Archive for the ‘Weltmedien und Nahost’ category

Tränen vor Terror

13. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 6. Juli 2015

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Welche Worte oder Emotionen kommen einem bei folgendem Bild in den Sinn?

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Das ist das Begleitbild, welches die New York Times für eine Story über den Tod von Muhammad Hani al-Kasba verwendete, einem palästinensischen Teenager, der Steinbrocken auf ein IDF-Fahrzeug schleuderte. Er ignorierte Warnschüsse und machte weiter, und dann wurde er von den Soldaten in jenem Fahrzeug erschossen. Im Artikel wird er einfach als “Teenager” beschrieben. Wir haben schon vorher darüber berichtet, wie die New York Times durch ihre Schlagzeile dem Vorfall allen bedeutsamen Inhalts beraubte (“Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland”).

Jeder, der den Artikel über einen palästinensischen “Teenager” liest, der von israelischen Soldaten erschossen wurde, und dann ein Bild von dessen Familie sieht, die bei seinem Begräbnis weint, wird ein gewisses Maß an Sympathie empfinden.

Seht euch jetzt das folgende Bild an:

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Dieses Bild und weitere Bilder sind ans Tageslicht gekommen und zeigen, dass al-Kasba nicht einfach ein unschuldiger Teenager war. Laut Israellycool wurden diese Bilder von seinen Freunden gepostet und sind im Internet weithin verfügbar. Mit anderen Worten: Es wäre der New York Times bestimmt nicht schwergefallen, ein Bild zu finden, das die wahre Natur dieses Mannes zeigt, selbst wenn sie ein solches Bild nicht abgedruckt hätte. Die Leser hätten auf jeden Fall einen ganz anderen Eindruck von dem Vorfall gehabt, hätten sie dieses Bild gesehen.

Statt dessen druckt die New York Times ein Bild seiner Familie. Zusammen mit der Schlagzeile ist der Artikel insgesamt irreführender, als dass er die Wahrheit berichtet.

Tod eines palästinensischen Steinewerfers bringt neuerliche falsche Schlagzeilen

12. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Juli 2015

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Das Steinewerfen der Palästinenser ist eine Gewalttat und hat bereits Israelis getötet. Es ist daher wenig überraschend, dass die IDF-Soldaten im abgebildeten Fahrzeug zurückfeuerten, nachdem die Steinewerfer Warnschüsse ignoriert und ihren Angriff fortgesetzt hatten.

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Im Verlauf dieses Vorfalls wurde einer der Steinewerfer angeschossen, und er starb an seinen Verletzungen.

Einige Medien ignorierten die mit Steinewerfen einhergehende Gewalt und wählten Schlagzeilen, welche die Story verzerrten.

Die New York Times:

Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Israelische Streitkräfte töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

AFP:

Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager im Westjordanland

Die Irish Times:

Palästinensischer Protestler im Westjordanland erschossen

Palästinensischer Protestler im Westjordanland erschossen

International Business Times:

Israelischer Offizier tötet 17jährigen Palästinenser wegen Steinewerfens

Israelischer Offizier tötet 17jährigen Palästinenser wegen Steinewerfens

Obwohl der Palästinenser mit der Gewalt begann und das Leben von IDF-Soldaten bedrohte, entfernten die New York Times und AFP jeglichen Kontext und legen nahe, ein palästinensischer Teenager sei ohne jeden Grund (außer vielleicht Boshaftigkeit) von der IDF “getötet” worden.

Bei der Irish Times wird der Steinewerfer zu einem “Protestler”, der sich vor dem geistigen Auge der Leserschaft höchstens des friedlichen Marschierens mit einem Plakat in der Hand schuldig gemacht hat. Die International Business Times beschwört Bilder einer Exekution herauf, die wegen einer kleinen Gesetzesübertretung durchgeführt wurde.

Vergleicht obige Schlagzeilen mit einigen der vernünftigeren Sorte:
Israelischer Offizier tötet steinewerfenden palästinensischen Jugendlichen im Westjordanland
Palästinenser nach Steinewerfen auf israelisches Fahrzeug getötet

Dies sind nur die jüngsten Beispiele in einer ganzen Serie falscher Schlagzeilen, insbesondere von AFP, welche die Israelis als bösartige Aggressoren hinstellen und palästinensische Angreifer als unschuldige Opfer israelischer Strafaktionen.

CNN: Jerusalems Altstadt “kurz vor der Vernichtung”

11. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Juli 2015

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Besuchen Sie sie jetzt, bevor es zu spät ist: Bedroht durch Vernachlässigung, den Elementen, neuen architektonischen Trends oder rücksichtslosen Stadtplanern, kämpfen diese herausragenden Gebäude alle einen schweren Kampf ums Überleben.

So drückt sich CNN bei seiner Foto-Slideshow mit “25 großartige Gebäude kurz vor der Vernichtung” aus. Worum könnte es sich da handeln? Um unbezahlbare antike Gebäude etwa, die in Syrien von ISIS-Fanatikern zerstört werden, z. B. bei der Zerstörung von Artefakten in Palmyra?

Nein.

Das hier ist das erste Foto, das Leser auf CNNs Website begrüßt:

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Gemäß CNN ist die Altstadt Jerusalems “kurz vor der Vernichtung”. Dass die Altstadt auf der UNESCO-Liste des gefährdeten Erbes der Welt steht, ist keine Entschuldigung für ihren Miteinschluss in die CNN-Slideshow. Wie bei vielen UN-Körperschaften kann dieser Status antiisraelischer Politik zugeschrieben werden und nicht der Wirklichkeit.

CNN hatte keinen Grund, sich diesem haarsträubenden Nonsens anzuschließen, insbesondere weil die Altstadt die vielleicht am besten geschützte Welterbe-Stätte im Nahen Osten ist. Alle religiösen Stätten werden von Gesetz und Religionsfreiheit geschützt. Selbst die umstrittenste von ihnen, der Tempelberg, steht unter der Kontrolle der muslimischen Waqf im Rahmen einer Vereinbarung, den Status quo zu wahren.

Tatsächlich besteht die größte Bedrohung des Welterbes der Altstadt in den Palästinensern selbst, die unbeaufsichtigte Ausgrabungen auf dem Tempelberg vorgenommen haben und dabei viele unbezahlbare Antiquitäten zerstörten.

Auf jeden Fall ist es niemandes “letzte Chance”, Jerusalems Altstadt zu sehen, und sie ist ganz gewiss nicht “kurz vor der Vernichtung”, und es steht CNN schlichtweg nicht zu, solches zu behaupten.

Bild: aus dem Film World War Z, © 2013 Paramount Pictures, ein fiktives Werk, das die Zerstörung von Jerusalems Altstadt beinhaltet – nicht weniger fiktiv wie CNNs Behauptungen.

CNNs Akkuratesse-Blockade

4. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 1. Juli 2015

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Ein CNN-Videobericht über den kürzlichen Versuch, die Gaza-Seeblockade zu umgehen, enthält eine erschreckende Unwahrheit. Gegen Ende des Berichts sagt die Korrespondentin Paula Hancocks:

Eine UN-Untersuchungsmission zog 2011 den Schluss, die Blockade sei unrechtmäßig, aber Israel verteidigt sein Recht, seine Grenzen zu schützen.

Dies ist falsch. Der von der UN 2011 in Auftrag gegebene Palmer-Bericht fand heraus, dass die israelische Blockade internationalem Recht entspricht. Hier ein Auszug aus dem Bericht:

Das Grundprinzip der Freiheit der Schiffahrt auf hoher See ist im internationalen Recht nur bestimmten begrenzten Ausnahmen unterworfen. Israel sieht sich einer echten Bedrohung seiner Sicherheit durch militante Gruppen in Gaza ausgesetzt. Die Seeblockade wurde als legitime Sicherheitsmaßnahme verhängt, damit keine Waffen übers Meer nach Gaza gelangen, und ihre Implementierung entsprach den Erfordernissen des internationalen Rechts.

Die Rechtmäßigkeit der Blockade ist für Zuschauer ein Schlüsselpunkt, damit sie die gegenwärtige Situation verstehen, und dieser Fehler muss sofort korrigiert werden. Eugene Kontorowitsch, Professor für internationales Recht, schreibt in der Washington Post (und im Commentary), dass es nicht nur die Palmer-Kommission 2011 gewesen ist, die die Rechtmäßigkeit der Blockade bezeugte. Der relative Mangel an gegen die Blockade gerichtete Kritik deutet darauf hin, dass eingeräumt wird, ja, Israel kann Schiffe stoppen und durchsuchen, die auf dem Weg ins Hamas-regierte Gaza sind.

Natürlich gibt es noch eine weitere Situation, in welcher nichtfeindliche Schiffe auf hoher See gestoppt werden können – nämlich Schiffe, welche die Blockade zu durchbrechen versuchen… Anbetrachts dessen, dass Israels bewaffnete Aktionen von der internationalen Gemeinschaft gewiss keine Billigung der Rechtmäßigkeit genießen, kommt dieses Schweigen praktisch einer Anerkenntnis der Rechtmäßigkeit der Blockade gleich.

CNN muss klarstellen, dass Israels Position rechtmäßig ist.​

Die New York Times redet den UN-Menschenrechtsrat schön

3. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 28. Juni 2015

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Eine der Kritiken gegen den kürzlichen UNHRC-Bericht über den Gaza-Konflikt letzten Sommer ist, dass der UNHRC eine bewiesenermaßen voreingenommene und einseitige Bilanz gegen Israel aufweist. Die New York Times sagt:

Premierminister Benjamin Netanyahu nannte das Schriftstück “mängelbehaftet und einseitig” und sagte, der Menschenrechtsrat habe eine “einzigartige Besessenheit mit Israel”.

Aber dann fügt die Times folgende Anmerkung hinzu, um die Aussage des Premierministers zu unterminieren:

(In Wirklichkeit stehen dort auch Eritrea, Sri Lanka, Syrien und andere Länder auf der Agenda.)

Und das ist alles, was die New York Times ihren Lesern über Israel und den UNHRC verrät.

Hier ein Aspekt, den die New York Times als nicht wichtig erachtete, um ihn ihren Lesern gegenüber zu erwähnen (von UN Watch):

Genf, 25. Juni 2015 — In den neun Jahren seiner Existenz hat der UN-Menschenrechtsrat Israel öfter verurteilt als den gesamten Rest der Welt zusammengenommen…

Die Resolution in Folge des jüngsten Gaza-Berichts… wird ausschließlich Israel verurteilen und die 62. Resolution gegen Israel darstellen, seit der neue und verbesserte Rat im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde – und die Anzahl aller anderen verurteilenden UNHRC-Resolutionen für den Rest der Welt beträgt 55…

Und was ist mit den Ländern, die von der Times erwähnt wurden, um die “Ausgeglichenheit” der UN nachzuweisen?

Hier die Zahl der UNHRC-Verurteilungen gegen jene Länder:

Eritrea: 3
Sri Lanka: 3
Syrien: 15
Israel: 61

Die New York Times könnte sagen, dass sie sich nur auf die Länder bezogen hätte, die auf der UNHRC-Agenda diskutiert werden. In diesem Fall hätte sie vielleicht sagen sollen, dass Israel das einzige Land der Welt ist, das einen permanenten Punkt auf der Agenda darstellt. Jede UNHRC-Sitzung diskutiert über Israel. Jede. Kein anderes Land der Welt hat diese “Ehre”. Weder Eritrea noch Sri Lanka noch Syrien erfahren eine solche Behandlung.

Wie sieht es bei den “Dringlichkeitssitzungen” des UNHRC über spezifische Länder aus? Diese Information wäre für die Times-Leser bedeutsamer gewesen als dieser kurze Kommentar:

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Mehr als 200.000 Menschen wurden in Syrien getötet, aber der UNHRC hielt nur 4 Dringlichkeitssitzungen über Syrien ab, verglichen mit den 7 Sitzungen über Israel. Diese Fakten beweisen, dass der israelische Premierminister recht hat, wenn er sagt, der UNHRC sei von Israel “besessen”.

Schlechte Schlagzeile, noch schlechteres Bild

24. Juni 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 18. Juni 2015

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Es fällt schwer zu entscheiden, was irreführender ist: die Schlagzeile der AFP oder das Bild darunter.

Laut der israelischen Armee warf ein Palästinenser am 14. Juni im Dorf Kfar Malil eine mit brennendem Benzin gefüllte Flasche auf israelische Soldaten, die sich in einem Jeep befanden, wodurch der Fahrer die Kontrolle verlor und den Palästinenser mit seinem Jeep erfasste. Der Mann wurde getötet, und die Soldaten im Jeep wurden verletzt.

Die AFP entschied, die akkurateste Zusammenfassung des Vorfalls in einer Schlagzeile sei diese hier:

Israelische Armee tötet Palästinenser im Westjordanland: palästinensische Sicherheit

Israelische Armee tötet Palästinenser im Westjordanland: palästinensische Sicherheit

Was fehlt, ist jegliche Erwähnung der Tatsache, dass der Mann die Soldaten angegriffen hatte. Aus der Schlagzeile zieht man nur den Schluss, die Soldaten seien die Aggressoren gewesen.

Aber so schlecht die Schlagzeile auch ist, das Begleitbild der AFP zur Illustration der Story ist noch weit schlechter. Offenbar konnten sie keine Bilder eines Palästinensers finden, der einen Molotow-Cocktail wirft, also nahmen sie einfach ein Foto eines Palästinensers mit einer Schleuder. Das Bild zeigt einen anderen Mann, eine andere Waffe, wurde zu einem anderen Zeitpunkt und an einem anderen Ort aufgenommen als der berichtete Vorfall.

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Zusammengenommen malen Schlagzeile und Begleitbild eine unverhältnismäßige Reaktion der israelischen Armee.

Schlagzeilen und Bilder sind nicht einfach nur nebensächliche Anhängsel eines Artikels. Es sind wesentliche Komponenten, und in vielen Fällen sind es die einzigen Elemente eines Artikels, die ein Leser wahrnimmt. Zusammengenommen fallen Schlagzeile und Begleitbild weit mehr ins Gewicht als alles an Text, was daruntersteht.

Bild: Design von Freepik mit Modifikationen von HonestReporting

Der tote Palästinenser der New York Times

18. Juni 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 11. Juni 2015

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Journalisten neigen dazu, übermittelte Nachrichtentexte als “Pulp” zu sehen. Entweder editiert man das Material auf die Länge, die man braucht, oder man kopiert Teile davon in eigene Texte (natürlich mit entsprechender Quellennennung).

Lokale Blätter nutzen die Berichte anders, also schnipseln sich die Journalisten die Schlagzeilen so zurecht, dass sie in den zur Verfügung stehenden Raum ihrer Druckausgaben passen. Online sind Raumbeschränkungen jedoch völlig anders.

Und das bringt mich zur New York Times.

Während des IDF-Einsatzes in Jenin töteten Soldaten einen Palästinenser, der ein IED (improvisierter explosiver Apparat) in der Hand hielt. Die New York Times veröffentlichte eine beschnittene Version eines längeren Reuters-Berichts. Weder habe ich ein Problem mit dem Reuters-Text noch mit der Art und Weise, in der die Times ihn zu einem knappen, 98 Wörter langen Absatz zusammenschnitt.

Aber die Schlagzeile der Times lässt mich am Kopf kratzen.

Hier die ursprüngliche Reuters-Schlagzeile:

Israelische Truppen auf Westjordanland-Streifzug töten Hamas-Mann - es heißt, er habe eine Bombe gehabt

Israelische Truppen auf Westjordanland-Einsatz töten Hamas-Mann – es heißt, er habe eine Bombe gehabt

Vergleichen Sie das mit der Schlagzeile der Times:

Westjordanland: Palästinenser getötet

Westjordanland: Palästinenser getötet

Wenn Sie wie die meisten nur die Schlagzeilen überfliegen, ohne die ganzen Artikel zu lesen, kämen Sie auf den Gedanken, Israel sei ein Monster.

Ich hoffe, die noch knapperen Schlagzeilen der Times für Apple Watches sind differenzierter als das.


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