Archive for the ‘Palästinenser’ category

Die Sunday Times hält einen Vorschlag für etablierte Politik

27. Mai 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 22. Mai 2016

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Unter der Schlagzeile „Israel plant Todesstrafe für palästinensische Kämpfer“ stellt die britische Sunday Times die folgende Behauptung auf:

Israel ist im Begriff, die Todesstrafe für palästinensische Kämpfer einzuführen, nachdem Benjamin Netanyahu eine ultranationalistische Partei dazu eingeladen hat, seiner Koalitionsregierung beizutreten.

Bei dieser Schlagzeile und dem Artikeltext gibt es nicht nur eins, sondern gleich zwei dicke Probleme.

Das erste Problem ist die Verwendung des Wortes „Kämpfer“. Dieses Wort kann fast alle Menschen mit extremen Ansichten beschreiben. Fordert Lieberman wirklich die Todesstrafe für jeden Palästinenser, der als Extremist betrachtet wird?

Nein. Der von Lieberman unterstützte Vorschlag besteht in der Todesstrafe für überführte Terroristen. Zwar ist auch dieses Konzept kontrovers, aber es hört sich weniger extrem an, wenn akkurate Terminologie benutzt wird. (Siehe hierzu unseren Artikel und unser Video über irreführende Terminologie.)

Aber der irreführendste Teil von Schlagzeile und Artikel ist die Behauptung, der Staat Israel betreibe die aktive Planung solcher Gesetzgebung. Dies trifft schlichtweg nicht zu.

Nur weil ein Knessetmitglied, selbst ein baldiger Verteidigungsminister, eine bestimmte Sichtweise hat, macht es das nicht gleich zur nationalen Politik. Falls die israelische Regierung dies offiziell unterstützt und zur Regierungspolitik macht, es der Knesset zur Abstimmung übergibt, ist es nichts weiter als ein Vorschlag. (In diesem besonderen Fall hat Lieberman ursprünglich gewollt, dass Netanyahu seine Politik als Bedingung dafür akzeptiert, dass Lieberman sich der Koalitionsregierung anschließt. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels wird der Vorschlag immer noch diskutiert, obwohl es bedeutenden Widerstand innerhalb der Regierung gibt.)

Aber der Artikel der Sunday Times, der auch in anderen Medien weltweit erschien wie z. B. im Australian, versagt darin, seine Leser akkurat über die Details des Vorschlags und dessen Status zu informieren.

Die International Business Times nutzt die Schlagzeile „Israelische Regierung könnte Todesstrafe für palästinensische Kämpfer einführen„. Der Gebrauch des Wortes „könnte“ lässt die Leser zumindest wissen, dass es sich hier um eine Möglichkeit handelt und nicht um vollendete Tatsachen.

Ebenso erwähnt der Artikel:

Die Knesset, das israelische Parlament, hat Petitionen zur Ausweitung der Todesstrafe mehrfach abgeschmettert. 2015 brachte Liebermans Partei Yisrael Beiteinu einen Gesetzesvorschlag zur Erweiterung des Gebrauchs tödlicher Gewalt ein, was bei der ersten Lesung mit 94 zu 6 Stimmen abgelehnt wurde.

Es ist fair zu sagen, dass die Ernennung Liebermans nicht kontroversenlos geblieben ist. Aber die Medien haben die Verpflichtung, akkurat zu berichten und den Lesern eine informierte Meinung zuzugestehen.

Joe Hyams, Geschäftsführer von HonestReporting, sagte:

Die Verantwortlichkeit des Journalisten besteht in der Sicherstellung, dass der typische Nachrichtenleser auf vernünftige Weise zu einem informierten und zutreffenden Bild der Tatsachen vor Ort gelangen kann. Diese sensationsheischende Schlagzeile spiegelt mehr die Ansichten des Schreibers, als dass sie eine akkurate Beschreibung des Status des Vorschlags ist.

Foto von Nati Shohat / Flash 90.

Die Medienbühne für BDS-Lügen

26. Mai 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 19. Mai 2016

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Rafeef Ziadah, eine palästinensisch-kanadische BDS-Aktivistin und Mitbegründerin der Israel Apartheid Week, schreibt in der Irish Times über die Einladung an sie, „während des Gedenkens an die Nakba sowie anlässlich der Jahrhundertfeier des Osteraufstands 1916“ eine Reise durch Irland zu machen.

Da sie in Irland ist, beschreibt sie das „historische Beispiel der Dunnes-Stores-Arbeiter“, die zur Zeit der Apartheid kein südafrikanisches Obst verkaufen wollten, als Inspiration für BDS-Aktivisten.

Ihre Beschreibung von BDS lautet:

…hält am einfachen Prinzip fest, dass Palästinensern dieselben Rechte zustehen wie dem Rest der Menschheit. BDS will die internationale Unterstützung für das israelische Apartheidregime und den Siedler-Kolonialismus beenden, die mit der Nakba begonnen haben.

Sie gebraucht die Sprache der Menschenrechte, gibt aber in Wirklichkeit zu — bewusst oder nicht –, dass die wahren Ziele der BDS-Bewegung in der Beendigung Israels insgesamt liegen. Indem sie sagt, Israels „Apartheidregime und Siedler-Kolonialismus“ hätten 1948 mit der Nakba begonnen, lehnt sie Israels Existenzrecht ab. Für die Palästinenser mag die Nakba eine Katastrophe gewesen sein, aber sie war das Resultat eines von Arabern begonnenen Krieges, der sein Ziel, die Juden in dem neu errichteten Staat auszulöschen, verfehlte.

Anfang dieser Woche brachte der Columbus Dispatch einen Redaktionsbeitrag, worin BDS so beschrieben wird, als wolle sie lediglich „Israels Politik in den Palästinensergebieten, die es besetzt hält, verändern“. Dies ist jedoch vollkommen irreführend und schmeichelt der BDS, indem es deren Menschenrechte-Rhetorik wiederholt, welche verschleiern will, dass es nicht um israelische Politik geht, sondern darum, dass Israel überhaupt existiert.

Zwar stand im angesprochenen Beitrag, in der BDS-Bewegung gebe es „einige Fanatiker“, aber gleichzeitig besagte der Artikel, diese würden die Teilnahme jener nicht beeinträchtigen, die sich der israelischen Politik entgegenstellen und die von „moralischer Überzeugung“ geleitet werden.

Aber wer aus moralischer Überzeugung teilnimmt, wurde von der BDS-Bewegung in die Irre geführt, und zwar sowohl über ihre wahren Ziele als auch über die Wahrheit über Israel, seine Geschichte und den gegenwärtigen Konflikt.

Ginge es um moralische Überzeugungen, würden sie nicht den einzigen jüdischen Staat für die Dämonisierung heranzerren; sie würden die Situation von beiden Seiten betrachten und sich für Kommunikation und Koexistenz einsetzen.

BDS kümmert sich nicht notwendigerweise um eine negative Wirkung auf Israels Wirtschaft — es geht mehr um das, was Boykotte repräsentieren, als um die Boykotte selbst. Die Bewegung nutzt Boykotte und Lügen, um einen Krieg gegen Israels Image zu führen, seine Legitimität zu unterminieren und sein Recht auf Selbstverteidigung zu annullieren.

Wenn Medien die BDS-Bewegung falsch darstellen, nähren und ermächtigen sie sie und bieten ihr exakt die Bühne, die sie zur Verbreitung ihrer Lügen braucht.

Für weitere Informationen über BDS hier klicken.

Christian Science Monitor vergisst, dass die Hamas Gaza kontrolliert

24. Mai 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 19. Mai 2016

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Der Christian Science Monitor (CSM) brachte einen Artikel mit dem Titel „Musiker erheben ihre Stimme in einem Lied als Hilfe für die Kinder in Gaza.“

Aber statt ein Musikprojekt zu beschreiben, stellt der CSM die Natur von Gaza und Israel derart falsch dar, dass es dem Berufsstand des Journalismus die Schamesröte ins Gesicht treibt.

Erst einmal ist dort die gesamte Geographie falsch. Israel kontrolliert die Grenze zu Gaza? In Wirklichkeit hat Gaza zwei Grenzen: eine zu Israel und eine zu Ägypten. Die ägyptische Grenze ist noch beschränkter als die israelische, was an den permanenten Angriffen auf Ägypten vom Gazastreifen ausgehend liegt. Ebenso verschwieg der CSM die ständigen Angriffe auf Israel vom Gazastreifen aus.

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CSM verdreht Fakten und sagt, Israel beschränke die Importe nach Gaza. In Wirklichkeit beschränkt Israel die Bewegung von Waffen nach Gaza, liefert jedes Jahr aber Millionen Tonnen Nahrung, Baustoffe und Wasser und stellt Elektrizität zur Verfügung. Die Waffen, die Israel beschränkt, werden von Terrororganisationen zum Angriff auf israelische Zivilisten verwendet.

Danach sprengt CSM jeden noch verbliebenen Rahmen und thematisiert Gaza ohne jede Erwähnung seines allerwichtigsten Kontextes: nämlich dass die Terrororganisation Hamas Gaza kontrolliert.

Hamas unterdrückt die Palästinenser und arbeitet aktiv an der Zerstörung Israels und am Mord an allen Juden. (Hamas sagt dies öffentlich und bei zahlreichen Gelegenheiten; tatsächlich ist dies Bestandteil ihrer Charta.)

Die Hamas wird von Australien, Kanada, Ägypten, der EU, Israel, der UK und den USA als Terrororganisation eingestuft. Der andauernde Krieg dieser Terrororganisation gegen Israel und Juden ist der Grund, weshalb Israels Sicherheitsmaßnahmen überhaupt erst notwendig wurden, und er ist die Grundursache für das Leid sowohl von Palästinensern als auch von Israelis. CSM verliert kein einziges Wort hierüber.

CSM erwähnt nicht einmal das Wort „Hamas“, außer in einer nebensächlichen Erwähnung zum Ende des Artikels hin. Im Kontrast hierzu macht CSM Israel für die Situation in Gaza an fünf verschiedenen Stellen im Artikel verantwortlich.

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Und zu guter Letzt erwähnt CSM Opferstatistiken aus dem letzten Krieg zwischen Israel und Hamas. Die von CSM verwendeten Zahlen sind veraltet und falsch, aber was noch wichtiger ist: CSM erwähnt mit keinem Wort, dass die meisten Opfer in Gaza Kämpfer oder auch Zivilisten waren, welche die Hamas als menschlichen Schutzschild zum Schutz von Militärausrüstung und -personal missbrauchte.

Israels Kriegshandlungen mit der Hamas waren rein defensiver Natur, und israelische Zivilisten leben unter ständigem Raketenbeschuss aus Gaza, was den Krieg überhaupt erst notwendig machte. Wieder erwähnt CSM davon kein Wort.

Ganz flüchtig erwähnt CSM, einer der Teilnehmer bei diesem Musikprojekt sei Roger Waters, aber ganz getreu dem Verschweigen von Kontext erwähnt CSM mit keinem Wort Waters überschäumenden Antisemitismus einschließlich seiner öffentlichen Zurschaustellung von Hass und Lächerlichmachung Israels und des jüdischen Volks.

Vom Leid in Gaza zu sprechen, aber jede Erwähnung der Hamas zu unterlassen, ist so, als spräche man von den Anschlägen in Brüssel und Paris ohne die Erwähnung von ISIS oder über den 11. September 2001 in New York ohne die Erwähnung von Al-Qaida. Das ist nicht nur eine grobe Verzerrung der Realität, sondern eine Schande für den Berufsstand des Journalismus an sich.

Gaza-Karte: Public-Domain-Bild vom CIA World Factbook

Grafik der Anschläge von IDFBLOG.com

Titelbild: Abed Rahim Khatib /Flash90

Ist Jerusalem in Israel?

23. Mai 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 18. Mai 2016

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Ist die Altstadt Jerusalems in Israel?

Nicht wenn man der jüngsten Entscheidung der New Zealand Broadcasting Standards Authority (BSA) folgt.

ONE News New Zealand brachte im Oktober eine Sendung über die palästinensische Terrorwelle in Israel. Der Korrespondent schuf den Rahmen, indem er sagte:

Straßenblockaden wurden errichtet, und Tausende Polizisten und Soldaten patrouillieren durch Israel, während es eine Gewaltwelle aufzuhalten versucht. Beim jüngsten Angriff erstach ein Palästinenser eine 70jährige Frau, bevor er erschossen wurde.

Danach zeigte der Bericht Videomaterial, wie ein Terrorist nahe dem Damaskustor erschossen wurde. Die Texteinblendung im Video lautete „Jerusalem“.

Die Sendung führte zu einer Beschwerde der Wellington Palestine Group bei der BSA. Dort war man der Ansicht, die Leser würden zum Glauben verleitet werden, der Tatort und tatsächlich die ganze Stadt Jerusalem könnte womöglich in Israel liegen.

Die WPG behauptete:

Das Unvermögen von TVNZ [Television New Zealand], simple Geographie bei diesem Thema richtig darzustellen, lässt die Zuschauer die israelische Version glauben, Ostjerusalem sei rechtmäßiger Teil Israels und somit sei jeder Widerstand gegen die Besatzung illegitim.

Lassen wir mal beiseite, dass sie hier im Grunde das Einstechen auf eine 70jährige Frau als legitimen „Widerstand gegen die Besatzung“ bezeichnen — „simple Geographie“ zeigt, dass Jerusalem eine einzige Stadt ist. Es existiert keine separate geographische Bezeichnung „Ost“-Jerusalem. Die alte Waffenstillstandslinie von 1949, die die Stadt damals teilte, ist schon lange weg, und heute hätten Araber und Juden alle Mühe, genau aufzuzeigen, wo diese Trennung denn nun verlief.

Zudem ist die Behauptung, die Altstadt Jerusalems, das nationale, spirituelle und historische Herz des jüdischen Volkes, sei kein Teil Israels, völlig absurd.

Doch statt diese unverfrorene Behauptung sofort abzuschmettern, wurde sie von der BSA tatsächlich weitertransportiert: Dort instruierte man den Sender, künftig besser aufzupassen und nicht mehr anzudeuten, Jerusalem wäre ein Teil Israels.

Abschließend sagte die BSA:

Es existiert ein großes öffentliches Interesse, dass geographische Beschreibungen korrekt sind, wenn Vorfälle und der Konflikt in der Region beschrieben werden.

Dem stimmen wir zu.

Aber wir glauben, die BSA schlug der Realität ins Gesicht und tat das exakte Gegenteil, indem sie sich komplett auf die Seite einer Gruppierung schlug, die eine israelfeindliche Agenda verfolgt.

Financial Times: Nur Israel wird für den Fehlschlag der 2014er Friedensverhandlungen verantwortlich gemacht

20. Mai 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 17. Mai 2016

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Die Financial Times berichtet über die französischen Pläne für eine internationale Konferenz über den israelisch-palästinensischen Konflikt, um „neuen Schwung“ hineinzubringen und Direktverhandlungen zwischen beiden Seiten anzuregen.

Im Artikel blickt die FT auf die von den USA im Jahr 2014 geleiteten Gespräche zurück und warum diese fehlschlugen:

Die letzte von den USA geleitete Gesprächsrunde kollabierte im April 2014 nach Verzögerungen bei der geplanten Freilassung palästinensischer Gefangener durch Israel, palästinensischem Ärger über israelische Bauten in illegalen Siedlungen, und der israelischen Forderung, dass der Staat als jüdischer Staat anerkannt wird.

Und das ist wirklich die ganze Geschichte? War nur Israel für den Kollaps der Gespräche verantwortlich, und das gleich dreimal? Was ist mit der Gegenseite, auf die der Artikel gar nicht eingeht? Könnte es sein, dass die Palästinenser beim Kollaps der Gespräche eine Rolle gespielt haben?

Zum Beispiel:

  • Abbas stimmte einer Verlängerung des Gespräche nicht zu, und durch den bevorstehenden Kollaps wurde die Freilassung des Gefangenen verzögert.
  • In einem klaren Bruch der Vereinbarungen mit den USA und Israel bemühte sich Abbas um die palästinensische Mitgliedschaft in 15 UN- und internationalen Behörden.
  • Die Fatah verkündete ein Abkommen mit der Hamas — der völkermordenden Terrororganisation — über eine gemeinsame palästinensische Regierung.

Warum also berichtete die Financial Times nur über eine Seite — nämlich die, die die Schuld gänzlich Israel zuschob?

UNICEF und AFP: Israel der „Kindermörder“

18. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Mai 2016

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Bitte unterzeichnen Sie unseren Brief an Emmanuel Hoog, dem Geschäftsführer der AFP, den Sie in diesem Link ganz unten im Artikel finden!

Die unheilige Allianz zwischen antiisraelischen nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) und der Presse ist in der AFP-Story mit dem Titel „Israelische Sicherheitskräfte ‚töteten 25 Palästinenserkinder‘ in drei Monaten, sagt UNICEF“ offenkundig.

Die Kinderbehörde der UN sagt, 25 palästinensische Kinder seien in den letzten drei Monaten des Jahres 2015 während einer Gewaltwelle getötet worden.

Ein UNICEF-Bericht sagte, man sei besorgt wegen der exzessiven Gewaltanwendung bei Vorfällen, in denen Palästinenserkinder, die angeblich Messerangriffe durchführten, von israelischen Sicherheitskräften erschossen wurden.

Laut dem Bericht sind über 1.300 palästinensische Kinder während der größten Zunahme der Attacken verletzt worden, fast alle davon im Westjordanland und in Ostjerusalem, während drei israelische Kinder im Westjordanland und in Westjerusalem verletzt wurden.

Zwar wird der Bericht der UNICEF zugeschrieben, aber die AFP versäumt zu erwähnen, dass es sich um das Vierteljahres-Mitteilungsblatt einer von der UNICEF geführten Arbeitsgruppe handelt, die ein wahrhaftiges Stelldichein von NGOs mit politisierten Aktivitäten gegen Israel darstellt:

Weder der Bericht selbst noch AFPs einseitige Berichterstattung geben vor, in irgendeiner Weise ausgewogen sein zu wollen. Statt dessen wird Israel als Mörder palästinensischer Kinder hingestellt:

Von den 23 getöteten Palästinenserkindern wurden 22 von israelischen Sicherheitskräften mit scharfer Munition getötet und eines durch israelische Siedler; es gab bislang keinerlei Festnahmen oder Anklagen in Bezug auf diese Morde.

Festnahmen oder Anklagen gibt es nur bei kriminellen Handlungen. Der UNICEF-Bericht macht hier also die pauschale Annahme, jeder Israeli, der einen Palästinenser im Alter zwischen 12 und 17 getötet hat, sei kriminell.

AFP schreibt:

UNICEF zitierte das Beispiel eines 17jährigen Mädchens, das am 25. Oktober in Hebron im Westjordanland „von IDF-Soldaten für eine Durchsuchung festgehalten, mit wenigstens fünf Kugeln erschossen und getötet wurde“.

„Die israelischen Behörden sagten, sie habe einen Polizisten zu erstechen versucht, aber ein Augenzeuge sagte aus, sie habe zum fraglichen Zeitpunkt keine Gefahr dargestellt, als sie erschossen wurde, und sie habe gerufen, dass sie kein Messer bei sich trage“, steht darin.

Hier ist die Implikation, ein hilfloses Palästinensermädchen sei aufgefasst und dann erschossen worden, während sie sich in der Obhut der IDF befand. Das ganze auf der Grundlage einer „Augenzeugen“-Aussage (vermutlich ein Palästinenser).

Hier die Art und Weise, wie am fraglichen Tag in der israelischen Presse über den Vorfall berichtet wurde:

Am Sonntag versuchte eine Terroristin Grenzpolizisten am Eingang zum Grab der Patriarchen in Hebron zu erstechen, nachdem sie den Argwohn der Beamten erregte.

Die Frau wartete darauf, die heilige Stätte zu betreten, verhielt sich aber auffällig. Sie wurde gebeten, sich auszuweisen, nahm aber plötzlich ein Messer heraus und lief schreiend auf die Polizisten zu.

Die Beamten schossen auf sie, und sie wurde getötet. Sie konnte niemanden verletzen.

Ist eine 17jährige mit einem Messer wirklich ein „Kind“ im reinsten Wortsinn? Hatten die israelischen Sicherheitskräfte ein unschuldiges Kind vor sich, als sie das Feuer eröffneten? Natürlich nicht, und ebensowenig wäre von ihnen erwartet worden, dass sie das Alter der Angreiferin berücksichtigen, während diese einen Terrorakt ausführt.

AFP fährt fort:

Ebenso zeigte sich die UNICEF besorgt über die Anzahl der palästinensischen Kinder im Alter zwischen 12 und 17, die von der israelischen Armee festgehalten werden.

Laut dem israelischen Gefängnisdienst stand die Zahl Ende Dezember bei 422, die höchste Zahl seit März 2009.

Vielleicht sollte die Zahl der palästinensischen Jugendlichen, die sich in Terroranschlägen oder in Gewalt gegen israelische Soldaten und Zivilisten betätigen, die wirkliche Besorgnis erregen. Sollte die UNICEF nicht ihre Besorgnis über die palästinensische Aufstachelung in sozialen Medien wie Facebook und Twitter ausdrücken, die bewirkt, dass solche jungen Menschen ihr eigenes und das Leben anderer gefährden?

Aber weder der UNICEF-Bericht noch AFP sind bereit, eine Alternative zu der Ritualmordlegende anzubringen, Israel würde palästinensische Kinder einfach auf verbrecherische Weise totschießen.

AFP kann über das Kontaktformular angeschrieben werden — https://www.afp.com/en/contact. Und UNICEF erreicht man für Beschwerden unter jerusalem@unicef.org

Bild: Messer-Vektor von Vecteezy

IBT: Palästinenser feuern zuerst, aber Israel „beendet den Waffenstillstand“

11. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Mai 2016

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Werden Mörsergeschosse von Gaza nach Israel abgefeuert, wäre das dann kein palästinensischer Waffenstillstandsbruch? Nicht wenn man für die International Business Times berichtet:

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Wie kann Israel einen Waffenstillstand beendet haben, wenn die Palästinenser zuerst feuerten?

Selbst der Eröffnungsabsatz bei IBT besagt:

Israel hat einen Luftangriff auf palästinensische Streitkräfte im Gazastreifen durchgeführt und damit den zwei Jahre alten Waffenstillstand bedroht.

Endete der Waffenstillstand nun, oder wurde er durch Israel nur „bedroht“? Die IBT scheint sich nicht entscheiden zu können. Wie dem auch sei, die IBT hat Israel unzutreffend und unverantwortlich als den Aggressor hingestellt, obwohl der Luftangriff eine Antwort auf palästinensische Angriffe war.

Aber war da überhaupt Mörserfeuer? Laut IBT:

Israel behauptete, sein Luftangriff geschah als Antwort auf eine frühere Attacke von der anderen Seite, als aus Gaza Mörsergeschosse abgefeuert wurden.

Sagt die IBT hier ernsthaft, der Mörserangriff sei bloß eine substanzlose Behauptung Israels als Rechtfertigung für einen unprovozierten Luftangriff auf Gaza?

Selbst die Hamas bestätigte den Angriff auf israelische Streitkräfte. Der führende Hamas-Funktionär Abu Marzouk sagte:

Was an der Ostgrenze des Gazastreifens geschieht, ist ein Versuch Israels, neue Fakten am Boden zu schaffen, mehr als 150 Meter von der Grenze entfernt. Das ist es, was unsere Leute zu dieser Konfrontation veranlasste, nämlich um ihre Bulldozer davon abzuhalten, einfach so weiterzumachen.

Tatsächlich operierte Israel nahe der Grenze zu Gaza. Ynet berichtet:

Die IDF schätzt, dass das Mörserfeuer, das den gesamten Mittwoch über bestand, direkt auf IDF-Truppen gezielt war. Diese Truppen nahmen im Bereich des Grenzzauns Ingenieurstätigkeiten vor, um weitere Hamas-Tunnel aufzuspüren, die in israelisches Gebiet hineinragen. Dies geschah seit [Operation] Schutzrand an verschiedenen Stellen entlang der Grenze, aber erst während der vergangenen 24 Stunden oder so führte dies zu einer gewaltsamen Reaktion der Palästinenser.

Da die Suche nach Tunneln, die für Angriffe auf Israel genutzt werden könnten, nicht als Bruch des Waffenstillstands angesehen werden kann, gibt es eindeutig nur eine Seite, die mit Aggressionen begonnen hat — Hamas.

***

UPDATE

Nachdem wir auf unsere Beschwerde keine Antwort erhielten, tweeteten wir der IBT sowie dem IBT-Chefredakteur John Crowley drei Tage später:

TweetHRsuccess2Kurz danach wurde die Schlagzeile überarbeitet, und die Story bestätigt jetzt die palästinensischen Mörserattacken. Der Satz mit der israelischen „Behauptung“ wurde entfernt.

Wir danken der IBT für die Vornahme der notwendigen Korrekturen. Die neue Version sieht man hier, die alte im Cache hier.


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