Archive for the ‘Israel’ category

Keine palästinensischen Wahlen? Delegitimieren wir die israelische Demokratie!

27. März 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 19. März 2015

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Ein besonders übler Kommentar der britischen Palästinenserin Yara Hawari trifft im Independent die folgende Behauptung über die Wahlen in Israel:

Tatsächlich haben fast 4,5 Millionen Palästinenser in Gaza und Westjordanland kein Mitspracherecht darin, welche israelische Partei jeden Aspekt ihres Lebens bestimmen wird.

Aber warum sollten sie bei einer israelischen Wahl stimmen dürfen? Das wäre nur möglich, wenn es eine Einstaatenlösung gäbe, und dann würden die erwähnten 4,5 Millionen Palästinenser Israel einfach als jüdischen Staat in die Nichtexistenz wählen.

Und was ist mit Israels arabischen Bürgern, die zur Wahl gekommen sind?

Obwohl sie die Staatsbürgerschaft besitzen, ist diese nominell, und eine ganze Batterie aus israelischen Gesetzen wurde geschaffen, um sie zu diskriminieren. Ihre Situation ist diejenige eines intern kolonisierten Volkes, und die Art von Besatzung, der sie ausgesetzt sind, ist zwar subtil, aber sehr real.

Hawari verlinkt die radikale Adalah-Organisation, die eine Datenbank von „50 diskriminierenden Gesetzen“ unterhält. NGO Monitor sagt: „Entgegen Adalahs fortgesetzten Versuchen, Israel als antidemokratisch und rassistisch hinzustellen, einschließlich häufiger Veranstaltungen bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Plattformen, haben viele der angeführten Gesetze nichts mit israelischen Arabern zu tun und können auch nicht als ‘diskriminierend’ beschrieben werden.“

Vielleicht sollte Hawari ihre Aufmerksamkeit der wahren Problematik widmen, der die Palästinenser in Gaza und Westjordanland gegenüberstehen. Evelyn Gordon erklärt im Commentary-Magazin:

Ein erfahrener palästinensischer Journalist aus Ramallah fasste die vorherrschende Meinung prägnant zusammen. „Wir sagen all diese schlimmen Sachen über Israel, aber die Leute dort haben wenigstens das Recht zu wählen, und sie haben eine Demokratie“, sagte er dem Jerusalem-Post-Reporter Khaled Abu Toameh vor der Wahl. „Wir beneiden die Israelis. Unsere Führer wollen keine Wahlen. Sie wollen für immer im Amt bleiben.“

Ghanem Nuseibeh, ein Palästinenser aus Ostjerusalem, der heute in Großbritannien lebt, veröffentlichte am Wahltag eine Reihe erhellender Tweets, u. a.: „Über eine Million Araber nehmen heute an den demokratischsten Wahlen im Nahen Osten teil“; „Die Araber in Israel sind die einzige Gruppe von Arabern im Nahen Osten, die echte Demokratie praktiziert“; und „Israel ist sicher wegen dem, was es heute tut, und nicht weil es Bibi oder Buji wählen wird“. Er unterstützte Isaac Herzog („Buji“) und lehnte Benjamin Netanyahu ab, aber nachdem sein Kandidat verloren hatte, tweetete er trotzdem: „Israel ist die weltweit lebendigste Demokratie“… „Hätte ein arabisches Land dasselbe breite Spektrum politischer Parteien wie Israel, gäbe es dort Bürgerkriege von nie zuvor dagewesenem Ausmaß.“

Nur für den Fall, dass Hawari nicht deutlich genug herausgestrichen hat, wie sehr sie Israel hasst, deutet sie an, Israel habe kein Existenzrecht, da ein „kolonialer Staat“, wo nur Nichtjuden Eingeborene sein können, keine Legitimität besitzt:

Ein Staat, der mittels einer jahrzehntealten illegalen Besatzung Kontrolle über ein Volk ausübt, ist keine Demokratie. Ebenso ist auch ein Staat, der sich nur für Juden offen erklärt und der die Rechte der eingeborenen nichtjüdischen Völker ignoriert, keine Demokratie.

Israel gehört nicht allen seinen Bürgern und denjenigen in seiner Kontrolle. Es ist ein ethnokratischer, kolonialer Siedlerstaat, der das internationale Gesetz täglich missachtet, indem er die Palästinenser in unterschiedlichem Besatzungsausmaß unterdrückt.

Dieser Meinungskommentar wurde vor der Wahl veröffentlicht, was beweist, dass sich der Independent durch die Veröffentlichung weniger um den Wahlausgang kümmert (den er eindeutig nicht mag), sondern mehr an einer Attacke auf die einzige echte Demokratie im Nahen Osten interessiert ist, ganz egal wie sehr Yara Hawari das Gegenteil behauptet.

Das jämmerliche Geheul über eine Werbebeilage mit israelischen Speisen

20. März 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 19. März 2015

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Für diejenigen, die Israel zu delegitimieren versuchen, lauern Verschwörungen an jeder Ecke. Völlig gleich was Israel tut, der wahre Zweck dahinter ist für diese Leute immer die Ablenkung der Menschen von Israels wahrem Ziel der Unterdrückung der Palästinenser.

Jüngstes Beispiel ist das Theater rund um eine Werbebeilage im Monatsmagazin der britischen Lebensmittel-Handelskette Waitrose.

Eine Ausgabe des Magazins enthielt jüngst eine 32seitige Hochglanzbeilage. Der Independent schreibt:

Taste of Israel, geschrieben vom Fremdenverkehrsbüro des betreffenden Staates, erschien in der Februarausgabe des monatlichen Waitrose Kitchen Magazine. Die Publikation bietet Informationen über die Geschichte der Speisen in Israel, übliche Zutaten und Gerichte, einen Beitrag über Marktbesuche sowie Rezepte für Speisen wie Shakshuka, Falafel und Hummus.

Rezepte? Übliche Zutaten? Geschichte der Speisen? Nun, das will Israel euch glauben machen! Die Palestine Solidarity Campaign kennt den wahren Hintergrund:

Die Broschüre ist ein Paradebeispiel für israelische Regierungspropaganda. Sie ist Zeugnis ihrer Bemühungen, die ausländische Öffentlichkeit von ihrer brutalen militärischen Besetzung palästinensischen Landes abzulenken, indem es das Bild eines Apartheidregimes mit dem eines touristenfreundlichen, kulturliebenden Landes ersetzt.

Angesichts des gegenwärtigen antiisraelischen Klimas im Vereinigten Königreich überrascht es kaum, dass die antiisraelische Version der Ereignisse bei einem Teil der Waitrose-Kunden einen empfindlichen Nerv getroffen hat, und sie haben geschworen, Waitrose zu boykottieren, da die Werbebeilage nicht auf die Nöte der Palästinenser eingeht.

William Sitwell, Herausgeber des Waitrose Kitchen Magazine, bestreitet, dass er eine Agenda bei der Veröffentlichung der Beilage gehabt habe: „Waitrose Kitchen ist nicht politisch – wir drucken Anzeigen von einer großen Bandbreite unterschiedlicher Geschäfte und Organisationen“, sagte er.

Aber vielleicht protestiert die Palestinian Solidarity Campaign zuviel. Vielleicht ist die Gruppe in Wirklichkeit nur eine Front, um harmlose israelische Werbeanzeigen zu attackieren, um die Menschen von der Unterdrückung des palästinensischen Volkes durch die Hamas abzulenken.

Ein Fall von Kulturvandalismus gegen Israel

4. März 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 2. März 2015

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Eines der heimtückischsten Elemente der BDS-Strategie ist die Forderung nach kulturellem Boykott. Es schadet Israels Image, von Kulturveranstaltungen in der ganzen Welt ausgeschlossen zu werden, und es schadet israelischen Künstlern, Schriftstellern und anderen, wenn sie von Menschen, die angeblich nur nicht mit Israels Politik einverstanden sind, wie Aussätzige behandelt werden.

Aber was passiert, wenn ein BDS-Unterstützer bzw. ein Israelgegner von einer Mainstream-Zeitung eine Plattform zur Verfügung gestellt bekommt, um eine israelische Produktion zu kritisieren, so wie Martha Schabas in der Globe and Mail? Das könnte noch schlimmer sein als kultureller Boykott – es könnte eine Form des Kulturvandalismus sein.

Schabas, freischaffende Tanzkritikerin für die Zeitung, kritisierte vor kurzem ein israelisches Tanztheaterstück namens Marathon, einen einstündigen Kommentar über das Leben in Israel, in welchem die drei Hauptfiguren stets in Bewegung sind. Auf ihrem Twitter-Feed hatte sich Schabas zuvor über Israels „Kriegsverbrechen“ und die SodaStream-Fabrik in „illegalen Siedlungen im Westjordanland“ geäußert. So ist es nicht verwunderlich, dass Schabas von der israelischen Produktion nicht beeindruckt war.

Das Stück, das „die Wunden der modernen israelischen Gesellschaft“ zu enthüllen vorgibt, zeígt drei weiße jüdische Künstler, die in einem Kreis herumrennen und Platitüden über ihre jeweiligen Schwierigkeiten ausrufen. Ich könnte versucht sein zu bemängeln, dass Marathon eine unerhört einseitige Sicht der israelischen Wunden bietet, aber ich fürchte, diese Beschwerde wäre irreführend – denn selbst die privilegierte Perspektive erfährt eine seichte Behandlung.

Schabas scheint an den Wunden der Israelis völlig desinteressiert. Was sie an dem Stück stört, ist, dass es die politischen Fragen auslässt, die ihr wichtig sind.

Wenn es so klingt, als sei Marathon zu unintelligent, um beleidigend zu sein, so bin ich noch nicht bereit, es vom Haken zu lassen. Natürlich muss nicht jedes Theaterstück über die israelische Gesellschaft die zwei Millionen Araber erwähnen, die ein Viertel seiner Einwohner ausmachen (über die vier Millionen in den besetzten Gebieten spreche ich gar nicht), oder über die 60.000 afrikanischen Asylbewerber, denen die Arbeitserlaubnis und der Flüchtlingsstatus verwehrt wird und die oft auf unbestimmte Zeit festgehalten werden. Aber ein Stück, das laut dem Pressematerial „die Tiefen des israelischen Bewusstseins“ auslotet und die Themen Land, Sicherheit und den existenziellen Überlebenskampf berührt, macht mit dem, was es auslässt, ein recht vorbelastetes Statement.

Das gleiche kann man von Schabas und ihrer Kritik sagen. Natürlich wird nicht jede Kritik einer Theaterproduktion die Fragen behandeln, die vom fraglichen Stück angesprochen werden. Aber eine Kritik, die im Grunde eine politische Attacke auf Israel durch das Medium einer Kritik an einer israelischen Tanzproduktion ist, hat keinen Platz im Feuilleton einer Mainstream-Zeitung.

Die Kritik hatte so viele Leserbeschwerden zur Folge, dass der Public Editor der Zeitung, Silvia Stead, prüfte, ob Schabas überhaupt mit dieser Theaterkritik beauftragt hätte werden sollen. Nach Rücksprache mit dem Kulturredakteur der Zeitung, Jared Bland, dem es offenbar nichts ausmacht, dass jemand mit antiisraelischer Haltung eine israelische Produktion kritisiert, zieht Stead die zahme Schlussfolgerung: „Die Autorin sollte ihre Kommentare zügeln, jetzt da sie für The Globe arbeitet.“

Diese Schlussfolgerung lässt Schabas für die Nutzung ihrer Position zu einem Angriff auf Israel vom Haken. Leider ist die Theatertruppe das eigentliche Opfer, denn sie wird in den Medien verrissen, weil sie nicht auf die politische Ausrichtung der Autorin passt. Zu schade, dass sie die Aufführung nicht einfach nur boykottierte.

Dammbruch: palästinensische Lüge entlarvt

24. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Februar 2015 / Übs: YdW

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Das kürzliche stürmische Wetter in Israel und angrenzenden Gebieten hat in Gaza zu weiten Überflutungen geführt. Den Palästinensern und ihren Medienunterstützern genügt es jedoch nicht, den starken Regen dafür verantwortlich zu machen – nein, Israel muss irgendwie beschuldigt werden.

Al-Jazeera:

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme
Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Wenigstens 80 palästinensische Häuser wurden überflutet, nachdem der Wasserpegel nach der Öffnung mehrere Dämme durch israelische Behörden im Gaza-Tal (Wadi Gaza) fast drei Meter erreichte und Familien zur Evakuierung zwang…

Brigadegeneral Said Al-Saudi, Leiter der Zivilschutzbehörde in Gaza, sagte zu Al Jazeera: „Letzte Nacht öffnete Israel ohne Vorwarnung Wasserdämme, was zu schweren Schäden an Dörfern in Gaza nahe der Grenze führte. Über 40 Häuser wurden überflutet, und 80 Familien befinden sich als Folge davon derzeit in Notunterkünften.“

Er fügte hinzu, dass sich die Dammöffnung negativ auf die lokale Landwirtschaft auswirken würde, da die Überschwemmungs auch Geflügel– und Tierfarmen in Gaza in Mitleidenschaft gezogen hat.

„Wir appellieren an Menschenrechtsorganisationen und internationale Rechtsorganisationen, dass sie intervenieren, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.“

RT (Russia Today):

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Es ist nicht das erste Mal, dass israelische Behörden die Dämme zum Gaza-Tal geöffnet haben. Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne Vorwarnung die Schleusentore ihrer Dämme in Richtung Gaza, um massive Mengen überschüssigen Wassers abzulassen, das sich während schwerer Regen– oder Schneefälle in der Naqab-Region angesammelt hatte.

Maan News:

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Der Sprecher der Zivilschutzbehörde in Gaza, Muhammad al-Midana, warnte, es könne weiteres Leid geben, wenn Israel weitere Dämme in diesem Gebiet öffnen würde. Er sagte, das Wasser fließe aktuell mit hoher Geschwindigkeit von der israelischen Grenze durch das Tal ins Mittelmeer.

Natürlich hat diese Story in antiisraelischen sozialen Medien die Runde gemacht. Man kann sie jedoch leicht widerlegen, da es sich um eine schamlose Lüge handelt. Das Büro des COGAT-Sprechers (COGAT = Coordination of Government Activities in the Territories) teilte HonestReporting mit:

Die Behauptung ist völlig falsch, denn in Südisrael gibt es keinerlei Dämme. Aufgrund der jüngsten Regenfälle wurden die Wasserströme in der Region überflutet ohne jegliche Verbindung zu irgendwelchen Aktionen seitens des Staates Israel.

Vor dem Sturm genehmigte COGAT die Überführung von vier Wasserpumpen der palästinensischen Wasserbehörde von Israel nach Gaza zur Verstärkung der 13 bereits im Gazastreifen befindlichen Pumpen, um möglichen Überflutungen im Gebiet Herr zu werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser diese Lüge verbreitet haben. Zuletzt geschah dies 2013 während einer ähnlichen Schlechtwetterperiode.

UPDATE

Sogar die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat diese Lüge nachgeplappert. Xinhuas Jerusalembüro wurde informiert.

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Bild: CC BY-SA HonestReporting, Hintergrunddesign von Freepik

Die verzerrten Holocaust-Lektionen des Guardian

2. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 27. Januar 2015 / Übs: YdW

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Zeitgleich zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust veröffentlichte der Guardian ein Editorial, das einen Einblick in dessen spezielle Ideologie gewährt.

In Bezug auf Holocaust-Überlebende:

Sie sprechen jetzt, da sie bald nicht mehr sprechen können werden. Auch sprechen sie zu einem Europa, in welchem sich Minderheiten aufs Neue bedroht fühlen: Jüdische Gemeinschaften sind von einer neuen Verunsicherung ergriffen, muslimische Gemeinschaften spüren den langsamen Anstieg von Feindseligkeiten im Fahrwasser von Dschihadisten-Gewalttaten wie dem Massaker bei Charlie Hebdo. Natürlich ist die geringe Beimischung rechtsradikaler Parteien von Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) in Griechenland bis hin zu Swoboda (Freiheit) in der Ukraine weit von einem Wiederaufleben des Faschismus entfernt. Wir sind nicht auf dem Weg zu einem neuen Auschwitz. Aber das liegt zum Teil daran, dass wir uns an das erinnern, was damals geschehen ist.

Nur europäische Synagogen mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Nur jüdische Gemeindegebäude, Schulen und Kindergärten benötigen scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Moscheen blieben offen, und abgesehen von einigen kleineren Fällen der Beschädigung von Eigentum sind es nicht Muslime, die auf europäischem Boden ermordet wurden.

Aber der Guardian behandelt sowohl Juden als auch Muslime als Opfer in einer unangebrachten moralischen Gleichschaltung.

Und was ist mit der „geringen Beimischung rechtsradikaler Parteien“? Der Guardian erkennt nicht, dass es nicht die Bedrohung durch Neonazis oder Faschisten ist, die die größte Gefahr für jüdische Gemeinschaften in Europa darstellt, sondern die Konvergenz aus Linksradikalen und islamistischen Extremisten, die ihren Judenhass in exakt jene Sprache des Antizionismus kleiden, welcher der Guardian bereitwillig eine Plattform bietet.

Als wolle das Editorial diesen Punkt unterstreichen, heißt es dort:

Israel selbst, das erst spät zu seiner Abrechnung mit den damaligen Geschehnissen in Europa gefunden hat, wurde manchmal von Menschen geführt, die seine Verletzlichkeit auszunutzen gewillt waren, aber das bedeutet nicht, dass diese Verletzlichkeit nicht tief empfunden würde: Ein Volk, das sich beinahe der Ausrottung ausgesetzt sah, kann nicht dafür getadelt werden, wenn es sein Schicksal nie wieder in fremde Hände legen möchte. Die Araber hingegen können nicht für ihr Gefühl getadelt werden, dass die europäische Blutschuld an den Juden mit dem bezahlt wurde, was sie als ihr Territorium betrachten.

Also folgert der Guardian, israelische Führer hätten zuweilen den Holocaust missbraucht und ausgenutzt, um die Handlungen Israels zu entschuldigen. Dann entschuldigt der Guardian die Weigerung der Araber, die Rechtmäßigkeit eines jüdischen Staates im Nahen Osten anzuerkennen, indem er sagt, die Schaffung des modernen Staats Israel sei ein Resultat europäischer Schuld aufgrund des Holocausts und nicht die unausweichliche Selbstbestimmung eines eingeborenen Volkes in seinem Heimatland.

Trotz all der Lippenbekenntnisse zu jüdischem Leid kann der Guardian sein antiisraelisches Dogma und seine Rolle bei der Förderung ebenjenes Zustands der Verletzlichkeit, dem sich Juden in Europa heute ausgesetzt sehen, nicht verbergen.

Und just in dieser Woche schreibt der preisgekrönte Autor Howard Jacobson im Independent über die Art und Weise, wie die „Aber-Brigade“ zugibt, etwas könnte eine Gräueltat darstellen, gefolgt vom Wort „aber“ und dann einer Einschränkung, die ihnen gerade in den Sinn kommt. Und genau das tat der Guardian – der Holocaust war eine Gräueltat, „aber“ Israels Handlungen und Rechtmäßigkeit sollten trotzdem in Frage gestellt werden.

Die New York Times kann ihre Verachtung nicht verbergen

27. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 26. Januar 2014 / Übs: YdW

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HonestReporting erwähnte schon öfters den „Halo-Effekt“, durch den sogenannte Menschenrechtsorganisationen und linke NGOs von den Medien als völlig untadelig angesehen werden und jenseits jeglicher Kritik stehen. Diese nichtstaatlichen Organisationen und mit ihnen in Verbindung stehende Persönlichkeiten erhalten von den Medien generell einen Freibrief. Dies gilt jedoch nicht für NGOs, die als proisraelisch wahrgenommen werden.

Und so ist es auch mit der New York Times und Jodi Rudorens Profil von Nitsana Darshan-Leitner von Shurat HaDin, dem Israel Law Center, das Gerechtigkeit für Israelis und andere Opfer von Terror oder von Terrorförderern wie dem Iran erwirken möchte.

Darshan-Leitner ist eine geschätzte Gastsprecherin bei den zweimal im Jahr stattfindenden „Missionen“ von HonestReporting.

Wir erwarten von Rudoren keine Lobeshymnen, aber wir sollten es auch nicht einfach so hinnehmen, dass ihr Artikel gespickt ist mit so vielen Negativa, wie es überhaupt geht. Nitsana Darshan-Leitner und Shurat HaDin werden mit einem solchen Grad an Skepsis behandelt, dass es schon an Feindseligkeit grenzt.

Hier ein Beispiel:

Gerichte weisen ihre Argumente regelmäßig zurück. Zirka 90% der 1,6 Milliarden US-$ Strafe bei Säumnisurteilen gegen Angeklagte, die nicht vor Gericht erschienen sind, z. B. Iran, Syrien, Nordkorea und die militante Palästinensergruppe Hamas, sind nicht bezahlt worden. Die Angriffe gehen weiter, und sie reicht weiterhin Klagen ein (und schreibt Nachrichtenblätter).

Und:

Aber Robert J. Tolchin, ein Anwalt aus New York, der mit Frau Darshan-Leitner zusammenarbeitet, nannte sie eine „Visionärin“, die sich nicht scheue, in „Guerilla-Rechtsstreits“ zu treten.

Ein Beispiel hierfür ist ihr (erfolgloser) Versuch, Israel zu zwingen, Palästinenser im Gazastreifen zu retten, die für ihre Kollaboration exekutiert werden sollten. Oder als sie (erfolglos) forderte, Jahre nach einer Reihe tödlicher Schießereien Straßensperren aufrechtzuerhalten, damit Palästinenser nicht die Straße 443 im Westjordanland benutzen können.

Angesichts der vielen Erfolge, zu denen Darshan-Leitner ihren Anteil beigetragen zu haben behauptet, stehen hier nur Fälle im Vordergrund, die sie nicht gewonnen hat.

Und was soll man aus folgenden Worten schließen?

„Nitsana betrachtet Situationen und sieht Argumente und Sachverhalte, welche die meisten Anwälte nicht sehen“, sagte Herr Tolchin, dessen Zimmergenosse an der juristischen Fakultät der Bruder des Ehemannes von Frau Darshan-Leitner ist.

Hier wird impliziert, dass Tolchins Fürsprache nur vorsichtig aufgenommen werden sollte, da er irgendeine unbedeutende persönliche Verbindung über zwei Ecken mit Darshan-Leitner hat.

Vielleicht könnten wir sagen, dass es sich hier tatsächlich um professionellen Journalismus seitens Rudoren handelt, denn sie gräbt tief, um eigennütziges Interesse aufzuspüren oder die Glaubwürdigkeit ihrer Interviewpartner zu untersuchen. Es gibt hier nur ein Problem – dieser Grad an investigativer Skepsis ist nur für eine Seite reserviert.

Was geschieht, wenn Rudoren es mit einer antiisraelischen NGO zu tun hat? Im Mai 2014 hoben wir eine Story von Rudoren über die sogenannte „Nakba“ der Palästinenser hervor, wo sie sich stark auf eine radikal antiisraelische NGO namens Zochrot bezog, die laut Rudoren „das Rückkehrrecht von Millionen palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen einfordert“.

Wie HonestReporting bemerkte, scherten Zochrots antizionistische Aktivitäten Rudoren nicht im geringsten. Beispielsweise unterstützten sie eine Einstaatenlösung und das Ende der jüdischen Souveränität sowie die Produktion eines hochgradig verstörenden Videos mit einem radikalen Aktivisten, der das Holocaustmahnmal Yad Vashem besuchte, in die Rolle des „Holocaust“ schlüpfte und behauptete, dies sei „das allerbeste“, das dem jüdischen Volk jemals passiert sei.

Wie kommt es dann, dass sich Jodi Rudorens Profil einer zionistischen Aktivistin einer proisraelischen NGO auf Negatives konzentriert und sie völlig zerpflückt, während eine radikale Organisation vom anderen Ende des politischen Spektrums mit Samthandschuhen angefasst wird?

Man kann nur den Schluss ziehen, dass es sich hier um ein Beispiel für die Offenlegung von Rudorens Sympathien handelt, verraten durch einen simplen Vergleich mit früheren Artikeln und der offenkundigen antiisraelischen Haltung der New York Times allgemein.

Daily Telegraph: Israel besetzt noch immer den Südlibanon

21. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 20. Januar 2015 / Übs: YdW

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Ein Selfie von Miss Israel direkt neben Miss Libanon bei einem Miss-Universe-Wettbewerb hat international Schlagzeilen gemacht. Der Grund hierfür war die säuerliche Reaktion von Miss Libanon und vielen ihrer Landsleute. Wir hätten nicht gedacht, dass HonestReporting darüber berichten muss, aber der Daily Telegraph hat einen Artikel veröffentlicht, in dem die tieferen Gründe hinter dem Selfie-Zoff angesprochen werden.

Darin steht auch folgender Kommentar von George Asseily, dem Vorsitzenden des Center for Lebanese Studies:

Der Grund ist, dass Libanon Israel beschuldigt hat – und noch immer beschuldigt -, einen Krieg gegen libanesische Zivilisten zu führen. 2006 gab es sehr viel Zerstörung, und seither hat sich die Beziehung nicht verbessert, da Israel noch immer Teile des Südens besetzt und den Rückzug verweigert, obwohl es sich um libanesisches Gebiet handelt.

Leider findet der Daily Telegraph keine erklärenden Worte für Asseilys Anschuldigung, und daher glaubt der gewöhnliche Leser jetzt, Israel besetze libanesisches Gebiet.

In Wahrheit ist das nicht der Fall. YNet News erklärt:

Die Schebaa-Farmen sind ein kleines Gebiet von ungefähr 28 km² an der Grenze zwischen Israel, Libanon und Syrien. Es liegt auf einem Berg etwa 1.500 m über dem Meeresspiegel und bietet einen Ausblick über das libanesische Bekaa-Tal. Seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 hielt Israel diese relativ hohe Gegend, die ihm gewisse Vorteile in geheimdienstlicher und strategischer Hinsicht bietet. (…)

Schebaa wurde 1974 von den Vereinten Nationen als Teil der von Israel besetzten syrischen Golanhöhen anerkannt. Im Mai 2000 zog sich Israel nach 18 Jahren aus dem Südlibanon zurück. Libanons Hisbollah behauptete, der Rückzug sei unvollständig, da Schebaa sich auf libanesischem – nicht syrischem – Territorium befände. Diese Behauptung gibt Hisbollah einen Grund, um weiter gegen die israelischen „Besatzer“ vorzugehen. In einem Interview mit The Media Line im Jahr 2004 zu diesem Thema sagte Ghasan Al-Ezzi, Professor für Politologie an der Libanesischen Universität in Beirut, die Bürger des Libanon lebten und arbeiteten auf den Schebaa-Farmen, aber das ändere nicht die Tatsache, dass die Region in den Augen der internationalen Gemeinschaft unter syrischer Souveränität stehe.

Wenn sogar die UN anerkennt, dass Israel nicht länger libanesisches Gebiet besetzt, warum kann dann der Daily Telegraph das nicht klarstellen?

UPDATE

Der Daily Telegraph hat Folgendes ergänzt:

Israel besetzt die Region der Schebaa-Farmen, die sowohl vom Libanon als auch von Syrien beansprucht werden.

Soweit es uns betrifft, ist diese Erläuterung nicht hinnehmbar und versagt völlig darin, ein legitimes Gegengewicht zu Asseilys Behauptung aufzustellen oder Klarheit zu schaffen. HonestReporting wird weiter hierüber berichten.


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