Archive for the ‘Israel’ category

Ist Jerusalem in Israel?

23. Mai 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 18. Mai 2016

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Ist die Altstadt Jerusalems in Israel?

Nicht wenn man der jüngsten Entscheidung der New Zealand Broadcasting Standards Authority (BSA) folgt.

ONE News New Zealand brachte im Oktober eine Sendung über die palästinensische Terrorwelle in Israel. Der Korrespondent schuf den Rahmen, indem er sagte:

Straßenblockaden wurden errichtet, und Tausende Polizisten und Soldaten patrouillieren durch Israel, während es eine Gewaltwelle aufzuhalten versucht. Beim jüngsten Angriff erstach ein Palästinenser eine 70jährige Frau, bevor er erschossen wurde.

Danach zeigte der Bericht Videomaterial, wie ein Terrorist nahe dem Damaskustor erschossen wurde. Die Texteinblendung im Video lautete „Jerusalem“.

Die Sendung führte zu einer Beschwerde der Wellington Palestine Group bei der BSA. Dort war man der Ansicht, die Leser würden zum Glauben verleitet werden, der Tatort und tatsächlich die ganze Stadt Jerusalem könnte womöglich in Israel liegen.

Die WPG behauptete:

Das Unvermögen von TVNZ [Television New Zealand], simple Geographie bei diesem Thema richtig darzustellen, lässt die Zuschauer die israelische Version glauben, Ostjerusalem sei rechtmäßiger Teil Israels und somit sei jeder Widerstand gegen die Besatzung illegitim.

Lassen wir mal beiseite, dass sie hier im Grunde das Einstechen auf eine 70jährige Frau als legitimen „Widerstand gegen die Besatzung“ bezeichnen — „simple Geographie“ zeigt, dass Jerusalem eine einzige Stadt ist. Es existiert keine separate geographische Bezeichnung „Ost“-Jerusalem. Die alte Waffenstillstandslinie von 1949, die die Stadt damals teilte, ist schon lange weg, und heute hätten Araber und Juden alle Mühe, genau aufzuzeigen, wo diese Trennung denn nun verlief.

Zudem ist die Behauptung, die Altstadt Jerusalems, das nationale, spirituelle und historische Herz des jüdischen Volkes, sei kein Teil Israels, völlig absurd.

Doch statt diese unverfrorene Behauptung sofort abzuschmettern, wurde sie von der BSA tatsächlich weitertransportiert: Dort instruierte man den Sender, künftig besser aufzupassen und nicht mehr anzudeuten, Jerusalem wäre ein Teil Israels.

Abschließend sagte die BSA:

Es existiert ein großes öffentliches Interesse, dass geographische Beschreibungen korrekt sind, wenn Vorfälle und der Konflikt in der Region beschrieben werden.

Dem stimmen wir zu.

Aber wir glauben, die BSA schlug der Realität ins Gesicht und tat das exakte Gegenteil, indem sie sich komplett auf die Seite einer Gruppierung schlug, die eine israelfeindliche Agenda verfolgt.

Financial Times: Nur Israel wird für den Fehlschlag der 2014er Friedensverhandlungen verantwortlich gemacht

20. Mai 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 17. Mai 2016

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Die Financial Times berichtet über die französischen Pläne für eine internationale Konferenz über den israelisch-palästinensischen Konflikt, um „neuen Schwung“ hineinzubringen und Direktverhandlungen zwischen beiden Seiten anzuregen.

Im Artikel blickt die FT auf die von den USA im Jahr 2014 geleiteten Gespräche zurück und warum diese fehlschlugen:

Die letzte von den USA geleitete Gesprächsrunde kollabierte im April 2014 nach Verzögerungen bei der geplanten Freilassung palästinensischer Gefangener durch Israel, palästinensischem Ärger über israelische Bauten in illegalen Siedlungen, und der israelischen Forderung, dass der Staat als jüdischer Staat anerkannt wird.

Und das ist wirklich die ganze Geschichte? War nur Israel für den Kollaps der Gespräche verantwortlich, und das gleich dreimal? Was ist mit der Gegenseite, auf die der Artikel gar nicht eingeht? Könnte es sein, dass die Palästinenser beim Kollaps der Gespräche eine Rolle gespielt haben?

Zum Beispiel:

  • Abbas stimmte einer Verlängerung des Gespräche nicht zu, und durch den bevorstehenden Kollaps wurde die Freilassung des Gefangenen verzögert.
  • In einem klaren Bruch der Vereinbarungen mit den USA und Israel bemühte sich Abbas um die palästinensische Mitgliedschaft in 15 UN- und internationalen Behörden.
  • Die Fatah verkündete ein Abkommen mit der Hamas — der völkermordenden Terrororganisation — über eine gemeinsame palästinensische Regierung.

Warum also berichtete die Financial Times nur über eine Seite — nämlich die, die die Schuld gänzlich Israel zuschob?

Antisemitisches Schockbild beim Daily Beast

19. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Mai 2016

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UPDATE

Daily Beast hat das anstößige Bild nach HonestReportings Twitter-Korrespondenz mit den Autoren ausgetauscht.

* * *

Daily Beast hat ein exklusives Exposé über eine israelische Drogenentzugsklinik veröffentlicht.

Die Story selbst ist kein Problem, es geht schließlich um eine Privatklinik. Aber das Bild ist sehr wohl ein Problem.

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Eine traditionelle jüdische Kippa mit Davidstern abzubilden, stellt eine vollkommen falsche Verbindung zwischen einer israelischen Privatklinik und dem jüdischen Volk als ganzes her. Die Implikation lautet, jedes Fehlverhalten dieser Klinik stehe unmittelbar mit dem Judentum und Israel im Zusammenhang.

Zwar ist der Klinikleiter ein Rabbi, aber will Daily Beast hier sagen, dass ein jüdisch-israelischer Besitzer dieser Klinik irgendwie ein inhärentes Fehlverhalten nahelegt?

Dafür gibt es ein Wort: Antisemitismus.

Wir haben uns mit Daily Beast und den Journalisten in Verbindung gesetzt.

UNICEF und AFP: Israel der „Kindermörder“

18. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Mai 2016

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Bitte unterzeichnen Sie unseren Brief an Emmanuel Hoog, dem Geschäftsführer der AFP, den Sie in diesem Link ganz unten im Artikel finden!

Die unheilige Allianz zwischen antiisraelischen nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) und der Presse ist in der AFP-Story mit dem Titel „Israelische Sicherheitskräfte ‚töteten 25 Palästinenserkinder‘ in drei Monaten, sagt UNICEF“ offenkundig.

Die Kinderbehörde der UN sagt, 25 palästinensische Kinder seien in den letzten drei Monaten des Jahres 2015 während einer Gewaltwelle getötet worden.

Ein UNICEF-Bericht sagte, man sei besorgt wegen der exzessiven Gewaltanwendung bei Vorfällen, in denen Palästinenserkinder, die angeblich Messerangriffe durchführten, von israelischen Sicherheitskräften erschossen wurden.

Laut dem Bericht sind über 1.300 palästinensische Kinder während der größten Zunahme der Attacken verletzt worden, fast alle davon im Westjordanland und in Ostjerusalem, während drei israelische Kinder im Westjordanland und in Westjerusalem verletzt wurden.

Zwar wird der Bericht der UNICEF zugeschrieben, aber die AFP versäumt zu erwähnen, dass es sich um das Vierteljahres-Mitteilungsblatt einer von der UNICEF geführten Arbeitsgruppe handelt, die ein wahrhaftiges Stelldichein von NGOs mit politisierten Aktivitäten gegen Israel darstellt:

Weder der Bericht selbst noch AFPs einseitige Berichterstattung geben vor, in irgendeiner Weise ausgewogen sein zu wollen. Statt dessen wird Israel als Mörder palästinensischer Kinder hingestellt:

Von den 23 getöteten Palästinenserkindern wurden 22 von israelischen Sicherheitskräften mit scharfer Munition getötet und eines durch israelische Siedler; es gab bislang keinerlei Festnahmen oder Anklagen in Bezug auf diese Morde.

Festnahmen oder Anklagen gibt es nur bei kriminellen Handlungen. Der UNICEF-Bericht macht hier also die pauschale Annahme, jeder Israeli, der einen Palästinenser im Alter zwischen 12 und 17 getötet hat, sei kriminell.

AFP schreibt:

UNICEF zitierte das Beispiel eines 17jährigen Mädchens, das am 25. Oktober in Hebron im Westjordanland „von IDF-Soldaten für eine Durchsuchung festgehalten, mit wenigstens fünf Kugeln erschossen und getötet wurde“.

„Die israelischen Behörden sagten, sie habe einen Polizisten zu erstechen versucht, aber ein Augenzeuge sagte aus, sie habe zum fraglichen Zeitpunkt keine Gefahr dargestellt, als sie erschossen wurde, und sie habe gerufen, dass sie kein Messer bei sich trage“, steht darin.

Hier ist die Implikation, ein hilfloses Palästinensermädchen sei aufgefasst und dann erschossen worden, während sie sich in der Obhut der IDF befand. Das ganze auf der Grundlage einer „Augenzeugen“-Aussage (vermutlich ein Palästinenser).

Hier die Art und Weise, wie am fraglichen Tag in der israelischen Presse über den Vorfall berichtet wurde:

Am Sonntag versuchte eine Terroristin Grenzpolizisten am Eingang zum Grab der Patriarchen in Hebron zu erstechen, nachdem sie den Argwohn der Beamten erregte.

Die Frau wartete darauf, die heilige Stätte zu betreten, verhielt sich aber auffällig. Sie wurde gebeten, sich auszuweisen, nahm aber plötzlich ein Messer heraus und lief schreiend auf die Polizisten zu.

Die Beamten schossen auf sie, und sie wurde getötet. Sie konnte niemanden verletzen.

Ist eine 17jährige mit einem Messer wirklich ein „Kind“ im reinsten Wortsinn? Hatten die israelischen Sicherheitskräfte ein unschuldiges Kind vor sich, als sie das Feuer eröffneten? Natürlich nicht, und ebensowenig wäre von ihnen erwartet worden, dass sie das Alter der Angreiferin berücksichtigen, während diese einen Terrorakt ausführt.

AFP fährt fort:

Ebenso zeigte sich die UNICEF besorgt über die Anzahl der palästinensischen Kinder im Alter zwischen 12 und 17, die von der israelischen Armee festgehalten werden.

Laut dem israelischen Gefängnisdienst stand die Zahl Ende Dezember bei 422, die höchste Zahl seit März 2009.

Vielleicht sollte die Zahl der palästinensischen Jugendlichen, die sich in Terroranschlägen oder in Gewalt gegen israelische Soldaten und Zivilisten betätigen, die wirkliche Besorgnis erregen. Sollte die UNICEF nicht ihre Besorgnis über die palästinensische Aufstachelung in sozialen Medien wie Facebook und Twitter ausdrücken, die bewirkt, dass solche jungen Menschen ihr eigenes und das Leben anderer gefährden?

Aber weder der UNICEF-Bericht noch AFP sind bereit, eine Alternative zu der Ritualmordlegende anzubringen, Israel würde palästinensische Kinder einfach auf verbrecherische Weise totschießen.

AFP kann über das Kontaktformular angeschrieben werden — https://www.afp.com/en/contact. Und UNICEF erreicht man für Beschwerden unter jerusalem@unicef.org

Bild: Messer-Vektor von Vecteezy

Die Rolle der Medien beim Schüren von Antisemitismus

11. Mai 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 5. Mai 2016

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Es ist ermutigend, dass die meisten britischen Medien das Thema Antisemitismus nun endlich ernstzunehmen scheinen, aber inmitten der ganzen Aufregung und der berechtigten Entrüstung schimmert eine gehörige Portion Scheinheiligkeit durch.

Heutzutage wird das Gros des Antisemitismus durch Israelhass zum Ausdruck gebracht, und vieles von diesem „Antizionismus“ rührt von der Israelberichterstattung der Medien her. Ihre häufig unverhohlene Feindseligkeit gegenüber Israel, ihre Voreingenommenheit, die Übertreibung jeglichen israelischen Fehlverhaltens als repräsentativ für das ganze Land, das Ignorieren der Zusammenhänge bei Ereignissen, die Reinwaschung der Palästinenser von jeglicher Schuld, das Ignorieren der antisemitischen Ziele der Palästinenser, die Falschdarstellung, Israel würde absichtlich Unschuldige töten, und die Falschdarstellung bzw. das Ignorieren des Hintergrunds und der Geschichte des Landes — all das schürt den Hass.

Immer wieder sagen die Leute, sie hätten mit Juden im allgemeinen keine Probleme, nur mit israelischen Juden und mit der Existenz Israels, also können sie keinesfalls Antisemiten sein. In ihrem Weltbild verurteilen „gute“ Juden Israel, und „schlechte“ Juden unterstützen es. Wenn die Leute dann Antizionismus von Antisemitismus trennen wollen und, darauf angesprochen, dieses zu verteidigen bemühen, dann sehen wir, dass sie in Wirklichkeit große Unkenntnis darüber besitzen. Viele von jenen, die des Antisemitismus bezichtigt wurden, wissen nicht einmal, auf welche Art und Weise sie antisemitisch waren, und scheren sich auch nicht darum.

Im Vereinigten Königreich wird ausgiebig diskutiert, wie man das Problem bekämpfen kann, besonders in der Labour-Partei. Aber was wäre denn wirklich notwendig? Zu den Wurzeln zurückzugehen. Ein guter Anfang wäre, sich mit dem jüdischen Volk und dem Judentum zu beschäftigen, mit Israel und dem Zionismus und mit der jahrtausendealten jüdischen Verbindung zu unserer Heimat. Danach könnte man sich mit dem Antisemitismus beschäftigen — wie er damals war, wie er heute ist. Mit dem Holocaust und der antisemitischen Rhetorik, die ihn auslöste. Ferner wie und warum Israel zum Staat wurde und das jüdische Volk rettete. Und dann kann man einen Blick auf den Antizionismus und Antisemitismus werfen, der heute, im Jahr 2016, die ganze Welt durchzieht. Erneut stellen Juden ihre Zukunft in Europa in Frage, und der Nahe Osten ist schon lange von fast allen Juden „gesäubert“, ausgenommen im jüdischen Staat.

Wenn man all dies gelernt hat, kann man eine fundierte Entscheidung darüber treffen, ob man Antisemit ist oder nicht, und seine Haltung nicht „einfach“ als Antizionismus abtun. Hasst die Person Israel nicht für das, was die Person als Grund anführt, sondern für das, was Israel IST — nämlich das jüdische Heimatland?

Am diesjährigen Holocaust-Gedenktag erinnerten wir uns erneut der 6 Millionen ermordeten Juden und gelobten, dass die Phrase „Nie wieder!“ niemals hohl klingen würde. Wir alle haben die Verantwortung, alles zu unternehmen, um Antisemitismus zu entlarven und zu bekämpfen, gegen die Dämonisierung und Delegitimierung Israels in den Medien und anderswo aufzustehen und anderen die Wahrheit über Juden, Zionismus und das jüdische Heimatland Israel nahezubringen.

IBT: Palästinenser feuern zuerst, aber Israel „beendet den Waffenstillstand“

11. Mai 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Mai 2016

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Werden Mörsergeschosse von Gaza nach Israel abgefeuert, wäre das dann kein palästinensischer Waffenstillstandsbruch? Nicht wenn man für die International Business Times berichtet:

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Wie kann Israel einen Waffenstillstand beendet haben, wenn die Palästinenser zuerst feuerten?

Selbst der Eröffnungsabsatz bei IBT besagt:

Israel hat einen Luftangriff auf palästinensische Streitkräfte im Gazastreifen durchgeführt und damit den zwei Jahre alten Waffenstillstand bedroht.

Endete der Waffenstillstand nun, oder wurde er durch Israel nur „bedroht“? Die IBT scheint sich nicht entscheiden zu können. Wie dem auch sei, die IBT hat Israel unzutreffend und unverantwortlich als den Aggressor hingestellt, obwohl der Luftangriff eine Antwort auf palästinensische Angriffe war.

Aber war da überhaupt Mörserfeuer? Laut IBT:

Israel behauptete, sein Luftangriff geschah als Antwort auf eine frühere Attacke von der anderen Seite, als aus Gaza Mörsergeschosse abgefeuert wurden.

Sagt die IBT hier ernsthaft, der Mörserangriff sei bloß eine substanzlose Behauptung Israels als Rechtfertigung für einen unprovozierten Luftangriff auf Gaza?

Selbst die Hamas bestätigte den Angriff auf israelische Streitkräfte. Der führende Hamas-Funktionär Abu Marzouk sagte:

Was an der Ostgrenze des Gazastreifens geschieht, ist ein Versuch Israels, neue Fakten am Boden zu schaffen, mehr als 150 Meter von der Grenze entfernt. Das ist es, was unsere Leute zu dieser Konfrontation veranlasste, nämlich um ihre Bulldozer davon abzuhalten, einfach so weiterzumachen.

Tatsächlich operierte Israel nahe der Grenze zu Gaza. Ynet berichtet:

Die IDF schätzt, dass das Mörserfeuer, das den gesamten Mittwoch über bestand, direkt auf IDF-Truppen gezielt war. Diese Truppen nahmen im Bereich des Grenzzauns Ingenieurstätigkeiten vor, um weitere Hamas-Tunnel aufzuspüren, die in israelisches Gebiet hineinragen. Dies geschah seit [Operation] Schutzrand an verschiedenen Stellen entlang der Grenze, aber erst während der vergangenen 24 Stunden oder so führte dies zu einer gewaltsamen Reaktion der Palästinenser.

Da die Suche nach Tunneln, die für Angriffe auf Israel genutzt werden könnten, nicht als Bruch des Waffenstillstands angesehen werden kann, gibt es eindeutig nur eine Seite, die mit Aggressionen begonnen hat — Hamas.

***

UPDATE

Nachdem wir auf unsere Beschwerde keine Antwort erhielten, tweeteten wir der IBT sowie dem IBT-Chefredakteur John Crowley drei Tage später:

TweetHRsuccess2Kurz danach wurde die Schlagzeile überarbeitet, und die Story bestätigt jetzt die palästinensischen Mörserattacken. Der Satz mit der israelischen „Behauptung“ wurde entfernt.

Wir danken der IBT für die Vornahme der notwendigen Korrekturen. Die neue Version sieht man hier, die alte im Cache hier.

Der palästinensische Märtyrer vom Internationalen Tag der Pressefreiheit

9. Mai 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 3. Mai 2016

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Israel hat eine viermonatige Verwaltungshaft von Omar Nazzal angeordnet. Bis vor kurzem war er Chef von Palestine Today, einem mit dem Islamischen Dschihad in Verbindung stehenden Fernsehsender, der auch mit der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) zusammenarbeitete. Laut dem Shin Bet wurde Nazzal für seine „Involvierung in Aktivitäten von Terrorgruppen“ inhaftiert.

Aus der Berichterstattung von AFP erfährt man jedenfalls nicht das Ausmaß von Nazzals Terrorverbindungen. Nirgendwo steht „Islamischer Dschihad“ oder „PFLP“.

Warum die Auslassung?

Ich schätze mal, diese lästigen Details hätten AFPs lustvollere Perspektive kaputtgemacht, dass die Verwaltungshaft am Vorabend des Internationalen Tages der Pressefreiheit verhängt wurde.

Ooh.

Der Name Palestine Today war jüngst in den Medien, weil die IDF im März dessen Fernseh- und Radiosender abgeschaltet hat, weil dort zu Terroranschlägen auf Israelis aufgerufen wurde.

Ifj-2Nachdem die Internationale Journalisten-Föderation kritisierte, die Schließung verletze die Pressefreiheit, antwortete der israelische Abgeordnete Yair Lapid, ein ehemaliger Nachrichtensprecher, mit folgender bitterer Aussage:

„Der Islamische Dschihad benutzte Palestine Today zur Aufstachelung gegen Israel und zur Ermutigung zu Terroranschlägen. Der Senderleiter wurde der Mitgliedschaft des Palästinensischen Islamischen Dschihad überführt. Die Verbindung ist derart offensichtlich, dass es Ihre Motive in Frage stellt, warum Sie hier überhaupt die Handlung Israels verurteilen.“

Er fügte hinzu: „Die Pressefreiheit erstreckt sich nicht auf terroristische Propaganda und auch nicht auf jene, die zum Mord aufrufen. Die Inhalte von Palestine Today würden die redaktionellen Richtlinien keines einzigen Ihrer Mitglieder erfüllen. Ich war über 30 Jahre lang Journalist; und das ist kein Journalismus. Es ist keine Redefreiheit, es sind Hassreden. Sie verteidigen hier keine Pressefreiheit; sie verteidigen den Aufruf zum Mord.“

Seien Sie nicht allzu überrascht, dass Nazzal auch Mitglied des Sekretariats des Palästinensischen Journalistenverbands ist.

Und ebenso nicht, dass er gut mit einer Kamera umgehen konnte, so wie Hussam Salama und Mahmoud Al-Kumi, zwei Kameraleuten der Hamas, die bei einem israelischen Luftangriff getötet wurden. 2013 wurden die beiden beinahe als gefallene Journalisten geehrt.

Wer für Zeitungen, Websites, Fernseh- oder Radiosender arbeitet, die mit Terrorgruppen in Verbindung stehen, der praktiziert Propaganda und keinen Journalismus.

Bild: Vektoren von Vecteezy


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