Archive for the ‘Palästinenser’ category

Der Coronavirus und 7 Gründe, warum es keine „Belagerung des Gazasreifens“ gibt

16. April 2020

Honest Reporting, 30. März 2020

Besonders in einer Zeit, in der der Coronavirus ein beträchtliches Verbreitungsrisiko für die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens darstellt, ist die von der Hamas kontrollierte Enklave erneut in den Nachrichten. Und damit liegt ein neuer Fokus auf den Problemen, denen sich Gazas unzureichend ausgestattetes Gesundheitssystem gegenüber sieht. Einige Medien machen dafür offen israelische Einschränkungen für den Gazastreifen verantwortlich, die es gibt, um den Hamas-Terrorismus gegen Israel zu entschärfen. Diese Einschränkungen werden oft als „Blockade“ bezeichnet. Manche gehen sogar noch weiter und reden von einer „Belagerung des Gazastreifens“.

Das Wort „Belagerung“ ist besonders gefühlsbeladen und wird von Israels Gegnern ständig verwendet, manchmal auch von Mainstream-Medien, z.B. dem Economist:

Die „Gaza wird belagert“-Mentalität der Medien

Wortwahl ist wichtig. Irreleitende Begrifflichkeiten ist eine unserer acht Kategorien von Medien-Einseitigkeit. Wir stellen fest, dass Wortwahl nur allzu oft zur Beförderung von Propaganda genutzt wird. Die Medien müssen Vorsicht walten lassen, wenn sie sich bewusst dafür entscheiden bestimmte Begriffe, passende Nomen oder fremde Worte zu übernehmen (oder zu vermeiden).

Die lexikalische Definition einer Belagerung lautet:

Umstellen einer Stadt oder Festung, um deren Bevölkerung durch Aushungern zur Aufgabe zu zwingen.

(englisch, übersetzt:) Die Handlung oder der Prozess einen befestigten Ort auf eine Weise zu umstellen und anzugreifen, dass er gegen Hilfe und Nachschub isoliert wird; Zweck des Tuns ist es den Widerstand der Verteidiger zu schwächen und damit die Einnahme möglich zu machen.

Hier finden Sie sieben Gründe, warum die Lage des Gazastreifens weit von dieser Definition entfernt ist.

  1. Israel will den Gazastreifen nicht besetzen. Israel zog seine Soldaten und seine Zivilbevölkerung mit der Abkoppelung von 2005 aus dem Gazastreifen ab. Wollte Israel den Gazastreifen wieder erobern, müsste es das Territorium belagern, und dann beträchtliche militärische Mittel einsetzen um ihn wieder einzunehmen.
  2. Eine Belagerung ist ein militärischer Akt. Aber wer greift hier eigentlich wen an? Alle israelischen Militäroperationen seit dem Abzug aus dem Gazastreifen waren eine Reaktion auf tausende Raketen, die von palästinensischen Terrororganisationen auf israelische Bevölkerungszentren geschossen wurden.
  3. Fakt ist, dass Israels Blockade eine Verteidigungsmaßnahme ist, mit der seine Bevölkerung vor Terroristen geschützt werden soll, indem diese Terroristen daran gehindert werden nach Israel hineinzukommen, Waffen in den Gazastreifen zu schmuggeln oder Material in die Hände zu bekommen, das zur Herstellung von Waffen genutzt werden kann. Tatsächlich ist der Hauptgrund für die Blockade des Gazastreifens sowohl durch Israel als auch durch Ägypten die Bedrohung durch den Waffenschmuggel der Hamas.
  4. Unter was für einer Art von „Belagerung“ kann der Gazastreifen stehen, wenn der „Belagerte“ seine Bevölkerung aufruft, nicht ins Ausland zu reisen? Das Hamas-Gesundheitsministerium hat im März 2020 tatsächlich angesichts des drohenden Coronavirus die Palästinenser im Gazastreifen gedrängt nicht ins Ausland zu reisen. „Wir rufen alle Bürger auf, den Gazastreifen nicht zu verlassen – außer es ist absolut notwendig – um ihr Wohlerlgehen zu wahren“, sagte das Ministerium in einer Erklärung. Weitere Beweise, dass Reisen von Menschen, wenn auch beschränkt auf diejenigen mit Genehmigungen israelischer Behörden und den paar hundert täglich zugelassenen über den ägyptischen Übergang Rafah, immer noch möglich sind.


Ein Gesundheitsmitarbeiter mit Schutzmaske geht durch eine Quarantänezone, die vom palästinensischen Gesundheitsministerium im Gazastreifen eingerichtet wurde, um Einreisende am Übergang Rafah zu Ägypten als Teil der Bemühungen gegen einen Ausbruch des Coronavirus zu testen – 16. Februar 2020 (Foto: Said Khatib/AFP via Getty Images)

  1. Ist es eine „Belagerung“, wenn Israel eine Verwaltungsorganisation hat, die der Arbeit mit der örtlichen palästinensischen Bevölkerung gewidmet ist? Die Coordination of Goverment Activities in the Territories (COGAT) hat eine Koordinations- und Verbindungsverwaltung (CLA) für den Gazastreifen, die daran arbeitet der örtlichen palästinensischen Bevölkerung bei einer großen Bandbreite von Bereichen zu helfen. Dazu gehören:
  • Import und Export von Waren.
  • Koordinierunbg der Passage von Palästinenser nach Israel und ins Ausland (hauptsächlich aus wirtschaftlichen und medizinischen Gründen)
  • Ermöglichung der Passage internationaler Delegationen und Entwicklungshelfer.
  • Förderung von Projekten unter der Leitung der internationalen Gemeinschaft (z.B. Bau von Schulen, medizinischen Zentren, Gemeindezentren, Wohnungsbau) und Hilfe in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehrswesen, Industrie und Handel.
  1. Der effektivste Weg ein Territorium zu belagern bestünde darin die Strom- und Wasserversorgung zu kappen. Stattdessen liefert Israel jedes Jahr mehr als 125 Megawatt Strom in den Gazastreifen, was mehr als die Hälfte der Stromversorgung darstellt. Darüber hinaus liefert Israel jedes Jahr rund 10 Millionen Kubikmeter Wasser.
  2. Die Bevölkerung auszuhungern oder ihr grundlegende humanitäre Güter oder Medikamente vorzuenthalten würde ebenfalls eine effektive Belagerung darstellen. Dennoch hat es keine Blockierung von Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und anderen humanitären Gütern in den Gazastreifen gegeben. Seit die Hamas an die Macht kam, passieren fast jeden Tag mit diesen Vorräten beladenen LKW die Grenze mit Israel. Es hat keine Berichte über Hunger oder Gesundheitsepidemien im Gazastreifen gegeben.

Hier ist ein Blick auf die Zahlen zu dem, was 147.540 LKW 2017 über COGAT in den Gazastreifen lieferten:

  • 383.440 Tonnen Baumaterial
  • 744 Tonnen Lebensmittel
  • 111 Tonnen (Koch-)Gas
  • 038 Liter Dieseltreibstoff
  • 696 Liter Benzin
  • 044 Tonnen medizinische Ausrüstung
  • 154 Fahrzeuge

Darüber hinaus sind seit dem Gazakrieg von 2014 mehr als 6,5 Millionen Tonnen Baumaterial in den Gazastreifen gebracht worden, um Häuser, Straßen, öffentliche Einrichtungen und andere Infrastruktur zu bauen.

Die Bewegungsfreiheit von Menschen und Material ist zwar, um Terrorismus zu verhindern, eingeschränkt, doch ist die israelisch-ägyptische Blockade des Gazastreifens letztendlich nicht als „Belagerung“ zu bezeichnen. Das Überleben der Hamas selbst hängt davon ab, das Leid der Gazaner Israel anzuhängen, um so vom eigenen Versagen abzulenken. Leider gibt es nur allzu viele, darunter einige Medien, die dieses Narrativ nur allzu bereit glauben.

Israel hat nicht den Wunsch die Menschen des Gazastreifens leiden zu sehen und tut alles, was ihm möglich ist, die eigenen Sicherheitsbedürfnisse mit den humanitären Anforderungen der Palästinenser auszugleichen. Der Gazastreifen wird nicht „belagert“.

Jesus war Jude, nicht Palästinenser

12. März 2020

Emmanuel Miller, honestReporting, 5. September 2019

 

Bis vor gar nicht so langer Zeit war die Auffassung, dass Jesus Jude war, allgemein unbestritten. In den letzten Jahren versucht jetzt aber eine neue Generation von Antiisrael-Aktivisten und -Akademikern jetzt geltend zu machen, dass Jesus in Wirklichkeit nicht nur Jude war, sondern Palästinenser.

Lassen Sie uns erst einmal etwas zurückgehen. Das letzte Jahrhundert hat viele Denkschulen erlebt, die uns zwingen wollten unsere grundlegenden Überzeugungen infrage zu stellen. Einige davon haben zu großen Fortschritten geführt: die Überzeugung, dass Frauen gleiche Rechte haben sollten, dass Schwarze gleiche Rechte haben sollten, dass Homophobie in der modernen Gesellschaft keinen Platz hat. Alles wertvoll. Andere haben lange vertretene Konzeptionen infrage gestellt, so „trinken ist männlich“ oder dass Frauen weniger gezahlt wird als Männern.

Eine der infrage gestellten Konzeptionen der letzten Jahre ist die fast universale Darstellung von Jesus als Weißem. In Anbetracht dessen, dass Jesus als im Heiligen Land lebend beschrieben wurde, würde ihn das zu einem Einheimischen des Nahen Ostens machen. Mit anderen Worten, es gibt alle Gründe sich Sorgen zu machen, dass Darstellungen Jesu als hellhäutig falsch sind.

Wenn es doch nur damit enden würde. Ein radikaler Kern an Aktivisten scheint jetzt ganz erpicht darauf zu sein „braune“ Identität zu vereinnahmen und Juden auszugrenzen, womit sie die historische Wahrheit bestreiten, dass Jesus in der Tat Jude war.

Also… war Jesus Jude oder war er Palästinenser?

Zugunsten aller, die dieser falschen Behauptung ausgesetzt sind, ist eine kurze Rekapitulation angebracht:

Jesus wurde in Judäa geboren, einem Satellitenstaat des römischen Imperiums und bezeichnete sich als Jude. Damals dort lebende Juden hätten sich höchstwahrscheinlich als im Land Israel lebend beschrieben. Jeder, der im ersten Jahrhundert n.Chr. etwas von „Palästina“ gesagt hätte, hätte sich einen seltsamen Blick geerntet, besonders von den indigenen, Aramäisch sprechenden Juden. Das Land unterlag allen religiösen Gesetzen des Judentums, die im Land Israel galten.

Ein Jahrhundert später wurde das Gebiet umbenannt. Nachdem im zweiten Jahrhundert eine jüdische Revolte niedergeschlagen wurde, wurde die überwiegende Mehrheit der Juden ins Exil geschickt und der römische Kaiser Hadrian ließ die Region in der Folge in „Syria Palestina“ umbenennen, nach den antiken Feinden der Juden, den Philistern; es handelte sich um einen feindseligen Zug, der demonstrieren sollte, dass das Land nicht länger den Juden gehörte.

Einfach ausgedrückt: Ein Aramäisch sprechender Jude, der ein Jahrhundert vor diesem Namenswechsel lebte, hätte sich niemals selbst als Palästinenser bezeichnet.

Tatsächlich wird Palästina, während das Neue Testament Israel und die Juden wiederholt anführt, nicht ein einziges Mal erwähnt. Nehmen wir zum Beispiel das zweite Kapitel des Matthäus-Evangeliums, das so beginnt:

Jesus wurde in Betlehem in Judäa* geboren, zur Zeit, als König Herodes das Land regierte. Bald nach seiner Geburt kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: »Wo finden wir den neugeborenen König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um uns vor ihm niederzuwerfen.« „Es wird durchaus geglaubt, dass am Kreuz über Jesu Kopf das Schild ‚INRI‘ befestigt war – Iesvs Nazarenvs Rex Ivdaeorum‘, Lateinisch für: Jesus von Nazareth, König der Juden.

Was Jesu Auftauchen angeht, ist es zwar schwierig sicher festzustellen, wie eine bestimmte Person aufgetreten ist, aber etwas Dokumentation gibt es zu dem, wie die Zeitgenossen von Jesus ausgesehen haben können. Die jüdische Mischna (Negaim 2,1) verzeichnet einen Rabbiner, der sie so beschreibt: „Die Kinder Israels – möge ich für sie büßen – sind wie Zedernholz, weder schwarz noch weiß, sondern dazwischen.“

Der Einzug von Arabern ins Heilige Land geschah erst rund 700 Jahre nach der Kreuzigung Jesu, als arabische Eroberer die Gegend an sich brachten. Die Leute, die sich heute als Palästinenser bezeichnen, sind Araber und daher ist klar, dass Jesus, ganz einfach, kein Palästinenser oder Araber war, sondern Jude.

Wen kümmert es, ob Jesus Jude oder Palästinenser war?

Juden tendieren als Ganzes nicht dazu allzu viel Gedanken an Jesus zu verwenden. Aber Fakten sind wichtig. Geschichte ist wichtig. Wenn Jesus kein Jude war, sondern Palästinenser, dann dient das als politisches Mittel, weil es die Legitimität der jüdischen Verbindung zum Heiligen Land in Frage stellt, während es unterstellt, dass die Palästinenser dort antike Wurzeln haben.

Weit davon entfernt eine unschuldige Behauptung zu sein, dient die Aussage Jesus WAR Palästinenser dazu; jüdische Geschichte für nichtig zu erklären. Das ist besonders für politische Aktivisten und Politiker nützlich, die die Verbindung des jüdischen Volks zum Land Israel zu aushöhlen wollen.

Genau das brach 2013 aus, als eine von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas veröffentlichte Weihnachtsbotschaft auf Jesus als „palästinensischen“ Botschafter der Hoffnung zu sprechen kam. Die Behauptung wurde 2019 wieder bekannt, als im Abstand von ein paar Monaten sowohl die Kongressabgeordnete Ilhan Omar also auch die Aktivistin Linda Sarsour behaupteten, Jesus sei Palästinenser gewesen.

Im April teilte die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar einen Tweet, in dem es hieß: „Wissen sie [die amerikanischen Christen] nicht, dass auch wir Christen sind? Betrachten sie uns überhaupt als Menschen? Wissen sie nicht, dass Jesus Palästinenser war?“

Am folgenden Tag zog ein von Eric Copage, einem ehemaligen Redakteur des New York Times Magazine und Reporter der NYT, in einem Op-Ed in der New York Times in Zweifel, ob Jesus weiß war, wie er allgemein dargestellt wird. In Copages mehr als 600 Worten fand er es nicht für nötig die grundlegende Wahrheit anzuerkennen, dass Jesus Jude war. Er hatte jedoch Platz dafür Jesus als Palästinenser zu bezeichnen.

Lassen Sie uns das klarstellen: Der Autor fragt, wie Jesus aussah, dann bezeichnet er ihn als Palästinenser und lässt die Tatsache komplett weg, dass Jesus Jude war?
Offenbar geht dieses Gelaber bei der New York Times als legitime Qualitätsmeinung durch.

Ein paar Monate später schloss Linda Sarsour sich Omar und Copage an. In einem Twitter-Austausch versicherte Sarsour: „Jesus war Palästinenser aus Nazareth“, behauptete, er wurde „im Koran als mit braun-kupferner Haut mit wolligem Haar beschrieben“.

Bischof Talbert Swan:
Wenn also jemand sagt, Hitler oder Mussolini waren weiß, würden sie ihm gegenüber argumentieren „Hitler war deutsch und Mussolini war Italiener?“
Es gab im Nahen Osten keinen solchen Ort, an dem Christus lebte; das ist ein Wort aus den 1850 Jahren.
Was zur Hölle hat Geografie mit ihrem Schwarz sein zu tun?

Als zahlreiche Menschen sie darauf hinwiesen, dass Jesus Jude war, legte Sarsour mit ihrer Antwort nach: „Palästinenser ist eine Nationalität, keine Religion. Ihr Punkt wird nicht bestritten. Juden lebten mit Palästinensern in friedlicher Koexistenz, bevor es einen Staat Israel gab.“

Kapiert. Konnte also Jesus sowohl Jude als auch Palästinenser sein?

Das ist ein zentraler Punkt ist für das Argument „Jesus war Palästinenser“. Diejenigen, die behaupten Jesus sei Palästinenser, geben im Allgemeinen zu, dass Jesus Jude war oder zumindest versuchen sie nicht das zu bestreiten. Stattdessen versuchen sie zu behaupten, weil Nationalität und Religion nichts miteinander zu tun haben, gebe es keine Notwendigkeit von der Äußerung beleidigt zu sein, dass Jesus palästinensischer Nationalität war.

Ganz abgesehen von der Tatsache, dass über Jahrhunderte vor der Gründung Israels im Land lebende Juden und Araber nicht einfach in „friedlicher Koexistenz“ lebten, ist der Hinweis, dass ein Mensch sich vor 2.000 Jahren als Palästinenser sowie als Jude identifiziert haben könnte, schlicht und einfach falsch.

Angesichts solcher Attacken sind Juden rund um die Welt schnell dabei gewesen, gegen diejenigen, die behaupten, Jesus sei Palästinenser gewesen, Stellung zu beziehen. Nach der Veröffentlichung von Copages Text twitterte Jeremy Burton, der verantwortlicher Direktor des Jewish Community Relations Council von Boston seine Antwort: „Wichtig darauf hinzuweisen: Nein, Jesus identifizierte sich nicht als Palästinenser. Er war ein judäischer Jude und der Begriff Palästina war der des römischen Besatzers.“

Als er über Sarsours Tweets schrieb, beschrieb Seth Frantzman von der Jerusalem Post die Behauptung als „einen modernen Versuch von Ersetzungstheologie: um die historischen jüdischen Verbindungen zum Land vor 2.000 Jahren zu ersetzen, eine eingebildete Geschichte der Palästinenser anstatt der der Juden nachzubauen“.

Die Tatsache, dass Orte, an die Jesus Berichten nach gereist ist und wohnte, u.a. Bethlehem und Nazareth, heute palästinensische oder arabische Städte sind, wird nicht bestritten. Aber auch die Tatsache wird nicht bestritten, dass diese Orte jüdisch waren, als Jesus lebte.

Seth Franzmann schrieb: „Es gibt keinen Grund Jesus als Palästinenser neu zu verpacken. Er kann eine historische Person aus Bethlehem oder Nazareth sein, ohne dass er ‚Palästinenser‘ ist. Sarsours Versuch den Koran als Referenz zu verwenden ist interessant, weil sie keine anderen Aspekte erwähnt, wie Jesus in islamischer Theologie beschrieben wird. Er wird z.B. als Botschafter für die ‚Kinder Israels‘ und Anhänger der Gesetze Moses betrachtet. Er wird mit der Abstammungslinie von Abraham, Isaak, Jakob und den Stämmen Israels verbunden, ebenso mit den Königen David und Salomo.“

Nein, Jesus war auch kein Philister…

Eine Variation dieser Behauptung, dass Jesus tatsächlich Philister war, dient auch eine Klammer antiisraelischer Propaganda, darunter der rundweg widerlegte Gedanke, dass Palästinenser eigentlich Kanaaniter sind.

Die Vorstellung, dass Palästinenser Philister sind, ist genauso falsch.

Anders als moderne Juden und Palästinenser waren die Philister ein antikes, nicht semitisches Seefahrer-Volk, dessen Art des Gottesdienstes keine Verbindung zu den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam hatte.

Mit anderen Worten: Die Ethnie, Kultur und Religion der Philister unterscheiden sich allesamt völlig von denen der modernen Palästinenser.

Die Verbindung der Philister zu den Israeliten begann, als erstere etwa 1000 v.Chr. in einen Teil des Königreichs Israel eindrangen und besetzten, aber später von Israels antikem König David besiegt wurden.

Etwa im siebten Jahrhundert v.Chr. wurden die Philister vom Königreich Babylon erobert und in der Folge als eigenständige Kultur ausgelöscht.

Mit anderen Worten: Abgesehen davon, dass sie kulturell, ethnisch und religiös keine Verbindung zu Juden oder Palästinensern hatten, gab es die Philister nicht mehr.

Wie auch immer man das betrachtet, lautet die Wahrheit zweifelsohne: Jesus war Jude.

Lektionen aus der palästinensischen Herrschaft über Bethlehem

6. Februar 2020

Dov Lipman, HonestReporting, 28. Januar 2020

Das Minarett einer muslimischen Moschee spiegelt sich an Bethlehems Krippenplatz wird während einer Heiligeabend-Prozession vor der Geburtskirche in einem goldenen Kruzifix. (Foto: David Silverman/GettyImages)

Was ist so besonders an Bethlehem?

Für Juden stammt die Heiligkeit der Stadt aus ihrer Beschreibung als Begräbnisort von Rahel, Jakobs geliebter Frau (1. Mose 35,19). Später dreht sich die Geschichte von Ruth weitgehend um Bethlehem als Heimatort in der Kindheit von König David und Ort, an dem er zum König gesalbt wurde (1. Samuel 16,1-13). Jüdische Tradition lehrt, dass der Messias aus Bethlehem kommen wird (Micha 5, 2-5).

Christliche Tradition lehrt, dass Bethlehem der Geburtsort Jesu war (Math. 2,1-12; Lukas 2,4-20 und Joh. 7,42). Die Geburtskirche wurde von Konstantin dem Großen im 4. Jahrhundert n.Chr. über einer Höhle gebaut, die für den Ort gehalten wird, an dem Jesus geboren wurde.

Bethlehem heute und damals

Leider ist diese Stadt auch eine Stadt des Streits geworden.

Der Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947 schlug vor, dass Bethlehem, nur 9 km südwestlich von Jerusalem gelegen, als Teil der internationalen Zone Jerusalem unter UNO-Kontrolle gestellt wird. Während des Unabhängigkeitskriegs von 1948, der ausbrach, nachdem die arabischen Länder den Teilungsplan ablehnten, übernahm die Arabische Legion die Kontrolle über Bethlehem. Während dieser 19 Jahre nahm die christliche Bevölkerung um tausende ab.

Israel übernahm im Juni 1967 während des Sechstage-Kriegs die Kontrolle über die Stadt. Die christlichen Einwohner baten Israel die Stadt zu annektieren und sie offiziell zum Teil Israels zu machen, aber Israel lehnte die Idee ab; es bestand auf der Möglichkeit sie im Kontext einer Friedensvereinbarung in arabische Hände zurückzugeben.

Von 1967 bis 1995 blühte Bethlehem auf. Christen kamen zu Millionen auf Pilgerreisen zur Geburtskirche und jüdische Beter strömten zum verehrten Rahelgrab. Verkäufer, Restaurants und Hotels vor Ort erlebten großen Erfolg, weil Menschen aus allen Religionen sich frei fühlten die Straßen der Stadt zu besuchen und entlang zu gehen.

Aber dann führten israelische Verhandlungen mit der Palästinenserführung zum Oslo II-Abkommen, bei dem Israel zustimmte die zivile und Sicherheitskontrolle von sechs Städten – Jericho, Tulkarm, Nablus, Qalqilya und Bethlehem – abzugeben.

Bethlehems langjähriger christlicher Bürgermeister Elias Frej bettelte den israelischen Premierminister Yitzhak Rabin an, die Stadt mit ihrer mehrheitlich christlichen Bevölkerung nicht an die palästinensische Autonomiebehörde abzugeben. Er fürchtete, was muslimische Herrschaft mit den dort lebenden Christen tun würde. Aber Israel übergab Bethlehem, im Versuch einen Durchbruch in seiner Beziehung zu den Palästinensern zu erzielen, am 21. Dezember 1995 in palästinensische Herrschaft.

Das Rahelgrab

Das führte zu einer Periode furchtbarer Unruhe in und um die heilige Stadt. Palästinensische Heckenschützen begannen auf jüdische Besucher des Rahelgrabs zu schießen und töteten sogar IDF-Soldaten, die die Beter schützten. Manchmal musste die heilige Stätte, die mit Betonmauern und Dächern befestigt ist, wegen der Drohungen palästinensischer Terroristen geschlossen werden. Zu anderen Zeiten konnten die Besucher nur in gepanzerten Fahrzeugen zu der heiligen Stätte reisen.

Abgesehen von den Angriffen auf das Rahelgrab wurde Bethlehem zur Heimatbasis von Terrorzellen und Ausgangspunkt für Terroranschläge auf israelische Bürger. Seine Nähe zu Jerusalem machte die Hauptstadt verletzbar. Ein paar Beispiele:

  • Dezember 2001: Der palästinensische Terrorist Daoud Ali Ahmed Saad wurde von der Basis des Islamischen Jihad in Bethlehem geschickt, um sich im Herzen des Zentrums Jerusalems zu sprengen. Er machte das, wobei er fünf Zivilisten schwer verletzte.
  • Februar 2002: Der palästinensische Terrorist Yassir Said Moussa Uda wurde von einer Terrorgruppe der Fatah/Tanzim in Bethlehem geschickt, sich an einer Straßensperre an einer Schnellstraße außerhalb von Jerusalem zu sprengen. Er tötete einen israelischen Polizisten und verletzte zwei Zivilisten schwer.
  • März 2002: von einer Fatah/Tanzim-Terrorzelle in Bethlehem geschickt, sprengte sich Abdullah Nabatiti an einer großen Jerusalemer Kreuzung, wobei er 25 Menschen schwer verletzte.
  • März 2002: Der palästinensische Terrorist Ayat Mohammed Latfi al-Akhras aus dem Distrikt Bethlehem sprengte sich in einem großen Jerusalemer Supermarkt; er tötete zwei Zivilisten und verletzte 22.
  • März 2002: Fatah-Agenten in Bethlehem bereiteten eine Bombe in einem Rucksack vor und schickten einen 16-jährigen Jungen nach Jerusalem. Der Junge sprengte sich neben einer Krankenstation und verletzte sechs Zivilisten.

So wurde Bethlehem zur Basis für palästinensische Anschläge auf Israelis in Jerusalem. Die zunehmende Zahl der Oper zwang die Israelischen Verteidigungskräfte wiederholt in die Stadt einzudringen,  um die Terroristen zu suchen und zu verhaften. Die israelischen Streitkräfte arbeiteten auch daran die Terrorinfrastruktur in der Stadt abzubauen. Nicht nur wurden zahlreiche Selbstmord-Bombenanschläge vereitelt, die Sicherheitskräfte entdeckten zudem Mörser und Infrastruktur für die Produktion von Raketen.

Bethlehems Geburtskirche

Israel hatte auch keine andere Wahl als die Sicherheitsbarriere zu bauen, die Bethlehem umgibt und das Gefühl einer Stadt unter Belagerung gibt. Die Maßnahmen reduzierten die Zahl der erfolgreichen Terroranschläge stark, aber mit einer in Bethlehem verankerten Hamas-Terrorzelle gehen die Versuche weiter.

Christen und ihre heiligen Stätten litten furchtbar unter den Kämpfen, besonders die Geburtskirche während einer Monate dauernden Belagerung. Am 2. April 2002, während der IDF-Operation Defensive Shield, wollten israelische Truppen eine Reihe palästinensischer Flüchtlinge in der Stadt verhaften. Fünfzig flüchteten in das Kirchengelände, wo sie 200 Mönche als Geiseln nahmen. Nach 38 Tagen endete die Belagerung friedlich; die palästinensischen Flüchtlinge stimmten zu ins Exil zu gehen, einige in den Gazastreifen und andere nach Europa. Israelische Sicherheitskräfte fanden 40 Sprengsätze auf dem Kirchengelände, von denen eine Reihe mit versteckten Auslösern ausgestattet war.

Bethlehems abnehmende Christen

Abgesehen von den vom Sicherheitskonflikt geschaffenen Herausforderungen sehen Christen, wie radikale Muslime Christen im gesamten Nahen Osten verfolgen und sehen, dass das bei ihnen geschieht, seit der palästinensischen Autonomiebehörde die Kontrolle über die Stadt gegeben wurde. Zu Beispielen dafür, dass palästinensische Muslime ihre christlichen Nachbarn einschüchtern, gehört:

  • Landraub mit Gewalt oder mit gefälschten Dokumenten, mit wenig bis keiner Zuflucht im PA-Justizsystem.
  • Muslimische Männer belästigen christliche Frauen verbal und sexuell.
  • Christliche Geschäfte werden gezwungen Schutzgeld zu zahlen.
  • Es gibt Diskriminierung von Christen bei der Arbeitsplatzsuche.
  • In Kirchen wird eingebrochen, sie werden geplündert und verwüstet.
  • Muslime, die zum christlichen Glauben bekehren, sehen sich Ausgrenzung, Angriffen, sogar Mord ausgesetzt.
  • Entführung und Zwangskonversion von Christen.

All das hat zu einem beträchtlichen Rückgang der christlichen Bevölkerung in Bethlehem geführt.

Bethlehems Hirtenfeld

Während Christen früher die Mehrheit der Einwohner Bethlehems stellten, machen sie heute, nach 25 Jahren palästinensischer Kontrolle über die Stadt, nur noch 20% seiner Bevölkerung aus. (Einen ähnlichen Vorgang gab es im Gazastreifen, wo 2005, als Israel sich zurückzog,  5.000 Christen lebten. Aber nach 14 Jahren Hamas-Herrschaft sind nur noch 1.000 Christen verblieben und oft sind Kirchen abgerissen worden.)

Die Lage im heute von Palästinensern kontrollierten Bethlehem steht in starkem Kontrast zum israelisch kontrollierten Jerusalem, das nur 9 km weiter nördlich liegt. In Jerusalem kann die christliche Bevölkerung ihren Glauben frei und sicher leben. Die Stadtverwaltung von Jerusalem stellt christlichen Einwohnern sogar kostenlos Weihnachtsbäume zur Verfügung.

Fakt ist, dass Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem die einheimische christliche Bevölkerung seit 1948 zugenommen hat. Ende 2019 zählte Israels christliche Bevölkerung 177.000, hatte nach Angaben des zentralen Statistik-Büros um 1,5 Prozent zugenommen.

Die Lektion ist eindeutig. Christen blühen in israelisch kontrollierten Gebieten mit totaler Religionsfreiheit auf und leiden, wenn Israel die Kontrolle an die radikalen Palästinenserkräfte übergibt.

Palästinensische Terrorgehälter: Geld für Mord

6. Dezember 2019

Dov Lipman, HonestReporting, 29. November 2019

Wie würden sie eine Organisation nennen, die hunderttausende Dollars zahlt, um einen Teenager zu belohnen, der ein Messer aus der Küche seiner Familie nimmt und einen anderen, Rad fahrenden Teenager auf der Straße niedersticht?

Ein Monster? Einen Teufel?

Vielen Israelis fällt als erstes diese Antwort ein: die palästinensische Autonomiebehörde.

Denn das es exakt das, was das Leitungsorgan des palästinensischen Volks tut.

Die Terrorgehälter kommen aus dem Märtyrer-Fonds der palästinensischen Autonomiebehörde. Sie zahlen monatliche Gehälter an die Familien von Terroristen, die getötet, verletzt oder inhaftiert wurden, weil sie Israelis angriffen. Dazu gehören diejenigen, die an Krawallen, Steinewürfen teilnahmen oder eben nur bei Angriffen auf Israelis halfen oder diese planten.

Terrorzahlungen nach Zahlen

Die Washington Post berichtete, dass die PA 2017 $183 Millionen an Familien von „Märtyrern“ zahlte – Terroristen, die bei Angriffen auf Israelis getötet wurden; dazu $160 Millionen Inhaftierte, die wegen Terroranschlägen auf Israelis im Gefängnis sitzen. 13.000 Häftlingen wurde $12.307 gezahlt, was über dem Durchschnittseinkommen der Palästinenser liegt.

Das sind $343 Millionen von den $693 Millionen, die die PA in diesem Jahr an Auslandshilfe erhielt. Die Hälfte ihrer Hilfsgelder geht in die Bezahlung von Terroristen! Die Terrorgehälter haben seitdem zugenommen und die Häftlinge und ihre Familien erhalten jetzt $3.000 oder mehr pro Monat.

Das Washington Institute for Near East Policy gab im Juni 2017 eine Umfrage in Auftrag, die zeigte, dass Zwei Drittel der Palästinenser gegen die Politik der finanziellen Belohnung für Terroristen und ihre Familien sind, besonders weil die Terror-Gehälter ihnen Auslandshilfe wegnehmen, die dafür bestimmt ist ihre Lebensqualität zu verbessern.

„Soziale Verantwortung“?

Die Palästinenserführung streitet nicht ab, dass diese Terrorgehälter gezahlt werden. Der ehemalige PA-Premierminister Salam Fayyad erklärte öffentlich, dass in den 10 Jahren nach der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen – als die PA daran arbeiten sollte Terroranschläge auf Israelis zu verhindern – zahlte die PA mehr als $50 Millionen an Familien von Terror-Häftlingen.

Mahmud Abbas

PA-Präsident Mahmud Abbas hat die Zahlungen an Terroristen und ihre Familien als „soziale Verantwortung“ bezeichnet und ist so weit gegangen, die von Israel gemachten Bemühungen zum Stopp der Zahlungen an die Terroristen als „Aggression gegen das palästinensische Volk“ zu bezeichnen.

Der ehemalige palästinensische Minister für Gefangenen-Angelegenheiten Qadura Fares verteidigt die Zahlungen an Häftlinge und ihre Familien mit der Erklärung, dass sie nicht Terroristen, sondern „Teil des Kampfes“ gegen Israel sind.

Werden sie wegen dieser Politik kritisiert, behaupten Palästinenserführer, das sei ein „Sozialfond“. Aber die Weltbank machte klar, dass „das Programm eindeutig nicht für die ärmsten Haushalte bestimmt ist… das Niveau der dem Fond für Märtyrer und Verletzte gewidmeten Ressourcen aus Sicht der Sozialhilfe und aus finanzieller Perspektive nicht gerechtfertigt zu sein scheint.

Es sollte festgehalten werden, dass die PA nicht die einzige palästinensische Organisation ist, die mit finanziellen Anreizen zu Terroranschlägen auf Israelis aufstachelt und inspiriert. Hamas-Gründer Scheik Amhed Yassin sagte stolz, dass die Hamas allein 2001 mehr als $2 Millionen an Familien von Selbstmordbombern und Terroristen in israelischen Gefängnissen zahlte. Fakt ist, dass es acht US-Wohlfahrtsorganisationen gibt, die helfen diesen Fond für Terrorzahlungen zu unterstützen.

Es gibt zwar bedeutende internationale Kritik an dieser PA-Politik, die viele als „Geld für Mord“ bezeichnen, aber das hat nicht wirklich zu Handeln das zu stoppen geführt.

Israel beschloss 2018 ein Gesetz, das es der israelischen Regierung erlaubt die Summe, die die PA Terroristen zahlt, von den Steuern abzuziehen, die Israel für die PA einzieht. Australien stellte die Hilfe für die PA ein, weil es sicherstellen wollte, dass seine Gelder nicht für die Aufstachelung und Unterstützung von Terroristen verwendet wird. Sie schicken stattdessen ihre $7,5 Millionen jährlicher Hilfe jetzt an den Humanitären Fond der UNO für die Palästinensergebiete.

Taylor Force

Im März 2018 wurde der Taylor Force Act [Taylor-Force-Gesetz] von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet. Das nach Taylor Force – einem Texaner, der 2016 von einem Palästinenser erstochen wurde – benannte Gesetz erklärt, dass etwa ein Drittel der US-Hilfsgelder für die Palästinenser nicht überwiesen wird, bis die PA diese Geld für Mord-Zahlungen einstellt.

Norwegen hat die PA aufgefordert norwegische Hilfsgelder nicht für Gehälter zu zahlen, um Terroristen zu belohnen und schickte weiter Geld an die PA, sobald die versprochen hatte das Geld würde nicht zur Bezahlung von Terroristen und ihren Familien eingesetzt.

Bis die internationale Gemeinschaft kein Ende dieser Politik fordert, werden junge Palästinenser sich weiter einfach wegen der finanziellen Vorteile, die ihre Angriffe auf Israelis ihnen und ihren Familien bringen, dem Terror zuwenden.

 

Bilder: CC BY Stock Catalog und CC BY-NC pngimg; Abbas via YouTube/phoenix

Video: Israel unter Beschuss – mehr als 350 Raketen in 36 Stunden

13. November 2019

HonestReporting, 13. November 2019

In den letzten 36 Stunden sind mehr als 350 Raketen von palästinensisch-islamischen Terroristen auf Israel geschossen worden (und es geht noch weiter).

Nachdem ein führender Terrorist des Palästinensischen Islamischen Jihad durch einen gezielten Angriff der IDF früh Dienstagmorgen getötet wurde, hat der Palästinensische Islamische Jihad widerholt Raketensalven auf israelische Bevölkerungszentren gefeuert, wobei sie zahlreiche Treffer erzielten.

Israel hat mit der Zerstörung von Terrorzielen im gesamten Gazastreifen zurückgeschlagen und dreizehn Terroristen getötet, die meisten vom Palästinensischen Islamischen Jihad. Die Situation eskaliert weiter.

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In Erinnerung an die Opfer des Massakers von München 1972

17. Juli 2019

Pesach Benson, HonstReporting, 14. Juli 2019 (übernommen von Roland M. Horn)

Das Münchner Massaker bei den Olympischen Spielen 1972 war einer der schockierendsten Terroranschläge gegen Israelis aller Zeiten.

Am frühen Morgen des Montag, 4. September, schlichen sich acht Palästinenser der Terrorgruppe Schwarzer September in Trainingsanzügen in das Münchner Olympiadorf. Sobald sie drinnen waren, brachen sie in die beiden Wohnungen des israelischen Teams in der Connollystraße 31 ein.

Zwei der Israelis, Moshe Weinberg und Yossi Romano, wurden getötet, als sie sich gegen die Terroristen wehrten. Der Schwarze September forderte daraufhin die Freilassung von 234 palästinensischen Gefangenen durch Israel und von Kozo Okamato (dem einzigen Terroristen, der das Massaker am Flughafen Lod Anfang des Jahres überlebt hatte) von der japanischen Roten Armee. Die Terroristen forderten auch die Freilassung der in Westdeutschland inhaftierten RAF-Gründer Andreas Baader und Ulrike Meinhof.

Vorlauf zum Münchner Massaker

Ein Terrorist bei den Olympischen Spielen 1972 in München

Deutsche Unterhändler neigten dazu, den Forderungen der Terroristen nachzugeben, doch israelische Beamte gingen härter vor und bestanden darauf, dass Kapitulation mehr Terror ermutigen würde. Premierministerin Golda Meir sagte: „Wenn wir nachgeben sollten, kann kein Israeli auf der Welt sich sicher fühlen.“

Die Spiele wurden nach den Morden an Weinberg und Romano 12 Stunden lang fortgesetzt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) setzte die Spiele unter zunehmendem Druck aus. (Der Wettbewerb wurde 34 Stunden später fortgesetzt.)

Die westdeutsche Polizei versuchte, die Geiseln zu retten, indem sie die Terroristen auf dem nahe gelegenen Flugplatz Fürstenfeldbruck überfiel. Doch sie waren sehr schlecht vorbereitet und der Plan wurde schlecht ausgeführt. Während der folgenden Schießerei wurden die neun hilflosen Israelis, die auf zwei Hubschrauber verteilt waren, durch palästinensische Schüsse und Granaten ermordet. Daher der Name Münchner Massaker.

Bei der Schießerei wurden fünf Terroristen und der deutsche Polizist Anton Fliegerbauer getötet.

Nach dem Münchner Massaker

Die toten Terroristen – identifiziert als Yusuf Nazzal, Afif Ahmed Hamid, Khalid Jawad, Ahmed Chic Thaa und ihr Kommandeur Luttif Afif – erhielten in Lybien ein Heldengebräbnis.

Etwas mehr als einen Monat nach dem Münchner Massaker haben die Sympathisanten des Schwarzen September die Freilassung der verbleibenden drei Terroristen durch die Entführung des Lufthansa-Flugs 615 sichergestellt. Zwei der drei überlebenden bewaffneten Männer, Mohammed Safady und Adnan Al-Gashey, wurden angeblich vom Mossad im Rahmen der „Operation Wrath of God“ (Gottes Zorn) getötet. Vom dritten, Jamal Al-Gashey, wusste man, dass er noch1999 lebt und sich in Nordafrika oder in Syrien versteckte, weil er israelische Vergeltung für seine Rolle beim Münchner Massaker fürchtete.

Nach der Veröffentlichung von Steven Spielbergs Film „München“ im Jahr 2005 erklärte der Drahtzieher des Anschlags, der Führer des Schwarzen September Mohammad Daoud Odeh (alias Abu Daoud), gegenüber Sports Illustrated, dass der Angriff von Mahmoud Abbas finanziert wurde. Daoud starb 2010 in Damaskus an Nierenversagen.

Fünf der Märtyrer des Münchner Massakers, Andre Spitzer, Amitzur Shapira, Kehat Shorr, Elieser Halfin und Mark Slavin, wurden gemeinsam auf dem Kiryat Shaul-Friedhof in Tel Aviv beigesetzt. Ein anderer gefallener Athlet, der US-israelische Doppelstaatsbürger David Berger, wurde in seiner Heimatstadt Cleveland beigesetzt, wo eine Skulptur aus zerbrochenen olympischen Ringen vom National Parks Service als nationales Denkmal ausgewiesen wurde.

Die Witwen der ermordeten Athleten setzten sich bei nachfolgenden Spielen für ein offizielles IOC-Gedenken ein, zum Beispiel in Form einr Schweigeminute während der Eröffnungsfeier. Die olympischen Offiziellen lehnten die Idee wiederholt ab, indem sie sagten, solche Ehrungen würden die Politik in die Spiele einfließen lassen. Vier Tage vor den Spielen in London 2012 – dem vierzigsten Jahrestag des Münchner Massakers – kam es zu einer Krise, als IOC-Präsident Jacques Rogge während einer Zeremonie zu Ehren des olympischen Waffenstillstands eine spontane Schweigeminute für die Israelis einlegte. Die Witwen prangerten Rogge an, „das bloße Minimum zu tun“.

In Memoriam

Im Lauf der Zeit ist die Individualität jedes der elf Opfer zu einer kollektiven Gruppe von Münchner Massakeropfern verblasst. Aber für die Generation, die nicht mit Erinnerungen aus erster Hand an den Schock und das Grauen des Münchner Massakers aufgewachsen ist, lohnt es sich, sich daran zu erinnern, dass Mosche Weinberg, Yossi Romano, Ze’ev Friedman, David Berger, Jakow Springer, Eliezer Halfin, Yossef Gutfreund, Kehat Shorr, Mark Slavin, Andre Spitzer und Amitzur Shapira allesamt versierte Athleten waren, die ihren eigenen individuellen Weg bis an die Spitze ihres Sports gingen. Wir können nur vermuten, wie sie die Sportwelt beeinflusst hätten, wenn sie nicht auf so grausame Art getötet worden wären.

Hier finden Sie eine kurze Zusammenstellung an Informationen zu den Opfern:

Moshe Weinberg

Moshe Weinberg

Nationaltrainer Ringkampf

Geboren am 19. September 1939 in Haifa, Mandat Palästina

Getötet am 5. September 1972 beim anfänglichen Einbruch.

Hinterließ seine Frau Mimi und einen Sohn.

Als die Terroristen in die Wohnung eindrangen, war Weinberg mit dem Gruppenführer Luttif Afif konfrontiert. Nachdem er Afif erfolglos mit einem Obstmesser angegriffen hatte, wurde Weinberg durch die Wange geschossen und von den Terroristen mit vorgehaltener Waffe angewiesen, ihnen zu zeigen, wo sich die anderen israelischen Athleten befanden. Weinberg führte die Terroristen an Apartment 2 vorbei, in dem die Fechter, Schützen und Leichtathleten untergebracht waren und brachte sie stattdessen zu Apartment 3, in dem die Gewichtheber und Ringer Israels untergebracht waren.

Weinberg hoffte vermutlich, dass die stärkeren Teamkollegen die Terroristen überwältigen würden, doch sie wurden im Schlaf überrascht.

Während die Geiseln in die Wohnung 1 zurück marschierten, griff Weinberg die Terroristen erneut an und schlug Mohammed Safady bewusstlos, wodurch der Ringkämpfer Gad Tsobari entkommen konnte. Die Terroristen erschossen Weinberg und warfen seine Leiche auf die Straße.

Jahre später spielte Weinbergs schauspielender Sohn Guri im Jahr 2005 seinen Vater in Steven Spielbergs Film München.

Weinberg ist in Holon begraben.

Josef Romano

Josef „Yossi“ Romano

Gewichtheber

Geboren am 15. April 1940 in Bengasi, Libyen

Getötet am 5. September 1972 beim anfänglichen Einbruch.

Hinterließ seine Frau Ilana und drei Töchter.

Romanos Familie zog von Libyen ins Mandat Palästina, als er sechs Jahre alt war. Von Beruf war er Innenarchitekt.

Romano war neun Jahre lang der israelische Meister im Gewichtheben im Leicht- und Mittelgewicht. Romano trat bei den Olympischen Spielen 1972 im Mittelgewicht an, konnte jedoch aufgrund einer gerissenen Kniesehne einen seiner Lifts nicht absolvieren und sollte am nächsten Tag für eine Operation nach Hause fliegen.

Als die Terroristen Wohnung 3 betraten, gelang es Romano, Afif Ahmed Hamid mit einem Messer eine Schnittwunde zuzufügen und seine AK-47 zu schnappen, bevor er erschossen wurde. Nachfolgenden Berichten zufolge wurde Romano von den Terroristen gefoltert, bevor er getötet wurde und sein blutiger Leichnam wurde den ganzen Tag als Warnung zu Füßen seiner Teamkollegen zurückgelassen.

Nach dem Tod ihres Sohnes beging Romanos Mutter Selbstmord. Einige Jahre später tat es auch sein Bruder. Es war Romanos Witwe Ilana, zusammen mit Ankie Spitzer, die den Kampf für ein Schweigeminute bei den Olympischen Spiele anführte.

Romano ist in Herzliya begraben.

Ze’ev Friedman

Ze’ev Friedman

Gewichtheber

Geboren am 10. Juni 1944 in Prokopjewsk in der Sowjetunion

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuch.

Überlebt von seinen Eltern und seiner Schwester.

Friedmans Familie zog 1960 von Polen nach Israel. Er war sieben Jahre lang israelischer Meister im Fliegengewicht und wurde 1969 bei den Weltmeisterschaften in Warschau Siebter. Bei den Spielen 1971 in Manila belegte er den dritten Platz und bei den Olympischen Spielen in München den zwölften Platz, nachdem er drei israelische Rekorde gebrochen und einen vierten eingestellt hatte.

Friedman ist in Haifa begraben.

David Berger

David Berger

Gewichtheber

Geboren am 24. Mai 1944 in Cleveland, Vereinigte Staaten von Amerika

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Trotz eines Bachelor-Abschlusses in Psychologie an der Tulane University und eines MBA-Abschlusses in Jura an der Columbia University nahm sich Berger Zeit zum Gewichtheben, gewann den NCAA-Titel im Gewichtheben in der 148-Pfund-Klasse und belegte 1968 den vierten Platz bei den US-amerikanischen Olympischen Vorausscheidungen im Mittelgewicht. Vor den Olympischen Spielen in München gewann Berger 1969 bei der Maccabiade eine Goldmedaille und 1971 bei den asiatischen Meisterschaften im Gewichtheben eine Silbermedaille.

Während die 10 anderen israelischen Olympioniken nach Israel geflogen und dort begraben wurden, wurde Berger mit einem von Präsident Richard Nixon persönlich bestellten Luftwaffenjet in die USA zurückgebracht.

Berger ist in Cleveland begraben.

Yakov Springer

Yakov Springer

Trainer und Richter im Gewichtheben

Geboren am Juni 1921 in Polen

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagene Rettungsversuchs.

Hinterließ Frau und zwei Kinder

Als Holocaust-Überlebender, der im Warschauer Ghetto-Aufstand kämpfte, zog Springer 1956 nach Israel. Er unterrichtete Sport in Bat Yam, wo er Hunderte von Jugendlichen trainierte und baute eine Generation an Meistern, Trainern und Schiedsrichtern auf. Die Spiele von 1972 waren die fünften, an denen er als offizieller Punktrichter fungierte.

Springer ist in Holon begraben.

Eliezer Halfin

Eliezer Halfin

Ringer

Geboren am 18. Juni 1948 in Riga, Lettland

Getötet am 6. September 1972, während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Überlebt von seinen Eltern und einer Schwester.

Von Beruf Mechaniker, zog Halfin 1969 nach Israel.

Vor den Spielen in München belegte Halfin bei den Weltmeisterschaften 1971 in Bulgarien den 12. Platz und belegte 1971 und 1972 in anderen Wettbewerben in Rumänien und Griechenland den zweiten und dritten Platz.

Halfin ist in Tel Aviv begraben.

Yossef Gutfreund

Yossef Gutfreund

Trainer und Punktrichter im Gewichtheben

Geboren am 20. Dezember 1931 in Rumänien

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Hinterließ eine Frau und zwei Töchter.

Gutfreund hat in Rumänien studiert, um Tierarzt zu werden, bevor er mit der Leichtathletik begann. Vor den Spielen 1972 war Gutfreund Punktrichter bei den Olympischen Spielen 1968 in Tokio und bei den Weltmeisterschaften in Indien und Bulgarien, bevor er als Punktrichter nach München eingeladen wurde.

Gegen 4.30 Uhr hörte er ein Geräusch vor der Tür und sah nach, in der Annahme, dass es sich um den Leichtathletik-Trainer Moshe Weinberg handele, der den anderen Schlüssel für die Tür hatte. Er sah, wie sich die Tür öffnete und erblickte maskierte Männer mit Gewehren auf der anderen Seite. Gutfreund warf seinen 6-Fuß 3-Zoll- 290-Pfund-Körper gegen die Tür und rief seinen israelischen Kollegen eine Warnung zu. Diese kostbaren Sekunden ermöglichten es seinem Mitbewohner, dem Trainer für Gewichtheben Tuvia Sokolsky, ein Fenster einzuschlagen und zu entkommen. In der angrenzenden Wohnung 2 wurde Rennwanderer Dr. Shaul Ladany von Gutfreunds Schreien geweckt und konnte ebenfalls fliehen.

Gutfreund ist in Jerusalem begraben.

Kehat Shorr

Kehat Shorr

Schießtrainer

Geboren am 21. Februar 1919 in Rumänien

Hinterließ seine Frau und eine verheiratete Tochter.

Als Holocaust-Überlebender wurde Shorr ein begeisterter Schütze, bevor er 1963 nach Israel zog. Seine beruflichen und organisatorischen Talente erregten die Aufmerksamkeit der israelischen Schwerathleten-Vertreter und bis 1972 hatte er jeden Schützen der israelischen Mannschaft unterrichtet.

Shorr ist in Tel Aviv begraben.

Mark Slavin

Mark Slavin

Griechisch-römischer Ringer

Geboren am 31. Januar 1954 in Minsk, Sowjetunion

Getötet am 6. September 1972, während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Slavin begann als Jugendlicher mit dem Ringkampf, um sich gegen antisemitische Angriffe zu verteidigen und gewann 1971 die sowjetische griechisch-römische Meisterschaft im Mittelgewicht im Junioren-Ringkampf.

Slavin wurde allgemein als Israels größte Medaillenhoffnung angesehen. Dies trotz der Tatsache, dass Slavin 18 Jahre alt war und an seinem ersten internationalen Wettbewerb teilnahm und erst vier Monate vor den Spielen nach Israel gezogen war. Er sollte an dem Tag sein olympisches Debüt geben, an dem die Terroristen das olympische Dorf stürmten.

Slavin ist in Tel Aviv begraben.

Andre Spitzer

Andre Spitzer

Fechtmeister und Trainer

Geboren am 4. Juli 1945 in Timisoara, Rumänien

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Hinterließ seine Frau Ankie und eine Tochter.

Als Kind von Holocaust-Überlebenden zog Spitzers Familie nach Israel, als er noch ein Junge war. Er diente in der israelischen Luftwaffe und lernte Fechten an der Nationalen Sportakademie in Israel. Er setzte seine Fechtausbildung in den Niederlanden fort, wo er seine Frau Ankie kennenlernte. 1971 kehrten die Spitzers nach Israel zurück, wo Andre der beste Fechtlehrer des Landes wurde. Es war Spitzers Witwe, Ankie, die zusammen mit Ilana Romano den Kampf für eine Schweigeminute bei den Olympischen Spielen anführte.

Amitzur Shapira

Amitzur Shapira

Leichtathletik-Trainer

Geboren am 9. Juli 1932, Tel Aviv, Mandat Palästina

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Shapira war einer der herausragenden Sprinter der 1950er Jahre und erwarb 1952 den Abschluss als Sportlehrer und wurde gleichzeitig  Leichtathletik-Trainer. Shapira widmete seine Zeit und Bemühungen dem Sport und half die jüngere Generation Stars der Leichtathletik zu betreuen.

Viele Jahre lang war er auch Lehrer und Erzieher am Beit Midrash des Wingate Institute.

AP gibt Hamas-Definition von „gewaltfrei“ preis

29. April 2018

Simon Plosker, HonestReporting, 26. April 2018

Associated Press könnte wegen seiner Story über die anscheinende Begrüßung von „Gewaltfreiheit“ Anerkennung verdienen, aber hat die Nachrichtenagentur überhaupt erkannt, welche alternative Realität seine Journalisten aufgedeckt haben?

Die Story beginnt folgendermaßen:

In einem Sit-in-Zelt nahe der Gaza-Grenze zu Israel beantwortete ein Lehrender Fragen von Aktivisten, die mit dem Konzept der gewaltfreien Proteste zu kämpfen haben.

Sie fragten, was erlaubt ist und führten unterschiedliche Aktionen au. Steine werfen und Kundgebungen veranstalten ist erlaubt, sagte er. Brandsätze zu werfen ist ein „Vielleicht“ und Messer einzusetzen ist ein definitives „Nein“.

Es erscheint also so, als ob alles, das keine Selbstmord-Bombenanschläge, Raketenangriffe, Schüsse oder Stechen involviert, jetzt von der Hamas und palästinensischen Aktivisten als „gewaltfrei“ eingestuft wird.

Das Oxford English Dictionary definiert Gewalt als ein Verhalten, als physische Stärke, die darauf abzielt jemanden oder etwas zu verletzen, zu schädigen oder zu töten.

Es definiert sie auch als ungesetzliche Ausübung physischer Kraft oder Einschüchterung durch die Zurschaustellung solcher Kraft.

Bei beiden dieser Definitionen würde Steine oder Brandsätze zu werfen als Gewalttat betrachet. In jeder zivilisierten Gesellschaft würde dieses Tun sowohl inakzeptabel als auch gesetzwidrig sein.

Warum haben dann die Medien die Hamas-Definition von Gewaltlosigkeit übernommen, die Palästinensern einfach erlaubt vom Lexikon als Gewalttaten definiere Taten zu verüben, wenn sie ohne die Unterstützung einer Schusswaffe oder eines Messer ausgeübt werden.

AP gibt an:

Die Hamas hat den Druck auf Israel aufrecht erhalten, indem sie zumindest eine Begrüßung von Gewaltfreiheit „telegrafieren“. Der oberste Chef Ismail Haniyeh zum Beispiel sprach vor dem Hintergrund von Poster solcher Ikonen wie Nelson Mandela dn Martin Luther King.

Die AP erwähnt nicht, dass dieser Hintergrund an Postern auch Gandhi einschloss.

Hamas-Chef Ismail Haniyeh hält eine Rede unter den Antlitzen von Ghandi, King und Mandela. Enn er tatsächlich ihrem Vorbild folgen würde, würde seie Terrororganisation sich entwaffnen – für das allgemeine Wohl aller Gazaner.

Mandela und seine Partei ANC wandten im Kampf gegen die Apartheid Südafrikas Gewalt an, aber es ist sowohl für Gandhi als auch für Martin Luther King eine Beleidigung, wenn die Hamas irgendeinen Vergleich zwischen sich und den Vertretern echter Gewaltlosigkeit zieht.

Gemäß des Martin Luther King Jr. Research and Education Institute an der Standford University hatte Kings Vorstellung von Gewaltlosigkeit sechs Schlüsselprinzipien, darunter:

  • Man kann dem Bösen Widerstand leisten ohne zu Gewalt Zuflucht zu nehmen.
  • Gewaltlosigkeit strebt an die „Freundschaft und Verständnis“ des Gegners zu gewinnen, nicht ihn zu demütigen.
  • Diejenigen, die sich der Gewaltlosigkeit verschrieben haben, müssen bereit sein ohne Vergeltung zu leiden, weil Leiden selbst erlösend sein kann.
  • Der Widerstand Leistende sollte von Liebe im Sinn von „Verständnis“ oder „gutem Willen für alle Menschen“ motiviert sein.

Klingt das wirklich wie die Hamas-Definition von gewaltfreiem Protest?

So sieht die Realität der Proteste an der Gaza-Grenze aus:

Warum ist es gewaltlos, wenn Palästinenser Steine und Brandbomben werfen, aber jeder andere in jedem anderen Land würde dafür verhaftet und vor Gericht gestellt werden? Ist es die Bigotterie der niedrigen Erwartungen, die die Palästinenser mit viel niedrigeren Standards dessen messen, was gewaltfreie Aktivitäten darstellen?

Warum lassen die Medien der Hamas und den palästinensischen Randalierern durchgehen, wie sie Gewaltlosigkeit definieren?

Die Associated Press hat einen anständigen Artikel geschrieben. Es ist aber so aus, dass die Agentur das nicht zu Ende gebracht und die offensichtlichen Folgerungen gezogen hat: Hamas und Gewaltlosigkeit sind keine im Himmel geschlossene Ehe.

(Bild: freevector.com und Flash90/SlimanKhader, bearbeitet)

Um den Zionismus zu verstehen, lesen Sie Herzl, nicht Mahmud Abbas

8. März 2018

Gastpost, HonestReporting, 8. März 2018

Paul Gross, Mitglied von HonestReportings israelischem Vorstand, ist Senior Fellow am Menachem Begin Heritage Center in Jerusalem; er schreibt und lehrt israelische Geschichte und Politik. Er hat für eine Reihe israelischer, britischer, amerikanischer und kanadischer Publikationen geschrieben. Die hier vertretenen Ansichten sind seine.

2018 begann mit einem seltenen Geschenk des PA-Vorsitzenden Mahmud Abbas an die Fürsprecher Israels. Einer der von den westlichen Medien am weitesten akzeptierten Mythen des Nahen Ostens ist die „Moderatheit“ des PA-Führers. Er wird gewohnheitsmäßig als jemand dargestellt, der engagiert nach Frieden strebt, dessen Versuche einen Deal mit der israelischen „Hardliner“-Regierung (manchmal auch „rechtsextremen“ Regierung) von Benjamin Netanyahu frustriert ist. Egal, dass es sich um einen Mann handelt, der es ablehnt die konzessionswilligste israelische Zweistaatenlösung zu akzeptieren, die aktenkundig ist – die von Ehud Olmert aus dem Jahr 2009; er hat seitdem zweimal von den USA vermittelte Verhandlungen mit Netanyahu verlassen, sogar nachdem Israels „Hardliner“-Premierminister (im ersten Fall) den Siedlungsbau einfror und (im zweiten Fall) palästinensische Terroristen freiließ.

Wie half uns Abbas also zu Beginn dieses Jahres? Nun, in einer langen, mit historischem Unwissen und Verschwörungstheorien vollgestopften Tirade vor dem Zentralrat der PLO lieferte er alle Beweise, die nötig sind, um den Mythos der „Moderatheit“ platzen zu lassen. Die Rede umfasste eine Litanei an Fälschungen, die als „antisemitisch“ bezeichnet wurde – nicht von Netanyahu, sondern von Avi Gabbay, dem Leiter der linken Opposition in der Knesset. Die Liste der Verleumdungen beinhaltete eine Leugnung der jüdischen Verbindung zu Jerusalem; ein kindischer Versuch eines historischen Übertreffens, indem er behauptete die Palästinenser seien die Nachkommen der biblischen Kanaaniter; und das falsche, unglaubhafte „Wann haben wir je Verhandlungen abgelehnt?“ (Jeder Einzelne frustrierte israelische und amerikanische Unterhändler könnte ihm eine Liste mit den Daten liefern.)

Und dann war da noch das: Ein kurzer Verweis au Theodor Herzls  prägenden Besuch in Palästina ganz am Ende des 19. Jahrhunderts:

Als Herzl in Palästina ankam, sag er Menschen, menschliche Wesen, Bürger. Also sagte er: „Wir sollten die Palästinenser aus Palästina tilgen, so dass es ei land ohne ein Volk für ein Volk ohne Land wird.“

Prof. Shlomo Avineri

Das fiel mir aus zwei Gründen als wichtig auf. Einer war ein zeitlicher Zufall: Ich hatte gerade eine großartige Biographie Herzls ausgelesen, die der gefeierte israelische Professor Shlomo Avineri schrieb. Anders als Abbas ist Avineri ein Experte für Zionismus und ein ernstzunehmender Akademiker. (Dr. Mahmud Abbas‘ Doktorarbeit argumentiert, dass die Zionisten die Zahl der Opfer des Holocaust übertrieben und mit den Nazis kollaborierten.)

Avineri widmet ein Kapitel seines Buches Herzls utopischem Roman Alteneuland, seiner Schilderung des jüdischen Staates, den die zionistische Bewegung schaffen würde. In seinem erdachten Gemeinwesen lebten Araber als gleichberechtigte Bürger. Fakt ist: Der Bösewicht in seinem Roman ist ein rassistischer jüdischer Wahlkandidat, der glaubt Nichtjuden sollte das Wahlrecht verweigert werden. Er verliert die Wahl gegen einen Kandidaten, der mit einem Wahlprogramm gleicher Rechte für alle Bürger antrat.

So viel zu Herzl als ethnischem Säuberer.

Herzls Zionismus betrachtete die Araber Palästinas „als Gleichberechtigte, Partner der Staatsbürgerschaft, die in die öffentlichen Institutionen der Gesellschaft wählen und gewählt werden“ Eine Vision, die Realität wurde, als 1948 das echte „Altneuland“, der Staat Israel, gegründet wurde, bei dem für seine nichtjüdischen Bürger die gleichen Rechte verankert wurden.

Der zweite Grund für Abbas‘ Verleumdung von Herzl ist wegen seiner folgen und den Auswirkungen dieser Folgen wichtig. Die Behauptung, dass Herzl – und daher der Zionismus von Anbeginn an – rassistisch, imperialistisch und brutal war, ist die Grundlage eines Großteils der antiisraelischen Propaganda, der wir uns in den Medien, an Universitäten und anderen Orten gegenüber sehen. Obwohl die UNO schließlich ihre abscheuliche Resolution „Zionismus ist Rassismus“ von 1975 widerrief, bleibt der Zionismus ein schmutziges Wort in linken Kreisen der gesamten westlichen Welt.

Der israelische Botschafter Chaim Herzog zerreißt eine Kopie der Resolution 3379 der UNO-Vollversammlung, die 1975 den Zionismus als „eine Form des Rassismus und der Rassendiskrimineirung“ bezeichnete.

Noch bösartiger macht dieses Narrativ, dass es die breitere Diskussion über Israel infiziert. Jedes Land handelt manchmal  auf Weisen die Kritik der internationalen Medien anzieht; aber nur bei Israel wird wegen umstrittener Politik seine Legitimität als Saat in Frage gestellt. Der Zionismus, die Gründungsideologie des Staates, ist moralisch verunreinigt worden; deshalb steht Israel ständig „auf Bewährung“.

Wir können die giftigen Ergebnisse davon in zahllosen Nachrichtenmeldungen zum Konflikt mit den Palästinensern sehen. Israel vermeintliche Makel und Fehler werden hervorgehoben, aber nicht die der Palästinenser. Siedlungsbau macht Schlagzeilen, aber nicht die Aufstachelung der Palästinenser zu Terror. Die Palästinenser sind hilflose Opfer, en unterdrücktes Volk, nicht verantwortlich für ihr Tun; Auf Schritt und Tritt bevormundet und verhätschelt, egal, welche Gewalttaten sie verüben – und egal, dass ihre Armut und Verzweiflung genauso sehr das Ergebnis der Korruption und Kriminalität der PA ist wie die israelischer Politik.

Das ist das Narrativ, hier ist die Wirklichkeit. Schon von Anfang an stellte die Zionistische Bewegung sich ein demokratisches Israel vor. Israel wurde 1948 als Demokratie gegründet, zu einer Ziet, in der es nicht mehr als auf dem Planeten etwa zwanzig Demokratien gab. Und anders als die meisten anderen neuen Staaten, die in dieser Epoche der Staatsgründungen nach dem Zusammenbruch der europäischen Länder aufkamen, ist es vom ersten Tag bis heute ein Demokratie gelieben.

Israel ist eine militärische Supermacht geworden, aber das hat nichts mit irgendeinem inhärent zionistisch-militaristischen Komplex zu tun. Israel hat mehrere Kriege gegen Staaten und  in jüngerer Zeit gegen Terrororganisationen geführt, die ausdrücklich seiner Auslöschung dienten. Israel hat heute die Hamas an einer seiner Grenzen, die Hisbollah an einer anderen und die vom Iran beherrschten Ruinen dessen, was einmal Syrien war, an einer dritten. Jeder dieser ärgerlichen Nachbarn betrachtet die Vernichtung Israels als religiöses Gebot. Wenn der einzige Weg einen Feind zu beschwichtigen darin besteht Selbstmord zu begehen, ist in dieser Lage die Peitsche nötig, nicht das Zuckerbrot, außerdem militärische Macht und die Bereitschaft sie einzusetzen.

Ich werde mit einer weiteren aktuellen Nachricht schließen – einer, die weit weniger Berichterstattung anzog als die Rede von Abbas. Das war die Offenbarung, dass der Militärgeheimdienst der israelischen Verteidigungskräfte letzte Sommer geholfen hatte einen ISIS-Terroranschlag auf ein australisches Passagierflugzeug zu vereiteln. Europäische Länder, die so regelmäßig Israel mit dem diplomatischen Finger drohen, haben Geheimdienste, die über alle Maßen dankbar für die Hilfe sind, die sie vom Mossad und der IDF bei der Vereitelung von Terroranschlägen erhalten. Im heutigen globalen Konflikt zwischen freien und offenen Gesellschaften einerseits und islamistischen Terroristen und den sie sponsernden Staaten andererseits. Israel steht nicht nur auf der richtigen Seite des Kampfes, sondern es führt ihn an. Derweil hat unser „friedliebender“ Freund Mahmud Abbas gerade erst die jährlichen Zahlungen an die Familien palästinensischer Terroristen auf $403 Millionen erhöht; das sind sieben Prozent des Budgets des PA-Haushalts.

Abbas und weitere Propagandisten werden weiter Lügen und Desinformation verbreiten und ein viel zu große Teil der Welt wird das weiterhin komplett schlucken. Israel, das sich seinem 70. Geburtstag nähert, wird weiter tun, was es tun muss um zu überlebe und als jüdischer und demokratischer Staat zu gedeihen, von dem Theordor Herzl nur träumen konnte.

(Bilder: Abbas von Flash90, Avineri via YouTube/TheJerusalemCenter; Herzog via Youtube/IsraelArchives)

Balfour-Erklärung: Kriegserklärung der Hasser

21. Oktober 2017

Simon Plosker, HonestReporting, 18. Oktober 2017

Am 2. November 2017 ist der 100. Jahrestag der Balfour-Erklärung, der von der britischen Regierung im Ersten Weltkrieg abgegebenen öffentlichen Erklärung. Außenminister Arthur Balfour schrieb an Lord Walter Rothschild und verkündete die Unterstützung der Gründung einer „nationalen Heimstatt für das jüdische Volk“ in einem Bereich, an dem damals die Region Palästina des osmanischen Reichs war. (Über die Geschichte der Balfour-Erklärung können Sie hier mehr lesen.)

Heute bereitet sich die britische Regierung auf das offizielle Gedenken des Jahrestags vor und der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hat seine Teilnahme an den Feierlichkeiten in Großbritannien zugesagt.

Lord Rothschilds Nachkomme Jacob Rothschild schreibt in der Times of London (Paywall):

Dass ein solcher Brief im Namen der britischen Regierung geschrieben wurde, ist sicherlich eines der überraschendsten und unwahrscheinlichsten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit; nach 3.000 Jahren Zivilisation und 2.000 Jahren Verfolgung sollten die Juden in Palästina eine Heimstatt erhalten, die der Grundstein für den Staat Israel bot. Mein Vorfahr, Lord Rothschild, an den der Brief adressiert war, schrieb ihn als „den wichtigsten Moment in der jüdischen Geschichte der letzten 1.800 Jahre“. Chaim Weizmann, der erste Präsident Israels, beschrieb ihn als „die Magna Charta der jüdischen Befreiung“. Großbritannien hatte den Juden die erste externe Anerkennung ihres Rechts auf eine nationale Wiederbelebung im Land ihrer Väter gegeben.

Die Sicht der Israelhasser und einiger anderer Medien sieht jedoch entschieden weniger positiv aus, da sie für den Jahrestag der Balfour-Erklärung einen Gang höher schalten.

Ian Black vom Guardian veröffentlicht einen längeren Artikel, kann aber nicht verbergen, wo seine Sympathien liegen:

Diese Zusage von 1917 – der Nachwelt als Balfour-Erklärung bekannt – hatte für den Nahen Osten und die Welt fatale Folgen. Sie ebnete den Weg für die Gründung Israels im Jahr 1948 und für die spätere Niederlage und Zerstreuung der Palästinenser – was der Grund ist, dass ihr 100-jähriges nächsten Monat das Thema aufgebrachter Auseinandersetzungen ist.

Statt zu sehen, dass die Balfour-Erklärung eine Verpflichtung zu jüdischer Selbstbestimmung ist, formuliert es Black sie als Ursprung eines Konflikts und dem Ende der Bestrebungen der Palästinenser.

In Wirklichkeit war es nicht die Balfour-Erklärung, die die Lage der heutigen Palästinenser oder gar der Palästinenser von 1948 herbeiführte. Palästinensische und arabische Verweigerung hat alle Versuche im Verlauf der Jahre hintertrieben eine einvernehmliche Vereinbarung zu treffen, die einen Palästinenserstaat Seite an Seite mit einem jüdischen gesehen haben könnte.

Black schreibt zudem:

Der Kampf um Balfour hat viel mit anderen Auseinandersetzungen übe historische Rechtfertigung oder Wiedergutmachung für Missstände der Vergangenheit gemein. Es Er könnte an der Seite jüngeren Streits über die Statue von Cecil Rhodes in Oxford und Kapstadt und Denkmäler für Konföderierte in den USA gesehen werden, Entschädigung für britische Misshandlung der Mau-Mau-Rebellen in Kenia und französische Wiedergutmachung für Gräuel in Algerien. Aber mit dem Thema Israel-Palästina ist weit schwerer umzugehen. Seine Vergangenheit ist nicht ein anderes Land. Wahrheit und Aussöhnung, ganz zu schweigen von einem Ende, sind weit entfernte Fantasien. Anders als Sklaverei, Apartheid,  die irische Hungersnot und westlicher Kolonialismus – alles zumindest formell auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen – zeigt der arabisch-jüdische Konflikt zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan keine Zeichen des Nachlassens. Stattdessen bleibt er so bitter wie schon immer, stecken geblieben in einem explosiven Status quo nicht endender Besatzung und politischer Sackgasse.

Wieder verbindet Black die Balfour-Erklärung mit dem, was er als historischen Fehler oder Verbrechen betrachtet, besonders einen der kolonialistischen Variante. Es ist unmöglich die Unterstützung der britischen Regierung für den Zionismus innerhalb des Kontextes der Zeit nachzuempfinden. Die Balfour-Erklärung steht allerdings nicht als Versuch heraus einem indigenen Volk Kolonialismus aufzubürden, sondern einem Volk, das mehr als 3.000 Jahre eine vertraute historische, kulturelle und religiöse Verbindung zum Land hat, nationale Selbstbestimmung zu schenken.

Was Black und der Guardian in dieses Narrativ anzapft, das auf die Delegitimierung schon der bloßen Existenz Israels abzielt, indem es mit einer „Ursünde“ in Verbindung gebracht wird.

C.P. Scott in 1919 (via Wikimedia Commons)

Vielleicht versucht Black die positive Rolle seiner eigenen Zeitung bei der Balfour-Erklärung abzumildern, die angesichts der gegenwärtigen Verachtung des Guardians für Israel ziemlich ironisch ist. Dr. Azriel Bermant beschreibt Chaim Weizmanns Freundschaft mit C.P. Scott, dem Herausgeber des Manchester Guardian (später The Guardian):

Weizmanns Beziehung zu Scott war bei der Sicherstellung der Unterstützung des Guardian für die zionistischen Ziele in den Monaten vor der Balfour-Erklärung unverzichtbar. Im Juli 1929 schrieb Isidor Sandler von der Manchester Zionist Association aus Anlass der Ausscheidens von Scott als Herausgeber an ihn, wobei er Dankbarkeit „für den großen Anteil“ zum Ausdruck brachte, „die Sie an der Verkündigung der inzwischen berühmten Balfour-Erklärung haben…“ Scotts Antwort an Sandler war entschieden: „Vom ersten Tag, an dem ich das zionistische Projekt mit meinem alten Freund Dr. Weizmann diskutierte, war ich von seinem Wert nicht nur für das jüdische Volk, sondern auch für andere Nationen als Verbindungsglied zwischen Ost und West überzeugt.“

DIREKT AUS ERSTER HAND

Manuel Hassassian

Zurück ins Heute: Wer anders als Manuel Hassassian, dem offiziellen palästinensischen Repräsentanten in Großbritannien, könnte in einem Text aus dem Guardian besser klar machen, worum es in dieser Kampagne gegen die Balfour-Erklärung wirklich geht:

Es hat eine 100 Jahre dauerndes Vertuschen der Verbrechen Israels gegeben: seine ethnische Säuberung der palästinensischen Bevölkerung 1948; sein erbarmungslosen Jahre der Aggression und aktuelle brutale Besatzung.

Wenn man bedenkt, dass Israel erst fast 70 der 100 Jahre existiert, auf die Hassassian verweist, dann scheint es so, als ob es in der Sache weniger um einen territorialen Streit geht, der 1947/48 entstand, sondern alles mit palästinensischer Verweigerung jüdischer Rechte, die weit vor die eigentliche Gründung des Staates Israel zurückreichen.

Letztlich sind die Kampagne gegen die Balfour-Erklärung und Forderungen nach einer Entschuldigung der britischen Regierung (die kategorisch abgelehnt worden ist) schlicht Teil einer breiter angelegten Delegitimierungskampagne gegen Israel. Dieser neueste Fokus auf Balfour 100 wird zweifelsohne in den kommenden Wochen zunehmen.

(Bildquelle: Public domain via Wikimedia Commons mit Ergänzungen durch HonestReporting.)

Die Fatah reißt sich einen peinlichen Cartoon des Sydney Morning Herald unter den Nagel

9. November 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 23.09.2016  (übersetzt von Cora)

Soweit ist die palästinensische Hetze inzwischen gekommen: Die Fatah, regierende Partei der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israels Friedenspartner, postete einen weiteren hetzerischen Cartoon. (Danke an Palestinian Media Watch).

Es zeigt viele der klassischen antisemitischen Stereotypen: Ein langnasiger Jude mit Käppchen, eine Fernbedienung haltend, beobachtet eine massive Explosion, die Gaza zerreißt, während er in einem bequemen Sessel sitzt, der mit einem Davidsstern verziert ist.

Man kann sogar ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht des Mannes erkennen.

Was diesen Cartoon bersonders interessant macht, ist, dass dieses Bild ursprünglich im Sydney Morning Herald während des Gaza-Krieges 2014 veröffentlicht wurde, um eine gleichermaßen giftige Kolumne von Mike Carlton zu illustrieren. (Der SMH entließ wenig später Carlton aufgrund seiner beleidigenden Kommentare gegenüber jenen Lesern, die darauf reagierten.)

Der Cartoonist Glen LeLievre versuchte den Antisemitismus seiner Illustration wegzuerklären:

„Das Bild ist ein Kommentar zu jenen, die das Leid anderer in einen Spaß für Gaffer machen. Ganz so, als wenn sie im Wohnzimmer einer Schow zuschauen.“

Doch der Sydney Morning Herald entschuldigte sich, entfernte den Cartoon und erklärte:

„Der Herald bedauert zutiefst die Verärgerung, die dieses Bild ausgelöst hat. Wir waren der Ansicht, dass keinerlei rassistische Verunglimpfung vorläge, nicht zuletzt deshalb, weil der Zeichner keinerlei Absicht dahingehend hatte und aktuelle Fotos die Umgebung und physische Darstellung des Charakters im Cartoon ihn beinflußt hätten.

Allerdings akzeptiert die Zeitung, dass diese Ansicht zu einfach war und dass sie die Nutzung religiöser Symbole übersehen hat.

Der Herald versteht nun, dass durch die Nutzung des Davidssterns und der Kippah im Cartoon die Zeitung in unangemessener Weise ein Element einer Religion beziehungsweise eines Staates benutzt wurde und damit ein großer Fehler in der Beurteilung gemacht wurde.

Es war falsch, dieses Bild in dieser Art und Weise zu veröffentlichen.

Die Fatah scheint LeLievres Erklärung vorzuziehen.

Antisemitische Bilder wie dieses haben im Internet ein langes Leben, normalerweise in den dunklen Ecken des weltweiten Netzes. Daher haben die Herausgeber der allgemeinen Presse eine besondere Verantwortung solchen antisemitischen Bildern nicht auch noch zur Legitimierung und Verbreitung zu verhelfen.

LeLievre und der Sydney Morning Herald haben sie während der Operation `Protecting Edge´in die Welt gesetzt. Die Fatah benutzte sie nur als probates Mittel.

Voreingenommenheit #6: Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen

9. September 2016

Teil 6 einer achtteiligen Serie über die acht Kategorien von Medien-Voreingenommenheit.

Verletzung #6
Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen

Medienberichte führen oft Fakten ins Feld, aus denen sie falsche Schlussfolgerungen ziehen

Selbst wenn alle Fakten stimmen, ist es Journalisten immer noch möglich, falsche Schlüsse zu ziehen. Irren ist menschlich, richtig?

In diesem Video diskutieren Haviv Rettig Gur von der Times of Israel und Michelle Chabin von USA Today und anderen Blättern mit HonestReporting darüber, wie Reporter Fakten einsetzen können, um falsche Schlüsse zu ziehen:

APlogoBEISPIEL: Als Premierminister Benjamin Netanyahu im März 2015 wiedergewählt wurde, machte der Associated-Press-Reporter Dan Perry abfällige Bemerkungen über die Resultate, weil Palästinenser nicht wählen durften.

Doch unter den Israelis gibt es die zunehmende Angst vor der Tatsache, dass ihr aus 8 Mio. Menschen bestehendes Land auch um die 2,5 Mio. Palästinenser im Westjordanland kontrolliert, die kein Stimmrecht für ihr Parlament haben.

Fügt man der Gleichung die 2 Mio. Palästinenser im Gazastreifen hinzu, einem indirekt von Israel dominierten Gebiet, dann wäre das Heilige Land zusammen mit den 2 Mio. arabischen Bürgern Israels Heimat einer Bevölkerung von um die 12 Millionen Menschen, gleichmäßig aufgeteilt in Araber und Juden.

Von den Arabern hat nur ein Drittel Stimmrecht. Das sind die „israelischen Araber“, die in den Gebieten leben, die im israelischen Unabhängigkeitskrieg, der die Grenzen des Landes festlegte, zum Land Israel geworden sind.

Die Fakten sind absolut zutreffend: Palästinenser im Westjordanland sind keine israelischen Staatsbürger und können bei Wahlen in Israel nicht wählen. Das bedeutet aber nicht, dass Israel ihnen das Wahlrecht entzogen hätte.

Der Grund, warum die bei der Palästinensischen Autonomiebehörde lebenden Palästinenser nicht wählen, ist, weil sie bei Wahlen der Palästinensischen Autonomiebehörde ihre eigenen Führer wählen. Seit 2006 haben sie dies allerdings nicht mehr getan; für 2010 angesetzte Wahlen wurden wegen der Fehde zwischen Hamas und Fatah niemals abgehalten, aber das ist ein internes palästinensisches Problem.

BEISPIEL: Während Operation Wolkensäule im Jahr 2012 sagten Kritiker, Israels Raketenabwehrsystem Eiserne Kuppel sei so erfolgreich, dass es Militäreinsätze der IDF unnötig und unverhältnismäßig mache. Ein Beispiel hierfür war ein Tweet von Anthony De Rosa, damals ein Social-Media-Redakteur für Reuters. Die Antwort eines Lesers beendete diese Konversation schlagartig.

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BEISPIEL: Die Behauptung von Menschen wie dem BBC-Reporter Jeremy Bowen oder dem politischen Kommentator Peter Beinart, Israel „besetze“ Gaza. Der Gedanke hinter dieser Behauptung ist, dass Israel (und Ägypten) die Land- und Seegrenzen des Gazastreifens sowie auch dessen Luftraum kontrollieren. Aber ein genauerer Blick auf die Logik hinter den Argumenten zeigt, dass Israel Gaza nicht besetzt hält.

Beim Abzug aus Gaza im Jahr 2005 brach Israel alle Siedlungen ab, evakuierte alle Siedler und zog alle IDF-Soldaten aus dem Gazastreifen ab. Die Blockade erfolgte zwei Jahre später, und zwar als Antwort auf die gewaltsame Machtübernahme der Hamas.

Grenzcheckpoints sind keine Funktion einer „Besatzung“, und Militäreinsätze entsprechen dem Selbstverteidigungsrecht gegen feindliche Terrorhandlungen. Was Gazas Luftraum betrifft, so haben international sanktionierte Koalitionen Flugverbotszonen in Bosnien und Herzegowina, Iraq und Libyen beschlossen, ohne dass es zu irgendwelchen Rechtsfragen über „Besatzung“ gekommen wäre. Ebensowenig gab es Behauptungen, die USA habe Kuba „besetzt“, als sie die Insel während der Kubakrise 1962 blockierte.

Nächsten Monat folgt das nächste Kapitel dieser Reihe: „Verzerrung von Tatsachen: Fakten werden als falsch dargestellt.“

„Red Lines: The Eight Categories of Media Bias“ ist auf Amazon als E-Book erhältlich.

Susiya: Medien ignorieren Rechtsgrundsätze für palästinensisches „Menschenrechts“-Narrativ

5. September 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 30. August 2016

Nichts passt besser in das Gerüst der Medien zum israelisch-palästinensischen Konflikt als angeblich verarmte Palästinenser, die ihre Häuser und Grundbesitz gegen IDF-Bulldozer verteidigen, die geschickt werden, um sie von „ihrem Land“ zu räumen. Geben Sie eine benachbarte jüdische Siedlung in die Mixtur, dazu etwas Kritik der internationalen Gemeinschaft und Sie bekommen den perfekten Sturm.

Selbst bewaffnet mit Tatsachen, die seinen Fall stützen, kann Israel in den Augen der Medien fast nie gewinnen, in denen emotionaler Einfluss immer über kalte, harte Fakten triumphiert. Deshalb wird ein Foto einer alten Palästinenserin oder eines kleinen Kindes neben dem Schutt dessen, was ihr Haus gewesen sein soll, sich immer gegen ein israelisches Gerichtsdokument durchsetzen, das dieses Haus als illegal gebaut erweist.

In jeder Hinsicht schlägt das Rahmenwerk und die Sprache der „Menschenrechte“ die Rechtstaatlichkeit. Und wenn man glaubt, dass Israels Kontrolle über irgendeinen Teil von Judäa und Samaria/die Westbank illegal oder illegitim ist, dann wird Rechtstaatlichkeit irrelevant.

Die Palästinenser und die sogenannten Menschenrechtsorganisationen kennen die Wirkung von negativer Publicity für Israel und den Schaden, der durch Geschichten wie die des palästinensischen Dorfes Susiya angerichtet werden kann, wie ihn die Washington Post und ein Leitartikel eines UNO-Offiziellen im Guardian darboten.

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Die Washington Post bereitet die Bühne:

Das Nest in den Bergen südlich von Hebron ist ein unwahrscheinlicher Vertreter eines kalten Krieges geworden, der zwischen jüdischen Siedlern, der israelischen Regierung, westlichen Diplomaten, Friedensaktivisten und den etwa 340 arabischen Hirten geführt wird, die einst Höhlen vor Ort bewohnten und jetzt in verwahrlosten Zelten leben.

Israels Militärverwaltung in der Westbank will die palästinensische Gemeinde abreißen; sie argumentiert, dass die maroden Gebäude aus alten Reifen und verwitterten Zeltbahnen ohne Genehmigung errichtet wurden und weg müssen.

Die palästinensischen Einwohner bestehen darauf, dass sie keine Landbesetzer sind, sondern die Erben des Landes, das sie seit der Osmanenzeit beackert haben und auf dem sie ihre Tiere grasen ließen.

Sie sagen, Israel wolle die Gegend von Arabern entvölkern und sie durch Juden ersetzen.

Leilani Farha von der UNO ist in der Lage das Thema im Guardian zu präsentieren:

Wenn politisches Handeln entsetzliche menschenrechtliche Ergebnisse hat, dann muss das als Menschenrechtsfrage behandelt werden. Für palästinensische Beduinen- und Hirten-Gemeinschaften ist die Verletzung der Rechte auf angemessene Wohnverhältnisse und Freiheit von Obdachlosigkeit sowie deren schwerwiegenden Auswirkungen eine tagtägliche Bedrohung und eine gemeinsame Realität, ohne ein Ende in Sicht und ohne Zugang zu effektiven Ressourcen oder Abhilfe.

Ist es tatsächlich so einfach?

Das US-Außenministerium ist inzwischen ebenfalls involviert, was einen Brief von Betzalel Smotrich, den stellvertretenden Knesset-Präsidenten veranlasste, der einige wichtige Punkte anführte:

Zur Kenntnisnahme: Hier sind die wahren Fakten zu dieser Fragte, die den Lügen und Halbwahrheiten ein Ende bereiten sollten, die von verschiedenen Seiten (sowohl innerhalb Israels als auch im Ausland) verbreitet werden, um den Staat Israel und das israelische Rechtssystem zu diskreditieren.

  1. An allererster Stelle muss klargestellt werden, dass die Behauptung, dies beziehe sich auf ein arabisches Dorf, das seit hunderten Jahren oder auch nur seit Jahrzehnten besteht, schlicht und einfach eine glatte Lüge ist. Luftbilder belegen, dass an der Stelle, wo sich der derzeitige illegale Lagerplatz befindet, vor dem Jahre 2000 abgesehen von 4 bis 5 Bauwerken, die dort in den späten Neunzigern gebaut wurde, keinerlei Siedlung bestand.
  2. Heute gehören zu dem Lager mehr als 64 illegale Bauten, von denen mehr als 54 von 2011 bis 2013 errichtet wurden. Es ist jeder gesetzestreuen Person klar, dass dies einen Skandal darstellt.
  3. Noch unerhörter ist, das es zusätzlich zu illegaler Bautätigkeit 2013 eine einstweilige Verfügung des Obersten Gerichtshofs Israels gab, der diese illegale Bautätigkeit an diesem Ort verbot; darin wurde eindeutig festgehalten, dass es verboten ist irgendeine weitere illegale Baumaßnahmen durchzuführen. Nachdem die Verfügung erlassen wurde, wurden mehr als 30 weitere illegale Bauten errichtet, was mehr als die Hälfte der Gesamtzahl der Bauten in dem Lager entspricht; alles in direkter Verletzung der bestehenden Verfügung des Obersten Gerichtshofs Israels.
  4. Faktisch ist dies ein Landraub der Familie Nuwajah aus der Stadt Yatta, die Land besetzt, das ihr nie gehörte; sie ignoriert das Recht und errichtet illegale Gebäude entgegen Verwaltungsanordnungen, die von der Zivilverwaltung gegen sie erlassen wurde, sowie die ausdrücklichen gegen sie ausgegebenen Anweisungen des Obersten Gerichtshofs Israels.
  5. Eine Prüfung des Bevölkerungsregisters der Zivilverwaltung deckte auf, dass die Mehrheit der Familienmitglieder in dem illegalen Lager Häuser in der Stadt Yatta besitzt – das heißt, statt von langjähriger Vertreibung von Menschen von ihrem Land zu reden, ist dies die Entfernung von illegalen Landbesetzern.
  6. Die Ankündigung des [US-] Außenministeriums forderte auf Besorgnis erregende Weise vom Staat Israel einen Dialog mit den illegalen Bewohnern des Lagers aus humanitären Gründen. Dies wurde trotz der Tatsache erklärt, dass der Staat Israel infolge äußerster Nachsicht und humanitärer Bedenken sowie der Tatsache, dass diese Familien Häuser haben, zustimmte den Einwohnern des Lagers im Tausch ein Gebiet auf Staatsland in der Area C direkt angrenzend an die Stadt Yatta zuzuteilen.

Aber was ist überzeugender – der trockene Rechtsfall und der Status der Area C unter voller israelischer Zivil- und Militärkontrolle, wie sie im Oslo-Prozess vereinbart wurde oder eine Geschichte, dass israelische Soldaten und Siedler arme Beduinen aus ihren Häusern vertreiben?

Leider kennen wir die Antwort bereits. Das macht es aber nicht richtiger.

Der alternative Gaza-Führer

25. Juli 2016

Emily Gian, HonestReporting, 20. Juli 2016

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Dieser Gastbeitrag stammt von Emily Gian, Medien- und Advokatur-Direktorin der Zionist Federation of Australia.

Am Dienstag, den 12. Juli brachte der australische Sender SBS einen Dateline-Beitrag mit dem Titel „Der Gaza-Überlebensführer„. Der Werbetext für den Beitrag lautete: „Laut der UN wird Gaza im Jahr 2020 unbewohnbar sein. Der Alltag ist bereits jetzt ein Kampf um Nahrung und Unterkunft, aber Dateline findet die Menschen, die dem Überlebenskampf Innovation und Inspiration verleihen.“

Ich war also gespannt zu sehen, welche Art Innovation in Gaza einfloss, da wir ja ständig Negatives über dieses Gebiet zu hören kriegen; ich begrüßte die Aussicht auf einen Bericht darüber, wie die Gaza-Bewohner die von ihnen bewohnte Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Leider versagte die Doku in diesem Punkt und brachte vorhersehbarerweise das, was solche Produktionen üblicherweise zum Inhalt haben — das Leid in Gaza entsteht nur durch Israel, nur durch die Blockade und die Kriege, die dem Volk aufgezwungen werden, und daher ist allein und ausschließlich Israel verantwortlich.

Die gesamte Produktion war voller Unrichtigkeiten und Auslassungen, wodurch sie zu einem ganz subtilen Stück Propaganda wurde.

Die Grundprämisse, Gaza sei möglicherweise unbewohnbar, wird nie richtig untersucht. Weder kriegen wir die üppigen Plazas und Einkaufszentren, die Schwimmbäder und Nachtclubs für die Wohlhabenden und den Mittelstand zu sehen, noch wird uns gesagt, dass ein Großteil der von der Hamas angeführten Herrscherklasse jenseits jeglicher Vorstellung wohlhabend ist, während die große Masse im Elend lebt.

Nachrichtenleute, die „liberal“ oder „progressiv“ zu sein behaupten und sich angeblich an ein gebildetes Publikum richten, gehen normalerweise auf solche Ungerechtigkeiten und Missverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft ein, aber nicht wenn es um Gaza geht.

Obwohl die Machtübernahme der Hamas im Jahr 2007 angesprochen wurde (wobei kaum auf das nachfolgende blutige Gemetzel eingegangen wurde), bot der Bericht keinerlei Kontext, wie Gaza überhaupt zu seinem gegenwärtigen Zustand kam. Absolut keine Erwähnung fand der israelische Abzug aus Gaza im Jahr 2005 oder die dreizehneinhalbtausend Raketen, die seither von palästinensischen Terrorgruppen aus Gaza nach Israel abgefeuert wurden und von denen einige eine Reichweite bis hin zu Israels internationalem Flughafen haben.

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Man kann aber schlichtweg nicht über die Kriege mit Israel sprechen, ohne zu erwähnen, warum sie überhaupt geschehen sind.

Wie üblich wurde kaum Federlesen um die Blockade und deren Gründe gemacht noch um die Tatsache, dass Gaza auch zu Ägypten eine Grenze hat und dort ebenfalls eine Blockade besteht, was möglicherweise etwas mit der engen Zusammenarbeit der Hamas mit ISIS in der benachbarten Sinai-Halbinsel zu tun hat…

Warum sieht Israel die Notwendigkeit, die Geschehnisse in und um Gaza genau zu beobachten?

Möglicherweise weil die Hamas jedes Jahr Millionen von Dollar zur Anheizung ihrer Terrorkampagne gegen Israel ausgibt, darunter der Schmuggel von Raketen und anderen Waffen sowie der Tunnelbau. Geld, das in vielen Fällen für die Verbesserung des Schicksals des Volkes eingesetzt werden könnte.

Der Filmemacher wird auf einen Fischfang mit aufs Meer genommen und erwähnt eine 15 km breite Einschlusszone, hinterfragt aber nicht, warum diese aufrechterhalten wird. Vielleicht gäbe es mehr Verständnis hierfür, würde den Zuschauern von den Waffen berichtet, die auf Schiffen gefunden wurden, die nach Gaza fuhren.

HonestReporting ging auf einen wichtigen Punkt ein, der eine Erwähnung wert ist, und beschwerte sich bei SBS. Auf der SBS-Website heißt es zu dem Video:

Die für seine Familie so kostbaren Weidegründe wurden 2009 mit Bulldozern weggeräumt, und nun ist sein Land karg und leer, geschluckt als Teil der tödlichen ‚Pufferzone‘ an der Grenze zu Israel.

Gazas fruchtbarstes Land ist ebenso sein gefährlichstes und wird von automatischen Geschütztürmen überwacht, die Bewegung orten und ohne Warnung schießen.

HonestReporting setzte sich zu dieser Aussage mit der IDF in Verbindung und wurde darüber informiert, dass es keine „automatischen Geschütztürme“ gibt, die „Bewegung orten und ohne Warnung schießen“. Zwar besitzen die Türme Bewegungserkennung, aber es sind Soldaten, denen das Schießen obliegt. Es gibt dort nichts „Automatisches“. Warnschüsse werden in 10 bis 20 Meter Entfernung abgegeben, was den Palästinensern in der Pufferzone ausgiebig Zeit gibt, den Bereich ohne jede weitere Maßnahme zu verlassen. Zudem sind die einzigen Soldaten, die nach der Erlaubnis ihrer Vorgesetzten das Feuer eröffnen dürfen, hochspezialisierte Scharfschützen, die auf die Beine zielen, und zwar exakt aus dem Grund, um Todesopfer zu vermeiden.

COGATAm Ende der Dokumentation wird gesagt, die israelische Regierung verweigere eine Aussage vor der Kamera, und man verweist die Zuschauer auf eine Antwort von COGAT. Diese hinterlistige Methode soll einen Versuch der Ausgewogenheit zeigen, wo in Wirklichkeit keine ist. Sie könnten auf Israels offizielle Antwort in der Doku verweisen, die zeigt, dass Israel Tausende LKWs mit Gütern und Nahrungsmitteln nach Gaza lässt.

Mein Hauptpunkt ist, dass die Produzenten wirklich Leute fanden, die in Gaza großartige Sachen machen, aber statt zur Wurzel des Problems vorzudringen zu versuchen, nahmen sie die faule Option des auf Israel Einprügelns. Natürlich gab es eine beiläufige Erwähnung über die Zurückweisung der zudringlichen Präsenz der Hamas durch viele Leute, aber das scheint mir die wahre Geschichte dabei zu sein — nämlich dass diese großartigen Dinge trotz der Hamas geschehen. Der Beitrag jedoch hinterfragte weder das Hamas-Regime und dessen rassistische Politik gegen Juden noch dessen Drohungen, Israel von der Weltkarte fegen zu wollen.

Hätten die Produzenten wirklich nach einem positiven Ergebnis für die Menschen in Gaza suchen wollen, hätten sie diese Themen bestimmt erforschen wollen.

Als Israel 2005 aus Gaza abzog, hinterließ es eine Infrastruktur, auf welcher die Palästinenser hätten aufbauen können, aber alles wurde von ihnen sofort zerstört. Hamas und andere Gruppen in Gaza haben ebenso wie die antiisraelischen Gruppen außerhalb der Region ein ausgesprochenes Interesse daran, dass das Volk in Gaza weiterhin leidet, und hätte SBS wirklichen Mut, hätte die Story hiervon gehandelt.

Autoramm-Attacken: AFP nennt das überall „Terror“ außer in Israel

19. Juli 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 17. Juli 2016

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UPDATE

Die AFP hat ihre Story überarbeitet. Diese enthält nun folgenden Abschnitt:

In Israel und den Palästinensergebieten gab es einen hohen Anteil von Autoramm-Attacken bei der Gewaltwelle, der seit Oktober letzten Jahres wenigstens 215 Palästinenser, 34 Israelis, zwei Amerikaner, ein Eritreer und ein Sudanese zum Opfer fielen.

Dieses Update ist so problematisch wie der Originalartikel, denn nirgendwo steht, dass die Palästinenser ihre Autos zum Rammen von Israelis und anderen unschuldigen Opfern benutzt haben.

In Wirklichkeit beträgt die Zahl der Israelis, die Autoramm-Attacken gegen Palästinenser verübt haben, null. Aber der Leser erfährt das nicht. Im Gegenteil, die Ausdrucksweise der AFP erweckt den Eindruck, mehr Palästinenser seien von Autoramm-Attacken angezielt worden als Israelis.

Indem nur auf eine abstrakte „Gewaltwelle“ Bezug genommen wird (statt spezifisch auf palästinensische Attacken einzugehen), schafft die AFP ein moralisches Gleichgewicht zwischen palästinensischem Terror und israelischer Verteidigung, etwas, was sie mit keinem anderen Land tun, das in ihrem Artikel erwähnt wird. Warum das zweierlei Maß?

****

Agence France-Presse (AFP), eine der weltgrößten Nachrichtenagenturen, brachte eine Story mit dem Titel „Wenn Fahrzeuge zu Waffen werden„.

Der erste Satz lautet: „Ein Fahrzeug in eine einfache, aber tödliche Terrorwaffe zu verwandeln…“ Das identifiziert sie klar als Terroranschläge, nicht Anschläge von „Militanten“, nicht Anschläge von „Aktivisten“, nicht Anschläge von „Extremisten“ — nein, es heißt Terror, klar und deutlich.

Die AFP zählte eine Reihe von Beispielen aus aller Welt auf: Kanada, England, Schottland und Androhungen ähnlichen Terrors gegen Amerika und Frankreich.

Und was sagte die AFP über Israel, das Land, das nicht weniger als 45 Fahrzeug-Terroranschläge seit September 2015 erlitt?

Kein Wort.

Nehmen wir zum Beispiel diesen Anschlag in Israel, der auf Video aufgezeichnet wurde: Der Terrorist ermordete den 59jährigen Rabbi Yeshayahu Krishevsky. (Warnung: Das Video ist furchtbar anzusehen.)

In der Vergangenheit hat die AFP Fahrzeugterroristen in Israel einfach nur „Angreifer“ genannt, und die Terrorakte selbst hießen bei der AFP nur „Angriffe“.

Hat die AFP etwa ein Problem damit, das Wort „Terror“ in den Mund zu nehmen?

Nein.

Denn laut der AFP sind ideologisch motivierte Fahrzeuganschläge in der ganzen Welt „Terror“ — nur nicht in Israel.

Warum das zweierlei Maß?`

Bild: Yonatan Sindel/Flash90

Palästinensisches Hassfest stärkt die Hamas

18. Juli 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 10. Juli 2016

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Der irische Stückeschreiber und Schauspieler Donal O’Kelly schreibt in der Irish Times: „Warum wir uns an die Toten aus dem Gazastreifen erinnern müssen“. In seinem Meinungsbeitrag mag er den Anschein erwecken, die Palästinenser kümmerten ihn, aber indem er die Fakten außen vor lässt, zeigt er in Wirklichkeit nur, dass er antiisraelisch ist.

Er schreibt über Israels Krieg mit der Hamas im Jahr 2014 und erwähnt die Terrororganisation nicht einmal. Er beschwert sich: „In den meisten Medien wurde das als Konflikt zwischen zwei Seiten dargestellt.“ In seinem Kopf — erkennbar zumindest anhand der Art und Weise seiner Darstellung — existiert keine Hamas, und Israel tötet unschuldige Palästinenser völlig ohne jeden Grund. Irish Artists in Support of Palestine wurde damals ins Leben gerufen, weil: „Dies wird erneut geschehen, falls wir nicht handeln.“

O’Kelly bewirbt das Kunstfestival „PalFest Ireland“, das aus „Solidarität mit den Palästinensern“ veranstaltet wird, und erwähnt Dr. Mads Gilbert als einen der Gäste im letzten Jahr — einen norwegischen Chirurgen am Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza. HonestReporting und andere haben Gilbert bereits als radikal antiisraelischen Propagandisten bloßgestellt, der seine Unterstützung des Terrors unverhohlen äußert, Hamas-Lügen hilft und weiterverbreitet und sagt, die Hamas habe das Gaza-Krankenhaus nie als Militärstützpunkt benutzt — trotz Beweisen für das Gegenteil.

Indem O’Kelly die Rolle der Hamas bei dem Konflikt ignoriert, so wie viele antiisraelische Aktivisten und andere Realitätsverweigerer, stärkt und ermutigt er die Hamas in Wirklichkeit, ihre Taktik weiterzuführen und das falsche Narrativ wahlloser israelischer Angriffe zu verbreiten. Damit kann die Hamas ihr Terror- und Korruptionsregime weiterführen. Man ignoriert Hamas-Terroranschläge auf unschuldige israelische Zivilisten und dass die Hamas Kriege mit Israel provoziert, Kinder aufhetzt und zu ebensolchem Handeln erzieht, das Geld und die Materialien der Menschen in Gaza stiehlt und sie für Terrortunnels und Waffen gebraucht und während eines Konflikts alles Menschenmögliche unternimmt, damit die maximale Anzahl palästinensischer Zivilisten zu Tode kommt.

O’Kelly hat recht damit, dass wir die Toten aus dem Gazastreifen nicht vergessen dürfen. Ebenso dürfen wir nicht vergessen, dass die Hamas für die Opfer verantwortlich ist. Wenn die Hamas dann den nächsten Krieg vom Zaun bricht, muss sie zur Verantwortung gezogen werden. Die Palästinenser leiden sehr unter der Hamas und können nicht einmal negativ über sie sprechen, weil es Vergeltungsmaßnahmen gibt. Wäre O’Kelly wirklich an den Einwohnern des Gazastreifens gelegen, würde er sich gegen die Wurzel ihres Leides stark machen und die Hamas bloßstellen. Wäre ihm an den Gaza-Kindern gelegen, würde er gegen diese Kindesmisshandlung protestieren:

O’Kelly stellt die BDS-Kampagne als „attackiertes“ Opfer dar und sagt: „In Irland wollen wir das Leuchtfeuer des Boykotts am Brennen halten, und zwar durch Kunst.“ Ein Leuchtfeuer ist nicht wirklich das Wort, das man für gewöhnlich mit einer fanatischen Bewegung assoziiert, die den einzigen jüdischen Staat dieser Welt vernichten will. Aber Donal O’Kelly tut das, der seinen Israelhass über jeden Missbrauch und jede Hirnwäsche an palästinensischen Kindern stellt.

APs verworrene Mathematik

17. Juli 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 7. Juli 2016

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KLARSTELLUNG

Eine Quelle bei AP hat bestätigt, dass die Urversion der Story folgenden Satz enthielt: „Etwa 200 Palästinenser, von denen Israel die meisten als Angreifer bezeichnete, wurden im selben Zeitraum getötet.“ Die fett gedruckten Wörter tauchen in der von Sky News Australia überarbeiteten Version nicht auf.

Während die AP-Story noch immer ernste Fragen aufwirft (siehe unten), ist Sky News Australia für das Herauslassen wesentlicher Zusammenhänge verantwortlich.

* * *

In einem Bericht über Israels Antwort auf kürzliche Anschläge setzt die Associated Press die palästinensischen Terroranschläge gewaltig herab. AP schreibt:

Palästinenser haben seit September Dutzende Anschläge verübt und dabei 34 Israelis und zwei auf Besuch befindliche Amerikaner getötet. Etwa 200 Palästinenser wurden im selben Zeitraum getötet.

Wie viele Anschläge haben die Palästinenser in dieser Zeit verübt? Das israelische Außenministerium sagt:

Es gab 155 Messerangriffe (darunter 76 Versuche), 96 mit Schusswaffe, 45 mit Fahrzeug (Ramm-Attacken) und eine Bus-Bombe.

terror-4monthsDas sind insgesamt 297 Anschläge. In der Sprache der AP wären das fast 25 Dutzend.

Zudem scheint AP die palästinensischen Opfer von diesen Anschlägen zu trennen. Der Nachrichtendienst sagt einfach nur, wie viele Palästinenser „im selben Zeitraum“ getötet wurden. Dadurch erweckt AP den Eindruck, Israel handele grob unverhältnismäßig gegenüber unschuldigen Palästinensern — und das ist weit von der Wahrheit entfernt.

Und ein weiterer Satz ohne jeden bedeutungsvollen Kontext scheint die palästinensischen Anschläge sogar zu rechtfertigen. Als Beschreibung der umstrittenen Territorien schreibt AP einfach:

Israel nahm im Krieg von 1967 das Westjordanland und Ostjerusalem ein.

Zwar trifft das im Grunde zu, aber wer sich in der Geschichte der Region nicht auskennt, könnte annehmen, Israel habe diese Gebiete aufgrund eigener Aggressionen eingenommen. Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs sagt in unserem jüngsten Red-Lines-Video:

Es ist eine Tatsache, dass sich Israel verteidigte. Die UN sagte 1967 in der UNSC-Resolution 242, dass Israel bei diesem Krieg (von 1967) Verteidiger war. Auslandsreportern obliegt es also, eine Zeile zu schreiben — vier Wörter –, dass Israel die Ostseite Jerusalems und das ehemals von Jordanien besetzte Westjordanland in einem Selbstverteidigungskrieg eroberte… „in einem Selbstverteidigungskrieg erobert“ — das würde einem Bericht eine ganze Menge Kontext geben.

Es hätte AP nicht viele Worte gekostet, akkurat darzustellen, wie viele palästinensische Anschläge es gab und dass die meisten Palästinenser bei ihren Terroranschlägen getötet wurden und dass Israel die umstrittenen Territorien erst einnahm, nachdem es angegriffen wurde. Statt dessen ließ man wesentlichen Kontext aus und führt die Leser in die Irre.

NBC News: „Mutmaßlicher“ Terrorist ermordet israelischen Teenager

5. Juli 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 30. Juni 2016

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UPDATE 3

Enttäuschenderweise wurde die Schlagzeile wieder geändert, diesmal um zu sagen, dass Hallel Yaffa Ariel auch amerikanische Staatsbürgerin war. Ihr Mörder ist für NBC News nicht länger ein palästinensischer Terrorist, sondern ein „palästinensischer Teenager“, womit die Sprache aufgeweicht und verwässert wird.

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UPDATE 2

Die Schlagzeile wurde angepasst und das Wort „mutmaßlicher“ entfernt. Der Eröffnungsabsatz, in dem bereits dasselbe Wort entfernt worden war (siehe Update 1), wurde noch stärker verändert. Das zutreffende Wort „Terrorist“ wurde leider unnötigerweise durch „Angreifer“ ersetzt.

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UPDATE 1

Einige Stunden nach dem Terrorakt entfernte NBC News das Wort „mutmaßlicher“ aus dem Eröffnungstext des Artikels. Dieser lautet nun: „Ein Teenager-Mädchen wurde im Westjordanland in ihrem Schlafzimmer von einem palästinensischen Terroristen erstochen, teilten israelische Beamte am Donnerstag mit.“

Die Schlagzeile blieb jedoch unverändert.

* * *

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Hallel Yaffa Ariel

Wie bestialisch muss die Tat eines Palästinensers sein, bevor die Medien sie als Terrorakt akzeptieren?

Die 13jährige Hallel Yaffa Ariel wurde von einem palästinensischen Terroristen in ihrem Schlafzimmer erstochen. Laut NBC News war der Mörder ein „mutmaßlicher Terrorist“:

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Es scheint kristallklar, dass dieser schreckliche Vorfall ein Terrorakt eines palästinensischen Terroristen war. Wie kann NBC News das Wort „mutmaßlich“ dem israelischen Militär oder israelischen Beamten zuschreiben, wenn im Artikel eingebettete Tweets vom IDF sowie vom IDF-Sprecher Peter Lerner klar feststellen, dass dies ein Terroranschlag war?

Twitter

Der leitende Redakteur von HonestReporting, Simon Plosker, sagte:

Selbst wenn NBC das Wort „Terror“ benutzt, können sie sich nicht dazu durchringen, es ohne Einschränkungen zu benutzen. Ein israelisches Teenagermädchen ist von einem palästinensischen Terroristen geschlachtet worden. Daran ist nichts „mutmaßlich“.

Wir haben NBC News um Korrektur gebeten.

Die International Business Times ist reichlich konfus beim Thema Al-Aqsa-Moschee

4. Juli 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 29. Juni 2016

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UPDATE

HRsuccess2Nach unserer Korrespondenz hat die IBT Unterüberschrift und Text vollständig geändert.

Jetzt lautet die Unterüberschrift: „Die Unruhen haben zu neuerlichen Rufen nach Friedensgesprächen geführt, die zuletzt vor über zwei Jahren gescheitert sind.“

Und der Eröffnungstext lautet nun: „Israelische Behörden haben Nichtmoslems das Betreten einer umstrittenen Jerusalemer heiligen Stätte verboten, nachdem es zu einer Reihe von Zusammenstößen zwischen palästinensischen Protestlern und der israelischen Polizei gekommen ist. Die Entscheidung fiel während des heiligen Monats Ramadan und wird bis Ende Juni aufrechterhalten, die heilige Stätte bleibt jedoch für muslimische Gebete geöffnet.“

* * *

Die International Business Times berichtet über die palästinensische Gewalt auf dem Tempelberg während der letzten zwei Tage.

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Die Unterüberschrift beschreibt die Al-Aqsa-Moschee fälschlicherweise, sie wäre „sowohl muslimischen als auch jüdischen Besuchern heilig“.

Das ist falsch.

Die Moschee selbst ist Juden, die für gewöhnlich in Synagogen beten, nicht heilig. Der Tempelberg jedoch ist die heiligste Stätte des Judentums überhaupt.

Zudem behaupten Unterüberschrift und Eröffnungsabsatz des Artikels, die Moschee sei von den israelischen Behörden bis zum Ende des Ramadan geschlossen worden. In Wirklichkeit steht die Moschee für muslimische Gebete offen. Es sind Nichtmoslems, insbesondere Juden, die aus Sicherheitsgründen den Tempelberg nicht betreten dürfen.

Abgesehen von den faktischen Fehlern impliziert der Artikel, Juden fürden die muslimische Glaubensfreiheit beschränken, wenn dies klar nicht der Fall ist.

Wir haben die IBT um Korrektur gebeten.

Israelhasserin schreibt antisemitische, zorngeifernde Gastkolumne

1. Juli 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 27. Juni 2016

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Aayesha J. Soni, eine fanatische Israelhasserin, schrieb für den südafrikanischen Mail and Guardian einen Gastbeitrag, in dem sie Israel mit Hitler verglich.

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Warum jetzt?

Erstmals in der Geschichte wurde ein israelischer Botschafter dazu ernannt, einem ständigen UN-Ausschuss vorzusitzen: Danny Danon, der nun dem UN-Rechtsausschuss vorsitzt. Sonis Geschwafel gegen Israel ist als Kritik an Danons Ernennung getarnt.

Was sind die Kritikpunkte?

Soni beschuldigt Israel, „mehr UN-Resolutionen als jedes andere Land in der Geschichte der UN“ gebrochen zu haben. Des weiteren beschuldigt sie Israel „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und behauptet, dies mache das Land „derselben Verbrechen schuldig wie Hitler“.

Vergleiche aktueller israelischer Politik mit jener der Nazis zu ziehen, passt exakt auf die internationale Definition für Antisemitismus, wie von vielen Regierungen bestätigt (leider nicht der südafrikanischen). Nicht nur ist der Vergleich unwahr, aber er beleidigt Israelis, Holocaustüberlebende und alle Menschen mit gutem Gewissen.

Was verschwieg die Autorin?

Die meisten der fraglichen UN-Resolutionen sind lediglich konsultativ und haben keine rechtliche oder bindende Wirkung, was bedeutet, Israel muss ihnen gemäß den UN-Regulierungen oder dem Völkerrecht nicht Folge leisten. Zudem verschwieg Soni wesentliche Informationen:

1. Die Vereinten Nationen haben eine markante Voreingenommenheit gegenüber Israel. Und das ist nicht einfach nur eine „Meinung“:

  • UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, es gebe „eine voreingenommene Haltung gegenüber dem israelischen Volk und der israelischen Regierung“, und dies sei „eine unglückliche Situation“.
  • Der ehemalige Generalsekretär Kofi Annan sagte, er sei „besorgt über die unverhältnismäßige Fixierung [des UN-Menschenrechtsrats] auf Verletzungen durch Israel.“
  • Die UN-Botschafterin der USA, Samantha Powers, sagte: „Israel wird nicht wie andere Länder behandelt“, und „die Voreingenommenheit erstreckt sich weit über Israel als Staat hinaus und geht bis hin zu Israel als Idee.“

2. Die von Soni angesprochenen Resolutionen wurden mit Hilfe einiger der judenfeindlichsten Staaten und grässlichsten Menschenrechtsverletzer der Welt verabschiedet, zum Beispiel:

  • Saudi-Arabien, deren UN-Delegierter Marouf al-Dawalibi sagte: „Der Talmud sagt, wenn ein Jude nicht jedes Jahr das Blut eines Nichtjuden trinkt, wird er auf alle Ewigkeit verdammt sein.“ (Der Talmud sagt so etwas nicht.)
  • Libyen, deren US-Vertreter Ali Treiki sagte: „Sind es nicht die Juden, die das amerikanische Volk ausbeuten und sie zu entwürdigen versuchen?“ (Juden tun das nicht.)
  • Der syrische UN-Botschafter, der darauf bestand, Juden würden Christenkinder töten und aus ihrem Blut Matzen machen. (Juden tun das nicht. Aber solche Ritualmordlegenden wurden als Rechtfertigung für das Abschlachten von Juden seit wenigstens dem 12. Jahrhundert herangezogen.)

3. Der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) hat eine unheilige Besessenheit mit Israel, was wir in diesem HonestReporting-Video diskutieren:

Neben anderen Defiziten hat der UNHRC mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen den gesamten Rest der Welt zusammengenommen.

Geben wir dem eine Perspektive: Gegenwärtig existieren 40 bewaffnete Konflikte in der Welt, darunter Völkermorde, Folter und Sexsklaverei durch ISIS in Irak und Syrien, der syrische Bürgerkrieg mit Hunderttausenden Toten, der vernichtende Krieg im Jemen, massive Exekutionen im Iran und in Saudi-Arabien, die Liste ist lang.

Und dennoch gewinnen alle diese desaströsen Situationen beim UNHRC weniger Aufmerksamkeit als Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten. Tatsächlich sind die durchschnittlichen jährlichen Todeszahlen in Syrien höher als die Gesamtzahl der Menschen, die seit 1948 in Konflikten mit Israel jemals zu Tode kamen. Aber das ist dem UNHRC völlig egal.

4. Aayesha J. Soni ist auf individueller Ebene besonders hasserfüllt gegenüber Israel, und sie schert sich nicht um die Wirklichkeit oder die Wahrheit. Hier nur ein paar Beispiele von Sonis Twitteraccount:

Ich bin mit dem Lesen von Mein Kampf beschäftigt (Hitlers Buch).. die Schriftgröße ist zweieinhalb :/
Aayesha (@AayeshaJ) November 19, 2010

Dieses HonestReporting-Video bietet weitere Einzelheiten über die Lüge, Israel habe den Palästinensern das Wasser abgedreht:

Aus der Geschichte und von den Aussagen wichtiger UN-Angehörigen und Generalsekretäre geht klar hervor, dass UN-Resolutionen kein verlässlicher Weg sind, die Natur Israels als Staat zu beurteilen. Dennoch engagiert sich Israel weiterhin mit der UN und der internationalen Staatengemeinschaft und dient weiterhin in UN-Ausschüssen.

Die Ernennung von Botschafter Danon zum Vorsitzenden des Rechtsausschusses ist eine signifikante Leistung für den jungen jüdischen Staat und ein Zeichen für Israels Hingabe an positives internationales Engagement.

Statt Israels positiven Beitrag anzuerkennen, schreit Aayesha J. Soni eine Ansammlung von Halbwahrheiten, glatten Lügen und aggressivem Antisemitismus in die Welt hinaus. Tatsächlich besteht die einzige Ähnlichkeit zwischen ihrer Story und Hitler in Sonis ungeheurem Einsatz von Lügen und Propaganda und natürlich in ihrem tief verwurzelten Hass.

Der Mail and Guardian sollte es besser wissen, als Sonis hasstriefende Fiktionen völlig widerspruchslos zu publizieren.

New York Times stellt Israels Sicherheitsbarriere falsch dar

27. Juni 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 21. Juni 2016

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Die New York Times publizierte einen Leitartikel mit dem Titel „Schmuggler im Westjordanland öffnen Tür für Jobs in Israel sowie für Gewalt„. Dieser untersucht, wie Palästinenser, die in Israel auf Arbeitssuche sind oder die Terrorakte durchführen möchten, Israels Sicherheitsbarriere überwinden können.

Im gesamten Bericht wird die Sicherheitsbarriere „Mauer“ genannt:

Die Mauer, die Israel vor mehr als einem Jahrzehnt baute, um die Selbstmordattentäter der zweiten Intifada abzuwehren, soll palästinensische Bewohner des besetzten Westjordanlands vom Betreten Israels hindern, mit Ausnahme militärischer Checkpoints, wo ihre Papiere überprüft werden können.

Aber der Palästinenser zwängte sich durch eine Lücke im Stacheldraht, der zuoberst des größten Teils der 650 km langen geschlängelten Mauer befestigt ist.

Die Leserschaft erhält den falschen Eindruck, die Barriere, [[400 Meilen]] davon, sei eine Mauer. In Wirklichkeit ist die Sicherheitsbarriere zu 90% ein Maschendrahtzaun, und Mauerabschnitte gibt es nur an ganz spezifischen Stellen.

Zwar sind jene Bereiche, auf die sich die New York Times konzentriert, Mauerabschnitte, aber das Blatt sollte dennoch klarstellen, dass dies nicht über die gesamte Länge der Barriere der Fall ist.

Weiter unten in der Story bezieht sich die New York Times auf einen Zaun. Trotzdem wiegt das den fehlenden Kontext und die fehlenden Informationen nicht auf.

Warum ist das wichtig? Israels Sicherheitsbarriere wird von antiisraelischen Aktivisten und den Medien regelmäßig als monströse Betonstruktur hingestellt, und es werden unzutreffende und ungerechte Vergleiche z. B. mit der Berliner Mauer mit all ihren negativen Konnotationen gezogen, und auch die New York Times hat hierzu ihren Beitrag geleistet.

Wir haben die New York Times um Korrektur oder Klarstellung gebeten.