Archive for the ‘Palästinenser’ category

BBC Panorama entgleist

26. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 22. Juli 2015

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Hätte Israel entschieden, Jerusalems Straßenbahn solle die palästinensischen Bürger diskriminieren, indem sie ihre Stadtviertel vermeidet, so hätten die BBC und viele andere sofort die Schwerter ausgepackt. In Wirklichkeit bedient die Straßenbahn alle Einwohner Jerusalems, egal ob Juden, Christen oder Moslems.

Aber das hat die BBC nicht davon abgehalten, die Straßenbahn als Mittel zu missbrauchen, um die Palästinenser Jerusalems als die Opfer eines finsteren Plans darzustellen, die Stadt auf ihre Kosten zu “judaisieren”. Das Thema der BBC hierzu? Der Ausbau von Jerusalems Transportnetzwerk.

BBC Panorama, das wichtigste Format des Senders zum Thema Zeitgeschehen, strahlte am 20. Juli den Beitrag “The Train That Divides Jerusalem” aus. Es ist ein voreingenommener und einseitiger Blick auf Jerusalem.

Hier der YouTube-Link (allerdings ist er in diesem Fall wohl nur innerhalb Großbritanniens erreichbar)

‘ALS JUDE’ SPRECHEND

Der Filmemacher Adam Wishart stellt zu Beginn des Beitrags deutlich klar, dass er ein britischer Jude ist, der vor ca. 30 Jahren an einer zionistischen Lehrreise durch Israel teilgenommen hat, so als ob ihm seine Identität irgendeine spezielle Autorität über die Thematik des Beitrags verleihen würde. Im Beitrag selbst wird dann deutlich, dass Wishart weder für die britischen Juden spricht noch irgendwelche besonderen Kenntnisse über Jerusalem besitzt.

Das Eröffnungssegment vermittelt einen guten Eindruck darüber, worauf Wishart abzielt. Vermischt mit Filmclips palästinensischer Beschwerdeführer trägt er vor:

Jerusalem, eine alte Stadt mit nagelneuer Straßenbahn. Sie hätte dabei helfen sollen, die Stadt zu einen, aber sie führt zu weiterer Spaltung … Jetzt ist es für Juden leichter, in palästinensische Vorstädte zu fahren … Aber die Palästinenser hätten lieber, dass sie fortbleiben.

Dies zeichnet den Rahmen, durch welchen Wishart Jerusalem betrachtet — eine Stadt, die entlang ethnischer Linien getrennt sein sollte. Wenn es ihn so beschäftigt, dass Juden mit der Straßenbahn leichter in “palästinensische Vorstädte” kommen, hat er dann auch die Tatsache erwogen, dass die Straßenbahn es umgekehrt auch palästinensischen Bewohnern Jerusalems erleichtert, zu Krankenhäusern, Einkaufszentren, Cafés, Kinos usw. zu gelangen?

AL-AQSA BEDROHT?

Schon bald wird klar, dass die Straßenbahn Wisharts Werkzeug ist, um gründlich auf dem Thema “geteilte Stadt” herumzureiten. Aber das ist keine Trennung von Gleichen. In Wisharts Augen sind Palästinenser die Opfer von israelischen Juden. Als werden die muslimischen heiligen Stätten auf dem Tempelberg von einigen Juden bedroht, “die den Tempel auf dem Berg, den sie Tempelberg nennen, komplett neu errichten wollen, obwohl dort schon muslimische heilige Bauwerke stehen.”

Wishart interviewt Rivka Shimon, die eindeutig diese Haltung vertritt. Was er jedoch verschweigt: Shimon ist eine prominente Aktivistin des Women’s Forum for the Temple, einer von diversen kleinen jüdisch-nationalistischen Organisationen, die sich mit dem Status des Tempelbergs beschäftigen.

Diese Gruppen werden nicht nur als extremistisch betrachtet, sondern Wishart verschweigt ebenfalls, dass das wahre Thema, das in letzter Zeit diskutiert wurde, nicht der Neubau des Tempels ist, sondern der Zugang von Juden zum Tempelberg und ihr dortiges Gebetsrecht. Wie bei BBC-Berichten über Israel üblich, wurden auch hier wichtige Zusammenhänge einfach weggelassen. Muslimische heilige Stätten werden von Juden nicht bedroht, aber Wishart erwähnt erst kurz am Ende dieses Segments, dass es die explizite Politik der israelischen Regierung ist, dass Juden am Tempelberg nicht beten dürfen.

Als Wishart erzählt, wie Besucher der Tempel-Bewegung im November 2014 von Palästinensern auf dem Tempelberg angegriffen worden waren, sagt er:

Die Polizei betrat deshalb die Al-Aqsa-Moschee. Das mochten nur wenige Meter gewesen sein, aber für viele Muslime war dies das Überschreiten einer heiligen Linie.

Wishart schenkt dem Mythos Glauben, Israel habe die Moschee während des Palästinenseraufstands entweiht. Wer entweihte denn wirklich eine heilige Stätte? Wie HonestReporting anhand einiger akkurater Medienberichte damals schrieb, schossen die palästinensischen Aufständischen Feuerwerk aus dem Inneren der Moschee auf die Polizei, während sie sich hinter Möbeln verbarrikadiert hatten. Beim Versuch, die Türen der Moschee zu schließen, waren die Polizisten gezwungen, ein paar Schritte ins Gebäude hineinzugehen.

Aber warum sollten die Zusammenhänge die BBC kümmern, wenn sie Israelis als Aggressoren hinstellen kann — oder in diesem Fall als Schänder von muslimischen heiligen Stätten?

Später sagt Wishart:

Als ich vor 31 Jahren hier war, waren selbst meine heißblütigsten zionistischen Freunde nicht darauf aus, schnellstens an diesem Ort einen Tempel zu bauen. Jetzt nimmt die Idee Fahrt auf und erhält sogar Unterstützung vom Mainstream. Selbst ein Mitglied des neuen Regierungskabinetts unterstützt diese Idee. Mir kommt der Gedanke, dass dies sicherlich der letzte Widerstand der Palästinenser wäre, wenn einige Juden diese Idee noch weitertreiben.

Zwar existiert die Sehnsucht nach einem dritten Tempel, aber niemand “ist darauf aus, schnellstens an diesem Ort einen Tempel zu bauen”. Wishart hat eine sensationsheischende Hypothese aufgestellt, um das Bild von den extremistischen Israelis zu festigen.

Adam Wishart in der Jerusalemer Straßenbahn (Screenshot: BBC Panorama)

Adam Wishart in der Jerusalemer Straßenbahn (Screenshot: BBC Panorama)

EIN FIASKO DES KONTEXT

Der Mangel an Kontext erstreckt sich auch auf die Geschichte Jerusalems. Ohne Erwähnung, wie Israel die Herrschaft über ein wiedervereinigtes Jerusalem als Resultat des Sechstagskrieges erlangte, sagt Wishart einfach, Israel habe “1967 die Ostteile Jerusalems besetzt“. Er ergänzt: “Die hier lebenden Palästinenser bleiben wütend, dass sie sich unter israelischer Kontrolle befinden. Und die Straßenbahn fügt noch weiteres Leid hinzu.

Was Wishart seinen Zuschauern verschweigt, sind die Vorteile, die die palästinensischen Einwohner Jerusalems durch die israelische Souveränität haben, z. B. dieselbe nationale Versicherung und Gesundheitsversorgung, die alle Israelis genießen, und das Recht, in Israel zu leben und zu arbeiten. Diese Palästinenser haben auch die Möglichkeit, die israelische Staatsangehörigkeit anzunehmen. Und wo Wishart eine zwischen Juden und Arabern geteilte Stadt sieht, ist die Realität, dass Araber überall in der Stadt Wohnungen und Gebäude mieten oder kaufen können.

Für Wishart besteht jedoch eine Invasion von Juden in vorrangig arabische Bereiche, und das sieht er als problematisch. Nach dem Interview mit Rivka Shimon redet Wishart ausführlich mit Aryeh King, ebenfalls ein Vertreter von Ansichten, die nicht dem israelischen Mainstream entsprechen. Tatsächlich war King, ehemals ein Mitglied des Jerusalemer Stadtrats, im September 2014 von Bürgermeister Nir Barkat gefeuert worden, als er Barkats Plänen widerstanden hatte, Häuser für palästinensische Bewohner Ostjerusalems zu bauen.

Es mag im Fernsehen interessanter aussehen, wenn BBC und Co. Israelis interviewen, die politisch oder religiös extreme Ansichten vertreten, aber es ist nicht repräsentativ für den israelischen Mainstream.

EINE ‘ILLEGALE SIEDLUNG’

Wishart sagt:

Ich frage mich, was der Zweck der Straßenbahn ist. Bietet ihre Endstation einen Hinweis? Sie verläuft im Norden durch die palästinensischen Viertel und schlängelt sich um das Flüchtlingslager. Was so kontrovers ist, ist die Endstation: eine israelische Siedlung — 1.000 Morgen Land, von Israel genommen, um eine schöne Vorstadt zu bauen. Wie alle Siedlungen in besetztem Gebiet betrachtet die internationale Gemeinschaft sie als illegal.

Ganz offensichtlich wäre kein BBC-Kommentar über Israel komplett ohne eine Erwähnung der “illegalen Siedlungen”. Wo ist diese Siedlung, die Wishart so kontrovers findet? Es ist Pisgat Ze’ev, eine nördliche Vorstadt von Jerusalem, und zwar innerhalb der Stadtgrenzen.

Haaretz schrieb 2012:

Das Nordjerusalemer Viertel Pisgat Ze’ev wurde hauptsächlich auf Land erbaut, das jüdischen Holocaustopfern gehörte. Dies wurde kürzlich von der Company for Location and Restitution of Holocaust Victims’ Assets gemacht, die 2007 von der israelischen Regierung eingesetzt wurde, um Besitztümer von Holocaustopfern in Israel aufzuspüren und sie ihren rechtmäßigen Erben zuzuführen.

Das Land, heute achtstellige Schekel-Summen wert, wurde vor dem 2. Weltkrieg von europäischen Juden erworben — hauptsächlich aus Lettland und Estland, aber auch aus Rumänien und Belgien. Nur wenige überlebten den Krieg, und die meisten haben keine lebenden Erben.

Tatsächlich ziehen immer größere Zahlen von Arabern in die jüdischen Viertel Jerusalems wie z. B. Pisgat Ze’ev, das Wishart als Siedlung betrachtet. Aber Nuancierung war noch nie BBC-Politik, wenn es um jüdische Gemeinden jenseits der sogenannten Grünen Linie geht, da BBC-Journalisten nicht zwischen Jerusalemer Vierteln, etablierten Siedlungsblocks wie Gush Etzion und isolierten und manchmal illegal errichteten Außenposten tief in den umstrittenen Territorien unterscheiden. Für die BBC ist das alles dasselbe.

Wishart beendet seinen Beitrag mit einer letzten Botschaft an Israel, die er “als Jude” formuliert:

Meine Reise brach mir das Herz. Als sich meine Großeltern für den Staat Israel einsetzten, hofften sie auf einen Ort der Zuflucht, der Toleranz, der Gleichberechtigung für alle. Während ich den letzten Zug zurück nehme, kann ich nicht glauben, dass es sich hier um jenen Ort handelt, von dem sie vor so vielen Jahren träumten.

Und das beschließt Wisharts Reise — eine, wo die Enttäuschungen und Herzensbrüche nur gegen Israelis und Juden gemünzt sind, die er als die einzige Seite betrachtet, die irgendwelche Verantwortung für Ereignisse und Umstände trägt.

Wishart hat ein Bild von Jerusalem gezeichnet, das die Bewohner von Israels Hauptstadt schwierig mit ihrem Alltagsleben vereinbar finden werden, denn in ihrem Alltag gibt es keine ständige Anspannung und Gewalt. Dass er Jerusalems Straßenbahn als Symbol und Ursache der Spannungen bzw. Schwierigkeiten in Jerusalem sieht, beweist nur, wie weit Wishart und die BBC geistig entgleist sind.

Bild: CC BY-SA StateofIsrael via flickr mit Modifikationen von HonestReporting

Israels Existenz geht in der BBC-Übersetzung verloren

15. Juli 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 9. Juli 2015

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Die BBC und ihre Übersetzer machen mich immer wieder sprachlos.

Die Doku namens “Children of the Gaza War” wurde kritisiert, weil Reporterin Lyse Doucet und die Übersetzer, welche die BBC nutzte, eine schlechte Ermessensentscheidung trafen. Immer wenn palästinensische Kinder das arabische Wort Yahud nutzen, also Jude, übersetzten sie es als “Israeli”.

Der Jewish Chronicle erläutert:

Die Chefauslandskorrespondentin der BBC sagte, die Übersetzer aus Gaza hätten ihr gesagt, die befragten palästinensischen Kinder meinten mit “die Juden” in Wirklichkeit Israelis.

Eines der Gaza-Kinder sagte, die “Yahud” würden Palästinenser massakrieren. Im Untertitel steht jedoch: “Israel massakriert uns.”

Die in Kanada geborene Frau Doucet sagte: “Wir sprachen mit den Menschen in Gaza, wir sprachen mit den Übersetzern. Wenn [die Kinder] ‘Juden’ sagen, meinen sie ‘Israelis’. Und wir hatten den Eindruck, das wäre die bessere Übersetzung.

Es war keine bessere Übersetzung. Auf Arabisch bedeutet Yahudi Jude (Plural ist Yahud). Yisraili bedeutet Israeli (Plural ist Yisraileen). Punkt.

Mehrere Probleme führten hierzu.

Lyce Doucet mit Gaza-Kindern

Lyce Doucet mit Gaza-Kindern

1. Die Gaza-Kinder

Ein befreundeter Palästinenser sagte mir, die Palästinenser bezeichnen Israelis normalerweise als Yahud. Es mag aus Feindseligkeit entstanden sein, fand seinen Weg aber in den Alltagsgebrauch. Auch sagte er mir, gebildetere Palästinenser würden manchmal die Unterscheidung machen und das Wort Yisraili benutzen. Dies bietet Einblick in die Denkweise der BBC, aber trotzdem ist Doucet noch nicht aus dem Schneider.

Die Kinder, mit denen Doucet gesprochen hat, kamen entweder zur Welt, nachdem sich Israel aus Gaza zurückgezogen hatte, oder sie waren zu jung, um irgendwelche Erinnerungen an “die Besatzung” zu haben. Sie sind mit einer rein palästinensischen Erziehung und mit palästinensischen Medien aufgewachsen, welche beide die Kinder indoktrinieren, die Existenz Israels zu leugnen.

Und wenn es Israel nicht gibt, dann auch keine Israelis.

Diese interne Logik bei den Palästinensern ist für Doucet eine unbequeme Tatsache. Eine Anerkenntnis dieser Leugnung wäre ein Akt mutigen, aufrechten Journalismus, selbst wenn dies das palästinensische Opfer-Narrativ entkräftet, das den Ton für praktisch die gesamte Nahost-Berichterstattung der BBC angibt.

Leider konnte sich Doucet nicht dazu durchringen.

Statt diese tiefgreifende Leugnung durch die Palästinenser zu thematisieren, traf Doucet eine Entscheidung, die a) alles übertüncht und b) dies jedoch so schlampig macht, dass die Yisraileen wie ich und die Yahud aus Großbritannien uns fühlen, als habe die BBC unsere Intelligenz beleidigt.

BBC-News2. Die Übersetzer

Die Übersetzer aus Gaza, die die BBC nutzte, sind Teil eines komplexeren Bildes.

Westliche Medien verlassen sich auf freiberufliche palästinensische (und israelische) Autoren, Fotografen und Kameraleute (die man “freie Mitarbeiter” nennt) sowie auf die Hilfe von sogenannten “Mittelsmännern“, die den Reportern helfen, Zugang zu erhalten, das fremde Land zu befahren, Schwierigkeiten zu vermeiden und so weiter.

Die freien Mitarbeiter kennen das Gebiet, und sie zu beschäftigen ist weniger teuer als wenn man ganze Reporterteams einfliegt. Außerdem wirft es kein schlechtes Bild auf die Medien, wenn sie den Menschen vor Ort Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Das Problem entsteht, wenn das palästinensische Unterstützungsteam sein eigenes “Gepäck” zur Berichterstattung mitbringt. Bedenkt Folgendes:

  • Auslandskorrespondenten, die in Schwierigkeiten geraten, haben die Unterstützung ihrer Papiere, und in ernsten Fällen müssen sie nach Hause zurückfliegen. Dies gilt jedoch nicht für ihre palästinensischen Helfer, die unter dem Daumen der Hamas oder der Palästinenserbehörde leben, je nachdem. Dies würde erklären, warum die Selbstzensur bei palästinensischen Journalisten einer Studie aus dem Jahr 2014 zufolge so stark ausgeprägt ist.
  • Freie Mitarbeiter und Mittelsmänner wie Nidal Rafa haben unter Umständen ihre eigene politische Agenda oder sogar Verbindungen zu Terrororganisationen wie z. B. der BBC-Reporter Fayad Abu Shamala, der auch der Hamas angehört. Fares Akram (damals bei der New York Times, heute bei AP) erstaunte einst durch die Art und Weise, in welcher er seine Bewunderung Jassir Arafats zum Ausdruck brachte. Der Fotograf Fadi Arouri erfand Nachrichten zum Zwecke des Profits und der Ideologie.

Es überrascht also nicht sehr, dass die palästinensischen Übersetzer Doucet sagten, das Wort “Israeli” sei die geeignete Übersetzung für Yahud.

Und das bringt mich zu einer letzten Frage:

Nahmen sich Doucets Übersetzer noch andere Freiheiten heraus, von denen wir wissen sollten?

Bild: CC BY flickr/Steve Jurvetson, CC BY flickr/Surian Soosay, CC BY-NC-SA flickr/Lance Page/Truthout.org mit Modifikationen von HonestReporting

Tränen vor Terror

13. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 6. Juli 2015

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Welche Worte oder Emotionen kommen einem bei folgendem Bild in den Sinn?

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Das ist das Begleitbild, welches die New York Times für eine Story über den Tod von Muhammad Hani al-Kasba verwendete, einem palästinensischen Teenager, der Steinbrocken auf ein IDF-Fahrzeug schleuderte. Er ignorierte Warnschüsse und machte weiter, und dann wurde er von den Soldaten in jenem Fahrzeug erschossen. Im Artikel wird er einfach als “Teenager” beschrieben. Wir haben schon vorher darüber berichtet, wie die New York Times durch ihre Schlagzeile dem Vorfall allen bedeutsamen Inhalts beraubte (“Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland”).

Jeder, der den Artikel über einen palästinensischen “Teenager” liest, der von israelischen Soldaten erschossen wurde, und dann ein Bild von dessen Familie sieht, die bei seinem Begräbnis weint, wird ein gewisses Maß an Sympathie empfinden.

Seht euch jetzt das folgende Bild an:

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Dieses Bild und weitere Bilder sind ans Tageslicht gekommen und zeigen, dass al-Kasba nicht einfach ein unschuldiger Teenager war. Laut Israellycool wurden diese Bilder von seinen Freunden gepostet und sind im Internet weithin verfügbar. Mit anderen Worten: Es wäre der New York Times bestimmt nicht schwergefallen, ein Bild zu finden, das die wahre Natur dieses Mannes zeigt, selbst wenn sie ein solches Bild nicht abgedruckt hätte. Die Leser hätten auf jeden Fall einen ganz anderen Eindruck von dem Vorfall gehabt, hätten sie dieses Bild gesehen.

Statt dessen druckt die New York Times ein Bild seiner Familie. Zusammen mit der Schlagzeile ist der Artikel insgesamt irreführender, als dass er die Wahrheit berichtet.

Tod eines palästinensischen Steinewerfers bringt neuerliche falsche Schlagzeilen

12. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Juli 2015

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Das Steinewerfen der Palästinenser ist eine Gewalttat und hat bereits Israelis getötet. Es ist daher wenig überraschend, dass die IDF-Soldaten im abgebildeten Fahrzeug zurückfeuerten, nachdem die Steinewerfer Warnschüsse ignoriert und ihren Angriff fortgesetzt hatten.

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Im Verlauf dieses Vorfalls wurde einer der Steinewerfer angeschossen, und er starb an seinen Verletzungen.

Einige Medien ignorierten die mit Steinewerfen einhergehende Gewalt und wählten Schlagzeilen, welche die Story verzerrten.

Die New York Times:

Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

AFP:

Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Die Irish Times:

Palästinensischer Protestler im Westjordanland erschossen

Palästinensischer Protestler im Westjordanland erschossen

International Business Times:

Israelischer Offizier tötet 17jährigen Palästinenser wegen Steinewerfens

Israelischer Offizier tötet 17jährigen Palästinenser wegen Steinewerfens

Obwohl der Palästinenser mit der Gewalt begann und das Leben von IDF-Soldaten bedrohte, entfernten die New York Times und AFP jeglichen Kontext und legen nahe, ein palästinensischer Teenager sei ohne jeden Grund (außer vielleicht Boshaftigkeit) von der IDF “getötet” worden.

Bei der Irish Times wird der Steinewerfer zu einem “Protestler”, der sich vor dem geistigen Auge der Leserschaft höchstens des friedlichen Marschierens mit einem Plakat in der Hand schuldig gemacht hat. Die International Business Times beschwört Bilder einer Exekution herauf, die wegen einer kleinen Gesetzesübertretung durchgeführt wurde.

Vergleicht obige Schlagzeilen mit einigen der vernünftigeren Sorte:
Israelischer Offizier tötet steinewerfenden palästinensischen Jugendlichen im Westjordanland
Palästinenser nach Steinewerfen auf israelisches Fahrzeug getötet

Dies sind nur die jüngsten Beispiele in einer ganzen Serie falscher Schlagzeilen, insbesondere von AFP, welche die Israelis als bösartige Aggressoren hinstellen und palästinensische Angreifer als unschuldige Opfer israelischer Strafaktionen.

Die New York Times redet den UN-Menschenrechtsrat schön

3. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 28. Juni 2015

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Eine der Kritiken gegen den kürzlichen UNHRC-Bericht über den Gaza-Konflikt letzten Sommer ist, dass der UNHRC eine bewiesenermaßen voreingenommene und einseitige Bilanz gegen Israel aufweist. Die New York Times sagt:

Premierminister Benjamin Netanyahu nannte das Schriftstück “mängelbehaftet und einseitig” und sagte, der Menschenrechtsrat habe eine “einzigartige Besessenheit mit Israel”.

Aber dann fügt die Times folgende Anmerkung hinzu, um die Aussage des Premierministers zu unterminieren:

(In Wirklichkeit stehen dort auch Eritrea, Sri Lanka, Syrien und andere Länder auf der Agenda.)

Und das ist alles, was die New York Times ihren Lesern über Israel und den UNHRC verrät.

Hier ein Aspekt, den die New York Times als nicht wichtig erachtete, um ihn ihren Lesern gegenüber zu erwähnen (von UN Watch):

Genf, 25. Juni 2015 — In den neun Jahren seiner Existenz hat der UN-Menschenrechtsrat Israel öfter verurteilt als den gesamten Rest der Welt zusammengenommen…

Die Resolution in Folge des jüngsten Gaza-Berichts… wird ausschließlich Israel verurteilen und die 62. Resolution gegen Israel darstellen, seit der neue und verbesserte Rat im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde – und die Anzahl aller anderen verurteilenden UNHRC-Resolutionen für den Rest der Welt beträgt 55…

Und was ist mit den Ländern, die von der Times erwähnt wurden, um die “Ausgeglichenheit” der UN nachzuweisen?

Hier die Zahl der UNHRC-Verurteilungen gegen jene Länder:

Eritrea: 3
Sri Lanka: 3
Syrien: 15
Israel: 61

Die New York Times könnte sagen, dass sie sich nur auf die Länder bezogen hätte, die auf der UNHRC-Agenda diskutiert werden. In diesem Fall hätte sie vielleicht sagen sollen, dass Israel das einzige Land der Welt ist, das einen permanenten Punkt auf der Agenda darstellt. Jede UNHRC-Sitzung diskutiert über Israel. Jede. Kein anderes Land der Welt hat diese “Ehre”. Weder Eritrea noch Sri Lanka noch Syrien erfahren eine solche Behandlung.

Wie sieht es bei den “Dringlichkeitssitzungen” des UNHRC über spezifische Länder aus? Diese Information wäre für die Times-Leser bedeutsamer gewesen als dieser kurze Kommentar:

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Mehr als 200.000 Menschen wurden in Syrien getötet, aber der UNHRC hielt nur 4 Dringlichkeitssitzungen über Syrien ab, verglichen mit den 7 Sitzungen über Israel. Diese Fakten beweisen, dass der israelische Premierminister recht hat, wenn er sagt, der UNHRC sei von Israel “besessen”.

Die Irish Times: eine Vielzahl von Verzerrungen und Lügen in drei Teilen

16. Juni 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 9. Juni 2015

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Die Irish Times hat eine Serie von drei Artikeln veröffentlicht, die anscheinend eine palästinensische Perspektive bei aktuellen Themen einnehmen. Voreingenommene und einseitige Berichterstattung ist bei der Irish Times die Norm.

Im ersten Artikel mit dem Titel “Palästinenser müssen Politik zur Beendigung des ‘Apartheid-Regimes’ einsetzen” führt Journalistin Michael Jansen ein Interview mit dem “israelischen Friedensaktivisten Jeff Halper“, der auch als “langjähriger Kritiker der israelischen Polizei” beschrieben wird.

Jansen verschweigt, dass Halper alles andere als ein “Friedensaktivist” ist. Tatsächlich geht Halpers Israelkritik viel weiter als nur über die Kritik an seiner Polizei. Halper ist ein radikaler antiisraelischer Aktivist und der Direktor des Israeli Committee Against House Demolitions (ICAHD).

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NGO Monitor schreibt dazu:

– Die Rhetorik von ICAHD umfasst auch Anschuldigungen von “ethnischer Säuberung“, “Völkermord“, “Kollektivbestrafung” und “Apartheid“.
– Aktiver Unterstützer der BDS-Kampagne gegen Israel (BDS = Boykott, Deinvestition und Sanktionen)
Spricht sich ausdrücklich für ein Ende des Staates Israel als Heimatnation des jüdischen Volkes aus und sagt: “Die einzige Option zur Lösung des Konflikts ist eine Einstaatenlösung.”

Halper sagte der Irish Times:

“Die israelische Armee ist überall. Teams, die sich als Palästinenser ausgeben, gehen willkürlich in palästinensische Dörfer und Städte und nehmen Palästinenser fest und erschießen sie.

In Halpers Vorstellungswelt erschießen israelische Soldaten einfach Palästinenser. Wie Halper gut bekannt ist, hat die IDF strenge Verhaltensregeln, und das Eröffnen von Feuer auf Palästinenser, ob sie nun bewaffnet sind oder nicht, wird nicht auf die leichte Schulter genommen.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Michael Jansen Halper eine Plattform zur Stimmungsmache gegen Israel zur Verfügung gestellt hat.

Jansen setzt ihre Story mit dem Interview des PA-Außenministers Nabil Shaath fort, der sich für Boykott, Deinvestitionen und Sanktionen (BDS) gegen Israel ausspricht und die palästinensische Kampagne als “Anti-Apartheid-Kampf” beschreibt. Es ist nur allzu leicht, unverifizierte Zahlen zu verbreiten, z. B. Shaaths Behauptung, Israel habe über 92% des Wassers im Westjordanland an sich genommen.

In Wirklichkeit, wie StandWithUs klarstellt, nutzt Israel heute dieselben wasserführenden Bodenschichten wie vor 1967, als seine Verwaltung des Westjordanlands begann. Das Wasser in diesen Schichten fließt von Natur aus in Richtung Meer, nach Israel hinein. Israelische Siedlungen sind an Israels nationales Wassersystem angeschlossen und nutzen nicht das Wassersystem der Palästinenserbehörde. Der palästinensische Wasserverbrauch stieg zwischen 1967 und 2008 um über 300% an.

Trotz der Wasserknappheit stimmte Israel beim Oslo-Abkommen zu, Palästinensern im Westjordanland jährlich 31 Mio. Kubikmeter seines eigenen Wassers zur Verfügung zu stellen, um ihre Wasservorräte zu ergänzen. Tatsächlich hat Israel jedes Jahr immer mehr gegeben. 2008 gab Israel 40% mehr als vereinbart: 51,8 Mio. Kubikmeter.

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Michael Jansen

Das Wasserthema wird auch in Jansens zweitem Artikel “Israelische Expansion zwingt Palästinenser in die antike Stadt Jericho” angesprochen:

Die Siedler verbrauchen 6,6 mal mehr Wasser als die Palästinenser, die jedoch acht- bis neunmal mehr sind. “Palästinenser dürfen keine neuen artesischen Brunnen graben”, sagt der Distriktgouverneur von Jericho, Majed Fityani. “Sie dürfen nur die 200 Brunnen nutzen, die schon bei der jordanischen Herrschaft vor 1967 vorhanden waren. Heute funktionieren noch 67 davon, und ihr Salzgehalt ist hoch. Die Talbewohner pflanzen Palmen wegen dem Salz; Gemüse [vorher eine Haupteinnahmequelle] ist auf einem Minimum.”

Unter Bezug auf eine Studie des Begin-Sadat Center for Strategic Studies sagt David Weinberg:

[Professor Haim Girtzman] zeigt auf, dass die gegenwärtige Einteilung der natürlichen Süßwasservorräte zwischen Israel und den Palästinensern gerecht ist. Israels Bevölkerung zählt 7,2 Millionen Menschen, fünfmal so viel wie die palästinensische Bevölkerung des Westjordanlands, die 1,4 Millionen zählt. Anteilsmäßig kontrolliert Israel 1.200 Mio. m³ des verfügbaren natürlichen Süßwassers, und die PA kontrolliert 220 Mio. m³. Pro Kopf sind das ca. 160 m³ Wasser pro Jahr sowohl in Israel als auch bei der Palästinenserbehörde.”

Was den Wasserverbrauch von Siedlern betrifft, so schickt Israel weit mehr Wasser für die Palästinenser ins Westjordanland, als was die Siedlergemeinden nutzen.

Zudem zeigt die Studie, dass die Palästinenser widerrechtlich über 250 nicht genehmigte Brunnen gegraben und damit ihre eigenen (sowie Israels) Wasservorräte verschmutzt haben. Überdies weigern sie sich, Kläranlagen zu bauen oder die existierende Wasser-Infrastruktur richtig handzuhaben.

Hier können Sie mehr darüber lesen, wie die Palästinenser das Wasser zum Einschlagen auf Israel nutzen.

Aber es sind nicht nur Sprecher der Palästinenser, die die Wahrheit verdrehen. Michael Jansen selbst erfindet Folgendes:

Israels 700 km lange graue Westjordanland-Mauer schlängelt sich durchs Westjordanland nahe an Jerusalem auf dem Gipfel der Bergkette.

Da Israels Sicherheitsbarriere zu über 90% aus Maschendrahtzaun besteht, ist Jansens Beschreibung einer durchgehenden Mauer schlicht falsch. Und nicht nur das, sondern der geplante Verlauf der Barriere wurde noch immer nicht fertiggestellt.

Das ist nicht die einzige Lüge im Artikel, der hinsichtlich der palästinensischen Wohnhäuser auch Folgendes behauptet:

In Jericho verlangt Israel hohe Gebühren für Baugenehmigungen, die Jahre brauchen, bis sie überstellt werden, und für die auch Rechtsanwaltsgebühren anfallen, und nach Fertigstellung des Baus werden hohe Steuern erhoben.

Israel ist tatsächlich verantwortlich für die Erteilung von Baugenehmigungen in Area C des Westjordanlands, welches sich vollständig unter israelischer Sicherheits- und Verwaltungskontrolle befindet. Jericho jedoch ist in Area A, welches unter voller Verwaltungskontrolle der Palästinenserbehörde steht. Israel erteilt schlichtweg keine Baugenehmigungen für palästinensische Wohnungen oder andere Strukturen in großen palästinensischen Städten in Area A wie z. B. Jericho.

Und wie verteidigt Jansen diese schamlose Lüge?

Israels Gesamtkonzept für die Jahre 2010 bis 2020 zielt darauf ab, ein Verhältnis von 60% jüdischen zu 40% palästinensischen Einwohnern Jerusalems zu garantieren, das 1967 von Israel annektiert wurde. Das angesprochene Verhältnis wird über Deportationen nach Jericho, in andere Städte im Westjordanland sowie ins Ausland erreicht.

Das Gesamtkonzept 2010-2020 ist nichts Finsteres, wie Jansen behauptet. Es behandelt die Langzeitplanung für alle Einwohner Jerusalems, sowohl der jüdischen als auch der arabischen. Neben einer Vielzahl von Themen betreffs der städtischen Bauplanung behandelt es die illegale Errichtung von Gebäuden auf der Ostseite der Stadt sowie die Genehmigung des Baus Tausender Wohneinheiten für palästinensische Einwohner Jerusalems.

Zwar kann dies einige Umzüge innerhalb des Jerusalemer Stadtgebiets beinhalten, aber es gibt keine Pläne, Palästinenser aus verwaltungstechnischen Gründen in Städte im Westjordanland oder gar ins Ausland zu deportieren.

* * *

Luftbild von Rawabi, April 2015

Luftbild von Rawabi, April 2015

Michael Jansens dritter Artikel in ihrer Serie, “Palästinensische Hügel lebendig mit Baulärm” beginnt wie folgt:

So lange man sich zurückerinnern kann, ist Rawabi die erste neue Stadt, die von Palästinensern auf palästinensischem Boden errichtet wird. Zweifelnde Palästinenser, dem Projekt gegenüber abgeneigte Israelis sowie skeptische Beobachter sehen es alle als teure Anomalie auf der gequälten Landschaft des von Israel besetzten Westjordanlands.

Palästinenser nennen Rawabi einen 1 Milliarde Dollar teuren weißen Elefanten und einen Versuch, die israelische Besatzung zu “normalisieren”, da Israel für seine Schaffung und Errichtung die Erlaubnis geben musste und israelische Firmen die Rohmaterialien zur Verfügung stellten.

Rawabi ist vielleicht eine der positivsten Entwicklungen für die Palästinenser in den letzten Jahren. Trotzdem kriegt es Jansen ganz klar nicht in den Kopf, dass Palästinenser irgend etwas anderes sein können als die ewigen Opfer Israels. Daher strengt sie sich doppelt an, Rawabi niederzumachen, sogar bevor es überhaupt fertiggestellt ist. Die entstehende Stadt beschreibt sie als illegitimes und negatives Projekt.

Für Jansen ist jeder potentiell positive Punkt in der palästinensischen Gesellschaft ein Verlust des Narrativs palästinensischen Leides unter dem Joch Israels. Dieses Narrativ zieht sich wie ein roter Faden durch ihre dreiteilige Serie, ein Narrativ, das von BDS-Unterstützung, Antinormalisierung der israelisch-palästinensischen Beziehungen und schamlosen Verzerrungen und Lügen geprägt ist.

Bild: CC BY-SA Victor Grigas via Wikimedia Commons; CC BY Elisa via flickr; mit Modifikationen CC BY-SA von HonestReporting

Rote Karte für die New York Times

5. Juni 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 28. Mai 2015

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Mit dem Arrest der ranghohen FIFA-Funktionäre in der Schweiz scheint der Korruptionsskandal nun im Rampenlicht zu stehen und das palästinensische Gesuch, Israel und seine Nationalmannschaft aus der FIFA auszuschließen, zu verdrängen.

Aber hier kommt die New York Times zur heldenhaften Rettung, damit ihre Leser ja nicht das palästinensische Gesuch vergessen! Genau rechtzeitig, um dem palästinensischen Propagandaversuch ein Doping zu verpassen, erhielt der palästinensische Fußballer Iyad Abu Gharqoud eine Meinungskolumne, um auf Israel einzutreten.

Hier seine Worte:

Unsere Spieler werden heutzutage häufig festgenommen und inhaftiert. Letztes Jahr wurden zwei unserer talentiertesten Spieler von israelischen Streitkräften an einem Checkpoint angeschossen und verwundet. Die Grenzpolizei sagte, die beiden jungen Männer seien im Begriff gewesen, eine Bombe zu werfen; in Wirklichkeit waren sie auf dem Nachhauseweg vom Training in unserem nationalen Stadion im Westjordanland. Laut The Nation wurde beiden in den Fuß geschossen, was Verletzungen hervorrief, die ihre Fußballkarriere beendeten.

Israel hat auch versucht, Spieler aus anderen Ländern vom Betreten Palästinas abzuhalten, um gegen uns zu spielen. Und beim letztjährigen Gaza-Konflikt bombardierten israelische Jets unsere Fußballfelder und Freizeitbereiche. Israels Politik war erfolgreich darin, dieses schöne Spiel hässlich zu machen.

Gharqoud führt The Nation als augenscheinlich glaubhafte Quelle für die Story mit den zwei Spielern an, aber diese Story wurde letztes Jahr von Elder of Ziyon umfassend widerlegt und entpuppte sich als Teil der endlosen antiisraelischen Propaganda.

Was die Anschuldigung betrifft, dass israelische Jets Fußballplätze und Freizeitbereiche bombardiert haben, so ist dies kaum überraschend angesichts des Umstands, dass Hamas-Terroristen Raketen von genau diesen Orten auf Israel abgeschossen haben, wie diese IDF-Grafik vom Konflikt 2012 illustriert:

Fajr5site-Gaza-Stadium

Gharqoud beklagt, dass Israel die Bewegungsfreiheit palästinensischer Fußballspieler einschränkt. Das liegt jedoch nicht daran, dass man sie etwa vom Fußballspielen abhalten wolle. Tatsächlich wurde erst letzte Woche ein Spieler am Jordan-Grenzübergang festgenommen. Warum? Wie die Times of Israel berichtet:

Eine Quelle aus der israelischen Sicherheit sagte Israel Radio, der Spieler Sameh Marawbe sei aus Sicherheitsgründen festgenommen worden. Vor sechs Monaten war er inhaftiert worden, weil er von Hamas-Vertretern in Katar Geld und Botschaften erhielt und an Hamas-Angehörige in der Stadt Qalqilya im Westjordanland weiterleiten sollte.

Gharqoud erwähnt genügend Einzelheiten, um zu beweisen, dass sein Artikel weniger über Fußball geht und mehr darüber, Israel in der New York Times wieder mal eins draufzugeben:

Fußball ist ein schönes Spiel, aber es kann auch grausam sein – und nicht nur was die Beinahetreffer und Strafstöße betrifft. Eine der Ironien in meiner Profikarriere ist, dass sie mich quälend nah an Beersheba führte, die Stadt in Südisrael, die einmal als Bir Saba bekannt war – eine arabische Gemeinschaft, die 1948 vertrieben wurde, inklusive meiner Familie.

Gharqoud geht nicht auf die israelische Kontrolle über Palästinensergebiete ein. Es geht rein um 1948 und um die Darstellung Israels als Staat, der in Sünde geboren wurde.

Und dem folgt das klassische Propagandawerkzeug der Palästinenser, sich für den Boykott des “Apartheidstaates” Israel auszusprechen:

Für unsere Forderung nach Fußball-Sanktionen gegen Israel gibt es einen wesentlichen Präzedenzfall. FIFA führte das Prinzip einer solchen Aktion vor fast 40 Jahren ein, als es Südafrika nach dem Soweto-Aufstand 1976 per Votum ausschloss. Die Diskriminierung und Verfolgung, der wir Palästinenser uns ausgesetzt sehen, erinnert an die Apartheid-Politik.

Letztlich nutzen die Palästinenser den Fußball für politische Ziele gegen Israel. Aktuell ist Fußball auf den Titelseiten der Weltmedien. Die New York Times jedoch hat sich dazu entschieden, ein Sprachrohr für palästinensische Propaganda zu sein, und sollte dafür die rote Karte gezeigt bekommen.


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