Archive for the ‘Geschichte’ category

CNN bewirbt politisierendes palästinensisches Museum

17. Januar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 14. Januar 2016

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CNN freut sich auf „9 der besten Attraktionen, die 2016 eröffnen„:

Von Amerikas größtem Museum für moderne Kunst bis hin zum neuesten Disney-Freizeitpark — 2016 wird ein tolles Jahr für Touristen weltweit, die nach dem nächsten großen Ding Ausschau halten.

Der Nahe Osten wird seinen fortschrittlichsten Schneepark in Doha bekommen.

Fans der „Tribute von Panem“ können in Dubai in die Fußstapfen von Katniss Everdeen treten.

Und eine lebensgroße Replik von Noahs Arche wird sich über den blaugrünen Wiesen Nord-Kentuckys erheben. Sie wird die weltgrößte Holzstruktur der Welt sein.

Ein Blick auf diese und weitere wird in unserem Kulturkalender 2016 geboten, wo wir einige der meisterwartetsten Attraktionen weltweit beleuchten.

Keine der dort beschriebenen Attraktionen wie z. B. Shanghais Disneyland, ein Fußballmuseum in Zürich oder ein Kunstmuseum in San Francisco ist in irgendeiner Weise politisch. Außer einer:

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Simon Plosker, der leitende Redakteur von HonestReporting, kommentiert hierzu:

Allein schon das Eröffnungsdatum ist ein Indikator, wie politisch dieses Museum ist und wie die öffentliche Aufmerksamkeit rund um seine Eröffnung zweifellos zur Delegitimierung der Errichtung Israels missbraucht werden wird.

In einem Beitrag über kulturelle Attraktionen hat dieses palästinensische Museum nichts verloren. CNN beweist aufs Neue seine Sympathie für das palästinensische Narrativ zu Israels Nachteil.

Nach der kürzlichen Inklusion einer Karte bei CNN Money, auf der Israel durch „Palästina“ ersetzt worden war, scheint es, als würde CNN bei jeder sich bietenden Gelegenheit palästinensische Propaganda verbreiten wollen, selbst an den unpassendsten Stellen.

Die Grüne Linie „zwischen Israel und Palästina“ beim Independent

14. Januar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 13. Januar 2016

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Trotz der Ablehnungspolitik der Palästinenser und ihrem Terrorismus, trotz des weltweiten Dschihads und der beträchtlichen Gewalt, die den Nahen Osten und das Gebiet darum herum ergriffen hat, erregt nichts die Aufmerksamkeit der Medien mehr als israelische Siedlungen.

Jüngstes Ziel der palästinensischen Kampagne zur Isolation Israels ist die internationale Online-Unterbringungsgemeinschaft Airbnb, deren „Verbrechen“ darin besteht, Unterkunfts-Inserate für israelische Gemeinschaften jenseits der Grünen Linie zuzulassen. Und noch schlimmer: Diese Siedlungen sind als israelisch gelistet!

Eines der Medien, das sich dieser Nicht-Story gewidmet hat, ist der Independent. Das Blatt beendet seinen Artikel mit folgender Aussage über die Stadt Efrat im Gush-Etzion-Block:

Die Siedlung befindet sich 12 km südlich von Jerusalem und 7 km östlich der Grünen Linie, der Grenze zwischen Israel und Palästina, auf die man sich beim Waffenstillstand von 1949 geeinigt hatte.

Nur dass es 1949 kein „Palästina“ gab. Die Grüne Linie war eine Waffenstillstandslinie (keine permanente Grenze) und markierte einfach nur den Ort, an dem die israelischen und arabischen Armeen standen, als die Kampfhandlungen eingestellt wurden. Die heute als Westjordanland bezeichnete Gegend befand sich damals unter jordanischer Kontrolle, und es existierte schlichtweg kein „Palästina“, mit dem man sich einigen konnte.

Geschichtliche Fehler wie dieser tragen zu dem Mythos bei, das Gebiet, in welchem heute israelische Siedlungen existieren, sei vormals eine souveräne palästinensische Entität gewesen — trotz der Tatsache, dass dies während der gesamten Geschichte niemals der Fall war.

Wir haben den Independent um Korrektur gebeten.

UPDATE

HRsuccess2Nach unserer Beschwerde wurde der Satz überarbeitet und akkurater formuliert:

Die Siedlung befindet sich 12 km südlich von Jerusalem und 7 km östlich der Grünen Linie, der Demarkationslinie zwischen israelischem und palästinensischem Gebiet, auf das sich die israelischen Streitkräfte und die seiner Nachbarn (Ägypten, Libanon, Syrien und Jordanien) nach dem Arabisch-Israelischen Krieg beim Waffenstillstand von 1949 geeinigt haben.

Die „Dishonest Reporting Awards“ 2015

25. Dezember 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 23. Dezember 2015

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Das Jahr begann mit islamischem Terror in Paris, wurde aber von den iranischen Atomverhandlungen und den strapazierten US-israelischen Beziehungen dominiert. Eine Welle palästinensischer Messer- und Autoramm-Angriffe begann mit dem jüdischen Neujahr. Als sich 2015 seinem Ende zuneigt, hat der islamische Terror wieder im Westen zugeschlagen, und Paris erlitt neuerliche Gewalt.

Die „Dishonest Reporting Awards“ 2015

1. Der beste Grund, palästinensische Quellen mit Vorsicht zu behandeln: die Hochwasser-in-Gaza-Verleumdung

2. Voreingenommenster Journalist: Kitty Holland

3. Schlimmster Missbrauch anonymer Quellen: Haaretz

4. Verleumdung des Jahres: Fareed Zakaria

5. Übelste Verkettung: New York Times

6. Große Momente der Selbstbeweihräucherung: Brian Williams

7. Dümmste Twitter-Tirade: Jim Clancy

8. Verstörendste falsche Landkarte: MSNBC

Und wer ist insgesamt der unehrlichste Reporter 2015? Das verkünden wir nächste Woche, behaltet also diesen Blog im Auge! Und jetzt ohne große Umschweife… hier sind die Nächstplatzierten!

DRA-silhouette-25x2531. Der beste Grund, palästinensische Quellen mit Vorsicht zu behandeln: die Hochwasser-in-Gaza-Verleumdung

Nach schweren Unwettern im Februar beschuldigten Palästinenser Israel, Gaza überflutet zu haben, indem sie Dämme im Süden geöffnet hätten. Die Anschuldigungen erschienen in einer Reihe von Medien wie AFP, Al-Jazeera, Russia Today, Xinhua und den palästinensischen Maan News.

Quellen für diese Beschuldigung waren u. a. der Chef der Zivilschutzbehörde im Hamas-geführten Gazastreifen, Brigadegeneral Said Al-Saudi, während Russia Today schrieb: „Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne vorherige Ankündigung die Fluttore ihrer Dämme in Richtung Gaza und setzt große Mengen überschüssigen Wassers frei, das sich bei schweren Regen- oder Schneefällen in der Region Naqab angesammelt hat.“

Bei dieser Story gab es jedoch ein großes Problem — es existieren keine Dämme in Südisrael. Das Hochwasser in Gaza lag einfach am schweren Regen und an den miserablen Abwasserkanälen. Als dies klar wurde, entfernte AFP sein Video über die Story, und Al-Jazeera nahm seinen Artikel zurück und veröffentlichte sogar eine Entschuldigung.

Die Daily Mail aber ignorierte das alles und veröffentlichte die Story sogar ein zweites Mal.

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Nach einem langen E-Mail-Austausch mit HonestReporting machte Mail Online einen erbärmlich anmutenden Versuch, den Artikel zu berichtigen. Man änderte die Schlagzeile, entfernte Zitate von Palästinensern und belastende Fotounterschriften, bevor man schlussendlich zugab, dass die Story erschwindelt war.

Eine frühere Version dieses Artikels besagte, Israel habe im Süden des Landes Flussdämme geöffnet und eine Überschwemmung des Gaza-Streifens verursacht. In Wirklichkeit gibt es keine Dämme in Südisrael, und die Überflutung wurde von Regen und Ableitungsproblemen verursacht. Wir freuen uns, das klarstellen zu können.

DRA-silhouette-25x2532. Voreingenommenster Journalist: Kitty Holland

Einige Journalisten bedanken sich und korrigieren ihre Story, wenn man sie auf einen Fehler hinweist. Andere lehnen freundlich ab und liefern Gegenargumente.

Aber als HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker eine Twitter-Konversation mit der Irish-Times-Journalistin Kitty Holland begann, wurde es übel.

Statt auf ein ernstes Problem bei ihrem fragwürdigen Bericht über die Anschuldigung von Amnesty International einzugehen, Israel habe „Kriegsverbrechen“ begangen, tweetete Holland:

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Hollands haarsträubender Tweet spricht Bände über ihre Haltung nicht nur gegenüber Israel, sondern auch gegenüber der Mehrheit der Juden, die sich als Zionisten betrachten. Aber wie konnte die Irish Times das akzeptabel finden? Die Antwort kam einige Monate später als Antwortmail an HonestReporting. Diese E-Mail wurde vom Chefredakteur der Zeitung geschrieben, Kevin O’Sullivan, und betraf andere einseitig gegen Israel gerichtete Artikel:

Die Irish Times war immer einer unvoreingenommenen Berichterstattung gegenüber verpflichtet und wird dies auch weiterhin bleiben. Wo angebracht, werden faktische Fehler korrigiert. Normalerweise treten wir diesbezüglich gerne in einen Dialog mit unseren Lesern, aber ich ziehe die Grenze bei einer Organisation, deren Website rassistisches, islamophobes und sexistisches Material bietet…

Schon wieder schlägt jemand bei der Irish Times berechtigte Kritik als unrechtmäßiges Produkt von „Zionisten“ in den Wind — oder wie im letzten Fall aufgrund einer Organisation, welche der Chefredakteur einfach nicht mag.

DRA-silhouette-25x2533. Schlimmster Missbrauch anonymer Quellen: Haaretz

Erasmus von Rotterdam

Erasmus von Rotterdam

Ein berühmter Kommentar des niederländischen Philosophen der Renaissance, Erasmus von Rotterdam, der von vielen Blues-Musikern übernommen wurde, passt auch auf anonyme Quellen: Man kann nicht mit ihnen leben, man kann nicht ohne sie leben.

Journalisten brauchen anonyme Quellen, da deren Informationen den Reportern ein besseres Verständnis des Geschehens vermitteln. Aber wenn die Leser nicht wissen, wer der unidentifizierte Sprecher ist, müssen sie den Vertrauensvorschuss leisten, dass die Quelle glaubwürdig ist und keine eigenen ideologischen bzw. politischen Hintergedanken verfolgt.

Da der öffentliche Diskurs nicht mit bzw. ohne anonyme Quellen leben kann, hat der Journalismus ethische Richtlinien formuliert. Zwei Richtlinien wurden von Haaretz grob verletzt, als das Blatt eine Story auf der Aussage zweier „hoher Regierungsbeamter in Washington“ gründete, die Schmutz auf die israelischen Einwände gegen die Nuklear-Vereinbarung mit dem Iran warfen.

1. Berichte müssen wenigstens eine namentlich genannte Quelle beinhalten. Keine Story sollte je ausschließlich auf anonymen Quellen fußen.
2. Bei den Meinungen und Ansichten eines unidentifizierten Individuums muss man Vorsicht walten lassen. Es ist unethisch, jemand im Schutz der Anonymität jemand anderen attackieren zu lassen.

Die unangemessene Nutzung anonymer Quellen wie im vorliegenden Fall kann das öffentliche Misstrauen gegenüber der Nachrichtenindustrie nur weiter anheizen. Was würden Erasmus und die Blues-Musiker dazu sagen?

DRA-silhouette-25x2534. Verleumdung des Jahres: Fareed Zakaria

So spaltend es für das amerikanische Judentum war, gab es viele gute Gründe pro und contra dem iranischen Atomabkommen. Zwar sind persönliche Angriffe unglückseligerweise ein Bestandteil des öffentlichen Diskurs, aber es ist umso bedauerlicher, wenn Persönlichkeiten aus den Nachrichten an der Schlammschlacht teilnehmen.

Ein besonders hervorstechendes Beispiel war, als CNN-Analyst Fareed Zakaria Kritiker des Atomdeals ungerechtfertigt eines Loyalitätskonflikts beschuldigte. Hier (bitte klicken) ein Video, in dem man miterleben kann, was Zakaria der Moderatorin Brooke Baldwin sagte.

Ein Stabsredakteur des Tablet antwortete wie folgt:

Was wir immer weniger gut vertragen — und wozu wir uns im Augenblick verpflichtet fühlen, etwas zu sagen –, ist die Verwendung von Judenhetze und anderen eklatanten und rückschrittlichen Formen rassischer und ethnischer Vorurteile als Werkzeug, um einem politischen Deal Vorschub zu leisten oder die Opposition schlecht zu machen. Senator Schumer Loyalität zu einer ausländischen Regierung zu unterstellen ist schlichtweg Bigotterie. Senatoren und Kongressabgeordnete, deren Kritik am Iran-Deal von der Mehrheit der US-Wählerschaft geteilt wird, zu beschuldigen, im Interesse einer ausländischen Macht zu handeln oder ihre Stimmen zwielichtigen Lobbyisten zu verkaufen oder gegen die Interessen der Vereinigten Staaten zu handeln, ist die Art nackte Bigotterie und Vorurteile, die für die Politik der Südstaaten vor der Zeit der Bürgerrechtsbewegung so prägnant waren.

Dieser Gebrauch antijüdischer Hetze als politisches Instrument ist eine verstörende neue Entwicklung im politischen Diskurs der USA, und wir haben in letzter Zeit wirklich zuviel davon gehört — und einiges davon kam unheilverheißenderweise sogar aus dem Weißen Haus und von dessen Repräsentanten. Beschönigen wir es nicht: Das Gemurmel über „Geld“ und „Lobbying“ und „ausländische Interessen“, die Amerika in einen Krieg ziehen wollen, ist ein direkter Versuch, die Loyalitätskonflikts-Karte auszuspielen. Das ist die Art dunkler, bösartiger Aussagen, die man vielleicht von White-Power-Kundgebungen erwarten würde, aber nicht vom Präsidenten der Vereinigten Staaten — und es wird mittlerweile derart unverhohlen betrieben, dass selbst viele von uns, die der Regierung und selbst diesem Abkommen wohlwollend gegenüberstehen, dadurch erschüttert wurden.

DRA-silhouette-25x2535. Übelste Verkettung: New York Times

Als die Palästinenserbehörde Israel beschuldigte, den Status quo auf Jerusalems Tempelberg zu verändern, trumpfte die New York Times mit einem Artikel auf, der in Frage stellte, ob die antiken jüdischen Tempel überhaupt je auf dem fraglichen Gebiet standen. Die Times ignorierte, dass führende Historiker darin übereinstimmen, dass der Tempelberg natürlich genau dieser Ort war (daher auch der heutige Name „Tempelberg“), und schien den Schaden, den das Timing dieses unzutreffenden Artikels verursachte, völlig gleichgültig hinzunehmen.

Als Araber die jüdische Verbindung zum Tempelberg leugneten und die New York Times scharfer jüdischer Kritik ausgesetzt war, brachte sie erstmal eine kleine Korrektur zur Begrenzung des Schadens und veröffentlichte dann eine nicht damit in Zusammenhang stehende zweite Korrektur über die islamische Waqf, die den Tempelberg verwaltet.

Doch selbst die im ursprünglichen Artikel zitierte Historikerin Jodi Magness schrieb letztendlich einen Brief an die Times und beschwerte sich, ihre Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie stellte klar, dass die jüdischen Tempel tatsächlich auf dem Tempelberg gestanden haben. Danach brachte die Times eine redaktionelle Bemerkung, der Artikel in seinem Originalwortlaut sei inkorrekt gewesen — und kein glaubwürdiger Historiker würde die Existenz der Tempel an jenem Ort leugnen noch dass der Tempelberg die heiligste Stätte des Judentums ist.

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DRA-silhouette-25x2536. Große Momente der Selbstbeweihräucherung: Brian Williams

Der NBC-Nachrichtensprecher Brian Williams verlor Glaubwürdigkeit und seine angesehene Position, als er im Fernsehen damit angab, in einem abgeschossenen Helikopter der US-Armee im Irak mitgeflogen zu sein. Nachdem er sich selbst eine Auszeit gönnte, damit NBC-Führungskräfte den Fall untersuchen konnten, kamen weitere Fälle übertriebener Selbstbeweihräucherung ans Licht.

Williams Geschichten klangen dramatisch, aber es kam u. a. heraus, dass er während Hurrikan Katrina keine Leichen gesehen hatte, die an seinem Hotelzimmer in New Orleans vorbeischwammen. Auch seine Geschichte über eine Katyusha der Hisbollah, die unter einem israelischen Helikopter vorbeiflog, in dem er sich befand, war ebenfalls nicht so dramatisch, da sich die Rakete in ziemlicher Entfernung von dem Helikopter befand.

Nach seiner sechsmonatigen Suspendierung gewöhnt sich Williams gerade an seine neue Rolle innerhalb von MSNBC, und Lester Holt hat seinen alten Job als Sprecher der NBC Nightly News übernommen. Hat Williams seine Lektion gelernt? Die Zeit wird es zeigen.

DRA-silhouette-25x2537. Dümmste Twitter-Tirade: Jim Clancy

Dank der sozialen Medien können die Leute der Welt mitteilen, was sie wirklich denken. Und das scheint exakt das zu sein, was CNN-Nachrichtenmann Jim Clancy bei einem bizarren Twitter-Wutausbruch im Januar gemacht hat. Das kostete ihn seinen Job und seine Glaubwürdigkeit, und viele Leser hatten das Gefühl, sie seien gerade Zeuge eines besonders grauenhaften Autobahnunfalls geworden.

Es begann recht harmlos. Clancy tweetete seine Ansicht über den schockierenden Terroranschlag auf das Pariser Charlie-Hebdo-Büro. Oren Kessler, ein Kommentator zu Israel-Angelegenheiten, widersprach ihm. Dann ging es richtig zur Sache…

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Clancys erster Antworttweet war einfach „Hasbara?“, so als sei jeglicher Kommentar eines Israelexperten nichts weiter als ein Versuch, Israel in ein gutes Licht zu stellen. Danach schaltete der erfahrene Nachrichtenmann auf stur und schlug in einer Reihe von Tweets, von denen er einige später löschte, wild auf alle ein, die nicht seiner Meinung waren. Erstaunlicherweise warf er sogar den proisraelischen Blogger Elder of Ziyon und den antisemitischen Twitteraccount Jews Making News als Teil des „Hasbara-Teams“ in einen Topf.

Simon Plosker von HonestReporting sagte hierzu:

Auf Twitter zeigt sich oft die wahre Gedankenwelt prominenter Nutzer, so auch die von Medienpersönlichkeiten. Jim Clancy hat uns Einblick in seine Weltsicht gewährt, und die sieht nicht gut aus. Und sie passt auch nicht zu einem CNN-Nachrichtensprecher.

CNN muss das genauso gesehen haben, denn zehn Tage später verkündete der Sender, das seit 30 Jahre bestehende Angestelltenverhältnis mit Clancy sei nun beendet. Zwar wurde kein Grund für Clancys Abschied angegeben, aber es fällt schwer, nicht den Schluss zu ziehen, dass Clancys ungeheuerlicher und unpassender Wutausbruch bei Twitter etwas mit seiner Entlassung zu tun hatte.

DRA-silhouette-25x2538. Verstörendste falsche Landkarte: MSNBC

Als die palästinensische Gewaltwelle im Oktober Fahrt aufnahm, sahen die Medien plötzlich die Notwendigkeit einer plausiblen Perspektive, um die Messerangriffe, Autoramm-Attacken und Schießereien zu „erklären“.

MSNBC fand einen neuen Weg, die schamlose palästinensische Aggression als vernünftig und angemessen hinzustellen — und zwar indem sie sich propalästinensischer Propaganda in Form einer Aufeinanderfolge von Karten anschlossen, welche die Geschichte in der Region falsch wiedergeben.

Selbst kleinste Nachforschungen hätten die Falschdarstellungen der Karten offengelegt, also dauerte es nicht lang, bevor sich MSNBC entschuldigte.

Die Lektion daraus ist jedoch weit heimtückischer: Medien sind weit mehr mit einer künstlichen „Ausgewogenheit“ in ihrer Berichterstattung über Attacken auf Israel beschäftigt, als dass sie ihren Lesern bzw. Zuschauern ein klares Bild des Geschehens vermitteln.

Hätten die Journalisten die palästinensischen Absichten auf einer Karte darstellen wollen, hätten sie natürlich mit Leichtigkeit ein Exemplar gefunden, welches Israel komplett auslöscht. Und das würde ausnahmsweise mal zeigen, was der wirkliche Kern der aktuellen Gewaltwelle ist.

Bild des Tempelbergs CC BY-NC flickr/marielinden4, flickr/Jeremy Piehler und CC BY-SA-NC HonestReporting

Salons Lüge einer „ethnischen Säuberung“

4. Dezember 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 1. Dezember 2015

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Der dieswöchige Jahrestag des UN-Teilungsplans von 1947, der 1948 zur Schaffung Israels als unabhängiger Staat führte, ist eine gute Gelegenheit, einen Schlüsselpunkt in der Geschichte palästinensischer Verweigerungshaltung zu beleuchten.

Außer man handelt wie das Internetmagazin Salon und glaubt dem Mediennarrativ der reinen und unschuldigen Palästinenser, Daueropfer und fern jeglicher Aggression. Dann ist es eine Gelegenheit, die Geschichte umzuschreiben und palästinensische und arabische Gewalt reinzuwaschen.

Die UN stimmte dafür, das britische Mandatsgebiet in einen Staat für Juden und einen Staat für Araber zu teilen. Die jüdische Führung akzeptierte den Plan, die Araber lehnten ab und griffen zur Gewalt, was letztlich zu Israels Unabhängigkeitskrieg 1948 führte.

Aber der Salon-Artikel vermittelt ein völlig anderes Bild, ein stark verzerrtes, einseitiges Bild, das die arabisch-palästinensische Aggression völlig ausklammert und ein Bild israelischer „ethnischer Säuberung“ zeichnet:

Der Teilungsplan kam jedoch nie zum Tragen. Direkt am nächsten Tag nach der Abstimmung brach der Krieg von 1947/48 aus.

In diesem Krieg führten zionistische Milizen systematisch eine ethnische Säuberung großer Teile des historischen Palästina durch, plünderten Hunderte palästinensischer Gemeinden und vertrieben über 750.000 Menschen — zirka zwei Drittel der eingeborenen arabischen Bevölkerung.

Der Krieg brach also einfach aus? Tatsächlich lautet die für Salon-Autor Ben Norton unbequeme Wahrheit, dass der Krieg nicht einfach so ausbrach. Die Palästinenser begannen ihn, wie der Historiker Benny Morris erklärt:

Am 30. November griffen bewaffnete Araber in den Uranfängen des Krieges zwei jüdische Busse bei Petah Tikva an und töteten sieben Fahrgäste. Scharfschützen aus der arabischen Stadt Jaffa schossen auf Fußgänger im benachbarten Tel Aviv. Das von Husseini angeführte Arab Higher Committee (AHC), die „Regierung“ der palästinensischen Araber, rief einen Generalstreik aus. Der Bürgerkrieg hatte begonnen.

Und was ethnische Säuberungen betraf, so waren es die Araber, welche die Vernichtung der Juden anstrebten, und nicht umgekehrt. Auch hier bietet Morris wieder Einzelheiten:

Israels Existenz stand auf dem Spiel, und in den ersten paar Monaten schienen die Araber diesen Bürgerkrieg zu gewinnen. Ende März 1948 war der Großteil der Panzerwagenflotte der Haganah zerstört, und das jüdische Westjerusalem mit seinen 100.000 Einwohnern wurde belagert. Hätten die erfolgreichen arabischen Konvoiangriffe angehalten und wäre Jerusalem gefallen, dann scheint gewiss, dass die sieben Wochen später ins Land eingefallenen Armeen arabischer Staaten den winzigen Staat Israel noch vor seiner Geburt verhindert hätten.

Aber es sollte anders kommen. Im April 1948, mit dem Rücken an der Wand, schlug die Yishuv („Siedlung“ auf Hebräisch, wie sich die 630.000 Menschen große jüdische Gemeinschaft in Palästina selbst nannte) zurück. In einem sechs Wochen dauernden Feldzug kämpften sie gnadenlos mit den palästinensisch-arabischen Milizen und überrannten Dutzende arabischer Dörfer und Städte. Langsam aber sicher verlagerte sich die Gunst auf ihre Seite.

Dann beschreibt Salon-Autor Norton mit derselben Ausdrucksweise den Ausbruch des Krieges im Mai 1948:

Israel erklärte am 14. Mai 1948 seine Unabhängigkeit. Am nächsten Tag brach der Krieg von 1948/49 aus. Im Verlauf dieses Krieges annektierte Israel noch mehr Land, als ihm im Teilungsplan zugesprochen worden war. Am Ende kontrollierten zionistische Milizen zirka 77% dessen, was einst das Mandat Palästina gewesen war.

Wieder brach einfach so ein Krieg aus, ohne dass Palästinenser oder Araber etwas dafür konnten. Er verschweigt, dass eine kombinierte Macht aus fünf arabischen Armeen den jungen Staat angegriffen haben. Und hatten diese irgendein anderes Ziel, als Israel auszulöschen? Im ganzen Artikel kommt keinerlei arabische bzw. palästinensische Aggression vor. Der Leser erfährt nur, was Israel getan hat, und zwar ohne jeden Zusammenhang oder Umstand.

Der Artikel illustriert ausgezeichnet, wie die Medien die Palästinenser als ewige Opfer und Israel als den ewigen Unterdrücker darstellen. Alex Ryvchin beschrieb dies in einem kürzlich im Spectator erschienenen Artikel wie folgt:

Für die Israelhasser die Palästinenser hilflose Opfer, die absolut nichts für die Zustände können und daher völlig ohne Schuld sind. Sie existieren nur als abstraktes Konstrukt unbefleckter Unschuld, eine idealisierte Nation von Ziegenhirten und Olivenfarmern.

Mit der Geschichte Schindluder zu treiben, wie Salon es in diesem Artikel tut, führt zu keinem größeren Verständnis des israelisch-palästinensischen Konflikts und wie es zur aktuellen festgefahrenen Situation kam. Würden die Medien die Palästinenser endlich für ihren Teil des Konflikts zur Verantwortung ziehen, könnten sich die Dinge endlich ändern.

Ein unkonventioneller Blick auf das europäische Vorurteil gegen Israel

16. Juni 2014

HonestReporting.com, Gastkommentar vom 17.04.14 (Übersetzung: Cora)

Dieser Gastbeitrag wurde von Timon Dias geschrieben, der bald den Master in Psychologie der Universität Leiden/Niederlande erhalten wird. Er hat großes Interesse an der Politik im Nahen Osten und der islamischen Religion. Als niederländischer Kolumnist hat er schon viele Artikel über die psychologischen Auswirkungen des Sozialismus auf die Menschen und die Gesellschaft, die problematischen Aspekte der Integration von Muslimen in die westliche Gesellschaft und über die Politik im Nahen Osten und Israel in De Volkskrant, De Dagelijkse Standard und auch beim Gatestone Institute veröffentlicht.

Das zweierlei Maß der europäischen Politik gegenüber Israel ist ausgiebig dokumentiert worden. Die möglichen Gründe für dieses Phänomen sind ebenso breit diskutiert worden. Einige Faktoren und Theorien, einschließlich jener, in denen die individuelle Psyche im Mittelpunkt steht, sind dagegen selten, aber meiner unmaßgeblichen Meinung nach, wert durchdacht zu werden.

Wie es scheint, ist vor allem die europäische Haltung zutiefst rassistisch …. gegenüber den arabischen Muslimen. Während Israel auf das Genaueste auf den allerkleinsten Fehler hin geprüft wird, wird der offensichtlichen Unterdrückung und Tyrannei in den arabisch-muslimischen Staaten mit einer Gleichgültigkeit begegnet, als sei dies ein vorhersehbarer und tolerabler Status Quo. Heißt das, dass die Europäer (unbewusst) nicht daran glauben, die arabischen Muslime seien zu einer zivilisierten Regierung und Gesellschaft fähig und sehen sie daher keinen Grund, sich darüber aufzuregen? Natürlich würden sie einen solchen Gedankengang niemals zugeben, doch die Wildheit der Kritik an Israel verbunden mit der apathischen Gleichgültigkeit gegenüber arabisch-muslimischer Übeltaten lassen ein Körnchen Wahrheit vermuten.

Europas Verachtung oder auch offener Hass gegenüber Israel hat einen einzigartigen Charakter, der nicht auftritt, wenn die tatsächlichen Feinde Europas beurteilt werden. Vergleichen Sie einfach die Leidenschaft und Emotionen, die von den unterschiedlichsten Politikern zum Ausdruck kommen, wenn sie über den Iran oder Nord-Korea sprechen, mit denen, wenn es um die sogenannten israelisch „besetzten“ Gebiete geht oder die Lebensumstände der palästinensischen „Flüchtlinge“. Sogar gegenüber den Russen, die offensichtlich die europäischen Interessen unterminieren, wirken Europas Verurteilungen teilnahmslos, ja voller Defätismus. Es ist, als würden sie sagen: „Wir müssen euch verurteilen, dafür werden wir schließlich bezahlt; aber wir wissen, dass ihr ohnehin gewonnen habt.“

Wenn es aber irgendwie um Israel geht, kann man tatsächlich Wut und eine feindselige Körpersprache feststellen, während es, wenn es um den Iran oder andere Gefahren geht, eine Gemütsruhe vorherrscht, der sich die Europäer auch noch selbstgerecht brüsten.

In diesem Kontext kann das Tiefengefühl wie folgt beschrieben werden: „Es hat mit der Antwort des Körpers zu tun, die dem Intellekt entgegensteht, ähnlich dem Unterschied zwischen Fühlen und Denken.“ Die europäischen Kritiker Israels scheinen, wenn man sie während der Äußerung beobachtet, tatsächlich mehr zu fühlen als zu denken.

In der Psychologie ereignen sich Reaktionen aus dem Bauch heraus vor allem dann, wenn jemand eine privilegierte Position gegenüber einer anderen, wichtigen Position in Gefahr sieht. Diese tiefen und starken Emotionen werden durch die evolutionäre Psychologie erklärt: Der Verlust einer privilegierten Position bei den Eltern kann den Verlust von Essen und Schutz zur Folge haben, was mit dem Tod endet; wohingegen der Verlust einer besonderen Stellung gegenüber einem Partner mit dem Ausbleiben von Nachkommen einhergehen kann – eine Notwendigkeit die tief in unserer DNA verankert ist. Könnten diese speziellen Fälle etwas mit der übermäßigen Kritik der Europäer an Israel zu tun haben? Nicht wirklich, aber sie sind geeignet um darzustellen, wie anscheinend harmlose Situationen ein tiefsitzendes Gefühl auslösen können, wenn diese Situation indirekt oder unbewusst mit einer tödlichen oder existentiellen Gefahr in Verbindung gebracht wird. Könnte also die übermäßige europäische Kritik an Israel daher kommen, dass sie tatsächlich, allerdings unbewusst, glauben eine tödliche Gefahr abzuwehren? Indirekt könnte die Antwort „Ja“ lauten. Haben Sie Nachsicht mit mir.

Wie Freud es als erster richtig dargestellte, hat jeder Mann oder Frau animalistische, aggressive und sexuelle Triebe. Durch unser Bewusstsein und Kultur werden wir gezwungen, uns auf eine Art auszudrücken, die weder uns, noch unsere Familie oder Interessen schädigen. Bleiben wir hierzu bei den aggressiven Trieben. Die Europäer sehen sich gerne als den Höhepunkt der zivilisierten Menschheit, die die menschlichen Phasen der Aggression und Gier nach Macht unwiderruflich überwunden haben. Aber natürlich lässt sich die menschliche genetische Blaupause nicht durch die knapp 60 Jahre der europäischen „Hochkultur“ überschreiben. Ein europäischer Politiker hat, wie jedes menschliche Wesen, aggressive Triebe und sucht nach Möglichkeiten, diese auszuleben.

Natürlich kann es passieren, wenn jemand auf der Arbeit aggressive Triebe empfindet, er oder sie dann diese Triebe an einen sicheren Ort verlagert, normalerweise in private Beziehungen. In der Politik dagegen ist die Projektion von Macht der Kern des ganzen Geschäfts. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass ein Politiker, der aggressive Triebe verspürt, während er Politik betreibt, bei der Verlagerung dieses Bedürfnisses in der Arena seines Berufs verbleibt, ihn aber auf ein sichereres politisches Ziel richten wird.

Welches bessere Ziel gibt es bei der Suche danach seine Trieben freie Hand zu geben, als den jüdischen Staat Israel? Es gibt keins, denn es ist so verdammt sicher! Egal wie stark die Aggressionen gegenüber Israel ausfallen: Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es ihm, seiner Familie oder seinen Interessen Schaden zufügt. Ist die irrationale Wut auf Israel also ein Werk der menschlichen Psyche, um sicher zu bleiben?

Ein Beispiel: Ein dienstbarer europäischer Politiker, der sein Interesse derzeit auf subversive Elemente in der Gemeinschaft der europäischen Muslime richten sollte, kann wahrscheinlich nicht gegen diese wettern ohne als Rassist gebrandmarkt zu werden; er würde ein oder zwei Fatwas gegen sich geschleudert bekommen und wahrscheinlich 24 Stunden, 7 Tage die Woche bewaffneten staatlichen Schutz benötigen.

Europäische Politiker, die ja auch nur Menschen sind, werden aggressive Triebe haben, die sie auf einem sicheren Weg auszuleben versuchen. Israel ist das sicherste Ziel. Die Übertreibungen in ihrer Kritik könnte daher kommen, dass sie, wenn ihre Äußerung gegen Israel nicht ausreichen, sie ihre Triebe auf ein anderes Ziel richten müssten, z.B. eben auf die subversiven islamischen Elemente in Europa oder gegen die Russen. Wenn sie das machten, setzten sie sich dem Zorn der Muslime oder der Wut der Linken oder dem weit reichenden Arm Moskaus aus – was alles eine potenziell tödliche oder zumindest existentielle Bedrohung mit sich brächte.

Eifersucht und Missgunst könnten ebenfalls zu den vernunftwidrigen Schmähungen Israels durch Europa beitragen. Ich meine damit nicht nur die Eifersucht auf die israelischen Erfolge in jedem wissenschaftlichen Gebiet, sonder auf das Ausmaß an Zivilisiertheit, die das jüdische Volk anscheinend allgemein an den Tag legt. Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind Länder wie Spanien, Italien und Deutschland selbstgemachten Tyranneien anheimgefallen, um dann den gesamten Kontinent in den folgenden Jahren mit sich in den Abgrund zu ziehen. Und dann gibt es da die Juden. Eine verfolgte Minderheit, die gerade dem Mord an 6 Millionen Ihresgleichen entkommen sind, denen zum ersten Mal seit biblischen Zeiten ein Staat gegeben wurde, der vom ersten Tag an zahlenmäßig und waffentechnisch unterlegen, sich arabischen Vernichtungskriegen gegenüber sah. Was dann passierte – oder besser: nicht passierte – ist etwas, das selten als Verdienst, sondern meist als selbstverständlich hingenommen wird. Israel, ein Staat traumatisierter Menschen unter existentieller Bedrohung, blieb eine Demokratie. Es entwickelt sich nicht zurück zu einer Militärdiktatur, was nur zu verständlich gewesen wäre, bedenkt man die Lage, in der das Land war. Diese Offensichtlichkeit von Anstand ist etwas, das die europäische Geschichte derart in Verlegenheit bringt und zeigt, dass das jüdische Volk irgendwie, auch unter den schrecklichsten Umständen, eine „Hochkultur“ hat, von der Europa nur träumen kann.

Ein weiterer Faktor der modernen Zeit ist, dass die EU nur zu einem einzigen Zweck gegründet wurde: Um das europäische Konzept der Nationalstaaten abzuschaffen. Sie sah einen utopischen, irgendwie monokulturellen und grenzenlosen Kontinent vor. Behält man das im Kopf, dann ist verständlich, dass die von der EU geprägten Europäer schaudern, wenn sie auf Israel schauen; mit seinem Nationalstolz, seiner Unverwechselbarkeiten, tief verwurzelt in seinen kulturellen und religiösen Gebräuchen und als stärkste Militärmacht in der Region ist der jüdische Staat die Verkörperung eines Nationalstaates. Und nicht nur das, sondern trotz allem gedeiht dieser Nationalstaat und ist damit das Hauptargument gegen alle Anti-Nationalstaatsdoktrinen der Europaföderalisten.

Aber es ist auch wichtig, die europäische Kultur als Ganzes zu betrachten. Die Europäer entwickelten sich zu Menschen, die Freund von Feind nicht mehr unterscheiden können, eine erfolgreiche Kultur nicht mehr von einer erfolglosen Kultur, aufbauend nicht mehr von zerstörerisch und Fortschritt nicht mehr von Rückschritt. Europäer sind die Menschen, die genau die falschen Schlüsse aus dem Zweiten Weltkrieg zogen: Sie betrachten Nationalismus als die frevelhafte Ursache dieses Konflikts, dabei war es der Kollektivismus, der uns in die Dunkelheit zog. Europäer sind die Leute, die eine außergewöhnliche Verachtung jener Männer und Frauen entwickelten, die sie vor dem italienischen Faschismus, dem deutschen Nationalsozialismus, dem japanischen Kaiserreich und der Sowjetunion gerettet haben und die bis jetzt ihre einzigen Beschützer sind – die Amerikaner – und sie verschmähen das einzige ökonomische Konstrukt, welches sie mit der größten Zunahme an Wohlstand gesegnet hat – den freien Markt.

Das philosophische Fundament des Relativismus und die Sehnsucht nach einer „Hochkultur“, welche weit über dem Materialismus und dem Wunsch nach Gewinn steht, die heute in Europa die Oberhand haben, hatte immer ein Problem mit dem Bürgertum. Die aufgeklärte kaufmännische Mittelschicht, deren Kernwerte harte Arbeit und Verantwortung waren, wurde schon immer von den Philosophen verachtet und dies legte den Grundstein für die heutige Kultur Europas.

Welche Menschen werden in der europäischen Kultur am ehesten mit Geld, Handel und der Suche nach Gewinn in Verbindung gebracht? Es sind nicht die Sri Lanker, das ist klar. Diese Ehre gehört natürlich den Juden.

Wie Thomas Friedman einst schrieb: „Israel zu kritisieren ist nicht antisemitisch, das zu behaupten ist scheußlich. Aber einzig und alleine Israel der Schande und internationalen Sanktionen ohne jede Relation zu den anderen Gruppen des Nahen Ostens auszusetzen, das ist Antisemitismus. Das nicht auszusprechen ist unehrlich.“ Der europäische Antisemitismus ist ein Jahrhunderte altes Phänomen. Die Jahrhunderte alte theologische Version der Katholiken, die rassistische Form der Nationalsozialisten und die post-moderne, antimaterialistische Version hinterlassen allesamt immer noch ihre Spuren in der gemeinsamen Kultur Europas.

Es ist ein trauriger Gedanke, aber vielleicht war es naiv zu glauben, dass nach all den Jahrhunderten der europäische Antisemitismus endlich ganz und gar verschwinden würde, nur weil 6 Millionen Juden in die Gaskammern und Erschießungsgruben geschickt wurden. So funktioniert die menschliche Psyche halt nicht, auch wenn wir uns wünschten, sie funktioniere so, weil es sich so verflixt logisch anfühlt.

Wenn jemand die Twin Towers und wofür sie stehen hasst und einer von ihnen würde einstürzen, würde er dann aufhören den übrig gebliebenen zu hassen?

CNN gibt Sharon Schuld an Massaker

18. Januar 2014

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2014

Im Clip unten vom 12. Januar 2014 interviewed die CNN-Moderatorin den Reporter Mohammed Jamjoom, der aus dem CNN-Studio Beirut über die arabischen Reaktionen auf Ariel Sharons Tod berichtet. Während Jamjoom erwähnt, dass Sharon „indirekt verantwortlich sei“ für die Massaker von Sabra und Shatila im Jahr1982, geht er nicht einmal darauf ein, dass die eigentlichen Täter libanesische christliche Falangisten waren.

Ein Filmausschnitt zeigt Jamjooms Besuch in den Flüchtlingslagern, wo – welch’ Überraschung – Hinterbliebene von 1982 die Schuld allein dem „Kriegsverbrecher“ Sharon zuschreiben.

Bildunterschriften am unteren Rand des Bildschirms tun nichts, um die Vorstellung zu entkräften, dass Sharon das Massaker selbst angeordnet haben könnte:

„Araber geben Sharon die Schuld an Massaker in libanesischen Flüchtlingslagern.

„Hunderte getötet in den libanesischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Jahr 1982“

und am schlimmsten :

„Ein israelischer Untersuchungsausschuss  gab Sharon die Verantwortung für die Massaker von 1982

Diese letzte Bildunterschrift täuscht ganz bewusst.

Von den Arabern, deren Aussagen als Bildunterschriften genutzt wurden sowie der Berichterstattung Jamjooms erhält der schlecht informierte TV-Zuschauer die falsche Botschaft laut und deutlich – Ariel Sharon hat persönlich ein Massaker begangen.

Mitgefühl für die Teufel

19. August 2013

HonestReporting Media BackSpin, 19. August 2013

Abbildung: Mahmoud Abbas feiert Freilassung palästinensischer Terroristen.

Der Economist meint, dass Israel bei der Freilassung von Gefangenen letzte Woche zu knauserig gewesen sei.

Als Maßstab für die Ernsthaftigkeit der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern offenbart die Zahl der palästinensischen Gefangenen, die am Vorabend der Gespräche veröffentlicht wurde, düstere Aussichten, so Pessimisten. Als sich beide Seiten vor zwei Jahrzehnten zu Verhandlungen zusammensetzten, entließ Israel nach der Unterzeichnung des Osloer Abkommens im Jahr 1993 in einem einzigen Jahr 2.000 Palästinenser. In den folgenden Jahren ließ Israel durchschnittlich 1.000 Häftlinge pro Jahr frei. Danach sank die Zahl auf ein paar Hundert ab. Und nun, angesichts der neu aufgenommenen Gesprächsrunde, die am 14. August in Jerusalem begann, ließ Israels Ministerpräsident Benyamin Netanyahu nur 26 frei.

Und selbst dies hat in Israel Empörung ausgelöst.

Überrascht, dass sich der Economist so desinteressiert für den Schmerz israelischer Terroropfer zeigt?

Vielleicht ein wenig. Wie man weiß, begab sich das Blatt in genau die gleiche Kalamität, als es Abdelbaset al Megrahis Freilassung aus der Haft im Jahr 2009 verurteilte. Schottische Behörden hatten den Lockerbie-Bomber aus „humanitären Gründen“ freigelassen, nachdem bei ihm Krebs diagnostiziert worden war. Megrahi wurde bei seiner Ankunft in Libyen als Held empfangen und lebte noch drei Jahre.

Abbildung: Lockerbie-Attentäter Abdelbaset al-Megrahi als Held empfangen.

Was der Economist dann von sich gab, passt zu den 26 Mördern, die nun ihre unverdiente Freiheit genießen:

Der Grund, Herrn Megrahi aus der Haft zu entlassen, war weniger praktisch als symbolisch – die Gräueltaten, (270 Menschen getötet; 189 von ihnen Amerikaner), deren er schließlich im Jahr 2001 für schuldig befunden wurde. Terrorismus wird manchmal unscharf mit einer Art intellektueller Seriosität in Verbindung gebracht, die bei banaler Gewaltanwendung fehlt. Aber beim Lockerbie-Bombenanschlag handelte es sich um kaltblütigen Massenmord; Megrahis Verbrechen war schlimmer als das jedes anderen Häftlings in Großbritannien. Der Zweck der Haft besteht darin, die Ächtung der Gesellschaft zu bekunden, die Opfer zu rehabilitieren und potentielle Täter abzuschrecken; und aus moralischen Gründen hätte Megrahi bis zu seinem Tod eingesperrt bleiben müssen.

Wie kann man sich das neu entdeckte Mitleid des Economist für die Teufel erklären?

Es ist natürlich viel einfacher, Häftlingsentlassungen zu befürworten, wenn die Terroranschläge nicht in der eigenen Nachbarschaft stattgefunden haben. Falls man noch einen weiteren Beweis dafür braucht, denke man an die Empörung, als ein Diplomat die palästinensischen Häftlinge mit Anders Breivik verglich, der im Jahr 2011 in Norwegen bei einem Amoklauf 77 Menschen getötet hatte.

Entweder so, oder es braucht 270 tote Israelis, um die Aufmerksamkeit des Economist zu bekommen.