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AP gibt Hamas-Definition von „gewaltfrei“ preis

29. April 2018

Simon Plosker, HonestReporting, 26. April 2018

Associated Press könnte wegen seiner Story über die anscheinende Begrüßung von „Gewaltfreiheit“ Anerkennung verdienen, aber hat die Nachrichtenagentur überhaupt erkannt, welche alternative Realität seine Journalisten aufgedeckt haben?

Die Story beginnt folgendermaßen:

In einem Sit-in-Zelt nahe der Gaza-Grenze zu Israel beantwortete ein Lehrender Fragen von Aktivisten, die mit dem Konzept der gewaltfreien Proteste zu kämpfen haben.

Sie fragten, was erlaubt ist und führten unterschiedliche Aktionen au. Steine werfen und Kundgebungen veranstalten ist erlaubt, sagte er. Brandsätze zu werfen ist ein „Vielleicht“ und Messer einzusetzen ist ein definitives „Nein“.

Es erscheint also so, als ob alles, das keine Selbstmord-Bombenanschläge, Raketenangriffe, Schüsse oder Stechen involviert, jetzt von der Hamas und palästinensischen Aktivisten als „gewaltfrei“ eingestuft wird.

Das Oxford English Dictionary definiert Gewalt als ein Verhalten, als physische Stärke, die darauf abzielt jemanden oder etwas zu verletzen, zu schädigen oder zu töten.

Es definiert sie auch als ungesetzliche Ausübung physischer Kraft oder Einschüchterung durch die Zurschaustellung solcher Kraft.

Bei beiden dieser Definitionen würde Steine oder Brandsätze zu werfen als Gewalttat betrachet. In jeder zivilisierten Gesellschaft würde dieses Tun sowohl inakzeptabel als auch gesetzwidrig sein.

Warum haben dann die Medien die Hamas-Definition von Gewaltlosigkeit übernommen, die Palästinensern einfach erlaubt vom Lexikon als Gewalttaten definiere Taten zu verüben, wenn sie ohne die Unterstützung einer Schusswaffe oder eines Messer ausgeübt werden.

AP gibt an:

Die Hamas hat den Druck auf Israel aufrecht erhalten, indem sie zumindest eine Begrüßung von Gewaltfreiheit „telegrafieren“. Der oberste Chef Ismail Haniyeh zum Beispiel sprach vor dem Hintergrund von Poster solcher Ikonen wie Nelson Mandela dn Martin Luther King.

Die AP erwähnt nicht, dass dieser Hintergrund an Postern auch Gandhi einschloss.

Hamas-Chef Ismail Haniyeh hält eine Rede unter den Antlitzen von Ghandi, King und Mandela. Enn er tatsächlich ihrem Vorbild folgen würde, würde seie Terrororganisation sich entwaffnen – für das allgemeine Wohl aller Gazaner.

Mandela und seine Partei ANC wandten im Kampf gegen die Apartheid Südafrikas Gewalt an, aber es ist sowohl für Gandhi als auch für Martin Luther King eine Beleidigung, wenn die Hamas irgendeinen Vergleich zwischen sich und den Vertretern echter Gewaltlosigkeit zieht.

Gemäß des Martin Luther King Jr. Research and Education Institute an der Standford University hatte Kings Vorstellung von Gewaltlosigkeit sechs Schlüsselprinzipien, darunter:

  • Man kann dem Bösen Widerstand leisten ohne zu Gewalt Zuflucht zu nehmen.
  • Gewaltlosigkeit strebt an die „Freundschaft und Verständnis“ des Gegners zu gewinnen, nicht ihn zu demütigen.
  • Diejenigen, die sich der Gewaltlosigkeit verschrieben haben, müssen bereit sein ohne Vergeltung zu leiden, weil Leiden selbst erlösend sein kann.
  • Der Widerstand Leistende sollte von Liebe im Sinn von „Verständnis“ oder „gutem Willen für alle Menschen“ motiviert sein.

Klingt das wirklich wie die Hamas-Definition von gewaltfreiem Protest?

So sieht die Realität der Proteste an der Gaza-Grenze aus:

Warum ist es gewaltlos, wenn Palästinenser Steine und Brandbomben werfen, aber jeder andere in jedem anderen Land würde dafür verhaftet und vor Gericht gestellt werden? Ist es die Bigotterie der niedrigen Erwartungen, die die Palästinenser mit viel niedrigeren Standards dessen messen, was gewaltfreie Aktivitäten darstellen?

Warum lassen die Medien der Hamas und den palästinensischen Randalierern durchgehen, wie sie Gewaltlosigkeit definieren?

Die Associated Press hat einen anständigen Artikel geschrieben. Es ist aber so aus, dass die Agentur das nicht zu Ende gebracht und die offensichtlichen Folgerungen gezogen hat: Hamas und Gewaltlosigkeit sind keine im Himmel geschlossene Ehe.

(Bild: freevector.com und Flash90/SlimanKhader, bearbeitet)

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Um den Zionismus zu verstehen, lesen Sie Herzl, nicht Mahmud Abbas

8. März 2018

Gastpost, HonestReporting, 8. März 2018

Paul Gross, Mitglied von HonestReportings israelischem Vorstand, ist Senior Fellow am Menachem Begin Heritage Center in Jerusalem; er schreibt und lehrt israelische Geschichte und Politik. Er hat für eine Reihe israelischer, britischer, amerikanischer und kanadischer Publikationen geschrieben. Die hier vertretenen Ansichten sind seine.

2018 begann mit einem seltenen Geschenk des PA-Vorsitzenden Mahmud Abbas an die Fürsprecher Israels. Einer der von den westlichen Medien am weitesten akzeptierten Mythen des Nahen Ostens ist die „Moderatheit“ des PA-Führers. Er wird gewohnheitsmäßig als jemand dargestellt, der engagiert nach Frieden strebt, dessen Versuche einen Deal mit der israelischen „Hardliner“-Regierung (manchmal auch „rechtsextremen“ Regierung) von Benjamin Netanyahu frustriert ist. Egal, dass es sich um einen Mann handelt, der es ablehnt die konzessionswilligste israelische Zweistaatenlösung zu akzeptieren, die aktenkundig ist – die von Ehud Olmert aus dem Jahr 2009; er hat seitdem zweimal von den USA vermittelte Verhandlungen mit Netanyahu verlassen, sogar nachdem Israels „Hardliner“-Premierminister (im ersten Fall) den Siedlungsbau einfror und (im zweiten Fall) palästinensische Terroristen freiließ.

Wie half uns Abbas also zu Beginn dieses Jahres? Nun, in einer langen, mit historischem Unwissen und Verschwörungstheorien vollgestopften Tirade vor dem Zentralrat der PLO lieferte er alle Beweise, die nötig sind, um den Mythos der „Moderatheit“ platzen zu lassen. Die Rede umfasste eine Litanei an Fälschungen, die als „antisemitisch“ bezeichnet wurde – nicht von Netanyahu, sondern von Avi Gabbay, dem Leiter der linken Opposition in der Knesset. Die Liste der Verleumdungen beinhaltete eine Leugnung der jüdischen Verbindung zu Jerusalem; ein kindischer Versuch eines historischen Übertreffens, indem er behauptete die Palästinenser seien die Nachkommen der biblischen Kanaaniter; und das falsche, unglaubhafte „Wann haben wir je Verhandlungen abgelehnt?“ (Jeder Einzelne frustrierte israelische und amerikanische Unterhändler könnte ihm eine Liste mit den Daten liefern.)

Und dann war da noch das: Ein kurzer Verweis au Theodor Herzls  prägenden Besuch in Palästina ganz am Ende des 19. Jahrhunderts:

Als Herzl in Palästina ankam, sag er Menschen, menschliche Wesen, Bürger. Also sagte er: „Wir sollten die Palästinenser aus Palästina tilgen, so dass es ei land ohne ein Volk für ein Volk ohne Land wird.“

Prof. Shlomo Avineri

Das fiel mir aus zwei Gründen als wichtig auf. Einer war ein zeitlicher Zufall: Ich hatte gerade eine großartige Biographie Herzls ausgelesen, die der gefeierte israelische Professor Shlomo Avineri schrieb. Anders als Abbas ist Avineri ein Experte für Zionismus und ein ernstzunehmender Akademiker. (Dr. Mahmud Abbas‘ Doktorarbeit argumentiert, dass die Zionisten die Zahl der Opfer des Holocaust übertrieben und mit den Nazis kollaborierten.)

Avineri widmet ein Kapitel seines Buches Herzls utopischem Roman Alteneuland, seiner Schilderung des jüdischen Staates, den die zionistische Bewegung schaffen würde. In seinem erdachten Gemeinwesen lebten Araber als gleichberechtigte Bürger. Fakt ist: Der Bösewicht in seinem Roman ist ein rassistischer jüdischer Wahlkandidat, der glaubt Nichtjuden sollte das Wahlrecht verweigert werden. Er verliert die Wahl gegen einen Kandidaten, der mit einem Wahlprogramm gleicher Rechte für alle Bürger antrat.

So viel zu Herzl als ethnischem Säuberer.

Herzls Zionismus betrachtete die Araber Palästinas „als Gleichberechtigte, Partner der Staatsbürgerschaft, die in die öffentlichen Institutionen der Gesellschaft wählen und gewählt werden“ Eine Vision, die Realität wurde, als 1948 das echte „Altneuland“, der Staat Israel, gegründet wurde, bei dem für seine nichtjüdischen Bürger die gleichen Rechte verankert wurden.

Der zweite Grund für Abbas‘ Verleumdung von Herzl ist wegen seiner folgen und den Auswirkungen dieser Folgen wichtig. Die Behauptung, dass Herzl – und daher der Zionismus von Anbeginn an – rassistisch, imperialistisch und brutal war, ist die Grundlage eines Großteils der antiisraelischen Propaganda, der wir uns in den Medien, an Universitäten und anderen Orten gegenüber sehen. Obwohl die UNO schließlich ihre abscheuliche Resolution „Zionismus ist Rassismus“ von 1975 widerrief, bleibt der Zionismus ein schmutziges Wort in linken Kreisen der gesamten westlichen Welt.

Der israelische Botschafter Chaim Herzog zerreißt eine Kopie der Resolution 3379 der UNO-Vollversammlung, die 1975 den Zionismus als „eine Form des Rassismus und der Rassendiskrimineirung“ bezeichnete.

Noch bösartiger macht dieses Narrativ, dass es die breitere Diskussion über Israel infiziert. Jedes Land handelt manchmal  auf Weisen die Kritik der internationalen Medien anzieht; aber nur bei Israel wird wegen umstrittener Politik seine Legitimität als Saat in Frage gestellt. Der Zionismus, die Gründungsideologie des Staates, ist moralisch verunreinigt worden; deshalb steht Israel ständig „auf Bewährung“.

Wir können die giftigen Ergebnisse davon in zahllosen Nachrichtenmeldungen zum Konflikt mit den Palästinensern sehen. Israel vermeintliche Makel und Fehler werden hervorgehoben, aber nicht die der Palästinenser. Siedlungsbau macht Schlagzeilen, aber nicht die Aufstachelung der Palästinenser zu Terror. Die Palästinenser sind hilflose Opfer, en unterdrücktes Volk, nicht verantwortlich für ihr Tun; Auf Schritt und Tritt bevormundet und verhätschelt, egal, welche Gewalttaten sie verüben – und egal, dass ihre Armut und Verzweiflung genauso sehr das Ergebnis der Korruption und Kriminalität der PA ist wie die israelischer Politik.

Das ist das Narrativ, hier ist die Wirklichkeit. Schon von Anfang an stellte die Zionistische Bewegung sich ein demokratisches Israel vor. Israel wurde 1948 als Demokratie gegründet, zu einer Ziet, in der es nicht mehr als auf dem Planeten etwa zwanzig Demokratien gab. Und anders als die meisten anderen neuen Staaten, die in dieser Epoche der Staatsgründungen nach dem Zusammenbruch der europäischen Länder aufkamen, ist es vom ersten Tag bis heute ein Demokratie gelieben.

Israel ist eine militärische Supermacht geworden, aber das hat nichts mit irgendeinem inhärent zionistisch-militaristischen Komplex zu tun. Israel hat mehrere Kriege gegen Staaten und  in jüngerer Zeit gegen Terrororganisationen geführt, die ausdrücklich seiner Auslöschung dienten. Israel hat heute die Hamas an einer seiner Grenzen, die Hisbollah an einer anderen und die vom Iran beherrschten Ruinen dessen, was einmal Syrien war, an einer dritten. Jeder dieser ärgerlichen Nachbarn betrachtet die Vernichtung Israels als religiöses Gebot. Wenn der einzige Weg einen Feind zu beschwichtigen darin besteht Selbstmord zu begehen, ist in dieser Lage die Peitsche nötig, nicht das Zuckerbrot, außerdem militärische Macht und die Bereitschaft sie einzusetzen.

Ich werde mit einer weiteren aktuellen Nachricht schließen – einer, die weit weniger Berichterstattung anzog als die Rede von Abbas. Das war die Offenbarung, dass der Militärgeheimdienst der israelischen Verteidigungskräfte letzte Sommer geholfen hatte einen ISIS-Terroranschlag auf ein australisches Passagierflugzeug zu vereiteln. Europäische Länder, die so regelmäßig Israel mit dem diplomatischen Finger drohen, haben Geheimdienste, die über alle Maßen dankbar für die Hilfe sind, die sie vom Mossad und der IDF bei der Vereitelung von Terroranschlägen erhalten. Im heutigen globalen Konflikt zwischen freien und offenen Gesellschaften einerseits und islamistischen Terroristen und den sie sponsernden Staaten andererseits. Israel steht nicht nur auf der richtigen Seite des Kampfes, sondern es führt ihn an. Derweil hat unser „friedliebender“ Freund Mahmud Abbas gerade erst die jährlichen Zahlungen an die Familien palästinensischer Terroristen auf $403 Millionen erhöht; das sind sieben Prozent des Budgets des PA-Haushalts.

Abbas und weitere Propagandisten werden weiter Lügen und Desinformation verbreiten und ein viel zu große Teil der Welt wird das weiterhin komplett schlucken. Israel, das sich seinem 70. Geburtstag nähert, wird weiter tun, was es tun muss um zu überlebe und als jüdischer und demokratischer Staat zu gedeihen, von dem Theordor Herzl nur träumen konnte.

(Bilder: Abbas von Flash90, Avineri via YouTube/TheJerusalemCenter; Herzog via Youtube/IsraelArchives)

Susiya: Medien ignorieren Rechtsgrundsätze für palästinensisches „Menschenrechts“-Narrativ

5. September 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 30. August 2016

Nichts passt besser in das Gerüst der Medien zum israelisch-palästinensischen Konflikt als angeblich verarmte Palästinenser, die ihre Häuser und Grundbesitz gegen IDF-Bulldozer verteidigen, die geschickt werden, um sie von „ihrem Land“ zu räumen. Geben Sie eine benachbarte jüdische Siedlung in die Mixtur, dazu etwas Kritik der internationalen Gemeinschaft und Sie bekommen den perfekten Sturm.

Selbst bewaffnet mit Tatsachen, die seinen Fall stützen, kann Israel in den Augen der Medien fast nie gewinnen, in denen emotionaler Einfluss immer über kalte, harte Fakten triumphiert. Deshalb wird ein Foto einer alten Palästinenserin oder eines kleinen Kindes neben dem Schutt dessen, was ihr Haus gewesen sein soll, sich immer gegen ein israelisches Gerichtsdokument durchsetzen, das dieses Haus als illegal gebaut erweist.

In jeder Hinsicht schlägt das Rahmenwerk und die Sprache der „Menschenrechte“ die Rechtstaatlichkeit. Und wenn man glaubt, dass Israels Kontrolle über irgendeinen Teil von Judäa und Samaria/die Westbank illegal oder illegitim ist, dann wird Rechtstaatlichkeit irrelevant.

Die Palästinenser und die sogenannten Menschenrechtsorganisationen kennen die Wirkung von negativer Publicity für Israel und den Schaden, der durch Geschichten wie die des palästinensischen Dorfes Susiya angerichtet werden kann, wie ihn die Washington Post und ein Leitartikel eines UNO-Offiziellen im Guardian darboten.

HR2016-09-30_Susiya

Die Washington Post bereitet die Bühne:

Das Nest in den Bergen südlich von Hebron ist ein unwahrscheinlicher Vertreter eines kalten Krieges geworden, der zwischen jüdischen Siedlern, der israelischen Regierung, westlichen Diplomaten, Friedensaktivisten und den etwa 340 arabischen Hirten geführt wird, die einst Höhlen vor Ort bewohnten und jetzt in verwahrlosten Zelten leben.

Israels Militärverwaltung in der Westbank will die palästinensische Gemeinde abreißen; sie argumentiert, dass die maroden Gebäude aus alten Reifen und verwitterten Zeltbahnen ohne Genehmigung errichtet wurden und weg müssen.

Die palästinensischen Einwohner bestehen darauf, dass sie keine Landbesetzer sind, sondern die Erben des Landes, das sie seit der Osmanenzeit beackert haben und auf dem sie ihre Tiere grasen ließen.

Sie sagen, Israel wolle die Gegend von Arabern entvölkern und sie durch Juden ersetzen.

Leilani Farha von der UNO ist in der Lage das Thema im Guardian zu präsentieren:

Wenn politisches Handeln entsetzliche menschenrechtliche Ergebnisse hat, dann muss das als Menschenrechtsfrage behandelt werden. Für palästinensische Beduinen- und Hirten-Gemeinschaften ist die Verletzung der Rechte auf angemessene Wohnverhältnisse und Freiheit von Obdachlosigkeit sowie deren schwerwiegenden Auswirkungen eine tagtägliche Bedrohung und eine gemeinsame Realität, ohne ein Ende in Sicht und ohne Zugang zu effektiven Ressourcen oder Abhilfe.

Ist es tatsächlich so einfach?

Das US-Außenministerium ist inzwischen ebenfalls involviert, was einen Brief von Betzalel Smotrich, den stellvertretenden Knesset-Präsidenten veranlasste, der einige wichtige Punkte anführte:

Zur Kenntnisnahme: Hier sind die wahren Fakten zu dieser Fragte, die den Lügen und Halbwahrheiten ein Ende bereiten sollten, die von verschiedenen Seiten (sowohl innerhalb Israels als auch im Ausland) verbreitet werden, um den Staat Israel und das israelische Rechtssystem zu diskreditieren.

  1. An allererster Stelle muss klargestellt werden, dass die Behauptung, dies beziehe sich auf ein arabisches Dorf, das seit hunderten Jahren oder auch nur seit Jahrzehnten besteht, schlicht und einfach eine glatte Lüge ist. Luftbilder belegen, dass an der Stelle, wo sich der derzeitige illegale Lagerplatz befindet, vor dem Jahre 2000 abgesehen von 4 bis 5 Bauwerken, die dort in den späten Neunzigern gebaut wurde, keinerlei Siedlung bestand.
  2. Heute gehören zu dem Lager mehr als 64 illegale Bauten, von denen mehr als 54 von 2011 bis 2013 errichtet wurden. Es ist jeder gesetzestreuen Person klar, dass dies einen Skandal darstellt.
  3. Noch unerhörter ist, das es zusätzlich zu illegaler Bautätigkeit 2013 eine einstweilige Verfügung des Obersten Gerichtshofs Israels gab, der diese illegale Bautätigkeit an diesem Ort verbot; darin wurde eindeutig festgehalten, dass es verboten ist irgendeine weitere illegale Baumaßnahmen durchzuführen. Nachdem die Verfügung erlassen wurde, wurden mehr als 30 weitere illegale Bauten errichtet, was mehr als die Hälfte der Gesamtzahl der Bauten in dem Lager entspricht; alles in direkter Verletzung der bestehenden Verfügung des Obersten Gerichtshofs Israels.
  4. Faktisch ist dies ein Landraub der Familie Nuwajah aus der Stadt Yatta, die Land besetzt, das ihr nie gehörte; sie ignoriert das Recht und errichtet illegale Gebäude entgegen Verwaltungsanordnungen, die von der Zivilverwaltung gegen sie erlassen wurde, sowie die ausdrücklichen gegen sie ausgegebenen Anweisungen des Obersten Gerichtshofs Israels.
  5. Eine Prüfung des Bevölkerungsregisters der Zivilverwaltung deckte auf, dass die Mehrheit der Familienmitglieder in dem illegalen Lager Häuser in der Stadt Yatta besitzt – das heißt, statt von langjähriger Vertreibung von Menschen von ihrem Land zu reden, ist dies die Entfernung von illegalen Landbesetzern.
  6. Die Ankündigung des [US-] Außenministeriums forderte auf Besorgnis erregende Weise vom Staat Israel einen Dialog mit den illegalen Bewohnern des Lagers aus humanitären Gründen. Dies wurde trotz der Tatsache erklärt, dass der Staat Israel infolge äußerster Nachsicht und humanitärer Bedenken sowie der Tatsache, dass diese Familien Häuser haben, zustimmte den Einwohnern des Lagers im Tausch ein Gebiet auf Staatsland in der Area C direkt angrenzend an die Stadt Yatta zuzuteilen.

Aber was ist überzeugender – der trockene Rechtsfall und der Status der Area C unter voller israelischer Zivil- und Militärkontrolle, wie sie im Oslo-Prozess vereinbart wurde oder eine Geschichte, dass israelische Soldaten und Siedler arme Beduinen aus ihren Häusern vertreiben?

Leider kennen wir die Antwort bereits. Das macht es aber nicht richtiger.

Reuters macht aus Raketenfeuer Geflunker, Fälschung und Betrug

24. August 2016

Daniel Pomeranz, HonestReporting, 22. August 2016

Gestern schossen Terroristen Raketen auf die israelische Stadt Sderot. Durch ungeheures Glück gab es keine Verletzten, aber mindestens eine Rakete schlug in einem Wohngebiet ein, explodierte direkt neben einem Haus. Die Terrororganisation Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) übernahm die Verantwortung, ebenso eine Salafistengruppe mit Verbindungen zum Islamischen Staat (ISIS).

Dann schrieb Reuters eine absurde Story: Es fehlten Fakten, Kontext wurde verschleiert und es wurden sogar dem israelischen Militär zugeschriebene Äußerungen verändert.

Reuters fälschte Äußerungen des israelischen Militärs, um es so aussehen zu lassen, als habe die IDF eine Stadt mit Artillerie beschossen

Die Reuters-Story beginnt:

Palästinensische Militante im Gazastreifen schossen am Sonntag eine Rakete, die in der israelischen Grenzstadt Sderot landete und israelische Flugzeuge und Panzer reagierten mit der Beschießung der Stadt Beit Hanoun im Gazastreifen, sagten Armee und Polizei.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die IDF sagte nichts derartiges.

HonestReporting hat den Originaltext der Mitteilungen und die formelle Presseerklärung der Sprechereinheit der IDF erhalten. Die Pressemitteilung lautet (im relevanten Teil):

Etwas früher am heutigen 21. August 2016 traf eine Rakete die Stadt Sderot. Die Rakete wurde aus dem Gazastreifen ins südliche Israel geschossen. Es wurden keine Verletzten berichtet. In Reaktion auf den Angriff beschossen IDF-Flugzeuge Hamas-Positionen im nördlichen Gazastreifen. Seit Beginn des Jahres 2016 haben 14 Raketen aus dem Gazastreifen Israel getroffen.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die um 15:20 Uhr an Journalisten geschickte SMS-Nachricht lautete:

Vor einigen Augenblicken beschossen die Luftwaffe und Panzer in Reaktion auf den Raketenangriff aus dem Gazastreifen zwei Hamas-Posten im nördlichen Gazastreifen.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die IDF sagte nie, dass sei eine Stadt beschossen hatte, wie es Reuters behauptet.

Die Äußerung einer Quelle zu verändern, damit sie einer bestimmten Agenda entspricht, ist schlechter Journalismus: Es ist sogar Betrug.

Original-Äußerung der Sprechereinheit der IDF.

Reuters macht Falschangaben, verschleiert Kontext und pervertiert Geschichte

Reuters fälscht Tatsachen, indem es behauptet: „Mehr als 2.100 Palästinenser, zumeist Zivilisten, wurden während des Gazakonflikts 2014 getötet.“ Tatsächlich haben die New York Times und die BBC früher schon zugegeben, dass diese Behauptungen wegen beträchtlicher Beweise, dass die meisten Opfer in Wirklichkeit Kombattanten waren, nicht zuverlässig waren.

Reuters verschleiert zudem kritischen Kontext: dass die Hamas benutzt ihre Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde, um militärische Infrastruktur zu schützen. Das gehört, dass sie Raketenwerfer in Häusern stationieren, Kommandozentren in Krankenhäusern und – besonders verstörend – Zivilisten zwingt in gefährlichen Bereichen zu bleiben, um Militärposten der Hamas zu schützen.

Dass die Angriffe der Hamas auf Zivilisten verschleiert werden, ist nicht nur eine Pervertierung der Geschichte, sondern den darunter leidenden Israelis und Palästinensern gegenüber respektlos.

Reuters beschuldigt Israel fälschlich einen Wasserturm beschädigt zu haben

Reuters zitiert ungenannte „lokale Einwohner“, die sagen, das der israelisch Angriff „einen Wasserturm in Beit Hanoun beschädigte“. Es wird sogar ein Bild des Schadens gezeigt. Israellycool entdeckte allerdings einen Bericht, dass dieser Wassertum in Wirklichkeit vor mehr als einem Jahr beschädigt wurde.

Bei weiterer Überprüfung stellte HonestReporting fest: Wenn man Fotografien des Wasserturms von diesem Jahr und vom letzten Jahr vergleicht, scheint der Schaden exakt derselbe zu sein. Ist es möglich, dass der Wasserturm repariert und dann erneut auf genau dieselbe Weise beschädigt wurde? Ja, das ist möglich. Aber nicht allzu wahrscheinlich. Sehen Sie es sich selbst an…

Der Wasserturm von Beit Hanount am 19. September 2015, fotografiert von GettyImages.

Der Wasserturm von Beit Hanoun am 21. August 2016, wie von Reuters veröffentlicht.

In einem Exklusivegespräch mit der Times of Israel erfuhr HonestReporting, dass palästinensisch Offizielle im Gazastreifen behaupten, der Wasserturm sei bei dem Angriff getroffen worden und dass qualitativ besser Fotografien zu zeigen scheinen, was zusätzlicher Schaden zu dem von 2015 sein könnte. Es ist daher unklar, ob die Behauptung palästinensischer Offizieller wahr, teilweise wahr oder völlig erfunden ist.

Auf jeden Fall ist es eines, wenn Reuters eine dubiose Behauptung örtlicher Einwohner oder Offizieller berichtet. Es ist aber etwas völlig anders, wenn Reuters Beweise verschleiert, dass die Behauptung in Teilen oder komplett unwahr sein könnte.

Reuters vertuscht Terrorismus

Reuters verwendet durchweg das Wort „militant“, um Hamas und andere Gruppen im Gazastreifen zu beschreiben, obwohl diese Gruppen gemäß der meisten westlichen Regierungen in Wirklichkeit Terroristen sind. Hamas zum Beispiel wird von Australien, Kanada, Ägypten, der EU, Israel, Großbritannien und den Vereinigten Staaten als Terror-Organisation geführt. Die PFLP (die diesen Angriff für sich reklamiert) wird ähnlich gekennzeichnet, wie die meisten der „militanten Gruppen“ im Gazastreifen.

Es ist eines, wenn Reuters kein Urteil darüber fällen mag, wer „Terrorist“ ist und wer nicht. Es ist aber etwas ganz anderes, kritischen Kontext zu vertuschen: in diesem Fall die Konsensmeinung der meisten Regierungen der westlichen Welt.

Warum das wichtig ist

ABC, Associated Press, AFP, lokale israelische Press und zahlreiche weitere Nachrichtenagenturen schaffte es diesen Bericht ohne die meisten Fehler, Auslassungen und Einseitigkeiten zu bringen, die Reuters an den Tag legte. Aber Reuters ist eine einflussreiche Nachrichtenagentur und seine Storys werden von tausenden Publikationen überall auf der Welt übernommen – darunter (in diesem Fall) der New York Times, dem Newsweek Magazine und vielen weiteren.

Israel ist in den letzten sieben Jahren dreimal gezwungen worden Defensivkriege gegen Terrorgruppen im Gazastreifen zu führen und Ereignisse wie diese sind exakt der Grund, weshalb diese stattfanden. Nicht provoziertes Raketenfeuer auf israelische Städte machen eine angemessene Reaktion notwendig, um Israelis sicher zu machen.

Aber Reuters schafft den falschen Eindruck, dass die israelischen Opfer dieses Terrors irgendwie zum Teil selbst dafür verantwortlich gemacht werden müssen, dass der Terror nicht wirklich Terror ist und dass Israels höchst zurückhaltende Reaktion irgendwie unbarmherzig und provokativ sei. Dies Art unverantwortlicher Journalismus ermutigt Terroristen und gibt ihnen einen Eindruck, dass die Welt ihre Aggression nicht bemerkt oder sich nicht darum kümmert.

Das Endergebnis all dieses unverantwortlichen Journalismus ist ein größeres Risiko für Israelis wie Palästinenser.

Breaking the Silence: Mittelsmann für anonyme Quellen

8. Mai 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Mai 2015

Zu oft sind, wenn es um Berichterstattung zu Israel und den Palästinensern geht, unbestätigte „Augenzeugen“ oder nicht genannte Quellen ein Merkmal der Medienveröffentlichungen, besonders derjenigen, die sich negativ auf Israel auswirken.

Und so verhält es sich mit einer Story, die die Organisation Breaking the Silence betrifft, die eine Sammlung Soldaten-Zeugenaussagen über den Gaza-Krieg des letzten Jahres veröffentlicht hat. Er wird von internationalen Medien weithin berichtet, darunter CNN, BBC, NPR, The Guardian, Daily Telegraph, Syndey Morning Herald, The Independent (Links eins und zwei), Financial Times (click via Google News) und die London Review of Books (hier vom linksradikalen israelischen Professor Neve Gordon). Reuters schreibt zum Beispiel:

Israel fügte palästinensischen Zivilisten im Gaza-Krieg von 2014 mit willkürlichem Feuer und laschen Einsatzregeln „massiven und beispiellosen Schaden“ zu, sagte am Montag ein Bericht, der anonyme Zeugenaussagen Dutzender Soldaten zitiert.

Der 237 Seiten starke Bericht der israelischen Interessenvertretungsgruppe Breaking the Silence beschrieb, wie die Israel Defence Forces (IDF) Schneisen der Verwüstung hinterließen, nachdem sie letzten Juli in den Gazastreifen mit dem erklärten Ziel einfielen, das Raketenfeuer der Hamas aus der Enklave zu stoppen.

„Wir schießen den ganzen Tag ohne Sinn herum. Die Hamas war nirgendwo zu sehen“, wurde ein Panzer-Feldwebel zitiert.

Die Gruppe sagte, ihre Befunde werfen „schwere Zweifel über die Ethik der IDF“ auf.

Aber was ist mit der verzerrten journalistischen Ethik, die hinter der Berichterstattung zu dieser Story steckt? Der Bericht von Breaking the Silence gründet in Gänze klar auf anonymen Aussagen. Im Wesentlichen nutzen die Medien Breaking the Silence als Mittelsmann, um die gebührende Sorgfalt in Sachen quellen zu vermeiden.

Der Bericht von Breaking the Silence erfüllt die akzeptierten Standards nicht, die Journalisten für ihre eigenen Berichte selbst anwenden.

Und wie wäre es damit die Motivation von Breaking the Silence zu hinterfragen? Der Journalist Jake Wallis Simons erzählte schon 2013, als der Interviews mit BtS-Mitarbeitern führte:

Zuerst war es nur eine Vermutung. Doch später wurde die Befangenheit der Organisation klarer. Während einer Interviewpause fragte ich Yehuda Shaul, einen der Gründer der Organisation, wie die Gruppe sich finanziert. Ich erfuhr zu meiner Überraschung, dass 45 Prozent von europäischen Ländern gespendet werden, darunter Norwegen und Spanien und die Europäische Union. Zu weiteren Spendern gehören UNICEF, Christian Aid und Oxfam GB. Mir scheint das potenziell problematisch.

Wie in allen Demokratien ist die IDF ein Organ des Staates, kein politischer Entscheidungsträger. Wenn das Ziel von Breaking the Silence einfach war das israelische Militär zu reinigen, wäre das kein solches Problem. Stattdessen besteht das Ziel darin „die Besatzung zu beenden“ – und auf dieser Grundlage stellt es seine Finanzierung sicher.

Es erschien daher so, dass diese ehemaligen Soldaten, von denen einige Gehälter von Breaking the Silence beziehen, von finanziellen und politischen Anliegen zur Förderung einer propalästinensischen Agenda motiviert waren. Sie erzählten nicht nur nicht die Wahrheit über ihre Erfahrungen. Sie standen unter Druck zu liefern.

In der Tat entdeckte ich später, dass es in der Vergangenheit viele Anschuldigungen gegeben hatte, Mitglieder der Organisation hätten ihre Aussagen gefälscht oder übertrieben.

NGO Monitor vermerkt zudem, dass die Spenden ausländischer Regierungen und NGOs, die die jüngsten Veröffentlichungen von Breaking the Silence finanzierten und legt dar:

Entgegen der Behauptungen von BtS, dass „die Inhalte und Meinungen in diesem Heft nicht die Haltung der Finanziers zum Ausdruck bringen“, offenbart Recherche von NGO Monitor, dass eine Reihe Geldgeber ihre Fördergelder unter dem Vorbehalt gaben, dass die NGO eine Mindestzahl an negativen „Zeugenaussagen“ erhält. Das widerspricht den Erklärungen von BtS und macht sie zu einer Organisation, die die Interessen ihrer Auslandsspender repräsentiert, was die Glaubwürdigkeit der NGO und ihre Fähigkeit zur Analyse komplizierter Kampfsituationen ernsten Schaden zufügt.

Die anfängliche Analyse von NGO Monitor zur Veröffentlichung von Breaking the Silence ist hier zu lesen; sie hebt einige ernste Fehler hervor.

Das hat aber die Medien nicht davon abgehalten sich auf anonyme Aussagen zu verlassen, um israelische Schuld zu bestätigen. HonestReporting hat früher schon zu anonymen Quellen festgestellt, dass ein Mangel an Transparenz Zweifel zur Qualität des Journalismus und zum Vertrauen in die Reporter aufwirft. Das ist ein Sinneswandel.

In diesem jüngsten Fall schient journalistische Ethik zweitrangig zu sein.

Dammbruch, Teil 2: Weitere Damm-Lügen

25. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 24. Februar 2015

Verlogene Vorwürfe von Palästinensern, dass Israel im Süden Dämmer geöffnet hatte, die Gaza überfluteten, erschienen in einer Reihe von Medienorganen, darunter AFP, Al-Jazira, RT, Ma‘an, und Xinhua. Es wurde durch die auf von den israelischen Behörden gegenüber HonestReporting bestätigte Tatsache, dass es in Israels Süden keine Staudämme gibt, nachgewiesen, dass die Story eine Lüge war. (Siehe Dammbruch: Palästinensische Lüge entlarvt)

AFP als eine der Mainstream- und angeblich glaubwürdigen Medienorgane, entfernte sein Video zum Bericht. Die anderen Internetseiten gehören Nachrichtenorganisationen, deren Glaubwürdigkeit fragwürdig ist und an die Ränder des professionellen Journalismus gehören. Es war daher extrem enttäuschend zu sehen, dass die Daily Mail (Version im Cache kann hier angesehen werden), eine der meist gelesenen Internet-Nachrichtenseiten der Welt, die Story auf Grundlage eines Berichts von Al-Jazira veröffentlichte.

Daily Mail online: Hunderte Palästinenser obdachlos, nachdem Israel Staudamm öffnet und Häuser flutet… Stunden bevor die Elektrizitätsfirma des jüdischen Staates Städten in der Westbank den Strom abdreht.

– Fast 80 Familien evakuiert und in nahe gelegene Flüchtlingslager geschickt.
– Gaza-Verteidigungschef Said al-Saudi sagte: „Wir haben keine Warnung erhalten.“
– Nicht das erste Mal, dass Israel beschuldigt wird Dämme entlang des Flusses geöffnet zu haben.
– Nur Stunden später kappt israelische Elektrizitätsfirma wegen Schulden 45 Minuten lang Strom.

HonestReporting informierte die Daily Mail am Montagabend und forderte sie auf die Story als Ganzes zu entfernen Stattdessen nahm die Daily Mail einige Stunden später in einem Taschenspielertrick Veränderungen an der Story vor, ohne diese oder den ursprünglich angerichteten Schaden zuzugeben. Vergleichen Sie die angepasste Schlagzeile und Untertitel mit dem oben gezeigten Original:

Hunderte Palästinenser obdachlos durch schwere Flut nachdem der Wasserpegel im Gaza-Tal um 3m steigt.

– Fast 80 Familien evakuiert und in nahe gelegene Flüchtlingslager geschickt.
– Pferdewagen genutzt, um Familienmitglieder durch braunen Schlamm zu evakuieren.
– Stunden später kappt israelische Elektrizitätsfirma wegen Schulden 45 Minuten lang Strom.
– Israel weist Vorwürfe zurück es habe einen Damm geöffnet: „Wir konnten keinen Stausee ablassen, weil es keine gibt.“

Während die Schlagzeile Israel nicht länger der Öffnung nicht existierender Staudämme beschuldigt, bleibt der palästinensische Vorwurf drin und wird von einer israelischen Erklärung „ausgeglichen“, die die Verantwortung bestreitet. Statt die Story zu entfernen, hat die Daily Mail der israelischen Wahrheit und der palästinensischen Lüge gleiches Gewicht gegeben, was die Sache praktisch in einen Streit mit Aussage gegen Aussage verwandelt.

Die Öffentlichkeits-Redakteurin der New York Times, Margaret Sullivan, hat diese Form des fehlerbehafteten Journalismus in einer ihrer Kolumnen angesprochen:

Einfach ausgedrückt: Falsche Ausgewogenheit ist die journalistische Praxis beiden Seiten einer Story gleiche Gewichtung zu geben, ohne Rücksicht auf die festgestellte Wahrheit einer Seite. Und viele Leute haben davon die Nase voll. Sie wollen nicht hören, dass Lügen oder Halbwahrheiten auf einer Seite Glauben geschenkt und die andere abgeschossen wird. Sie wollen echte Antworten.

Die Daily Mail hat Text im Artikel verändert. Zum Beispiel den einleitenden Satz:

Hunderte Palästinenser wurden gestern Morgen evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe Staudämme öffneten, was weithin Überflutungen verursachte.

Dieser lautet jetzt:

Hunderte Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem starke Überschwemmungen den Wasserpegel im Gaza-Tal um bis zu 3 Meter ansteigen ließen.

Das Folgende blieb im Artikel stehen:

Brigadegeneral Said Al-Saudi, der Leiter der Zivilverteidiung im Gazastreifen, sagte, die Staudämme seien ohne Warnung geöffnet worden.

„Israel öffnete die Staudämme gestern Abend ohne Warnung, was schwere Schäden in Dörfern des Gazastreifens nahe der Grenze verursachte“, sagte er gegenüber Al-Jazira.

Da wurde hierdurch „ausgeglichen“:

Die Fluten führten zu Beschuldigungen seitens der Palästinenser, Israel habe Staudämme entlang des Flusses abgelassen, um gezielt Überflutungen zu verursachen – etwas, das israelische Beamte vehement bestreiten.

Ein Sprecher des Koordinators für Regierungsaktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) sagte gegenüber VICE News: „Ich weiß nicht wer mit diesen Behauptungen angefangen hat, aber sie sind völlig abwegig. Es gibt im südlichen Teil Israels keine Staudämme, also konnten wir keine öffnen, denn sie existieren nicht. Ich weiß nicht, wie dazu kommen diese Gerüchte in die Welt zu setzen.“

Beschuldigungen erhebende Fotobeschreibungen sind ebenfalls geändert worden, damit sie Israel nicht unverblümt anklagen:

Man glaubt, dass israelische Behörden Dämme entlang des Flusses öffneten, was dafür sorgte, dass Wasser in eine Reihe Dörfer rauschte.

Die Beschreibung für das obige Foto lautet jetzt:

Palästinenser behauptetem, dass israelische Behörden Dämme entlang des Flusses öffneten, wodurch Wasser in eine Reihe Dörfer rauschte – aber Israel sagte, es gäbe keine Dämmer, die man öffnen könnte.

Als wolle man den stattfindenden lausigen Journalismus demonstrieren, erscheint auch die folgende Aussage in der Story, sowohl im Original als auch in der angepassten Version:

Die Überschwemmung von heute wurde verschlimmert, als eine israelische Elektrizitätsfirma den Strom für zwei Städte im Gazastreifen kappte.

Bedenkt man, dass der Gazastreifen und die Westbank zwei getrennte geografische Einheiten sind, ist nicht zu erkennen, wie die Flutung im Gazastreifen von einer 45-minütigen Stromsperre in der Westbank verschlimmert werden könnte.

Letztlich ist der Schaden verschlimmert worden, der Israel durch das unethische Versagen der Daily Mail zugefügt wurde zuzugeben, dass ihr Reporter dabei erwischt wurde, dass er Outsourcing von Inhalten an unzuverlässige und von einer Agenda getriebene Nachrichtenorganen betrieben hat. Die Daily Mail hat den Editors‘ Code of Practice (Kodex journalistischen Verhaltens) verletzt, den sie unterschrieben hat und dem von der Independent Press Standard Organisation (IPSO – Unabhängige Organisation für Pressestandards) Geltung verschafft wird.

Absatz 1 zu Genauigkeit legt dar:

  1. Die Presse muss aufpassen, dass sie keine ungenauen, fehlleitenden oder verzerrten Informationen veröffentlicht, einschließlich Bildern.
  2. Eine beträchtliche Ungenauigkeit, fehlleitende Äußerungen oder Verdrehungen, einmal festgestellt, müssen korrigiert werden, sofort und mit gebührender Hervorhebung; und sie müssen – wo dazugehörig – veröffentlicht werden. In Fällen, die den Regulator involvieren, sollte die Hervorhebung mit dem Regulator vorab abgestimmt werden.

Die Daily Mail veröffentlicht, indem sie die palästinensische Behauptung immer noch als glaubwürdig behandelt, immer noch ungenaue und fehlleitende Informationen. Ähnlich sind die von der Daily Mail aufgrund dessen, dass sie über die Fehler informiert wurde, vorgenommenen Änderungen nicht gebührend hervorgehoben worden und eine Entschuldigung ist angebracht.

Die vernichtende Kritik eines Forbes-Journalisten an AP

22. Februar 2015

HonestReporting, 16. Februar 2015 (übersetzt von Cora)


Das Folgende wurde mit Erlaubnis von Richard Behars Facebookseite entnommen. Er ist teilhabender Herausgeber und Rechercheur für das Forbes Magazin und arbeitet derzeit an einem Buch über Bernie Madoff.

Die israelfeindliche Presse mal wieder: Beachten Sie den vor kurzem erschienenen Artikel, der behauptet, dass bei der Bombardierung der Häuser im Gazastreifen durch die IDF während des Krieges gegen die Hamas im letzten Sommer hauptsächlich Zivilisten getötet worden seien. Der Artikel – überschrieben „AP Exklusiv: Die Bombardierung der Häuser tötet vor allem Zivilisten“ – wurde von Karin Laub, Fares Akram und Mohammed Daraghmeh geschrieben.

Man lese ihn und bedenke dann folgendes:

1. Angesichts dessen, was ich über APs Bericht über zivile Opfer WÄHRND des Krieges – in meinem „Medien Intifada Enthüllungen auf Forbes.com – herausgefunden habe, habe ich kein Vertrauen in ihre jetzigen Untersuchungen der 247 Luftangriffe. Ich glaube ihnen schlicht nicht und Sie sollten es auch nicht. Sie verletzten ihre Verantwortlichkeit gegenüber den Lesern während des Krieges und haben niemals gestanden, dass hier Journalismus schlampig und unanständig (wenn nicht schlimmer) gewesen ist. In dem vorangegangenen Artikel plapperten AP und alle anderen großen Pressekanäle (einschließlich die New York Times und Reuters) einfach die Behauptungen der Hamas nach, die meisten Kriegstoten seien Zivilisten gewesen. Manchmal schrieben sie es der UNO zu, die ihre Zahlen von der Hamas erhielt. Warum das eine Rolle spielt? Weil jedes Mal, wenn die Pressekanäle berichteten, dass eine „Mehrheit“ oder „eine überwiegende Mehrheit“ oder „ die überwältigende Mehrheit“ der Opfer Zivilisten gewesen seien, dies um den Globus schoss wie eine Rakete – und antiisraelische oder gar antisemitische Gefühle befeuerte (und damit Gewalt gegen Juden in Europa und sonst wo).

Welche Methode wendet also AP nun für ihre derzeitige „Untersuchung“ der 274 Luftangriffe auf Häuser an? Das werden wir nie erfahren, denn die Nachrichtenagentur erzählt uns das nicht. Auf welche Probleme sind sie gestoßen, die ihre Untersuchungen verdreht oder beeinflusst haben könnten? Wir werden es niemals erfahren, denn AP erzählt uns nichts darüber.

2. Vergangenen Monat veröffentlichte das hoch angesehene Meir Amit Intelligence and Information Center seinen jüngsten Bericht über die zivilen Opfer. Seine Experten nahmen sich die Zeit die Listen der Toten einen nach dem anderen durchzugehen und ihr Abschlussbericht wird erst in ein paar Monaten, wenn nicht sogar erst in ein paar Jahren erhältlich sein. Tatsächlich berichtete ich, nach der Operation Gegossenes Blei (2008/09) „vergingen fast zwei Jahre, bis einem palästinensischen Minister unbeabsichtigt entschlüpfte, dass die IDF Zahlen richtig gewesen sind“, übereinstimmend mit Eado Hecht, einem unabhängigen Verteidigungsanalysten, der militärische Theorie und Geschichte am IDF Offiziers- und Kommandocollege unterrichtet. (Heute arbeitet Hecht im Begin-Sadat Zentrum, einem der führenden israelischen Think-Tanks).

Im Report des Meir Amit Centers vom Januar wird jedenfalls festgestellt, dass 1600 von den getöteten 2140 Einwohnern Gazas wie folgt identifiziert wurden: 55% waren Kämpfer, 45% Nicht-Kämpfer. Bei 540 Menschen sind sie sich nicht sicher, in welche Kategorie diese fallen. Außerdem sagt das Center, dass die Hamas die aktuellen Listen und Zugehörigkeiten verschleiert, teilweise wegen objektiver technischer Schwierigkeiten (schlechte Verwaltungsarbeit und fehlender Zugriff auf einige der Toten), teilweise aber auch absichtlich als Teil ihrer Propagandakampagne gegen Israel.

Der Artikel der AP ist vor allem auf „ eine spezielle Untergruppe“ fokussiert, „ – jene, die in den Häusern umkamen, die von den Israelis `angeblich´ gezielt angegriffen wurden“, erzählte mir der Verteidigungsanalyst Hecht heute. „Ich schreibe `angeblich´ gezielt von den Israelis angegriffen, da (um die) 2600 palästinensische Raketen und Mörser absichtlich (die meisten) oder aus Versehen in palästinensische Wohngebiete gefeuert wurden. Der bewusste Beschuss richtete sich gegen israelische Soldaten in jenem Gebiet – allerdings ohne Warnung an die lokalen Zivilisten, sich von dort zu entfernen. Wie viele der 247 getroffenen Häuser wurden also eindeutig von Israel getroffen und wie viele von palästinensischem Feuer?“

Richard Behar

3. Ihr werdet nichts von dem, was ich in Punkt 2 geschrieben habe, in der AP Geschichte lesen. Vielleicht dachten ihre Reporter und Herausgeber, es würde das Salz aus der Suppe nehmen. Sie zitieren Meir Amit diesmal – aber nur die Feststellung des Centers, dass sie keine Beweise für weibliche Kämpfer hätten, ebenso die Frage des Centers nach der Glaubwürdigkeit der Zeugen aus Gaza (mit nur einigen Worten). AP glaubt dann den „vorläufigen“ Zahlen der UNO, die ausrechnete, dass mindestens 66% der toten Zivilisten gewesen seien. Wirklich? Und woher bekommt die UNO ihre Zahlen? Wir kennen die Antwort. Warum tut AP seinen Lesern nicht den Gefallen und schreibt wenigstens die 45% vom Meir Amit Center dazu, die der UNO/Hamas widersprechen?

Es gibt einige Journalisten in meinem Bereich, die glauben, dass es keine gute Idee ist, wenn Reporter wie ich unseresgleichen derart entlarven. Es ist die „Glashaus“-Angst und es fördert ganz sicher nicht die Karriere. Aber ich möchte sie an den Ethikcode der Gesellschaft professioneller Journalisten erinnern, der festschreibt: „Journalisten sind ihren Lesern, Hörern, Zuschauern UND JEDEM ANDEREN (Hervorhebungen durch mich) gegenüber verantwortlich.“ Der Kodex sagt außerdem, dass die Journalisten „unethische Praktiken von Journalisten und Nachrichtenmedien aufdecken sollen“ Zudem sollen Journalisten „die Richtigkeit ihrer Informationen mit Hilfe aller Quellen prüfen.“

4. Es ist wert festzustellen, dass einer der Mitautoren der heutigen AP Geschichte Fares Akram ist. In meinem Artikel im letzten Sommer stellte ich Fares Akram heraus – damals der in Gaza stationierte Top-Journalist der New York Times – weil er auf Facebook ein Foto von Yasser Arafat als Profilfoto benutzt hatte. Ich merkte ebenfalls an, dass er sich in der Überschrift zu einem zweiten Foto höchst poetisch über Arafat ausließ, im Kontext über „die Höhepunkte eines großen Mannes“. Dazu kommt noch, dass er schrieb, als sein Vater und sein Cousin bei einem israelischen Luftangriff 2009 tragischerweise umkamen: „Ich finde es schwer, einen Unterschied zwischen denen zu finden, die die Israelis Terroristen nennen und jenen israelischen Piloten und Panzerbesatzungen, die in Gaza einfallen.“ Sollte das nicht die Frage aufwerfen, ob es nicht besser wäre, wenn er stattdessen über andere Konflikte berichten würde? Gehe ich von meinen eigenen starken (und offenen) Gefühlen und meinen Untersuchungen zu Israel aus, könnte ich niemals für AP über einen Krieg in Gaza berichten. Oder doch – wenn Akram es kann?

Akram, ein palästinensischer Einwohner Gazas hat außerdem während des Krieges im Sommer mehr als ein Dutzend Kriegsberichte bei Al Jazira (das dem die Hamas unterstützenden Katar gehört) veröffentlicht – parallel zu den Times-Artikeln. Im Herbst verließ Akram die Times und AP holte ihn direkt zu sich.

5. Eine weitere Sache, die ich in meinem Artikel im letzten Sommer beschrieb (welcher, darüber bin ich höchst erfreut, von 114.000 Menschen für Wert befunden wurde, gelesen zu werden – diese Unterstützung ist auch eine Art Medienkritik): Eine bahnbrechende Studie, die von meinen Kollegen ignoriert wurde, kam im Juni 2014 heraus, einen Monat bevor der Israel-Hamas Krieg losging. Eine prominente Gruppe amerikanischer Gesundheitsexperten fand heraus, dass Zivilisten 85% bis 90% aller Opfer der 248 bewaffneten Konflikte in der Welt seit dem 2. Weltkrieg ausmachen. Auch wenn jedes zivile Opfer in Gaza eine Tragödie ist, hat die IDF, bedenkt man die Komplexität und die zivilen Schutzschilde in Gaza, etwas vollbracht, was ein Modell für die zukünftigen Kriege sein wird. Sollte AP nicht derlei Statistiken beachten, wenn sie Artikel wie den letzten schreiben? Betrachtet man den Anstieg des Antisemitismus auf der ganzen Welt nur allein seit dem Krieg im Sommer, könnten solche Statistiken einen historischen Zusammenhang darstellen und das könnte den Hass auf Juden verringern – oder zumindest verhindern, dass er sich nicht weiter verbreitet.

6. Ich möchte heute meine Botschaft mit dem Verteidigungsexperten Hecht schließen: „UNO-Zahlen sind nicht wirklich UNO-Zahlen,“ sagte er, wie ich schon im August berichtete, „es sind von der Hamas kontrollierte Zahlen, die der UNO übergeben wurden.“

Außerdem weiß niemand, wie viele Häuser genau von den Israelis angegriffen wurden, aber UNO-Studien (diesmal wirklich UNO-Studien, denn es wurden Satellitenbilder verwendet) sagen aus, dass tausende von Gebäuden zerstört wurden (eine Zahl spricht von 20.000 zerstörten oder schwer beschädigten Gebäuden). Die Prozentzahl von getöteten Zivilisten in 247 Häusern zeigt einzig, dass jemand bestimmte Häuser zur Zählung auswählte, während er andere Häuser ausließ, die nicht seiner Neigung entsprachen, die er dem Ganzen geben wollte. Besonders seit die gesamte Anzahl an Kindern, Frauen und älteren Männern von den Palästinensern selber mit 943 angegeben wurde. Mit anderen Worten; in etwas mehr als 1% von etwa 20.000 zerstörten oder schwer beschädigten Gebäuden waren 508 der gesamt 943 (also unter 54%) der von den Palästinenser behaupteten Kinder, Frauen und ältere Männer betroffen.

„Selbst wenn jeder der übrigen getöteten 435 Kinder, Frauen und älteren Männer einzeln in einem anderen Haus getötet wurde,“ fährt Hecht fort, „bedeutet das, dass höchstens 682 Häuser mit Kindern, Frauen und älteren Männern darin von den Israelis getroffen wurden – das sind 3,5% der Häuser, die getroffen wurden. Selbst wenn wir von einer sehr viel niedrigeren Anzahl von zerstörten oder schwer beschädigten Häusern ausgehen, die von anderen Quellen genannt werden – etwa 10.000 zerstörte und schwer beschädigte Häuser – würde das die Prozentzahl von zerstörten Gebäuden mit Zivilisten darin auf etwa 7% erhöhen. Natürlich verteilen sich die zivilen Opfer nicht auf eines pro Haus, dem entsprechen ist die Prozentzahl wesentlich niedriger. Es scheint mir – auch wenn ich, der Debatte zuliebe, annehmen würde, dass all diese Zahlen stimmen und alle Zerstörungen von den Israelis verursacht wurden – dass die Israelis außerordentlich umsichtig bei ihren Angriffen waren und große Anstrengungen unternahmen, um zivile Opfer zu vermeiden.

„Kurz gefasst,“ schließt Hecht, „machen Leute, die mit den Zahlen spielen, das, damit sie zu ihrer Phantasie (politischen Ausrichtung) passen.“

Mitglieder der AP-Ableger optimieren hin und wieder die ursprünglichen AP-Überschriften. In diesem Fall haben das mehrere Publikationen getan – sie verzerrten den Artikel selber und ließen Israel noch schlechter aussehen. Ein Paradebeispiel: Stars and Stripes, das die Gemeinschaft der US Militärs mit Informationen und Nachrichten versorgt. Ihre Überschrift eines Artikels war: „AP-Bericht: Israelische Luftangriffe töten hauptsächlich Zivilisten.“ Damit wird der Leser rasch dazu verführt zu glauben, die Untersuchungen der AP gelten nicht nur den Häusern, sondern dem ganzen Gazastreifen. Ähnlich ist die Überschrift des Idaho Statesman, die sich wie folgt liest: „Luftangriffe auf Gaza töteten im letzten Sommer hunderte von Zivilisten.“ (Der Artikel im Internet wurde inzwischen auf den neuesten Stand gebracht, aber, ach, nicht die Überschrift.)

Noch mehr Beispiele, wenn ihr noch nicht genügend angewidert seid: Die Überschrift der San Angelo Standard Times ist „Zivilisten trugen die Hauptlast der israelischen Luftangriffe“. The Independent (UK): „Fast ausschließlich Zivilisten wurden bei dem Überfall auf Gaza getötet.“

Zurück zu AP selber. Ich verlange nicht, dass die Nachrichtenagentur Israel mag (Artikel ehemaliger AP Korrespondenten wie Matti Friedman machen mehr als deutlich, dass der Nachrichtendienst gegen das Land voreingenommen ist). Ich verlange auch nicht, dass Fares Akram Israel wenigstens respektiert. Ich fürchte, das wird nie passieren. Was ich aber erwarte – was von den hunderten von Nachrichtenablegern, die AP gehören, zu erwarten ist – ist eine faire Berichterstattung. Dazu wurde ich vor Jahrzehnten als Student des Journalismus erzogen. Es bräuchte in diesem einen Artikel nur einige wenige Sätze, um fair zu sein, aber das ist nicht geschehen.

Früher hätte die Überprüfungsstelle des Journalismus der Columbia dem Beachtung geschenkt. Doch ich fürchte, diese Zeiten sind vorbei.