Archive for the ‘Medienwelt’ category

Dammbruch, Teil 2: Weitere Damm-Lügen

25. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 24. Februar 2015

Verlogene Vorwürfe von Palästinensern, dass Israel im Süden Dämmer geöffnet hatte, die Gaza überfluteten, erschienen in einer Reihe von Medienorganen, darunter AFP, Al-Jazira, RT, Ma‘an, und Xinhua. Es wurde durch die auf von den israelischen Behörden gegenüber HonestReporting bestätigte Tatsache, dass es in Israels Süden keine Staudämme gibt, nachgewiesen, dass die Story eine Lüge war. (Siehe Dammbruch: Palästinensische Lüge entlarvt)

AFP als eine der Mainstream- und angeblich glaubwürdigen Medienorgane, entfernte sein Video zum Bericht. Die anderen Internetseiten gehören Nachrichtenorganisationen, deren Glaubwürdigkeit fragwürdig ist und an die Ränder des professionellen Journalismus gehören. Es war daher extrem enttäuschend zu sehen, dass die Daily Mail (Version im Cache kann hier angesehen werden), eine der meist gelesenen Internet-Nachrichtenseiten der Welt, die Story auf Grundlage eines Berichts von Al-Jazira veröffentlichte.

Daily Mail online: Hunderte Palästinenser obdachlos, nachdem Israel Staudamm öffnet und Häuser flutet… Stunden bevor die Elektrizitätsfirma des jüdischen Staates Städten in der Westbank den Strom abdreht.

- Fast 80 Familien evakuiert und in nahe gelegene Flüchtlingslager geschickt.
– Gaza-Verteidigungschef Said al-Saudi sagte: „Wir haben keine Warnung erhalten.“
– Nicht das erste Mal, dass Israel beschuldigt wird Dämme entlang des Flusses geöffnet zu haben.
– Nur Stunden später kappt israelische Elektrizitätsfirma wegen Schulden 45 Minuten lang Strom.

HonestReporting informierte die Daily Mail am Montagabend und forderte sie auf die Story als Ganzes zu entfernen Stattdessen nahm die Daily Mail einige Stunden später in einem Taschenspielertrick Veränderungen an der Story vor, ohne diese oder den ursprünglich angerichteten Schaden zuzugeben. Vergleichen Sie die angepasste Schlagzeile und Untertitel mit dem oben gezeigten Original:

Hunderte Palästinenser obdachlos durch schwere Flut nachdem der Wasserpegel im Gaza-Tal um 3m steigt.

- Fast 80 Familien evakuiert und in nahe gelegene Flüchtlingslager geschickt.
– Pferdewagen genutzt, um Familienmitglieder durch braunen Schlamm zu evakuieren.
– Stunden später kappt israelische Elektrizitätsfirma wegen Schulden 45 Minuten lang Strom.
– Israel weist Vorwürfe zurück es habe einen Damm geöffnet: „Wir konnten keinen Stausee ablassen, weil es keine gibt.“

Während die Schlagzeile Israel nicht länger der Öffnung nicht existierender Staudämme beschuldigt, bleibt der palästinensische Vorwurf drin und wird von einer israelischen Erklärung „ausgeglichen“, die die Verantwortung bestreitet. Statt die Story zu entfernen, hat die Daily Mail der israelischen Wahrheit und der palästinensischen Lüge gleiches Gewicht gegeben, was die Sache praktisch in einen Streit mit Aussage gegen Aussage verwandelt.

Die Öffentlichkeits-Redakteurin der New York Times, Margaret Sullivan, hat diese Form des fehlerbehafteten Journalismus in einer ihrer Kolumnen angesprochen:

Einfach ausgedrückt: Falsche Ausgewogenheit ist die journalistische Praxis beiden Seiten einer Story gleiche Gewichtung zu geben, ohne Rücksicht auf die festgestellte Wahrheit einer Seite. Und viele Leute haben davon die Nase voll. Sie wollen nicht hören, dass Lügen oder Halbwahrheiten auf einer Seite Glauben geschenkt und die andere abgeschossen wird. Sie wollen echte Antworten.

Die Daily Mail hat Text im Artikel verändert. Zum Beispiel den einleitenden Satz:

Hunderte Palästinenser wurden gestern Morgen evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe Staudämme öffneten, was weithin Überflutungen verursachte.

Dieser lautet jetzt:

Hunderte Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem starke Überschwemmungen den Wasserpegel im Gaza-Tal um bis zu 3 Meter ansteigen ließen.

Das Folgende blieb im Artikel stehen:

Brigadegeneral Said Al-Saudi, der Leiter der Zivilverteidiung im Gazastreifen, sagte, die Staudämme seien ohne Warnung geöffnet worden.

„Israel öffnete die Staudämme gestern Abend ohne Warnung, was schwere Schäden in Dörfern des Gazastreifens nahe der Grenze verursachte“, sagte er gegenüber Al-Jazira.

Da wurde hierdurch „ausgeglichen“:

Die Fluten führten zu Beschuldigungen seitens der Palästinenser, Israel habe Staudämme entlang des Flusses abgelassen, um gezielt Überflutungen zu verursachen – etwas, das israelische Beamte vehement bestreiten.

Ein Sprecher des Koordinators für Regierungsaktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) sagte gegenüber VICE News: „Ich weiß nicht wer mit diesen Behauptungen angefangen hat, aber sie sind völlig abwegig. Es gibt im südlichen Teil Israels keine Staudämme, also konnten wir keine öffnen, denn sie existieren nicht. Ich weiß nicht, wie dazu kommen diese Gerüchte in die Welt zu setzen.“

Beschuldigungen erhebende Fotobeschreibungen sind ebenfalls geändert worden, damit sie Israel nicht unverblümt anklagen:

Man glaubt, dass israelische Behörden Dämme entlang des Flusses öffneten, was dafür sorgte, dass Wasser in eine Reihe Dörfer rauschte.

Die Beschreibung für das obige Foto lautet jetzt:

Palästinenser behauptetem, dass israelische Behörden Dämme entlang des Flusses öffneten, wodurch Wasser in eine Reihe Dörfer rauschte – aber Israel sagte, es gäbe keine Dämmer, die man öffnen könnte.

Als wolle man den stattfindenden lausigen Journalismus demonstrieren, erscheint auch die folgende Aussage in der Story, sowohl im Original als auch in der angepassten Version:

Die Überschwemmung von heute wurde verschlimmert, als eine israelische Elektrizitätsfirma den Strom für zwei Städte im Gazastreifen kappte.

Bedenkt man, dass der Gazastreifen und die Westbank zwei getrennte geografische Einheiten sind, ist nicht zu erkennen, wie die Flutung im Gazastreifen von einer 45-minütigen Stromsperre in der Westbank verschlimmert werden könnte.

Letztlich ist der Schaden verschlimmert worden, der Israel durch das unethische Versagen der Daily Mail zugefügt wurde zuzugeben, dass ihr Reporter dabei erwischt wurde, dass er Outsourcing von Inhalten an unzuverlässige und von einer Agenda getriebene Nachrichtenorganen betrieben hat. Die Daily Mail hat den Editors‘ Code of Practice (Kodex journalistischen Verhaltens) verletzt, den sie unterschrieben hat und dem von der Independent Press Standard Organisation (IPSO – Unabhängige Organisation für Pressestandards) Geltung verschafft wird.

Absatz 1 zu Genauigkeit legt dar:

  1. Die Presse muss aufpassen, dass sie keine ungenauen, fehlleitenden oder verzerrten Informationen veröffentlicht, einschließlich Bildern.
  2. Eine beträchtliche Ungenauigkeit, fehlleitende Äußerungen oder Verdrehungen, einmal festgestellt, müssen korrigiert werden, sofort und mit gebührender Hervorhebung; und sie müssen – wo dazugehörig – veröffentlicht werden. In Fällen, die den Regulator involvieren, sollte die Hervorhebung mit dem Regulator vorab abgestimmt werden.

Die Daily Mail veröffentlicht, indem sie die palästinensische Behauptung immer noch als glaubwürdig behandelt, immer noch ungenaue und fehlleitende Informationen. Ähnlich sind die von der Daily Mail aufgrund dessen, dass sie über die Fehler informiert wurde, vorgenommenen Änderungen nicht gebührend hervorgehoben worden und eine Entschuldigung ist angebracht.

Die verzerrten Holocaust-Lektionen des Guardian

2. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 27. Januar 2015 / Übs: YdW

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Zeitgleich zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust veröffentlichte der Guardian ein Editorial, das einen Einblick in dessen spezielle Ideologie gewährt.

In Bezug auf Holocaust-Überlebende:

Sie sprechen jetzt, da sie bald nicht mehr sprechen können werden. Auch sprechen sie zu einem Europa, in welchem sich Minderheiten aufs Neue bedroht fühlen: Jüdische Gemeinschaften sind von einer neuen Verunsicherung ergriffen, muslimische Gemeinschaften spüren den langsamen Anstieg von Feindseligkeiten im Fahrwasser von Dschihadisten-Gewalttaten wie dem Massaker bei Charlie Hebdo. Natürlich ist die geringe Beimischung rechtsradikaler Parteien von Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) in Griechenland bis hin zu Swoboda (Freiheit) in der Ukraine weit von einem Wiederaufleben des Faschismus entfernt. Wir sind nicht auf dem Weg zu einem neuen Auschwitz. Aber das liegt zum Teil daran, dass wir uns an das erinnern, was damals geschehen ist.

Nur europäische Synagogen mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Nur jüdische Gemeindegebäude, Schulen und Kindergärten benötigen scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Moscheen blieben offen, und abgesehen von einigen kleineren Fällen der Beschädigung von Eigentum sind es nicht Muslime, die auf europäischem Boden ermordet wurden.

Aber der Guardian behandelt sowohl Juden als auch Muslime als Opfer in einer unangebrachten moralischen Gleichschaltung.

Und was ist mit der „geringen Beimischung rechtsradikaler Parteien“? Der Guardian erkennt nicht, dass es nicht die Bedrohung durch Neonazis oder Faschisten ist, die die größte Gefahr für jüdische Gemeinschaften in Europa darstellt, sondern die Konvergenz aus Linksradikalen und islamistischen Extremisten, die ihren Judenhass in exakt jene Sprache des Antizionismus kleiden, welcher der Guardian bereitwillig eine Plattform bietet.

Als wolle das Editorial diesen Punkt unterstreichen, heißt es dort:

Israel selbst, das erst spät zu seiner Abrechnung mit den damaligen Geschehnissen in Europa gefunden hat, wurde manchmal von Menschen geführt, die seine Verletzlichkeit auszunutzen gewillt waren, aber das bedeutet nicht, dass diese Verletzlichkeit nicht tief empfunden würde: Ein Volk, das sich beinahe der Ausrottung ausgesetzt sah, kann nicht dafür getadelt werden, wenn es sein Schicksal nie wieder in fremde Hände legen möchte. Die Araber hingegen können nicht für ihr Gefühl getadelt werden, dass die europäische Blutschuld an den Juden mit dem bezahlt wurde, was sie als ihr Territorium betrachten.

Also folgert der Guardian, israelische Führer hätten zuweilen den Holocaust missbraucht und ausgenutzt, um die Handlungen Israels zu entschuldigen. Dann entschuldigt der Guardian die Weigerung der Araber, die Rechtmäßigkeit eines jüdischen Staates im Nahen Osten anzuerkennen, indem er sagt, die Schaffung des modernen Staats Israel sei ein Resultat europäischer Schuld aufgrund des Holocausts und nicht die unausweichliche Selbstbestimmung eines eingeborenen Volkes in seinem Heimatland.

Trotz all der Lippenbekenntnisse zu jüdischem Leid kann der Guardian sein antiisraelisches Dogma und seine Rolle bei der Förderung ebenjenes Zustands der Verletzlichkeit, dem sich Juden in Europa heute ausgesetzt sehen, nicht verbergen.

Und just in dieser Woche schreibt der preisgekrönte Autor Howard Jacobson im Independent über die Art und Weise, wie die „Aber-Brigade“ zugibt, etwas könnte eine Gräueltat darstellen, gefolgt vom Wort „aber“ und dann einer Einschränkung, die ihnen gerade in den Sinn kommt. Und genau das tat der Guardian – der Holocaust war eine Gräueltat, „aber“ Israels Handlungen und Rechtmäßigkeit sollten trotzdem in Frage gestellt werden.

Die Untersuchungen der BBC im Fall Tim Wilcox machen Fortschritte

29. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting 26. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Tim Wilcox von der BBC löste einen Sturm des Abscheus und der Wut in der Folge der Massaker bei Charlie Hebdo und dem koscheren Supermarkt in Paris aus. Die BBC erhielt viele Beschwerden, auch von HonestReporting.

Wir haben die Beschwerden und den Ablauf bei der BBC ständig beobachtet und können nun die entscheidende E-Mail der Beschwerdeabteilung an HonestReporting veröffentlichen.

Durch die große Anzahl der Beschwerden und der aufgeworfenen Fragen hat die Beschwerdeabteilung den Ablauf beschleunigt, indem sie die Eingaben zusammenfasste und eine Zusammenfassung dessen veröffentlicht, was sie untersucht:

  • Dass die Frage, die Tim Wilkox der Interviewten stellte, irreführend war, indem er die Pariser Morde in einem koscheren Supermarkt mit den Geschehnissen im Nahen Osten verknüpfte.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass alle Juden für die Taten Israels verantwortlich seien.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass Juden für den Mord an anderen Juden verantwortlich seien.
  • Dass die Frage Vorurteile gegen Israel verbreitet.
  • Dass der Kommentar von Tim Wilcox „Aber man muss alles aus unterschiedlichen Perspektiven sehen“ nahelegt, dass es eine Rechtfertigung für die Morde gibt.
  • Dass die Interviewte nicht mit dem nötigen Respekt behandelt wurde.
  • Dass die Art und Weise, wie sich Tim Wilcox entschuldigte, unzureichend war und nicht genau ausdrückte, worin das Beleidigende seiner Äußerungen bestand.
  • Dass die Veröffentlichung der Entschuldigung auf einem privaten Twitter-Account nicht ausreichend war und sie von der BBC veröffentlicht hätte werden müssen.

Die Beschwerdestelle veröffentlichte dazu die relevanten Richtlinien, welche bei Genauigkeit, Unparteilichkeit, Verletzungen und Beleidigungen berücksichtigt werden müssen (vor allem wenn es um eine Darstellung geht).

Die Richtlinien für Genauigkeit sagen folgendes:

Tim Willcox

Alle Veröffentlichungen der BBC müssen, die zum Thema und dessen Beschaffenheit gehören, auf festem Boden stehen müssen, auf stichhaltigen Beweise gründen, die gründlich geprüft wurden und sie müssen in klarer und präziser Sprache dargestellt sein. Wir sollten offen und ehrlich die Dinge benennen, über die wir nichts wissen und unbegründete Spekulationen vermeiden. Forderungen, Aussagen, materielle Fakten und andere Inhalte, die nicht bestätigt sind, sollen als solche dargestellt werden.

Die Richtlinien zur Neutralität sagen folgendes:

Die Neutralität ist das Herz des Dienstes an der Öffentlichkeit und der Kern der Verpflichtung der BBC an seinem Publikum. Dies gilt für all unsere Veröffentlichungen und Dienste – Fernsehen, Radio, Online; es ist in unseren internationalen Diensten und kommerziellen Magazinen verpflichtend. Wir müssen umfassend berichten, die weiteren Perspektiven bedenken und sicherstellen, dass die Existenz unterschiedlicher Ansichten gewissenhaft wiedergegeben wird.

Die Vereinbarung, die die BBC Charta begleitet, verpflichtet uns dazu, alles dafür zu tun, dass kontroverse Themen mit der nötigen Neutralität in unseren Nachrichten oder anderen Veröffentlichungen dargestellt werden, ob es sich nun um Dinge des öffentlichen Interesses, oder um eine politische oder wirtschaftliche Kontroverse handelt. Wir gehen sogar so weit, dass wir uns zur Neutralität in allen Dingen verpflichten. Ungeachtet der unterschiedlichsten Anforderungen.

Der Begriff „gebührend“ bedeutet, dass die Objektivität dem Gegenstand angemessen      und angepasst sein muss, den Erwartungen des Publikums entsprechend und keinerlei Hinweis, der diese Erwartungen beeinflussen könnte.

Gebührende Neutralität ist oft mehr als nur der „Ausgleich“ zwischen zwei gegensätzlichen Standpunkten. Ebenso bedeutet es keine absolute Neutralität in jedem Fall und einer Distanziertheit von fundamentalen demokratischen Prinzipien.

Die Prinzipien der Darstellung sagen folgendes:

Unser Ziel ist es, vollständig und fair alle Kulturen und Menschen im Vereinigten Königreich darzustellen. Inhalte können Vorurteile und Benachteiligungen reflektieren, wie sie in allen Gesellschaften weltweit vorkommen, doch wir sollten sie nicht aufrecht erhalten. In manchen Fällen können Hinweise auf eine Behinderung, auf Alter, sexuelle Orientierung, Glaube, Rasse, etc. wichtig für die Darstellung sein. Dennoch sollten wir die leichtsinnige oder beleidigende Übernahme von Stereotypen vermeiden und Menschen nur dann derart beschreiben, wenn es redaktionell gerechtfertigt ist.

(Die wichtigen Richtlinien der Herausgeber können vollständig hier eingesehen werden.)

Uns wurde mitgeteilt, dass die Beschwerdestelle der BBC vorhat, das Ergebnis der Untersuchung am 23. Februar zu veröffentlichen. Wir würdigen die Ernsthaftigkeit mit der die Beschwerdestelle der BBC den Fall behandelt und wir sind auf die Ergebnisse im nächsten Monat gespannt.

Die Times entwirft eine „jüdische Grenze“!

22. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 20. Januar 2015

Die Times of London (nur für Abonnenten) berichtet vom Tod eines iranischen Generals auf syrischem Gebiet durch einen vermeintlichen israelischen Drohnenangriff. Doch die Geschichte beginnt mit einem seltsamen Aufmacher:

Ein israelischer Drohnenangriff hat einen hochrangigen General der iranischen Revolutionsgarden getötet, der Syrien besuchte um die Errichtung einer Raketenbasis in der Nähe der jüdischen Grenze zu überwachen.

Eine Staatsgrenze kann natürlich weder durch Religion definiert, noch religiös bestimmt werden.

Mit der Annahme, dass es sich hierbei lediglich um einen redaktionellen Irrtum handelt, erwarten wir, dass die Times, nachdem sie von HonestReporting darauf hingewiesen wurde, diese irreführende Wortwahl korrigiert.

Allerdings möchten wir der Times dafür danken, dass sie die Grenze Israels zu Syrien anerkannt hat.

Terroristen als Redakteure

15. Januar 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 15. Januar 2014 / Übs.: YdW

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Gab es bei der New York Times die Entscheidung, Terroristen zu Redakteuren zu erheben?

Laut Margaret Sullivan, ihres Zeichens Public Editor der Times, sah das Blatt aufgrund der Gewaltandrohungen von der Veröffentlichung des aktuellen Charlie-Hebdo-Titelbilds ab, auf dem ein Bild des Propheten Mohammed zu sehen ist, der den jüngsten Terroranschlag beweint.

Einige der älteren Hebdo-Cartoons sind tatsächlich geschmacklos und beleidigend, und man könnte zu Recht sagen, sie abzudrucken hätte keinen „Nachrichten“-Wert. Aber die „Überlebenden“-Ausgabe, die in nur einer Woche von der kleinen Gruppe überlebender Hebdo-Macher produziert wurde, verkaufte sich weltweit millionenfach. Einige Länder haben sie verboten und versucht, alle im jeweiligen Land befindlichen Exemplare zu lokalisieren und aus dem Verkehr zu ziehen.

Das macht es nachrichtenwürdig. Man kann sich nicht mehr hinter der Ansicht verstecken, dieses Titelblatt diene keinem anderen Zweck außer zu beleidigen und ins Lächerliche zu ziehen.

Viele andere Nachrichtenorganisationen haben es veröffentlicht.

Nicht aber die Times.

Sullivan schreibt:

Herr Baquet (Chefredakteur der Times) traf eine schwere Entscheidung, die auch die Sicherheit der Times-Mitarbeiter betrifft, einschließlich derjenigen im internationalen Einsatz. (Diese Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen; erst vor einigen Tagen wurde das Büro einer deutschen Zeitung mit einem Brandsatz beworfen, nachdem diese nach dem Anschlag die Cartoons druckte, und jetzt gibt es neuerliche Bedenken über weitere Vergeltungsschläge.)

In Ordnung. Nach dem Pariser Massaker müssen Medienorganisationen an die Sicherheit ihrer Mitarbeiter denken. Aber das sollte bedeuten, dass sie Wege ersinnen, wie sie ihre Mitarbeiter schützen können. Einfach nur einige Nachrichten wegen Gewaltandrohungen wegzulassen unterläuft ihre Glaubwürdigkeit.

Sagt die Times, dass sie einfach von der Veröffentlichung bestimmter Nachrichten Abstand nimmt, sobald jemand mit Gewalt droht? Wo ist hier die Grenze? Ist das der Grund für die durchgängig antiisralische Haltung der Times? Denn würde sie Ausgewogenheit zeigen, würde das die andere Seite, die zu Gewalt greifen könnte, in Rage bringen?

Die Times zählt zu den einflussreichsten Nachrichtenorganisationen der Welt. Aber jetzt ist klar geworden, dass man ihr nicht trauen kann, dass sie die Nachrichten fair und objektiv darstellt – denn sie hat Terroristen gestattet, ihr den Inhalt ihrer Seiten zu diktieren.

Und sie steht da nicht allein da. Schauen Sie, wie ängstlich diese Sky-News-Moderatorin wird, als ein überlebendes Charlie-Hebdo-Redaktionsmitglied bei einem Interview das Titelblatt ins Bild zu halten versucht. Sie hat Angst, Zuschauer zu beleidigen. Ich finde jedoch kein einziges Beispiel dafür, dass sie bei Inhalten zum Thema Israel je in Panik geraten wäre, weil proisraelische Zuschauer vielleicht beleidigt sein könnten.

Wenn Medien Terroristen zum Redakteur erheben, kann man sich nicht mehr auf ihre Worte verlassen.

BBC Reporter auf dem Pariser Gedenkmarsch: Palästinenser leiden durch jüdische Hände

15. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 12. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Die jüdische Gemeinschaft Frankreichs hatte kaum Zeit den schrecklichen Terroranschlag auf den koscheren Supermarkt in Paris zu fassen, als Tim Wilcox von der BBC am 11. Januar auf der Solidaritätskundgebung in Paris ein Jüdin interviewte. Dabei unterbrach er sie und sagte:

„Viele Kritiker der israelischen Politiker werden darauf hinweisen, dass die Palästinenser unter jüdischen Händen ebenfalls zu leiden haben.“

Beachten Sie, dass Wilcox ausdrücklich „Juden“ sagt statt Israelis, was bedeutet, dass er die französischen Juden und damit alle Juden für die Handlungen Israels verantwortlich macht.

Juden kollektiv für Geschehnisse in Israel verantwortlich zu machen ist Teil der Arbeitsdefinition für Antisemitismus der Europäischen Union beinhaltet, während das amerikanische Außenministerium dazu sagt: „Juden zu beschuldigen für echte oder eingebildete Untaten verantwortlich zu sein, seien sie von einzelnen Juden oder einer Gruppe, dem Staat Israel oder sogar für Taten die von Nicht-Juden verübt wurden.“

Und als Zugabe setzt Wilcox hinzu, als seine Interview-Partnerin nicht zustimmen wollte:

„Aber wir wissen ja, alles wird von unterschiedlichen Perspektiven aus wahrgenommen.“

Das ist nicht das erste Mal, dass Tim Wilcox eine seltsame Haltung zeigt, wenn es um Juden geht. Wie BBC Watch erklärte, war es Wilcox, der erst kürzlich, wie in der BBC Sendung vom November 2014, die Ausdruck von der „jüdischen Lobby“ verbreitete.

Wilcox´ Schlussfolgerung, dass der Nahost-Konflikt in jedem Fall Angriffe auf die Juden in Frankreich oder sonst wo auf der Welt erklären kann, ist einfach haarsträubend. Wilcox deutlicher Hinweis auf „jüdische Hände“ ist widerlich und inakzeptabel, denn er deutet an, dass die Juden weltweit für die Taten Israels verantwortlich gemacht werden sollten. Das fällt ganz klar unter die Antisemitismusdefinition der Europäischen Union.

Wilcox hat inzwischen über Twitter um „Entschuldigung“ gebeten:

HR_TimWillcoxBBCtwitter„Bedaure wirklich die Beleidigung in der schlecht formulierte Frage während eines Live-Interviews in Paris gestern – es war absolut unbeabsichtigt.“
– Tim Wilcox (@BBCTimWilcox) Januar 12, 2015

Wilcox Entschuldigung reicht nicht! Die Sache ist mehr als eine „schlecht formulierte Frage“ und sie geht an den Kern dessen, wie die BBC mit Israel und dem Antisemitismus umgeht. In Zeiten wachsenden Antisemitismus und körperlicher Angriffe auf Juden muss die BBC öffentlich das Ausmaß dieses Zwischenfalls eingestehen.

Der CEO von HonestReporting, Joe Hyams, setzt hinzu:

„Wir haben die Medien aufgefordert, die EUMC Definition des Antisemitismus zu übernehmen um derlei Situationen zu verhindern, in die Tim Wilkox verwickelt ist. Es geht nicht länger an Unwissenheit vorzutäuschen und zu behaupten, man habe die Linie zum Antisemitismus unwissentlich überschritten. Es ist höchste Zeit, dass die allgemein akzeptierten Definitionen zum Antisemitismus dem Herausgeberleitfaden der BBC hinzugefügt werden. Die BBC und ihre Reporter müssen endlich erkennen, welche Hetze und welches Leid ihre schäbigen Reportagen mit sich bringen.“

Tim Wilcox muss für sein letztes unverantwortliches Interview haftbar gemacht werden. Der BBC darf nicht erlaubt werden, dies unter den Teppich zu kehren.

HonestReporting Abonnenten müssen sich bemerkbar machen indem sie Beschwerden an die BBC einsenden.

—–

* Bitte beachten Sie, dass das obige Video nicht von HonestReporting veröffentlicht wurde und eine aufbereitete Version ist. Die vollständige Version finden Sie hier

Laufen die Siedler Amok?

14. Januar 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 4. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Das CNN Video beginnt vielversprechend. Israelis, die in den umstrittenen Gebieten leben, besuchen Selbstverteidigungskurse. CNN zeigt zwei Kurzfilme über palästinensische Terroristen, die Israelis angegriffen haben. Dann interviewt der Korrespondent Ian Lee einige der Leute, die gerade lernen, was zu tun ist, wenn sie sich einem Terroristen gegenüber sehen.

Laura Ben David, eine der Teilnehmerinnen, erzählt CNN:

„Es gibt einem wirklich Kraft, wenn man weiß, dass man die Situation wahrscheinlich beherrscht, wenn man nicht der Gnade desjenigen ausgeliefert ist, der mit einem Messer auftaucht.“

Zur Erinnerung, diese Kurse wurden eingerichtet, kurz nachdem es zu einer Reihe von Angriffen in diesem Gebiet kam. Es ist nur zu verständlich, wenn Menschen, die sich zunehmend terroristischen Angriffen gegenüber sehen, in der Lage sein wollen, sich selbst zu verteidigen. CNN erzählt seinen Zuschauern, dass es im letzten Jahr über 200 palästinensische Attacken gegeben hat.

Soweit, so gut. Wenn das Video hier enden würde.

Aber dann will CNN unbedingt seine verdrehte Auffassung von „Balance“ zeigen. Vielleicht hatten sie Angst, das Video würde zu viel Sympathie für die Position der Siedler hervorrufen. Also wird uns erzählt, dass es im letzten Jahr 300 Angriffe auf Palästinenser durch die Siedler gegeben habe und laut Lee:

„Diese Attacken können tödlich werden.“

Wirklich? Sehen sich die Palästinenser, die an Bushaltestellen warten oder im Supermarkt einkaufen, plötzlich einem Messer schwingenden Terroristen gegenüber? Impliziert CNN, dass die Palästinenser Selbstverteidigungskurse besuchen müssen? (Tatsächlich sagt Lee nirgends, dass die Palästinenser behaupten, sie bräuchten Selbstverteidigung.)

Tatsächlich muss Lee bis ins Jahr 2011 zurück gehen um einen „Siedlerangriff“ zu finden, der vielleicht diese Aussage rechtfertigen könnte. Es werden keinerlei Tote in „über 300 Anschlägen“ erwähnt, die letztes Jahr „tödlich“ endeten.

Aber nicht nur das, um an mehr Informationen über die Geschehnisse des Jahres 2011 zu bekommen, nutzt er die Eltern des angeblichen Opfers als Quelle. Der Mutter zufolge:

„Es gibt kein Recht in Israel. Palästinenser werden jeden Tag angegriffen und getötet!

Und in einem separaten Interview mit dem Vater wird uns erzählt, dass er und sein Sohn friedlich Pfirsichbäume gepflanzt hätten, als ein Siedlermob aufgetaucht sei und seinen Sohn getötet habe.

Wir kennen keine Details zu dem, was zum Tod Yousef Ikhlayyil geführt hat. Was wir aber wissen ist, dass CNN nicht in der Lage war, ein einziges Beispiel zu finden, das die Behauptung einer „tödlichen Attacke“ von Siedlern gegen Palästinenser unter den 300 Zwischenfällen im letzten Jahr untermauert hätte. Jetzt aber senden sie die Aussage, dass die Siedler jeden Tag Palästinenser töten.

Was wirklich unprofessionell und irreführend ist, ist der Versuch den verständlichen Wunsch der Israelis an Selbstverteidigungskursen mit alten, unbestätigten Anschuldigungen gleichzusetzen, nur um ausgewogen zu erscheinen.

Und so kann eine gute Geschichte ein schlechte werden.


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