Archive for the ‘Palästinenser’ category

CNN nennt Bombenterror einen „Busbrand“

22. April 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 19. April 2016

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Am Abend des 18. April jagten Terroristen einen israelischen Bus in Jerusalem in die Luft, wobei sie 21 Menschen verletzten, einige davon schwer. Einer befindet sich in kritischem Zustand.

CNNs Schlagzeile? „Mindestens 21 Verletzte bei Busbrand in Jerusalem, sagt Polizei“

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Aber das sagt der Polizeibericht gar nicht. Laut CNNs eigener Twitterbotschaft sagte die Polizei am Abend in Wirklichkeit, es gebe „keinen Zweifelt“, dass die Busexplosion in Jerusalem ein Anschlag gewesen ist.

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Weitere Quellen bestätigten, dass dies ein bewusster Anschlag auf Israelis war, darunter auch der US-Außenminister John Kerry, der den Terroranschlag eine „Greueltat“ nannte, und selbst CNNs eigenes Video bestätigt die Aussage der Polizei:

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Unser leitender Redakteur Simon Plosker sagte in einem Interview mit The Algemeiner: „Die CNN-Schlagzeile impliziert, dass der Bus spontan in Flammen aufging. Aber der Bus fing nicht einfach Feuer — es war eine bewusste Tat, und CNN erkennt das nicht an. Dass die Schlagzeile noch in dieser Form online ist, selbst nachdem Stunden vergangen sind, seit ein Terrorakt als Ursache für die Explosion bestätigt wurde, ist absolut haarsträubend.“

Der Algemeiner-Artikel wurde am Abend des 18. April veröffentlicht, ebenso wie der CNN-Tweet, der bestätigte, dass CNN sich über die vorsätzliche Natur dieses Anschlags bewusst war.

Doch selbst noch während wir diesen Artikel hier schreiben (19. April, Anm.d.Übs.), verkündet die CNN-Schlagzeile der Welt weiterhin, 21 Israelis seien bei einem „Busbrand“ verletzt worden.

Israel trifft Sicherheitsvorkehrungen, um exakt diese Art von Anschlägen zu verhindern. Aber wenn die Nachrichtenleser nicht einmal gesagt bekommen, dass es sich um Terroranschläge handelt, dann können die Medien Israels Bemühungen zum Schutz seiner Bevölkerung sehr leicht als unvernünftig oder unverhältnismäßig hinstellen.

Deswegen ist es so wichtig, CNN zur Verantwortung zu ziehen.

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Nach einer Beschwerde durch HonestReporting hat CNN seine Schlagzeile angepasst. Nun lautet sie: „Mindestens 21 Verletzte bei Busanschlag in Jerusalem, sagt Polizei“. Damit bestätigt CNN endlich, dass dieses Ereignis ein Anschlag war.

Bild: Nati Shohat/Flash90

Die New York Times sieht ein halb volles Glas halb leer

21. April 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 14. April 2016

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Ist das Glas halb voll oder halb leer? Das fragt man sich, wenn man Diaa Hadids neueste Story in der New York Times liest. Der Titel: „Israel bürdet Westjordanland Kurzzeitcheckpoints und Straßensperrungen auf“.

Trotz der Welle palästinensischer Terroranschläge während der letzten Monate war es die Politik der IDF, die palästinensische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit von den israelischen Sicherheitsmaßnahmen weitestgehend unberührt zu lassen.

Hadid schreibt:

Solche Kurzzeitcheckpoints und Sperrungen, die einige Tage bestehen, haben den Tagesablauf palästinensischer Einwohner unterbrochen, deren Fähigkeit, sich durch das besetzte Territorium zu bewegen, ohnehin beeinträchtigt gewesen ist. Aber die zielgenaue Strategie, die sporadisch vor allem auf einzelne Dörfer gerichtet ist, ist eine deutliche Abweichung von den großflächigen Schließungen und Ausgangssperren, die Israel während der zweiten Intifada über Städte im Westjordanland verhängt hat, wodurch die Auswirkungen für die Welt — und selbst für die Nachbarn — schlechter zu sehen und zu spüren waren.

Will Hadid hier andeuten, hinter der israelischen Politik, weniger Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, stecke irgendeine schändliche Motivation? Konzentriert sich die IDF auf ortsgebundene Sicherheitsmaßnahmen, weil sie dem Rest der Welt Scheuklappen aufsetzen will, was eine angeblich böswillige Behandlung der Palästinenser betrifft?

Sie fährt fort:

Palästinensische Beamte und ihre Helfer verurteilen die Straßenschließungen als kollektive Bestrafung. Diese haben jedoch kaum zu Protesten bei der Bevölkerung geführt, da die Einwohner eines Dorfes manchmal keinen Schimmer davon haben, was nur ein paar Kilometer entfernt geschieht, und Ramallah, das Zentrum des politischen und bürgerlichen Lebens im Westjordanland, ist weitgehend verschont geblieben.

Das israelische Militär sagt, die Schließungen dienten lediglich der Aufgreifung von Verdächtigen und der Vermeidung weiterer Anschläge einer Gewaltwelle, die weit weniger schwer, anhaltend oder verbreitet ist als frühere Aufstände. Der fein abgestimmte Ansatz half die Verurteilung des israelischen Durchgreifens durch die Weltöffentlichkeit gering zu halten.

Warum sollte man automatisch annehmen, Israels „Durchgreifen“ hätte die „Verurteilung durch die Weltöffentlichkeit“ zur Folge? Dies impliziert, die israelischen Maßnahmen zur Verhinderung von palästinensischem Terrorismus seien nicht rechtens.

Hadid kann es nicht glauben, dass Israel tatsächlich versuchen könnte, gewöhnlichen Palästinensern mögliches Leid zu ersparen. Ihr Bild des Konflikts begreift nichts anderes, als dass die israelischen Handlungen Hintergedanken haben. Könnte das Ausbleiben palästinensischer Proteste ein Resultat angemessen dosierter israelischer Sicherheitspolitik sein?

Danach werden die Leser dem angeblichen „Leid“ der Palästinenser durch israelische Sicherheitsmaßnahmen ausgesetzt. Anscheinend bedeutet das auch, dass Palästinenser nicht heiraten können:

Die kontinuierlichste Sperrung wurde einem stets angespannten Konfrontationsbereich in der Altstadt von Hebron auferlegt, Szene vieler Anschläge auf israelische Soldaten, die zum Schutz von jüdischen Siedlern abgestellt waren, die dort im Gebiet leben.

Seit November hat das israelische Militär die meisten Palästinenser vom Betreten dieses Gebietes abgehalten, mit Ausnahme der paar Dutzend Familien, die als im benachbarten Gebiet Tel Rumeida wohnend registriert sind.

„Nicht ein einziges Mädchen hat sich verlobt, und nicht ein einziges Mädchen hatte eine Hochzeit“, sagte Mufid al-Sharabati, zu dessen fünf Kindern auch zwei Töchter im heiratsfähigen Alter zählen. „Unser Leid ist beträchtlich.“

Hält Israel die Palästinenser in Hebron davon ab, sich zu verloben und zu heiraten? Natürlich nicht. Trotzdem entscheidet sich Hadid für ebendieses Zitat, um die angebliche Entbehrung der Palästinenser zu illustrieren.

Zum Thema Straßensperren befragt Hadid einen gewissen Ali Al-Shamy:

Herr Shamy und andere Anwohner fanden die Sperrung besonders rätselhaft, da die fragliche Straße generell nur von Palästinensern benutzt wird, was kaum Risiko übrig lässt, dass mögliche Angreifer sie zur Jagd auf Israelis nutzen.

Palästinensischer Terrorismus beschränkt sich nicht nur auf Straßen. Terroristen, die Anschläge in Israel und im Westjordanland verübt haben, erreichten den Tatort vermutlich von ihrem Zuhause in palästinensischen Dörfern und Städten aus… und zwar per Straße. Und in den Fällen, in denen die Terroristen entkommen sind, könnten sie dieselben Straßen benutzt haben, um zurück nach Hause zu kommen.

Palästinensische Dorfbewohner sind keine Experten über israelische Sicherheitspolitik, und der Zweifel, der über die Hintergründe der Straßensperrung vorgebracht wurde, ist rein spekulativ.

Und dank Hadids Sicherheitsexperten (hier ein palästinensischer Busfahrer) geht die Spekulation weiter:

„Ich schwöre bei Gott, sie schikanieren uns einfach nur“, grummelte Omar Mousa, ein 50jähriger Busfahrer, der am Morgen nach der plötzlichen Aufhebung der Absperrung sein Fahrzeug auf die Hauptstraße lenkte.

Israel „schikaniert“ die Palästinensern also einfach nur. Schon wieder eine Behauptung, Israel habe etwas Finstereres im Sinn als einfach nur seine Sicherheit.

Der Artikel schließt:

Er deutete auf die nahe Route 443, die von Israel gebaute vierspurige Autobahn, die durch das Westjordanland führt und von Begrenzungen umgeben ist, die den Zugang durch palästinensische Gemeinden weitgehend verhindern.

Hadid verschweigt, dass die Route 443 — eine Hauptverkehrsader zwischen Jerusalem und Tel Aviv — für palästinensischen Verkehr in Wirklichkeit offen ist, wenngleich in eingeschränkter Weise, und zwar nachdem ein israelisches Gerichtsurteil im Jahr 2009 dieses entschied. Dort, wo die Straße durchs Westjordanland führt, gibt es eine Reihe von Checkpoints, die palästinensischen Verkehr nach einer gründlichen Prüfung durch israelische Sicherheitskräfte durchlässt.

Die jüngsten tödlichen Messermorde in der Nähe dieser Straße in der israelischen gemeinde Beit Horon sowie in einer Tankstelle auf dieser Straße illustrieren deutlich, warum es zu beiden Seiten der Autobahn Barrieren gibt.

Durch Auslassung von Schlüsselinformationen erhält die Leserschaft den falschen Eindruck, Route 443 könnte eine „israelische bzw. rein jüdische Straße“ sein. Der Zugang zur 443 obliegt unbestreitbarerweise der Sicherheit.

Letzten Endes hat Diaa Hadid eine Situation gefunden, in der das Glas halb voll ist. Natürlich sind normale Palästinenser negativ von den Konsequenzen palästinensischen Terrors betroffen. Aber Israel hat sein möglichstes getan, diese Konsequenzen zu beschränken.

Hadid, der es nicht passte, dass die Story Israels Handlungen weniger verdammte, als sie es gerne hätte, sorgte absichtlich dafür, dass das Glas in den Augen der New-York-Times-Leserschaft halb leer erschien. Und wir sind aufs Neue besorgt darüber, dass Diaa Hadid unfähig oder nicht willens ist, ihre Vorurteile und Voreingenommenheit außer Acht zu lassen, wenn sie über israelisch-palästinensische Themen berichtet.

***

UPDATE

Die Druckausgabe der New York Times brachte die Story auf der Titelseite, aber mit einer anderen Schlagzeile („Im Westjordanland: Razzia Straße für Straße“).

Bild: Design von Freepik

Ist Australien schuldig im Sinne der Anklage?

18. April 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 12. April 2016

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Ein kürzlicher Meinungsbeitrag im Sydney Morning Herald von Paul Duffill, ein australischer Akademiker und BDS-Unterstützer, beschuldigt Australien einer Doppelmoral in puncto Menschenrechte, weil das Land es versäumt, israelische Siedlungen durchgängig zu verurteilen.

Im Artikel werden der Leserschaft folgende Hintergrundinformationen geboten:

Israels Siedlungen werden auf Land erbaut, das den Palästinensern 1967 weggenommen wurde.

Kein Wort darüber, dass Israels Kontrolle über diese Gebiete ein Resultat des Angriffs auf Israel im Jahre 1967 war. Kein Wort darüber, dass die umstrittenen Gebiete auch die Altstadt Jerusalems und Gush Etzion umfassen, also Orte, die bis 1948 historisch jüdische Gebiete waren — 1948 kam es zu einem Massaker an vielen der jüdischen Einwohner, und die Überlebenden wurden von den Arabern aus ihrem Zuhause vertrieben.

Und was noch beunruhigender ist: Der Artikel stellt die Siedlungen als Alleinschuldige für den mangelnden Fortschritt hin zu einem Friedensvertrag dar. Er ignoriert die Terrorwelle — Terror, der sich in keinster Weise nur auf die umstrittenen Gebiete beschränkt — und die unablässige Aufwiegelung und die Lobpreisung des Terrors seitens der Palästinenserbehörde.

Duffill hätte Israels zahlreiche Angebote erwähnen können, sich mit den Palästinensern zusammenzusetzen und direkte Friedensverhandlungen abzuhalten. Selbst als Premierminister Benjamin Netanyahu vor kurzem sagte, er würde seine Termine absagen, um sich jederzeit mit PA-Präsident Abbas zusammensetzen zu können, wurde dieses Angebot ignoriert.

Lieber stellte Duffill ein paar unzutreffende Behauptungen über die israelische Sicherheitsbarriere auf. Die Barriere — keine „Mauer“ — wurde weitestgehend entlang oder nahe der Waffenstillstandslinie von 1949 gebaut und nicht „quer durch das besetzte palästinensische Westjordanland“. Ebensowenig ist die Barriere „integraler Bestandteil von Israels Besatzung und Siedlungsaktivität“. Sie ist integraler Bestandteil von Israels Bemühungen, den aus den Palästinensergebieten überbordenden Terrorismus einzudämmen.

Noch schlimmer: Duffill vergleicht das demokratische Israel mit einigen der übelsten Menschenrechtsverletzer der Welt — einschließlich der Terrororganisation Hamas. Das ist jene Hamas, die nicht nur israelische Männer, Frauen und Kinder ermorden will, sondern die palästinensische Einwohner Gazas als menschliche Schutzschilde missbrauchte und Waffen in Schulen, Moscheen und Krankenhäusern lagerte.

Duffill ignoriert den Terror, die Aufhetzung und die Uneinsichtigkeit auf palästinensischer Seite und beschuldigt Israel, das einzige Friedenshindernis zu sein.

Wer ist hier also einer Doppelmoral schuldig?

Financial Times hält palästinensische Anschläge für „israelische Anschläge“

14. April 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 11. April 2016

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Die Financial Times berichtet, dass die Welle palästinensischer Terroranschläge auf Israelis laut dem Geheimdienst Shin Bet abebbt. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu „schrieb diese Entwicklung strengeren Sicherheitsmaßnahmen zu, die zur Vereitelung weiterer Anschläge ergriffen wurden“.

Aber wie lautete die Schlagzeile für diesen Artikel?

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Der Artikel ist faktisch korrekt, aber die Schlagzeile vermittelt einen vollkommen falschen Eindruck, wer denn hier die Anschläge ausgeführt hat. Sollten diese „israelischen Anschläge“ nicht vielmehr palästinensische Anschläge heißen?

Während der palästinensischen Terrorwelle war es viel zu oft der Fall, dass Schlagzeilen die Palästinenser reingewaschen und die Israelis als die Aggressoren hingestellt haben, wo in Wirklichkeit doch exakt das Gegenteil der Fall war. Egal wie gut der Artikel selbst ist, er kann eine irreführende Schlagzeile nicht wieder aufwiegen, insbesondere weil die meisten Leser nur die Schlagzeilen überfliegen und die Artikel selbst nicht lesen.

Wir haben die Financial Times zur Korrektur aufgefordert.

Die New York Times und das jüdische Heimatland

13. April 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 11. April 2016

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Der Magazinteil der New York Times brachte einen Artikel von James Traub, in dem es um das Konzept von „Heimatland“ ging und warum dieses Wort im amerikanischen Kontext manchmal negative Konnotationen aufweist. Dort steht auch folgender Absatz:

Was genau hat das Wort „Heimatland“ an sich, dass es sich mehr wie eine Verletzung als wie eine Affirmation der amerikanischen Identität anfühlt? In der herkömmlichen Verwendung ruft das Wort die Verbindung zwischen einem Volk und einem Staat, der ihm gehört oder dessen Besitz es sich wünscht, herauf. Mit Israels Gründung im Jahr 1948 erhielten die Juden ein Heimatland. Die Palästinenser haben eines verloren. „Heimatland“ ist durchsättigt mit den Urkräften der Staatsbildung. Das Wort deutet auf eine Welt der Solidarität, geschmiedet durch Blutsbande, durch uralte Rituale und Legenden.

Haben die Palästinenser 1948 ein Heimatland verloren, wie James Traub vorbringt? Falls er argumentieren will, Heimatland und Eigenstaatlichkeit seien wesenhaft aneinandergekoppelt, dann besaßen Palästinenser nie ein Heimatland, das sie verlieren hätten können. Niemals in der Geschichte hat es je einen souveränen Palästinenserstaat gegeben. Getreu Traubs eigener Definition waren es die Juden, die ein Heimatland verloren haben, als sie 70 n. Chr. von den Römern aus ihrem biblischen Königreich vertrieben wurden — und welches sie später zurückerhielten.

In jedem Fall haben die Juden mit der Gründung Israels zwar einen unabhängigen Staat erhalten, aber das jüdische Heimatland existiert seit über 3.000 Jahren, und zwar ungeachtet dessen, wer zu irgendeinem Zeitpunkt in der Geschichte die Herrschaft über das Land innehatte.

Traubs Israel/Palästina-Beispiel versagt also. Und das lässt uns fragen, warum er es überhaupt angeführt hat. Zugegeben, die amerikanische Identität ist eher eine zivile als eine ethnische oder nationalistische. Aber zweifellos gibt es viele Amerikaner, die ein jüdisches Heimatland als positives Konzept sehen und nicht so negativ wie Traub.

Magazin „Foreign Policy“ bezeichnet die Hamas als palästinensische Widerstandsgruppe

11. April 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 10. April 2016

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Die Hamas ist eine Terrororganisation. Leider fällt es zahlreichen Medien schwer, dies akkurat beim Namen zu nennen — lieber spricht man von „Militanten“ oder „Extremisten“.

Das Magazin Foreign Policy hat jedoch einen neuen Tiefpunkt erreicht, indem es ein Bild von Getty Images mit folgendem Begleittext versah:

Unterstützer der palästinensischen Widerstandsgruppe Hamas halten am 24. März einen Aufmarsch in Gaza-Stadt ab.

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Wir haben das Originalfoto lokalisiert. Dort steht:

Hamas-Mitglieder tragen symbolische Särge während der Veranstaltung zur Unterstützung des Aufstands in Jerusalem und Westjordanland. Die Veranstaltung fand am 24. März 2016 in Gaza-Stadt statt.

Dies scheint zu bedeuten, dass es Foreign Policy selbst waren, die plötzlich mit der Bezeichnung „Widerstandsgruppe“ anfingen.

Ist das willkürliche Abfeuern Tausender Raketen nach Israel „Widerstand“? Ist die Ermordung israelischer Zivilisten „Widerstand“? Ist der Missbrauch des eigenen Volkes als menschlichem Schutzschild „Widerstand“?

Nein. Es ist Terrorismus, und es ist höchste Zeit, dass Foreign Policy die Hamas nicht länger mit einem Heiligenschein versieht.

Hamas eine „Widerstandsgruppe“ zu nennen legitimiert ihren Terrorismus.

Mehr über irreführende Terminologie (einschließlich von Beschreibungen und Beispiele, wie die Medien den Terror falsch bezeichnen) gibt es in HonestReportings Buch „Rote Linien: Die 8 Kategorien von Medienvoreingenommenheit“ (in Kürze auch in deutscher Sprache erhältlich).

Ist ein „hilfloser“ Terrorist ein unschuldiger Terrorist?

4. April 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 3. April 2016

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Ungeachtet der Kontroverse rund um das Erschießen eines entwaffneten palästinensischen Terroristen durch einen IDF-Soldaten in Hebron geht die folgende Schlagzeile der Times of London einfach zu weit:

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Einen Terroristen als „Hilflosen“ zu beschreiben nimmt ihm seine Rolle bei der Sache und erzeugt einen falschen Eindruck über die Taten und die Identität des beteiligten Palästinensers.

Die Handlung des israelischen Soldaten befindet sich jetzt vor Gericht. Der Palästinenser hingegen hatte einen israelischen Soldaten niedergestochen, bevor er neutralisiert wurde. Es gibt viele andere mögliche Beschreibungen, die man in der Schlagzeile hätte transportieren können, entwaffneter Terrorist oder Angreifer zum Beispiel, um dem Vorfall wesentlichen Kontext beizufügen.

Der sogenannte „Hilflose“ war gewiss kein unschuldiger oder zufälliger palästinensischer Zivilist, wie die Schlagzeile suggeriert, und die Handlungen des Soldaten sollten diese Tatsache nicht ändern.

Wir haben die Times of London um Korrektur gebeten.


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