Archive for the ‘Die Welt und Nahost’ category

Wenn anonyme Quellen aus Washington Israel mit Dreck bewerfen

28. Juli 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 23. Juli 2015

anon-sources-capitolHill-770x400

Ob man sie nun mag oder nicht, die Nachrichtenindustrie braucht anonyme Quellen. Manchmal kann man Informationen von nirgendwo sonst herbekommen.

Das verstehe ich.

Aber ein Journalist muss anonyme Quellen nur vorsichtig verwenden. Sie machen Nachrichten weniger transparent — die Leser müssen dem Reporter weit stärker vertrauen, dass die Quelle glaubwürdig ist, dass er weiß, wovon er spricht, und dass er das Blatt nicht für seine eigene Agenda benutzt. Deshalb haben die meisten Nachrichtendienste Richtlinien hinsichtlich Anonymität. Zwei davon möchte ich hier anführen:

  1. Berichte müssen wenigstens eine namentlich genannte Quelle haben. Keine Story sollte sich gänzlich auf anonyme Quellen verlassen.
  2. Während es zulässig ist, eine anonyme Quelle mit Informationen zu zitieren, muss man vorsichtig sein, wenn sie eine Meinung oder eine Interpretation bietet. Es ist unethisch, einer Quelle zu erlauben, jemanden aus der Deckung der Anonymität heraus zu attackieren.

Und das bringt uns zu den “hohen Regierungsbeamten in Washington”, die eine Quelle für Haaretz waren.

Hohe Regierungsbeamte in Washington sagten am Mittwoch, sie seien zu dem Schluss gelangt, Premierminister Benjamin Netanyahu sei an keinerlei Atomabkommen mit dem Iran interessiert — außer an einem, in dem Teheran vollständig kapituliert, aber im Gegenzug keinerlei Sanktionserleichterungen bekommt.

“Das ist die Logik in Israels Kritik”, sagten sie bei einer Unterredung mit Haaretz . . .

Die Beamten zeigten sich konsterniert und enttäuscht über die Tatsache, dass Netanyahu und andere israelische Irangegner dem Wiener Übereinkommen nichts Gutes abgewinnen konnten — obgleich viele israelische Standpunkte in das finale Dokument eingeflossen sind. Die Beamten merkten an, das Übereinkommen erfülle auch die “roten Linien”, die Netanyahu im Lauf der letzten Jahre gezeichnet hatte — “und noch einiges mehr.”

Unter solchen Umständen sei es “schwierig, vernünftige Diskussionen” mit Israel zu führen, ergänzten sie.

HaaretzFür sich alleingenommen hätte diese Unterredung nicht in dieser Form veröffentlicht werden sollen. Die Sorgfaltspflicht auf Seiten von Haaretz hätte bedeutet, irgend jemanden in Washington ausfindig zu machen, der zu einem namentlichen Zitat bereit gewesen wäre, und Jerusalem hätte ein Antwortrecht bekommen müssen. Da all dies fehlt, hätte diese Unterredung einfach als Hintergrundinfo für die Haaretz-Belegschaft abgelegt werden müssen.

Die Sorgfaltspflicht auf Seiten von Haaretz hätte auch bedeutet, jene anonymen Beamten zu hinterfragen. Israel will keinen Krieg. Weder wünschen noch erwarten die Israelis Irans völlige Kapitulation. Und trotz der “Bester Deal, den wir herausschlagen konnten”-Rhetorik gab es eine Alternative. Hier kann man nachlesen, wie ein guter Iran-Deal ausgesehen hätte.

Unsere “hohen Regierungsbeamten in Washington”, die israelische Bedenken diskreditieren wollen, während sie sich für den Iran-Deal einsetzen, haben mit Haaretz eine gute Wahl getroffen. Jüngste Haaretz-Editorials nannten den Deal “eine unglaubliche diplomatische Leistung“, während Premierminister Netanyajus Einwände als “Hysterie” zurückgewiesen wurden.

Dies ist weit entfernt vom israelischen Mainstream. Öffentliche Umfragen unter Israelis ergaben, dass 71% glauben, das Übereinkommen rücke den Iran näher an die Atombombe, 51% würden Obama übergehen, um das Übereinkommen zu brechen, und 47% würden einen unabhängigen israelischen Militäreinsatz gegen den Iran befürworten.

Wenn man es also mit einer anonymen Quelle zu tun hat, sollte man sich sechs Fragen stellen:

  1. Wer ist die Quelle?
  2. Befindet sich die Quelle wirklich in einer Position, dass sie weiß, was sie behauptet? Hat der Reporter genügend Hintergrundinformationen über die Quelle bereitgestellt, damit wir uns ein eigenes Urteil bilden können?
  3. Warum kann die Quelle nicht namentlich für die Story genannt werden? Gibt es eine plausible Erklärung für die Leser?
  4. Was sind die möglichen Motive der Quelle, dass sie mit dem Reporter spricht?
  5. Erfindet die Quelle etwas?
  6. Hätte man die Informationen auch auch von nichtanonymen Quellen bekommen können?

Wollen die Vereinigten Staaten die öffentliche Meinung Israels für sich gewinnen, werden sie den Israelis mit “vernünftigen Debatten” kommen müssen und sich der Tatsache stellen müssen, dass die Israelis jenseits der Haaretz-Seifenblase nichts Gutes über das Übereinkommen zu sagen haben. Anonymes Dreckwerfen in einer außer Tritt geratenen Zeitung wird das nicht schaffen.

Bild: CC BY flickr/Zaheer Mohiuddin mit Modifikationen von HonestReporting; Zeitungen CC BY Wikimedia Commons/Hmbr

Dem Iran vertrauen?

23. Juli 2015

HonestReporting Canada (Facebook), 21. Juli 2015

HRCanada_Iran-Atomdeal(crossposted mit abseits vom mainstream)

Der iranische Deal und Doppeldenke

23. Juli 2015

Cherryl Smith, HonestReporting, 21.07.2015

iran-doublethink-770x400

Dr. Cherryl Smith ist emerierte Professorin in Rhetorik und Satzbau an der California State University, Sacramento. Sie schreibt für Framing Israel.

Was mit dem Iran-Deal falsch läuft (siehe hier und hier), kann man auch an Gebrauch und Missbrauch der Sprache ablesen, die rund um den Deal verwendet wird.

Es fällt schwer, es unter einen Hut zu bringen, dass die Führer der Islamischen Republik Iran unverblümt sagen, wir sollten nicht erwarten, dass sie sich in irgendeiner Weise ändern, und das von der USA geführte Verhandlungsteam dennoch die Bedeutung der Taten und Worte dieser Führer zu ignorieren scheint. Zwar mag es nicht unbedingt George Orwells “Doppeldenke” aus dem Buch 1984 gleichkommen:

Wissen und Nichtwissen . . . gleichzeitig zwei Meinungen vertreten können, die sich widersprechen, und trotzdem an beide glauben . . . Logik gegen Logik verwenden . . .

Aber es ist durchaus beunruhigend.

Der beste Deal, den wir herausschlagen konnten

Seit Franklin D. Roosevelt verstand, dass er das Erfordernis einer Zweidrittelmehrheit im Kongress umgehen konnte, indem er einen Vertrag einfach nicht als Vertrag bezeichnete, haben Präsidenten Verträge seither zuweilen “Regierungsübereinkommen” genannt. Der Vertrag mit dem Iran läuft unter der Bezeichnung “Deal“.

Und obwohl sich die Debatte darauf konzentrierte, ob das nun ein guter oder ein schlechter Vertrag ist, hat die Bezeichnung “Deal” es sich so anhören lassen, als handle es sich nicht wirklich um eine gewichtige Vereinbarung, und scheint auch verschleiert zu haben, warum wir (d. h. der Westen, vertreten durch die USA, die EU und Großbritannien) überhaupt verhandelt haben.

Ziel des “Dealens” mit dem Iran war, ihn vom Bau von Atomwaffen abzuhalten. Die Aufhebung von Sanktionen galt dem Stopp von Irans nuklearem Aufbau. Da der Deal dies nicht erwirkt, melden die Saudis, Jordanier, Ägypter und Israelis, iranische Exilanten und 77% der Amerikaner ihren Protest an.

Es ist nicht so, als ob die USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich einen Deal mit dem Iran bräuchten. (Vielleicht freuen sich China und Russland aus wirtschaftlichen Gründen über den Deal.) Aber der Westen und der Nahe Osten dürfen nicht zulassen, dass Iran, der weltgrößte Terrorsponsor, seinem Arsenal keine Atomwaffen hinzufügt.

War dies wirklich der beste Deal, den wir herausschlagen konnten, dann wäre die logische Alternative überhaupt kein Deal — zumindest noch nicht.

Zentrifugen und Ausflüchte

US-Staatssekretärin Wendy Sherman

US-Staatssekretärin Wendy Sherman

Die Konzentration auf das Zustandekommen eines Deals — im Gegensatz zur Beeinflussung des Verhaltens des Iran — führte zu seltsamen Verschleierungen.

Selbst wenn Irans Atomprogramm während der nächsten Jahre etwas entschleunigt wird, existieren die für den Bau von Atomwaffen notwendigen Materialien und Maschinen noch immer. Die versprochenen “Immer und überall”-Inspektionen sind nicht nur verschwunden, sondern wurden durch einen 24-Tage-Vorausbescheid ersetzt und — noch bizarrer — mit der Vorgabe, dass die Iraner detaillierte Erklärungen über den Grund für die Inspektion erhalten müssen.

Und US-Staatssekretärin Wendy Sherman sagte, die Forderung nach “Immer und überall”-Inspektionen sei nur “Rhetorik” gewesen.

Die nichtmoderate Republik

Alles andere als die Sanktionen und das Atomprogramm war “vom Tisch”. Der Deal hebt die Sanktionen auf und behält das Atomprogramm im Großen und Ganzen bei. Die Menschenrechte der Iraner, das Verprügeln oder Töten von Vergewaltigungsopfern, das Hängen von Homosexuellen, der Mangel an Freiheiten, all das wurde nicht diskutiert. Ebenfalls vom Tisch war die Diskussion über die illegal im Gefängnis sitzenden vier Amerikaner im Iran.

Ebenfalls wurde der Iran im Gegenzug für die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen nicht dazu aufgefordert, mit der Bedrohung Israels aufzuhören, den Terror der Hisbollah im Libanon, von Assads Streitkräften in Syrien oder der Hamas in Gaza nicht weiter zu unterstützen. Statt dessen verkündete Ayatollah Ali Khamenai einen Tag nach Abschluss des “Deals”, dieser “Sieg” ändere nichts an der “Politik gegenüber der arroganten USA” oder an Irans Agenda, einer in einer sehr deutlichen Sprache ausgedrückten Agenda.

Während der Verhandlungsmonate leiteten Irans Führer Sprechchöre mit “Tod Amerika” und “Tod Israel” an und bekräftigten ihr Ziel, zur beherrschenden Macht im Nahen Osten zu werden — das Schicksal der Islamistischen Republik Iran, wie sie glauben.

Der Versuch, sich diesen Deal im Kopf begreiflich zu machen, scheint Orwells Doppeldenke zu erfordern.

Sherman CC BY-ND flickr/US-Botschaft in Kiew, Ukraine

Frank Luntz schlägt Alarm wegen US-Unterstützung

14. Juli 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 7. Juli 2015

alarmClock-fightingBDS-770x400

Mitglieder der Demokraten entfernen sich seit Jahren immer weiter von Israel, aber die letzten Ergebnisse des Meinungsforschers Frank Luntz legen nahe, dass die überparteiliche Unterstützung für Israels ernsthaft gefährdet ist.

Laut Luntz’ Umfrage denken 47% der Demokraten, Israel sei ein rassistisches Land, und nur 48% glauben, Israel wolle Frieden. Nur 51% der Demokraten sagten, die USA solle Israel unterstützen (verglichen mit 90% der Republikaner), und nur 46% bezeichneten sich als “proisraelisch”.

Die Umfrage unter 802 Angehörigen der “Meinungselite” in beiden politischen Parteien zeigte ebenso, dass nur 18% der Demokraten wahrscheinlicher für einen proisraelischen Kandidaten stimmen würden, wohingegen es bei 32% weniger wahrscheinlich war, dass sie für einen solchen Kandidaten stimmen.

“Israel konnte Kopf und Herz der Republikaner in Amerika gewinnen, während es gleichzeitig die Demokraten verliert”, sagte Luntz diese Woche der Times of Israel. “Ich hatte nicht erwartet, dass es so offenkundig und so tiefgreifend werden würde.”

Luntz schlug eine Reihe von Botschaften vor, um die Demokraten für sich zu gewinnen, z. B. die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen in Israel im Gegensatz zu seinen Nachbarn oder die anhaltende humanitäre Hilfe für die Palästinenser.

Und Shmuel Rosner, der fürs Jewish Journal of Los Angeles schreibt, sagte zu diesen Umfrageergebnissen, dass nicht Israel die Demokraten verliert, sondern umgekehrt die Demokraten Israel verlieren. Er sagte, Veränderungen in der Politik würden die Lage nicht notwendigerweise zum Guten wenden, da viele Haltungen gegenüber Israel kaum Substanz besitzen.

Die meisten der 47% der amerikanischen “Elite-Demokraten”, die sagen, Israel sei “rassistisch”, haben Israels Politik nicht wirklich untersucht und können ihre Behauptungen nicht mit Zahlen und Fakten untermauern (u. a. auch weil Israel nicht rassistisch ist – sicherlich nicht rassistischer als die meisten anderen Länder). Also warum sagen sie dann, Israel sei rassistisch? Wohl hauptsächlich wegen eines gewissen Zeitgeistes bei ihrer Referenzgruppe, die es zu einer Mode macht, Israel als dieses oder jenes zu sehen.

Und was ist dieser “gewisse Zeitgeist”? Rosner erklärt das nicht genauer. Aber ein Kandidat, der ins Auge fällt, ist der anhaltende Angriff auf Israels Legitimität durch die BDS-Bewegung. Zwar ergab Luntz’ Umfrage, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Meinungselite die BDS-Bewegung kennt, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die meisten von ihnen den Angriffen auf Israel ausgesetzt waren, ohne von der dahinterstehenden Bewegung zu wissen.

Der stete Tropfen der Presseberichte über jeden BDS-Angriff auf Prominente, die nach Israel kommen, höhlt den Stein. Auch die Bemühungen, israelische Sportler aus Wettkämpfen auszuschließen, israelische Akademiker aus großen Konferenzen oder israelische Produkte aus den Regalen von Supermärkten oder Universitäts-Speisesälen.

Es sickert durch Artikel über die Boykottziele herein, wo die BDS-Bewegung nur im Hintergrund erwähnt wird. Und es sickert mit jeder Nachricht über Studenten herein, die sich an ihrer Universität auf Israel als Ziel ihrer Kritik konzentrieren. Und es ist in den wiederholten Bezeichnungen als “Apartheid-Israel” im Kommentarbereich jedes Mainstreamartikels, der als zu israelpositiv wahrgenommen wird.

Es sickert durch das Raketenfeuer an Informationen herein, die zu einem einzigen Schluss führen – dass Israel keinen Platz unter den Nationen verdient.

“Israel hat bereits Probleme durch BDS, und die Amerikaner wissen nicht einmal, was das bedeutet. Können Sie sich vorstellen, wie schlimm das noch wird?” sagte Luntz der Times of Israel. Es ist eine hinterhältige Kampagne, die Israels Legitimität angreift, und sie findet bei den Demokraten immer mehr Gehör.

Bild: CC BY Alex via flickr mit Beifügungen von HonestReporting

Tränen vor Terror

13. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 6. Juli 2015

17yoTerrorist-mom-770x400

Welche Worte oder Emotionen kommen einem bei folgendem Bild in den Sinn?

Screen-Shot-2015-07-06-at-12.50.18-PM-640x360

Das ist das Begleitbild, welches die New York Times für eine Story über den Tod von Muhammad Hani al-Kasba verwendete, einem palästinensischen Teenager, der Steinbrocken auf ein IDF-Fahrzeug schleuderte. Er ignorierte Warnschüsse und machte weiter, und dann wurde er von den Soldaten in jenem Fahrzeug erschossen. Im Artikel wird er einfach als “Teenager” beschrieben. Wir haben schon vorher darüber berichtet, wie die New York Times durch ihre Schlagzeile dem Vorfall allen bedeutsamen Inhalts beraubte (“Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland”).

Jeder, der den Artikel über einen palästinensischen “Teenager” liest, der von israelischen Soldaten erschossen wurde, und dann ein Bild von dessen Familie sieht, die bei seinem Begräbnis weint, wird ein gewisses Maß an Sympathie empfinden.

Seht euch jetzt das folgende Bild an:

terror

Dieses Bild und weitere Bilder sind ans Tageslicht gekommen und zeigen, dass al-Kasba nicht einfach ein unschuldiger Teenager war. Laut Israellycool wurden diese Bilder von seinen Freunden gepostet und sind im Internet weithin verfügbar. Mit anderen Worten: Es wäre der New York Times bestimmt nicht schwergefallen, ein Bild zu finden, das die wahre Natur dieses Mannes zeigt, selbst wenn sie ein solches Bild nicht abgedruckt hätte. Die Leser hätten auf jeden Fall einen ganz anderen Eindruck von dem Vorfall gehabt, hätten sie dieses Bild gesehen.

Statt dessen druckt die New York Times ein Bild seiner Familie. Zusammen mit der Schlagzeile ist der Artikel insgesamt irreführender, als dass er die Wahrheit berichtet.

Tod eines palästinensischen Steinewerfers bringt neuerliche falsche Schlagzeilen

12. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Juli 2015

bad-headline-worse-picture-770x400

Das Steinewerfen der Palästinenser ist eine Gewalttat und hat bereits Israelis getötet. Es ist daher wenig überraschend, dass die IDF-Soldaten im abgebildeten Fahrzeug zurückfeuerten, nachdem die Steinewerfer Warnschüsse ignoriert und ihren Angriff fortgesetzt hatten.

idf-e1435903325474-635x357

Im Verlauf dieses Vorfalls wurde einer der Steinewerfer angeschossen, und er starb an seinen Verletzungen.

Einige Medien ignorierten die mit Steinewerfen einhergehende Gewalt und wählten Schlagzeilen, welche die Story verzerrten.

Die New York Times:

Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

AFP:

Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Die Irish Times:

Palästinensischer Protestler im Westjordanland erschossen

Palästinensischer Protestler im Westjordanland erschossen

International Business Times:

Israelischer Offizier tötet 17jährigen Palästinenser wegen Steinewerfens

Israelischer Offizier tötet 17jährigen Palästinenser wegen Steinewerfens

Obwohl der Palästinenser mit der Gewalt begann und das Leben von IDF-Soldaten bedrohte, entfernten die New York Times und AFP jeglichen Kontext und legen nahe, ein palästinensischer Teenager sei ohne jeden Grund (außer vielleicht Boshaftigkeit) von der IDF “getötet” worden.

Bei der Irish Times wird der Steinewerfer zu einem “Protestler”, der sich vor dem geistigen Auge der Leserschaft höchstens des friedlichen Marschierens mit einem Plakat in der Hand schuldig gemacht hat. Die International Business Times beschwört Bilder einer Exekution herauf, die wegen einer kleinen Gesetzesübertretung durchgeführt wurde.

Vergleicht obige Schlagzeilen mit einigen der vernünftigeren Sorte:
Israelischer Offizier tötet steinewerfenden palästinensischen Jugendlichen im Westjordanland
Palästinenser nach Steinewerfen auf israelisches Fahrzeug getötet

Dies sind nur die jüngsten Beispiele in einer ganzen Serie falscher Schlagzeilen, insbesondere von AFP, welche die Israelis als bösartige Aggressoren hinstellen und palästinensische Angreifer als unschuldige Opfer israelischer Strafaktionen.

CNN: Jerusalems Altstadt “kurz vor der Vernichtung”

11. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Juli 2015

CNN-oldCity-extinction-770x400

Besuchen Sie sie jetzt, bevor es zu spät ist: Bedroht durch Vernachlässigung, den Elementen, neuen architektonischen Trends oder rücksichtslosen Stadtplanern, kämpfen diese herausragenden Gebäude alle einen schweren Kampf ums Überleben.

So drückt sich CNN bei seiner Foto-Slideshow mit “25 großartige Gebäude kurz vor der Vernichtung” aus. Worum könnte es sich da handeln? Um unbezahlbare antike Gebäude etwa, die in Syrien von ISIS-Fanatikern zerstört werden, z. B. bei der Zerstörung von Artefakten in Palmyra?

Nein.

Das hier ist das erste Foto, das Leser auf CNNs Website begrüßt:

cnn010715

Gemäß CNN ist die Altstadt Jerusalems “kurz vor der Vernichtung”. Dass die Altstadt auf der UNESCO-Liste des gefährdeten Erbes der Welt steht, ist keine Entschuldigung für ihren Miteinschluss in die CNN-Slideshow. Wie bei vielen UN-Körperschaften kann dieser Status antiisraelischer Politik zugeschrieben werden und nicht der Wirklichkeit.

CNN hatte keinen Grund, sich diesem haarsträubenden Nonsens anzuschließen, insbesondere weil die Altstadt die vielleicht am besten geschützte Welterbe-Stätte im Nahen Osten ist. Alle religiösen Stätten werden von Gesetz und Religionsfreiheit geschützt. Selbst die umstrittenste von ihnen, der Tempelberg, steht unter der Kontrolle der muslimischen Waqf im Rahmen einer Vereinbarung, den Status quo zu wahren.

Tatsächlich besteht die größte Bedrohung des Welterbes der Altstadt in den Palästinensern selbst, die unbeaufsichtigte Ausgrabungen auf dem Tempelberg vorgenommen haben und dabei viele unbezahlbare Antiquitäten zerstörten.

Auf jeden Fall ist es niemandes “letzte Chance”, Jerusalems Altstadt zu sehen, und sie ist ganz gewiss nicht “kurz vor der Vernichtung”, und es steht CNN schlichtweg nicht zu, solches zu behaupten.

Bild: aus dem Film World War Z, © 2013 Paramount Pictures, ein fiktives Werk, das die Zerstörung von Jerusalems Altstadt beinhaltet – nicht weniger fiktiv wie CNNs Behauptungen.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 408 Followern an