspricht,  ist dies nicht das erste Mal, dass jemand in den Medien zu Unrecht unterstellt, Israel sei nicht an Frieden interessiert.

In diesem neuesten Beispiel hat Philp gezeigt, dass sie offensichtlich sehr wenig Ahnung von der Komplexität der israelischen Politik und Gesellschaft hat.

HonestReporting lagert Kommentare auf Facebook aus

18. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2013

Wie viele unserer Leser schon bemerkt haben, hat HonestReporting diese Woche in seiner Kommentar-Rubrik eine Änderung vorgenommen. Während die Leserbriefe bisher noch unter unseren Artikel erschienen, werden sie nun auf Facebook statt auf unserer Webseite gehostet.

Wir meinen, dass es für diese Änderung mehrere Argumente gibt:

Anonyme Beiträge werden ausgeschlossen, da man bei Facebook seinen echten Account angeben muss. Zweitens wird dadurch ein Maß an Verantwortung hergestellt, das unserer Ansicht nach für einen konstruktiven Gedankenaustausch von entscheidender Bedeutung sein kann. Drittens gibt diese Variante den Lesern die Möglichkeit, einen eigenen Kommentar auf ihrer persönlichen Facebook-Seite zu teilen, was mehr Reichweite erzielt als ein Hosting alleine von unserer (englischsprachigen) Webseite. Dadurch können mehr Menschen über unsere Arbeit erfahren.

Als Nachteil könnte natürlich gesehen werden, dass die Einrichtung eines Facebook-Accounts erforderlich ist, um einen Kommentar hinzuzufügen. Und auch wenn man berücksichtigt, dass die überwiegende Mehrzahl unserer Leser bereits ein Konto bei Facebook eingerichtet hat, ist es möglich, dass einige unserer Leser nicht dazu zählen. Die Einrichtung eines Facebook-Accounts ist jedoch sehr einfach. Und wer Facebook aus Gründen der persönlichen Datensicherheit nicht verwenden will, könnte dennoch ein Konto ohne Angabe von privaten Daten oder Updates einrichten. Man könnte z.B. das Konto schlicht inaktiv führen und nur dann verwenden, um Websites wie die unsere oder eine wachsende Zahl von anderen Seiten auf der gleichen Plattform zu besuchen, darunter beispielsweise The Times of Israel.

Wer noch keinen Account bei Facebook hat kann ihn hier einrichten.

Wir hoffen daher, dass sich noch mehr interessierte Menschen zu unseren medienkritischen Beiträgen und Blogposts äußern, und wir hoffen, dass dieses neue auf Verantwortlichkeit fußende Element zu einem respektvolleren Umgang miteinander führt und unsere Webseite auch für weitere Leser attraktiv macht. Wir verpflichten uns zum Aufbau einer Leserschaft, die an einer fairen Berichterstattung über Israel interessiert ist, und wir wollen einen Raum schaffen, in dem sich unsere Leser ermutigt fühlen, ihrer eigenen Meinung Ausdruck zu verleihen.

i24 Nachrichtenkanal gestartet

18. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2013

Am gestrigen Mittwoch ging i24news ans Netz – Israels Antwort auf Russia Today, France 24 und Al-Jazeera. Dazu i24-Geschäftsführer Frank Melloul:

Die Aufgabe von  i24news besteht darin, internationale Nachrichten sowie alle Facetten der israelischen Gesellschaft aus einer neuen Perspektive zu beleuchten. Diese neue Variante fehlt in der heutigen schnelllebigen Channel-Zapping-Kultur.

i24news wurde in Englisch, Französisch und Arabisch etabliert, um eine neue Stimme aus dem Nahen Osten zu präsentieren, die sich auf die zwei Säulen Unabhängigkeit und Öffentlichkeit stützt. i24 will Israel mit der Welt und die Welt mit Israel verbinden.

In einer Gemeinschaftsredaktion produzieren aus Jaffa rund 150 Journalisten verschiedener Nationalitäten und Religionen gleiche Inhalte (News, Talkshows, Nachrichtenmagazine): ein Symbol für die soziale, kulturelle und religiöse Vielfalt in der israelischen Gesellschaft.

Als einer der ersten großen globalen Medienkanäle des digitalen Zeitalters startet i24news im Web, dann über Satellit, ADSL und Kabel.

Wir wünschen i24news alles erdenklich Gute. Zur Verfolgung der Liveberichterstattung bitte hier klicken.

Muslimbruderschaft mit Fotofälschung

12. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juli 2013

Abbildung: Die Facebook-Seite der ägyptischen Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (FJP) – dem politischen Arm der Muslimbruderschaft – stellte alte Fotos ein, die in Syrien getötete Kinder zeigen.

Dazu ist auf der Webseite von Al Arabiya zu lesen (Hervorhebung durch uns):

Die Muslimbruderschaft wird grober Täuschung in ihren Fernsehausstrahlungen und Sozialen Medien beschuldigt, darunter einiger Darstellungen, die von einem Leser als „faustdicke Lüge“ angeprangert wurden.

Sowohl die Mainstream-Medien als auch Soziale Medien wie Facebook und Twitter wurden während der Unruhen zu Schlachtfeldern zwischen den gegnerischen Seiten, was zum Sturz von Mohammad Mursi in Ägypten geführt hatte.

Kritiker verweisen auf Fälschungen durch Medien, die mit der Muslimbruderschaft kooperieren, während der Vorwurf der Voreingenommenheit gegen Al Jazeera fallen gelassen wurde, aber auch andere wie Al Arabiya und CNN wegen ihrer Berichterstattung angegriffen worden waren.

In einem der dreistesten und bedenklichsten Fälle zeigt die ägyptische Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (FJP) – der politische Arm der Muslimbruderschaft – Bilder von Kindern, die in Syrien getötet worden waren – mit der Behauptung, sie wären Opfer der jüngsten Unruhen in Ägypten.

Kommt uns bekannt vor, oder? Es ist nicht das erste Mal, dass Bilder von toten syrischen Kindern missbraucht wurden.

Zu Beginn der Operation Säule der Verteidigung im Jahr 2012 twitterte der palästinensische Journalist/Aktivist Hazem Balousha ein bewegendes Foto eines Mädchens auf einer Tragbahre, das angeblich bei einem israelischen Luftangriff verletzt worden war.

BBC-Reporter Jon Donnison war beeindruckt und sorgte für die Verbreitung des Fotos. Aktivisten entdeckten jedoch, dass das Foto in Wirklichkeit einen Monat vor Kriegsbeginn in Syrien aufgenommen worden war.

Dies veranlasste HonestReporting,  Donnison eine Auszeichnung für den unaufrichtigsten Reporter des Jahres 2012 zu verleihen. Wie viele andere werden dieser speziellen Form besonders grober Fauxtography noch auf den Leim gehen?

Bibi und das Pressekorps unter Stress

4. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 2. Juli 2013

Abbildung rechts: Eine aus einem dreidimensionalen Drucker erstellte Schusswaffe.

Es ist schon eine geraume Zeit her, dass übermotivierte Leibwächter Netanjahus mit ihrem Vorgehen gegen Medienvertreter Schlagzeilen machten.

Aber ich frage mich, ob der von der Times of Israel beschriebene investigative Journalismus des Senders Channel 10 die Uhr zurückdrehen könnte.

Reportern war es relativ problemlos gelungen, eine aus Plastik gefertigte Waffe in die Knesset zu schmuggeln und sie nur wenige Meter vor Premierminister Benjamin Netanjahu zu ziehen.

Die Korrespondenten des von Channel 10 nachts ausgestrahlten Kultur- und Technikprogramms “Tzinor Layla” hatten die Waffe im Internet nach Vorlagen eines dreidimensionalen Druckers angefertigt….

Bei einer anderen Gelegenheit brachte der [Tzinor Layla]-Reporter Uri Even die Waffe in eine  Feierstunde der Knesset mit, bei der er weniger als 10 Stuhlreihen entfernt vom Premierminister saß. Als Netanjahu anfing zu sprechen, nahm Even die Waffe raus, ohne dass er dabei behindert wurde, behielt sie in seinem Schoß und hielt sie sogar in Richtung des Ministerpräsidenten.

Ich weiß, dass oft und an verschiedenen Orten die Sicherheitsvorkehrungen von investigativen Medien ausgetestet wurden.

Jedoch befand sich niemand darunter, der jemals eine Waffe auf einen gewählten Staatsmann gerichtet hatte. Dies stellt den Begriff “News Bullet“ in einen völlig neuen Kontext. Und Channel 10 hat hier eine rote Linie überschritten.

Aber welche?

Handelte es sich hier um einen unglaublich freche Methode, auf die reale Bedrohung nicht identifizierbarer selbstgefertigter Waffen hinzuweisen?

Oder war es ein völlig untauglicher Versuch, Channel 10 in die Schlagzeilen zu bringen?

(Abbildung via YouTube/Mashable)


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