Archive for the ‘Israel’ category

Der Guardian wird garstig gegenüber Netanyahu

12. Februar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 10. Februar 2016

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Am Dienstag besichtigte der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu den Sicherheitszaun im Osten, der soeben entlang der Grenze zu Jordanien errichtet wird. Er nutzte die Gelegenheit zum Verkünden von Plänen, Israel mit noch mehr Zäunen zu umgeben, um seine Sicherheit zu gewährleisten — insbesondere zu einer Zeit des verstärkten Hamas-Terrorismus sowie dem Näherrücken von ISIS an Israels Grenzen.

Peter Beaumont vom Guardian begann seinen Bericht mit folgender Aussage:

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat seine Absicht kundgetan, “ganz Israel mit einem Zaun zu umgeben”, um das Land vor der Infiltration von Palästinensern sowie den Einwohnern umgebender arabischer Staaten, die er als “wilde Raubtiere” beschrieb, zu schützen.

Später schreibt er:

Netanyahus Gebrauch des Begriffs “wilde Raubtiere” erinnert an seinen Einsatz ähnlich brandstiftender Wörter über israelische Araber am Vorabend der letztjährigen Wahl, die er mit “sie kommen in Scharen heraus” beschrieb.

Es gibt nichts, was nahelegt, Netanyahu habe Palästinenser oder die Einwohner umgebender arabischer Staaten als “wilde Raubtiere” oder irgend einen anderen aus dem ursprünglichen Hebräisch übersetzten Begriff bezeichnet. In einem den Atem verschlagenden Beispiel für Meinungsmache hat Beaumont Netanyahus Aussagen genommen und sie in sein eigenes äußerst begrenztes Konzept des israelischen Premierministers als “Rassist” gepresst.

Ynet News hat Netanyahu zitiert. Er sagte:

“Letzten Endes wird der Staat Israel, wie ich das sehe, einen Zaun haben, der ihn vollständig umgibt”, fügte Netanyahu bezüglich der Kritik an der Weiterführung der vielen Befestigungen und Barrieren hinzu. “Man wird mich fragen: ‘Das wollen Sie machen, die Villa schützen?’ Die Antwort ist Ja. Wir umgeben den ganzen Staat Israel mit einem Zaun und mit Hindernissen? Die Antwort ist Ja. In der Umgebung, in der wir leben, müssen wir uns vor den Raubtieren schützen.”

Haaretz übersetzte auf ähnliche Weise: “Wir müssen uns vor den wilden Raubtieren schützen”. Die Jerusalem Post hingegen übersetzte nur “wilde Tiere”.

Die Times of Israel schrieb:

“In unserer Nachbarschaft müssen wir uns vor den fleischfressenden Tieren schützen”, sagte Netanyahu augenscheinlich als Hinweis auf die extremistisch-islamistischen Bewegungen.

Im Zusammenhang mit dem Bau von Sicherheitszäunen ist die Bedrohung an Israels Grenzen durch ISIS sowie durch Hamas-Terroristen beträchtlich.

Beaumont hat seine Vorurteile gegen Netanyahu sprechen lassen und darüber die akkurate Berichterstattung vergessen.

Wieder ein Beispiel für die Voreingenommenheit des Guardian und seiner Journalisten, die Israel, seine Regierung und seine Einwohner permanent falsch darstellen.

Terror, Israel und was die Nachrichten verschweigen

11. Februar 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 9. Februar 2016

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Mittwochnachmittag, Jerusalem. Das Damaskustor, eines der Haupt-Eintrittstore zu Jerusalems Altstadt, dem Ort, den ganze Menschenmassen jeden Tag betreten, um zu arbeiten, einzukaufen, zu leben und zu beten. Drei palästinensische Terroristen gehen in die Altstadt, tragen versteckte Messer, automatische Waffen und Sprengkörper. Als Polizisten sie auf ihr verdächtiges Verhalten ansprechen, nehmen die Palästinenser die Waffen heraus und beginnen zu schießen und zu stechen.

Die Polizisten schießen zurück, töten alle drei Angreifer und wenden ein möglicherweise enormes Massaker ab. Ein Polizist wurde verwundet, eine andere Polizistin getötet: die 19jährige Hadar Cohen.

Wie berichten die Medien für gewöhnlich über solche Vorfälle anderswo in der Welt?

Letzten August bestieg ein Möchtegernattentäter einen Zug in Paris. Er trug ein ähnliches Waffenarsenal bei sich wie die Angreifer in Israel (Messer und automatische Schusswaffen). Einige unbewaffnete, außer Dienst befindliche US-Soldaten bemerkten, wie sich der Attentäter auf das Abfeuern seiner Maschinenpistole vorbereitete, und sie rangen ihn nieder, bevor er das Feuer eröffnen konnte. Fast jede Schlagzeile sprach davon, die Amerikaner hätten “ein Massaker verhindert” oder “einen Amokschützen überwältigt“, und einige Artikel bezeichneten die Soldaten sogar als “Helden“.

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Nach den mit ISIS in Verbindung stehenden Anschlägen in Paris und San Bernardino konzentrierte sich jede Schlagzeile, die wir finden konnten, primär auf die Anschläge, die Opfer und in einigen Fällen die mutige Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Militär.

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Nirgendwo fanden wir Schlagzeilen, die sich primär mit dem Tod der Angreifer beschäftigten.

Vergleichen wir die übliche Berichterstattung mit den Berichten über den letztwöchigen Anschlag auf Israelis.

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Immer und immer wieder lasen wir “Palästinenser getötet” oder “israelische Polizei erschießt Palästinenser”, obwohl die erwähnten Palästinenser Attentäter waren.

CBS News: 3 Palästinenser getötet, während die tägliche Gewalt weitergeht. (Diese Schlagzeile wurde nachher dank der zahlreichen Reaktionen von HonestReporting-Lesern wie Ihnen verändert!)

Reuters: Drei Palästinenser nach Anschlag in Jerusalem erschossen: Polizei. (Auch diese Schlagzeile wurde nachträglich verändert.)

NBC: Anschlag am Damaskustor: drei Schützen nach Verletzung israelischer Polizisten in Jerusalem getötet

Al Jazeera: Israelische Polizei tötet drei Palästinenser nach Anschlag

Einige Schlagzeilen verschwiegen den Terroranschlag komplett, z. B. die bereits erwähnte CBS-Schlagzeile. Doch selbst wenn eine Schlagzeile den Anschlag erwähnte, war vielen die Betonung am wichtigsten, dass die israelische Polizei drei Palästinenser getötet hatte.

Dies steht in scharfem Kontrast zu der Art und Weise, in welcher ähnliche Ereignisse anderswo auf der Welt beschrieben werden. Stellen Sie sich eine Schlagzeile über den 11. September 2001 vor, in welcher steht: “15 Saudis in Amerika getötet”. Oder eine Schlagzeile über Paris, die lautet: “Männer aus Nahost von französischer Polizei getötet”. Wenn das Leben von Menschen bedroht ist, sind Schlagzeilen, welche den Tod der Terroristen betonen, irreführend und sogar regelrecht beleidigend.

Und trotzdem sind obige Beispiele nur einige wenige, die wir aus den vielen verstörend unzutreffenden Schlagzeilen herausgegriffen haben. Überdies behaupteten die meisten Artikel fälschlicherweise, die Attentäter seien nach ihrem Anschlag erschossen worden — in Wirklichkeit wurden sie beim Ausführen ihres Anschlags erschossen.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Sie zeigt, dass die Polizei unmittelbar im Rahmen der Selbstverteidigung handelte und Leben rettete, indem sie Terroristen stoppte, die mit ihrem Attentat beschäftigt waren. Falscher Gebrauch des Wortes “danach” verleiht den falschen Behauptungen der Palästinenser weitere Glaubwürdigkeit, die israelische Polizei betätige sich in “Exekutionen” und “außergerichtlichen Tötungen”.

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Die Medien können sehr wohl eine akkurate Schlagzeile über einen Terroranschlag schreiben — aber aus irgendeinem Grund kommt es nur selten dazu, wenn es um Israel geht.

Ist das Ermorden von Israelis einfach “menschliche Natur”?

10. Februar 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 4. Februar 2016

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Am 26. Januar behauptete UN-Generalsekretär Ban Ki-moon dreist, Terrorismus gegen Israelis sei “menschliche Natur”.

Er sagte: “Angriffe von Palästinensern auf israelische Zivilisten mit Messern, Autos und Schusswaffen haben weiterhin Leben gekostet… Wie es unterdrückte Völker jedoch im Lauf der Weltgeschichte bewiesen haben, ist es menschliche Natur, auf Besatzung zu reagieren, die oft als mächtige Brutstätte für Hass und Extremismus wirkt.”

Aber trotz seiner dramatischen Schlussfolgerungen über Geschichte und die menschliche Natur nannte Ban keinerlei Beispiele oder Beweise für die jenem Terror zugrundeliegenden Ursachen.

In einem vor kurzem erschienenen Meinungsbeitrag in der New York Times bekräftigte Ban Ki-moon seine unbestätigte Analyse von Geschichte und Psychologie. Zwar verurteile er jede Art von Gewalt, sagte er, aber…:

“Niemand kann bestreiten, dass die alltägliche Wirklichkeit einer Besatzung Wut und Verzweiflung schürt, welche die großen Triebfedern von Gewalt und Extremismus sind.”

Auch hier hat Ban keinerlei Beweise für die Triebfedern von Gewalt und Extremismus präsentiert. Holen wir das also nach! Untersuchen wir die Geschichte, die Fakten und die menschliche Natur.

Frage: War die Gewalt gegen Zivilisten in der menschlichen Geschichte wirklich eine natürliche Antwort auf Gebietsstreitigkeiten?

Antwort: Nein.

Die Oxford University Press veröffentlichte jüngst eine gründliche akademische Studie über mehr als 2.000 militarisierte Gebietsstreitigkeiten auf der ganzen Welt im Zeitraum von 1816 bis 1996. Die Analyse zeigte, dass nur 17% dieser militarisierten Gebietsstreitigkeiten innerhalb eines Jahres zu einem Krieg eskalierten und nur 30% innerhalb von fünf Jahren. Anders gesagt: Menschen reagieren auf Gebietsstreitigkeiten üblicherweise NICHT mit Gewalt. Und das ist keine Meinung, das ist Geschichte.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon

Frage: Glaubt Ban Ki-moon wirklich, Terrorismus (gegen Menschen, die keine Israelis sind) sei “menschliche Natur”?

Antwort: Nein.

Ein UN-Generalsekretär muss sich mit vielem befassen. Zum Beispiel haben aktuell 190 Staaten irgendwelche Gebietsstreitigkeiten. Und laut der Armed Conflict Database gab es 2015 ganze 42 gewaltsame Konflikte auf der ganzen Welt, und allein im Jahr 2014 produzierten diese Konflikte 12.181.000 Flüchtlinge und 180.000 Todesopfer.

Doch in seinen mittlerweile mehr als 7 Jahren als UN-Generalsekretär konnten wir nicht ein einziges Beispiel finden, wo Ban Ki-moon irgendeinen dieser Tode als “natürlich” oder “menschliche Natur” bezeichnet hat — außer eben als es um den Mord an Israelis ging.

Frage: Was sagen die Palästinenser? Wurde die jüngste Welle von Messer- und Schusswaffenangriffen auf Israelis von einer Gebietsstreitigkeit verursacht?

Antwort: Nein. Tatsächlich fußt die palästinensische Motivation für die jüngste Anschlagswelle auf der Aufstachelung rund um eine angebliche Bedrohung einer gewissen Moschee sowie auf der wachsenden Unterstützung der Palästinenser für ISIS.

Letzten September fing es an, dass eine Welle von Gerüchten durch die palästinensische Gesellschaft ging, die fälschlicherweise behauptete, Israelis würden die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zerstören wollen. Obgleich es sich hier um eine dreiste Unterstellung handelt, stachelten die Palästinenserführer die Jugendlichen dazu auf, auf diese Gerüchte zu reagieren. Palästinensische Quellen veröffentlichten praktische Anleitungen zum Erstechen von Juden. In den meisten Fällen erklärten die Angreifer ihre Motivation sogar in den sozialen Medien und sagten, sie handelten “zur Verteidigung der Al-Aqsa-Moschee“.

Und ISIS stachelte mit einer Reihe von Videos noch weiter zu palästinensischen Anschlägen auf. Vom Tel-Aviv-Terroristen Nashat Milhem hinterlassene Spuren legen nahe, dass er von ISIS inspiriert wurde.

4263815977_55a7edd9a5_mFrage: Bedeutet das, dass die Vereinten Nationen nicht zum Frieden ermutigen sollten?

Antwort: Nein, keineswegs.

Israelis wollen Frieden und sind auf einen unabhängigen Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite mit Israel vorbereitet. Israel hat für dieses Ziel signifikante Risiken auf sich genommen, den Palästinensern zu drei verschiedenen Gelegenheiten im Lauf der 25 Jahre seit beginn des Osloer Friedensprozesses die Unabhängigkeit anzubieten. Die Palästinenserführung hat die Angebote jedoch jedes einzelne Mal zurückgewiesen und beantwortete die israelischen Angebote sogar teilweise mit Gewalt.

Trotz aller Risiken und Herausforderungen unterstützen die meisten Israelis weiterhin die Idee, durch die Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaates Frieden zu finden. Für die UN ist es angemessen, Friedensbemühungen zu fördern.

Doch wenn Ban palästinensischen Terrorismus entschuldigt, unterstützt und ermutigt er die gewalttätigsten und extremsten Elemente der palästinensischen Gesellschaft und rückt den Frieden noch weiter weg.

Wäre es dem Generalsekretär ernst mit dem Frieden für Israelis und Palästinenser, würde er gut daran tun, seine Unterstützung denjenigen Palästinensern zu geben, die den Frieden wollen, und nicht denjenigen, die Terror wünschen. Ebenso würde er dann israelisches Leben mit demselben Grad an Ernsthaftigkeit und Respekt behandeln, den er für das Leben aller anderen Menschen auf der Welt an den Tag legt.

Nie zuvor hat Generalsekretär Ban Ki-moon irgendeinen gewaltsamen Konflikt auf dieser Erde, jetzt oder zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte, als “menschliche Natur” bezeichnet.

Nur den Mord an Israelis.

Bild von Ban via UN Photo/Mark Garten; Friedenstaube CC BY-NC-ND Ryan Lothian

CBS News verpasst Israel ein blaues Auge

8. Februar 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 3. Februar 2016

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Update: CBS News änderte die Schlagzeile ab. Sie lautet nun wie folgt:

Palästinenser greifen 2 israelische Beamte an, bevor sie getötet werden

* * *

Drei mit Messern, Schusswaffen und Rohrbomben bewaffnete Palästinenser gingen zum Damaskustor in Jerusalem, um Israelis zu ermorden.

Als sie von Polizisten aufgehalten wurden, die an ihnen verdächtiges Verhalten bemerkten, griffen die Palästinenser sie an. Die schnelle Reaktion der Polizisten hat heute eine Menge Blutvergießen verhindert.

Wenn ich durch die Schlagzeilen auf Twitter, Facebook, Google News usw. blättere, sehe ich Schlagzeilen wie diese hier:

Reuters: Israelische Polizistin stirbt bei Anschlag durch Palästinenser, drei Angreifer getötet

AFP: Bei Anschlag in Jerusalem Polizistin getötet, Angreifer erschossen

BBC: Anschlag in Jerusalem: israelische Grenzpolizistin stirbt nach Schüssen

Leider ragt eine vollkommen unprofessionelle Schlagzeile von CBS News aus den anderen Schlagzeilen hervor wie ein hässliches blaues Auge.

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3 Palästinenser getötet, während die tägliche Gewalt weitergeht

Es ist dieselbe müde alte Story: Israelis sind Mörder. “Während die tägliche Gewalt weitergeht” ist unpersönlich und unentschuldbar.

Es ist ein blaues Auge für Israel und ein blaues Auge für die Leser, die Besseres verdienen als das.

Der HonestReporting-Geschäftsführer Joe Hyams sagte:

CBS versagte nicht nur bei der Erfüllung ihrer Journalistenpflichten, sondern haben sich anderen kläglich gescheiterten Schlagzeilenmachern angeschlossen, die Terroristen zu Opfern machten. Die Medien müssen für den nicht wiedergutzumachenden Schaden, den sie anrichten, zur Rechenschaft gezogen werden. Terror ist Terror, und die Gewalt in Jerusalem, Paris und San Bernardino mit anderen Maßstäben zu messen ist nicht hinnehmbar. Es ist Zeit, sich gegen den institutionellen Antiisraelismus aufzulehnen, der die Büros viel zu vieler Medien weltweit befallen hat.

Hierzu gibt es einen Brief an den Präsidenten von CBS News, David Rhodes — bitte unterzeichnet ihn mit Namen und E-Mail-Adresse; je mehr mitmachen, desto wirksamer ist er.

Geschichtsklitterung à la Robert Fisk

4. Februar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 1. Februar 2016

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Robert Fisk, den wir über die Jahre schon öfters kritisieren mussten, hat die zweifelhafte Ehre, seinen Namen dem Kunstverb “fisken” verliehen zu haben — also einen Zeitungsartikel oder einen Blogbeitrag (etc.) Punkt für Punkt zu widerlegen oder zu kritisieren.

Fisks jüngsten Beitrag im Independent möchten wir gar nicht widerlegen. Dort fragt er, ob Benjamin Netanyahu “verrückt geworden ist”, weil er die kürzlichen Kommentare von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon thematisiert hat. Was aus diesem Text aber wirklich heraussticht, ist Folgendes:

Kurz ein paar Worte über die Geschichte. Israel eroberte 1967 das Westjordanland. Es baute Kolonien auf dem Land, welches der Westen israelische “Siedlungen” nennt — ähnlich wie die “Siedlungen” im Wilden Westen, was ihnen einen beinahe europäischen Anstrich verleiht. Danach erkannte Israel, dass es von den USA und ihren Verbündeten für den Bau von Häusern für Ausländer (Israelis) auf dem Eigentum anderer Leute verurteilt wurde. Das ist exakt das, was die israelische Regierung tat und was viele Israelis seither in Frage gestellt haben, da es Israel zum “Besitzer” von Land außerhalb seiner eigenen von der UN anerkannten Grenzen machte — und dies macht Israel zum einzigen Land, das immer noch einen Kolonialkrieg betreibt.

Die Palästinenser — die rechtmäßigen Besitzer des Landes unter osmanischer (und britischer) Herrschaft — haben dies zu Recht als Diebstahl bezeichnet. Und das ist es auch. Land, das Palästinensern gehört, wurde von Israel für sein eigenes Territorium genommen, auch für seine Produkte — Gemüse und so weiter, welches illegal als israelisches Produkt in der EU verkauft wird, und als die EU sich darüber beschwerte, wurde sie bösartig als antisemitisch beschimpft. So wird Hass erzeugt.

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Robert Fisk

Fisks Geschichtsversion passt eindeutig nicht auf die Fakten. Fisken wir kurz seinen Text.

  • Israel eroberte 1967 nicht einfach so das Westjordanland. Fisk verschweigt, dass Israel als eines der Ergebnisse aus dem Sechstagekrieg die Kontrolle über jene Territorien errungen hatte. Im Sechstagekrieg hatte sich Israel erfolgreich gegen mehrere arabische Armeen verteidigt, die seine Existenz bedrohten.
  • Referenzen wie z. B. “Kolonien” und “beinahe europäischer Anstrich” portraitiert Israel fälschlicherweise als Eindringling ohne Verbindung mit dem Land. Ob man mit dem Siedlungsunterfangen nun einverstanden ist oder nicht — die historische Verbindung der Juden zum fraglichen Land ist unbestreitbar. Israelis sind keine “Ausländer”. Juden sind dort Eingeborene, quasi Ureinwohner.
  • Was sind Israels “von der UN anerkannte Grenzen”, die Fisk anspricht? Die sogenannte Grüne Linie wird von niemandem als offizielle Grenze gesehen, und zwar einfach weil es sich hier um eine Waffenstillstandslinie handelt: Dort standen die Armeen, als der Waffenstillstand ausgerufen wurde. UN-Resolution 242, die über die ganzen Jahre als Verhandlungsgrundlage gedient hat, fordert “sichere und anerkannte Grenzen” sowie einen Rückzug Israels aus im Jahr 1967 “besetzten Gebieten”, wobei mit Bedacht so formuliert wurde, dass nicht von “allen Gebieten” oder “den Gebieten” die Rede ist. Als Lord Caradon später gebeten wurde, die britische Position darzulegen, sagte er: “Es wäre falsch gewesen zu fordern, Israel solle zu seinen Positionen vom 4. Juni 1967 zurückkehren, denn jene Positionen waren künstlicher Natur und nicht wünschenswert.”
  • Wer sind die Palästinenser, welche “die rechtmäßigen Besitzer des Landes unter osmanischer (und britischer) Herrschaft” gewesen sein wollen? Auf diesem Gebiet hat es niemals einen souveränen Palästinenserstaat gegeben. Meint Fisk damit nur das Westjordanland oder den gesamten Staat Israel? Und hätten Palästinenser unter osmanischer Herrschaft das Land besessen, dann würde dies in Fisks Gedankenwelt bedeuten, sie seien die rechtmäßigen Eigentümer allen Landes vom Jordan bis zum Mittelmeer. Indes stahlen Juden kein arabisches Land.
  • Keinerlei Produkte wurden “illegal als israelisches Produkt in der EU verkauft”. Der Disput mit der EU betrifft die Etikettierungsrichtlinien und nicht etwa Gesetze gegen die Vermarktung von Produkten aus jüdischen Siedlungen. Woher auch immer diese israelischen Produkte stammen, sie brachen niemals irgendwelche Gesetze und tun dies auch heute nicht. Zudem hat auch Israel selbst niemals diese Richtlinien verletzt.

Und hier endet unser Fisken.

Doppelter Standard?

3. Februar 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 31. Januar 2016

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Ein Meinungsbeitrag von Roger Cohen in der New York Times unterstützt die vom amerikanischen Israelbotschafter Daniel Shapiro vorgebrachte Äußerung, Israel wende einen “doppelten Standard” an, wenn es um Israelis und Palästinenser in den umstrittenen Gebieten geht. Er schreibt:

Shapiro sagt das Offensichtliche. Israelische Siedler sind Bürger und genießen den vollen Schutz des Zivilrechts. Für die 2,8 Millionen Palästinenser im Westjordanland gilt das nicht.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Das internationale Recht verlangt, dass Israel zwischen Palästinensern und Israelis unterscheidet. Botschafter Alan Baker vom Jerusalem Center for Public Affairs sagt:

Tatsächlich gibt es zwei Rechtsrahmen.

Derjenige, der von Israels Zivilverwaltung gegenüber den palästinensischen Bewohnern Judäas und Samarias angewendet wird, basiert auf den internationalen Normen in Bezug auf die Verwaltung von Gebieten, die nach einem bewaffneten Konflikt und vor der Formulierung eines Friedensabkommens besetzt oder verwaltet werden. Diese in den Haager Regeln von 1907 und in der Vierten Genfer Konvention von 1949 festgesetzten Regeln erlauben es einer Verwaltungsmacht bei der Verwaltung einer feindlichen lokalen Bevölkerung, verschiedene Beschränkungen der Grundfreiheiten zu verhängen, die in einem ordentlichen Zivilrechtssystem existieren. All dies ist einem dauerhaften Friedensarrangement anhängig, welches das Schicksal des Territoriums bestimmt.

Der zweite Rechtsrahmen umfasst die israelischen Bewohner von Städten, Dörfern und anderer Arten von Siedlungen innerhalb des Territoriums, die kein Teil der lokalen palästinensischen Bevölkerung sind und somit auf individueller Ebene dem israelischen Gesetz unterliegen. Als solches werden sie nicht von den erwähnten Beschränkungen betroffen, die ausschließlich für die lokale Bevölkerung des Gebiets gelten.

Im Gegensatz zu den Unterstellungen in Botschafter Shapiros Aussage basieren diese zwei Rechtsrahmen nicht auf irgendeinem doppelten Standard, sondern auf einer klaren Unterscheidung der Justizbehörden aufgrund der Vorgaben durch internationales humanitäres Recht und israelisches Gesetz.

Beide Rechtssysteme erfordern die strikte Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der damit einhergehenden Regeln des Naturrechts. Jedes einzelne Verbrechen muss untersucht werden, und die Täter müssen vor das entsprechende Gericht gebracht werden.

Würde Israel seine Gesetze auf Palästinenser anzuwenden versuchen, würde dies in der Tat als Versuch betrachtet werden, eine Einstaatenlösung herbeizuführen und das Konzept eines “dauerhaften Friedensarrangements, welches das Schicksal des Territoriums bestimmt” zu verwerfen. Und das ist ganz offensichtlich nicht das, was Cohen glaubt.

Und wie Baker sagt, wird diese Unterscheidung in keinster Weise etwas anderes als die vollständige Untersuchung jedes Verbrechens ermöglichen. Doch statt spezifische Fälle anzuführen, nutzt Cohen einen Bericht von Human Rights Watch (HRW) als Quelle, eine Organisation mit berüchtigter Voreingenommenheit gegenüber Israel.

NGO Monitor hat zahlreiche Berichte über die Voreingenommenheit von HRW geschrieben:

Insbesondere weisen die Aktivitäten von HRW keinerlei professionelle Standards und Forschungsmethoden auf; sie zeigen einen Mangel an Kenntnissen im Völkerrecht und in bewaffneten Konflikten sowie eine tiefgreifende ideologische Voreingenommenheit gegenüber Demokratien im Allgemeinen und Israel im Besonderen.

Selbst Meinungsbeiträge sollten auf Fakten beruhen und den vollständigen Zusammenhang präsentieren. Quellen mit einer bekannten Agenda wie z. B. HRW sollten vermieden werden.

New-York-Times-Korrespondentin (erneut) von Redaktion korrigiert

1. Februar 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 26. Januar 2016

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Diaa Hadid, Korrespondentin der New York Times, begann ihren Artikel über die Zwangsräumung von Palästinenserwohnungen in Jerusalems Altstadt mit einigen bewegenden Zeilen:

Nazira Maswadis neuer Vermieter versucht sie mit der Behauptung loszuwerden, ihr Noch-Ehemann Tawfiq, der ursprüngliche Mieter, sei verstorben. “Er ist nicht tot”, insistiert sie. “Er hat 10 Kinder mit mir. Wäre er tot, müssten sie ihn begraben.”

So beunruhigend die Behauptung auch ist, sie wird durch die Fakten nicht gestützt. Ausgelöst durch eine Untersuchung durch die Organisation CAMERA erklärt eine Redaktionsnotiz der Times vom 26. Januar, dass Gerichtsdokumente zeigen, dass sie wegen Nichtzahlung der Miete vor die Tür gesetzt wurde. Nicht ganz so emotional oder Sympathie erzeugend.

Die Anerkenntnis des wahren Grundes für die Zwangsräumung würde Hadids Meinung (die in einer Nachrichtenstory nichts zu suchen hat) unterminieren. Dies wird klar, als sie Folgendes schreibt:

Die palästinensischen Familien und ihre Unterstützer behaupten, die oft mit scheinbar obskuren Verletzungen ihrer Mietverträge begründeten Zwangsräumungen seien Teil einer übergeordneten Agenda, jüdische Enklaven innerhalb des historischen muslimischen Viertels zu erzeugen.

Will sie die Leser glauben machen, eine Nichtzahlung der Miete sei eine “obskure Verletzung eines Mietvertrags”?

In Wirklichkeit war das nur eines von drei Problemen mit dem Artikel, welche die Autorin korrigieren musste. Alle aufgrund desselben grundlegenden journalistischen Versagens.

Wie die Times-Redaktion schreibt:

Die Beschreibungen beruhten auf den Aussagen der Mieterin; der Artikel hätte weitere Informationen aus Gerichtsunterlagen oder von den Vermietern enthalten sollen.

Anders gesagt, Hadid hatte sich mit den Gekündigten zusammengesetzt und ihre Aussagen aufgeschrieben, ohne sich die Mühe zu machen, nach anderen Aussagen oder Hinweisen zu forschen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hadid einen Artikel für die Times geschrieben hat, in welchem sie wesentliches Material, das nicht auf ihre Agenda passte, einfach ausgelassen hat. Wie wir bereits berichtet haben, beschwerten sich vier der Leute, die sie als Hauptquelle für ihren Artikel über die arabische Szene in Haifa interviewt hatte, Hadid habe ihre Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen.

Nachdem sie von ihrer Redaktion zweimal öffentlich korrigiert wurde, können wir uns nur fragen, ob Hadids Auslassungen das Ergebnis schlampigen Journalismus sind oder ob es sich um Absicht handelt. Natürlich ist ihre Vergangenheit bei der berüchtigten antiisraelischen Seite Electronic Intifada (“New York Times Employs Veteran of Anti-Semitic Website“) äußerst beunruhigend.

Wir waren ermutigt, als Margaret Sullivan, Public Editor der Times, auf Kritik an der Israel-Berichterstattung des Blattes reagierte und sagte, die New York Times müsse das Leben der Palästinenser und ihre Ansichten stärker dokumentieren und sie nicht nur als Opfer darstellen. Aber Hadid macht die Berichterstattung der Times schlechter und nicht besser.


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