Archive for the ‘Palästinenser’ category

Dammbruch: palästinensische Lüge entlarvt

24. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Februar 2015 / Übs: YdW

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Das kürzliche stürmische Wetter in Israel und angrenzenden Gebieten hat in Gaza zu weiten Überflutungen geführt. Den Palästinensern und ihren Medienunterstützern genügt es jedoch nicht, den starken Regen dafür verantwortlich zu machen – nein, Israel muss irgendwie beschuldigt werden.

Al-Jazeera:

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme
Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Wenigstens 80 palästinensische Häuser wurden überflutet, nachdem der Wasserpegel nach der Öffnung mehrere Dämme durch israelische Behörden im Gaza-Tal (Wadi Gaza) fast drei Meter erreichte und Familien zur Evakuierung zwang…

Brigadegeneral Said Al-Saudi, Leiter der Zivilschutzbehörde in Gaza, sagte zu Al Jazeera: „Letzte Nacht öffnete Israel ohne Vorwarnung Wasserdämme, was zu schweren Schäden an Dörfern in Gaza nahe der Grenze führte. Über 40 Häuser wurden überflutet, und 80 Familien befinden sich als Folge davon derzeit in Notunterkünften.“

Er fügte hinzu, dass sich die Dammöffnung negativ auf die lokale Landwirtschaft auswirken würde, da die Überschwemmungs auch Geflügel– und Tierfarmen in Gaza in Mitleidenschaft gezogen hat.

„Wir appellieren an Menschenrechtsorganisationen und internationale Rechtsorganisationen, dass sie intervenieren, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.“

RT (Russia Today):

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Es ist nicht das erste Mal, dass israelische Behörden die Dämme zum Gaza-Tal geöffnet haben. Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne Vorwarnung die Schleusentore ihrer Dämme in Richtung Gaza, um massive Mengen überschüssigen Wassers abzulassen, das sich während schwerer Regen– oder Schneefälle in der Naqab-Region angesammelt hatte.

Maan News:

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Der Sprecher der Zivilschutzbehörde in Gaza, Muhammad al-Midana, warnte, es könne weiteres Leid geben, wenn Israel weitere Dämme in diesem Gebiet öffnen würde. Er sagte, das Wasser fließe aktuell mit hoher Geschwindigkeit von der israelischen Grenze durch das Tal ins Mittelmeer.

Natürlich hat diese Story in antiisraelischen sozialen Medien die Runde gemacht. Man kann sie jedoch leicht widerlegen, da es sich um eine schamlose Lüge handelt. Das Büro des COGAT-Sprechers (COGAT = Coordination of Government Activities in the Territories) teilte HonestReporting mit:

Die Behauptung ist völlig falsch, denn in Südisrael gibt es keinerlei Dämme. Aufgrund der jüngsten Regenfälle wurden die Wasserströme in der Region überflutet ohne jegliche Verbindung zu irgendwelchen Aktionen seitens des Staates Israel.

Vor dem Sturm genehmigte COGAT die Überführung von vier Wasserpumpen der palästinensischen Wasserbehörde von Israel nach Gaza zur Verstärkung der 13 bereits im Gazastreifen befindlichen Pumpen, um möglichen Überflutungen im Gebiet Herr zu werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser diese Lüge verbreitet haben. Zuletzt geschah dies 2013 während einer ähnlichen Schlechtwetterperiode.

UPDATE

Sogar die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat diese Lüge nachgeplappert. Xinhuas Jerusalembüro wurde informiert.

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Bild: CC BY-SA HonestReporting, Hintergrunddesign von Freepik

Hat jemand Raketen gesehen?

7. Januar 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 06. Januar 2015
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Die New York Times stellt den Gaza-Konflikt weiterhin als den krönenden Abschluss gegenseitiger Entführungen und Morde dar. Und schon wieder vergessen sie den massiven Raketenbeschuss zu erwähnen, dem Israel unterlag und der schlussendlich eine israelische Antwort erzwang.

Die Times schreibt:

Nachdem die Leichen der Jungen in einem Graben bei Hebron gefunden wurden, entführten drei jüdische Extremisten einen palästinensischen Teenager aus seinem Ostjerusalemer Stadtviertel und verbrannten ihn laut der israelischen Behörden bei einem augenscheinlichen Racheanschlag bei lebendigem Leib; sie wurden des Mordes angeklagt.

Kurz danach begann der 50 Tage dauernde Krieg, der fast 2.200 Menschen im Gazastreifen und über 70 auf israelischer Seite das Leben kostete.

Wir haben es bereits gesagt, und wir sagen es wieder. Über den Konflikt zu schreiben, ohne die Raketen zu erwähnen, die der israelischen Militäroperation vorausgingen, ist ganz einfach eine Lüge.

Bevor Israel einen einzigen Schuss nach Gaza abgegeben hat, hatte die Hamas Raketen auf grenznahe jüdische Gemeinden abgefeuert. Diese Raketenangriffe waren eine klare Kriegshandlung, und es existiert kein Land auf diesem Planeten, das sich nicht im Recht gesehen hätte, zurückzuschlagen.

Aber die bloße Möglichkeit, dass Israels Handlungen in Gaza gerechtfertigt hätten sein können, passt einfach nicht ins Narrativ der Times, nämlich ins Narrativ eines außer Kontrolle geratenen Kreislaufs der Gewalt. Also tun sie so, als hätte es die Raketen nie gegeben (ganz ähnlich wie sie während des Konflikts so getan hatten, der Einsatz menschlicher Schutzschilde der Hamas und deren Einschüchterung von Journalisten würden nicht existieren).

Durch das Weglassen der Raketenangriffe fehlt ein wesentliches Element des Konflikts. Aber das ist die New York Times, die sich immer und immer wieder durch ihre einseitige Sicht hervortut.

Die Dishonest Reporting Awards 2014: Warum die Gaza-Kriegsberichterstatter gewonnen haben

25. Dezember 2014

Pesach Benson, HonestReporting, 23. Dezember 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Dishonest Reporter Award 2014: Gaza-Kriegsberichterstatter

Wir hatten die HonestReporting-Leser gebeten, die Preisträger des diesjährigen Dishonest Reporter Award zu wählen, und der Konsens-„Gewinner“ war die New York Times.

Und es gab viele Gründe, sich dieser Mehrheitsmeinung anzuschließen (mehr dazu hier).

Aber je stärker wir die Berichterstattung über den 50tägigen Konflikt in Betracht zogen, desto mehr realisierten wir, dass diese Sache weit größere Bedeutung hat als die Times. Und bei derart vielen Fällen von schlechtem Journalismus reichte das Herausstellen einer einzigen Zeitung oder Person nicht mehr.

Deshalb haben wir die New York Times hintangestellt.

Was also waren die größten Probleme mit den Berichterstattern des diesjährigens Gaza-Konflikts?

 

Fallschirmjournalismus

Verstärkungspersonal – Freiberufler, Promijournalisten, Wanderreporter und aus anderen Büros abgezogene Mitarbeiter zur Verstärkung der Kriegsberichterstattung – übertrafen zahlenmäßig die regulär in Israel stationierten ausländischen Reporter.

Der Knackpunkt bei diesen „Fallschirmjournalisten“ ist, dass sie so gut wie keine Hintergrundinformationen besitzen und nur begrenzte Verbindungen zu Quellen in den Konfliktgebieten haben, in die sie geschickt werden. Das Pressebüro der israelischen Regierung sagte, es habe sich zusätzlich zu den etwa 750 akkreditierten Auslandsjournalisten, die sich bereits im Land aufhielten, um 777 ausländische Reporter gekümmert, die als Verstärkung in die Region geschickt worden waren.

Die Kritik des erfahrenen in Jerusalem stationierten Reporters Matthew Kalman am Fallschirmjournalismus im Nahen Osten (Monate vor dem Konflikt) war außerordentlich weitsichtig:

„Stellen Sie sich vor, ein Russisch sprechender Reporter landet in Texas, spricht nur Russisch, aber versucht sich an der Analyse, am Kommentieren und an der Berichterstattung über amerikanische Politik; und das ist die Situation, die wir im Nahen Osten haben“, so Kalman.

Denn Themen wie beispielsweise Jerusalems Ansätze zur Konfliktbewältigung („Rasenmähen“) und das Endziel der Hamas (die Zerstörung Israels wie von S. E. Cupp dargelegt) erhielten keine große Aufmerksamkeit.

Fazit: Die Hälfte der über Operation Protective Edge berichtenden Reporter hatte keine Ahnung vom Konflikt.

 

Einschüchterung der Medien

Die Hamas hat zugegeben, Reporter eingeschüchtert zu haben. Und aus gutem Grund.

Es lag nicht im Interesse der Hamas, dass die Welt Bilder von Raketen aus zivilen Gebieten sieht, bewaffnete Kämpfer in Zivil oder Schulen, Moscheen und Krankenhäuser, die als Deckung für Tunnels, Waffenlager und Scharfschützenpositionen eingesetzt wurden. Eine kleine Handvoll Reporter übte Kritik an dieser Rücksichtslosigkeit und diesem Betrug, aber das waren Ausnahmen.

Die Einschüchterung betraf etwas anderes: das völlige Fehlen jeglicher Fotos und Videos von Hamas-Kämpfern.

Das Fehlen von Bildern von bewaffneten Männern im dicht besiedelten Gazastreifen trifft den Kern der Doktrin der Hamas, Menschen als lebende Schutzschilde zu verwenden, was die Kollateralschäden bei IDF-Einsätzen absichtlich in die Höhe treibt. Die Hamas setzt darauf, dass die Welt Israel verurteilt, wenn die zivilen Opfer zunehmen.

Die bemerkenswertesten Aufnahmen, die die Hamas die Welt nicht sehen lassen wollte, kamen durch Neu-Delhis NDTV zustande. Dieses filmte eine Raketeneinheit, wie sie eine Abschussrampe neben einem Hotel aufbaute, in dem ausländische Journalisten untergebracht waren. Bezeichnenderweise wurde das Video nicht freigegeben, bevor das NDTV-Team wieder sicher zuhause in Indien war.

Palästinensische Fotografen unter Hamas-Aufsicht verfügen nicht über den Luxus, Gaza verlassen zu dürfen. Ausländische Fotografen dürften bewusst darüber hinweggesehen haben oder ließen sich von der Hamas in die Irre führen. Vielleicht glauben auch einige Fotografen da draußen, eine Vertuschung sei gerechtfertigt, um der palästinensischen Sache zu helfen. Der ehemalige Associated-Press-Korrespondent Matti Friedman führte ebendiese Beobachtung in einem vielbeachteten Exposé über Medienbefangenheit im „Tablet“-Magazin an:

Tatsache ist, dass die Einschüchterung durch Hamas überwiegend irrelevant ist, weil die Aktionen der Palästinenser irrelevant sind: Die meisten Reporter im Gazastreifen glauben, ihr Job bestehe darin, israelische Gewalt gegen palästinensische Zivilisten zu dokumentieren. Das ist die Quintessenz der Israel-Story. Außerdem arbeiten Reporter mit Deadlines, sind oft gefährdet, und viele sprechen die Sprache nicht und haben nur eine sehr ungefähre Vorstellung, was abgeht. Sie hängen von ihren palästinensischen Kollegen ab und von den Mittelsmännern, die entweder Angst vor Hamas haben oder Hamas unterstützen oder beides. Reporter brauchen keine Hamas-Aufpasser, um sie von Tatsachen wegzuscheuchen, die die einfache Story trüben können, die zu berichten sie hierher geschickt wurden.

Es ist kein Zufall, dass die wenigen Journalisten, die über Hamaskämpfer und Raketenwerfer in zivilen Gebieten in diesem Sommer berichtet haben, in der Regel nicht zu den großen Nachrichtenorganisationen mit starken und permanenten Operationen im Gazastreifen gehörten, wie Sie vermutet haben könnten. Meistens waren es rauflustige Randfiguren und Neuankömmlinge – ein Finne, eine indische Crew und ein paar andere. Diese armen Seelen haben das Memo nicht erhalten.

(Anm.d.Übs.: Die Übersetzung der oberen beiden Absätze stammt vom Blog beer7.wordpress.com – vielen herzlichen Dank!)

Peter Beaumont vom Guardian legte die Signifikanz näher dar:

In den meisten von mir begleiteten Kriegen begegnet man einer der beiden Parteien, oft beiden, aber in Gaza, wo der Tod vom Himmel fällt, sind die Kämpfer weitgehend unsichtbar bis auf die Wirkung ihrer Waffen. Im Ergebnis sieht man den Krieg in Gaza durch das Prisma des Leidens der Opfer – ein Konflikt, in dem diejenigen fehlen, die gewillt sind, rationale Erklärungen zu liefern.

Wir erkundigten uns über unsere Kontakte, ob es Journalisten gebe, die ihre Fotos oder Videos veröffentlichen wollen – aber niemand meldete sich.

 

Strittige Opferzahlen

Opferzahlen und die Einteilung in Zivilisten und Kombattanten gingen entweder auf Hamas-Angaben oder auf Zahlen der UN zurück. UN-logo

Das unglückselige Problem mit den UN-Zahlen war, dass sie von dubiosen nichtstaatlichen Organisationen kamen, die Israel gegenüber feindselig eingestellt sind, z. B. dem Palästinensischen Zentrum für Menschenrechte (PCHR). (Anmerkung: Steven Stotsky dekonstruierte dieses Problem, nachdem er einen genaueren Blick auf das PCHR geworfen hatte.)

Ja, eine unabhängige Verifizierung der Opferzahlen in den schwierigen Umständen des Gazakrieges ist eine gewaltige Aufgabe.

Doch bedenken Sie: Indem der Faktencheck palästinensischen und israelischen Gruppen überlassen wurde, reduziert sich der Journalismus von Gewissheit zu Behauptungen aus dritter Hand (z. B. vom Al-Mezan-Zentrum für Menschenrechte und vom Meir-Amit-Informationszentrum über Geheimdienste und Terrorismus). In der Theorie sollten die großen Medien die Behauptungen der jeweils anderen ins Gleichgewicht bringen. Doch kann man sich nicht darauf verlassen, dass die Auslandspresse so arbeitet. In einem Folgeartikel in „The Atlantic“ erklärte Matti Friedman, warum Israels Seite der Geschichte nicht dieselbe Behandlung erfährt:

Während meiner Zeit bei der Presse lernte ich, dass unsere Beziehung zu diesen Gruppen keine journalistische ist. Meine Kollegen und ich analysierten und kritisierten sie nicht. Vielen ausländischen Journalisten waren sie keine Ziele, sondern Quellen und Freunde – in gewisser Hinsicht waren sie Kollegen in einer informellen Allianz. Diese Allianz besteht aus Aktivisten und internationalen Mitarbeitern der Vereinten Nationen und der NGOs; das westliche diplomatische Korps, insbesondere in Ostjerusalem; und ausländische Reporter. (Es gibt auch eine lokale Komponente aus einer geringen Zahl israelischer Menschenrechtsaktivisten, die zum Großteil von europäischen Regierungen finanziert werden, und palästinensischen Mitarbeitern der Palästinenserbehörde, der NGOs und der UN.) . . .

In diesen Zirkeln ist eine Abneigung gegenüber Israel meiner Erfahrung nach zu etwas zwischen einem akzeptierten Vorurteil und einer Vorbedingung für den Eintritt in jene Zirkel geworden. Ich spreche hier nicht von einer kritischen Einstellung gegenüber der israelischen Politik oder der ungeschickten heutigen Regierung, sondern von dem Glauben, dass die Juden Israels in gewissem Maße ein Symbol für die Missstände der Welt sind, insbesondere jener, die mit Nationalismus, Militarismus, Kolonialismus und Rassismus einhergehen . . .

Und das führt uns zu…:

 

Opferzahlen als moralisches Barometer

Immer wieder sahen wir Infografiken, Editorials, Schlagzeilen und simple Einzeiler, die den Eindruck vermittelten, palästinensische Zivilisten würden den Hauptanteil der Opferzahlen stellen. Israel hingegen wurde von den großen Medien als blutrünstig und inkompetent dargestellt. Jon Snow von Channel 4 beschuldigte Israel beiderlei, während er den israelischen Sprecher Mark Regev interviewte.

Im Kern wurden die Opferzahlen zu einem falschen moralischen Barometer, was später von Leuten wie Oberst Richard Kemp, Eric Yoffie und Bret Stephens entlarvt wurde. Letzterer brachte es im Wall Street Journal auf den Punkt (abrufbar über Google News):

Wenn in chaotischen Umständen minutiös genaue Statistiken bereitgestellt werden, weist dies darauf hin, dass diese Statistiken wertloser Müll sind. Stützt sich eine Nachrichtenorganisation ohne jedwede Klärung auf Daten eines bürokratischen Organs einer Terrororganisation, dann liegt auch da etwas im Argen.

Aber nehmen wir um der Diskussion willen einfach mal an, dass die Zahlen stimmen. Bedeutet das, dass die Palästinenser die hauptsächlichen Opfer und die Israelis die hauptsächlichen Täter in diesem Konflikt sind? Mit dieser dumpfen Logik möchten wir vielleicht auch die Moralitäten im Zweiten Weltkrieg neu bewerten, wo über 1 Mio. deutsche Zivilisten durch alliierte Hand zu Tode kamen, verglichen mit nur 67.000 britischen und 12.000 amerikanischen Zivilisten.

Der wahre Nutzen der Opferzahlen ist, dass sie Reportern und Kommentatoren, die diese Zahlen anführen, die Chance einräumen, Israel indirekt die Schuld zuzuweisen, wobei gleichzeitig den Fragen über die letztendliche Verantwortung für die Tötungen ausgewichen wird.

Da ein Bild mehr wert ist als tausend Worte, erhält der „Columbus Dispatch“-Cartoonist Nate Beeler das letzte Wort.

Bild: Die zivilen Opferzahlen in Gaza nehmen weiterhin in obszöner Weise zu, während Israel behauptet, es gehe gegen sogenannte geheime „Terrortunnel“ vor…

Bild: Die zivilen Opferzahlen in Gaza nehmen weiterhin in obszöner Weise zu, während Israel behauptet, es gehe gegen sogenannte geheime „Terrortunnel“ vor…

 

Was dies alles bedeutet

Die Medienberichterstattung während Operation Protective Edge trug zur dramatischen Zunahme des Antisemitismus in Europa, Australien, auf US-Campussen, in Südafrika und Südamerika bei. Allein Großbritannien erlebte einen Anstieg um 500 Prozent.

Auch die antiisraelische BDS-Bewegung erlebte ein Comeback.

Und Israel verweigert die Kooperation mit einer von William Schabas angeführten UN-Untersuchung, einem kanadischen Professor für Menschenrechte und internationale Gesetze, der seinen eigenen Groll auf Israel hegt.

2014 neigt sich seinem Ende zu, und alle Akteure ziehen Schlussfolgerungen und bewegen sich vorwärts. Hamas baut wieder an ihren Terrortunneln, hält Militärübungen ab und bewaffnet sich neu. Der US-Militärführer General Martin Dempsey sagte, das Pentagon lerne von der IDF, wie man zivile Opfer minimiere und mit Terrortunneln umgehe. Des weiteren zog die IDF den Schluss, dass die Hisbollah womöglich grenzüberschreitende Tunnel gegraben hat.

Nur die Zeit wird zeigen, ob die großen Medien dazugelernt haben – wenn überhaupt.

Bild: CC BY-NC-SA Truthout/Lance Page via flickr und HonestReporting.com

Wiederkäuen der palästinensischen Weihnacht

23. Dezember 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Dezember 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Keine Weihnachtszeit vergeht, ohne dass irgendein Pressekanal dieselbe abgelutschte Anti-Israel-Story mit Weihnachtsthema und einem palästinensischen Weihnachtsmann wiederkäut. Dieses Jahr ist es Mehdi Hasan im New Statesman (ebenfalls im britischen Ableger der Huffington Post veröffentlicht), der den Preis für die am wenigsten originelle und voreingenommenste Weihnachts-Story einheimst.

Schlagzeile: Würden Maria und Josef heute nach Bethlehem gehen, würden sie an einem israelischen Checkpoint festsitzen. Unterüberschrift: Warum ziehen die verfolgten Christen im Nahen Osten oder in Ländern wie im Sudan die Aufmerksamkeit und den Ärger westlicher Politiker auf sich, aber die Christen Palästinas haben das Nachsehen? Bildunterschrift: Ein Palästinenser im Weihnachtsmann-Kostüm wird bei einer Demonstration in einem Dorf nahe Bethlehem von einem israelischen Soldaten konfrontiert, 19. Dezember. Foto: Getty

Schlagzeile: Würden Maria und Josef heute nach Bethlehem gehen, würden sie an einem israelischen Checkpoint festsitzen.
Unterüberschrift: Warum ziehen die verfolgten Christen im Nahen Osten oder in Ländern wie im Sudan die Aufmerksamkeit und den Ärger westlicher Politiker auf sich, aber die Christen Palästinas haben das Nachsehen?
Bildunterschrift: Ein Palästinenser im Weihnachtsmann-Kostüm wird bei einer Demonstration in einem Dorf nahe Bethlehem von einem israelischen Soldaten konfrontiert, 19. Dezember. Foto: Getty

In der Washington Post kommentiert David Bernstein:

Da Josef und Maria Judäer aus Nazareth waren, d. h. Juden, bräuchten sie sich keine Sorgen wegen israelischer Straßensperren machen, die als Gegenmaßnahme zum palästinensischen Terrorismus gedacht sind. Vielmehr müssten sie sich Sorgen darüber machen, von Hamas– oder Fatah-Terroristen ermordet zu werden.

Im Ernst: Diese Art Geschichtsrevisionismus, wo die antiken jüdischen Judäer als palästinensische Araber behandelt werden und das moderne Israel mit den Unterdrückern von Jesus und seiner Familie gleichgesetzt wird – ein üblicher Tropus in Großbritannien -, wäre lachhaft, wenn er nicht so bösartig wäre. Bösartig nicht einfach weil es eine lächerliche Geschichtsverzerrung darstellt, und bösartig nicht einfach weil diese Darstellung für gewöhnlich von einer beachtlichen Dosis Antisemitismus begleitet wird, wobei Palästinenser die Rolle von Jesus spielen und die Israelis die ausländischen Unterdrücker, die ihn ans Kreuz nageln – sondern bösartig, weil es den wahren Kern des arabisch-israelischen Konflikts berührt: das Versagen der arabischen Seite, anzuerkennen, dass die „Zionisten“ nicht die „europäischen Siedler-Kolonialisten“ drittweltlicher Fantasie sind, sondern ein Volk mit über dreitausendjähriger Verbindung mit dem Land Israel, dessen Religion dort geboren wurde, das dort zwei separate Königreiche hatte, das zweitausend Jahre lang in seiner uralten hebräischen Sprache gen Jerusalem gebetet hat und so weiter.

Hasan baut auf eine 2006 in Bethlehem durchgeführte Umfrage, die angeblich zeigt, dass Israel und nicht der islamische Extremismus die Christen aus dem Heiligen Land vertrieben hat. Hasan sagt:

„Teile und herrsche“ heißt das (israelische) Spiel; dabei wird versucht, die palästinensischen Christen gegen die palästinensischen Muslime aufzubringen, indem man letztere beschuldigt, die Verfolgung und Auswanderung der ersteren herbeigeführt zu haben.

In den acht Jahren seit Veröffentlichung jener Umfrage hat HonestReporting viele Beispiele muslimischer Verfolgung von Christen angeführt und die Lebenswirklichkeit unter der Palästinenserbehörde und der Hamas beschrieben. Es sind zu viele Beispiele, um sie hier aufzuzählen, aber es lohnt sich, einen Vortrag der mutigen Christy Anastas anzusehen. Sie ist eine junge palästinensische Christin, die vorher in Bethlehem wohnte, und sie sprach dieses Jahr über genau dieses Thema, als CBS 60 Minutes eine ganz ähnliche ruchlose Attacke auf Israel startete.

Die Financial Times übernimmt das palästinensische Jerusalem-Narrativ

19. Dezember 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 17. Dezember 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Ein Leitartikel von John Reed in der Financial Times (erreichbar über Google News) zum Thema Spannungen in Jerusalem ist völlig einseitig und unausgewogen. Scheinbar hat sich Reed völlig dem palästinensischen Narrativ und der entsprechenden Terminologie angeschlossen.

Reed schreibt:

Besuche des Haram al-Sharif – die Stätte der muslimischen Al-Aqsa-Moschee und den Israelis als Tempelberg bekannt – im Herbst durch rechte jüdische Politiker und Aktivisten haben Palästinenser erzürnt, die auch durch Israels Militäraktion im Gazastreifen und den Zusammenbruch der israelisch-palästinensischen politischen Beziehungen nach dem Kollaps der Friedensgespräche verärgert waren.

Er verschweigt die Bedeutung des Tempelbergs als heiligste Stätte des Judentums und priorisiert statt dessen den muslimischen Namen für die Stätte. Später im Artikel wiederholt er das:

…die Forderung einiger rechter Israelis, an der al-Aqsa beten zu dürfen, Islams drittheiligster Stätte und ein Ort, der der muslimischen Verehrung vorbehalten war, seit Israel Ostjerusalem im Sechstagekrieg besetzt hatte.

Reed sagt sogar, dass al-Aqsa die drittheiligste Stätte im Islam ist, aber die Bedeutung des Tempelbergs für die Juden wird nicht erwähnt. Zudem hat kein Jude das Recht gefordert, „an der al-Aqsa“ zu beten. Warum sollte ein Jude an einer Moschee beten wollen? Vielmehr wollen einige Juden auf dem Tempelberggelände beten, ohne die muslimischen heiligen Stätten oder Gebetsarrangements zu stören.

Dann zitiert Reed eine Palästinenserin mit den Worten:

„Wir gehen nicht an die Klagemauer“ – der Ort, an dem Juden beten –, sagt sie, und Juden sollten nicht das betreten, was sie „eine heilige muslimische, palästinensische Stätte“ nennt.

Reed ignoriert die Tatsache, dass die Glaubensfreiheit im israelischen Gesetz verankert ist. Daher gibt es nichts, um Araber, Nichtjuden oder andere Religionen davon abzuhalten, heilige Stätten in Jerusalem einschließlich der Klagemauer aufzusuchen. Durch seine Darstellung des Tempelbergs als rein muslimische Stätte hat Reed die inhärenten Vorurteile in der Aussage der Palästinenserin effektiv maskiert. Eine ähnliche Aussage traf auch der PA-Vorsitzende Mahmud Abbas, der offen gesagt hatte, die Präsenz von Juden auf dem Tempelberg entweihe muslimische heilige Stätten.

Zum Thema Israels Sicherheitsbarriere sagt Reed:

…ein Großteil des Westjordanlands wird hinter Israels ein Jahrzehnt alter Sicherheitsmauer abgeschottet.

Angesichts dessen, dass weniger als 10% der Barriere eine Mauer sind und das meiste aus Maschendrahtzaun besteht, ist diese Aussage faktisch inakkurate Terminologie. Aber das überrascht nicht sonderlich, wenn man die Quelle der im Artikel abgedruckten Karte untersucht.

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Die Quelle „NAD-NSU“, wie rechts unten auf der Karte angegeben, ist die Negotiations Support Unit (NSU) des Negotiations Affairs Department (NAD) der PLO. Daher steht auch der plakative Begriff „Die Mauer“ auf der Karte.

Reed schreibt:

…der Rachemord an Abu Khdeir, einem palästinensischen Teenager, den jüdische Jugendliche bei einem Auge-um-Auge-Anschlag im Vorfeld des Gaza-Krieges zu Tode geprügelt und verbrannt haben.

„Auge-um-Auge-Anschlag“? Die Ermordung Abu Khdeirs war ein unentschuldbarer Akt, aber Reed sagt kein Wort über die Entführung und Ermordung dreier israelischer Teenager durch palästinensische Terroristen, was einen Großteil der nachfolgenden Geschehnisse verursachte.

Reed ist entschlossen, Jerusalem als auf jede erdenkliche Weise geteilte Stadt darzustellen. Trotzdem redet er von „French Hill, einem weitestgehend jüdischen Stadtteil“, erklärt das aber nicht näher, vielleicht weil das eine Realität berührt, die Reeds einseitige Darstellung zu Fall bringen würde. Die anderen Bewohner French Hills sind Araber, denn palästinensische Bewohner Jerusalems dürfen rechtmäßig überall innerhalb der Stadtgrenzen leben.

Nur eine weitere unbequeme Wahrheit für John Reed, die seine einseitige Sicht Jerusalems getreu dem palästinensischen Narrativ in Frage stellt.

Leser der Financial Times, von denen viele eine friedliche Lösung des arabisch-israelischen Konflikts unterstützen, erfahren in Artikeln wie diesem ein ernstes Missverständnis der Sachverhalte, was letztlich zu weitergehendem Konflikt und weiteren Missverständnissen führt.

Gastkommentar in der New York Times: Europas moralische Gleichsetzung auf dem Tiefpunkt

16. Dezember 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 15. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Ein Gastkommentar in der New York Times von Vincent Fean, Großbritanniens Generalkonsul in Jerusalem von 2010 bis 2014, veranschaulicht einige der eklatanten moralischen Unzulänglichkeiten in der Art und Weise, wie europäische Diplomaten den israelisch-palästinensischen Konflikt sehen.

Fean fordert die Parlamente Europas zur Anerkennung „Palästinas“ auf, und zwar als Belohnung für „die gewaltlose Politik des Präsidenten der Palästinenserbehörde, Mahmud Abbas“. Dies ungeachtet von Abbas’ Aufwiegelung, die ihren Teil zu den jüngsten Terroranschlägen auf Israelis beigetragen hat.

Aber was schert das Fean, der palästinensischen Terror auf dieselbe moralische Stufe stellt wie israelische Handlungen?

Der Status quo ist schlecht und wird noch schlechter. Europa verurteilt den Raketenbeschuss Israels durch die Hamas, israelische Schläge gegen UN-Gebäude in Gaza und die jüngsten Morde in Jerusalem. Alles Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Während die Hamas mit ihren Raketen absichtlich auf israelische Zivilisten zielt, verfolgt Israel keine solch bösartigen Absichten gegen UN-Gebäude in Gaza. Doch Feans Ansicht zufolge sind sowohl palästinensischer Terror als auch die Bemühungen Israels, seine Bürger zu schützen, „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Und hier kommt noch mehr moralische Gleichsetzung:

Leben ist heilig, ungeachtet der Nationalität – das eines drei Monate alten Kindes in Jerusalem und das eines 55jährigen Ministers im Westjordanland.

Wie kann der Tod eines drei Monate alten israelischen Babys, das voller Absicht von einem palästinensischen Terroristen umgebracht wurde, der sein Auto an einer Straßenbahnhaltestelle in eine Menschenmenge lenkte, mit dem Tod eines Palästinensers verglichen werden, an dessen Händen israelisches Blut klebt und der einen Herzanfall erlitt, während er israelische Soldaten konfrontierte?

Es überrascht kaum, wenn Fean so schreibt, als seien Palästinenser nur passive Akteure ohne Verantwortung für ihre Situation. Statt dessen dreht sich alles nur um Israel, denn:

Die Zweistaatenlösung ist gefährdet durch Gewaltakte, systematischen israelischen Siedlungsbau, die Trennungsmauer, die Zerstörung palästinensischer Häuser und die siebenjährige Abriegelung Gazas.

Was ist mit palästinensischem Terror, Aufwiegelung und der sturen Weigerung, Kompromisse zu billigen, die für den Frieden notwendig sind?

Fean fährt auf gleiche Weise fort:

In Oslo wurde den Palästinensern bis 1999 ein eigener Staat versprochen. Der Mord an Premierminister Jitzchak Rabin im Jahr 1995 vereitelte das.

Zwar darf durchaus spekuliert werden, was geschehen wäre, wäre Rabin nicht ermordet worden, aber Fean misst diesem Ereignis viel zu große Bedeutung bei und ignoriert dabei palästinensischen Terror und palästinensische Gewalt, die mehr als alles andere zur Aufhebung aller Zugewinne der Palästinenser im Oslo-Prozess geführt haben.

Dann stellt Fean Israels Wertesystem und Moralität in Frage, wobei er eine selektive Interpretation „internationalen Rechts“ bemüht:

Diese israelische Regierung teilt die Werte nicht, die sie mit dem Westen gemein zu haben behauptet, und bricht das Gesetz mit der Fortführung seiner 47jährigen Besatzung. Für eine Besatzungsmacht ist es ein Verbrechen, seine eigenen Bürger in Gebiete zu transferieren, die sie im Krieg besetzt hat. Doch das ist genau das, was die Siedlungsunternehmung tut.

Gleich ob man mit den Siedlungen übereinstimmt oder nicht, ist es völlig unaufrichtig zu behaupten, alle in Judäa und Samaria lebenden israelischen Bürger seien dort aus anderen Gründen gelandet als aus dem eigenen individuellen Bestreben heraus, und es ist nur eine Interpretation der Vierten Genfer Konvention, die Israel ablehnt.

Letztendlich ist Vincent Feans Gastkommentar ein verstörender Einblick in das europäische Denken in Bezug auf Israel und die Palästinenser. Dass die New York Times einer Ansicht, die ihrer eigenen Redaktionspolitik stark ähnelt, eine Plattform gibt, überrascht nicht.

Werden die Medien sagen, was den palästinensischen Protestler wirklich getötet hat?

11. Dezember 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 11. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Der Tod des Palästinenserfunktionärs Ziad Abu Ein hat viel Aufmerksamkeit bei den westlichen Medien erregt. Natürlich passt er wunderbar in die übliche Rahmengeschichte der Israel-Berichterstattung, denn er weist viele der wichtigsten Elemente auf: ein friedlicher Protest gegen die israelische Besatzung auf palästinensischem Land endet mit dem Tod eines wehrlosen Palästinensers durch die Hand des aggressiven israelischen Militärs.

Zwar wurde gefragt, wie Abu Ein starb, aber viele Medien stellten hierzu nur oberflächliche Fragen und wiederholten papageienhaft dieses spezielle Narrativ. Die Augenzeugenberichte in den anfänglichen Reportagen widersprachen sich. Dort hieß es unter anderem, Abu Ein sei durch das Einatmen von Tränengas gestorben, er sei von einem Gewehrkolben auf die Brust getroffen worden, eine Tränengaskartusche habe ihn auf die Brust getroffen, oder ein israelischer Soldat habe ihn erdrosselt.

Es spricht für den Sky-News-Moderator Tom Rayner, dass er den Zuschauern während der Betrachtung des Filmmaterials klar sagte, was bekannt war und was nicht.

Aber was ist mit Abu Eins Krankengeschichte? Während einige wie z. B. die AP erwähnten, dass Abu Ein laut Familienangehörigen an Diabetes und Bluthochdruck litt, sagten andere wie CNN, LA Times, Reuters, AFP und WSJ (Link in The Australian via Google News), NPR, McClatchy News, Daily Telegraph, Financial Times und The Guardian nichts über Abu Eins Gesundheitsprobleme.

Mit der Freigabe des vorläufigen Autopsieberichts wurde jedoch deutlich, wie wichtig das war. Wie Ynet berichtet:

Der Bericht, angeführt von palästinensischen, jordanischen und israelischen Pathologen, sagte, der Tod sei von einer Blockade in der Koronararterie verursacht worden, und es gebe Anzeichen für leichte innere Blutungen und örtlich begrenzten Druck auf den Hals, zumindest laut der israelischen Version des Berichts, die vom Gesundheitsministerium veröffentlicht wurde.

Der Verstorbene litt an einer Herzkrankheit, und es gab Hinweise, dass Ablagerungen über 80% der Blutgefäße verstopft hatten und dass er in der Vergangenheit Herzinfarkte erlitten hat.

Aber wie viele Medien werden ihre Storys entsprechend modifizieren?

Es scheint, als seien der Stress und der sich daraus ergebende Herzanfall das Resultat aus einer Konfrontation mit israelischen Soldaten gewesen, von denen mindestens einer Abu Ein gemäß dem Filmmaterial an der Kehle gepackt zu haben scheint. Auch dies muss jedoch im Kontext der Ereignisse dieses Tages untersucht werden, ebenso ob der angeblich friedliche Protest wirklich friedlich war. Vielen entging die Behauptung von NPR, es habe „über mehrere Stunden Zusammenstöße zwischen Palästinensern und jüdischen Siedlern im Gebiet“ gegeben.

Und was ist mit Abu Ein selbst? CNN, LA Times, Financial Times und Channel 4 versagten alle darin, Abu Eins Hintergrund zu erwähnen. Die Jerusalem Post schreibt hierzu:

Abu Ein saß mehrere Jahre für seine Beteiligung an einem 1979er Terroranschlag in Tiberias in israelischen Gefängnissen. Eine Gruppe Jugendlicher feierte Lag Ba’omer im Stadtzentrum, als mitten unter ihnen eine Bombe hochging. Zwei 16jährige – Boaz Lahav und David Lankri – wurden getötet und 36 weitere Jugendliche verwundet.

Nach dem Anschlag floh er in die USA. 1981 war er der erste Palästinenser überhaupt, der von den USA nach Israel ausgeliefert wurde.

Ein Jahr später wurde Abu Ein zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt, wurde 1985 jedoch im Rahmen des Jibril-Gefangenenaustausches freigelassen. Während der zweiten Intifada befand sich Abu Ein in Administrativhaft.

Obwohl sich die Palästinenser bemühen, Abu Ein als Märtyrer hinzustellen, der durch israelische Hand starb, war er ganz klar kein Heiliger.

Ungeachtet Abu Eins Geschichte der Gewalttätigkeit, die völlig außer Zweifel steht, und trotz der Terminologie von Mahmud Abbas, der den Vorfall einen „Mord“ nannte, setzten die israelischen Kräfte vor Ort nicht-tödliche Methoden zur Zerstreuung von Menschenansammlungen ein und wollten nicht, dass jemand stirbt.

Und wieviel von der rhetorischen Eskalation der Palästinenserbehörde ist ein Resultat der medialen Aufmerksamkeit, die diesem Vorfall gewidmet wird? Der palästinensische Unterhändler und notorische Lügner Saeb Erekat sagte: „In unseren Augen trägt Israel die volle Verantwortung für den Mord an Ziad Abu Ein.“

Selbstverständlich ein bedauerlicher Vorfall. Aber ganz gewiss kein Mord.


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