Archive for the ‘Medienwelt’ category

„Wasser-Apartheid“ war nur eine geborstene Wasserleitung, aber den Medien ist das egal

25. Juni 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 16. Juni 2016

06Jun16-Water-burst-apartheid-770x400

Angeblich hat Mark Twain gesagt: „Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, ehe sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.“ Und das ist genau das, was hier passiert ist.

Der Independent, die International Business Times, Radio New Zealand und die Times of London haben allesamt eine vollkommen falsche Al-Jazeera-Story übernommen.

Speziell der Independent tut sich als herausragendes Beispiel für Fiktion anstelle von Journalismus hervor und stellt Israel fälschlicherweise so dar, als verwehre es den Palästinensern im Westjordanland absichtlich das Wasser.

independent-headline

Im Artikel steht:

Israel hat die Wasserversorgung für weiträumige Gebiete im Westjordanland unterbrochen, wie palästinensische Behörden behaupten.
Zehntausende Palästinenser stehen während des islamischen heiligen Monats Ramadan, einer Fastenperiode, ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser da — zu einer Zeit, zu der die Temperaturen 35°C überschreiten können.

Zwischenzeitlich hat die International Business Times israelische Handlungen zweimal als „Wasser-Apartheid“ bezeichnet und schreibt dieses beleidigende Zitat lediglich vagen und ungenannten „Israelkritikern“ zu, impliziert jedoch, es wäre ein allgemein anerkannter Begriff.

IBT-water-story

Doch wie sich herausstellte, war die „Wasser-Unterbrechung“ nichts weiter als eine geborstene Wasserleitung, die israelische Arbeiter bereits gewissenhaft reparierten. COGAT, die israelische Behörde, die Aktivitäten in den Palästinensergebieten koordiniert, postete ein Video der geborstenen Leitung.

Diese Storys stammten ursprünglich von einem Al-Jazeera-Artikel, der anfangs keinerlei Aussagen aus Israel enthielt. Nachdem HonestReporting Al Jazeera kontaktierte, setzte sich die Zeitung endlich mit israelischen Quellen in Kontakt und überarbeitete seinen Text.

Nun sagt Al Jazeera, dass es eine starke Reduktion der Wasserversorgung für das Westjordanland gegeben hat, erwähnt jedoch Israels Aussage, dass dies am Rückgang der verfügbaren Wassermenge lag. Danach wird Israels nationales Wasserunternehmen zitiert:

Alle Anlagen sind aktiv, und die Versorgungsmenge unterschreitet den Verbrauch. Kürzlich genehmigte die Wasserbehörde einen Masterplan für den Wassersektor, und demgemäß bauen wir die Systeme, welche den Verbrauch des Westjordanlands decken.

2015 beschuldigte Al Jazeera Israel der absichtlichen Flutung Gazas durch das Öffnen von Dämmen. Wie sich herausstellte, existierten die fraglichen Dämme erst gar nicht, und die Flut rührte von Regenfällen her. Als dies herauskam, machte Al Jazeera einen Rückzieher.

Wie eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, ist das Wassermanagement im Westjordanland eine kontroverse und komplexe Angelegenheit, und viele der Probleme entstehen durch die Misswirtschaft der Palästinenserregierung und deren Weigerung, sich mit Israel zusammenzusetzen, um Aktivitäten rund um das Wassermanagement zu koordinieren.

Trotz der Widrigkeiten geht Israel weit über seine vertraglichen Verpflichtungen hinaus und bietet Palästinensern im Westjordanland Trinkwasser. Tatsächlich genießen Palästinenser im Westjordanland heute besseren Zugang zu Wasser als viele ihrer arabischen Nachbarn.

Zudem ist die Zahl der palästinensischen Häuser mit Zugang zur Wasserversorgung von 10% auf 95% gestiegen, seit Israel 1967 die Kontrolle über das Westjordanland errang, aber die Palästinenserbehörde verwaltet ihre Infrastruktur nur mangelhaft, was zu vielen Problemen führt wie zum Beispiel dem in diesem Artikel angeführten. All dies ist wichtiger Kontext, aber sämtliche Zeitungsberichte verschweigen ihn total.

HonestReporting hat Quellenmaterial zur Verfügung gestellt, welches die Vielzahl verbreiteter Mythen und tatsächlicher Fakten über das Wasser in den Palästinensergebieten erklärt.

Sowohl der Independent als auch die International Business Times widmen mehrere emotional suggestive Absätze der palästinensischen Perspektive über die Wassersituation im allgemeinen, aber ohne jegliche technischen Einzelheiten über die exakte Natur der angeblichen Versorgungsunterbrechung oder deren Ursachen.

Zum Ende des Artikels hin schafft es der Independent endlich, einige tatsächliche Fakten rund um die angebliche Versorgungsunterbrechung zu erwähnen:

Ein Sprecher der israelischen Regierung sagte dem Independent, in diesen Behauptungen läge „keine Wahrheit“, die Verknappung läge vielmehr an schadhaften Wasserleitungen.

Man sagte: „Vor einigen Stunden reparierte COGATs Zivilverwaltungsteam eine geborstene Wasserleitung, die die Wasserversorgung der Dörfer Marda, Biddya, Jamma’in, Salfit und Tapuach unterbrach. Der Wasserfluss wurde reguliert und funktioniert aktuell wieder.“

Wer war die Quelle für die Behauptung, Israel habe absichtlich die Wasserversorgung unterbrochen? Ein vager und nicht verifizierbarer Verweis auf eine Behauptung ungenannter „palästinensischer Behörden“.

Kurz: Der Independent kannte die Wahrheit, entschied sich aber trotzdem dafür, ein emotional aufgeladenes Stück verleumderischer Fiktion dahinzuschmieren und es dann zu veröffentlichen, als sei es Journalismus. Und die International Business Times scherte sich erst gar nicht um die Wahrheit.

Titelbild: enthält Elemente von Vectors by Vecteezy!

Voreingenommenheit #3: Als Nachrichten getarnte Meinungen

9. Juni 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 2. Juni 2016

mediaBias-OpinionsAsNews-770x400

Teil 3 einer achtteiligen Serie über die acht Kategorien der Medienvoreingenommenheit.

Voreingenommenheit #3
Als Nachrichten getarnte Meinungen

Es ist Aufgabe des Journalisten, Fakten wiederzugeben, ohne die eigene Meinung oder Interpretation einzuschieben.

Journalisten steht ihre eigene Meinung zu, und erfahrene Journalisten haben Erkenntnisse gemacht, die das Verständnis der Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen bereichern kann und auch soll. Aber der richtige Ort für die Meinung oder Interpretation eines Journalisten ist der Kommentarbereich oder in Artikeln und Seitenspalten, die klar als Analyse gekennzeichnet sind.

Den Unterschied zwischen Fakten und Meinungen verschwimmen zu lassen, unterläuft die Aufgabe des Journalisten, die Fakten zu berichten und das Publikum sich sein eigenes Bild machen zu lassen.

Selbst korrekt als solche bezeichneten Kommentare erfordern ein gewisses Maß an Objektivität. Meinungen müssen auf akkuraten Informationen und gesunder Logik beruhen und respektvoll vorgebracht werden. Sind Kolumnisten, Sprechern oder Bloggern die Fakten egal, verdrehen sie die Logik oder lassen sich zu persönlichen Angriffen herab, wird der öffentliche Diskurs toxisch.

Hier ein Video mit Steve Linde und Gil Hoffman von der Jerusalem Post, Ruthie Blum von The Algemeiner und Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs, wie sie mit HonestReporting das Thema „Als Nachrichten getarnte Meinungen“ diskutieren:

BEISPIEL: Beim Interview einer Jüdin bei einem Pariser Solidaritätsmarsch nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo unterbrach sie der BBC-Reporter Tim Willcox und sagte:

Viele Kritiker an Israels Politik würden sagen, dass auch die Palästinenser sehr unter der jüdischen Hand leiden.

Es ist wichtig zu bemerken, dass Willcox „jüdisch“ sagte und nicht „israelisch“, womit er im Grunde das französische Judentum (und alle Juden) für die Taten Israels verantwortlich machte.

BEISPIEL: Am Wahltag 2009 erschienen die Gesichter von Ehud Barak, Tzipi Livni und Benjamin Netanyahu im Nachrichtenbereich des Evening Standard mit folgender (nachher veränderter) Schlagzeile:

eveningstandard100209

BEISPIEL: folgende Behauptung von Journalisten: „Israelische Siedlungen sind völkerrechtswidrig.“ (Zuweilen folgt dieser Aussage die bezeichnende Bemerkung: „Aber Israel bestreitet das.“) In Wirklichkeit ist die Meinung des Völkerrechts zur Rechtmäßigkeit der Siedlungen nicht ganz so klar und eindeutig. Eugene Kontorovich, Mitchell Bard, Eugene Rostow, Moshe Dann und Jeffrey Helmreich (und viele andere) erläutern den Grund. Helmreich schreibt zum Beispiel:

„Gaza und Westjordanland sind umstritten, nicht besetzt, und sowohl Israel wie auch die Palästinenser hegen legitime historische Ansprüche. Vor 1967 existierte keine palästinensische Souveränität in Gazastreifen und Westjordanland. Juden haben eine tiefe historische und emotionale Verbindung mit dem Land, und, da ihre Rechtsansprüche denjenigen der Palästinenser mindestens gleichkommen, ist es für Juden völlig natürlich, Häuser in Gemeinden in jenen Gebieten zu bauen, genauso wie die Palästinenser in ihren Gebieten bauen.“

WEITERE BEISPIELE beinhalten eine Kolumne von David Leonhardt über die US-Gesundheitsreform, die 2010 auf der Titelseite der New York Times erschien. Leser beschwerten sich bei Public Editor Arthur Brisbane, die Platzierung auf der Titelseite lasse die Grenze zwischen Nachricht und Kommentar in unangemessener Weise verschwimmen. Und die in Toronto ansässige Globe & Mail war Gegenstand einer Kontroverse, als der Reporter Jan Wong einen Amoklauf an einer Schule in Montréal dem in Quebec vorhandenen Rassismus sowie Sprachgesetzen zuschrieb.

Nächsten Monat folgt das nächste Kapitel dieser Reihe: „Fehlender Zusammenhang: Der Kontext beschreibt die Situation, in der etwas geschieht. Ohne einen Bezugsrahmen für die Leser können Journalisten das wahre Bild erheblich verzerren.“

„Red Lines: The Eight Categories of Media Bias“ ist auf Amazon als E-Book erhältlich.

Falschbehauptung der „Time“: Lieberman drohte mit dem „Mord an Palästinensern“

1. Juni 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 25. Mai 2016

Die „Time“ berichtet über die Koalitionsvereinbarung zwischen Benjamin Netanyahu und dem Führer der Partei Yisrael Beiteinu, Avigdor Lieberman. Die Schlagzeile und der begleitende Tweet konzentrieren sich stark auf Liebermans Neigung zu bombastischen und kontroversen Aussagen.

time250516iii

Drohte Lieberman wirklich mit dem „Mord an Palästinensern“?

Nein.

Im Artikel selbst, einer Wiedergabe der Meldung der Associated Press, steht:

Im Lauf der Jahre hat Lieberman Schlagzeilen für eine Reihe aufwieglerischer Kommentare gemacht. Einmal forderte er das Bombardement des ägyptischen Assuan-Staudamms und legte einen Umsturz der international unterstützten Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland nahe. Erst vor einigen Wochen drohte er mit dem Mord an einem Hamasführer im Gazastreifen. Wiederholt hat er seine Skepsis über Frieden mit den Palästinensern kundgetan.

Es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen der Morddrohung an einem bestimmten Hamasführer im Gazastreifen und der Morddrohung an Palästinensern. Die Schlagzeile präsentiert Lieberman fälschlich als Befürworter eines Genozids.

Und nur für den Fall, dass die sensationsheischende Absicht des Schlagzeilenschreibers der Time in Frage stehen sollte, vergleichen wir sie mal mit der Originalschlagzeile von AP:

ap250516

Wir haben uns per Mail und per Twitter bei der Time beschwert.

Twitter

***

HRsuccess2UPDATE

Kurz nachdem diese Kritik erschien — und ausgelöst durch Ihre Beschwerden, liebe Leser, und die unsrigen — änderte die Time ihre Schlagzeile zum AP-Original zurück: „Israel erweitert Regierung, Lieberman wird Verteidigungsminister“.

Die Sunday Times hält einen Vorschlag für etablierte Politik

27. Mai 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 22. Mai 2016

05May22-Sunday_Times_Plans_for_Policy-feature-770x400

Unter der Schlagzeile „Israel plant Todesstrafe für palästinensische Kämpfer“ stellt die britische Sunday Times die folgende Behauptung auf:

Israel ist im Begriff, die Todesstrafe für palästinensische Kämpfer einzuführen, nachdem Benjamin Netanyahu eine ultranationalistische Partei dazu eingeladen hat, seiner Koalitionsregierung beizutreten.

Bei dieser Schlagzeile und dem Artikeltext gibt es nicht nur eins, sondern gleich zwei dicke Probleme.

Das erste Problem ist die Verwendung des Wortes „Kämpfer“. Dieses Wort kann fast alle Menschen mit extremen Ansichten beschreiben. Fordert Lieberman wirklich die Todesstrafe für jeden Palästinenser, der als Extremist betrachtet wird?

Nein. Der von Lieberman unterstützte Vorschlag besteht in der Todesstrafe für überführte Terroristen. Zwar ist auch dieses Konzept kontrovers, aber es hört sich weniger extrem an, wenn akkurate Terminologie benutzt wird. (Siehe hierzu unseren Artikel und unser Video über irreführende Terminologie.)

Aber der irreführendste Teil von Schlagzeile und Artikel ist die Behauptung, der Staat Israel betreibe die aktive Planung solcher Gesetzgebung. Dies trifft schlichtweg nicht zu.

Nur weil ein Knessetmitglied, selbst ein baldiger Verteidigungsminister, eine bestimmte Sichtweise hat, macht es das nicht gleich zur nationalen Politik. Falls die israelische Regierung dies offiziell unterstützt und zur Regierungspolitik macht, es der Knesset zur Abstimmung übergibt, ist es nichts weiter als ein Vorschlag. (In diesem besonderen Fall hat Lieberman ursprünglich gewollt, dass Netanyahu seine Politik als Bedingung dafür akzeptiert, dass Lieberman sich der Koalitionsregierung anschließt. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels wird der Vorschlag immer noch diskutiert, obwohl es bedeutenden Widerstand innerhalb der Regierung gibt.)

Aber der Artikel der Sunday Times, der auch in anderen Medien weltweit erschien wie z. B. im Australian, versagt darin, seine Leser akkurat über die Details des Vorschlags und dessen Status zu informieren.

Die International Business Times nutzt die Schlagzeile „Israelische Regierung könnte Todesstrafe für palästinensische Kämpfer einführen„. Der Gebrauch des Wortes „könnte“ lässt die Leser zumindest wissen, dass es sich hier um eine Möglichkeit handelt und nicht um vollendete Tatsachen.

Ebenso erwähnt der Artikel:

Die Knesset, das israelische Parlament, hat Petitionen zur Ausweitung der Todesstrafe mehrfach abgeschmettert. 2015 brachte Liebermans Partei Yisrael Beiteinu einen Gesetzesvorschlag zur Erweiterung des Gebrauchs tödlicher Gewalt ein, was bei der ersten Lesung mit 94 zu 6 Stimmen abgelehnt wurde.

Es ist fair zu sagen, dass die Ernennung Liebermans nicht kontroversenlos geblieben ist. Aber die Medien haben die Verpflichtung, akkurat zu berichten und den Lesern eine informierte Meinung zuzugestehen.

Joe Hyams, Geschäftsführer von HonestReporting, sagte:

Die Verantwortlichkeit des Journalisten besteht in der Sicherstellung, dass der typische Nachrichtenleser auf vernünftige Weise zu einem informierten und zutreffenden Bild der Tatsachen vor Ort gelangen kann. Diese sensationsheischende Schlagzeile spiegelt mehr die Ansichten des Schreibers, als dass sie eine akkurate Beschreibung des Status des Vorschlags ist.

Foto von Nati Shohat / Flash 90.

Ist Jerusalem in Israel?

23. Mai 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 18. Mai 2016

05May15-AU-jerusalem-in-israel-feature-770x400

Ist die Altstadt Jerusalems in Israel?

Nicht wenn man der jüngsten Entscheidung der New Zealand Broadcasting Standards Authority (BSA) folgt.

ONE News New Zealand brachte im Oktober eine Sendung über die palästinensische Terrorwelle in Israel. Der Korrespondent schuf den Rahmen, indem er sagte:

Straßenblockaden wurden errichtet, und Tausende Polizisten und Soldaten patrouillieren durch Israel, während es eine Gewaltwelle aufzuhalten versucht. Beim jüngsten Angriff erstach ein Palästinenser eine 70jährige Frau, bevor er erschossen wurde.

Danach zeigte der Bericht Videomaterial, wie ein Terrorist nahe dem Damaskustor erschossen wurde. Die Texteinblendung im Video lautete „Jerusalem“.

Die Sendung führte zu einer Beschwerde der Wellington Palestine Group bei der BSA. Dort war man der Ansicht, die Leser würden zum Glauben verleitet werden, der Tatort und tatsächlich die ganze Stadt Jerusalem könnte womöglich in Israel liegen.

Die WPG behauptete:

Das Unvermögen von TVNZ [Television New Zealand], simple Geographie bei diesem Thema richtig darzustellen, lässt die Zuschauer die israelische Version glauben, Ostjerusalem sei rechtmäßiger Teil Israels und somit sei jeder Widerstand gegen die Besatzung illegitim.

Lassen wir mal beiseite, dass sie hier im Grunde das Einstechen auf eine 70jährige Frau als legitimen „Widerstand gegen die Besatzung“ bezeichnen — „simple Geographie“ zeigt, dass Jerusalem eine einzige Stadt ist. Es existiert keine separate geographische Bezeichnung „Ost“-Jerusalem. Die alte Waffenstillstandslinie von 1949, die die Stadt damals teilte, ist schon lange weg, und heute hätten Araber und Juden alle Mühe, genau aufzuzeigen, wo diese Trennung denn nun verlief.

Zudem ist die Behauptung, die Altstadt Jerusalems, das nationale, spirituelle und historische Herz des jüdischen Volkes, sei kein Teil Israels, völlig absurd.

Doch statt diese unverfrorene Behauptung sofort abzuschmettern, wurde sie von der BSA tatsächlich weitertransportiert: Dort instruierte man den Sender, künftig besser aufzupassen und nicht mehr anzudeuten, Jerusalem wäre ein Teil Israels.

Abschließend sagte die BSA:

Es existiert ein großes öffentliches Interesse, dass geographische Beschreibungen korrekt sind, wenn Vorfälle und der Konflikt in der Region beschrieben werden.

Dem stimmen wir zu.

Aber wir glauben, die BSA schlug der Realität ins Gesicht und tat das exakte Gegenteil, indem sie sich komplett auf die Seite einer Gruppierung schlug, die eine israelfeindliche Agenda verfolgt.

Antisemitisches Schockbild beim Daily Beast

19. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Mai 2016

antisemitism-definition02-770x400

UPDATE

Daily Beast hat das anstößige Bild nach HonestReportings Twitter-Korrespondenz mit den Autoren ausgetauscht.

* * *

Daily Beast hat ein exklusives Exposé über eine israelische Drogenentzugsklinik veröffentlicht.

Die Story selbst ist kein Problem, es geht schließlich um eine Privatklinik. Aber das Bild ist sehr wohl ein Problem.

dailybeast110516

Eine traditionelle jüdische Kippa mit Davidstern abzubilden, stellt eine vollkommen falsche Verbindung zwischen einer israelischen Privatklinik und dem jüdischen Volk als ganzes her. Die Implikation lautet, jedes Fehlverhalten dieser Klinik stehe unmittelbar mit dem Judentum und Israel im Zusammenhang.

Zwar ist der Klinikleiter ein Rabbi, aber will Daily Beast hier sagen, dass ein jüdisch-israelischer Besitzer dieser Klinik irgendwie ein inhärentes Fehlverhalten nahelegt?

Dafür gibt es ein Wort: Antisemitismus.

Wir haben uns mit Daily Beast und den Journalisten in Verbindung gesetzt.

UNICEF und AFP: Israel der „Kindermörder“

18. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Mai 2016

UNICEF_AFP_Child_Killer_B

Bitte unterzeichnen Sie unseren Brief an Emmanuel Hoog, dem Geschäftsführer der AFP, den Sie in diesem Link ganz unten im Artikel finden!

Die unheilige Allianz zwischen antiisraelischen nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) und der Presse ist in der AFP-Story mit dem Titel „Israelische Sicherheitskräfte ‚töteten 25 Palästinenserkinder‘ in drei Monaten, sagt UNICEF“ offenkundig.

Die Kinderbehörde der UN sagt, 25 palästinensische Kinder seien in den letzten drei Monaten des Jahres 2015 während einer Gewaltwelle getötet worden.

Ein UNICEF-Bericht sagte, man sei besorgt wegen der exzessiven Gewaltanwendung bei Vorfällen, in denen Palästinenserkinder, die angeblich Messerangriffe durchführten, von israelischen Sicherheitskräften erschossen wurden.

Laut dem Bericht sind über 1.300 palästinensische Kinder während der größten Zunahme der Attacken verletzt worden, fast alle davon im Westjordanland und in Ostjerusalem, während drei israelische Kinder im Westjordanland und in Westjerusalem verletzt wurden.

Zwar wird der Bericht der UNICEF zugeschrieben, aber die AFP versäumt zu erwähnen, dass es sich um das Vierteljahres-Mitteilungsblatt einer von der UNICEF geführten Arbeitsgruppe handelt, die ein wahrhaftiges Stelldichein von NGOs mit politisierten Aktivitäten gegen Israel darstellt:

Weder der Bericht selbst noch AFPs einseitige Berichterstattung geben vor, in irgendeiner Weise ausgewogen sein zu wollen. Statt dessen wird Israel als Mörder palästinensischer Kinder hingestellt:

Von den 23 getöteten Palästinenserkindern wurden 22 von israelischen Sicherheitskräften mit scharfer Munition getötet und eines durch israelische Siedler; es gab bislang keinerlei Festnahmen oder Anklagen in Bezug auf diese Morde.

Festnahmen oder Anklagen gibt es nur bei kriminellen Handlungen. Der UNICEF-Bericht macht hier also die pauschale Annahme, jeder Israeli, der einen Palästinenser im Alter zwischen 12 und 17 getötet hat, sei kriminell.

AFP schreibt:

UNICEF zitierte das Beispiel eines 17jährigen Mädchens, das am 25. Oktober in Hebron im Westjordanland „von IDF-Soldaten für eine Durchsuchung festgehalten, mit wenigstens fünf Kugeln erschossen und getötet wurde“.

„Die israelischen Behörden sagten, sie habe einen Polizisten zu erstechen versucht, aber ein Augenzeuge sagte aus, sie habe zum fraglichen Zeitpunkt keine Gefahr dargestellt, als sie erschossen wurde, und sie habe gerufen, dass sie kein Messer bei sich trage“, steht darin.

Hier ist die Implikation, ein hilfloses Palästinensermädchen sei aufgefasst und dann erschossen worden, während sie sich in der Obhut der IDF befand. Das ganze auf der Grundlage einer „Augenzeugen“-Aussage (vermutlich ein Palästinenser).

Hier die Art und Weise, wie am fraglichen Tag in der israelischen Presse über den Vorfall berichtet wurde:

Am Sonntag versuchte eine Terroristin Grenzpolizisten am Eingang zum Grab der Patriarchen in Hebron zu erstechen, nachdem sie den Argwohn der Beamten erregte.

Die Frau wartete darauf, die heilige Stätte zu betreten, verhielt sich aber auffällig. Sie wurde gebeten, sich auszuweisen, nahm aber plötzlich ein Messer heraus und lief schreiend auf die Polizisten zu.

Die Beamten schossen auf sie, und sie wurde getötet. Sie konnte niemanden verletzen.

Ist eine 17jährige mit einem Messer wirklich ein „Kind“ im reinsten Wortsinn? Hatten die israelischen Sicherheitskräfte ein unschuldiges Kind vor sich, als sie das Feuer eröffneten? Natürlich nicht, und ebensowenig wäre von ihnen erwartet worden, dass sie das Alter der Angreiferin berücksichtigen, während diese einen Terrorakt ausführt.

AFP fährt fort:

Ebenso zeigte sich die UNICEF besorgt über die Anzahl der palästinensischen Kinder im Alter zwischen 12 und 17, die von der israelischen Armee festgehalten werden.

Laut dem israelischen Gefängnisdienst stand die Zahl Ende Dezember bei 422, die höchste Zahl seit März 2009.

Vielleicht sollte die Zahl der palästinensischen Jugendlichen, die sich in Terroranschlägen oder in Gewalt gegen israelische Soldaten und Zivilisten betätigen, die wirkliche Besorgnis erregen. Sollte die UNICEF nicht ihre Besorgnis über die palästinensische Aufstachelung in sozialen Medien wie Facebook und Twitter ausdrücken, die bewirkt, dass solche jungen Menschen ihr eigenes und das Leben anderer gefährden?

Aber weder der UNICEF-Bericht noch AFP sind bereit, eine Alternative zu der Ritualmordlegende anzubringen, Israel würde palästinensische Kinder einfach auf verbrecherische Weise totschießen.

AFP kann über das Kontaktformular angeschrieben werden — https://www.afp.com/en/contact. Und UNICEF erreicht man für Beschwerden unter jerusalem@unicef.org

Bild: Messer-Vektor von Vecteezy


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 12.982 Followern an