Archive for the ‘Weltmedien und Nahost’ category

Dammbruch, Teil 2: Weitere Damm-Lügen

25. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 24. Februar 2015

Verlogene Vorwürfe von Palästinensern, dass Israel im Süden Dämmer geöffnet hatte, die Gaza überfluteten, erschienen in einer Reihe von Medienorganen, darunter AFP, Al-Jazira, RT, Ma‘an, und Xinhua. Es wurde durch die auf von den israelischen Behörden gegenüber HonestReporting bestätigte Tatsache, dass es in Israels Süden keine Staudämme gibt, nachgewiesen, dass die Story eine Lüge war. (Siehe Dammbruch: Palästinensische Lüge entlarvt)

AFP als eine der Mainstream- und angeblich glaubwürdigen Medienorgane, entfernte sein Video zum Bericht. Die anderen Internetseiten gehören Nachrichtenorganisationen, deren Glaubwürdigkeit fragwürdig ist und an die Ränder des professionellen Journalismus gehören. Es war daher extrem enttäuschend zu sehen, dass die Daily Mail (Version im Cache kann hier angesehen werden), eine der meist gelesenen Internet-Nachrichtenseiten der Welt, die Story auf Grundlage eines Berichts von Al-Jazira veröffentlichte.

Daily Mail online: Hunderte Palästinenser obdachlos, nachdem Israel Staudamm öffnet und Häuser flutet… Stunden bevor die Elektrizitätsfirma des jüdischen Staates Städten in der Westbank den Strom abdreht.

- Fast 80 Familien evakuiert und in nahe gelegene Flüchtlingslager geschickt.
– Gaza-Verteidigungschef Said al-Saudi sagte: „Wir haben keine Warnung erhalten.“
– Nicht das erste Mal, dass Israel beschuldigt wird Dämme entlang des Flusses geöffnet zu haben.
– Nur Stunden später kappt israelische Elektrizitätsfirma wegen Schulden 45 Minuten lang Strom.

HonestReporting informierte die Daily Mail am Montagabend und forderte sie auf die Story als Ganzes zu entfernen Stattdessen nahm die Daily Mail einige Stunden später in einem Taschenspielertrick Veränderungen an der Story vor, ohne diese oder den ursprünglich angerichteten Schaden zuzugeben. Vergleichen Sie die angepasste Schlagzeile und Untertitel mit dem oben gezeigten Original:

Hunderte Palästinenser obdachlos durch schwere Flut nachdem der Wasserpegel im Gaza-Tal um 3m steigt.

- Fast 80 Familien evakuiert und in nahe gelegene Flüchtlingslager geschickt.
– Pferdewagen genutzt, um Familienmitglieder durch braunen Schlamm zu evakuieren.
– Stunden später kappt israelische Elektrizitätsfirma wegen Schulden 45 Minuten lang Strom.
– Israel weist Vorwürfe zurück es habe einen Damm geöffnet: „Wir konnten keinen Stausee ablassen, weil es keine gibt.“

Während die Schlagzeile Israel nicht länger der Öffnung nicht existierender Staudämme beschuldigt, bleibt der palästinensische Vorwurf drin und wird von einer israelischen Erklärung „ausgeglichen“, die die Verantwortung bestreitet. Statt die Story zu entfernen, hat die Daily Mail der israelischen Wahrheit und der palästinensischen Lüge gleiches Gewicht gegeben, was die Sache praktisch in einen Streit mit Aussage gegen Aussage verwandelt.

Die Öffentlichkeits-Redakteurin der New York Times, Margaret Sullivan, hat diese Form des fehlerbehafteten Journalismus in einer ihrer Kolumnen angesprochen:

Einfach ausgedrückt: Falsche Ausgewogenheit ist die journalistische Praxis beiden Seiten einer Story gleiche Gewichtung zu geben, ohne Rücksicht auf die festgestellte Wahrheit einer Seite. Und viele Leute haben davon die Nase voll. Sie wollen nicht hören, dass Lügen oder Halbwahrheiten auf einer Seite Glauben geschenkt und die andere abgeschossen wird. Sie wollen echte Antworten.

Die Daily Mail hat Text im Artikel verändert. Zum Beispiel den einleitenden Satz:

Hunderte Palästinenser wurden gestern Morgen evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe Staudämme öffneten, was weithin Überflutungen verursachte.

Dieser lautet jetzt:

Hunderte Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem starke Überschwemmungen den Wasserpegel im Gaza-Tal um bis zu 3 Meter ansteigen ließen.

Das Folgende blieb im Artikel stehen:

Brigadegeneral Said Al-Saudi, der Leiter der Zivilverteidiung im Gazastreifen, sagte, die Staudämme seien ohne Warnung geöffnet worden.

„Israel öffnete die Staudämme gestern Abend ohne Warnung, was schwere Schäden in Dörfern des Gazastreifens nahe der Grenze verursachte“, sagte er gegenüber Al-Jazira.

Da wurde hierdurch „ausgeglichen“:

Die Fluten führten zu Beschuldigungen seitens der Palästinenser, Israel habe Staudämme entlang des Flusses abgelassen, um gezielt Überflutungen zu verursachen – etwas, das israelische Beamte vehement bestreiten.

Ein Sprecher des Koordinators für Regierungsaktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) sagte gegenüber VICE News: „Ich weiß nicht wer mit diesen Behauptungen angefangen hat, aber sie sind völlig abwegig. Es gibt im südlichen Teil Israels keine Staudämme, also konnten wir keine öffnen, denn sie existieren nicht. Ich weiß nicht, wie dazu kommen diese Gerüchte in die Welt zu setzen.“

Beschuldigungen erhebende Fotobeschreibungen sind ebenfalls geändert worden, damit sie Israel nicht unverblümt anklagen:

Man glaubt, dass israelische Behörden Dämme entlang des Flusses öffneten, was dafür sorgte, dass Wasser in eine Reihe Dörfer rauschte.

Die Beschreibung für das obige Foto lautet jetzt:

Palästinenser behauptetem, dass israelische Behörden Dämme entlang des Flusses öffneten, wodurch Wasser in eine Reihe Dörfer rauschte – aber Israel sagte, es gäbe keine Dämmer, die man öffnen könnte.

Als wolle man den stattfindenden lausigen Journalismus demonstrieren, erscheint auch die folgende Aussage in der Story, sowohl im Original als auch in der angepassten Version:

Die Überschwemmung von heute wurde verschlimmert, als eine israelische Elektrizitätsfirma den Strom für zwei Städte im Gazastreifen kappte.

Bedenkt man, dass der Gazastreifen und die Westbank zwei getrennte geografische Einheiten sind, ist nicht zu erkennen, wie die Flutung im Gazastreifen von einer 45-minütigen Stromsperre in der Westbank verschlimmert werden könnte.

Letztlich ist der Schaden verschlimmert worden, der Israel durch das unethische Versagen der Daily Mail zugefügt wurde zuzugeben, dass ihr Reporter dabei erwischt wurde, dass er Outsourcing von Inhalten an unzuverlässige und von einer Agenda getriebene Nachrichtenorganen betrieben hat. Die Daily Mail hat den Editors‘ Code of Practice (Kodex journalistischen Verhaltens) verletzt, den sie unterschrieben hat und dem von der Independent Press Standard Organisation (IPSO – Unabhängige Organisation für Pressestandards) Geltung verschafft wird.

Absatz 1 zu Genauigkeit legt dar:

  1. Die Presse muss aufpassen, dass sie keine ungenauen, fehlleitenden oder verzerrten Informationen veröffentlicht, einschließlich Bildern.
  2. Eine beträchtliche Ungenauigkeit, fehlleitende Äußerungen oder Verdrehungen, einmal festgestellt, müssen korrigiert werden, sofort und mit gebührender Hervorhebung; und sie müssen – wo dazugehörig – veröffentlicht werden. In Fällen, die den Regulator involvieren, sollte die Hervorhebung mit dem Regulator vorab abgestimmt werden.

Die Daily Mail veröffentlicht, indem sie die palästinensische Behauptung immer noch als glaubwürdig behandelt, immer noch ungenaue und fehlleitende Informationen. Ähnlich sind die von der Daily Mail aufgrund dessen, dass sie über die Fehler informiert wurde, vorgenommenen Änderungen nicht gebührend hervorgehoben worden und eine Entschuldigung ist angebracht.

Dammbruch: palästinensische Lüge entlarvt

24. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Februar 2015 / Übs: YdW

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Das kürzliche stürmische Wetter in Israel und angrenzenden Gebieten hat in Gaza zu weiten Überflutungen geführt. Den Palästinensern und ihren Medienunterstützern genügt es jedoch nicht, den starken Regen dafür verantwortlich zu machen – nein, Israel muss irgendwie beschuldigt werden.

Al-Jazeera:

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme
Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Wenigstens 80 palästinensische Häuser wurden überflutet, nachdem der Wasserpegel nach der Öffnung mehrere Dämme durch israelische Behörden im Gaza-Tal (Wadi Gaza) fast drei Meter erreichte und Familien zur Evakuierung zwang…

Brigadegeneral Said Al-Saudi, Leiter der Zivilschutzbehörde in Gaza, sagte zu Al Jazeera: „Letzte Nacht öffnete Israel ohne Vorwarnung Wasserdämme, was zu schweren Schäden an Dörfern in Gaza nahe der Grenze führte. Über 40 Häuser wurden überflutet, und 80 Familien befinden sich als Folge davon derzeit in Notunterkünften.“

Er fügte hinzu, dass sich die Dammöffnung negativ auf die lokale Landwirtschaft auswirken würde, da die Überschwemmungs auch Geflügel– und Tierfarmen in Gaza in Mitleidenschaft gezogen hat.

„Wir appellieren an Menschenrechtsorganisationen und internationale Rechtsorganisationen, dass sie intervenieren, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.“

RT (Russia Today):

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Es ist nicht das erste Mal, dass israelische Behörden die Dämme zum Gaza-Tal geöffnet haben. Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne Vorwarnung die Schleusentore ihrer Dämme in Richtung Gaza, um massive Mengen überschüssigen Wassers abzulassen, das sich während schwerer Regen– oder Schneefälle in der Naqab-Region angesammelt hatte.

Maan News:

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Der Sprecher der Zivilschutzbehörde in Gaza, Muhammad al-Midana, warnte, es könne weiteres Leid geben, wenn Israel weitere Dämme in diesem Gebiet öffnen würde. Er sagte, das Wasser fließe aktuell mit hoher Geschwindigkeit von der israelischen Grenze durch das Tal ins Mittelmeer.

Natürlich hat diese Story in antiisraelischen sozialen Medien die Runde gemacht. Man kann sie jedoch leicht widerlegen, da es sich um eine schamlose Lüge handelt. Das Büro des COGAT-Sprechers (COGAT = Coordination of Government Activities in the Territories) teilte HonestReporting mit:

Die Behauptung ist völlig falsch, denn in Südisrael gibt es keinerlei Dämme. Aufgrund der jüngsten Regenfälle wurden die Wasserströme in der Region überflutet ohne jegliche Verbindung zu irgendwelchen Aktionen seitens des Staates Israel.

Vor dem Sturm genehmigte COGAT die Überführung von vier Wasserpumpen der palästinensischen Wasserbehörde von Israel nach Gaza zur Verstärkung der 13 bereits im Gazastreifen befindlichen Pumpen, um möglichen Überflutungen im Gebiet Herr zu werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser diese Lüge verbreitet haben. Zuletzt geschah dies 2013 während einer ähnlichen Schlechtwetterperiode.

UPDATE

Sogar die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat diese Lüge nachgeplappert. Xinhuas Jerusalembüro wurde informiert.

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Bild: CC BY-SA HonestReporting, Hintergrunddesign von Freepik

Die vernichtende Kritik eines Forbes-Journalisten an AP

22. Februar 2015

HonestReporting, 16. Februar 2015 (übersetzt von Cora)


Das Folgende wurde mit Erlaubnis von Richard Behars Facebookseite entnommen. Er ist teilhabender Herausgeber und Rechercheur für das Forbes Magazin und arbeitet derzeit an einem Buch über Bernie Madoff.

Die israelfeindliche Presse mal wieder: Beachten Sie den vor kurzem erschienenen Artikel, der behauptet, dass bei der Bombardierung der Häuser im Gazastreifen durch die IDF während des Krieges gegen die Hamas im letzten Sommer hauptsächlich Zivilisten getötet worden seien. Der Artikel – überschrieben „AP Exklusiv: Die Bombardierung der Häuser tötet vor allem Zivilisten“ – wurde von Karin Laub, Fares Akram und Mohammed Daraghmeh geschrieben.

Man lese ihn und bedenke dann folgendes:

1. Angesichts dessen, was ich über APs Bericht über zivile Opfer WÄHRND des Krieges – in meinem „Medien Intifada Enthüllungen auf Forbes.com – herausgefunden habe, habe ich kein Vertrauen in ihre jetzigen Untersuchungen der 247 Luftangriffe. Ich glaube ihnen schlicht nicht und Sie sollten es auch nicht. Sie verletzten ihre Verantwortlichkeit gegenüber den Lesern während des Krieges und haben niemals gestanden, dass hier Journalismus schlampig und unanständig (wenn nicht schlimmer) gewesen ist. In dem vorangegangenen Artikel plapperten AP und alle anderen großen Pressekanäle (einschließlich die New York Times und Reuters) einfach die Behauptungen der Hamas nach, die meisten Kriegstoten seien Zivilisten gewesen. Manchmal schrieben sie es der UNO zu, die ihre Zahlen von der Hamas erhielt. Warum das eine Rolle spielt? Weil jedes Mal, wenn die Pressekanäle berichteten, dass eine „Mehrheit“ oder „eine überwiegende Mehrheit“ oder „ die überwältigende Mehrheit“ der Opfer Zivilisten gewesen seien, dies um den Globus schoss wie eine Rakete – und antiisraelische oder gar antisemitische Gefühle befeuerte (und damit Gewalt gegen Juden in Europa und sonst wo).

Welche Methode wendet also AP nun für ihre derzeitige „Untersuchung“ der 274 Luftangriffe auf Häuser an? Das werden wir nie erfahren, denn die Nachrichtenagentur erzählt uns das nicht. Auf welche Probleme sind sie gestoßen, die ihre Untersuchungen verdreht oder beeinflusst haben könnten? Wir werden es niemals erfahren, denn AP erzählt uns nichts darüber.

2. Vergangenen Monat veröffentlichte das hoch angesehene Meir Amit Intelligence and Information Center seinen jüngsten Bericht über die zivilen Opfer. Seine Experten nahmen sich die Zeit die Listen der Toten einen nach dem anderen durchzugehen und ihr Abschlussbericht wird erst in ein paar Monaten, wenn nicht sogar erst in ein paar Jahren erhältlich sein. Tatsächlich berichtete ich, nach der Operation Gegossenes Blei (2008/09) „vergingen fast zwei Jahre, bis einem palästinensischen Minister unbeabsichtigt entschlüpfte, dass die IDF Zahlen richtig gewesen sind“, übereinstimmend mit Eado Hecht, einem unabhängigen Verteidigungsanalysten, der militärische Theorie und Geschichte am IDF Offiziers- und Kommandocollege unterrichtet. (Heute arbeitet Hecht im Begin-Sadat Zentrum, einem der führenden israelischen Think-Tanks).

Im Report des Meir Amit Centers vom Januar wird jedenfalls festgestellt, dass 1600 von den getöteten 2140 Einwohnern Gazas wie folgt identifiziert wurden: 55% waren Kämpfer, 45% Nicht-Kämpfer. Bei 540 Menschen sind sie sich nicht sicher, in welche Kategorie diese fallen. Außerdem sagt das Center, dass die Hamas die aktuellen Listen und Zugehörigkeiten verschleiert, teilweise wegen objektiver technischer Schwierigkeiten (schlechte Verwaltungsarbeit und fehlender Zugriff auf einige der Toten), teilweise aber auch absichtlich als Teil ihrer Propagandakampagne gegen Israel.

Der Artikel der AP ist vor allem auf „ eine spezielle Untergruppe“ fokussiert, „ – jene, die in den Häusern umkamen, die von den Israelis `angeblich´ gezielt angegriffen wurden“, erzählte mir der Verteidigungsanalyst Hecht heute. „Ich schreibe `angeblich´ gezielt von den Israelis angegriffen, da (um die) 2600 palästinensische Raketen und Mörser absichtlich (die meisten) oder aus Versehen in palästinensische Wohngebiete gefeuert wurden. Der bewusste Beschuss richtete sich gegen israelische Soldaten in jenem Gebiet – allerdings ohne Warnung an die lokalen Zivilisten, sich von dort zu entfernen. Wie viele der 247 getroffenen Häuser wurden also eindeutig von Israel getroffen und wie viele von palästinensischem Feuer?“

Richard Behar

3. Ihr werdet nichts von dem, was ich in Punkt 2 geschrieben habe, in der AP Geschichte lesen. Vielleicht dachten ihre Reporter und Herausgeber, es würde das Salz aus der Suppe nehmen. Sie zitieren Meir Amit diesmal – aber nur die Feststellung des Centers, dass sie keine Beweise für weibliche Kämpfer hätten, ebenso die Frage des Centers nach der Glaubwürdigkeit der Zeugen aus Gaza (mit nur einigen Worten). AP glaubt dann den „vorläufigen“ Zahlen der UNO, die ausrechnete, dass mindestens 66% der toten Zivilisten gewesen seien. Wirklich? Und woher bekommt die UNO ihre Zahlen? Wir kennen die Antwort. Warum tut AP seinen Lesern nicht den Gefallen und schreibt wenigstens die 45% vom Meir Amit Center dazu, die der UNO/Hamas widersprechen?

Es gibt einige Journalisten in meinem Bereich, die glauben, dass es keine gute Idee ist, wenn Reporter wie ich unseresgleichen derart entlarven. Es ist die „Glashaus“-Angst und es fördert ganz sicher nicht die Karriere. Aber ich möchte sie an den Ethikcode der Gesellschaft professioneller Journalisten erinnern, der festschreibt: „Journalisten sind ihren Lesern, Hörern, Zuschauern UND JEDEM ANDEREN (Hervorhebungen durch mich) gegenüber verantwortlich.“ Der Kodex sagt außerdem, dass die Journalisten „unethische Praktiken von Journalisten und Nachrichtenmedien aufdecken sollen“ Zudem sollen Journalisten „die Richtigkeit ihrer Informationen mit Hilfe aller Quellen prüfen.“

4. Es ist wert festzustellen, dass einer der Mitautoren der heutigen AP Geschichte Fares Akram ist. In meinem Artikel im letzten Sommer stellte ich Fares Akram heraus – damals der in Gaza stationierte Top-Journalist der New York Times – weil er auf Facebook ein Foto von Yasser Arafat als Profilfoto benutzt hatte. Ich merkte ebenfalls an, dass er sich in der Überschrift zu einem zweiten Foto höchst poetisch über Arafat ausließ, im Kontext über „die Höhepunkte eines großen Mannes“. Dazu kommt noch, dass er schrieb, als sein Vater und sein Cousin bei einem israelischen Luftangriff 2009 tragischerweise umkamen: „Ich finde es schwer, einen Unterschied zwischen denen zu finden, die die Israelis Terroristen nennen und jenen israelischen Piloten und Panzerbesatzungen, die in Gaza einfallen.“ Sollte das nicht die Frage aufwerfen, ob es nicht besser wäre, wenn er stattdessen über andere Konflikte berichten würde? Gehe ich von meinen eigenen starken (und offenen) Gefühlen und meinen Untersuchungen zu Israel aus, könnte ich niemals für AP über einen Krieg in Gaza berichten. Oder doch – wenn Akram es kann?

Akram, ein palästinensischer Einwohner Gazas hat außerdem während des Krieges im Sommer mehr als ein Dutzend Kriegsberichte bei Al Jazira (das dem die Hamas unterstützenden Katar gehört) veröffentlicht – parallel zu den Times-Artikeln. Im Herbst verließ Akram die Times und AP holte ihn direkt zu sich.

5. Eine weitere Sache, die ich in meinem Artikel im letzten Sommer beschrieb (welcher, darüber bin ich höchst erfreut, von 114.000 Menschen für Wert befunden wurde, gelesen zu werden – diese Unterstützung ist auch eine Art Medienkritik): Eine bahnbrechende Studie, die von meinen Kollegen ignoriert wurde, kam im Juni 2014 heraus, einen Monat bevor der Israel-Hamas Krieg losging. Eine prominente Gruppe amerikanischer Gesundheitsexperten fand heraus, dass Zivilisten 85% bis 90% aller Opfer der 248 bewaffneten Konflikte in der Welt seit dem 2. Weltkrieg ausmachen. Auch wenn jedes zivile Opfer in Gaza eine Tragödie ist, hat die IDF, bedenkt man die Komplexität und die zivilen Schutzschilde in Gaza, etwas vollbracht, was ein Modell für die zukünftigen Kriege sein wird. Sollte AP nicht derlei Statistiken beachten, wenn sie Artikel wie den letzten schreiben? Betrachtet man den Anstieg des Antisemitismus auf der ganzen Welt nur allein seit dem Krieg im Sommer, könnten solche Statistiken einen historischen Zusammenhang darstellen und das könnte den Hass auf Juden verringern – oder zumindest verhindern, dass er sich nicht weiter verbreitet.

6. Ich möchte heute meine Botschaft mit dem Verteidigungsexperten Hecht schließen: „UNO-Zahlen sind nicht wirklich UNO-Zahlen,“ sagte er, wie ich schon im August berichtete, „es sind von der Hamas kontrollierte Zahlen, die der UNO übergeben wurden.“

Außerdem weiß niemand, wie viele Häuser genau von den Israelis angegriffen wurden, aber UNO-Studien (diesmal wirklich UNO-Studien, denn es wurden Satellitenbilder verwendet) sagen aus, dass tausende von Gebäuden zerstört wurden (eine Zahl spricht von 20.000 zerstörten oder schwer beschädigten Gebäuden). Die Prozentzahl von getöteten Zivilisten in 247 Häusern zeigt einzig, dass jemand bestimmte Häuser zur Zählung auswählte, während er andere Häuser ausließ, die nicht seiner Neigung entsprachen, die er dem Ganzen geben wollte. Besonders seit die gesamte Anzahl an Kindern, Frauen und älteren Männern von den Palästinensern selber mit 943 angegeben wurde. Mit anderen Worten; in etwas mehr als 1% von etwa 20.000 zerstörten oder schwer beschädigten Gebäuden waren 508 der gesamt 943 (also unter 54%) der von den Palästinenser behaupteten Kinder, Frauen und ältere Männer betroffen.

„Selbst wenn jeder der übrigen getöteten 435 Kinder, Frauen und älteren Männer einzeln in einem anderen Haus getötet wurde,“ fährt Hecht fort, „bedeutet das, dass höchstens 682 Häuser mit Kindern, Frauen und älteren Männern darin von den Israelis getroffen wurden – das sind 3,5% der Häuser, die getroffen wurden. Selbst wenn wir von einer sehr viel niedrigeren Anzahl von zerstörten oder schwer beschädigten Häusern ausgehen, die von anderen Quellen genannt werden – etwa 10.000 zerstörte und schwer beschädigte Häuser – würde das die Prozentzahl von zerstörten Gebäuden mit Zivilisten darin auf etwa 7% erhöhen. Natürlich verteilen sich die zivilen Opfer nicht auf eines pro Haus, dem entsprechen ist die Prozentzahl wesentlich niedriger. Es scheint mir – auch wenn ich, der Debatte zuliebe, annehmen würde, dass all diese Zahlen stimmen und alle Zerstörungen von den Israelis verursacht wurden – dass die Israelis außerordentlich umsichtig bei ihren Angriffen waren und große Anstrengungen unternahmen, um zivile Opfer zu vermeiden.

„Kurz gefasst,“ schließt Hecht, „machen Leute, die mit den Zahlen spielen, das, damit sie zu ihrer Phantasie (politischen Ausrichtung) passen.“

Mitglieder der AP-Ableger optimieren hin und wieder die ursprünglichen AP-Überschriften. In diesem Fall haben das mehrere Publikationen getan – sie verzerrten den Artikel selber und ließen Israel noch schlechter aussehen. Ein Paradebeispiel: Stars and Stripes, das die Gemeinschaft der US Militärs mit Informationen und Nachrichten versorgt. Ihre Überschrift eines Artikels war: „AP-Bericht: Israelische Luftangriffe töten hauptsächlich Zivilisten.“ Damit wird der Leser rasch dazu verführt zu glauben, die Untersuchungen der AP gelten nicht nur den Häusern, sondern dem ganzen Gazastreifen. Ähnlich ist die Überschrift des Idaho Statesman, die sich wie folgt liest: „Luftangriffe auf Gaza töteten im letzten Sommer hunderte von Zivilisten.“ (Der Artikel im Internet wurde inzwischen auf den neuesten Stand gebracht, aber, ach, nicht die Überschrift.)

Noch mehr Beispiele, wenn ihr noch nicht genügend angewidert seid: Die Überschrift der San Angelo Standard Times ist „Zivilisten trugen die Hauptlast der israelischen Luftangriffe“. The Independent (UK): „Fast ausschließlich Zivilisten wurden bei dem Überfall auf Gaza getötet.“

Zurück zu AP selber. Ich verlange nicht, dass die Nachrichtenagentur Israel mag (Artikel ehemaliger AP Korrespondenten wie Matti Friedman machen mehr als deutlich, dass der Nachrichtendienst gegen das Land voreingenommen ist). Ich verlange auch nicht, dass Fares Akram Israel wenigstens respektiert. Ich fürchte, das wird nie passieren. Was ich aber erwarte – was von den hunderten von Nachrichtenablegern, die AP gehören, zu erwarten ist – ist eine faire Berichterstattung. Dazu wurde ich vor Jahrzehnten als Student des Journalismus erzogen. Es bräuchte in diesem einen Artikel nur einige wenige Sätze, um fair zu sein, aber das ist nicht geschehen.

Früher hätte die Überprüfungsstelle des Journalismus der Columbia dem Beachtung geschenkt. Doch ich fürchte, diese Zeiten sind vorbei.

International Business Tribune vervielfacht palästinensische Opferzahlen um 100

20. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 19. Februar 2015

Man kann wohl nur annehmen, dass es ein ernster Tippfehler war: In einem Artikel in der International Business Tribune zur fehlenden Wiederaufbauhilfe für den Gazastreifen fand sich der folgende Absatz:

Der Gazastreifen wurde während des einen Monat dauernden Krieges mit der Hamas im Juli vergangenen Jahres schwer bombardiert; dabei wurden nach Angaben der UNO fast 100.000 Häuser zerstört und mehr als 200.000 Personen getötet, die meisten von ihnen palästinensische Zivilisten.

Es schlimme genug, dass die meisten Medien die Opferzahlen zum Krieg von 2014 im Gazastreifen ohne Hinterfragen der Richtigkeit übernehmen. In diesem Fall wird das durch die Vervielfachung der Zahl um den Faktor 100 verschlimmert.

Die Zahl der Opfer im Gazastreifen, einschließlich der Terroristen, wird weithin als um 2.000 berichtet, nicht die 200.000, die die IBT geschrieben hat.

Eine E-Mail wurde geschickt, mit der eine sofortige Korrektur gefordert wurde.

UPDATE

Dank an die IBT dafür, dass sie die Opferzahlen umgehend abänderte; jetzt heißt es dort „2.200 Personen“. Es ist aber immer noch bedauerlich, dass die IBT wie die meisten Mainstream-Medien weiter Opferzahlen aus dem Gazastreifen anführt, die von der UNO mit freundlicher Genehmigung des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums des Gazastreifens zur Verfügung stellt.

Wie wäre es damit, Israels Sicht eine Chance zu geben?

5. Februar 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 5. Februar 2015

In einem der empörendsten Intereview-Sendungen der jüngeren Erinnerung unterbrach ein britischer Reporter, der über die Antiterror-Demonstration in Paris berichtete, seinen Gast, eine in Paris lebende Israelin, mit der Behauptung, Palästinenser hätten durch die Hände der Juden enormes Leid erfahren. Als die Frau gegen die Verschmelzung des Terrors in Paris mit den Leid der Palästinenser protestiert, diente der BBC-Reporter Tim Willcox diese herablassen Antwort an: „Sie werden verstehen, dass jeder aus unterschiedlichen Perspektiven gesehen wird.“

Es schockiert, einen scheinbar glaubwürdigen Reporter zu hören, wie er folgert, dass die Terrortaten in Paris irgendwie ihre Wurzel in Israel haben und dass er damit sagt, das sei eine legitime „Perspektive“. Was noch mehr schockiert: Das beschränkt sich nicht nur auf einen der Reporter.

„Willcox ist kein isolierter und abirrender Rassist; seine Sichtweisen sind die Standardmeinung der linken europäischen Mittelklasse“, schrieb Nick Cohen in The Spectator nach dem Interview. „Ich taf sie Tag für Tag in meinem politischen Viertel.“

Lesen Sie mehr in der New York Jewish Week (in Englisch)

Bild: CC BY-SA opensourceway via flickr mit Ergänzungen durch HonestReporting.

Die Untersuchungen der BBC im Fall Tim Wilcox machen Fortschritte

29. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting 26. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Tim Wilcox von der BBC löste einen Sturm des Abscheus und der Wut in der Folge der Massaker bei Charlie Hebdo und dem koscheren Supermarkt in Paris aus. Die BBC erhielt viele Beschwerden, auch von HonestReporting.

Wir haben die Beschwerden und den Ablauf bei der BBC ständig beobachtet und können nun die entscheidende E-Mail der Beschwerdeabteilung an HonestReporting veröffentlichen.

Durch die große Anzahl der Beschwerden und der aufgeworfenen Fragen hat die Beschwerdeabteilung den Ablauf beschleunigt, indem sie die Eingaben zusammenfasste und eine Zusammenfassung dessen veröffentlicht, was sie untersucht:

  • Dass die Frage, die Tim Wilkox der Interviewten stellte, irreführend war, indem er die Pariser Morde in einem koscheren Supermarkt mit den Geschehnissen im Nahen Osten verknüpfte.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass alle Juden für die Taten Israels verantwortlich seien.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass Juden für den Mord an anderen Juden verantwortlich seien.
  • Dass die Frage Vorurteile gegen Israel verbreitet.
  • Dass der Kommentar von Tim Wilcox „Aber man muss alles aus unterschiedlichen Perspektiven sehen“ nahelegt, dass es eine Rechtfertigung für die Morde gibt.
  • Dass die Interviewte nicht mit dem nötigen Respekt behandelt wurde.
  • Dass die Art und Weise, wie sich Tim Wilcox entschuldigte, unzureichend war und nicht genau ausdrückte, worin das Beleidigende seiner Äußerungen bestand.
  • Dass die Veröffentlichung der Entschuldigung auf einem privaten Twitter-Account nicht ausreichend war und sie von der BBC veröffentlicht hätte werden müssen.

Die Beschwerdestelle veröffentlichte dazu die relevanten Richtlinien, welche bei Genauigkeit, Unparteilichkeit, Verletzungen und Beleidigungen berücksichtigt werden müssen (vor allem wenn es um eine Darstellung geht).

Die Richtlinien für Genauigkeit sagen folgendes:

Tim Willcox

Alle Veröffentlichungen der BBC müssen, die zum Thema und dessen Beschaffenheit gehören, auf festem Boden stehen müssen, auf stichhaltigen Beweise gründen, die gründlich geprüft wurden und sie müssen in klarer und präziser Sprache dargestellt sein. Wir sollten offen und ehrlich die Dinge benennen, über die wir nichts wissen und unbegründete Spekulationen vermeiden. Forderungen, Aussagen, materielle Fakten und andere Inhalte, die nicht bestätigt sind, sollen als solche dargestellt werden.

Die Richtlinien zur Neutralität sagen folgendes:

Die Neutralität ist das Herz des Dienstes an der Öffentlichkeit und der Kern der Verpflichtung der BBC an seinem Publikum. Dies gilt für all unsere Veröffentlichungen und Dienste – Fernsehen, Radio, Online; es ist in unseren internationalen Diensten und kommerziellen Magazinen verpflichtend. Wir müssen umfassend berichten, die weiteren Perspektiven bedenken und sicherstellen, dass die Existenz unterschiedlicher Ansichten gewissenhaft wiedergegeben wird.

Die Vereinbarung, die die BBC Charta begleitet, verpflichtet uns dazu, alles dafür zu tun, dass kontroverse Themen mit der nötigen Neutralität in unseren Nachrichten oder anderen Veröffentlichungen dargestellt werden, ob es sich nun um Dinge des öffentlichen Interesses, oder um eine politische oder wirtschaftliche Kontroverse handelt. Wir gehen sogar so weit, dass wir uns zur Neutralität in allen Dingen verpflichten. Ungeachtet der unterschiedlichsten Anforderungen.

Der Begriff „gebührend“ bedeutet, dass die Objektivität dem Gegenstand angemessen      und angepasst sein muss, den Erwartungen des Publikums entsprechend und keinerlei Hinweis, der diese Erwartungen beeinflussen könnte.

Gebührende Neutralität ist oft mehr als nur der „Ausgleich“ zwischen zwei gegensätzlichen Standpunkten. Ebenso bedeutet es keine absolute Neutralität in jedem Fall und einer Distanziertheit von fundamentalen demokratischen Prinzipien.

Die Prinzipien der Darstellung sagen folgendes:

Unser Ziel ist es, vollständig und fair alle Kulturen und Menschen im Vereinigten Königreich darzustellen. Inhalte können Vorurteile und Benachteiligungen reflektieren, wie sie in allen Gesellschaften weltweit vorkommen, doch wir sollten sie nicht aufrecht erhalten. In manchen Fällen können Hinweise auf eine Behinderung, auf Alter, sexuelle Orientierung, Glaube, Rasse, etc. wichtig für die Darstellung sein. Dennoch sollten wir die leichtsinnige oder beleidigende Übernahme von Stereotypen vermeiden und Menschen nur dann derart beschreiben, wenn es redaktionell gerechtfertigt ist.

(Die wichtigen Richtlinien der Herausgeber können vollständig hier eingesehen werden.)

Uns wurde mitgeteilt, dass die Beschwerdestelle der BBC vorhat, das Ergebnis der Untersuchung am 23. Februar zu veröffentlichen. Wir würdigen die Ernsthaftigkeit mit der die Beschwerdestelle der BBC den Fall behandelt und wir sind auf die Ergebnisse im nächsten Monat gespannt.

Die New York Times kann ihre Verachtung nicht verbergen

27. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 26. Januar 2014 / Übs: YdW

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HonestReporting erwähnte schon öfters den „Halo-Effekt“, durch den sogenannte Menschenrechtsorganisationen und linke NGOs von den Medien als völlig untadelig angesehen werden und jenseits jeglicher Kritik stehen. Diese nichtstaatlichen Organisationen und mit ihnen in Verbindung stehende Persönlichkeiten erhalten von den Medien generell einen Freibrief. Dies gilt jedoch nicht für NGOs, die als proisraelisch wahrgenommen werden.

Und so ist es auch mit der New York Times und Jodi Rudorens Profil von Nitsana Darshan-Leitner von Shurat HaDin, dem Israel Law Center, das Gerechtigkeit für Israelis und andere Opfer von Terror oder von Terrorförderern wie dem Iran erwirken möchte.

Darshan-Leitner ist eine geschätzte Gastsprecherin bei den zweimal im Jahr stattfindenden „Missionen“ von HonestReporting.

Wir erwarten von Rudoren keine Lobeshymnen, aber wir sollten es auch nicht einfach so hinnehmen, dass ihr Artikel gespickt ist mit so vielen Negativa, wie es überhaupt geht. Nitsana Darshan-Leitner und Shurat HaDin werden mit einem solchen Grad an Skepsis behandelt, dass es schon an Feindseligkeit grenzt.

Hier ein Beispiel:

Gerichte weisen ihre Argumente regelmäßig zurück. Zirka 90% der 1,6 Milliarden US-$ Strafe bei Säumnisurteilen gegen Angeklagte, die nicht vor Gericht erschienen sind, z. B. Iran, Syrien, Nordkorea und die militante Palästinensergruppe Hamas, sind nicht bezahlt worden. Die Angriffe gehen weiter, und sie reicht weiterhin Klagen ein (und schreibt Nachrichtenblätter).

Und:

Aber Robert J. Tolchin, ein Anwalt aus New York, der mit Frau Darshan-Leitner zusammenarbeitet, nannte sie eine „Visionärin“, die sich nicht scheue, in „Guerilla-Rechtsstreits“ zu treten.

Ein Beispiel hierfür ist ihr (erfolgloser) Versuch, Israel zu zwingen, Palästinenser im Gazastreifen zu retten, die für ihre Kollaboration exekutiert werden sollten. Oder als sie (erfolglos) forderte, Jahre nach einer Reihe tödlicher Schießereien Straßensperren aufrechtzuerhalten, damit Palästinenser nicht die Straße 443 im Westjordanland benutzen können.

Angesichts der vielen Erfolge, zu denen Darshan-Leitner ihren Anteil beigetragen zu haben behauptet, stehen hier nur Fälle im Vordergrund, die sie nicht gewonnen hat.

Und was soll man aus folgenden Worten schließen?

„Nitsana betrachtet Situationen und sieht Argumente und Sachverhalte, welche die meisten Anwälte nicht sehen“, sagte Herr Tolchin, dessen Zimmergenosse an der juristischen Fakultät der Bruder des Ehemannes von Frau Darshan-Leitner ist.

Hier wird impliziert, dass Tolchins Fürsprache nur vorsichtig aufgenommen werden sollte, da er irgendeine unbedeutende persönliche Verbindung über zwei Ecken mit Darshan-Leitner hat.

Vielleicht könnten wir sagen, dass es sich hier tatsächlich um professionellen Journalismus seitens Rudoren handelt, denn sie gräbt tief, um eigennütziges Interesse aufzuspüren oder die Glaubwürdigkeit ihrer Interviewpartner zu untersuchen. Es gibt hier nur ein Problem – dieser Grad an investigativer Skepsis ist nur für eine Seite reserviert.

Was geschieht, wenn Rudoren es mit einer antiisraelischen NGO zu tun hat? Im Mai 2014 hoben wir eine Story von Rudoren über die sogenannte „Nakba“ der Palästinenser hervor, wo sie sich stark auf eine radikal antiisraelische NGO namens Zochrot bezog, die laut Rudoren „das Rückkehrrecht von Millionen palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen einfordert“.

Wie HonestReporting bemerkte, scherten Zochrots antizionistische Aktivitäten Rudoren nicht im geringsten. Beispielsweise unterstützten sie eine Einstaatenlösung und das Ende der jüdischen Souveränität sowie die Produktion eines hochgradig verstörenden Videos mit einem radikalen Aktivisten, der das Holocaustmahnmal Yad Vashem besuchte, in die Rolle des „Holocaust“ schlüpfte und behauptete, dies sei „das allerbeste“, das dem jüdischen Volk jemals passiert sei.

Wie kommt es dann, dass sich Jodi Rudorens Profil einer zionistischen Aktivistin einer proisraelischen NGO auf Negatives konzentriert und sie völlig zerpflückt, während eine radikale Organisation vom anderen Ende des politischen Spektrums mit Samthandschuhen angefasst wird?

Man kann nur den Schluss ziehen, dass es sich hier um ein Beispiel für die Offenlegung von Rudorens Sympathien handelt, verraten durch einen simplen Vergleich mit früheren Artikeln und der offenkundigen antiisraelischen Haltung der New York Times allgemein.


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