Archive for the ‘Israel’ category

Die Lehre aus einem falschen Foto-Tweet

2. September 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 31. August 2015

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Hier das falsche Foto-Tweet des Tages: Pawel Ryschewski (internationale Transliteration: Pavel Ryzhevsky), ein Kolumnist der dem Kreml wohlgesonnenen Zeitung Komsomolskaja Prawda, tweetete ein Bild, das angeblich einen Zivilisten zeigte, der sein Baby in der von Separatisten kontrollierten Stadt Donetsk in der Ost-Ukraine vor einem Angriff abzuschirmen versucht. Ryschewski datiert das Bild auf den 13. Juli 2015.

Die Jerusalem Post liefert eine Übersetzung der Wörter auf dem Bild:

Während des Bombenangriffs versucht ein Vater ein Kind mit seinem Körper zu retten. Es sind Donchane (Leute aus dem Donetzbecken)” schrieb Ryschewski laut einer Übersetzung des Journalisten Shimon Briman, der das zugehörige Bild entdeckt hat.

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Aber das Foto entstand nicht in der Ukraine und auch nicht 2015. Nicht einmal annähernd.

Es ist Eliran Fitusi, ein Israeli aus Beersheva, der sein Baby inmitten eines palästinensischen Raketenangriffs bei Operation Schutzrand schützte — ein Jahr vorher.

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Die Jerusalem Post fügt hinzu:

Dies war das zweite Mal, dass Ryschewski Bilder aus dem letzten Gazakrieg verwendet hat, so Briman. Er bezieht sich auf das Bild einer israelischen Frau, die über ihrem Kind kauert — ein Bild, das Ryschewski letztes Jahr getweetet hatte.

2012 verlor eine UN-Mitarbeiterin im Westjordanland namens Khulood Badawi ihren Job wegen eines falschen Foto-Tweets, das ein verletztes palästinensisches Kind aus dem Jahr 2006 zeigte. Ebenfalls 2012 entschuldigte sich der BBC-Reporter Jon Donnison für das Tweeten eines Fotos mit zwei syrischen Kindern, die fälschlicherweise als Gaza-Kinder dargestellt wurden, die bei einem israelischen Luftangriff verletzt worden waren. Bei beiden wurden Konsequenzen gezogen.

Aber ein Sprachrohr des Kreml ist per definitionem nur dem Kreml gegenüber verantwortlich. Alles, was die Leserschaft tun kann, ist, respektvoll ihr Missvergnügen mit Ryschewskis Twitter-Feed zum Ausdruck zu bringen und seine weiteren Tweets mit einer gehörigen Portion Skepsis aufzunehmen — oder einfach aufzuhören, ihm zu folgen.

Was ist also die Lehre daraus?

Zwar sind die meisten Bilder in den sozialen Medien real, aber es ist eine gewisse Skepsis angebracht. Hier einige Fragen, die ihr euch stellen könnt, bevor ihr ein Bild teilt:

  1. Wer ist der Urheber des Bildes?
  2. Wann wurde das Bild aufgenommen? Warum wird es jetzt geteilt?
  3. Könnte das Bild in einer Art und Weise beschnitten worden sein, die die wahren Geschehnisse falsch darstellt?
  4. Gibt es Grund für die Annahme, dass ein Bild digital verfremdet wurde?
  5. Wenn ein separater Artikel das Bild genauer erklärt, ist es dann hilfreich, das in einem Folge-Tweet zu teilen?
  6. Seid ihr völlig überzeugt davon, dass das Foto seriös genug ist, um es zu teilen?

Ihr seid für das Material verantwortlich, das ihr in den sozialen Medien teilt.

Falls ihr Zweifel habt — lasst das betreffende Material weg.

Bild: CC BY flickr/elisa mit Modifikationen von HonestReporting

Der Social-Media-Aktivist der New York Times für den islamischen Dschihad

1. September 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 27. August 2015

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Die New York Times veröffentlichte ein Profil von Mohammad Allan, dem Palästinenser, der mit seinem zweimonatigen Hungerstreik kürzlich für Schlagzeilen sorgte. Allan, ein Mitglied der Terrororganisation Islamischer Dschihad, wird über Zitate und Anekdoten von ihn bewundernden Freunden und Familienmitgliedern beschrieben.

Wenn er mit rivalisierenden bewaffneten Palästinensern konfrontiert ist, die ihm sein Haus wegnehmen wollen, wird Allan als “kühn” beschrieben. Die New York Times schreibt:

Während des Konflikts vor 10 Jahren zeigte Herr Allan etwas von der Tapferkeit, die er auch diesen Sommer an den Tag legte, als er sich während eines zweimonatigen Hungerstreiks beinahe zu Tode hungerte, um gegen seine Einkerkerung ohne Anklage durch israelische Behörden zu protestieren.

Proteste for Mohammad Allan (Screenshot von YouTube)

Proteste for Mohammad Allan (Screenshot von YouTube)

Später hören wir, dass Allan “vom Kampf gegen Israel bei der zweiten Intifada energetisiert” war.

Kühn. Energetisiert. Tapferkeit.

Alles sehr positive Adjektive, um ein Mitglied des Islamischen Dschihad zu beschreiben. Zwar wird erwähnt, dass Allan “von Israel erstmals 2006 ins Gefängnis geworfen wurde, weil er einen Selbstmordbomber für einen Anschlag auf Israel rekrutieren wollte”, aber es wird der Eindruck vermittelt, dies sei in Wirklichkeit eine Ablenkung von Allans wahrem Charakter als Mann mit radikalen Gedanken, denen er jedoch nie Folge leisten würde.

Im Artikel steht:

Herrn Allans Vater sagte, sein Sohn habe auf sozialen Medien den Islamischen Staat als Verteidiger der unterdrückten Sunniten unterstützt, aber das sei nie über Onlinetexte hinausgegangen. Nur aus Gründen der Provokation habe Herr Allan behauptet, die brutale Gruppe von Militanten namens ISIS oder ISIL zu unterstützen, sagte Herr Hussein.

Nur um zu provozieren? In den meisten westlichen Staaten ist eine Unterstützung des Islamischen Staaten auf sozialen Medien mehr als genug, um eine Festnahme durch die Sicherheitsbehörden zu rechtfertigen. Und erinnern wir uns kurz daran, was der Islamische Dschihad ist, obwohl ihn die New York Times einfach als “Gruppe von Militanten” verniedlicht:

Der palästinensische Islamische Dschihad wurde 1980 von radikalen Mitgliedern der Muslimbruderschaft in Gaza gegründet und dient der gewaltsamen Zerstörung Israels und der Vereinigung der muslimischen Welt unter einem Islam, der von modernen westlichen Elementen “befreit” wurde. Anders als die größere und finanziell besser ausgestattete Hamas unterhält der Islamische Dschihad keine Sozialprogramme; statt dessen konzentriert er sich auf spektakuläre Attacken auf israelische Zivilisten und Militärkräfte, wobei manchmal Frauen und Kinder als Selbstmordattentäter eingesetzt werden.

Anders als die Hamas hat der Islamische Dschihad also keinen “politischen Zweig”, “sozialen Zweig” oder irgend etwas anderes als einen “militärischen Zweig”. Ein Mitglied des Islamischen Dschihad hat keinen anderen Grund für seine Mitgliedschaft als das Betreiben von Terrorismus und den Mord an Israelis. Das ist Mohammad Allans Daseinsgrund, und die New York Times verschweigt das komplett.

Statt dessen steht im Text etwas wie das hier:

Herr Hussein sagte, er erwarte, dass sein Freund [Allan] wieder gesund wird und zu seinem Aktivismus zurückkehrt, sobald er aus dem Krankenhaus entlassen wird, nämlich seinen juristischen Tätigkeiten nachzugehen und seine feurigen Meinungen auf sozialen Medien zu vertreten.

Die New York Times hat Allan letztlich in einen Social-Media-Aktivisten mit einigen radikalen Ansichten verwandelt. Würde Mohammad Allan in den USA leben und nicht in Israel, wäre ihm die New York Times weit weniger wohlgesonnen. Doch nur, wenn ein Terrorist gegen Israel vorgeht, behandelt ihn die New York Times wie einen heldenhaften Widerständler.

Newsweeks Wohnungskrise

31. August 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 27. August 2015

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Mittlerweile wurde öffentlich bekannt, dass der Präsident der Palästinenserbehörde, Mahmud Abbas, eine neue Residenz mit Büros haben wird, einen großen Palast, der einige Jahre Bauzeit in Anspruch nehmen und der in Ramallah stehen wird. Viele Medien einschließlich Newsweek erwähnen die Tatsache, dass Timing und Baustil von Abbas’ opulentem Palast angesichts des kläglichen Zustands der palästinensischen Wirtschaft und der großen Not unter den Palästinensern nicht schlechter und unpassender sein könnten. Ein Beispiel:

Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) steht der eigenen Worten zufolge “schlimmsten Finanzkrise seit Bestehen” gegenüber. Die UNRWA bittet um 100 Millionen Dollar für den Beginn des akademischen Jahres 2015-2016. Sollte dieser Betrag nicht zustandekommen, könnte es darauf hinauslaufen, dass ca. 500.000 palästinensische Kinder nicht die Schule besuchen können. Gemäß dem CIA World Factbook liegt das Bruttoinlandsprodukt im Westjordanland bei 4.900 Dollar pro Einwohner. Demgegenüber haben Israel 33.400 Dollar pro Einwohner und die USA 54.800 Dollar pro Einwohner.

Der Artikel enthält ein Modell, wie die neue Struktur wohl aussehen wird:

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Es ist wichtig, dass die Welt von dieser Extravaganz erfährt, und die Medien, die diese Story veröffentlicht haben, verdienen Lob. Aber der letzte Satz im Newsweek-Artikel ist äußerst bedenklich:

Die Kosten des Palastes werden jedoch von den Ausgaben für ein neues Büroanwesen in Jerusalem für den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu völlig in den Schatten gestellt. Das im Mai 2014 von der israelischen Regierung genehmigte Projekt soll 188 Millionen Dollar kosten.

Der Vergleich ist falsch. Newsweek erwähnt nicht die Kosten ähnlicher Strukturen in modernen Staaten. Aber was noch wichtiger ist: Israel befindet sich nicht inmitten eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs und ignoriert auch nicht die Grundbedürfnisse seiner Einwohner.

Nicht nur befindet sich die palästinensische Wirtschaft in freiem Fall, sondern die massiven Auslandshilfen, die die Palästinenserbehörde erhielt, wurden durch breite Korruption verschwendet. Der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh sagte nach dem Besuch einer Delegation aus US-Kongressabgeordneten hierzu:

Natürlich verriet der Premierminister der Palästinenserbehörde den Besuchern vom US-Kongress nicht, dass die von den Amerikanern in die palästinensische Demokratie investierten 4,5 Milliarden Dollar im Sumpf der Korruption verschwanden oder auf geheimen Schweizer Bankkonten endeten.

Im Kontrast hierzu wurde das Projektvorhaben für den israelischen Komplex von einem öffentlichen Ausschuss entwickelt und von der Regierung genehmigt.

Durch die Freigabe des Projekts genehmigten die Regierungsminister einen Plan, der von einem im Dezember 2013 eigens ins Leben gerufenen Ausschuss entwickelt wurde, der die Wirtschaftlichkeit einer Investition in ein neues Flugzeug und eine neue Residenz für den Premierminister untersuchen sollte.

In einem Bericht letzten Monat erwähnte der Ausschuss die vielen logistischen Probleme, die durch das Fehlen eines offiziellen Flugzeugs für Staatsbesuche und durch die gegenwärtige Residenz des Premierministers, die sich nicht in der Nähe seiner Büros befindet, verursacht werden.

Anders gesagt, der Plan soll größere Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur aktuellen Situation erwirken, wo die Residenz und die Büros des Premierministers nicht angrenzen. Natürlich beruht die Position des israelischen Premierministers auf Wahlen, daher wäre es falsch, das neue Gebäude so zu beschreiben, als diene es nur den Zwecken Benjamin Netanyahus. Wenn das Gebäude fertiggestellt wird, könnte es mittlerweile sehr wohl einen neuen Premierminister geben. Das gilt jedoch nicht für Mahmud Abbas, der fünf Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit immer noch an der Macht ist und wo keinerlei Wahlen in Aussicht stehen.

Hier ist ein weiteres Gebäude, das gleichzeitig Residenz und Büro eines nationalen Führers darstellt. Eine Schande, dass Newsweek nicht dessen Kosten anführt.

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BDS könnte es bereuen, Matisyahu von einem Festival ausgeladen zu haben

23. August 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 19. August 2015

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Update: Das Rototom-Sunsplash-Reggaefestival hat seine Entscheidung, Matisyahus Auftritt abzusagen, widerrufen. Man entschuldigte sich beim Künstler und veröffentlichte ein Statement, in dem man Diskriminierung und Antisemitismus verurteilte.

 

Wenn es je einen Fall gab, der das wahre Gesicht von BDS offenbarte, dann die Saga des jüdischen Reggaemusikers Matisyahu und seiner Ausladung von einem Musikfestival in Spanien.

BDS hat sich als Hassgruppe offenbart, die wegen ihrer politischen Ansichten Juden angreift. Und die BDS-Mitglieder üben Druck aus, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen.

Nicht damit zufrieden, Künstler aus Israel anzugreifen, sind die Mobber von BDS dazu übergegangen, Künstler anzugreifen, die Israel unterstützen — so wie den Amerikaner Matisyahu.

Die BDS-Mobber übten Druck auf das Festival aus und forderten, Matisyahu solle ein Statement veröffentlichen, in welchem er seine Unterstützung eines Palästinenserstaats zum Ausdruck bringt, eine Bedingung, die keinem anderen Künstler dieses Festivals aufgebürdet wurde. Die BDS sonderte ihn laut Reuters als “Israelliebhaber” heraus.

Und die BDS war mit dieser Diskriminierung nicht allein. Der Rolling Stone schreibt: “Andere Künstler drohten, nicht auf dem Rototom-Sunsplash-Reggaefestival aufzutreten, da sie ihn als jüdischen Amerikaner so betrachteten, als ‘repräsentiere er Israel’.”

Als amerikanischer Jude wurde er so betrachtet, als repräsentiere er Israel.

In einem Facebookstatement sagte Matisyahu, seine Musik sei nicht politisch. Und er nahm es dem Festival übel, dass er ausgesondert wurde. “Ehrlich, es war haarsträubend und beleidigend, dass sie mich als den einzigen öffentlichen jüdisch-amerikanischen Künstler auf diesem Festival zu politischen Aussagen zu zwingen versuchten.”

Wäre er Israeli, so wäre es schon schlimm genug, wenn er wegen seiner nationalen Herkunft diskriminiert würde, was die BDS offen betreibt. Aber ihn anzugreifen, weil er ein Jude ist und den jüdischen Staat unterstützt, ist lupenreiner Antisemitismus. Ihn dann noch zwingen zu wollen, gegen seinen Willen eine politische Erklärung abzugeben, ist dann nochmal ein ganz neuer Schritt.

Und vielleicht ein Schritt zu weit.

Die spanische Regierung veröffentlichte ein Statement, in dem sie die Vorgehensweise des Festivals verurteilte. “Das Erzwingen einer öffentlichen Erklärung (von Matisyahu) stellt das Prinzip der Nichtdiskriminierung in Frage, auf welchem alle pluralistischen und vielfältigen Gesellschaften fußen”, so das spanische Außenministerium.

Die Presseberichterstattung, von welcher BDS für die Verbreitung ihres Hasses abhängt, mag jedoch noch verurteilender gewesen sein. Auch die spanische Zeitung El Pais verurteilte das Festival in einem Editorial mit dem Titel “Inakzeptable Diskriminierung“, wobei erwähnt wird: “Er ist der einzige Musiker, … von dem ein solches Statement eingefordert wurde, und was die Sache noch schlimmer macht: Es wurde von ihm gefordert, schlichtweg weil er Jude ist.”

Das Blatt schloss mit der Aussage, ein derartiges Verhalten habe keinen Platz im modernen Spanien:

Antisemitismus und Diskriminierung aufgrund von Ideologie darf nicht toleriert werden und muss bekämpft werden. Kritik an Israels Politik und die Verteidigung der Palästinenser darf nicht als Deckmantel für die systematische Verfolgung Andersdenkender benutzt werden oder auch für die Verfolgung von Menschen, einfach weil sie Juden sind. Spaniens Politiker müssen das Wort gegen diesen Skandal ergreifen, der die Verpflichtung dieses Landes gegenüber Rede- und Gedankenfreiheit in Frage stellt.

Auch der Daily Beast meldete sich vehement zu Wort:

Es fällt schwer, hier nicht nur einen Hauch von Antisemitismus zu wittern, der der Entscheidung entströmt, den Rapper auszuladen. Diese Aktion unterläuft auch Rototoms Aussage, ein “Ort des Zusammentreffens, des Mitteilens und des interkulturellen Verständnisses” zu sein, wie seiner Website zu entnehmen ist.

Jüdische Künstler zu stigmatisieren und zu restringieren, weil sie Liebe zu Israel bekunden, scheint ungerecht. Sie für die Politik Israels zur Verantwortung zu ziehen, ist absurd und statuiert ein schädliches Exempel.

Zwar ist das Festival das Hauptziel der Verurteilungen (und es hat seine Entscheidung mittlerweile zurückgezogen und den Künstler neu eingeladen), aber die BDS-Bewegung erklärt sich verantwortlich für diesen “Sieg” und nennt ihn einen “Ausruf der Solidarität der Völker.”

Es ist ein Sieg, den sie vielleicht schon bald bereuen. Der wahre Ausruf der Solidarität gilt eindeutig Matisyahu, der bereits die Unterstützung seiner Fans weltweit genießt. Und dieses Publikum wird angesichts der wohlwollenden Berichterstattung, die er aktuell weltweit erhält, noch anwachsen.

Die Story hebt auch die großen Unterschiede zwischen dem hervor, was die BDS sagt, und dem, was sie wirklich in der Welt macht. Das Wall Street Journal drückt es gut aus: “Erinnern Sie sich an den Matisyahu-Zwischenfall, wenn Vertreter der antiisraelischen Boykott-, Deinvestitions- und Sanktions-Bewegung [BDS] nächstes Mal darauf bestehen, sie würden die Rechte der Palästinenser fördern und nicht antijüdischen Fanatismus.”

Und wenn die Leute zu vergessen beginnen, erinnert sie einfach daran.

Bild: CC BY-NC César Astudillo via flickr mit Beifügungen von HonestReporting

Palästinensischer Messerangriff löst irrige Schlagzeilen aus

20. August 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 18. August 2015

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Im dritten Vorfall dieser Art in dieser Woche wurde ein palästinensischer Terrorist erschossen, nachdem er am Montag einen Grenzpolizisten am Tapuach-Übergang im Westjordanland erstechen wollte. YNet News schreibt:

Die Polizei sagte, der 25jährige Angreifer Mohammed Amsha aus einem Dorf in der Nähe von Jenin kam zum Tapuach-Übergang und sagte den dort stationierten Grenzsoldaten, er fühle sich unwohl.

Die Soldaten wiesen ihn an, näherzukommen, damit sie ihm helfen konnten, aber sobald er bis auf kurze Entfernung herangekommen war, zog er ein Messer und griff einen der Soldaten an, um ihn zu erstechen.

Der Soldat wurde nur leicht verletzt und konnte den Angreifer erfolgreich zurückdrängen, während ihn ein anderer Grenzpolizist erschoss und neutralisierte.

Die New York Times berichtete hierüber mit folgender Schlagzeile:

Palästinenser bei Konfrontation mit israelischer Polizei erschossen

Palästinenser bei Konfrontation mit israelischer Polizei erschossen

Trotz der Tatsache, dass der Vorfall klar durch einen Akt palästinensischer Gewalt ausgelöst wurde, spricht die Schlagzeile von einer “Konfrontation”, was der israelischen Polizei die gleiche Verantwortlichkeit zuschreibt. Die Schlagzeile verschweigt, dass der Palästinenser als Resultat seines Messerangriffs auf einen Polizisten erschossen wurde, und damit ist das eine klare Voreingenommenheit auf Seiten der New York Times.

Hier die Schlagzeile der Irish Times über denselben Vorfall:

Palästinenser an Westjordanland-Checkpoint erschossen Israelische Armee sagt, Mann sei mit den Worten, er fühle sich unwohl, auf Gruppe von Soldaten zugegangen

Palästinenser an Westjordanland-Checkpoint erschossen
Israelische Armee sagt, Mann sei mit den Worten, er fühle sich unwohl, auf Gruppe von Soldaten zugegangen

Schlagzeile und Unterüberschrift entnimmt der flüchtige Leser, ein sich unwohl fühlender Palästinenser habe sich einer Gruppe Soldaten genähert, und sie hätten ihn ohne ersichtlichen Grund einfach erschossen.

Also warum passt die Schlagzeile nicht auf die Wirklichkeit, die im ersten Absatz des Artikels erklärt wird?

Ein Palästinenser wurde von israelischen Polizisten erschossen, nachdem er einen von ihnen an einem militärischen Checkpoint im besetzten Westjordanland mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt hatte, wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte.

Unterm Strich — der Palästinenser griff einen Soldaten an und stach auf ihn ein, ein unbestreitbar wesentliches Stück Zusammenhang, das in beiden Schlagzeilen (New York Times und Irish Times) einfach fehlt.

Die PLO lügt noch immer über Arafats Vermächtnis

8. August 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 5. August 2015

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Jassir Arafat hätte vor kurzem seinen 86. Geburtstag gefeiert, und die PLO markierte diesen Tag mit einem Tweet, der den verblichenen Palästinenserführer im Grab rotieren lassen muss.

Dabei geht es nicht nur über die Darstellung von Arafats Vermächtnis als heldenhaftem Freiheitskämpfer statt eines blutrünstigen Terroristen (dazu komme ich später noch).

Als Gründervater des palästinensischen Nationalismus steht bei der PLO viel auf dem Spiel, wenn es ums Arafat-Narrativ geht.

Um das klarzustellen: Arafat wurde in Kairo geboren. Aber selbst feurigen Verschwörungstheoretikern, die Obamas Geburtsort in Frage stellen, fällt die Kinnlade herunter, wenn sie lesen:

Präsident Jassir Arafat wurde am 4. August geboren (Jerusalem 1929 – Paris 2004). “Ich bin ein Rebell, und meine Sache ist die Freiheit.”

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Wie wurde er also Jerusalem zugeschrieben?

Die Antwort beginnt mit einem rumänischen Geheimdienstbeamten zur Zeit der Kommunisten, Ion Mihai Pacepa. Bei einem Schuldeingeständnis im Wall Street Journal erklärte er, die Verbindung von Arafat und Jerusalem sei ein Resultat absichtlicher sowjetischer Falschinformationen gewesen.

Der KGB-Vorsitzende Juri Andropow machte sich mir gegenüber im Februar 1972 über die Leichtgläubigkeit der Yankees lustig, was prominente Persönlichkeiten betrifft. Wir hatten die stalinistischen Personenkulte hinter uns gelassen, aber diese verrückten Amerikaner waren noch immer naiv genug, nationale Führer zu verehren. Und Arafat bauten wir zu genau so einer Symbolfigur auf — Schritt für Schritt führten wir die PLO näher an die Macht und an einen Staat. Andropow glaubte, die vietnammüden Amerikaner würden in ihrer Hoffnung auf Frieden auch auf das kleinste Zeichen einer Versöhnung anspringen, und Arafat würde vom Terroristen zum Staatsmann werden.

Unmittelbar nach diesem Treffen erhielt ich die “Personalakte” des KGB über Arafat. Er war ein ägyptischer Bourgeois, der vom KGB-Auslandsgeheimdienst zu einem ergebenen Marxisten gemacht wurde. Der KGB hatte ihn an seiner Schule für Spezialoperationen in Balaschicha östlich von Moskau geschult, und Mitte der 1960er entschied man, ihn zum zukünftigen Führer der PLO aufzubauen. Erst vernichtete der KGB die offiziellen Aufzeichnungen von Arafats Geburt in Kairo, dann ersetzte er sie durch fiktive Dokumente, die sagten, er sei in Jerusalem geboren worden und sei daher ein gebürtiger Palästinenser.

Was die Beschreibung als “Freiheitskämpfer der PLO” betrifft, so ist das ein altbekanntes Spiel. Über Jahre hinweg haben Palästinenser und ihre Apologeten Arafat mit Führern der Amerikanischen Revolution verglichen, z. B. mit George Washington und Thomas Paine, oder was die jüngere Geschichte betrifft auch mit Nelson Mandela. (Marwan Barghouti, der Führer der mit der Fatah verflochtenen Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, der für fünf Morde für schuldig befunden wurde, hat den Mantel des “palästinensischen Mandela” geerbt.)

Es gibt keine Parallelen zwischen Arafat und Washington oder Mandela. Es gibt keine historischen Beweise, dass Washington absichtlich Zivilisten angriff, die England treu ergeben waren. Timothy Noah schrieb 2002 im Slate:

Im amerikanischen Freiheitskampf war ein Radikaler jemand, der Tee in den Bostoner Hafen auskippte. Im palästinensischen Freiheitskampf ist ein Radikaler jemand, der sich eine Bombe umschnallt und israelische Kinder in die Luft jagt.

Arafat war der Großvater des modernen Terror. Seine Anhänger perfektionierten die Praxis der Entführung von Flugzeugen. Seine Frau Suha bestätigte, dass die blutrünstige zweite Intifada von ihrem nobelpreistragenden Ehemann vorab geplant worden war. Und er fand stets Wege, sich von den durch ihn finanzierten, autorisierten oder einfach nur geduldeten Terroranschlägen nach außen hin distanziert zu geben.

Jassir Arafats Vermächtnis kann man in neun Buchstaben zusammenfassen: Terrorist.

Bild: Public-Domain-Bilder von Jassir Arafat und Emanuel Gottlieb Leutzes Gemälde “Washington überquert den Delaware” via Wikimedia Commons, vermischt durch HonestReporting

Terror erkennen — Wenn die Tatverdächtigen Juden sind

4. August 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 3. August 2015

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Die großen Medien beäugen Israels Maßnahmen im Kampf gegen jüdischen Extremismus und die Anstrengungen, die für den Brandbombenanschlag auf die Wohnung der Familie Dawabsha verantwortlichen Terroristen zu finden. Der 18 Monate alte Ali Dawabsha kam in den Flammen um; seine Eltern und sein vierjähriger Bruder kämpfen um ihr Leben.

Bei einem anderen Vorfall einen Tag zuvor wurde auf sechs Menschen eingestochen, die in Jerusalems LGBTI-Parade mitmarschierten. Eines der Opfer, Shira Banks, erlag gestern ihren Wunden. Dramatische Fotos zeigen den Israeli Yishai Shlissel, wie er mit dem Messer gegen eine Menschenmenge stößt, bevor er von der Polizei überwältigt wird.

Bei dem Brandanschlag gibt es noch keine Verdächtigen, aber die zeitliche Abfolge der beiden Vorfälle hat eine innerisraelische Selbstprüfung ausgelöst. Ein Teil der Debatten in Israel dreht sich um den Gebrauch des Wortes “Terror”. Wie David Graham in den Seiten des Atlantic erklärt, gibt es rechtliche und finanzielle Verästelungen, wenn ein Angriff als “Terror” bezeichnet wird.

Leider scheuten sich die Mainstreammedien, Wörter wie Terror oder Terroristen zu benutzen, wenn es um palästinensische Selbstmordattentate, Schüsse aus vorbeifahrenden Fahrzeugen, Messermorde, Brandanschläge usw. ging und Israelis die Opfer waren. Der Umgang mit dem T-Wort wurde nach dem Anschlag auf das World Trade Center von Stephen Jukes, damals der Weltnachrichten-Redakteur von Reuters, in einem internen Memo zusammengefasst.

Wir alle wissen, der Terrorist des einen ist der Freiheitskämpfer des anderen, und Reuters hält sich an das Prinzip, dass wir das Wort Terrorist nicht gebrauchen.

Daher haben Zeitungen Wörter wie “Militante” oder “Aktivisten” benutzt. Oder in seltenen Fällen, wo Terror in der Schlagzeile genannt wird, steht das Wort in Anführungszeichen — als wollten die Autoren klarstellen, dass sie bei diesem Wort die Nase rümpfen oder dem Anschlag eine gewisse Skepsis entgegenbringen.

HonestReporting hat sich jahrelang dafür eingesetzt, dass die Mainstreammedien den Terror beim Namen nennen.

Die meisten westlichen Zeitungen haben für die Dawabsha-Brandbombenattacke nicht das Wort Terror benutzt.

Einerseits ist es moralisch falsch, den Angriff auf das Heim der Dawabshas nicht als Terror zu bezeichnen. Andererseits jedoch blieb der behutsame Umgang der Journalisten mit dem Wort durchgehend konsistent. Nehmen wir zum Beispiel die folgende Schlagzeile der Washington Post, die das Wort Terror in Anführungszeichen setzt:

Israelische Führer beabsichtigen harsche neue Maßnahmen im Kampf gegen 'jüdischen Terrorismus'

Israelische Führer beabsichtigen harsche neue Maßnahmen im Kampf gegen ‘jüdischen Terrorismus’

Interessanterweise war nicht nur das T-Wort in Anführungszeichen, sondern “jüdischer Terrorismus”. Vielleicht ist die Post noch nicht bereit anzunehmen, dass die Täter Juden waren?

Ganz anders der Guardian, der endlich entdeckt hat, dass Terror auch ohne Anführungszeichen existieren kann.

Aber irgendwo muss ich den Herausgebern des Blattes auch zu ihrem Mut gratulieren.

Israel wird jüdische Terrorverdächtige ohne Gerichtsverhandlung festnehmen

Israel wird jüdische Terrorverdächtige ohne Gerichtsverhandlung festnehmen

Dieser Mut ist erwähnenswert, da er die Richtlinien des Guardian bezüglich des Wortes Terror zu verletzten scheint. Diese Richtlinien klingen ganz ähnlich wie die von Jukes:

Trotzdem müssen wir mit diesem Begriff sehr vorsichtig sein: Er ist noch immer ein subjektives Urteil — der Terrorist des einen mag der Freiheitskämpfer des anderen sein, und es gibt ehemalige “Terroristen”, die in vielen Teilen der Welt nun in Amt und Würden stehen.

Ich möchte glauben, dass ein neues Zeitalter für das Blatt angebrochen ist. Aber ich würde nicht darauf wetten.

Mir fallen keine palästinensischen Terroranschläge auf, die der Guardian je als Terror bezeichnet hätte. Ali Dawabsha war ein Opfer von Terror, aber ich würde gerne sehen, wie das Blatt erklärt, warum Israelis wie Danny Gonen keine Opfer von Terror sind — um nur ein einziges Beispiel zu nennen.

Der Guardian wird palästinensische Gewalttaten ebensowenig “Terror” nennen, wie ich die Leute, die für Ali Dawabshas Tod verantwortlich sind, “Freiheitskämpfer” nennen würde.

Bild: CC BY southtyrolean/flickr und flickr/Ryan Brunsvold mit Modifikationen von HonestReporting


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