Archive for the ‘Palästinenser’ category

Israels Abschreckung auf dem Schlachtfeld Medien zurückgewinnen

24. November 2022

Gil Hoffman, HonestReporting, 6. Oktober 2022

49 Jahre nachdem Israel am Yom Kippur auf dem militärischen Schlachtfeld angegriffen wurde, wurde HonestReporting es am heiligsten Tag des jüdischen Kalenders Angriffe auf dem medialen Schlachtfeld angegriffen.

Um 13.33 Uhr israelischer Zeit, als unser Team den Feiertag beging, postete der frühere freie Fotograf für die New York Times Hosam Salem auf Twitter, er sei einen Monat zuvor infolger unserer Berichte über seine Einträge in den sozialen Medien gefeuert worden.

„Nach Jahren der Berichterstattung aus dem Gazastreifen als freier Foto-Journalist für die New York Times wurde ich mit einem brüsken Anruf aus des US-Mediums informiert, dass sie in Zukunft nicht länger mit mir arbeiten wollen“, schrieb er in einem Post, der bereits der als 50.000 Likes erhalten hat.

Er stellte sich selbst als jemanden dar, der „Unterstützung für den palästinensischen Widerstand gegen die israelische Besatzung äußert“ und warnte vor dem, was er „eine systematische Anstrengung das Bild des palästinensischen Journalisten als Vertrauenswürdigkeit und Integrität unfähig zu verzerren, schlicht weil wir über die Menschenrechtsverletzungen berichten, denen das palästinensische Volk tagtätlich durch die Hände der israelischen Armee unterzogen wird.

HonestReportings Redakteursteam konnte erst antworten, als Yom Kippur vorbei war, aber diese 50.000 Menschen hatten die Zeit dazu zu prüfen, auf welchen „Widerstand“ Salem sich bezog und zu erkennen, dass diese Behauptungen nicht größer entfernt von der Wahrheit sein können.

Viele palästinensische Journalisten sind fähig, vertrauenswürdig und integer und sie sollten weiterhin über das Leid ihres Volkes und die Herausforderungen berichten, die die israelischen Verteidigungskräfte für es darstellt, genauso wie es tagtäglich andere Journalisten rund um die Welt.

Was Journalisten jeder Ethnie oder jeden Hintergrunds nicht tun sollten, ist zum Mord an unschuldigen Menschen welchen Glaubens auch immer aufrufen oder solches Tun in irgendeiner Form preisen, wie Salem es auf Facebook wiederholt machte.

HonestReporting deckte am 24. August auf, dass der Fotograf palästinensische Terroranschläge öffentlich verherrlichte, bei denen insgesamt 35 unschuldige Juden, Muslime und Christen getötet wurden.

Erkennen diese 50.000 Menschen, dass sie mit ihrem „like“ sagten, dass Lob für das Eröffnen des Feuers in einer Synagoge und Menschen beim Gebet zu töten „druckfähig“ ist? Die Morde in einer Synagoge in Jerusalemer Viertel Hfar Nof im November 2014, verübt mit Äxten, Messern und einer Schusswaffe waren Nachahmungsmorde von Synagogen in Kopenhagen, Pittsburgh (Pennsylvania), Poway (Kalifornien) und Halle und hätten auch in Colleyville (Texas) stattfinden können.

Juden sind nicht die einigen Opfer der Schüsse auf Gotteshäuser gewesen. Im November 2017 wurden in der First Baptist Church in Sutherland Springs (Texas) 25 Menschen getötet. Die Gesamtzahl der Toten durch Schüsse im März 2019 in zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland) betrug 51.

Auch Salem hat sein Lob für den Mord an Juden nicht eingeschränkt. Nachdem ein drusischer Polizist bei dem Anschlag in Har Nof getötet wurde, rief er seine Follower auf „die Hälse der Ungläubigen zu zerschmettern2. 2011 begab er sich auf Facebook, um einen Bombenanschlag in Jerusalem zu loben, bei dem die britische christlich-evangelikale Studentin Mary Jane Gardner ermordet und 67 weitere verletzt wurden.

Und wenn ihr die Ungläubigen findet, schlagt die Rivalen, bis ihr sie erhebt, stärkt den Glauben, nach oder als Lösegeld, bis der Krieg verloren ost. „Täuscht einander nicht und die, die auf dem Weg Allahs getötet werden, werden nicht fehltgeleitet.“ Zusammenfassung der Operation in Jerusalem von heute!

2015 lobte Salem zwei Terroranschläge, zum einen Schüssen, die den amerikanische Teenager Ezra Schwartz, einen israelischen Mann und einen unbeteiligten Palästinenser töteten; und einem Messeranschlag, bei dem drei Menschen getötet wurden.

Rund drei Jahre später, nachdem er von der Times angeheuert wurde, rief Salem nach einem Anschlag, bei dem in der Westbank zwei IDF-Rekruten getötet wurden, zu mehr Gewalt auf. „Schießt, tötet, Rückzug: drei schnelle operationelle Schritte … um den Herzen trauriger Leute wie uns Frieden zu bringen“, hieß es in dem Post.

Alle diese Einträge waren in dem Bericht von HonestReporting-Redakteur Akiva Van Koningsveld dokumentiert, der zu Salems Entlassung führte. Anders als andere, die dabei erwischt wurden, wie sie online Hass verbreiteten, hatte Salem seine Posts nicht gelöscht, auch keine Reue zum Ausdruck gebracht.

Er stellte sich als Opfer einer Verschwörung gegen das palästinensische Volk dar und verspottete auf geschmacklose Weise Van Koningsvelds Hintergrund.

Hosam Salem: Wie ich später erfuhr, wurde die Entscheidung aufgrund eines Berichts getroffen, den ein holländischer Redakteur– der vor zwei Jahren die israelische Staatsbürgerschaft erhielt – für eine Internetseite namens  HonestReporting erstellt hatte.
Ich begann die Arbeit mit der Zeitung 2018, berichtete über entscheidende Ereignisse im Gazastreifen, wie die wöchentlichen Proteste am Grenzzaun zu Israel, die Untersuchung des Feldsanitäters Razan al-Najjar durch Israel und vor kurzem die israelische Offensive im Gazastreifen mi Mai 2022.

Salems Behauptungen erfuhr sofort Zustimmung durch israelfeindliche Aktivisten und Organisationen, darunter IfNotNow, die behaupten amerikanische Juden zu vertreten, die dafür eintreten zu beenden, was sie „US-Unterstützung für Israels Apartheid-System und Forderung nach Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und ein Streben nach Zukunft für alle“ nennen.

In einem inzwischen gelöschten Tweet argumentierte IfNotNow, Salem sei „entlassen worden, weil er offen seine Stimme gegen Israels Apartheid-System erhebt“.

Was haben Hosam Salem, Katie Halper und Malcolm Hill gemeinsam?
Sie glauben, dass jeder Menschenrechte wie Zugang zu Wasser und dem Recht auf … verdient.
Und sie wurden alle dafür gefeuert, dass sie die Stimme gegen Israels Apartheidsystem erheben, das diese Millionen von Palästinensern verweigert.

Die Wahrheit lautet, dass Salem das Wort „Apartheid“ auf seiner Facebook-Seite weder auf Englisch noch auf Arabisch verwendet hat. Und während pro-israelische Vertreter sich darüber amüsieren mögen zu sehen, wie eine israelfeindliche Organisation die New York Times attackiert, kann man nur hoffen, dass die Anhänger von IfNotNow die Eröffnung des Feuers auf eine Synagoge im Israel von vor 1967 oder auch sonstwo nicht begrüßen.

IfNotNow versuchte Salem mit Katie Halper gleichzusetzen, die auf The Hill TV keine Kommentare mehr abliefern wird, nachdem HonestReportings Chefredakteurin Rachel O’Donogue und andere ihre haltlosen Anschuldigungen Israels herausstellten. Halper verlor ihren Job infolge ihrer Geschichte der schamlosen Lügen über Israel und weil sie ihre Gefühle als Fakten propagierte – für schäbigen Journalismus, nicht weil sie gegen Israels Politik ist oder das eine oder andere Mitglied des Kongresses in Schutz nahm.

Andere israelfeindliche Vertreter, darunter der britische Rapper Lowkey, legten wert darauf festzustellen, dass aktuelle und ehemalige Beschäftigte von HonestReporting in der IDF gedient haben, während sie es unterließen festzustellen, dass keiner von ihnen jemals in den sozialen Medien zum Mord an irgendjemandem aufrief.

„Drei jüdische Reporter – Ethan Bronner, Isabel Kershner und David Brooks – schrieben weiter fpür die New York Times über Israel, selbst als ihre Kinder in den Israelischen Verteidigungskräften diensten“, schrieb die antiisraelische Internetseite Mondoweiss in Verteidigung Salems.

Aber vor, während und nachdem ihre Kinder dienten, schrieben alle drei Artikel, die Israels Politik gegenüber sehr kritisch waren; keiner forderte auf Facebook zu Massakern auf und die Integrität von niemandem von ihnen kann ernsthaft infrage gestellt werde. Die Kritik an Kershner ist besonders problematisch, weil ihre Kinder als israelische Staatsbürger der Wehrpflicht unterliegen.

Ich verberge die Tatsache nicht, dass ich in den Jahren, in denen ich über israelische Politiker berichtete, in der Sprechereinheit der IDF diente. Ich werde nicht mehr zum Reservedienst eingezogen. Als Exekutiv-Direktor von HonestReporting übernehme ich die volle Verantwortung für alles, was ich in einem Forum sage. Salem muss genauso für alles in seinem Namen zur Rechenschaft gezogen werden, ob das nun auf Englisch in der Times oder auf Arabisch auf Facebook steht.

Das ist der Grund, weshalb es HonestReporting gibt – als Watchdog, der die Mainstream- und sozialen Medien beobachtet und ideologische Vorurteile bekämpft. Der nächste Hosam Salem wird es sich zweimal überlegen müssen, bevor er in einem öffentlichen Forum Morde lobt.

Wir werden weiter tendenziösen Journalismus entlarven und für Israel und das jüdische Volk zurückschlagen; das ist unser Versuch Israels Abschreckung auf dem Schlachtfeld der Medien zurückzugewinnen.

Hosam Salem: HonestReporting hatte nicht nur den Erfolg meinen Vertrag mit der New York Times zu beenden, es hat auch aktiv andere Nachrichtenagenturen davon abgehalten mit mir und meinen beiden anderen Kollegen zusammenzuarbeiten.
Gil Hoffman: Hut ab vor der New York Times, dass sie aufgehört hat einen Fotografen zu beschäftigen, der öffentlich palästinensische Terroranschläge verherrlichte, bei denen mindestens 35 unschuldige Juden, Muslime und Christen getötet wurden. Lob für das Eröffnen des Feuers in einer Synagoge und das Töten von Menschen im Gebet gehört nicht gedruckt.

Palästinensische Journalisten eilen zur Verteidigung Hitlers – liebevolle Kollegen

10. November 2022

Akiva Van Konigsveld, HonestReporting, 24. Oktober 2022

Nachdem die Thomson Reuters Foundation letzte Woche der in der Westbank stationierten Journalistin Shatha Hammad ihren Kurt Schork Award in Internationale Journalism wieder aberkannte, eilte das palästinensische Pressecorps sofort zu ihrer Verteidigung. Staat genau den realen Antisemitismus zu verurteilen, der Hammads Facebook-Profil durchzieht, wie HonestReporting enthüllte, beschuldigten die arabischsprachigen Medien „Zionisten“, sie würden „das palästinensische Narrativ mundtot machen“ (s. z.B. hier, hier und hier).

In einem Exklusiv-Interview mit Quds News Network – eine Nachrichtenseite, die mit der Terrororganisation Hamas verbunden ist – beklagte Hammad, was sie als „offenen Krieg gegen palästinensische  Journalisten“ beschreibt, während sie dazu aufrief „zionistische Institutionen die Stirn zu bieten“, die ihr widerwärtiges Lob für Adolf  Hitlers Massenmord an Juden aufdeckten.

Derweil veröffentlichten am 23. Oktober mehr als 300 palästinensische und arabische Reporter eine Erklärung in Unterstützung Hammads und „unserer anderer Kollegen, die von zionistischen Institutionen verfolgt werden“. Das Schreiben warf HonestReporting vor „gezielte zivile Ermordungen“ auszuführen und verdammte zudem unserer investigativen Artikel über die Journalisten Fady Hanona, Soliman Hijjy und Hosam Salem, die von der New York Times rausgeworfen wurden, weil sie den Nationalsozialismus und den palästinensisch Terrorismus Beifall spenden.

Statt sehr realen Antisemitismus anzugehen, darunter Lob für Hitler und die Unterstützung des Tötens von Juden, machen palästinensische Journalisten einfach „Zionisten“ dafür verantwortlich.
Wie wäre es, wenn ihr eueren Kollegen sagt, sie sollten mal Verantwortung übernehmen, statt auf Opfer zu machen?

„Sie [HonestReporting] hetzen gegen Journalisten, einschließlich wegen des Gebrauchs alltäglicher Worte, die einen wesentlichen Bestandteil des palästinensischen und arabischen Lexikons bilden, darunter ‚Märtyrer‘ und ‚Widerstand‘, was sich oft gegen die palästinensische nationale Identität und Geschichte richtet“, hieß es in der Pressemitteilung; das implizierte scheinbar, dass Unterstützung für das Töten von Juden ein „wesentlicher“ Bestanteil des palästinensischen Lexikons ist.

Am Samstag hatte das Palestinian Media Forum in einem an den Thomson Reuters CEO Steve Hasker gerichteten Brief den Medienkonzern bereits gedrängt den mit $5.000 dotierten Preis für Shatha Hammad wieder herzustellen; dazu wurde gesagt, Reuters‘ „Widerruf untergräbt das Vertrauen in die Integrität des Preises“

In ihrem Appell lehnten die 304 palästinensischen Journalisten die „unterdrückerische Prüfung“ ihrer Kommentare ausdrücklich ab – und ein oberflächlicher Blick auf einige der Unterzeichner offenbart warum.

Zum Beispiel lobte Shireen Khalifa, Reporterin der Nachrichtenagentur Nawa, in zahlreichen Einträgen in sozialen Medien Adolf Hitler überschwänglich. „Du hast die Liebe zu Hitler in meinem Herzen verstärkt, ich empfinde Liebe für ihn und fühle, dass die Geschichte ihm großes Unrecht angetan hat“, schrieb sie einem ihrer Facebook-Freunde; sie fügte hinzu: „Ich bin eine Hitler-Liebhaberin.“

Bemerkenswerterweise wurde Khalifa im Juni von Press House Palestine, einer Organisation mit Sitz in Gaza, die behauptet von der UNESCO, der Europäischen Union sowie von den Regierungen Kanadas, Frankreichs, der Schweiz und Norwegens Spenden zu erhalten, der Media Freedom Award (Preis für Medienfreiheit) verliehen.

Zu den weiteren Unterzeichnern gehören Mariam Barghouti, die von HonestReporting früher schon dafür entlarvt, dass sie  behauptete „Seit 1948 hat Israel Hitler bei dessen eigenem Spiel besiegt“ sowie der antisemitische Aufwiegler Mohammed el-Kurd. Der Brief wurde auch von Hind Khoudary unterschrieben, einem freiberuflichen Journalisten, der beschuldigt wird, die Hamas dazu gebracht zu haben einen palästinensischen Friedensaktivisten zu verhaften, weil der ein Zoom-Telefonat mit Israelis geführt zu haben. Rami Aman wurde in der Folge inhaftiert und Folter unterworfen.

Palästinensische Journalisten haben natürlich ein Recht auf ihre persönlichen Ansichten, so ignorant und hasserfüllt sie auch sein mögen. Westliche Medien allerdings müssen ihre lokalen Mitarbeiter angemessen überprüfen , wenn sie ihre professionelle Verpflichtung zur Objektivität aufrecht erhalten wollen.

Jake Wallis Simons, eines der Jury-Mitglieder der Reuters Foundation für den Kurt Schork Memorial Award, drückte es so aus: „All das zeigt, wie sich Journalisten mit umstrittenen Ansichten Zugang zu großen Medienorganisationen verschaffen können, was Fragen zur Verbindlichkeit von Überprüfungen aufwirft – und zur Objektivität der Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten.“

Trotz der anhaltenden Einschüchterung durch das iranische Regime und palästinensische Terrorgruppen werden wir weiter die Medien zur Rechenschaft ziehen, indem wir akkurate und unparteiische Berichterstattung in Bezug auf den jüdischen Staat sicherstellen.

Spotlight auf Jenin, Teil 6: Jenin in der israelischen und der palästinensischen Psyche

3. November 2022

Jenin, das von Beobachtern den Spitznamen „Terror-Hauptstadt“ bekommen hat, ist in den letzten Monaten in den Nachrichten gewesen, weil Israel weiter Terrorbekämpfungs-Operationen ausführt, um israelisches Leben zu  retten und dem Handeln derer vorzubeugen, die dem jüdischen Staat schaden wollen.

Aber während Jenin ständig in den Medien erwähnt wird, wie viel wissen wir wirklich über Jenin?

In dieser Reihe werden wir einen Blick auf andere mit Jenin verbundene Themen werfen und hoffentlich ein facettenreiches Verständnis der Stadt im Zentrum des aktuellen Anstiegs von Gewalt und Terror bieten.

Das ist „Spotlight auf Jenin“.

In diesem Text werden wir einen Blick auf die Rolle werfen, die Jenin in der israelischen wie auch in der palästinensischen Psyche spielt.

Gewalt, Selbstmord-Bombenanschläge, tödliche Überfälle und Medienlügen: Jenin in der israelischen Psyche

Während der ersten wie der zweiten Intifada war Jenin den Israelis als Zentrum der Gewalt und des antiisraelischen Terrorismus bekannt.

Zu Beginn der ersten Intifada (1987 bis 1993) schlug eine Reihe palästinensischer Terrororganisationen Wurzeln im Raum Jenin und nutzten das Gebiet als Ausgangsort für Anschläge auf israelische Soldaten und Zivilisten. Eine besonders bemerkenswerte Gruppe waren die Schwarzen Panther, die für Anschläge auf israelische Soldaten und jüdische Gemeinden in Judäa und Samaria sowie den Mord an Palästinenser verantwortlich war, die der „Kollaboration“ mit dem jüdischen Staat beschuldigt wurden.

Während der zweiten Intifada (2000 bis 2005) wurde Jenin einmal mehr zur Brutstätte palästinensischer Terror-Aktivitäten, wobei mehr als ein Drittel der Selbstmordbomber aus der Region stammten, während prominente palästinensische Terrorgruppen die Stadt und ihre Umgebung als Basis für gewalttätige Angriffe auf israelische Zivilisten und Soldaten nutzten.

In Reaktion auf die Gefahr, die die Terrorgruppen in Jenin und anderen Westbank-Städten darstellte, setzte Israel 2002 die Operation Schutzschild in Gang.

Während der Schlacht um Jenin, die vom 1. bis 11. April stattfand, drangen 1.000 israelische Soldaten in die Terror-Enklave ein und lieferten sich einen brutalen Häuserkampf mit schwer bewaffneten palästinensischen Kämpfern.

Ein besonders Narben hinterlassender Vorfall für die Israelis in dieser Zeit ereignete sich, als 13 IDF-Reservisten von palästinensischen Kämpfern in einen Hinterhalt gelockt und getötet wurden. Ein Beobachter bezeichnete das als den „größten Rückschläge während der gesamten Offensive von 2002“.

Als die Kämpfe sich dem Ende zuneigten, begannen einige internationalen Medien und Menschenrechtsorganisationen die falsche Behauptung zu berichten, Israel habe in Jenin ein „Massaker“ verübt. Diese Behauptungen erwiesen sich letztlich als unwahr, aber sie halfen dennoch die Idee zu lebendig zu erhalten, dass Israel Kriegsverbrechen beging und unschuldige Palästinenser tötete.

Damit existierte Jenin, noch bevor es während der letzten Jahre in den Medien aufzutauchen begann, in der israelischen Psyche als Symbol des Terrorismus, der dunkelsten Tage der zweiten Intifada und der wahrgenommenen Unzuverlässigkeit der internationalen Medien und Menschenrechtsgruppen, wenn es um Berichterstattung zu Israel geht.

Die hohen Kosten des „Widerstands“: Jenin in der palästinensischen Psyche

Für die Palästinenser repräsentiert Jenin eines der Hauptzentren des Widerstands gegen Israel und die IDF während der zweiten Intifada. Laut Analysten der Region hinterließ der Kampf um Jenin jedoch in der palästinensischen Psyche eine dunkle Wolke über der Stadt in der nördlichen Westbank.

Während es ein Gefühl des Stolzes wegen der Tatsache gab, dass Jenin eine der wenigen palästinensischen Städte war, die das israelische Militär effektiv bekämpfte, hinterließen der Tod und die Zerstörung, die nach der Schlacht um Jenin folgten, bei vielen Palästinensern einen bitteren Geschmack.

Für viele Palästinenser ist die Rückkehr zur Gewalt in Jenin und seiner Umgebung praktisch eine Wiedergewinnung des gewalttätigen Rufs Jenins durch die nächste Generation.

Abgesehen von seinem gewalttätigen Ruf repräsentiert Jenin für viele Palästinenser die Ohnmacht der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) von heute.

Wegen der gängigen Wahrnehmung, dass die PA korrupt und gegenüber Israel untertänig ist, haben viele junge Palästinenser in Jenin sich mit radikalen palästinensischen Terrorgruppen wie der Hamas und dem Palästinensischen Islamischen Jihad verbündet, die für sie eine Alternative zur PA bieten.

Obwohl Jenin erst vor kurzem wieder in den Nachrichten wieder als Zentrum des jüngsten Anstiegs der Gewalt in der Westbank erschien, ragt die Stadt sowohl im Gedächtnis der Israelis als auch der Palästinenser heraus.

Für die Israelis symbolisiert Jenin den tödlichen Terror, der die Straßen des jüdischen Staates während der zweiten Intifada heimsuchte, einige der schwersten Kämpfe, die zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Kämpfern, die in demselben Zeitraum stattfanden, sowie die Versuche der internationalen Medien Israel zu dämonisiere, während seine Feinde verklärt werden.

Für die Palästinenser repräsentiert Jenin den Stolz effektiven „Widerstands“ gegen Israel, den hohen Preis, der für diesen Widerstand bezahlt wird, sowie als Symbol der Ineffektivität der palästinensischen Autonomiebehörde dabei die Westbank-Palästinenser mit den Alltagsnotwendigkeiten zu versorgen.

Spotlight auf Jenin – Teil 5: Die Drohung des Terrorismus für Jenins Wirtschaft

27. Oktober 2022

Chaim Lax, HonestReporting, 19. Oktober 2022

Jenin, das von Beobachtern den Spitznamen „Terror-Hauptstadt“ bekommen hat, ist in den letzten Monaten in den Nachrichten gewesen, weil Israel weiter Terrorbekämpfungs-Operationen ausführt, um israelisches Leben zu  retten und dem Handeln derer vorzubeugen, die dem jüdischen Staat schaden wollen.

Aber während Jenin ständig in den Medien erwähnt wird, wie viel wissen wir wirklich über Jenin?

In dieser Reihe werden wir einen Blick auf andere mit Jenin verbundene Themen werfen und hoffentlich ein facettenreiches Verständnis der Stadt im Zentrum des aktuellen Anstiegs von Gewalt und Terror bieten.

Das ist „Spotlight auf Jenin“.

In diesem Text werden wir einen Blick auf die Wirtschaft von Jenin werfen, ihr überdimensionales Wachstum in den 15 Jahren nach der zweiten Intifada und die Bedrohung, die der Terrorismus für ihr weiteres Wachstum darstellt.

Von traditionellen Märkten zu Masseninvestition: Jenins Wirtschaftsboom

Aufgrund des fruchtbaren Bodens der Region und des Zugangs zu natürlichen Wasserquellen basiert die Wirtschaft Jenins traditionell auf Landwirtschaft.

Die Stadt machte allerdings nach der zweiten Intifada eine Periode nie dagewesenen wirtschaftlichen Wachstums durch. Während der Terrorwelle war Jenin der Ort einiger der intensivsten Kämpfe zwischen der israelischen Armee und palästinensischen Terrorgruppen.

Das wirtschaftliche Wachstum war durch zunehmende arabisch-israelische Investitionen gekennzeichnet, die Eröffnung der Arabisch-Amerikanischen Universität (was die Geschäfte in der Gegend um den Universitäts-Campus und die Studentenwohnheime stärkte), zunehmende Bewegung von Menschen und Waren zwischen der Region und dem Israel von vor 1967 am nahegelegenen Übergang Gilboa/Jalameh (der 2009 öffnete), eine Zunahme der Zahl der Einwohner Jenins, die für israelische Firmen arbeiten und einen Boom im Immobiliensektor.

Eindrucksvoller Besuch heute am Campus von Jenin @aaup_edu, einem akademischen und wissenschaftlichen Leuchtturm im Nahen Osten, der palästinensischen und internationalen Studenten Qualitätsbildung bietet. Mabruk für eure Leistungen!

Zusätzlich begann die palästinensische Autonomiebehörde 2008 das Pilotprojekt Jenin. Dieser von Israel, den USA und anderen internationalen Investoren unterstützte Plan konzentrierte sich auf die Wiederbelebung Jenins. Dazu gehörte die Stärkung der PA-Kräfte in der Region, die Entwicklung eines Industriegebiets und die Verbesserung unverzichtbarer Infrastruktur wie Strom und Wasser.

Während Jenins Wirtschaft 15 Jahre Wachstum und Wohlstand durchmachte, entwickelte sich auch eine Art Schwarzmarkt, auf dem entrechtete Jugendliche und ehemalige Mitglieder von Terrororganisationen ihren Lebensunterhalt bestreiten, indem sie gestohlene Autoteile verkaufen, mit Waffen handeln und Mitglieder der allgemeinen Bevölkerung erpressen.

Das Wachstum dieser zwielichtigen Schattenseite in Jenin im Verlauf der letzten Jahre sowie ein wirtschaftlicher Niedergang infolge der COVID-19-Pandemie halfen zur anarchischen Atmosphäre beizutragen, die es Terrororganisationen wie der Hamas, den Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden und dem Palästinensischen Islamischen Jihad erlaubt haben ihre Vorherrschaft auf den Straßen Jenins durchzusetzen und den Sicherheitskräften der PA die Kontrolle über den Bereich zu entreißen.

Das hat im Gegenzug zur Wiederbelebung Jenins als Drehkreuz des palästinensischen Terrorismus geführt.

Wie der Terrorismus der Wirtschaft Jenins schadet

Seit dem Wiederaufleben des Terrorismus hat sich die wirtschaftliche Lage Jenins rapide verschlechtert.

Der Hauptgrund für diesen Niedergang ist, dass Terroranschläge, die von der Region Jenin ausgehen, verbunden mit israelischen Terrorbekämpfungsoperationen, zu einer Reduzierung der Zahl arabischer Israelis geführt hat, die bereit sind aus geschäftlichen Gründen und in der Freizeit nach Jenin zu reisen. Da Jenin stark von arabisch-israelischen Geschäften angewiesen ist, hat das schädliche Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Auch für arabische Israelis, die sich noch nach Jenin wagen, ist der Zugang in Zeiten erhöhter Spannungen eingeschränkt. Im April 2022 riegelte Israel als Reaktion auf die von der Region ausgehenden Bedrohung den Zugang nach Jenin für arabische Israelis ab.

Genauso wurde im September 2022 der Übergang Gilboa/Jalama von Israel eine Reihe von Tagen geschlossen, nachdem ein IDF-Offizier bei einer Schießerei mit palästinensischen Bewaffneten aus der Gegend von Jenin getötet wurde. Laut einer Schätzung verlieren die Firmen in der Region Jenin mit jedem Tag, an dem der Übergang geschlossen ist, etwa $420.000.

Folglich muss die PA, damit Jenin und die Umgebung ein Wiederaufleben des Wirtschaftswachstums und Wohlstands erlebt, ihre Kontrolle über die Region Jenin wieder geltend machen, helfen den Einfluss der palästinensischen Terrororganisationen zu verringern und der Region ein Gefühl der Ruhe und Stabilität zurückbringen. Nur dann wird Jenin einige Vorteile ernten, für die es in den letzten 15 Jahren so hart gearbeitet hat.

Das Terror-Dreieck: Was sie über die Westbank-Stadt Nablus wissen müssen

20. Oktober 2022

Akiva Van Koningsveld, HonestReporting, 12. Oktober 2022

Am 12. Oktober starb ein Elitesoldat der IDF, nachdem er nahe der Gemeinde Schavei Schomron in der nördlichen Westbank angeschossen wurde. Oberfeldwebel Ido Baruch (21) wurde von Schützen angegriffen, die aus einem vorbeifahrenden Auto heraus das Feuer eröffneten, als seine Einheit „operative Sicherheitsaktivitäten in der Gegend durchführte“, sagte die IDF.

Eine relativ unbekannte bewaffnete Palästinenser-Fraktion, die aus der nahegelegenen Stadt Nablus heraus agiert, die „Löwengrube“, beanspruchte zeitnah die Verantwortung für den Tod von Baruch und warnte Israel: „Der Vulkan unserer Operationen hat begonnen und nur Gott wird ihn löschen.“

Die tödlichen Schüsse von Dienstag waren die jüngsten in einer Kette aktueller, gegen israelische Sicherheitskräfte und Zivilisten gerichteten Anschläge, die von Terroristen aus Nablus verübt wurden. Am 2. Oktober verletze die Löwengrube in zwei getrennten Schussanschlägen in der Westbank einen israelischen Taxifahrer und einen Soldaten.

Wie Jerusalem Berichten zufolge der in Ramallah ansässigen palästinensischen Autonomiebehörde (PA) sagte, es überlege eine Razzia in Nablus mit einem  Auge darauf israelische Leben zu retten, ist es unerlässlich, dass Journalisten ihren Lesern angemessenen Kontext zur blutgetränkten Geschichte von Nablus und wie skrupellose Terrorgruppen weiterhin bis heute die Straßen der Stadt beherrschen.

Das „Dreieck des Terrors“: Nablus‘ Geschichte als Epizentrum des Radikalismus

Nablus liegt zwischen dem biblischen Berg Ebal und dem Berg Gerizim im nördlichen Samaria (und wird mit der antiken jüdischen Stadt Schechem [oder Sichem] identifiziert); es ist Heimat für rund 150.000 Menschen, was sie zum zweitgrößten Ort in der Zuständigkeit der palästinensischen Autonomiebehörde macht.

Die Geschichte von Nablus als Zentrum für judenfeindliche Terroraktivitäten geht der Gründung des modernen Staates Israel weit voraus. In einem Bericht aus dem Jahr 1921 beschuldigte bereits ein Beamter des britischen Mandats die Einstellung von Nablus als „fanatisch“ und „bigott“, wozu insbesondere die „Feindschaft der Stadt gegenüber den Juden“ angeführt wird. Insbesondere die blutigen arabischen Krawalle von 1936 bis 1939 waren zum Teil von der Ermordung zweier jüdischer Männer in Nablus durch Anhänger von Scheik Izz ad-Din al-Qassam ausgelöst.

Bald nach dem Anschlag, am 20. April 1936, rief das Arabische Nationalkomitee von Nablus einen Generalstreik und Boykott jüdischer Waren auf, ein Aufruf, dem Araber im gesamten Mandatsgebiet folgten. Während des sechsmonatigen Streiks wurden rund 80 Juden durch Terroranschläge ermordet; insgesamt wurden im gesamten Zeitraum der Arabischen Revolte 1936 bis 1949 415 tote Juden erfasst.

Zusammen mit Jenin und Tulkarm gehörte Nablus zu dem, was London damals das „Dreieck des Terrors“ oder „Dreieck der Angst“ bezeichnete. Die palästinensischen Araber ihrerseits gaben der Stadt den Spitznamen „Feuerberg“ (Jabal an-Nar), ein weiterer Verweis auf ihre lange Bilanz als Radikalen-Hochburg.

Die Gewalt ließ nach Jordaniens Besetzung des Gebiets, das als Westbank bekannt wurde, 1948 und der folgenden Annexion nicht nach. Die Spannungen kulminierten kurz vor dem arabisch-israelischen Krieg 1967 in Straßenschlachten gegen König Husseins Herrschaft, als Protestler forderten, dass man sie bewaffnet, um den jungen jüdischen Staat zu bekämpfen. In Reaktion erschossen Ammans Beduinen-Truppen 20 Bürger von Nablus und verhängten eine 20-tägige Ausgangssperre.

Als der palästinensische Erzterrorist Yassir Arafat nach der Niederlage der arabischen Armeen 1967 in der Westbank Fatah-Terrorzellen einrichtete, wählte er Nablus als Ort seines ersten geheimen Hauptquartiers, bevor er nach Ramallah umzog.

1986 nahm ein Mordversuch, den die linksextreme Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) für sich beanspruchte, das Leben des von Israel ernannten palästinensischen Bürgermeisters von Nablus, Zafer al-Masri. Der relativ Moderate, der erst zwei Monate zuvor das Amt übernommen hatte, wurde beschuldigt das „Heimatland zu verraten“, indem er mit der Regierung in Jerusalem zusammenarbeitete.

Viele Palästinenser sagen, die erste Intifada (1987 bis 1993), in der fast 200 Israelis ermordet wurden, begann mit Zusammenstößen im Flüchtlingslager Balata in Nablus.

Genauso waren einige der schrecklichsten Terroranschläge während der zweiten Intifada (2000 bis 2005) durch Einwohner von Nablus verübt worden, darunter ein Bombenanschlag auf einen Bus in Haifa am 2. Dezember 2001, bei dem 15 Israelis getötet und 40 verletzt wurden. Am Tag nach dem Anschlag marschierten tausende Hamas-Anhänger zur Unterstützung des Selbstmord-Bombers Maher Habaschi durch Nablus.

Die beim Pessah-Massaker im März 2002 (30 Tote) verwendeten Sprengstoffgürtel waren von der Hamas in Nablus hergestellt worden.

Tatsächlich haben praktisch alle palästinensischen Terrororganisationen seit der Jahrhundertwende eine beträchtliche Präsenz in der Stadt beibehalten; die Hauptakteure sind Hamas, der Palästinensische Islamische Jihad (PIJ), die PFLP und die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden der Fatah. Letztere wurde vom Arafat-Vertrauten Nasser Awis im Flüchtlingslager Balata gegründet.

Während der Operation Schutzschild (März bis Mai 2002) entdeckten IDF-Truppen in Nablus hunderte Gewehre und improvisierte Schusswaffen, zusätzlich zu 18 Sprengstoff-Laboren und einer Fabrik, die Qassam-Raketen produzierte.

Laut dem Intelligence and Terrorism Information Center „waren die Waffen verborgen, unter anderem  im Haus des Bürgermeisters, im Haus des Polizeichefs der Stadt, in den Häusern von Aktivisten und in Lagern“.

„Diejenigen, die die Kampagne planten, hatten keine Illusionen, dass eine einzige militärische Operation, so umfassend sie auch ist, den palästinensischen Terrorismus völlig eliminieren würde“, schrieb ein Analyst am Center for Strategic Studies an der Universität Tel Aviv im April 2002; er fügte hinzu: „Bisher hat ‚Schutzschild‘ die meisten seiner Ziele erreicht. Ein Großteil der Terror-Infrastruktur ist zerstört worden.“

20 Jahre später sind die Erfolge der Operation Schutzschild offenbar erledigt und der Ruf von Nablus als Epizentrum des palästinensischen Terrors ist dezidiert wiederhergestellt worden.

Die Löwengrube: „ein Oktopus mit einer Menge Waffen“

Nablus tauchte erstmals am 8. Februar 2022 wieder in der internationalen Presse auf, nachdem IDF-Kräfte während einer Operation im Viertel al-Makhfiya drei Palästinenser neutralisierte. Offizielle Vertreter Israels sagten, die Ziele gehörten zu einer Terrorzelle, die Schießanschläge auf israelische Militärposten und -Personal verübte. Palästinensische Medien bestätigten später, dass die drei Mitglieder der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden waren.

Sechs Monate später töteten israelische Truppen nach einer palästinensischen Terrorwelle, die 19 tote Israelis hinterließ, Ibrahim Nabulsi, das vierte Mitglied der Zelle: er wurde verdächtigt ein Kommandeur der Nablus-Brigade der Terrorgruppe zu sein. Nabulsi wurde wegen zahlreicher Anschläge in der Westbank gesucht, darunter Schießanschläge auf jüdische Betende, die das Josefgrab außerhalb von Nablus besuchten.

Während einer Pattsituation in Nablus veröffentlichte der Terror-Drahtzieher eine Aufnahme in den sozialen Medien, in der er die Palästinenser drängte „eure Waffen nicht aufzugeben“.

Und tatsächlich nahmen nach Nabulsis Tod Kader an jungen palästinensischen Terroristen es auf sich sein gewalttätiges Vermächtnis weiterzuführen. Diesen Sommer half Ibrahim Nabulsi eine neue Koalition bewaffneter Gruppen zu gründen, die nach dem Vorbild des Jenin-Bataillons gestaltet wurde: Arin al-Usood (die Löwengrube). Laut israelischen Daten hat sich die Zahl der Schießanschläge aus vorbeifahrenden Autos bei Nablus seit 2021 mehr als verdoppelt.

Die Löwengrube hat auch Zivilisten angegriffen, zum Beispiel als sie die jüdische Gemeinde Har Bracha beschoss, die südlich der Palästinenserstadt liegt. Am 9. September vereitelten israelische Sicherheitskräfte einen groß angelegten Anschlag in Tel Aviv; sie verhafteten einen Aktivisten, der mit der Gruppe aus Nablus in Verbindung stand. Der Möchtegern-Terrorist hatte ein Gewehr, zwei Sprengsätze und eine Flagge mit dem Logo der Löwengrube dabei, wie das FFD’s Long War Journal aufdeckte.

Alles in allem besteht die Gruppe Schätzungen zufolge aus rund 100 Palästinensern unter 30 Jahren. Obwohl zur Allianz Mitglieder von Fatah, PIJ, Hamas und der PFLP gehören, gibt es keine klare Zugehörigkeit zu einer bestimmten Terrororganisation. „Sie ist wie ein Oktopus mit einer Menge Arme, aber ohne einen echten Kopf“, sagte der israelischen Sicherheitsanalyst Raphael Jerusalmy gegenüber lokalen Medien am Mittwoch. „Es gibt keine Hierarchie, es gibt keinen Oberkommandierenden und es ist sehr schwierig sie zu identifizieren.“

Die Löwengrube lehnte diese Woche das Angebot der PA, ihre Waffen gegen eine Amnestie niederzulegen ausdrücklich ab. Mit der Zunahme der Zahl israelischer Toter ist die Aussicht, dass es eine größere israelische Terrorbekämpfungsaktion in Nablus gibt, näher als jemals zuvor.

Derweil sagte der Fatah-Vertreter Jamal Huwail arabischsprachigen Medien, die Zunahme der Gewalt, die von Nablus wie auch von Jenin (das von Beobachtern auch die „palästinensische Terrorhauptstadt“ genannt wird) ausgeht, bestätige einmal mehr die „spirituelle, moralische und kulturelle Einigkeit“ der beiden Städte.

Scheinbar hat sich wenig geändert, seit die Behörden des britischen Mandats erstmals die Verbindung von Nablus und Jenin zum Terror gegen die Juden feststellten. Wenn über die Lage in der nördlichen Westbank berichtet wird, müssen Nachrichtenmedien sicherstellen, dass sie ihren Lesern und Zuschauern das komplette Bild vermitteln.

Spotlight auf Jenin (Teil 4): Ein kurzer Blick auf Jenins moderne Geschichte

16. Oktober 2022

Chaim Lax, HonestReporting, 9. Oktober 2022

Jenin, das von Beobachtern den Spitznamen „Terror-Hauptstadt“ bekommen hat, ist in den letzten Monaten in den Nachrichten gewesen, weil Israel weiter Terrorbekämpfungs-Operationen ausführt, um israelisches Leben zu  retten und dem Handeln derer vorzubeugen, die dem jüdischen Staat schaden wollen.

Aber während Jenin ständig in den Medien erwähnt wird, wie viel wissen wir wirklich über Jenin?

In dieser Reihe werden wir einen Blick auf andere mit Jenin verbundene Themen werfen und hoffentlich ein facettenreiches Verständnis der Stadt im Zentrum des aktuellen Anstiegs von Gewalt und Terror bieten.

Das ist das „Spotlight auf Jenin“.

In diesem Text werden wir einen Blick auf die moderne Geschichte von Jenin werfen, von den blutgetränkten Tagen der zweiten Intifada über die ruhigen Jahre des wirtschaftlichen Wachstums und die Fortsetzung der gewalttätigen Atmosphäre, die in der Stadt heute existiert.

Von der Arabischen
Revolte zur zweiten Intifada: Jenin als Knotenpunkt palästinensischer Gewalt

Jenins Geschichte als Quelle von regionalem Terrorismus und Gewalt erstreckt sich bis vor die Gründung des Staates Israel zurück.

Während der Arabischen Revolte (1936 bis 1939) war Jenin Heimat für arabische Banditen, die jüdische
Gemeinden im Jesreel-Tal sowie auch britische Streitkräfte angriffen.

Während des israelischen Unabhängigkeitskriegs wurde Jenin als vorgeschobene Operationsbasis arabischer Armeen genutzt, die jüdische Gemeinden und Mitglieder der neu formierten IDF (Israelische Verteidigungskräfte) angriffen.

Nach dem Sechstage-Krieg vom Juni 1967 gewann Israel die Kontrolle über Jenin. 1996 kam Jenin als Teil der Oslo-Vereinbarungen unter die Kontrolle der palästinensischen Autonomiebehörde.

Während der zweiten Intifada, als Israel zahlreichen Terroranschlägen unterschiedlicher palästinensischer Terrorgruppen mit Massen an Opfern ausgesetzt war, gewann Jenin traurige Berühmtheit als „Märtyrer-Hauptstadt“ infolge der Tatsache, dass es ein Nest palästinensischer Terroraktivitäten war; ein Drittel der Selbstmord-Bomber stammten aus der Stadt.

Aufgrund ihres prominenten Status als eines der Schlüsselzentren palästinensischen Terrorismus war Jenin der Ort einer elftägigen Schlacht zwischen der IDF und palästinensischen Bewaffneten, was in 23 Todesopfern bei der IDF und 53 palästinensischen Toten (die Mehrheit davon Kombattanten) führte.

Wirtschaftswachstum und relative Ruhe: Jenins 15 Jahre Ruhe

Nach der zweiten Intifada trat Jenin in eine Periode der Ruhe ein, die von Wirtschaftswachstum und relativer Ruhe gekennzeichnet war (mit dem gelegentlichen Aufflackern von Gewaltv zwischen der IDF und bewaffneten Palästinensern).

Während diesem Zeitraum erlebte Jenin einen Zustrom an Kapital von arabisch-israelischen Investoren, dem Establishment der Arab American University und eine Zunahme des Handels zwischen Jenin und israelischen Gemeinden jenseits der Grünen Linie sowie einem Anstieg an israelischen Arbeitsgenehmigungen für Einwohner Jenins.

Jenins Rückkehr zur Gewalt: 2021 bis heute

Seit 2021 hat Jenin eine Rückkehr zur Gewalt als Variante international als Terrororganisationen eingestufter Gruppen erlebt, die den PA-Sicherheitskräften die Kontrolle über die Straßen der Stadt abgenommen haben.

Insbesondere der Palästinensische Islamische Jihad (PIJ), die Hamas und die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden haben alle einen festen Halt in Jenin und seinem angrenzenden Flüchtlingslager.

Zusätzlich wurde 2021 das Jenin-Bataillon gebildet, als Gemisch palästinensischer Terrorgruppen zum effektiveren Widerstand gegen IDF-Terrorbekämpfungsaktionen und um jedem Versuch in der Region die Ruhe wiederherzustellen Widerstand zu leisten.

Mit der Zunahme von palästinensischem Terrorismus und Gewalt seit Anfang 2022 ist Jenin viel Aufmerksamkeit gewidmet worden, weil eine Reihe Terroranschläge mit großem Bekanntheitsgrad (wie die Schüsse in Bnei Brak und Tel Aviv) aus der Region ausgingen und folgende Terrorbekämpfungsoperationen haben zu in die Länge gezogenen Kämpfen zwischen israelischen Streitkräften und bewaffneten Palästinensern geführt.

Weil sich Jenin wieder unter der Kontrolle der palästinensischen Terrororganisationen befindet, scheint es so, als ob die Stadt wieder in die dunklen Tage der zweiten Intifada zurückfällt, als sie als Zentrum von Terroraktivitäten diente und seine Einwohner regelmäßig Gewalt und Not ausgesetzt waren.

Spotlight auf Jenin, Teil 3: Die 10 berüchtigtsten Terroristen aus Jenin

13. Oktober 2022

Chaim Lax, HonestReporting, 9. Oktober 2022

Jenin, das von Beobachtern den Spitznamen „Terror-Hauptstadt“ bekommen hat, ist in den letzten Monaten in den Nachrichten gewesen, weil Israel weiter Terrorbekämpfungs-Operationen ausführt, um israelisches Leben zu  retten und dem Handeln derer vorzubeugen, die dem jüdischen Staat schaden wollen.

Aber während Jenin ständig in den Medien erwähnt wird, wie viel wissen wir wirklich über Jenin?

In dieser Reihe werden wir einen Blick auf andere mit Jenin verbundene Themen werfen und hoffentlich ein facettenreiches Verständnis der Stadt im Zentrum des aktuellen Anstiegs von Gewalt und Terror bieten.

Das ist das „Spotlight auf Jenin“.

Als palästinensische Terrorhauptstadt ist Jenin Heimat zahlreicher Terroristen gewesen, die Anschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten verübt haben. In diesem Text werfen wir einen Blick auf die 10 berüchtigtsten Terroristen, die im 21. Jahrhundert aus der Region Jenin kamen (in chronologischer Reihenfolge):

1. Shadi Tubasi

Alter: 18
Terroristische Zugehörigkeit: Hamas

Bekannt für: Ausführung für den Selbstmord-Bombenanschlag auf das Restaurant Matza in Haifa am 31. März 2002. 16 Menschen wurden getötet und mehr als 40 verletzt.

Das Neueste zum Terror des „Blutmarsches“ vom 31. März 2022, dem Selbstmord-Bombenanschlag im Rahmen im Restaurant „Matza“, bei dem 16 Menschen ermordet wurden. Gleichzeitig ein Selbstmordattentat in Efrat (zum Glück keine Opfer)

2. Mahmud Tawalbe

Alter: 22
Terroristische Zugehörigkeit: Palästinensischer Islamischer Jihad

Bekannt für: Führer des bewaffneten Zweigs des Islamischen Jihad in Jenin. Verantwortlich für eine Reihe von Anschlägen auf israelische Zivilisten. Tawalbe wurde im Kampf um Jenin 2002 getötet.

Zwei der drei Palästinenser, die heute bei Jenin in einer Terrorbekämpfungsaktion getötet wurden, waren Mitglieder des Palästinensischen Islamischen Jihad in der Westbank, wahrscheinlich Katibat Jein (Jenin-Arm des PIJ). Zwei der drei Mitglieder mit Postern von Mahmud Tawalbe, einem berühmten Mitglied des PIJ in der Westbank.

3. Hamza Samoudi

Alter: 18
Terrorzugehörigkeit: Palästinensischer Islamischer Jihad

Bekannt für: Ausführung des Selbstmord-Bombenanschlags auf den Bus 830 (von Tel Aviv nach Tiberias), als er sich der Megiddo-Kreuzung im nördlichen Israel näherte. Samoudi fuhr seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen neben den Bus und sprenget ihn. 17 Menschen wurden getötet, 43 weitere verletzt.

4. Aschraf al-Asama und Mohammed al-Hasnin

Alter: 18 und 19
Terroristische Zugehörigkeit: Palästinensischer Islamischer Jihad

Bekannt für: Ausführung des Selbstmord-Bombenanschlags auf den Bus 841 (Kiryat Schmona nach Tel Aviv) an der Karkur-Kreuzung bei Hadera am 21. Oktober 2002. Al der Bus anhielt, um Fahrgäste aufzunehmen, zündeten die Terroristen ihren mit Sprengstoff beladenen Jeep neben dem Bus; sie töteten 14 Menschen und verletzten 50.

5. Hanadi Jaradat

Alter: 29
Terroristische Zugehörigkeit: Palästinensischer Islamischer Jihad

Bekannt für: Ausführung des Selbstmord-Bombenanschlags im Restaurant Maxim in Haifa am 4. Oktober 2003. 21 Menschen, darunter vier Kinder und vier arabische Angestellt, wurden getötet, 60 weitere verletzt.

Heute ist der 18. Jahrestag des Selbstmord-Bombenanschlags auf das Restaurant Maxim in Haifa, das in gemeinsamem jüdsch-arabichem Besitz war. 21 Menschen, darunter 3 Kinder und ein Baby, wurden von einem palästinensischen Terroristen ermordet, der sich sprengte. 60 weitere Menschen wurden verletzt. Möge die Erinnerung an sie sein Segen sein.

6. Sami Hammad

Alter: 21
Terroristische Zugehörigkeit: Palästinensischer Islamischer Jihad

Bekannt für: Ausführung des Selbstmord-Bombenanschlags auf das Schwarma-Restaurant Rosch Ha’ir in Tel Aviv am 17. April 2026. Der Anschlag tötete letztlich 11 Menschen – darunter einen amerikanischen Teenager – und verletzte mehr als 70 weitere.

7. Zakaria Zubeidi

Alter: 46 (1976 geboren)
Terroristische Zugehörigkeit: Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden

Bekannt für: Als Führer der der Fatah zugehörigen Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden war Zubeidi verantwortlich für eine Reihe Terroranschläge auf israelische Zivilisten während der zweiten Intifada.

Zubeidi wurde 2007 allgemeine Amnestie gewährt, aber diese wurde später widerrufen und er wurde 2019 wegen seines Anteils bei einer Reihe aktueller Terror-Schießereien verhaftet.

Zubeidi war einer der palästinensischen Terroristen, die im September 2021 aus dem Gilboa-Gefängnis entkamen. Er wurde von israelischen Sicherheitskräften fünf Tage nach seiner Flucht wieder eingefangen.

8. Diha Hamarscha

Alter: 27
terroristische Zugehörigkeit: Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden

Bekannt für: Ausführung eines Schieß-Terroranschlags in Bnei Brak, Vorort von Tel Aviv am 29. März 2022. Vier israelische Zivilisten und ein israelischer Polizist wurden getötet.

9. Ra’ad Hazem

Alter: 28
Terroristische Zugehörigkeit: Fatah

Bekannt für: Auführung eines Schieß-Terroranschlags auf eine Bar an der belebten Dizengoff-Straße in Tel Aviv am 7. April 2022. Drei Menschen wurden bei dem Anschlag getötet und 15 Menschen wurden verletzt. Nach einer Fahndung, die die ganze Nacht andauerte, starb Hazem bei einem Schusswechsel mit israelischen Sicherheitskräften an einer Moschee in Jaffa.

Einfach furchtbar: Szenen von Menschen, die während eines terroristischen Schießangriffs auf der Dizengoff-Straße in Tel Aviv um ihr Leben rennen.

10. Bassam al-Saadi

Alter: 61 (geboren 1961)
Terroristische Zugehörigkeit: Palästinensischer Islamischer Jihad

Bekannt für: Er ist der Leiter des Palästinensischen Islamischen Jihad in der Westbank und ist verantwortlich für eine Reihe Terroranschläge auf israelische Zivilisten. Seine Verhaftung im August 2021 durch Israel löste den dreitägigen Konflikt zwischen Israel und dem Palästinensischen Islamischen Jihad im Gazastreifen aus.

Spotlight auf Jenin, Teil 2: Die palästinensischen Terrorgruppen, die die Straßen Jenins kontrollieren

9. Oktober 2022

Chaim Lax, HonestReporting, 3. Oktober 2022

Jenin, das von Beobachtern den Spitznamen „Terror-Hauptstadt“ bekommen hat, ist in den letzten Monaten in den Nachrichten gewesen, weil Israel weiter Terrorbekämpfungs-Operationen ausführt, um israelisches Leben zu  retten und dem Handeln derer vorzubeugen, die dem jüdischen Staat schaden wollen.

Aber während Jenin ständig in den Medien erwähnt wird, wie viel wissen wir wirklich über Jenin?

In dieser Reihe werden wir einen Blick auf andere mit Jenin verbundene Themen werfen und hoffentlich ein facettenreiches Verständnis der Stadt im Zentrum des aktuellen Anstiegs von Gewalt und Terror bieten.

Das ist das Spotlight auf Jenin“.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Terrororganisationen, die Jenin ihr Zuhause nennen und die Bedrohung, die sie für die weitere Region darstellen.

Wer sind die Top-Terrorgruppen in Jenin?

1. Palästinensischer Islamischer Jihad (PIJ)

Der PIJ ist eine vom Iran unterstützte Terrororganisation, die die Existenz des jüdischen Staates ablehnt und ihn durch einen islamischen Palästinenserstaat ersetzen will.

In den 40 Jahren seiner Existenz ist der PIJ für eine Reihe von Schieß- und Bombenanschlägen auf israelische Zivilisten verantwortlich gewesen, darunter für den Selbstmord-Bombenanschlag 2003 im Restaurant Maxim in Haifa (21 Tote), einen Selbstmord-Bombenanschlag  auf ein Restaurant in Tel Aviv 2006 (11 Tote) und einen Selbstmord-Bombenanschlag auf eine Bäckerei in Eilat 2007 (3 Tote).

2. Hamas

Die auch als Islamische Widerstandsbewegung bekannte Hamas erkennt Israels Exitenzrecht nicht an und will es durch einen islamischen Palästinenserstaat ersetzen.

IN den 35 Jahren ihres Bestehens hat die international als Terrororganisation eingestufte Hamas zahlreiche tödliche Anschläge auf israelische Zivilisten verübt.

Einige der bedeutendsten Anschläge sind der Selbstmord-Bombenanschlag 2001 auf das Pizza-Restaurant Sbarro in Jerusalem (15 Tote), der Selbstmord-Bombenanschlag auf ein Pessah-Seder in einem Hotel in Netanya 2002 (30 Tote) und die Bombe an der Hebräischen Universität in Jerusalem 2002 (9 Tote).

3. Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden

Die Brigaden wurden um die Jahrtausendwende als Netzwerk bewaffneter Fraktionen mit engen Verbindungen zu Yassir Arafats Fatah-Partei gegründet. Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden haben sich einer Ideologie des säkularen palästinensischen Nationalismus verschrieben.

Seit ihrer Gründung 2000 sind die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden für Anschläge auf israelische Zivilisten verantwortlich gewesen, darunter einen Selbstmord-Bombenanschlag auf eine Bar Mitzwa in Jerusalem 2002 (9 Tote), einen Doppel-Selbstmord-Bombenanschlag im Zentralen Busbahnhof von Tel Aviv 2003 (23 Tote) und einen Schießanschlag in Bnei Brak 2022 (5 Tote).

4. Das Jenin-Bataillon:

Gegründet im Mai 2021 wurde diese dem PIJ angegliederte Organisation als Möglichkeit für bewaffnete Palästinensergruppen in Jenin und Umgebung gegründet – einschließlich der Hamas und der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden – um Anschläge auf israelische Kräfte zu verstärken, die in dem Bereich agieren.

Unter Verwendung fortschrittlicher Kommunikationsmethoden zu Koordinierung von Anschlägen verwendet diese neue Gruppen Gewehrfeuer, improvisierte Sprengsätze und Molotowcocktails im Versuch die israelischen Terrorbekämpfungsoperationen aufzuhalten.

Welche Bedrohung stellen diese Terrorgruppen dar?

Mit ihrem radikalen Hass auf Israel und seine Bürger sind diese Terrorgruppen fest entschlossen den einzigen jüdischen Staat zu vernichten und durch einen monolithischen Palästinenserstaat zu ersetzen.

Unter Verwendung von Gewalt und Terror gegen Zivilisten, um diese Ziele zu erreichen, stellen diese Gruppen eine direkte Bedrohung von Millionen unschuldigen Israelis dar, der Juden, Muslime und Christen.

Dieser Einsatz von Gewalt durch die Terrorgruppen mit Sitz in Jenin bedroht auch das Wohlergehen lokaler Palästinenser, die sich der Möglichkeit wirtschaftlicher Verluste in Zeiten erhörter Spannungen sowie der Gefahr bei Terrorbekämpfungsmaßnahmen ins Kreuzfeuer zwischen den Israelischen Verteidigungskräften und palästinensischen Terrorgruppen zu geraten.


(Teil 1)

Hier ist das (englischsprachige) Video mit den entsprechenden Inhalten zu den beiden Texten:

Spotlight auf Jenin: Die Geografie Jenins und der Umgebung

6. Oktober 2022

Jenin, das von Beobachtern den Spitznamen „Terror-Hauptstadt“ bekommen hat, ist in den letzten Monaten in den Nachrichten gewesen, weil Israel weiter Terrorbekämpfungs-Operationen ausführt, um israelisches Leben zu retten und dem Handeln derer vorzubeugen, die dem jüdischen Staat schaden wollen.

Aber während Jenin ständig in den Medien erwähnt wird, wie viel wissen wir wirklich über Jenin?

In dieser Reihe werden wir einen Blick auf andere mit Jenin verbundene Themen werfen und hoffentlich ein facettenreiches Verständnis der Stadt im Zentrum des aktuellen Anstiegs von Gewalt und Terror bieten.

Das ist das „Spotlight auf Jenin“.

In diesem Artikel werden wir uns auf die Geografie Jenins, seine Nähe zu israelischen Städten und seinen Einfluss auf die umliegenden Palästinenserorte konzentrieren.

Wo liegt Jenin?

Jenin liegt in der nördlichen Westbank, relativ nahe an der Grünen Linie und vor 1967 gegründeten israelischen Gemeinden.

In Relation zu großen israelischen Städten ist Jenin 50km von Haifa, 65 von Tel Aviv und 77 km von Jerusalem entfernt.

Das bedeutet, sollten die Hamas oder der Islamische Jihad die Kontrolle über die Westbank gewinnen, lägen drei wichtige Bevölkerungszentren Israels innerhalb der Reichweite von 5 bis 10 der Raketen dieser von den USA offiziell als Terrororganisationen eingestuften Gruppen.

Für die Einwohner von Jenin ist der nächste Übergang zwischen dem Israel von vor 1967 und der Westbank der Übergang Jalama/Gilboa, etwa 7km nördlich von Jenin. Dieser Übergang wird von Fußgängen wie von Fahrzeugen genutzt, auch zum Warentransfer.

Einige Palästinenser begeben sich jedoch durch Löcher im Sicherheitszaun aus der Region Jenin ins Israel von vor 1967. Während der meisten dieser Querungen durch diese Lücken Tagelöhner sind, haben auch Terroristen sie genutzt, um der Entdeckung durch israelische Sicherheitskräfte zu entgehen.

Jenin und die umgebende Region

Als größte Stadt der Region hat das Terrorzentrum Jenin Auswirkungen auf die umgebenden Städte und Dörfer durch Radikalisierung der örtlichen Einwohner. Während der aktuellen Zunahme der Gewalt sind einige Reihe Anschläge von Einwohnern dieser benachbarten Orte verübt worden.

Am 29. März 2022 ermordete ein palästinensischer Terrorist aus Ya’bad (rund 20km westliche von Jenin) fünf Menschen in der zentralisraelischen Stadt Bnei Brak.

Am 5. Mai ermordeten zwei palästinensische Terroristen aus Rummanah (rund 17km nordwestlich von Jenin) drei Menschen und verwundeten vier weitere bei einem Anschlag in der zentralisraelischen Stadt Elad.

Am 13. September 2022 töteten zwei palästinensische Schützen aus Kafr Dan (rund 8 km nordwestlich von Jenin ) einen IDF-Offizier bei einem Feuergefecht nahe des Übergangs Jalama/Gilboa.

Geschichte wiederholt sich: Bethlehems Christen stehen vor der Auslöschung

22. September 2022

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 1. September 2022

Bethlehem, das als Geburtsort Jesu Christi gilt, wird im christlichen Glauben verehrt und zieht jedes Jahr mehr als eine Million Pilger an, die kommen, um in der berühmten Geburtskirche zu beten. Hier stehen täglich hunderte Schlange, um eine kleine Felsgrotte zu betreten, in der ein 14-zackiger Silberstern die Worte trägt: „Hic de Virgine Maria Jesus Christus natus est“, was heißt: „Hier wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren.“

Vor 70 Jahren nannte auch eine beträchtliche Anzahl an Christen Bethlehem ihr dauerhaftes Zuhause; die Bevölkerung der Stadt in der Westbank und der umgebenden Dörfer war zu 90 Prozent christlich.

2016 warnte die damalige Bürgermeisterin von Bethlehem, Vera Baboun, die Zahl sei auf 12 Prozent gesunken, auf nur noch 11.000 Menschen.

Aus der gesamten von der palästinensischen Autonomiebehörde verwalteten Westbank wird berichtet, dass weniger als 50.000 Christen verbleiben, während es im Gazastreifen, der von den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas regiert wird, gerade einmal 1.100 Christen übrig sind.

Die Krise der Christen im Heiligen Land ist nicht unbemerkt geblieben.

Letzten Dezember schrieb der britische Erzbischof von Canterbury, Justin Wellby, zusammen mit dem palästinensisch-anglikanischen Bischof Hosam Naoum einen Meinungsartikel, in dem sie den Rückgang der Christen im Geburtsort der Religion beklagten; sie argumentierten, dass das Handeln  „radikaler Gruppen“ dafür verantwortlich sei.

Sie erklärten, zu solchen Taten gehörte die Schändung von Kirchen, zusätzlich zu physischen und verbalen Attacken auf Priester, Mönche und Gläubige.

Dennoch zogen Erzbischof Welby und Bischof Naoum es vor die krasse Realität vor Ort zu ignorieren und machten für das Abstürzen der Christen mysteriöse „radikale Randgruppen“ und zunehmende „Siedlergemeinden“ verantwortlich.

Solche linguistische Ungenauigkeiten kaschieren den wahren Grund dafür, dass Christen aus dem Heiligen Land verschwinden, was laut der global agierenden christlichen Organisation Open Doors in Wirklichkeit das Ergebnis von „islamischer Unterdrückung“ ist.

Die Organisation warnt, das die Christen die Westbank in Scharen verlassen und deckte auf, dass „islamisch-extremistische Militante“ Christen in Angst vor Anschlägen versetzen und sagte, die Lage sei für Konvertiten zu dieser Religion noch bedrohlicher, weil sie sich noch schlimmerer Brutalität ausgesetzt sehen.

Eine weitere internationale gemeinnützige Organisation, The Voice of the Martyrs (Die Stimme der Märtyrer), die sich für die Rechte verfolgter Christen einsetzt, hat zahllose Berichte schrecklicher Folter zusammengetragen, die die palästinensische Autonomiebehörde ihrer christlichen Minderheit zuteil werden lässt.

Ein solcher Bericht ist der von Saif, einem Konvertiten vom Islam zum Christentum, der nahe Bethlehem lebt. Er beschrieb, wie er vom muslimischen Muezzin (Ausrufer) über den Moschee-Lautsprecher als „zionistischer Ungläubiger“ bezeichnet wurde; er wurde daraufhin zur örtlichen Polizeiwache zitiert. Wochenlang ertrug er furchbare Folter, darunter stundenlang kopfüber aufgehängt zu sein, Drohungen mit Kreuzigung und gewalttätige Verhöre.

Trotz seiner Freilassung gingen die PA-Kräfte weiter gegen vor und schließlich war Saif gezwungen nach Jerusalem zu fliehen, wozu er einen Pass benutzte, der ihm für seine Arbeit als Bau-Auftragnehmer ausgegeben worden war.

Im Gazastreifen ist die Lage der Christen unter der Herrschaft der islamistischen Hamas sogar noch trostloser.

Die Notlage der winzigen Minderheit wird von der entsetzlichen Erzählung von Rami Ayyad veranschaulicht, dem der letzte christliche Buchladen von Gaza gehörte, bis dieser nur Monate nach der Machtergreifung durch die Hamas 2007 und der Verhängung des islamischen Scharia-Rechts mit einer Brandbombe beworfen wurde.

Ayyad wurde von einem Angreifer entführt, gefoltert und später ermordet, der ungestraft davon kam, obwohl seine Identität den Behörden Berichten zufolge bekannt ist.

Der Niedergang der Christenheit in palästinensisch kontrollierten Gebieten ist Teil eines allgemeineren Musters der aus dem Nahen Osten und Nordafrika verschwindenden Christen.

2019 legte ein von Großbritannien in Auftrag gegebener Bericht das Ausmaß des Problems offen, der ihre schwindende Zahlen als „nahe am Völkermord“ beschrieb.

„Die Formen der Verfolgung reichen von routinemäßiger Diskriminierung in Bildung, Arbeitswelt und sozialem Leben bis zu völkermordartigen Angriffen auf christliche Gemeinschaften und haben seit der Jahrhundertwende zu einem erheblichen Exodus christlicher Gläubiger aus dieser Region geführt“, heißt es in dem Bericht.

„In Ländern wie Algerien, Ägypten, Iran, Irak, Syrien und Saudi-Arabien hat die Lage der christlichen und anderer Minderheiten ein alarmierendes Stadium erreicht. In Saudi-Arabien gibt es strikte Einschränkungen für alle Ausdrucksformen des Christentums, einschließlich öffentlicher Gebetsakte. Es hat regelmäßige Razzien auf private christliche Gottesdienste gegeben“, schloss der Bericht.

Die Krise, der sich Christen aktuell in der Region ausgesetzt sehen – sie ist Teil eines grauenvollen Musters, das mit der Massenvertreibung von Juden vor 70 Jahren begann.

Wie HonestReporting ausführlich beschrieb, wurden rund eine Million jüdischer Einwohner arabischer Länder gezwungen aus ihren Häusern zu fliegen, nachdem die palästinensischen Araberführer den UNO-Teilungsplan von 1947 ablehnten.

Obwohl Juden seit tausenden von Jahren durchgängig in Nordafrika und dem Nahen Osten lebten – lange vor dem Aufkommen des islamischen Glaubens – ist ihre Präsenz, außer in Israel, praktisch beseitigt worden.

Christen, die unter palästinensischer Herrschaft und in der Region leben, sehen sich als Ganzes derselben Zukunft gegenüber. Und Kirchenleiter versäumen es die Wurzel des Ganzen zu bloßzustellen.

Wer schadet palästinensischen Kindern wirklich? Was die Medien nicht berichten

15. September 2022

Benjamin Amran, HonestReporting, 12. September 2022

Während der Operation Tagesanbruch, der jüngsten Eskalation zwischen den Israelischen Verteidigungskräften (IDF) und dem im Gazastreifen ansässigen und von den USA als Terrororganisation eingestuften Palästinensischen Islamischen Jihad (PIJ) wurde ein ranghoher PIJ-Kommandeur namens Taysir al-Jabari bei einem israelischen Luftangriff getötet.

Al-Jabaris Tod wurde von den Medien weltweit berichtet, darunter von der BBC, France24, Al-Jazira und ABC News.

Allerdings berichtete keines der Nachrichtenmedien die vielsagende Reaktion des PIJ auf die Ereignisse des 5. August. Ein von der Terrororganisation veröffentlichtes Propagandavideo zeigte Al-Jabaris Sohn, der ein halbautomatisches Gewehr abfeuert, womit der Einsatz von Kindersoldaten praktisch befürwortet wird.

Eine Analyse von HonestReporting zeigt, dass die Medien selten von der Rekrutierung von Kindern berichten, die der PIJ und die Hamas betreiben, die sich der Vernichtung Israels verschrieben haben.

Leider ist die Indoktrination von Hass und Gewalt gegen Juden und Israelis im Gazastreifen die Norm, wobei die Hamas und der PIJ Kindersoldaten als nächste Generation der Kämpfer verherrlichen. Diese Botschaften breiten sich beginnend in Grundschulen in großen Teilen der palästinensischen Gesellschaft aus und werden Auswirkungen auf jede zukünftige Möglichkeit von Frieden zwischen Israel und dem Gazastreifen haben.

2016 führten z.B. Kinder in einer Grundschule im Gazastreifen ein Stück auf, in dem sie vorgaben israelischen Soldaten und Zivilisten zu entführen. Ein weiteres, von ITV News veröffentlichtes Video aus diesem Jahr zeigt Hamas-„Sommerlager“, in der Teenager taktische Übungen und militärisches Training vollführen.

2021 veröffentlichte das israelische Außenministerium ein Video, das die Indoktrination von Kindern erwähnt, sie sollten „Märtyrer“ werden. Derweil präsentierte ein Video von Al-Jazira die Nachahmung der „Befreiung“ der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem durch palästinensische Kindersoldaten.

Laut dem Middle East Media Research Institute (MEMRI) äußerte Ismail Radwan, ein ranghoher Hamas-Vertreter ausdrücklich, dass die Herrscher in Gaza das Ziel haben „die ‚Generation von Jerusalem und Palästina‘ vorzubereiten die palästinensischen Häftlinge zu befreien“.

In diesen Kommentaren deutete Radwan offensichtlich die Tatsache an, dass die Gruppe junge Kinder dazu ausbildet palästinensische Terroristen aus dem Gefängnis zu befreien.

Vor zwei Monaten berichteten sowohl das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center als auch Palestinian Media Watch, dass die in der Westbank herrschende Fatah „Sommerlager“ südlich von Nablus organisiert (siehe hier und hier).

Schließlich beinhaltete ein Video Interviews mit palästinensischen Kindern, die im PA-Fernsehen befragt wurden und ihre Hingabe zur Vernichtung Israels und der Ermordung von Juden zum Ausdruck bringen.

Frieden zwischen Israelis und Gazanern ist abhängig von der nächsten Generation – den Kindern des Gazastreifens und der Westbank. Seit Jahren haben Hamas, PIJ und die PA Jugendliche mit der Normalisierung von Terrorismus, Hass auf Juden und Israelis und den von in Gewalt wurzelnden ideologischen Überzeugungen gehirngewaschen.

Jeden Sommer werden, während Kinder in den USA Lager mit Liedern, Lachen und Spielen besuchen, 50.000 palästinensische Minderjährige in „Sommerlagern“ der Hamas, des PIJ und der Fatah ausgebildet zu töten, zu entführen und Terroranschläge zu verüben.

Doch während die Nachrichtenmedien und internationale Organisationen regelmäßig Israel für „den Tod unschuldiger Kinder“ verantwortlich machen, weisen sie nur selten – wenn überhaupt – auf die massenhafte Verwandlung palästinensischer Kinder in brutale Terroristen hin. Und das trotz der Tatsache, dass Kindersoldaten zu rekrutieren laut Völkerrecht illegal ist.

Das UNO-Büro des Sondergesandten des Generalsekretärs für Kinder und Bewaffnete Konflikte erläutert: Kinder unter 15 Jahren als Soldaten zu rekrutieren und einzusetzen ist vom humanitären Völkerrecht – laut Verträgen und Usus – verboten und wird vom Internationalen Strafgerichtshof als Kriegsverbrechen definiert.

Die Medien sind nirgends zu finden, wenn Informationen über den Missbrauch von Kindern als Terror-Aktivposten veröffentlicht werden. Selbst wenn unschuldige Kinder von Israel – unabsichtlich und bedauerlicherweise – getötet werden, werden sie von den Terrororganisationen wegen ihres Märtyrertums gepriesen, was den Konflikt zum Nutzen der Wenigen in der Palästinenserführung weiter antreibt.

Insbesondere die Rekrutierung von Kindersoldaten beginnt nicht mit diesen „Sommerlagern“ für Jugendliche oder mit der Rekrutierung von jungen Erwachsenen durch die Al-Qassam-Brigaden der Hamas, sondern mit der Gehirnwäsche an jungen Kindern in der Schule.

Die Ideologie und Werte der Hamas werden in Schulen gelehrt, die UNO-Geldern bekommen, wie mehrfach berichtet wurde. Statt Lebenskompetenz zu lernen und Bildung zu erhalten, werden Kindern Hass und Gewalt beigebracht.

Noch im Juli 2022 veröffentlichte IMPACT-se, eine Bildungswächter-Organisation, einen Bericht, der Lehrmaterial offengelegt, das von der United Nations Relief and Works Agenncy for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA) finanziert wird, „das mit unverhohlen politisiertem Sprachgebrauch zu Gewalt, Jihad und Märtyrertum, Antisemitismus, Hass und Intoleranz ermutigt“.

Leider ist das kein eimaliger Vorfall. Im Juli 2021 erstellte UN Watch einen Bericht, der zu dem Schluss kam, dass mehr als „100 UNRWA-Mitarbeiter … im Gazastreifen, der Westbank, des Libanon, Syrien und Jordanien … zu Antisemitismus und Terrorismus aufstacheln, eine widerliche Verletzung der internen Politik der UNO und der UNRWA zur Neutralität und Unparteilichkeit der Mitarbeiter“.

Große Nachrichtenmedien wie die BBC, CNN, CBS News, MSNBC, Al-Jazira und viele weitere haben es versäumt darüber zu berichten. Ironischerweise sind solche Medien schnell dabei Schlagzeilen zu produzieren wie Gazas Schulkinder sind an den Tod und Bombenangriffe gewöhnt oder Israel: Terror normalisieren, ein Morgengrauen nach dem anderen, wie während der Operation Tagesanbruch im August 2022.

Es ist für Journalisten unerlässlich festzustellen, dass Kinder in diesem jungen Alter Hass und Antisemitismus zu lehren, lebenslange Folgen auf ihre Wahrnehmung von Israel und den Juden hat. Diese zukünftigen Führer, Kämpfer und Terroristen des Gazastreifens werden Auswirkungen auf zukünftige Friedensverhandlungen zwischen Israel und der Palästinenserführung haben.

Tatsächlich wird der arabisch-israelische Konflikt verschärft und Frieden ist rückläufig, solange Nachrichtenmedien und –organe eine offenkundig falsches Narrativ propagieren.

Wie Hitler lobende Palästinenser die Gaza-Berichterstattung verfälschen

18. August 2022

Akiva Van Koningsveld, HonestReporting, 11. August 2022

Mit einer seltenen Kritik gegenüber der Hamas beschuldigte die Associated Press (AP) am Dienstag die Herrscher des Gazastreifens des Versuchs in der Küstenenklave arbeitenden Reportern einen Maulkorb zu verpassen. Unter neuen Regeln, die die von den USA als Terrororganisation eingestufte Gruppe für Anträge von Einreisevisa für Auslands-Nachrichtenorganen ausgab, hieß es, Palästinenser, die im Namen ausländischer Medien Einreisevisa beantragen, müssten ihre Kollegen immer begleiten und würden für das, was diese produzieren, zur Verantwortung gezogen.

Zu den Einschränkungen gehört unter anderem, dass die Hamas den Medien befahl nicht über von fehlgeschossenen palästinensischen Raketen getötete Gazaner zu berichten und Israel für die Eskalation mit dem vom Iran gestützten Palästinensischen Islamischen Jihad verantwortlich zu machen.

Nachdem die Auslands-Pressevereinigung die „schwere, inakzeptable und nicht zu rechtfertigende Einschränkung der Pressefreiheit“ verurteilte, behauptete die Hamas, sie habe die vorgeschlagene Veränderung aufgegeben. Doch wie AP berichtete, „hat die Hamas ihre Erwartungen weiter signalisiert, was eine abschreckende Wirkung auf kritische Berichterstattung haben könnte“.

Die Drohung der Hamas ist nur der jüngste Versuch Journalisten einzuschüchtern. Seit sie den Streifen 2007 mit Gewalt eroberte, forderte die Terrororganisation von allen besuchenden Reportern, dass sie einen vom Regime genehmigten lokalen Betreuer haben, der ihre Arbeit beaufsichtigt – in der Regel ein palästinensischer Journalist oder Übersetzer, der von dem Medienorgan angeheuert ist.

Um die Gefahren dieser Einschüchterung zu dokumentieren sah sich HonestReporting einige der „Fixer“ an, die halfen die westliche Berichterstattung über den jüngsten Konflikt zwischen den Israelischen Verteidigungskräften und den islamistischen Terroristen im Gazastreifen zu formen.

Fady Hanona (New York Times) drängt zu Raketenangriffen auf Israel

Von den acht von der New York Times während des vom PIJ initiierten dreitätigen Konflikts produzierten Artikeln werden sechs als von Fady Hanona aus Gaza Stadt beigetragen angegeben (siehe hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Hanona ist ein freiberuflicher Produzent und Fixer, der auch von der BBC, dem Guardian und VICE News engagiert worden ist; er scheint dafür zu arbeiten das israelfeindliche Narrativ zu fördern, das von palästinensischen Terrororganisationen propagiert wird und die Vernichtung des einzigen jüdischen Staates der Welt anstrebt.

Zum einen unterstützt er den Erzterroristen Marwan Barghouti, dem er auf Facebook wiederholt den Rücken stärkte (hier, hier und hier). Vor seiner Inhaftierung war Barghouti Mitgründer und Leiter der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, einer Organisation, die während der zweiten Intifada (2000 bis 2005) Dutzende Israelis mit Selbstmord-Bombenanschlägen und Schussanschlägen ermordete.

Darüber hinaus verharmloste Hanona die Flucht von Mitgliedern der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden und des Palästinensischen Islamischen Jihad aus dem Gefängnis im September letzten Jahres (siehe hier and hier). Die meisten der Entkommenen saßen wegen ihrer Rollen bei Anschlägen auf israelische Bürger lebenslange Strafen ab. Ayham Kamamji z.B. wurde wegen der Entführung und Ermordung des Teenagers Eliyahu Asheri verurteilt.

Tatsächlich unternimmt Hanona keinen Versuch seinen Wunsch zu verbergen, dass Israel von der Landkarte entfernt wird; er bezeichnet das souveräne Territorium des Landes als das „Land von 1948“, während er Israel in Anführungszeichen setzt.

Während der Operation Fels in der Brandung 2014 gegen die Hamas im Gazastreifen nutzte der Freiberufler der New York Times die sozialen Medien, um Ghassan Alian, einem israelischen Drusen, der damals die Golani-Brigade der IDF befehligte, mit Ermordung zu drohen.

Dann drängte Hanona den palästinensischen „Widerstand“ am 18. August 2014 – nur wenige Tage, bevor ein Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas in Kraft trat – eine Waffenruhe abzulehnen und seine Raketenangriffe auf Tel Aviv fortzusetzen, die zu diesem Zeitpunkt das Leben von fünf Zivilisten gekostet hatten.

In einem weiteren Online-Post aus demselben Monat ging er so weit den Naziführer Adolf Hitler anzuführen, um seinen Punkt zur Stärke der Kämpfe im Gazastreifen zu stützen. „Wie Hitler sagte, gebt mir einen palästinensischen Soldaten und eine deutsche Waffe und ich werde Europa auf seinen Fingerspitzen kriechen lassen,“ stand in Hanonas Post; er führte damit ein nicht bestätigtes Zitat des Mannes an, der für die Ermordung von sechs Millionen Juden verantwortlich war.

Darüber hinaus teilte der NYT-Fixer auf Facebook ein inzwischen gelöschtes Propaganda-Video von Terrorgruppen in Jenin, mit dem er seinen Followern sagte, die Palästinenser sollten zur „Kultur der Bekämpfung und des Tötens von Israelis“ zurückkehren.

„Ich akzeptiere keinen Juden, Israeli oder Zionisten oder sonst irgendjemanden, der Hebräisch spricht. Ich bin dafür sie zu töten, wo immer sie sind: Kinder, Alte und Soldaten“, versicherte Hanona und fügte hinzu: „Die Juden sind Söhne von Hunden… Ich bin dafür sie zu töten und sie zu verbrennen, wie Hitler es machte. Ich werde richtig glücklich sein.“ Laut seinem twitter-Feed markierten Israels Sicherheitsdienste seinen Namen, als er eine Dauererlaubnis für Reisen nach Jerusalem beantragte.

CNNS Ameera Harouda beklagte die Festnahme palästinensischer Terroristen

Fady Hanona hat natürlich ein Recht auf seine persönlichen Ansichten, so ignorant und geschmacklos sie auch sein mögen. Aber wie HonestReporting früher schon erklärte, können Fixer und Übersetzer mit einer politischen Agenda selektiv sein, was Informationen angeht, die sie den Journalisten weitergeben oder – schlimmstenfalls – die Worte der interviewten Personen falsch übersetzen, was verzerrte Nachrichten zum arabisch-israelischen Konflikt zur Folge hat.

Und Hanona ist im Gazastreifen nicht der einzige Fixer mit fragwürdiger Geschichte, wenn es um journalistische Ethik geht. Nehmen wir zum Beispiel Ameera Harouda, eine Freiberuflerin, die für CNN und das Wall Street Journal gearbeitet hat.

Als israelische Truppen den entflohenen Häftling Zakaria Zubeidi im September wieder einfingen, gab Harouda in einem Facebook-Eintrag ihrem Entsetzen Ausdruck, während sie einen Kommentar likte, der arabische Israelis, die den Terroristen der Polizei meldeten, als „Verräter“ abstempelte. Bemerkenswert ist, dass Zubeidi einen Anschlag der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden plante, bei dem sechs Israelis getötet wurden.

CNNs Frau in Gaza forderte auch die Freilassung Anhar al-Deeks aus dem Gefängnis, eines Terroristen mit einem versuchten Messeranschlag auf eine israelische Familie.

Recherchen zeigen immer und immer wieder, dass Nachrichtenkonsumenten zu Objektivität einer der wichtigsten Lakmus-Tests für professionellen Journalismus betrachten. Die Fakten zu berichten – ohne Agenden und Einseitigkeiten – wird weithin als  die Hauptaufgabe der Medien verstanden.

Um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen müssen die New York Times, CNN und andere Publikationen ihre Verpflichtung zu Objektivität wahren.

Daher rufen wir von HonestReporting unsere Abonnenten auf den Jerusalemer Bürochef der New York Times, Patrick Kingsley, zu kontaktieren und respektvoll, aber nachdrücklich zu fordern, dass die „Newspaper of record“ ihre Beziehung zu Fady Hanona auf der Stelle beendet.

[Nachtrag: Berichten zufolge ist diese Forderung inzwischen anscheinend von der New York Times umgesetzt worden.]

„Vom Fluss bis zum Meer“ und darüber hinaus: 5 immer wiederkehrende „palästinensische Parolen“ und ihre nicht berichtete Aufstachelung zum Völkermord

4. August 2022

HonestReporting, 26. Juli 2022

Vor kurzem haben Medien Israel beschuldigt die freie Meinungsäußerung einzuschränken, indem pro-palästinensische Sprechchöre in Jerusalem verboten wurden. Statt aber die eigentlichen Sprechchöre zu zitieren, verwiesen Journalisten auf diese Parolen einfach als „palästinensische Sprechchöre“ und „antiisraelische Parolen“ oder sogar „antikolonialistische Sprechchöre“.

1. „Vom Wasser zum Wasser ist Palästina arabisch“

Die Lieblings-Parole der israelfeindlichen Bewegung, „From the River to the Sea, Palestine will be free“ [Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein] ist westlichem Publikum durchaus bekannt. Aber laut einiger Quellen ging „Min el-maiyeh lele mayieh, Falastin arabiya“ der englischen Parole voraus.

Auf jeden Fall laufen beide Parolen auf einen Ruf zu den Waffen für Palästinenser hinaus, sie sollten ganz Israel erobern, vom Jordan bis zum Mittelmeer, wie HonestReporting wiederholt erläuterte.

Die Sprechchöre wiederholen Kommentare der Führer der durch die USA als palästinensische Terrororganisation eingestuften Hamas, die sich verpflichtet hat den jüdischen Staat zu vernichten: „Palästina gehört uns, vom Fluss bis zum Meer und vom Süden bis zum Norden.“

Diese Parolen haben sich weit über den Gazastreifen, Ramallah und den Nahen Osten hinaus verbreitet. Das Supermodel Bella Hadid teilte den Ruf „From the river to the Sea, Palestine will be free“ mit ihrer massiven Gefolgschaft während eines antiisraelischen Marschs in New York 2021. Bemerkenswert ist, dass Hadid auf den jüdischen Staat genau dann losging, als die Israelischen Verteidigungskräfte darum kämpften Terroristen zu neutralisieren, die tausende Raketen auf zivile Bevölkerungszentren schossen.

Ebenso brüllten am 23. April 2022 in Chicago Aktivisten, die mit der BDS-Bewegung (Boykott, De-Investitionen, Sanktionen) verbunden sind: „Vom Wasser zum Wasser ist Palästina arabisch!“ Der Protest fand statt, als Israel sich der tödlichsten Welle palästinensischer Terroranschläge in mehr als einem Jahrzehnt gegenüber sah.

2. „Mit Seele und Blut werden wir dich erlösen, Al-Aqsa.“

Haltlose Anschuldigungen israelischer Bedrohung der Al-Aqsa-Moschee, der drittheiligsten Stelle des Islam, gebaut auf den Ruinen des antiken jüdischen Tempels in Jerusalems Altstadt, sind schon lange ein Schlachtruf für palästinensischen Terrorismus gewesen. Zum Beispiel wurde das Massaker 1929 in Hebron, bei dem Araber 67 jüdische Einwohner der Stadt ermordeten, von Gerüchten ausgelöst, Juden würden planen die Kontrolle über die Moschee an sich zu reißen.

Vor kurzem, nachdem der palästinensische Schütze Raad Hazem am 7. April 2022 in Tel Aviv drei Israelis tötete und mehr als ein Dutzend weitere verletzte, waren die Terrororganisationen in der Westbank und dem Gazastreifen schnell dabei den Anschlag mit der Behauptung in Verbindung zu bringen, die Heiligkeit der Al-Aqsa sei bedroht.

Die übliche palästinensisch Parole „Birruh biddam nafdika ya Aqsa“, die oft während Krawallen in Israels Hauptstadt zu hören ist, sollte daher als Aufstachelung zu einem Religionskrieg gegen das jüdische Volk verstanden werden.

Und diese Beliebtheit breitet sich aus. Im Verlauf der Jahre ist gewalttätiges Gebrüll wegen der Al-Aqsa-Moschee in Dearborn, Toronto, Manchester und Newcastle sowie weiteren Städte zu hören gewesen.

3. „Juden, erinnert euch an Khybar, die Armee Mohammeds kehrt wieder“

Die Geschichte des islamischen Schlachtrufs „Khaybar khaybar, ya yahud, jaisch Muhammad, sa yahud“ lässt sich bis zur Auseinandersetzung zwischen Mohammeds Armee und jüdischen Stämmen auf der Arabischen Halbinsel im siebten Jahrhundert zurückverfolgen. Nachdem die muslimischen Eroberer die Oase Khaybar angriffen und überrannten, massakrierten sie bekanntlich die Männer und verkauften ihre Frauen und Kinder in die Sklaverei.

Im Januar 2001 hielt der Nahost-Experte Jeffrey Goldberg in einem Artikel im New Yorker im Januar 2001 fest, dass die Khaybar-Parole zwar ursprünglich von der Hamas übernommen wurde, die säkularen Palästinenser sie aber anscheinend während der zweiten Intifada (2000 bis 2005) angenommen hatten.

Die schaurige Bedeutung dieser Parolengesänge ist offensichtlich: Was der islamische Prophet den Juden Arabiens vor 14 Jahrhunderten antat, wird in Israel bald wiederholt werden.

Vor drei Monaten nutzten Hamas-Anhänger bei einem offensichtlichen Versuch ihre Entschlossenheit zu zeigen Israel und die größte jüdische Gemeinschaft der Welt zu vernichten, in Jerusalem die Gelegenheit des Holocaust-Gedenktags, ein weiteres Khaybar zu fordern, während sie israelische Flaggen verbrannten.

Solche Morddrohungen sind auch bei pro-palästinensischen Kundgebungen in den USA aufgetaucht, darunter in New York, Chicago und Florida, ebenso in Kanada und mehreren europäischen Hauptstädten. Aber selbst, nachdem Staatsanwälte in Großbritannien und den Niederlanden die völkermörderische Absicht hinter diesen Parolen bestätigen, sind die Obrigkeiten weitgehend abgeneigt Anklage gegen die Demonstranten zu erheben.

4. „Setzt Schwert gegen Schert, wir sind die Männer von Mohammed Deif“

Die Absichten der Hamas, die den Gazastreifen mit eiserner Faust regiert, seit sie 2007 die Kontrolle über die Enklave an sich riss, sind gut dokumentiert. Im Einklang mit ihrer antisemitischen Gründungscharta beseht das tonangebende Ziel der Hamas darin, den einzigen jüdischen Staat „auszulöschen“ und „das Banner Allahs auf jeden Zentimeter [des britischen Mandats] Palästinas zu hissen“.

Als amtierender Kommandeur der Issedin al-Qassam-Brigaden, des sogenannten militärischen Arms der Hamas, ist Mohammed Deif damit beauftragt, dieses Ziel in die Realität umzusetzen. Entsprechend hat der Erzterrorist wegen seiner Rolle bei zahlreichen tödlichen Anschlägen seit mehr als einem Vierteljahrhundert auf Israels Liste der Meistgesuchten gestanden.

Darüber hinaus gab er persönlich am 10. Mai 2021 den Befehl Raketen auf Jerusalem zu schießen, was 11 Tage Kämpfe zwischen Israel und den palästinensischen Terrororganisationen auslöste.

Deif, der von den iranischen Islamischen Revolutionsgarden als „lebender Märtyrer“ gepriesen worden ist, ist nicht nur im Gazastreifen ein Star, sondern auch in der Westbank und Jerusalem. Nach dem Krieg des letzten Jahres nannte zum Beispiel ein Mann in Ramallah seinen neugeborenen Sohn Mohammed Deif.

Deifs Popularität ist auch in der heiligen Stadt zunehmend sichtbar. Dieses Frühjahr, als israelische Sicherheitskräfte nahe der Al-Aqsa-Moschee mit palästinensischen Randalierern Zusammenstöße hatten, verkündeten Hamas-Anhänger bei zahlreichen Gelegenheiten ihre Treue gegenüber der Terrorgruppe, indem sie skandierten: „Setzt Schwert gegen Schwert, wir sind die Männer von Mohammed Deif.“

Nicht viel später wurde dieselbe Parole während einer palästinensischen Kundgebung in Deutschlands Hauptstadt verwendet.

5. „Oh Qassam, oh Freund, versetze Tel Aviv einen Schlag“

Der Ruf „Ya Qassam ya habib, odrob odrob Tel Aviv“ spielt auf den von den USA als Terrororganisation eingestuften militärischen Arm an und ruft die Hamas auf Raketen auf Israels am dichtesten besiedelte Städte zu schießen. Letztes Jahr wurden 13 Zivilisten, darunter zwei Kinder, in Israel durch aus dem Gazastreifen geschossene Raketen getötet.

Jede auf Zivilisten abgefeuerte Rakete ist ein Kriegsverbrechen. Wie bei vielen Raketen, die in vorwiegend städtischen Gebieten gefertigt, gelagert, durch sie transportiert werden, von denen sie verschossen werden, dient die Bevölkerung des Gazastreifens effektiv als menschlicher Schutzschild, womit die Hamas jedes Mal, wenn sie eine Rakete schießt, weitere Kriegsverbrechen begeht.

„Oh Qassam, oh Freund, versetze Tel Aviv einen Schlag“ hat seinen Weg in den Westen gefunden, wird zunehmend von einigen pro-palästinensischen Aktivisten vereinnahmt. Bei einem Vorfall im Jahr 2014 z.B., den niederländische jüdische Studenten als „bedrohlich“ beschrieben, wurde Sai Englert, ein Dozent an der ältesten Universität der Niederland in Leiden auf Band aufgezeichnet, wie er etwas sang, was auf einen klaren Aufruf zu Gewalt hinausläuft.

Mit der Verschleierung der völkermörderischen Absicht hinter diesen „palästinensischen Parolen“ machen die Nachrichtenmedien sich im Grunde mitschuldig daran zu verewigen, was auf ein israelfeindliches Narrativ hinausläuft.

Entführer, Bomber und Drahtzieher: Die 5 im Westen beliebtesten palästinensischen Terroristen

28. Juli 2022

Chaim Lax, HonestReporting, 21. Juli 2022

Eines der definierenden Charakteristika des israelisch-palästinensischen Konflikts ist der Einsatz von Terrorismus durch Palästinenser-Organisationen und Einzelne, um israelischen Zivilisten zu schaden und politischen Ziele mit gewalttätigen Mitteln zu fördern.

Diese Terroranschläge haben tausende Israelis das Leben gekostet und zahllose weitere verletzt und traumatisiert zurückgelassen.

Trotz Ihrer Rolle dabei unschuldigen Zivilisten Gewalt zuzufügen, hat eine Reihe palästinensischer Terroristen eine internationale Gefolgschaft mit Aktivisten, Künstlern und Akademikern entwickelt, die ihre Taten und Ideen verherrlichen.

1. Leila Khaled

Als Mitglied der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) war Leila Khaled 1969 an der Entführung eines TWA-Flugs von Rom nach Tel Aviv beteiligt, der nach Damaskus umgeleitet wurde.

Ein Jahr später war Khaled Teil eines zweiköpfigen Teams, das versuchte einen El Al-Flug von Amsterdam nach New York City zu entführen. Während des Anschlags zog Khaled die Sicherungsstifte aus zwei Granaten, die sie dabei hatte.

Nachdem ihr Partner von israelischen Air Marshals getötet wurde, wurde Khaled von Sicherheitspersonal überwältigt und in Gewahrsam genommen.

Bei der Landung auf dem Londoner Flughafen Heathrow wurde Khaled in britische Haft genommen. Weniger als einen Monat später wurde sie im Tausch für Geiseln freigelassen, die während einer anderen Entführung genommen worden waren.

Leila Khaled lebt derzeit in Amman in Jordanien, wo sie ihre Mitgliedschaft in der PFLP aufrecht erhält.

Obwohl Leila Khaled an zwei Entführungen teilnahm, die das Leben hunderter Zivilisten in Gefahr brachte, ist sie international fast ein halben Jahrhundert lang sowohl von politischen Aktivisten als auch von Künstlern verklärt worden.

1981 veröffentlichte die englische Band The Teardrop Explodes ein Lied namens Like Leila Khaled Said (Wie Leila Khaled sagte).

2005 veröffentlichte Lina Makboul einen Film mit dem Titel Leila Khaled Hijacker, in dem die schwedisch-palästinensische Filmemacherin auf Khaled als „mein Idol“ verwies.

2014 wurden Bilder von Leila Khaled auf zwei verschiedene Wandbilder in Belfast in Nordirland gemalt, wie sie zärtlich ein Gewehr an sich drückt.

Sowohl im September 2020 als auch im April 2021 lud das Arab and Muslim Ethnicities and Diasporas Studies Program an der San Francisco State University Leila Khaled ein, online als Teil ihres „Whose Narratives?“-Programms zu sprechen. Beide Reden wurden letztlich storniert, wobei Zoom den Vortrag im September wegen der Antiterror-Politik der Plattform absagte.

2. Rasmea Odeh

Rasmea Odeh, ebenfalls Mitglied der PFLP, wurde von Israel 1970 wegen zweier Terroranschläge im Jahr 1969 inhaftiert: dem Bombenanschlag auf einen Jerusalemer Supermarkt, der das Leben  zweier Studenten der Hebräischen Universität forderte und wegen des Bombenanschlags auf das britische Konsulat in Jerusalem vier Tage später.

Odeh wurde 1980 bei einem Gefangenenaustausch freigelassen und zog 1995 in die Vereinigten Staaten. 2004 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin.

2014 verurteilte ein Gericht Rasmea Odeh wegen Zuwanderungsbetrug, weil sie bei ihrem Antrag auf Immigration und Einbürgerung bezüglich ihrer Terrorismus-Verurteilungen gelogen hatte.

Odeh wurde im September 2017 nach Jordanien deportiert.

Obwohl sie eine verurteilte Terroristin ist, verantwortlich für den Tod zweier unschuldiger Zivilisten und der Verletzung zahlloser anderer, ist Rasmea Odeh zur weltweiten Cause Célèbre und Ikone politischer Aktivisten geworden, wurde von einer ganzen Bandbreite von Organisationen eingeladen Reden zu halten und ihre Ansichten zu verbreiten.

Im Mai 2017, nur wenige Monate vor ihrer Deportation aus den USA, wurde Odeh von der lokalen Ortsgruppe der Students for Justice in Palestine (SJP) gebeten an der Northwestern University bei Chicago zu sprechen.

Laut einem SJP-Sprecher möchte die Organisation Veranstaltungen ausrichten, die „die erstaunliche Arbeit ehrt, die Rasmea Odeh geleistet hat“.

2018 wurde Rasmea Odeh eingeladen im Verrekijker-Center an der Vreije Universiteit in Amsterdam zu einer Diskussion über den „palästinensischen Freiheitskampf“ zu sprechen. Die Universität schloss das Center daraufhin.

Im März 2019 wurde Odeh verboten in Berlin eine Präsentation vorzustellen, nachdem sie von zwei der PFLP nahe stehenden Organisationen als Sprecherin bei einer Konferenz zu „palästinensischen Frauen, die für Freiheit kämpfen“ eingeladen worden war.

3. Marwan Barghouti

Marwan Barghouti ist der Kopf der Tanzim (einer militanten Gruppierung der Fatah) und ein leitendes Mitglied der von den USA als Terrororganisation eingestuften Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden.

Er verbüßt derzeit fünf lebenslange Haftstrafen in einem israelischen Gefängnis, weil er während der zweiten Intifada Schießanschläge organisierte, weil er einen Terroranschlag auf das Restaurant Meeresfrüchte-Markt in Tel Aviv leitete, bei dem drei Israelis getötet wurden und wegen eines versuchten Bombenanschlags auf die Malha-Mall in Jerusalem.

Barghouti hat auch zu einer dritten Intifada aufgerufen, sich für eine Wiederaufnahme der Gewalt gegen israelische Soldaten sowie Zivilisten eingesetzt.

Ungeachtet seiner terroristischen Meriten wird Barghouti im gesamten Westen umschwärmt, als ehrenwerter Führer angepriesen und als politischer Gefangener dargestellt.

Wie HonestReporting bereits berichtete, hat eine Reihe von Nachrichtenorganen Barghoutis gewalttätigen Hintergrund vernebelt; dabei zieht AP es vor ihn als „beliebten, charismatischen Führer“ zu bezeichnen und Christiane Amanpour von CNN beschreibt ihn als einen „Aktivisten“.

Ähnlich titulierte die New York Times Barghouti als „einen Palästinenserführer und -Parlamentarier“.

2017 führte Marwan Barghouti einen Hungerstreik palästinensischer Häftlinge in israelischen Gefängnissen an. Zu den streikenden Häftlingen gehörten Mitglieder der von den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas und Palästinensischer Islamischer Jihad.

Obwohl der Hungerstreik von einem verurteilten Terroristen angeführt wurde und Mitglieder international so eingestufter Terrororganisationen dazu gehörten, schlossen sich Studenten-Aktivisten aus so angesehenen Institutionen wie der Columbia University, der University of Chicago und der DePaul University sich zusammen, um offen Solidarität mit den fastenden Häftlingen zu demonstrieren.

Ebenso half der Studentensenat von Stanford ein auf dem Campus geführtes Gespräch von Marwan Barghoutis jüngstem Sohn Aarab zu finanzieren, der dort im Auftrag seines Vaters und der  anderen Hungerstreikenden sprach.

4. Ghassan Kanafani

Der bekannte palästinensische Schriftsteller und Poet Ghassan Kanafani war ebenfalls ein führendes Mitglied der palästinensische Terrororganisation PFLP. Als PFLP-Sprecher rechtfertigte Kanafani Anschläge auf Zivilisten, einschließlich Flugzeugentführungen und das Massaker an Touristen auf Israels Flughafen Lod im Jahr 1972.

In Reaktion auf das Flughafen-Massaker von Lod wurde Kanafani zwei Monate später von israelischen Streitkräften getötet.

Trotz seiner Verbindungen zu einer als internationale Terrororganisation eingestuften Gruppe und seiner Rechtfertigung von Anschlägen gegen Zivilisten ist Kanafani für israelfeindliche Aktivisten, Akademiker und linksextreme politische Gruppen eine Ikone.

Auch von Universitäten wird Unterstützung von Kanafani erlaubt, wobei die University of Texas in Dallas gestattet, dass 2022 die Ghassan Kanafani-Anthologie auf ihrem Campus veröffentlicht wird.

Ähnlich wurde Kanafanis Bild in die Broschüre einer Veranstaltung aufgenommen, die vom Institute of Islamic Studies des Department of History and Center for the Study of the United States an der Universität Toronto gesponsert wurde.

5. Ahmad Sa’adat

Seit 2001 ist Ahmad A’adat Generalsekretär der PFLP und sitzt derzeit eine 30-jährige Haftstrafe wegen der Organisierung des Mordes an Israels Kulturminister Rehavam Ze’evi im Oktober 2001 ab.

Obwohl er ein verurteilter Terrorist ist und eine international als Terrororganisation eingestufte Gruppe führt, ist Sa’adat eine Cause Célèbre bei israelfeindlichen Organisationen und politischen Extremisten geworden, die für seine Freilassung aus dem Gefängnis kämpfen.

Die mit der PFLP verbundene Organisation Samidouns organisiert häufig öffentliche Kundgebungen sowohl in Kanada als auch den USA im Bemühen das Bewusstsein zu Sa’adats Haft zu verbreiten und für seine Freilassung einzutreten.

2019 erlaubte die Universität von Minnesota den National Studens for Justice in Palestine, dass deren Konferenz auf ihrem Campus stattfindet. Bei diesem Treffen wurde Ahmad Sa’adat gepriesen und eine Botschaft von ihm mit den Teilnehmern geteilt.

Ahmad Sa’adat ist auch ein Interessenpunkt für internationale Gremien geworden, wobei Amnesty International seit 2002 für seine Freilassung eintritt, die Vereinten Nationen Sa’adat gegenüber wohlwollende Arbeiten veröffentlicht und die Interparlamentarische Union (eine weltweite Organisation nationaler Parlamente) dazu aufruft ihn auf freien Fuß zu setzen.

Wie aus dem Obigen zu sehen ist, sind palästinensische Terroristen, die zu Gewalt gegen unschuldige Zivilisten aufrufen und begangen haben, im Westen beunruhigend populär, werden sogar verherrlicht.

Damit Frieden zwischen Israel und den Palästinensern kommen kann, müssen Stimmen wie die von Leila Khaled, Rasmea Odeh und Marwan Barghouti durch die Stimmen von Palästinensern ersetzt werden, die für Frieden und Kooperation eintreten.

Und damit endlich die niederträchtigen Taten dieser Friedensfeinde anzuprangern, könnten die Medien helfen den Prozess der Normalisierung umzukehren, der bezüglich der Leute und Gruppen stattgefunden hat, die einzig vom Zerstörungswunsch motiviert sind.

Wie Medienberichte über Israels Normalisierungsabkommen die Verwerfungslinien des Nahen Ostens entlarven

21. Juli 2022

HonestReporting, 1. November 2021

Eine HonestReporting-Analyse der englischsprachigen, vom Staat unterstützten Medien, die sich auf den Nahen Osten konzentrieren, deckt scheinbar Verwerfungslinien  entlang der Frage der Normalisierung der Beziehungen Israels zu den arabischen Staaten unter der Schirmherrschaft der Abraham-Vereinbarungen auf.

Der tiefe Tauchgang agiert daher als Barometer der Wärme der Beziehungen zwischen dem jüdischen Staat und verschiedenen Ländern der Region.

Der Oberste Revolutionsführer des Iran, Ali Khamenei, zum Beispiel, verriss letzte Woche die von der Administration Trump vermittelten Vereinbarungen, die formelle diplomatische Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, dem Sudan sowie Marokko schmiedeten. „Einige Regierungen habe leider Fehler gemacht, sie müssen von diesem Pfand zurückkehren  und diesen großen Fehler wettmachen“, fügte er hinzu.

Das kommt von dem Führer des führenden Staatssponsors des Terrorismus, der wiederholt zum Ausmerzen Israels aufgerufen  hat  und beschuldigt worden ist ein illegales Projekt zur Produktion von Mitteln – in Form von Atomwaffen – zu verfolgen, dieses Ziel zu erreichen.

Vom Iran unterstützte Medien haben sich in Khameneis Linie eingereiht.

Die staatliche Nachrichtenagentur der Islamischen Republik (IRNA) veröffentlichte am 11. Oktober einen Artikel mit dem Titel „Iranian, Pakistani parliamentarians emphasize Islamic unity against common challgences“ [Iranische und pakistanische Parlamentarier betonen die islamische Einheit gegen gemeinsame Herausforderungen], in dem die Abraham-Vereinbarungen so dargestellt wurde, die USA würden „die Trommeln der Konfrontation und andererseits des zionistischen Regimes schlagen … im Versuch Krieg anzuzetteln und die Samen der Heuchelei und Spaltung unter Muslimen zu säen.“

Ein IRNA-Bericht am 20. Oktober zitierte den Hamas-Botschafter in Teheran Khaled Al-Qodumi damit, er habe gesagt „die Normalisierung der Beziehungen ist eines der Zeichen der Niederlage des zionistischen Regimes“.

Erneuertes Interesse an den Abraham-Vereinbarungen kommt vor dem Hintergrund der aktuellen Amtseinführung eines Ausschusses israelischen Parlaments zur Förderung des regionalen Friedens. An einer Auftaktveranstaltung im Jerusalemer Toleranz-Museum nahmen Mitglieder früherer israelischer und amerikanischer Regierungen teil, unter denen die Vereinbarungen unterschrieben wurden, darunter der ehemalige Premierminister Benjamin Netanyahu und der damalige ranghohe Berater des Weißen Hauses, Jared Kushner, der von Ivanka Trump begleitet wurde.

Die Abraham-Vereinbarungen sind die ersten ihrer Art, seit Israel und Jordanien 1994 einen Friedensvertrag unterschrieben, was ein Jahr nach dem Unterzeichnung der Oslo-Verträge zwischen Israel und den Palästinensern stattfand; davor gab es noch 1979 den Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten.

Trotz der Opposition der palästinensischen Autonomiebehörde sind weiter Berichte über zusätzliche Abkommen aufgetaucht; die PA betrachtet Israels diplomatische Fortschritte als Bedrohung für die vermeintliche Zentralität der Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu veröffentlichte ihrerseits am 13. Oktober einen Bericht über das Doha Global Security Forum, bei dem Qatars Außenminister Scheik Mohammed bin Abdul Rahman Al Thani „ausschloss, dass arabisch-israelische Normalisierungsvereinbarungen die Nahost-Friedenskrise lösen wird“.

„Wir sollten uns nicht auf wirtschaftliche Normalisierung konzentrieren und die [israelische] Besatzung arabischen Landes vergessen“, wurde der Diplomat zitiert.

Auf ähnliche Weise hob ein Bericht der türkischen Zeitung am 16. Oktober einen Artikel hervor, den der amerikanische Nahost-Kommentator Douglas London schrieb, in dem der ehemalige CIA-Offizier behauptete, die Abraham-Vereinbarungen könnten, statt regionalen Frieden einzuleiten, Schurkenregime und Instanzen stärken, die vom diplomatischen Prozess ausgeschlossen wurden.

„Einmal mehr legten die USA all ihre Eier in die Körbe autokratischer Führungen, während die Palästinenser und der fortgesetzte Nachklang ihrer Sache in der weiteren arabischen und muslimischen Welt missachtet werden“, wurde Londons Text wörtlich von Anadolu zitiert.

Während die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei bereits vor den Abraham-Vereinbarungen überlastet waren, hat ihr Aufkommen Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der sein Land als sichere Zuflucht für die Hamasführung angeboten hat, offenbar mehr Munition gegeben, mit der er auf den jüdischen Staat einprügeln kann.

Derweil ist auch die staatliche Syrian Arab News Agency (SANA) sich ebenfalls barsch gegen die Normalisierungsverträge ausgesprochen. In einem Artikel vom 4. September über ein Treffen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und Talal Naji, dem Generalsekretär der Volksfront zur Befreiung Palästinas, die von den USA, Kanada und Israel als Terrororganisation eingestuft ist, berichtete SANA: „Angesichts der Welle offizieller arabischer Normalisierungsabkommen mit dem zionistischen Gebilde bestätigte Naji, dass die Einheit des palästinensischen Volks und sein Widerstand die einzige Option ist auf den Frust und die Spaltungsprojekte [die Abraham-Vereinbarungen] zu reagieren.“

In einem SANA-Bericht vom 25. Juni, der ein Treffen der Arabischen Rechtsanwaltsunion ausführlich beschreibt, wurde der Leiter der Gruppe damit zitiert, dass sein vorrangiges Ziel „der Kampf zur Befreiung des besetzten arabischen Landes und gegen zionistischen Rassismus und amerikanischen Imperialismus sowie Widerstand gegen die Normalisierung in all ihren Formen“ ist. Ein Artikel vom 22. Juni, der ausführlich von einem Seminar über die „Al-Quds-Intifada“ berichtet, der vor dem von der Hamas initiierten Konflikt mit Israel im Mai geschrieben wurde, zitierte einen Teilnehmer, der betonte, „dass der Volksaufstand im besetzten Al-Quds [Jerusalem] die Haltung des palästinensischen Volks gegenüber dem Widerstand gegen die Besatzung und seine Hingabe an seine legitimen Rechte und die Ablehnung aller Formen der Normalisierung mit ihr zum Ausdruck bringt“.

Al-Assads Regime ist eng mit dem Iran verbündet und unterstützt aktiv die Terroroperationen der  Hisbollah gegen den jüdischen Staat.

Daher überrascht es nicht, dass ein Artikel vom 25. September in Al-Manar, der offiziellen libanesischen Nachrichtenorgan der Hisbollah, deutlich machte, dass Bagdad findet, „Normalisierung wird im Irak von der Verfassung, juristisch und politisch abgelehnt“. Die Nachrichtenagentur führte am 14. September einen politischen Führer an, der „den Normalisierungs-Deal zwischen [Bahrains] Al-Manama-Regime und dem zionistischen Feind nur Verrat beschrieb.“ Die Quelle drohte auch damit, dass „die arabischen Regime, die die Beziehungen zu ‚Israel‘ normalisieren … ihr Schicksal an das des Besatzungsgebildes [gebunden haben]“.

Andererseits veröffentlichte die Khaleej Times in den VAE am 27. Oktober einen Text des israelischen Präsidenten Isaak Herzog, der die aufkeimende bilaterale Kooperation von Abu Dhabi und Jerusalem infolge der Abraham-Vereinbarungen feierte.

Herzog vermittelte auch Jerusalems Optimismus, dass die Abkommen einen Schneeballeffekt haben könnten: „Ich hoffe und glaube, dass andere Staaten bald der mutigen Entscheidung der VAE nacheifern werden Beziehungen zu Israel aufzunehmen, inspiriert von dem unbestreitbar Guten, das diese Partnerschaft hervorbringen wird“, schrieb er.

In dieser Art veröffentlichte die von der saudischen Regierung gestützte Zeitung Asharq Al-Awsat am 11. Oktober einen Artikel über ein trilaterales Treffen der hochgestellten Diplomaten der USA, Israels und der VAE in Washington DC. Die Normalisierungsvereinbarungen wurden als „diplomatische Meilenstein-Vereinbarungen“ beschrieben und erwähnten viermal, dass der Gipfel mit der Absicht veranstaltet wurde „die Abraham-Vereinbarungen zu fördern“.

Asharq Al-Awsat berichtete am 14. Oktober, dass Vertreter des Sudans und Israels sich in Abu Dhabi getroffen hatten, um Gespräche in Verbindung mit den Abraham-Vereinbarungen wiederaufzunehmen und hielt dabei fest, dass Israels Minister für regionale Kooperation Esawi Frej betonte, dass die Verbindungen zu Khartum die Palästinenser nicht negativ beeinflussen würden.

„Mein Besuch in den VAE ermutigte mich die Überzeugung zu festigen, dass die Abraham-Abkommen auf dem Weg des Vergleichs einen Schub nach vorne darstellen würden“, soll Frej in Bezug auf ein Friedensabkommen zwischen Israel und den Palästinensern gesagt haben.

Es hat ein bemerkenswertes Tauwetter in den Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel gegeben und die Entscheidung des Golfstaats sich den Abraham-Vereinbarungen anzuschließen würde von vielen als wichtiger Erfolg betrachtet, der eine tektonische Verschiebung in der politischen und diplomatischen Ausrichtung des Nahen Ostens schaffen könnte.

„Erlegt den Staat Israel“: Medien verschleiern das wahre Ziel der BDS-Kampagne in der Berichterstattung über Sally Rooney

14. Juli 2022

Rachel O’Donogue, HonestReporting, 13. Oktober 2021

Die Diskussion darüber, dass die irische Schriftstellerin Salley Rooney ihre Verbindungen zu einem israelischen Verleger in Übereinstimmung mit ihrer Unterstützung der BDS-Bewegung (Boykott, De-Investitionen und Sanktionen) kappte, geht weiter.

In den letzten zwei Tagen haben zahlreiche internationale Medien Artikel über Rooneys Entscheidung veröffentlicht sich an einem „Kulturboykott“ des jüdischen Staates zu beteiligen, indem sie verhindert, dass ihr neuester Roman, Beautiful World, Where Are You?, vom Modan Publishing House ins Hebräische übersetzt wird.

Ein auffallendes, vielen dieser Zeitungsberichten gemeinsames Thema ist, wie gründlich sie die wahren Ziele der BDS-Bewegung verzerren und falsch darstellen, so dass sie dem uninformierten Leser annehmbar erscheinen.

Die BDS-Internetseite zeigt z.B. eindeutig Verfechter „eines Boykotts des gesamten Unterdrückungsregimes Israels“ und appelliert an Anhänger „Druck auf [ihre] jeweiligen Staaten auszuüben, um Embargos und Sanktionen gegen Israel zu verhängen.“

Doch die Washington Post verniedlicht das Ausmaß des Ziels der Bewegung in ihrem Artikel vom 12. Oktober Sally Rooney won’t release new bestseller in Israel, publisher says, intensifying debate on cultural boycott (Sally Rooney wird neuen Bestseller in Israel nicht veröffentlichen, sagte Verleger, was die Debatte über einen Kulturboykott intensiviert):

Die BDS-Kampagne zielt darauf Israels Politik gegenüber den Palästinensern zu verändern, indem zu Boykotten, dem Abstoßen von Aktien und Sanktionen gegen israelische und internationale Firmen ermutigt wird, die auf Land agieren, das Palästinenser als das ihre betrachten. Land, das Palästinenser als ihres betrachten, umfasst die Westbank und Ost-Jerusalem.

BDS unterscheidet jedoch nicht zwischen israelischen Firmen, die in den umstrittenen Gebieten operieren und denen, die das nicht tun. Stattdessen drängt sie dazu alle Firmen – israelische wie ausländische – auf schwarze Listen zu setzen, die jegliche Art von Geschäften mit dem jüdischen Staat machen.

Eine von BDSGuide veröffentlichte Liste, die die „Heuchelei von BDS“ entlarvt, stellt heraus, dass BDS-Befürworter Boykotte von Unternehmen fordern, zu denen Apple, Microsoft, Samsung, Amazon, Facebook, Google, eBay, Viacom, Universal Studios, Coca-Cola, Nestle, McDonald’s und Walmart gehören.

Würden die Leute den Forderungen der BDS-Bewegung komplett nachgeben, dann wäre es tatsächlich unwahrscheinlich, dass sie jemals wieder essen, trinken oder Technologie verwenden würden.

In seiner Zusammenfassung von BDS erklärt aber The Cut, das Teil des New York Magazin ist:

BDS hat ein paar Schlüsselziele: Die Israelis dazu zu bringen ihren palästinensischen Bürgern gleiche Rechte zu gewähren; die im Konflikt nach der Gründung Israels vertriebenen palästinensischen Flüchtlinge zurück in ihre Häuser zu lassen; und das besetzte Land zurückzugewinnen, das Israel im arabisch-israelischen Krieg von 1967 eroberte, einschließlich der Westbank. Im Dienste dieser Ziele propagiert BDS einen internationalen Boykott nach dem Vorbild desjenigen, der half die „Apartheid“ in Südafrika zu beenden.

The Cut plappert effektiv die Falschdarstellungen und unverblümten Lügen der Bewegung nach, indem sie sie als Fakten präsentieren.

Die Realität ist, dass es keine Gesetze in Israel gibt, die dem früheren Apartheidsystem Südafrikas auch nur ähneln, mit dem Bürger auf Grundlage von Rasse, Religion oder Ethnie diskriminiert wurden. Arabische Israelis, von denen sich nur ein geringer Anteil als Palästinenser identifiziert, stellen 20 Prozent der Bevölkerung Israels und haben volle Staatsbürgerschaft und gleiche Rechte.

Die Publikation zielt auch auf die, die BDS verurteilt haben:

Manche Kritiker interpretieren die Ziele der Bewegung als Ausdruck eines Wunsches Israel als jüdischen Staat abzuschaffen und als in ihren Inzielnahme Israels antisemitisch, während viele andere Länder ebenfalls Menschenrechtsverletzungen begangen haben.

Das legt nahe, dass es eine Handvoll Pro-Israelis gibt, die auf verschwörerische Weise die Ziele der BDS als „Spiegel eines Wunsches Israel als jüdischen Staat abzuschaffen“ verdrehen.

Omar Barghouti hingegen, Mitgründer der Bewegung, ist früher in seiner Ansicht schon eindeutig gewesen, dass ganz Israel palästinensisches Territorium ist, während er seine Opposition zu einem „jüdischen Staat in welchem Teil [des britischen Mandats] Palästinas auch immer“ bestätigte.

Gefragt, ob er eine Zweistaaten-Lösung unterstützt, ist Barghouti wiederholt für nur einen Staat eingetreten: einen palästinensisch.

Teen Vogue twittert seine verstümmelte Version der Geschichte an seine 3,2 Millionen Follower; darin stand folgender Satz:

BDS oder Boykott, De-Investitionen, Sanktionen, fordert die weltweiten Anhänger der Palästinenserrechte auf sich zu weigern Institutionen in Israel oder solche, die mit der israelischen Regierung verbunden sind finanziell zu unterstützen.

Zumindest macht das klar, dass BDS sich auf den Boykott ganz Israels konzentriert, nicht nur den jüdischer „Siedlungen“ in von den Palästinensern beanspruchten Territoriums.

Trotzdem würde der führende BDS-Aktivist und US-Collegeprofessor As’ad AbuKhalil höchstwahrscheinlich dieser zahmen Bewertung der Ziele der Bewegung widersprechen, bedenkt man, dass er einst unzweideutig erklärte, ihr Hauptmotiv sei es „den Staat Israel zu erlegen“.

Sally Rooneys Entscheidung ihren Roman nicht bei einer israelischen Firma zu veröffentlichen, mag ein symbolischer Sieg der BDS-Kampagne sein.

Aber das wäre unmöglich gewesen, hätten nicht so viele Medien die Realität der zentralen ziele der Bewegung verschleiert: sprich, die jüdische Selbstbestimmung in ganz Israel zu beenden.

Neueste Medien-Apartheid-Verleumdung: Israels „zweiteiliges“ Rechtssystem in der Westbank

30. Juni 2022

Akiva Van Koningsveld, HonestReporting, 15. Juni 2022

Kaum ein Jahr nach ihrer Amtseinführung befindet sich Israels von Premierminister Naftali Bennett geführte „Koalition der Veränderung“ sich am Rande der Zusammenbruchs, nachdem zwei Routine-Gesetze zur Regelung des Status in der Westbank lebender israelischer Bürger nicht durchkamen; die Westbank ist auch unter ihrem biblischen Namen Judäa und Samaria bekannt. Die Notfall-Regularien – Judäa und Samaria, Rechtsprechung und das Prozesskostenhilfe-Gesetz – erstmals von einer von der Arbeitspartei geführten Regierung 1967 erlassen und seitdem im Stillen alle fünf Jahre erneuert – konnte die benötigten 61 Stimmen nicht gewinnen, nachdem mehrere Koalitionsrebellen sich auf die Seite der von Benjamin Netanyahu geführten Opposition stellten.

Zur Erklärung dafür mit „Nein“ zu stimmen sagte die Likud-Partei des früheren Premierministers, sie wollen eine „schlechte und gefährliche Regierung“ stürzen. Justizminister Gideon Sa’ar seinerseits beschuldigte die rechte Opposition, sie strebe nach „Anarchie“, indem sie ein Gesetz blockiert, das „für die Aufrechterhaltung der öffentlichen und rechtlichen Ordnung entscheidend“ ist.

Die internationalen Medien ergriffen die Gelegenheit Israel zu verleumden, indem sie die „Apartheid“-Vorwürfe wieder aufwärmten und behaupteten, die Regelungen zu Judäa und Samaria hielten eine Rechtsordnung aufrecht, die die Palästinenser diskriminiert. Zum Beispiel beschrieb die New York Times in ihrem Artikel „Netanyahus Plan to Regain Power in Israel: Vote Against His Views“ (Netanyahus Plan zur Wiedergewinnung der Macht in Israel: Gegen die eigenen Ansichten abstimmen) das Gesetz als „die Grundlage des zweigliedrigen Rechtssystem in der besetzten Westbank, das zwischen israelischen Siedlern und Palästinensern unterscheidet und das von Kritikern als eine Form der Apartheid beschrieben wird.“

Die Associated Press ging gleichfalls hart mit dem 55 Jahre alten Statut ins Gericht, wobei explizit festgehalten wurde, dass „Kritiker, darunter die Palästinenser und drei prominente Menschenrechtsgruppen“, den jüdischen Staat der Praktizierung von Apartheid beschuldigt haben.

Wie HonestReporting ausführlich berichtet hat (siehe z.B. hier, hier und hier), haben diese Behauptungen keinerlei Wert. Dennoch scheinen Nachrichtenorgane fest entschlossen zu sein einen komplizierten Sachverhalt auf ein grob vereinfachtes, haltloses Narrativ zu reduzieren, mit dem Jerusalem als beschuldigt juristischem Rassismus an Palästinensern zu begehen.

Die Regularien für Judäa und Samaria: territoriale vs. persönliche Rechtsprechung

Die derzeitige juristische Realität in Judäa und Samaria – die tief mit der Kolonialgeschichte der Westbank verflochten ist – ist höchst komplex. Bis heute  wird das umstrittene Gebiet von einem Durcheinander aus osmanischen, britischen Mandats- und jordanischen Gesetzen bestimmt, dazu von israelischen Militäranordnungen.

Nach dem Sechstage-Krieg, einem Verteidigungskonflikt, der in Reaktion auf die Drohung arabischer Staaten ausgetragen wurde, die die Existenz des jüdischen Staats bedrohten, fand sich das Land in Kontrolle großer Landstriche wieder, die davor von anderen gehalten wurden, darunter Jordanien und Syrien. Aber während die von Premierminister Menachem Begin geführte Regierung 1980 die Anwendung israelischen Rechts in Ostjerusalem und 1981 auf den Golanhöhen unterstützte, verzichtete Jerusalem darauf die Souveränität auf die Westbank anzuwenden, die Amman 19 Jahre lang besetzt gehalten hatte.

Stattdessen verabschiedete die Knesset die „Notstandsverordnungen für Judäa und Samaria“, die israelische exterritoriale Zuständigkeit auf Bürger in der Region ausweitete, während die Gesetze von vor 1967 in Kraft blieben. Jerusalem hat argumentiert, dass es durch Achtung des Status quo in Übereinstimmung mit den internationalen Verpflichtungen handelt, zu deren Erfüllung es sich verpflichtet hat.

Entsprechend haben die Einwohner jüdischer Gemeinden in der Westbank Anspruch auf praktisch dieselben Rechte, die andere israelische Bürger genießen, obwohl sie – juristisch gesehen – außerhalb des souveränen Territoriums des Landes leben. Sie können nationale Personalausweise beantragen, sind gemäß des nationalen Versicherungsgesetzes versichert und erhalten Gesundheitsversicherung über die öffentlich finanzierten Krankenkassen. Israel führte auch Steuern für Westbank-Orte ein und die Einwohner werden zum Wehrdienst in die israelischen Streitkräfte (IDF) eingezogen.

Was ist mit den Palästinensern?

Derweil bleiben die Palästinenser in Übereinstimmung im den Humanitären Menschenrecht osmanischer, britischer und jordanischer Rechtsprechung unterworfen, dazu der Zuständigkeit israelischer Militärgerichte. Darüber hinaus haben sie Zugang zum Obersten Gerichtshof in Jerusalem, der oft zugunsten palästinensischer Forderungen geurteilt hat. Zusätzlich forderten die Vereinbarungen zwischen Israel und den Palästinensern zur Gründung von Gerichten der unabhängigen palästinensischen Autonomiebehörde (PA) auf, die ihnen über praktisch alle Palästinenser der Westbank Befugnis gewähren.

Der israelische Generalstaatsanwalt (und spätere Richter am Obersten Gerichtshof) Elyakim Rubinstein stellte die Haltung der Regierung 1999 kurz gefasst so dar: „Die Israelis haben ein anderes Gesetz [als die Palästinenser], das auf ihre Rechtsperson anzuwenden ist, aber das betrifft keine territoriale Rechtsprechung, da Israel das Gebiet nie annektiert hat und Israel nie Recht außerhalb der offiziellen Grenzen angewandt hat.“

Oder wie der Experte für internationales Recht Eugene Kontorovich es einmal ausdrückte: „Die extraterritoriale Anwendung von Recht stellt noch keine Annexion dar, ansonsten hätten die USA die gesamte Welt annektiert.“

Von daher schuf Israel nicht, was Kritiker und Medien als ein „unfaires System“ (Washington Post) beschrieben haben. Stattdessen haben aufeinander folgende Regierungen in Jerusalem aus dem gesamten politischen Spektrum in erster Linie den Zustand erhalten, der während Jordaniens Besatzung bestand hatte, wobei gleichzeitig die grundlegenden sozialen und politischen Rechte in den umstrittenen Gebieten lebender israelischer Bürger ausgeweitet worden sind.

Anwendung israelischen Arbeitsrechts auf palästinensische Arbeiter

Die juristische Komplexität spiegelt sich in der Realität des Lebens in der Westbank für all ihre Einwohner wider, was in starkem Gegensatz zu den Schwarzweiß-Darstellungen steht, die von Journalisten regelmäßig verbreitet werden. Zum Beispiel kann gegen die israelischen Einwohner von Judäa und Samaria technisch immer noch vor Militärtribunalen verhandelt werden und PA-Einwohner sind – in einigen Fällen – von israelischem Recht geschützt. Ein Fallbeispiel:  2007 urteilte der Oberste Gerichtshof, dass Verträge mit von Israelis beschäftigten Palästinensern durch israelisches Arbeitsrecht geregelt werden können, womit vielen Arbeitern besserer Schutz gewährt wird.

Das Urteil hielt fest, dass „das nationale Arbeitsgericht zu dem Schluss kam, dass in Ermangelung einer gesetzlichen Regelung, die ausdrücklich das israelische Arbeitsgesetz in dem Gebiet anwendet, das geltende jordanische Beschäftigungsgesetz, dieses per Anordnung des Militärkommandeurs ergänzt wird.“ Israels höchstes Gericht kam aber zu dem Schluss, dass neben anderen Gründen „israelisches Recht auf die palästinensischen Arbeiter anzuwenden vom Prinzip der Gleichbehandlung und den fundamentalen Zweck der Eliminierung sittenwidriger Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt notwendig gemacht wird“.

2016 urteilte das regionale Arbeitsgericht in Jerusalem, dass ein Restaurant in der Stadt Ariel in Samaria, das vom damaligen Likud-Abgeordneten Oren Hazan betrieben wurde, drei palästinensischen Beschäftigten nicht die rechtlich geforderten israelischen Zuschüsse gezahlt hatte. Hazans Restaurant wurde angewiesen Ayman Othman, Fawaz Kanaan und Jihad Kanaan 300.000 Schekel [rund €83.000] zu zahlen.

Was ist mit Oslo? Die Notfallregularien und juristische Unterstützung

Ein weiteres, bei der Standard-Medienberichterstattung auffällig abwesendes Element ist, dass seit Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen die meisten Westbank-Palästinenser unter der Herrschaft der palästinensischen Autonomiebehörde gelebt haben. In den zwischen Israel und der PLO geschlossenen Vereinbarungen wurde der neu geschaffenen PA die Kontrolle über die Areas A und B gegeben, die die Heimat für 90% der arabischen Bevölkerung der Westbank sind. Derweil behielt Israel nur die Kontrolle über die Area C, die alle jüdischen Gemeinden der Westbank beinhaltet.

Und während die New York Times, die Washington Post und Associated Press unbekümmert ihren Lesern erlauben zu dem Schluss zu kommen, dass Israels Präsenz in der Westbank gleichbedeutend mit Apartheid ist, ist es die PA, die in Wirklichkeit tatsächlichen Rassismus in den unter ihrer Kontrolle stehenden Gebieten begeht.

1997 zitierte die israelische Tageszeitung Yedioth Ahronoth Yassir Arafat mit den Worten: „Unser Gesetz ist ein jordanisches Gesetz, was wir erbten …  und legt die Todesstrafe für diejenigen fest, die Land an Israelis verkaufen.“ Die PA in Ramallah hat auch zahlreiche eigene Gesetze erlassen, darunter eines, das Anreize für Mord an israelischen Juden bietet.

Mögliche Auswirkungen davon Regularien auszulaufen zu lassen

Laut Oberst (a.D.) Dr. Liron A. Libman, ehemaliger Leiter der IDF-Abteilung für internationales Recht, wird das Versäumnis das Gesetz zu verlängern wahrscheinlich weitreichende Folgen für Israelis wie Palästinensern haben. Zum Beispiel könnten Israelis, die Palästinenser bei Verkehrsunfällen wegen Schadensersatz verklagen wollen, sich in einem ernsten juristischen Sumpf wiederfinden.

Ähnlich könnten Araber, die von israelischen Gerichten ihre von PA-Gerichten ergangenen Erbrecht-Urteile anerkannt bekommen wollen, nachteilig von einem Scheitern der Erneuerung der Notfall-Regularien für Judäa und Samaria, Zuständigkeit und Rechtshilfe-Gesetz betroffen sein.

Schließlich bieten die Regularien eine Rechtsgrundlage dafür, dass Israel verurteilte palästinensische Terroristen und Sicherheitshäftlinge aus der Westbank in Übereinstimmung mit den Oslo-Vereinbarungen inhaftiert. „Wenn die Regularien Ende des Monats auslaufen, wird sich die Frage stellen, was genau die Rechtsgrundlage für das Festhalten dieser Häftlinge in israelischen Gefängnissen ist“, sagte der Jura-Experte Oberstleutnant (a.D.) Maurice Hirsch gegenüber JNS am 8. Juni. Zu jeder Zeit befinden sich 3.000 bis 3.500 palästinensische Terroristen in israelischen Gefängnissen.

Während erwartet wird, dass Verordnungen für Judäa und Samaria in Kraft bleiben – das Gesetz wird für eine weitere Abstimmung in die Knesset eingebracht werden und Innenministerin Ayelet Shaked hat angekündigt, dass die Zivilregierung weiter Israelis in den Gebieten bedient – ist der Schaden für Israels öffentliches Image bereits angerichtet worden.

Einmal mehr ist Israel auf der Weltbühne als Apartheidstaat geteert worden.

Vor „Palästina“: Erkundung der ungebrochenen jüdischen Verbindung zum Tempelberg

16. Juni 2022

Akiva Van Koningsveld, HonestReporting, 2. Juni 2022

Vermeintliche israelische Bedrohungen der Al-Aqsa-Moschee, der drittheiligsten Stätte des Islam, gebaut auf den Ruinen des antiken jüdischen Tempels in der Altstadt von Jerusalem, sind schon lange ein Schlachtruf für palästinensischen Terrorismus gewesen. Beispielsweise wurde das Massaker von Hebron 1929, bei dem Araber 67 jüdische Einwohner der Stadt ermordeten, von Gerüchten ausgelöst, Juden würden planen die Kontrolle über die Moschee an sich zu reißen.

In jüngerer Zeit, nachdem der palästinensische Bewaffnete Raad Hazem am 7. April 2022 in Tel Aviv drei Israelis tötete und mehr als ein Dutzend weitere verletzte, waren Terrorgruppen schnell dabei den Anschlag mit der Behauptung in Verbindung zu bringen, die Heiligkeit der Al-Aqsa sei bedroht.

Internationale Medien perpetuierten in den letzten Wochen das palästinensische Narrativ, indem sie jüdische Besucher, die über den Tempelberg schlenderten, als „ultra-rechtsextreme israelische Nationalisten“ (VICE), „rechtsgerichtete jüdische Nationalisten“ (NPR) und „religiöse Extremisten“ (Associated Press) beschrieben.

Aber während Religionsfreiheit für Juden auf dem Tempelberg innerhalb der israelischen Gesellschaft ein heißes Thema ist, ist die Andeutung, der Tempelberg sei nur für „Extremisten“ (Agence France Presse) heilig, völlig ahistorisch.

Tatsächlich haben Juden den Berg seit Jahrhunderten besucht und dort gebetet.

Laut jüdischer mündlicher Mainstream-Tradition sowie auch mystischen Quellen gehört zum Tempelberg (Hebräisch: „Har HaBayit“) der Grundstein („Even HaSchetiya“), von dem aus Gott die Welt schuf. Die Midrasch und der Jerusalemer Talmud erklären weiterhin, dass Adam, der erste Mann, aus dem Staub des Plateaus von Jerusalem geschaffen wurde. Dann brachten Kain, Abel und Noah auf demselben Berg Opfer. In Genesis (1. Mose) 22 wird dem jüdischen Patriarchen Abraham befohlen seinen Sohn Isaak als Opfer darzubringen – auf dem Berg Moria, der als weiterer Name für dieselbe Stätte identifiziert wird.

Später kaufte König David dem Jebusiter Arauna den Dreschboden ab (2. Samuel 24, 24, 1. Chronik 21, 22-30) um einen Altar zu bauen. Sein Sohn Salomo baute schließlich um 950 v.Chr. auf dem Even HaSchetiya den ersten Tempel, den Mittelpunkt der jüdischen Verehrung, mit dem Allerheiligsten und seiner Bundeslade.

Bei Ausgrabungen gefundene archäologische Schätze scheinen den Bericht der hebräischen Bibel aus dieser Periode im antiken Israel zu bestätigen.

Die zentrale Bedeutung des Tempelbergs: Die Westmauer ist NICHT der heiligste Ort des Judentums

Obwohl der Tempel jetzt in Ruinen liegt – Salomos Tempel wurde 586 v.Chr. von den Babyloniern und der zweite Tempel von den Römern 70 n.Chr. zerstört – hat sich der religiöse Status des heiligsten Ortes des Judentums nie geändert. Der jüdische Weise Maimonides (1138 bis 1204) kommt in seinem Hauptwerk Mischne Thora zu dem Schluss, dass „ein Mensch [den Ort] in so Ehrfurcht halten sollte, wie es gemacht würde, wenn der Tempel noch stünde.“

Die zentrale Rolle des Tempelbergs für das Judentum ist über jeden Zweifel erhaben. Während der Gebete haben sich Juden seit undenkbaren Zeiten dreimal täglich der heiligen Hügelkuppe in Jerusalem zugewandt. Im Gegensatz zu dem, was einige Nachrichtenorgane gerne suggerieren (siehe z.B. hier, hier and hier), ist die Westmauer nicht der „heiligste Ort“ des Judentums. Typisches Beispiel: Die Mauer – der letzte verbleibende Teil des Geländes des zweiten Tempels – wurde erst im 16. Jahrhundert zu einem wichtigen Ort.

Während einige religiöse Juden dabei bleiben, dass auf den Tempelberg zu steigen an sich derzeit wegen Fragen ritueller Unreinheit und ohne das Vorhandensein der roten Färse verboten ist, betete Maimonides vermutlich im Herbst 1165 auf dem Har HaBayit. Ein weiterer jüdischer Weiser, der Chatam Sofer (1762 bis 1839) gab sogar ein Urteil zum jüdischen Recht aus, in dem er erklärte, dass es immer noch möglich ist das Pessah-Opfer auf dem Tempelberg darzubringen – wenn die herrschende Obrigkeit das erlaubt.

Führende Rabbiner haben festgehalten, dass Juden mit Gebet auf dem Berg Moria fünf Gebote gleichzeitig erfüllen.

Ist das legal? Das Status quo-Abkommen von 1967

Seit Israel in einem Verteidigungskrieg 1967 die Kontrolle über Ostjerusalem gewann, ist ein informelles Regelwerk in Kraft, das als der „Status quo“ den Stand der Dinge an dem heiligen Ort geregelt hat. Aus Angst vor einem breiteren religiösen Konflikt nach dem Sechstage-Krieg stimmte Verteidigungsminister Mosche Dayan zu, die von den Jordaniern geleitete islamische Waqf den Tempelberg weiter verwalten zu lassen.

Unter dieser Status quo-Vereinbarung, die Premierminister Naftali Bennetts Regierung aufrechtzuerhalten zugesagt hat, dürfen Juden und andere Nichtmuslime den Tempelberg besuchen, aber nicht dort beten. Gerichte haben aber bisweilen die Rechtmäßigkeit des Verbots angezweifelt (siehe hier und hier). Das Gesetz zum Erhalt der Heiligen Orte von 1967 stellt freien Zugang und Schutz für alle heiligen Stätten unter israelischer Zuständigkeit fest, auch denen im östlichen Teil seiner Hauptstadt.

Es lohnt sich festzuhalten, dass derselbe Status quo das Zeigen von Flaggen jeglicher Art an dem heiligen Ort verbietet. Dennoch sind Journalisten, die sich auf Juden konzentrierten, die an ihrem heiligsten Ort Worte des Gebets aussprachen, scheinbar desinteressiert in der unablässigen Zurschaustellung der Flaggen der von den USA als Terrororganisationen eingestuften Gruppierungen an der angeblich drittheiligsten Stätte des Islam.

Während die Regierung in Jerusalem ständig daran arbeitet die Ruhe zu bewahren und Gewalt zu verhindern, ermutigen die palästinensische Autonomiebehörde, die Hamas und Jordanien ständig zu Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften, die versuchen die Pilger aller Religionen zu schützen.

Es ist klar, dass trotz des Beharrens arabischer Führer darauf, friedliche Besuche von Israelis würden auf die Entweihung des heiligen Bergs hinauslaufen, die jüdische Verbindung zum Tempelbergareal – und tatsächlich Gesamt-Jerusalems – mindestens eintausend Jahre älter ist als der Begriff „Palästina“.

Warum berichten die Medien von den Verurteilungen der Gewalt durch Mahmud Abbas, ignorieren aber die Hetze der PA zum Mord an Israelis?

26. Mai 2022

Gidon Ben-Zvi, HonestReporting, 19. Mai 2022

Aufgrund des Mangels an internationaler Berichterstattung erscheint die Vorlage eines sogenannten „Reformvorschlags“ durch PA-Premierminister Mohammed Schtayyeh bei einem UNO-Gremium letzte Woche, der eine Initiative zur Verstärkung israelfeindlicher Hetze beinhaltet, nicht berichtenswert.

Dennoch wird von den führenden Nachrichtenorganen der Welt (siehe hier, hier, hier und hier) jedes Mal festgehalten, dass PA-Präsident Mahmud Abbas die Terroranschläge verurteilt hat, durch die in Israel 19 Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden.

Klingt wie ein möglicher Fall von sehr selektiver Berichterstattung.

Israelische Medien berichteten am 16. Mai, dass das von der palästinensischen Autonomiebehörde dem Geberländer repräsentierenden Ad-Hoc-Verbindungskomitee (AHLC) der UNO vorgelegte Reformdokument keinen Plan enthält die Hetze gegen Israel zu reduzieren.

Das 1993 gegründete AHLC dient als Haupt-Koordinationsmechanismus auf politischer Ebene für Entwicklungshilfe für das palästinensische Volk. Sein Hauptauftrag besteht darin „den Dialog zwischen Gebern, der PA und der Regierung Israels zu fördern“.

Wie von den israelischen Medien vermerkt, musste die Palästinenserführung ein solches Dokument vorlegen, nachdem Finanzhilfen aus Europa verzögert wurden. Einige EU-Länder forderten letztes Jahr, dass die Palästinenser israelfeindliche und judenfeindliche Inhalte aus ihren Schulbüchern löschen und machten das zur Vorbedingung für die Überweisung von Geld an die PA.

Ramallahs Antwort beinhaltete jedoch diesen Aufruf zur Bekämpfung der „israelischen Besatzungsobrigkeit, die Informationen verdreht und die Folklore und das Erbe der Palästinenser stiehlt“:

Verbindungen zu internationalen Organisationen müssen aufgebaut werden, um die Herausforderung israelischer Fälschungen historischer palästinensischer Fakten aufzubauen. Unsere Botschaften auf dem gesamten Globus und die Medienapparate müssen sich gegen die Bemühungen der Fälschung des palästinensischen Narrativs stellen. Daher wird die Regierung unter anderem ihre Medienpräsenz im Einklang mit der aktuellen Initiative stärken, um einen Satelliten-Fernsehsenders für Jugendliche zusätzlich zum bestehenden offiziellen Fernsehsender zu starten.

Statt Dialog zu fördern, beinhaltet der „Reformvorschlag“ der PA haltlose Anschuldigungen gegen Israel, die anscheinend dazu gedacht sind fortgesetzte palästinensische Anschläge zu rechtfertigen.

Diese Geschichte wurde von exakt einer einzigen internationalen Nachrichtenagentur aufgegriffen. Der European Jewish Press.

Wo sind die Medien? Das ist PA-Hetze in voller Aktion.

Eines der krassesten Beispiele dafür, wie Ramallah Gewalt gegen Israel schürt, war seine Verleihung eines jährlichen Preises an das Westbank-Dorf Beita im November letzten Jahres.

Die Yassir Arafat-Stiftung wiederholte bei einer Feier im Kulturpalast von Ramallah frühere Aufrufe der PA-Herrscherfraktion, Fatah das „Modell Beita“ in „alle palästinensischen Städte“ zu exportieren. Dieses „Modell“ beinhaltet gewalttätige Krawalle, Ökoterrorismus, starke Sprengsätze zu zünden und Hakenkreuze zu verbrennen.

Die mit der Fatah verbundenen Einwohner der Stadt erhielten von PA-Premierminister Schtayyeh, der dem Stiftungsvorstand vorsitzt, einen Scheck über $25.000.

Diesen Anreiz zu Gewalt gegen Israelis zu geben ist offizielle PA-Politik. Das palästinensische Haushaltsbuch erklärt, dass Zahlungen an getötete oder inhaftierte palästinensische Terroristen und ihre Familien aus dem Märtyrer-Fond erfolgen müssen, weil die Empfänger einen „Kampfsektor“ bilden. Beachtenswert ist, dass die ausgezahlte Summe sich mit der Schwere des Verbrechens proportional erhöht.

Schtayyeh stand auch im Mittelpunkt einer Kampagne, die Klimawandel-Konferenz COP26 dazu zu nutzen den jüdischen Staat fälschlich des „Greenwashing“ zu beschuldigen, der angeblichen Verschmutzung des von den Palästinensern beanspruchten Territoriums.

In Wirklichkeit offenbarte eine Exklusiv-Untersuchung von HonestReporting, dass die PA Ökoterrorismus in der Westbank aktiv unterstützt.

Und trotz Abbas‘ angeblichen Verurteilungen der Anschläge, die Israel im Verlauf der letzten Monate in Aufruhr versetzt haben, hat seine Fatah-Fraktion noch diese Woche ein Video veröffentlicht, das offen die Terroristen unterstützt.

Von Palestinian Media Watch entdecktes Bildmaterial vom 18. Mai beinhaltet einen Clip des Sekretärs des Fatah-Zweigs in Jenin:

Als Zeichen der Unterstützung für die gesegnete Al-Aqsa-Moschee und die reinen Märtyrer und heldenhaften Märtyrer Ra’ad [Hazem], Diya [Hamarscheh] und alle Märtyrer, zünden wir heute die Fackel der Freiheit und die Fackel der Gefangenen an.

Ra’ad Hazem war der Terrorist, der den Anschlag am 7. April verübte, bei dem zwei Menschen getötet und mehrere andere verletzt wurden, als er das Feuer auf eine Bar in Tel Aviv eröffnete.

Diya Hamarscheh erschoss am 29. März fünf Menschen bei einem Anschlag, der in der ultraorthodoxen Stadt Bnei Brak östlich von Tel Aviv begann.

Hazem und Hamarscheh kamen beide aus dem Raum Jenin.

Um nicht ausgestochen zu werden, rief Abbas am 15. Mai die Familie Zubeidi an und kondolierte wegen des Todes des Terroristen Daoud Zubeidi, der seinen bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften in Jenin erlittenen Verletzungen erlag.

Abbas pries die Familie als eine, die „heldenhaft verwundete Gefangene und Kommandeure“ hervorbringt.

Zubeidi war der Bruder von Zakaria Zubeidi, dem früheren Kommandeur der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, dem „bewaffneten Arm“ der Fatah, der weithin als Terrororganisation eingestuft worden ist und zahlreiche tödliche Anschläge auf israelische Zivilisten verübt hat.

Wenn Nachrichtenorgane glauben, es sei berichtenswert, dass Mahmud Abbas Terroranschläge auf Zivilisten verurteilt hat, warum glauben sie nicht, dass es genauso bedeutend ist, dass diese Terroristen von seiner PA indoktriniert und Anreiz geliefert wurde Israelis zu hassen, zu entmenschlichen und sie ins Ziel zu nehmen?

Keine Terroristen mehr: Wie AFP dem Palästinensischen Islamischen Jihad eine extreme Runderneuerung verpasste

12. Mai 2022

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 27. April 2022

Der ein Video begleitende Artikel liest sich wie ein Vorspann für einen Hollywood-Film:

In einer „Tunnelstadt“ unter dem sandigen Boden des südlichen Gazastreifens bereiten sich palästinensische Militante auf den nächsten Konflikt mit Israel vor, während Spannungen in Jerusalem zu eskalieren drohen.

An der Oberfläche gibt es keine Spur der unterirdischen Gänge.

Nur dass dies kein Blockbuster mit großem Budget ist – es handelt sich um eine Beschreibung der Terrortunnel, die von den Al-Quds-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Jihad (PIJ), durch die globale Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP).

Leute, die AFPs anschaulichen Bericht über maskierte Militante lesen, die durch ausgeklügelte unterirdische Gänge – als mit „elektrischem Licht, einem Lüftungssystem und Telefonkabeln ausgerüstet“ beschrieben – streifen, würden nie vermuten, dass sie in Wirklichkeit von einer Gruppe lesen, die für einige der schlimmsten Terror-Gräuel in Israels Geschichte verantwortlich ist.

Tatsächlich hat die im gesamten Westen geächtete Gruppe zahlreiche furchtbare Anschläge gegen unschuldige israelische Bürger verübt, darunter den Selbstmord-Bombenanschlag im Restaurant Maxim, bei dem 22 Menschen getötet wurden; den Selbstmord-Anschlag an der Megiddo-Kreuzung im Jahr 2002, bei dem 17 Menschen getötet wurden; und den Bombenanschlag auf das Schwarma-Restaurant in Tel Aviv, bei dem 11 Tote zurückblieben.

Trotz all dem tauchen die Worte „Terror“ oder „Terrorist“ im gesamten Artikel nicht ein einziges Mal auf.

Der Text liest sich, als ob der Journalist auf einen aufregenden Ausflug in den Untergrund mitgenommen worden wäre, durch die Schächte, die vom PIJ genutzt werden, um Anschläge auf den jüdischen Staat begonnen werden. Der Autor beschreibt die Szene sogar als „Medientour“:

Ein Vertreter des Islamischen Jihad sagte AFP während einer Medientour, dass die Bewegung sowohl defensive als auch offensive Tunnelsysteme hat.

Das Letztere „wird genutzt um israelische Soldaten gefangen zu nehmen, israelische Bodenoffensiven zurückzuschlagen und verschiede Tätigkeiten auszuüben“, sagte der Kommandeur.

Man kann nur spekulieren, ob der Journalist eine Tour durch das ehemalige ISIS-Bollwerk Raqqa in Syrien auch auf so bizarre Weise beschreiben würde.

Das den Artikel begleitende Video, das als eigene Story gepostet wurde, präsentiert eine genauso glamouröse Beschreibung der PIJ-Aktivitäten.

Es gibt jedoch etwas Kritik in dem geschriebenen Text – die für Israel reserviert ist. Der Artikel legt nahe, dass der jüdische Staat irgendwie zum Handeln des PIJ eingeladen hat, indem er eine Blockade des Gazastreifens aufrecht erhält, die Terroranschläge verhindern soll:

Die Einwohner des Gazastreifens, eines eingeengten, belagerten Küstengebiets, Heimat für 2,3 Millionen Menschen, haben die lange Erfahrung die Tunnel seit 2007 zu nutzen, als Israel eine lähmende Blockade als Reaktion auf die Machtübernahme der Hamas im Streifen verhängte.

Zurück zum Umstyling des PIJ. Der Autor versucht an einem Punkt die die Tunnel nutzenden Militanten menschlicher zu machen; dazu verweist er darauf, dass das Netzwerk auch zum Einschmuggeln einer Leckerei von „Kentucky Fried Chicken“ genutzt wird.

Derweil wird Israels stichhaltige Sorge wegen des gewaltigen Ausmaßes der Tunnel subtil als bloße „Ängste“ darüber abgetan, wie sie genutzt werden könnten.

Israelische Kommandeure fürchten, dass Militante solche Tunnel verwenden könnten, um israelisches Personal oder Zivilisten zu ergreifen, die sie dann als Druckmittel für Gefangenenaustausche nutzen.

Tatsächlich unterlässt es AFP die Tatsache zu erwähnen, dass Tunnel wie diese für die Entführung von Israelis genutzt wurden, darunter die Verschleppung des IDF-Soldaten Gilad Shalit durch die Hamas.

Hinsichtlich der jüngsten Unruhen, die Israels Hauptstadt in Aufruhr versetzen, zitiert AFP ausführlich zahlreiche Terroristen, was der weltweit agierenden Nachrichtenagentur erlaubt die nachweislich falsche Beschuldigung zu verkünden, die Al-Aqsa-Moschee sei durch Israel bedroht.

Der Artikel baut auf dieser falschen Darstellung auf, um dann die Möglichkeit eines weiteren Konflikts mit Israel als ausgemachte Sache darzustellen, die wegen der bereits erwähnten angeblichen Gefahr, der sich das muslimische Heiligtum ausgesetzt sieht, irgendwie gerechtfertigt sei:

In kurzem Abstand von einem der Tunneleingänge sitzt eine Gruppe Kämpfer plaudernd unter den Bäumen.

„Wir haben Anweisungen erhalten zu mobilisieren und in hoher Alarmbereitschaft zu sein, um die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zu verteidigen“, sagte einer.

„Die Raketen sind in hoher Alarmbereitschaft und wir warten auf die Entscheidung der Führung.“

AFP spielte zudem die Terroranschläge herunter, die bisher im letzten Monat das Leben von 14 Israelis [bis zum Zeitpunkt der Übersetzung stieg die Zahl auf 19] gefordert haben, wozu auf nur „zwei tödliche Angriffe in der israelischen Küstenstadt Tel Aviv“ verwiesen wird. Tatsächlich hat es auch Anschläge in den Städten Beer Sheva, Hadera und Hebron gegeben, wie HonestReporting ausführlich geschrieben hat [und seitdem weitere in Bnei Brak, Ariel und Elad].

Das ist nicht das Einzige, was bagatellisiert wird.

Die Mob-Gewalt an der Moschee, die auf dem Tempelberg gebaut ist, bei der mit Felsbrocken, Molotowcocktails und anderen Waffen bewaffnete Palästinenser zu Krawallen aufriefen, wird schlicht als Serie „wütender Demonstrationen“ bezeichnet, die „Durchgreifen der Polizei“ veranlasste.

Der Text von AFP erfüllt nicht das, was man von einer führenden Nachrichtenagentur der Welt erwarten kann. Ihr blauäugiger Bericht zum PIJ verklärt das erklärte Ziel der Gruppe: die Auslöschung des jüdischen Staates.

Wir ermutigen unsere Leser die AFP – höflich, aber bestimmt – zu kontaktieren, um darum zu bitten diesen Text vom Netz zu nehmen.