Archive for the ‘Die Welt und Nahost’ category

CNNs Akkuratesse-Blockade

4. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 1. Juli 2015

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Ein CNN-Videobericht über den kürzlichen Versuch, die Gaza-Seeblockade zu umgehen, enthält eine erschreckende Unwahrheit. Gegen Ende des Berichts sagt die Korrespondentin Paula Hancocks:

Eine UN-Untersuchungsmission zog 2011 den Schluss, die Blockade sei unrechtmäßig, aber Israel verteidigt sein Recht, seine Grenzen zu schützen.

Dies ist falsch. Der von der UN 2011 in Auftrag gegebene Palmer-Bericht fand heraus, dass die israelische Blockade internationalem Recht entspricht. Hier ein Auszug aus dem Bericht:

Das Grundprinzip der Freiheit der Schiffahrt auf hoher See ist im internationalen Recht nur bestimmten begrenzten Ausnahmen unterworfen. Israel sieht sich einer echten Bedrohung seiner Sicherheit durch militante Gruppen in Gaza ausgesetzt. Die Seeblockade wurde als legitime Sicherheitsmaßnahme verhängt, damit keine Waffen übers Meer nach Gaza gelangen, und ihre Implementierung entsprach den Erfordernissen des internationalen Rechts.

Die Rechtmäßigkeit der Blockade ist für Zuschauer ein Schlüsselpunkt, damit sie die gegenwärtige Situation verstehen, und dieser Fehler muss sofort korrigiert werden. Eugene Kontorowitsch, Professor für internationales Recht, schreibt in der Washington Post (und im Commentary), dass es nicht nur die Palmer-Kommission 2011 gewesen ist, die die Rechtmäßigkeit der Blockade bezeugte. Der relative Mangel an gegen die Blockade gerichtete Kritik deutet darauf hin, dass eingeräumt wird, ja, Israel kann Schiffe stoppen und durchsuchen, die auf dem Weg ins Hamas-regierte Gaza sind.

Natürlich gibt es noch eine weitere Situation, in welcher nichtfeindliche Schiffe auf hoher See gestoppt werden können – nämlich Schiffe, welche die Blockade zu durchbrechen versuchen… Anbetrachts dessen, dass Israels bewaffnete Aktionen von der internationalen Gemeinschaft gewiss keine Billigung der Rechtmäßigkeit genießen, kommt dieses Schweigen praktisch einer Anerkenntnis der Rechtmäßigkeit der Blockade gleich.

CNN muss klarstellen, dass Israels Position rechtmäßig ist.​

Die New York Times redet den UN-Menschenrechtsrat schön

3. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 28. Juni 2015

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Eine der Kritiken gegen den kürzlichen UNHRC-Bericht über den Gaza-Konflikt letzten Sommer ist, dass der UNHRC eine bewiesenermaßen voreingenommene und einseitige Bilanz gegen Israel aufweist. Die New York Times sagt:

Premierminister Benjamin Netanyahu nannte das Schriftstück “mängelbehaftet und einseitig” und sagte, der Menschenrechtsrat habe eine “einzigartige Besessenheit mit Israel”.

Aber dann fügt die Times folgende Anmerkung hinzu, um die Aussage des Premierministers zu unterminieren:

(In Wirklichkeit stehen dort auch Eritrea, Sri Lanka, Syrien und andere Länder auf der Agenda.)

Und das ist alles, was die New York Times ihren Lesern über Israel und den UNHRC verrät.

Hier ein Aspekt, den die New York Times als nicht wichtig erachtete, um ihn ihren Lesern gegenüber zu erwähnen (von UN Watch):

Genf, 25. Juni 2015 — In den neun Jahren seiner Existenz hat der UN-Menschenrechtsrat Israel öfter verurteilt als den gesamten Rest der Welt zusammengenommen…

Die Resolution in Folge des jüngsten Gaza-Berichts… wird ausschließlich Israel verurteilen und die 62. Resolution gegen Israel darstellen, seit der neue und verbesserte Rat im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde – und die Anzahl aller anderen verurteilenden UNHRC-Resolutionen für den Rest der Welt beträgt 55…

Und was ist mit den Ländern, die von der Times erwähnt wurden, um die “Ausgeglichenheit” der UN nachzuweisen?

Hier die Zahl der UNHRC-Verurteilungen gegen jene Länder:

Eritrea: 3
Sri Lanka: 3
Syrien: 15
Israel: 61

Die New York Times könnte sagen, dass sie sich nur auf die Länder bezogen hätte, die auf der UNHRC-Agenda diskutiert werden. In diesem Fall hätte sie vielleicht sagen sollen, dass Israel das einzige Land der Welt ist, das einen permanenten Punkt auf der Agenda darstellt. Jede UNHRC-Sitzung diskutiert über Israel. Jede. Kein anderes Land der Welt hat diese “Ehre”. Weder Eritrea noch Sri Lanka noch Syrien erfahren eine solche Behandlung.

Wie sieht es bei den “Dringlichkeitssitzungen” des UNHRC über spezifische Länder aus? Diese Information wäre für die Times-Leser bedeutsamer gewesen als dieser kurze Kommentar:

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Mehr als 200.000 Menschen wurden in Syrien getötet, aber der UNHRC hielt nur 4 Dringlichkeitssitzungen über Syrien ab, verglichen mit den 7 Sitzungen über Israel. Diese Fakten beweisen, dass der israelische Premierminister recht hat, wenn er sagt, der UNHRC sei von Israel “besessen”.

Schlechte Schlagzeile, noch schlechteres Bild

24. Juni 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 18. Juni 2015

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Es fällt schwer zu entscheiden, was irreführender ist: die Schlagzeile der AFP oder das Bild darunter.

Laut der israelischen Armee warf ein Palästinenser am 14. Juni im Dorf Kfar Malil eine mit brennendem Benzin gefüllte Flasche auf israelische Soldaten, die sich in einem Jeep befanden, wodurch der Fahrer die Kontrolle verlor und den Palästinenser mit seinem Jeep erfasste. Der Mann wurde getötet, und die Soldaten im Jeep wurden verletzt.

Die AFP entschied, die akkurateste Zusammenfassung des Vorfalls in einer Schlagzeile sei diese hier:

Israelische Armee tötet Palästinenser im Westjordanland: palästinensische Sicherheit

Israelische Armee tötet Palästinenser im Westjordanland: palästinensische Sicherheit

Was fehlt, ist jegliche Erwähnung der Tatsache, dass der Mann die Soldaten angegriffen hatte. Aus der Schlagzeile zieht man nur den Schluss, die Soldaten seien die Aggressoren gewesen.

Aber so schlecht die Schlagzeile auch ist, das Begleitbild der AFP zur Illustration der Story ist noch weit schlechter. Offenbar konnten sie keine Bilder eines Palästinensers finden, der einen Molotow-Cocktail wirft, also nahmen sie einfach ein Foto eines Palästinensers mit einer Schleuder. Das Bild zeigt einen anderen Mann, eine andere Waffe, wurde zu einem anderen Zeitpunkt und an einem anderen Ort aufgenommen als der berichtete Vorfall.

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Zusammengenommen malen Schlagzeile und Begleitbild eine unverhältnismäßige Reaktion der israelischen Armee.

Schlagzeilen und Bilder sind nicht einfach nur nebensächliche Anhängsel eines Artikels. Es sind wesentliche Komponenten, und in vielen Fällen sind es die einzigen Elemente eines Artikels, die ein Leser wahrnimmt. Zusammengenommen fallen Schlagzeile und Begleitbild weit mehr ins Gewicht als alles an Text, was daruntersteht.

Bild: Design von Freepik mit Modifikationen von HonestReporting

Der tote Palästinenser der New York Times

18. Juni 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 11. Juni 2015

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Journalisten neigen dazu, übermittelte Nachrichtentexte als “Pulp” zu sehen. Entweder editiert man das Material auf die Länge, die man braucht, oder man kopiert Teile davon in eigene Texte (natürlich mit entsprechender Quellennennung).

Lokale Blätter nutzen die Berichte anders, also schnipseln sich die Journalisten die Schlagzeilen so zurecht, dass sie in den zur Verfügung stehenden Raum ihrer Druckausgaben passen. Online sind Raumbeschränkungen jedoch völlig anders.

Und das bringt mich zur New York Times.

Während des IDF-Einsatzes in Jenin töteten Soldaten einen Palästinenser, der ein IED (improvisierter explosiver Apparat) in der Hand hielt. Die New York Times veröffentlichte eine beschnittene Version eines längeren Reuters-Berichts. Weder habe ich ein Problem mit dem Reuters-Text noch mit der Art und Weise, in der die Times ihn zu einem knappen, 98 Wörter langen Absatz zusammenschnitt.

Aber die Schlagzeile der Times lässt mich am Kopf kratzen.

Hier die ursprüngliche Reuters-Schlagzeile:

Israelische Truppen auf Westjordanland-Streifzug töten Hamas-Mann - es heißt, er habe eine Bombe gehabt

Israelische Truppen auf Westjordanland-Einsatz töten Hamas-Mann – es heißt, er habe eine Bombe gehabt

Vergleichen Sie das mit der Schlagzeile der Times:

Westjordanland: Palästinenser getötet

Westjordanland: Palästinenser getötet

Wenn Sie wie die meisten nur die Schlagzeilen überfliegen, ohne die ganzen Artikel zu lesen, kämen Sie auf den Gedanken, Israel sei ein Monster.

Ich hoffe, die noch knapperen Schlagzeilen der Times für Apple Watches sind differenzierter als das.

Rote Karte für die New York Times

5. Juni 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 28. Mai 2015

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Mit dem Arrest der ranghohen FIFA-Funktionäre in der Schweiz scheint der Korruptionsskandal nun im Rampenlicht zu stehen und das palästinensische Gesuch, Israel und seine Nationalmannschaft aus der FIFA auszuschließen, zu verdrängen.

Aber hier kommt die New York Times zur heldenhaften Rettung, damit ihre Leser ja nicht das palästinensische Gesuch vergessen! Genau rechtzeitig, um dem palästinensischen Propagandaversuch ein Doping zu verpassen, erhielt der palästinensische Fußballer Iyad Abu Gharqoud eine Meinungskolumne, um auf Israel einzutreten.

Hier seine Worte:

Unsere Spieler werden heutzutage häufig festgenommen und inhaftiert. Letztes Jahr wurden zwei unserer talentiertesten Spieler von israelischen Streitkräften an einem Checkpoint angeschossen und verwundet. Die Grenzpolizei sagte, die beiden jungen Männer seien im Begriff gewesen, eine Bombe zu werfen; in Wirklichkeit waren sie auf dem Nachhauseweg vom Training in unserem nationalen Stadion im Westjordanland. Laut The Nation wurde beiden in den Fuß geschossen, was Verletzungen hervorrief, die ihre Fußballkarriere beendeten.

Israel hat auch versucht, Spieler aus anderen Ländern vom Betreten Palästinas abzuhalten, um gegen uns zu spielen. Und beim letztjährigen Gaza-Konflikt bombardierten israelische Jets unsere Fußballfelder und Freizeitbereiche. Israels Politik war erfolgreich darin, dieses schöne Spiel hässlich zu machen.

Gharqoud führt The Nation als augenscheinlich glaubhafte Quelle für die Story mit den zwei Spielern an, aber diese Story wurde letztes Jahr von Elder of Ziyon umfassend widerlegt und entpuppte sich als Teil der endlosen antiisraelischen Propaganda.

Was die Anschuldigung betrifft, dass israelische Jets Fußballplätze und Freizeitbereiche bombardiert haben, so ist dies kaum überraschend angesichts des Umstands, dass Hamas-Terroristen Raketen von genau diesen Orten auf Israel abgeschossen haben, wie diese IDF-Grafik vom Konflikt 2012 illustriert:

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Gharqoud beklagt, dass Israel die Bewegungsfreiheit palästinensischer Fußballspieler einschränkt. Das liegt jedoch nicht daran, dass man sie etwa vom Fußballspielen abhalten wolle. Tatsächlich wurde erst letzte Woche ein Spieler am Jordan-Grenzübergang festgenommen. Warum? Wie die Times of Israel berichtet:

Eine Quelle aus der israelischen Sicherheit sagte Israel Radio, der Spieler Sameh Marawbe sei aus Sicherheitsgründen festgenommen worden. Vor sechs Monaten war er inhaftiert worden, weil er von Hamas-Vertretern in Katar Geld und Botschaften erhielt und an Hamas-Angehörige in der Stadt Qalqilya im Westjordanland weiterleiten sollte.

Gharqoud erwähnt genügend Einzelheiten, um zu beweisen, dass sein Artikel weniger über Fußball geht und mehr darüber, Israel in der New York Times wieder mal eins draufzugeben:

Fußball ist ein schönes Spiel, aber es kann auch grausam sein – und nicht nur was die Beinahetreffer und Strafstöße betrifft. Eine der Ironien in meiner Profikarriere ist, dass sie mich quälend nah an Beersheba führte, die Stadt in Südisrael, die einmal als Bir Saba bekannt war – eine arabische Gemeinschaft, die 1948 vertrieben wurde, inklusive meiner Familie.

Gharqoud geht nicht auf die israelische Kontrolle über Palästinensergebiete ein. Es geht rein um 1948 und um die Darstellung Israels als Staat, der in Sünde geboren wurde.

Und dem folgt das klassische Propagandawerkzeug der Palästinenser, sich für den Boykott des “Apartheidstaates” Israel auszusprechen:

Für unsere Forderung nach Fußball-Sanktionen gegen Israel gibt es einen wesentlichen Präzedenzfall. FIFA führte das Prinzip einer solchen Aktion vor fast 40 Jahren ein, als es Südafrika nach dem Soweto-Aufstand 1976 per Votum ausschloss. Die Diskriminierung und Verfolgung, der wir Palästinenser uns ausgesetzt sehen, erinnert an die Apartheid-Politik.

Letztlich nutzen die Palästinenser den Fußball für politische Ziele gegen Israel. Aktuell ist Fußball auf den Titelseiten der Weltmedien. Die New York Times jedoch hat sich dazu entschieden, ein Sprachrohr für palästinensische Propaganda zu sein, und sollte dafür die rote Karte gezeigt bekommen.

Einige klare Worte über die BDS

4. Juni 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 27. Mai 2015

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Wie deutlich muss die BDS über ihre wahren Ziele eigentlich noch werden, bevor scheinbar wohlmeinende Leute damit aufhören, ihr den üblichen Vertrauensbonus zu geben?

Ein Punkt, der das illustriert, ist der vor kurzem erschienene Artikel des Haaretz-Kolumnisten Bradley Burston, der wirklich zu wollen scheint, dass die BDS die Wahrheit über ihre Ziele sagt:

Was will die BDS wirklich von Israel?

Es ist nicht viel, was ich verlange. Und ich verlange das ganz sicher nicht aus Feindseligkeit. Ich verlange einfach nur klare Ziele. Und Klartext im Gespräch.

Ich will wissen, ob die BDS zwei Staaten bevorzugt – zum Beispiel indem sie sich darauf konzentriert, Produkte aus Westjordanland und Ost-Jerusalem zu kennzeichnen – oder ob das Ziel ein einziger Staat ist, nämlich Palästina.

Ein Staat oder zwei? Das ist Burstons Grundfrage. Sehr vernünftig.

Burston scheint diese Frage ein paar Absätze später selbst zu beantworten, als er Kommentare eines BDS-Aktivisten anführt, der zu einem Boykott von SodaStream beim Lebensmittelladen Park Slope Food Coop aufrief. Burston schreibt, SodaStream sei im Begriff, seine Fabrik von einem Gebiet jenseits der Grünen Linie in die Negev-Wüste zu verlegen, also weit innerhalb Israels.

“Jetzt zieht SodaStream auf Land, das von palästinensischen Beduinen gestohlen wurde, die ebenfalls Menschen sind”, sagte Anna Baltzer, Organisatorin der “U.S. Campaign to End the Israeli Occupation”.

Baltzer, eine in Kalifornien geborene Jüdin, die gesagt hatte, ihre Großeltern seien nur knapp dem Holocaust entkommen, und die von der linksradikalen Website Mondoweiss unglücklich als “It-Girl des Antizionismus” bezeichnet wurde, fuhr fort: “Wir unterstützen die Rechte eingeborener Palästinenser in Israel einschließlich der Beduinen. Wir können unseren Boykott nicht beenden, wenn SodaStream einfach neues palästinensisches Land besetzt.

Neues palästinensisches Land besetzt? In der Negev-Wüste? Das hört sich doch wie Klartext an, nicht wahr, Herr Burton? Auf jeden Fall hört es sich nicht so an, als ob man sich auf die Kennzeichnung von Produkten konzentrieren wolle, nicht wahr?

Nun, Burston hat noch Zweifel:

Sagt die BDS dann, dass jegliches israelisches Land besetzt ist? Dass die Ereignisse von 1967 in Wirklichkeit irrelevant sind und die Ereignisse von 1948 alles, was zählt?

Natürlich haben sie das Recht, das zu glauben und zu sagen. Ich will einfach nur die Antwort hören. Klar und direkt.

Es geht aber kaum klarer und direkter.

Burston schließt mit der Behauptung, die Situation mit dem Lebensmittelladen und SodaStream sei ungelöst und “auch innerhalb der BDS-Bewegung ist diese Sache noch ungelöst”. Doch wenn es SodaStreams “Verbrechen” war, eine Fabrik im Westjordanland zu haben, und wenn die Firma jetzt weit ins “richtige” Israel zieht, dann müsste die Angelegenheit doch erledigt sein? Dass sie nicht erledigt ist, ist ein großes, rot blinkendes Warnsignal für alle, die nach einer Zweistaatenlösung trachten.

Hier also etwas Klartext, um Ihnen etwas unter die Arme zu greifen, Herr Burston:

1. Die BDS wird nie sagen, dass sie zwei Staaten will, da dies schlichtweg nicht der Fall ist. Das Problem ist nicht, dass sich die BDS sehr verwaschen über ihre Ziele äußert. Das Problem ist, dass Frieden nicht zu diesen Zielen zählt.

2. Die BDS unterscheidet nicht zwischen Israel und Westjordanland. Auf ihrer Website steht: “Jeder kann israelische Erzeugnisse boykottieren, einfach indem man keine Erzeugnisse erwirbt, die in Israel oder von israelischen Firmen hergestellt wurden. Kampagnenführer und Gruppen fordern Verbraucher auf, keine israelischen Waren zu kaufen, und sie fordern Unternehmen auf, solche Waren weder zu kaufen noch zu verkaufen.” Alles, was mit Israel zu tun hat, befindet sich im Fadenkreuz der BDS.

3. Die Behauptung, die BDS sei “agnostisch” bezüglich des Konflikts, ist eine Taktik, um Unterstützer der Zweistaatenlösung zu vereinnahmen. Die Rhetorik ist laut und klar. Der Begriff “besetztes palästinensisches Land” in Bezug auf die Zeit vor 1967 ist kein Ausdruck einer agnostischen Mentalität.

Burston behauptet, er unterstütze eine Zweistaatenlösung. Für Leute wie ihn wird es Zeit, anzuerkennen, dass die größte Bedrohung dieser Lösung von Seiten der BDS kommt.

CNN und der dubiose Behauptungsjournalismus

22. Mai 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 19. Mai 2015

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Angesichts der gegen ihn geäußerten Kritik legte Don Melvin, der CNN-Reporter, der eine unbelegte Geschichte über das angebliche Fällen von 800 Olivenbäumen durch israelische Siedler geschrieben hat, auf Twitter mehrfach nach.

Sein Bericht steht ohne jede unabhängige Verifizierung da und ist somit ein Beispiel für das, was Medienspezialisten “Behauptungsjournalismus” nennen. Hierbei handelt es sich um die Vorstellung, dass Reporter eine Story im Zeitalter immer schnellerer Nachrichtenzyklen nicht verifizieren brauchen, wenn sie einfach nur ihre Quellen nennen.

Bei Melvin wäre das die Wafa-Nachrichtenagentur, der offizielle Nachrichtendienst der Palästinenserbehörde, deren Aktivitäten direkt von Mahmoud Abbas bestimmt werden. Um Ihnen eine Vorstellung vom journalistischen Standard der Wafa zu vermitteln: Dort nannte man die Terroristen, die letztes Jahr in eine Jerusalemer Synagoge eindrangen, “islamische Märtyrer”.

Obwohl Wafa keinerlei Quellen oder Augenzeugen benennt, ist Melvin journalistisch auf der sicheren Seite, so lange er Wafa “Fakten zuschreiben” kann, richtig?

Mal ganz langsam. Sehen wir uns an, wie die Medienexperten Bill Kovach und Tom Rosentiel die Defizite des Behauptungsjournalismus beschreiben:

Die zweite Implikation ist, dass diese neutrale Stimme ohne Verifizierung einen Anstrich von Wahrhaftigkeit erzeugt. Journalisten, die Quellen wählen, die in Wirklichkeit ihre eigene Sichtweise repräsentieren, und die dann die neutrale Stimme verwenden, um den Anschein von Objektivität zu erzeugen, machen sich einer Form der Täuschung schuldig. Dies schädigt die Glaubwürdigkeit des gesamten Berufsstandes und lässt ihn prinzipienlos, unehrlich und voreingenommen erscheinen. Dies ist ein wichtiger Ruf zur Vorsicht in einer Zeit, in der die Standards der Presse so sehr im Zweifel liegen.

Wenn Melvin seine Quellen und die Einzelheiten seiner Storys nicht überprüft und auch den Lesern gegenüber nicht transparent ist, welchen Nutzen hat er dann für CNN? Oder für uns?

"So viele Leute fordern mich auf, Nachrichten rauszufiltern, die sie nicht mögen. Würde ich allen Forderungen nachkommen, würden wir nichts mehr veröffentlichen."

“So viele Leute fordern mich auf, Nachrichten rauszufiltern, die sie nicht mögen. Würde ich allen Forderungen nachkommen, würden wir nichts mehr veröffentlichen.”

Bild: CC BY flickr/Charles Atkeison mit Beifügungen von HonestReporting


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