Archive for the ‘Nahost allgemein’ category

Die New York Times sieht ein halb volles Glas halb leer

21. April 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 14. April 2016

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Ist das Glas halb voll oder halb leer? Das fragt man sich, wenn man Diaa Hadids neueste Story in der New York Times liest. Der Titel: „Israel bürdet Westjordanland Kurzzeitcheckpoints und Straßensperrungen auf“.

Trotz der Welle palästinensischer Terroranschläge während der letzten Monate war es die Politik der IDF, die palästinensische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit von den israelischen Sicherheitsmaßnahmen weitestgehend unberührt zu lassen.

Hadid schreibt:

Solche Kurzzeitcheckpoints und Sperrungen, die einige Tage bestehen, haben den Tagesablauf palästinensischer Einwohner unterbrochen, deren Fähigkeit, sich durch das besetzte Territorium zu bewegen, ohnehin beeinträchtigt gewesen ist. Aber die zielgenaue Strategie, die sporadisch vor allem auf einzelne Dörfer gerichtet ist, ist eine deutliche Abweichung von den großflächigen Schließungen und Ausgangssperren, die Israel während der zweiten Intifada über Städte im Westjordanland verhängt hat, wodurch die Auswirkungen für die Welt — und selbst für die Nachbarn — schlechter zu sehen und zu spüren waren.

Will Hadid hier andeuten, hinter der israelischen Politik, weniger Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, stecke irgendeine schändliche Motivation? Konzentriert sich die IDF auf ortsgebundene Sicherheitsmaßnahmen, weil sie dem Rest der Welt Scheuklappen aufsetzen will, was eine angeblich böswillige Behandlung der Palästinenser betrifft?

Sie fährt fort:

Palästinensische Beamte und ihre Helfer verurteilen die Straßenschließungen als kollektive Bestrafung. Diese haben jedoch kaum zu Protesten bei der Bevölkerung geführt, da die Einwohner eines Dorfes manchmal keinen Schimmer davon haben, was nur ein paar Kilometer entfernt geschieht, und Ramallah, das Zentrum des politischen und bürgerlichen Lebens im Westjordanland, ist weitgehend verschont geblieben.

Das israelische Militär sagt, die Schließungen dienten lediglich der Aufgreifung von Verdächtigen und der Vermeidung weiterer Anschläge einer Gewaltwelle, die weit weniger schwer, anhaltend oder verbreitet ist als frühere Aufstände. Der fein abgestimmte Ansatz half die Verurteilung des israelischen Durchgreifens durch die Weltöffentlichkeit gering zu halten.

Warum sollte man automatisch annehmen, Israels „Durchgreifen“ hätte die „Verurteilung durch die Weltöffentlichkeit“ zur Folge? Dies impliziert, die israelischen Maßnahmen zur Verhinderung von palästinensischem Terrorismus seien nicht rechtens.

Hadid kann es nicht glauben, dass Israel tatsächlich versuchen könnte, gewöhnlichen Palästinensern mögliches Leid zu ersparen. Ihr Bild des Konflikts begreift nichts anderes, als dass die israelischen Handlungen Hintergedanken haben. Könnte das Ausbleiben palästinensischer Proteste ein Resultat angemessen dosierter israelischer Sicherheitspolitik sein?

Danach werden die Leser dem angeblichen „Leid“ der Palästinenser durch israelische Sicherheitsmaßnahmen ausgesetzt. Anscheinend bedeutet das auch, dass Palästinenser nicht heiraten können:

Die kontinuierlichste Sperrung wurde einem stets angespannten Konfrontationsbereich in der Altstadt von Hebron auferlegt, Szene vieler Anschläge auf israelische Soldaten, die zum Schutz von jüdischen Siedlern abgestellt waren, die dort im Gebiet leben.

Seit November hat das israelische Militär die meisten Palästinenser vom Betreten dieses Gebietes abgehalten, mit Ausnahme der paar Dutzend Familien, die als im benachbarten Gebiet Tel Rumeida wohnend registriert sind.

„Nicht ein einziges Mädchen hat sich verlobt, und nicht ein einziges Mädchen hatte eine Hochzeit“, sagte Mufid al-Sharabati, zu dessen fünf Kindern auch zwei Töchter im heiratsfähigen Alter zählen. „Unser Leid ist beträchtlich.“

Hält Israel die Palästinenser in Hebron davon ab, sich zu verloben und zu heiraten? Natürlich nicht. Trotzdem entscheidet sich Hadid für ebendieses Zitat, um die angebliche Entbehrung der Palästinenser zu illustrieren.

Zum Thema Straßensperren befragt Hadid einen gewissen Ali Al-Shamy:

Herr Shamy und andere Anwohner fanden die Sperrung besonders rätselhaft, da die fragliche Straße generell nur von Palästinensern benutzt wird, was kaum Risiko übrig lässt, dass mögliche Angreifer sie zur Jagd auf Israelis nutzen.

Palästinensischer Terrorismus beschränkt sich nicht nur auf Straßen. Terroristen, die Anschläge in Israel und im Westjordanland verübt haben, erreichten den Tatort vermutlich von ihrem Zuhause in palästinensischen Dörfern und Städten aus… und zwar per Straße. Und in den Fällen, in denen die Terroristen entkommen sind, könnten sie dieselben Straßen benutzt haben, um zurück nach Hause zu kommen.

Palästinensische Dorfbewohner sind keine Experten über israelische Sicherheitspolitik, und der Zweifel, der über die Hintergründe der Straßensperrung vorgebracht wurde, ist rein spekulativ.

Und dank Hadids Sicherheitsexperten (hier ein palästinensischer Busfahrer) geht die Spekulation weiter:

„Ich schwöre bei Gott, sie schikanieren uns einfach nur“, grummelte Omar Mousa, ein 50jähriger Busfahrer, der am Morgen nach der plötzlichen Aufhebung der Absperrung sein Fahrzeug auf die Hauptstraße lenkte.

Israel „schikaniert“ die Palästinensern also einfach nur. Schon wieder eine Behauptung, Israel habe etwas Finstereres im Sinn als einfach nur seine Sicherheit.

Der Artikel schließt:

Er deutete auf die nahe Route 443, die von Israel gebaute vierspurige Autobahn, die durch das Westjordanland führt und von Begrenzungen umgeben ist, die den Zugang durch palästinensische Gemeinden weitgehend verhindern.

Hadid verschweigt, dass die Route 443 — eine Hauptverkehrsader zwischen Jerusalem und Tel Aviv — für palästinensischen Verkehr in Wirklichkeit offen ist, wenngleich in eingeschränkter Weise, und zwar nachdem ein israelisches Gerichtsurteil im Jahr 2009 dieses entschied. Dort, wo die Straße durchs Westjordanland führt, gibt es eine Reihe von Checkpoints, die palästinensischen Verkehr nach einer gründlichen Prüfung durch israelische Sicherheitskräfte durchlässt.

Die jüngsten tödlichen Messermorde in der Nähe dieser Straße in der israelischen gemeinde Beit Horon sowie in einer Tankstelle auf dieser Straße illustrieren deutlich, warum es zu beiden Seiten der Autobahn Barrieren gibt.

Durch Auslassung von Schlüsselinformationen erhält die Leserschaft den falschen Eindruck, Route 443 könnte eine „israelische bzw. rein jüdische Straße“ sein. Der Zugang zur 443 obliegt unbestreitbarerweise der Sicherheit.

Letzten Endes hat Diaa Hadid eine Situation gefunden, in der das Glas halb voll ist. Natürlich sind normale Palästinenser negativ von den Konsequenzen palästinensischen Terrors betroffen. Aber Israel hat sein möglichstes getan, diese Konsequenzen zu beschränken.

Hadid, der es nicht passte, dass die Story Israels Handlungen weniger verdammte, als sie es gerne hätte, sorgte absichtlich dafür, dass das Glas in den Augen der New-York-Times-Leserschaft halb leer erschien. Und wir sind aufs Neue besorgt darüber, dass Diaa Hadid unfähig oder nicht willens ist, ihre Vorurteile und Voreingenommenheit außer Acht zu lassen, wenn sie über israelisch-palästinensische Themen berichtet.

***

UPDATE

Die Druckausgabe der New York Times brachte die Story auf der Titelseite, aber mit einer anderen Schlagzeile („Im Westjordanland: Razzia Straße für Straße“).

Bild: Design von Freepik

Newsweeks Apartheid-Schlagzeile und die Reaktion eines Journalisten

12. April 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 10. April 2016

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Bei Newsweek erscheint eine regelmäßige Kolumne namens „Tel Aviv Diary“ von Marc Schulman, der seine persönlichen Ansichten über das Leben in Israel beschreibt. In seinem jüngsten Beitrag schreibt er über die aktuelle Kontroverse, ausgelöst durch einen israelischen Untersuchungsbericht, dass jüdische Mütter in israelischen Krankenhäusern ein separates Zimmer bekommen, wenn sie nicht mit israelischen Arabern zusammenliegen wollen.

Das Thema wurde durch Kommentare von Knessetmitglied Bezalel Smotrich und seiner Frau verschärft, die von Politikern sowohl aus dem linken wie aus dem rechten Spektrum zurückgewiesen wurden, darunter auch von Bildungsminister Naftali Bennett, dem Vorsitzenden von Smotrichs Partei HaBayit haYehudi.

Angesichts der unangenehmen Natur der Thematik und des möglichen Schadens für Israels Ansehen in der Welt formulierte Marc Schulman seinen Beitrag auf faire und ausgewogene Weise — was sehr für ihn spricht.

Leider gilt das nicht für die Schlagzeile:

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Im zweiten Absatz stellt Schulman klar, die Trennung von Juden und Arabern habe „stattgefunden, obgleich es der offiziellen Politik des Gesundheitsministeriums und der offiziell verkündeten Politik der Geschäftsführung jedes der betroffenen Krankenhäuser entgegensteht“.

Dies und die anschließende öffentlichte Entrüstung reicht, um zu zeigen, dass „Apartheid“ ganz gewiss keine offizielle Staatspolitik ist und auch nicht vom israelischen Volk gestützt wird.

Scheinbar beschwor die Schlagzeile einen Sturm auf den Autor Marc Schulman herauf, der auf seinem persönlichen Blog wie folgt darauf reagierte (Hervorhebungen von uns):

Ich glaube, ich habe recht gute Arbeit geleistet, indem ich die Fakten dargelegt habe, ohne gegenüber den meisten Akteuren übermäßig kritisch zu sein, und ich habe Bildungsminister Naftali Bennett sogar in ein relativ schmeichelhaftes Licht gerückt. Daher war ich von den Kommentaren sehr überrascht, die der Artikel hervorgebracht hat. Aber ich hätte gar nicht überrascht sein brauchen, nachdem ich die Schlagzeile gesehen habe. Vielleicht sollte ich anmerken: Ich habe keinerlei Kontrolle über die Schlagzeile, etwas, was einzelne Kritiker nicht zu erkennen scheinen. Wir schreiben eine Story, und die Redakteure oder die Schlagzeilenschreiber formulieren die Schlagzeile. Hierfür suchen sie nach etwas, das eine Verbindung mit der Story hat und die Leute zum Anklicken und Lesen des Artikels bewegen soll. In jenen Tagen, in welchen die Medien vor allem auf Papier verbreitet wurden, wurde die Schlagzeile als wichtig betrachtet, als ein Weg, die Aufmerksamkeit des Lesers zu erregen. Heute ist sie noch weit wichtiger — denn die Leser lesen in den Medien nicht mehr linear wie früher, sondern überfliegen die Schlagzeilen und suchen sich dann die Storys aus, die ihr Interesse erweckt haben.

Zwar war ich mit der Schlagzeile „Apartheid in der Entbindungsstation“ nicht einverstanden, aber es ist eine wirksame Schlagzeile und spiegelte zumindest bestimmte Aspekte der Story. Natürlich ist Wirksamkeit eine Funktion der Resultate, und dieser Artikel führte gewiss zu dem Ausmaß an Leserschaft und Interaktion, die sich eine webbasierte Nachrichtenorganisation wünscht. Mein Redakteur und der Chef von Newsweek schrieben mir sogar ein E-Mail und dankten mir darin für den Artikel. Ist die Schlagzeile hundertprozentig zutreffend? Nein. Israel innerhalb der Grenzen von 1967 ist kein Apartheid-Staat. Araber können jeden Beruf ergreifen, überall hingehen, überall leben. Gibt es in der israelischen Gesellschaft Rassismus und Diskriminierung? Ja, so wie in praktisch jeder Gesellschaft. Sind Apartheid, Rassismus und Diskriminierung im Gesetz kodifiziert? Nein. Natürlich ist die Lage im Westjordanland ganz anders, aber das gehört in einen anderen Artikel. Was jedoch stimmt, ist, dass es in unserer Situation eines immerwährenden Krieges viel zu leicht ist, in die Falle zu laufen und ein Apartheidstaat zu werden.

Zwar ist Schulman nicht für die Handlungen der Newsweek-Redakteure verantwortlich, aber er hat im Grunde zugegeben, dass trotz der im Artikel erwähnten Fakten die Prioritäten des Blattes darin lagen, das Wort „Apartheid“ in der Schlagzeile zum Generieren möglichst vieler Leser zu missbrauchen. Der Gebrauch dieses Wortes ist beleidigend und ein kruder Versuch (wie Schulman selbst zugibt), auf Kosten der Akkuratesse Traffic zu generieren.

HonestReporting weist diese unethische und unprofessionelle Praxis zurück und vertritt die Ansicht, die Newsweek-Schlagzeile solle abgeändert werden.

BDS: Was schürt den Hass?

31. März 2016

Joe Hyams, HonestReporting / Times of Israel, 28. März 2016

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Folgender Meinungsbeitrag des HonestReporting-Geschäftsführers Joe Hyams erschien in der Times of Israel:

Warum die BDS-Bewegung von mehr als Antisemitismus, Geld und Böswilligkeit lebt.

Vor einigen Jahren erhielt ich eine Flugstunde zum Geburtstag. Mitten unter dem Flug fragte der Pilot, der mir vorher die Kontrollen überlassen hatte, eine einfache Frage: „Joe, was glauben Sie, ist die wichtigste Komponente des Flugzeugs, die uns hier und jetzt am Leben erhält?“

„Der Motor“, so meine intuitive Antwort, denn ich glaubte, dass uns nur anhaltende Fluggeschwindigkeit in der Luft hielt.

„Falsch“, sagte der Pilot und schaltete den Motor aus. „In diesem Augenblick sind die Flügel der Grund, dass wir hier oben bleiben. Wir können einige Zeit weitergleiten, ohne dass wir Treibstoff verbrauchen.“ Sobald ich den Schock der plötzlichen unheimlichen Stille verarbeitet hatte, begriff ich sein Argument.

Das Flugzeug schlingerte, fiel aber nicht vom Himmel.

Es war eine wichtige Lektion, und zwar nicht nur über das Fliegen, sondern auch über Instinkt, Wahrnehmung und Intuition. Wenn es um die BDS-Bewegung geht, dann sehen wir Fanatismus und Antisemitismus als den Motor und vielleicht Geld und politische Doppelzüngigkeit als Treibstoff. Natürlich treiben diese Dinge die hässliche BDS-Maschinerie vorwärts und nach oben.

Aber diese Dinge sind nicht die „Flügel“, die BDS in der Luft halten.

Ich habe das Privileg, diesen Beitrag von der Jerusalemer Anti-BDS-Konferenz von Ynet und Yedioth Ahronoth zu schreiben, wo ich über HonestReportings einzigartige Erfahrungen beim Kampf gegen BDS sprach. Präsident Reuven Rivlin hatte die Eröffnungsworte dieser Konferenz gesprochen, und es steht dem Staat Israel und den Organisatoren von Ynet und ihrem Partner StandWithUs gut zu Gesicht, dass so viele Menschen zusammengekommen sind, um einer gemeinsamen Sache ernsthaft Gedanken zu widmen: gegen eine Hassbewegung zurückzuschlagen, die weiterhin in der Luft ist und von der viele den Eindruck haben, dass sie im Lauf der Zeit immer höher fliegt.

Präsident Reuben Rivlin eröffnet die Anti-BDS-Konferenz in Jerusalem

Präsident Reuben Rivlin eröffnet die Anti-BDS-Konferenz in Jerusalem (Foto: Joe Hyams)

Mein heutiger Vortrag konzentrierte sich auf zwei oft übersehene Komponenten, die hasserfüllte Bewegungen am Leben halten: a) die zunehmend visuelle Natur sozialer Medien und b) die elegante Leichtigkeit, mit welcher Freunde und Kollegen die Meinungen und Ansichten von Freunden übernehmen, ohne dass sie die Integrität jener Vorstellungen bezweifeln.

Neu im Zusammenhang mit BDS ist der große Sturm, den ein simplifiziertes und emotional anrührendes Narrativ in Kombination mit hochvisuellen Kommunikationskanälen wie Facebook, Twitter und YouTube entfacht. Die inhärente Falschheit des Narrativs, die Israel als Unterdrücker brandmarkt, entgeht dem Beobachter anfangs, da die ikonischen Repräsentationen machtvoll und oft emotional nahegehend sind.

Medienvoreingenommenheit ist nichts Neues und befeuert die Ausbreitung und den Einfluss von BDS nicht unmittelbar. Heutzutage können mehr Menschen andere in Echtzeit beeinflussen als jemals zuvor — und zwar professionell mit billigen und kostenlosen Mitteln, die noch vor 20 Jahren nur einer eng begrenzten nachrichtenproduzierenden Gemeinschaft vorbehalten waren.

BDS-Social-Media-Workshop mit den Sprechern Amit Cotler, Ynet; Ido Daniel, Israeli Students Combating Anti-Semitism; Evyatar Gat; Mark Halawa; Joe Hyams, HonestReporting; Hen Mazzig & Emily Schrader, StandWithUs (Foto: Simon Plosker)

BDS-Social-Media-Workshop mit den Sprechern Amit Cotler, Ynet; Ido Daniel, Israeli Students Combating Anti-Semitism; Evyatar Gat; Mark Halawa; Joe Hyams, HonestReporting; Hen Mazzig & Emily Schrader, StandWithUs (Foto: Simon Plosker)

Der zweite unterschätzte Faktor, der BDS beflügelt, ist die kognitive Einfachheit, mit welcher wir hervorstechende Ideen akzeptieren und verinnerlichen. Wir alle lesen Nachrichten und neigen dazu, dem zu schnell Konsumierten zu vertrauen, wobei uns beim ersten Aufnehmen Voreingenommenheit und Falschaussagen entgehen. Es benötigt eine große Menge geistiger Arbeit, um gegen den Strom zu schwimmen und die uns vorgesetzten Ideen in Frage zu stellen, aber wir müssen uns solches Verhalten aneignen und andere dazu ermutigen. Wir wissen, dass unsere Kinder zu viel fernsehen und zu wenig lesen. Und es ist nicht weniger wichtig, sich für größere Beschäftigung mit den Kernthemen einzusetzen, die BDS diffamieren und damit Israel und das jüdische Volk beschämen will.

Joe Hyams und Roseanne Barr auf der Anti-BDS-Konferenz

Joe Hyams und Roseanne Barr auf der Anti-BDS-Konferenz (Foto: Joe Hyams)

Diejenigen von uns, die eine visuelle, kraftvolle und prägnante Gegenbotschaft formulieren wollen, müssen Überstunden machen und haben oft nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Wir müssen zusammenarbeiten, Erkenntnisse teilen und uns gegenseitig unterstützen. Medium für Medium, Trend für Trend, Partnerschaft für Partnerschaft — wir lernen, in ihrem unglückseligen Spiel der vernünftige Feind zu sein.

Doch die kraftvollen Bilder im Verbund mit einem willigen Publikum sind eine echte Herausforderung, die man nicht einfach beiseiteschieben kann, nur weil es sich hier um eine asymmetrische Bedrohung handelt. Wir müssen uns bemühen sicherzustellen, dass die Bürger und Gemeinschaften auf der ganzen Welt hinter den moralischen und intellektuellen Abgrund sehen können, in welchem diese seichten Ideen letztlich ihr Ende finden werden. Unsere Arbeit soll den Hasskampagnen die heiße Luft verwehren, die sie zum Funktionieren brauchen, und wir brauchen strategisches Denken, um ihnen scharfen, kalten Gegenwind gegen ihre antifriedlichen, antifortschrittlichen Absichten zu bescheren.

Die von BDS vorgebrachten Aussagen sind falsch und verleumderisch. Die sozialen und psychologischen Faktoren anzuerkennen, die BDS am Laufen halten, ist der erste Schritt, diese Bewegung schnell wieder auf den Erdboden zurückzubringen.

Der Guardian verschweigt Aussagen, die in Frage stellen, ob Juden überhaupt die Täter waren

23. März 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 21. März 2016

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Ein Brand im Haus eines palästinensischen Kronzeugen im Fall gegen die jüdischen Terroristen, die letztes Jahr den Tod eines palästinensischen Kleinkinds und seiner Eltern verursacht haben, erweckt Misstrauen. Palästinenser haben wenig überraschend „jüdische Siedler“ für diesen jüngsten Vorfall beschuldigt.

Laut den israelischen Medien ergibt sich jedoch folgendes Bild:

In einer gemeinsamen Erklärung von Sonntagnacht sagten Shin Bet und die israelische Polizei jedoch, die Beweislage deute sehr deutlich darauf hin, dass es sich nicht um eine nationalistische Attacke handelte. „Die bis jetzt am Tatort gewonnenen Erkenntnisse stimmen nicht mit den Merkmalen einer absichtlichen Brandstiftung durch Juden überein“, hieß es in der Erklärung.

Viele Medien, darunter die LA Times und das Wall Street Journal, brachten diese wichtige Information.

Auch die AFP brachte das in ihrem Bericht, und auch der Guardian war Empfänger dieses Berichts.

Aber ein Vergleich der beiden Texte bringt ans Licht, dass der Guardian Teile des ursprünglichen AFP-Textes herausgekürzt hat. Beim Guardian steht nichts mehr über die Aussagen der israelischen Behörden, die die Annahme in Frage stellen, dass jüdische Extremisten verantwortlich wären.

Dies ist ein ernster Fall selektiven Verschweigens, wo es scheint, dass ein Redakteur ganze Abschnitte bewusst herausgelassen hat und dadurch die Story gegen Israel verdreht.

Und der Guardian war nicht das einzige Medium, das diese Information verschwiegen hat. Auch der Independent verheimlichte das, und NBC News veröffentlichte einen AP-Bericht und versäumte dessen Aktualisierung.

Wir haben den Guardian, den Independent und NBC News kontaktiert und um Aktualisierung gebeten.

***

UPDATE

Der Guardian hat HonestReporting per E-Mail geantwortet, man habe die ursprüngliche AFP-Story veröffentlicht, welche damals keinerlei Kommentar der israelischen Sicherheitsbehörden enthielt. Bezeichnenderweise sagt der Guardian ebenfalls, Stunden später habe man eine aktualisierte Version der Story erhalten. Jenes Update wurde jedoch weder veröffentlicht noch zur Originalmeldung ergänzt.

Zugegeben, zum Zeitpunkt der ursprünglichen Veröffentlichung war der Guardian-Artikel korrekt gewesen. Aber obwohl die Redakteure das AFP-Update erhielten, aktualisierten sie die Story nicht. Es ist viel Zeit vergangen, und andere Medien haben die neuesten Informationen in ihrer Artikel eingearbeitet, warum also bleibt der Guardian untätig?

Wir haben den Guardian erneut zur Korrektur angehalten.

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Wir freuen uns, sagen zu können, dass der Guardian den Artikel nach dem E-Mail-Wechsel mit HonestReporting um die relevanten Informationen ergänzt hat.

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Auch der Independent hat unserer Aufforderung entsprochen und der Story Folgendes beigefügt:

„Einem Bericht zufolge sagte die israelische Polizei, sie glaube nicht, dass die Attacke von jüdischen Extremisten durchgeführt wurde.“

Foto von Flash 90.

Auslandspresse-Chef: keine Medienvoreingenommenheit gegenüber Israel?!

24. Februar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 21. Februar 2016

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Luke Baker, Chef des Reuters-Jerusalembüros und aktueller Vorsitzender von Israels Foreign Press Association (FPA), ist in den letzten Wochen selbst zum Nachrichtenthema geworden, statt nur Nachrichten zu machen. Nach einer haarsträubenden CBS-Schlagzeile entschied das Pressebüro der israelischen Regierung, der Berichterstattung der Auslandspresse über palästinensischen Terrorismus etwas kritischer gegenüberzustehen.

Baker erschien vor einem Unterausschuss des Foreign Affairs and Defense Committee der Knesset, welche die Auswirkungen der Medienvoreingenommenheit untersucht — was Baker übrigens eine „Hexenjagd“ nannte. Das Meeting erwies sich aber als harmlos.

Und ein weiterer unglückseliger Vorfall brachte Israels Haltung gegenüber der Auslandspresse ins Rampenlicht: das Festhalten von William Booth, dem Bürochef der Washington Post, durch die in Jerusalems Altstadt stationierte Grenzpolizei.

Anbetrachts all dessen ist Luke Baker zum Vorzeigemann der Auslandspresse geworden, die gegen eine scheinbare „Hexenjagd“ Israels auf die internationalen Medien kämpft. In einem Interview mit Globes (einem israelischen Finanzblatt) wurde er gefragt, ob er der Ansicht sei, es gebe auf Seiten der Auslandsmedien eine gewisse Voreingenommenheit in ihrer Israelberichterstattung. Hier seine Antwort:

Ich bin jetzt seit 20 Jahren Journalist von Beruf, und ähnlich wie ich sind viele der hier hergeschickten Journalisten sehr erfahren. Ich arbeite mit äußerst professionellen Journalisten, die die Komplexität der Story einem internationalen Publikum zu erklären versuchen. Die Israelis glauben, wir würden ihre Haltung nicht adäquat wiedergeben, aber das ist es auch nicht, weswegen die Journalisten hier sind. Ich erkenne bei der Auslandspresse keine Unausgewogenheit. Es gibt Storys, die sich sehr schnell entwickeln, und die Berichte geben die Entwicklungen vor Ort wieder — es gibt einen Bericht über Todesopfer, und ganz am Anfang weiß man einfach nicht, wer tot ist und von welcher Seite er ist, aber du versuchst, das Geschehen so schnell wie möglich zu erklären. Die Vorwürfe, wir seien voreingenommen, nerven. Wenn es Fehler gibt, dann werden sie so schnell wie möglich berichtigt. Den Vorwurf der Unausgewogenheit weise ich zurück.

Behauptet Baker hier tatsächlich, es gebe keinerlei Voreingenommenheit in den Medien? Und sagt er hier auch, die Auslandsmedien würden sich korrigieren, wenn sie etwas falsch berichtet haben? Sieht man sich die schiere Zahl der Vorfälle an, bei denen HonestReporting und andere Gruppen intervenierten und die Medien zu einer Korrektur zwangen, so stellt sich heraus: Bakers Aussage ist komplett falsch.

lukebakertwitterFalls Baker seine Hypothese testen will, laden wir ihn ein, das Material auf der HonestReporting-Website zu sichten, das sich im Lauf der letzten 15 Jahre angesammelt hat.

Baker sagt auch, die Journalisten wären nicht hier, um die Haltung der Israelis wiederzugeben. Trifft dies tatsächlich zu, dann sollten die Auslandsjournalisten aber auch nicht das palästinensische Narrativ übernehmen!

Wir sollten nicht vergessen, dass Baker höchstpersönlich vor kurzem der Einseitigkeit bezichtigt wurde, nämlich im Oktober 2015, als er fälschlicherweise behauptete, israelische verdeckte Ermittler würden palästinensische Jugendliche bewusst zum Steinewerfen aufstacheln, was der Polizei einen Vorwand gäbe, die Steinewerfer festzunehmen. Hat Baker das je korrigiert oder sich dafür entschuldigt? Nein.

Selbst im Globes-Interview macht Baker einen Fehler, wenn er sagt, William Booth sei „inhaftiert“ worden. Als angeblich professioneller Journalist sollte er wissen, wie wichtig akkurate Sprache und Terminologie sind. Booth wurde vorübergehend für eine Befragung festgehalten, aber nie formell unter Arrest gestellt oder irgendeiner Sache angeklagt, bevor er freigelassen wurde. Soviel zur Genauigkeit.

Und auch der Nachrichtendienst Reuters wurde zu zahlreichen Gelegenheiten dabei ertappt. Wie war das zum Beispiel im November 2015, als Reuters eine palästinensische Autoramm-Attacke, bei welcher israelische Soldaten verletzt wurden, mit der Schlagzeile „Palästinenser stirbt bei Ramm-Attacke“ versah und dieses dann zu korrigieren gezwungen wurde?

Und was war mit der irreführenden Schlagzeile, Benjamin Netanyahu habe gedroht, auf steinewerfende palästinensische Kinder schießen zu lassen? Auch hier war Reuters zu einer Korrektur gezwungen worden.

Im Lauf der Jahre war Reuters immer wieder Thema bei HonestReporting, und 2011 zog eine akademische Studie den Schluss, die Reuters-Berichterstattung über den Nahostkonflikt sei systematisch mit Propaganda durchsetzt und beeinflusse die Leserschaft, sich auf die Seite der Palästinenser und der arabischen Staaten gegen Israel zu stellen.

Bakers dubiose Behauptungen zeigen exakt, warum eine Organisation wie HonestReporting gebraucht wird. Nicht nur sind die Auslandsmedien unfähig, ihre Voreingenommenheiten und Fehler selbständig zu korrigieren, sondern (ausgehend von Bakers Kommentaren) es weigern sich sogar einige Vertreter besagter Medien, das Problem überhaupt anzuerkennen. Dass Baker gegenwärtig der Kopf der FPA ist, setzt dem ganzen dann nochmal die Krone auf.

Luke Baker schätzt es nicht, wenn man ihn kritisiert. Er sagt: „Die Vorwürfe, wir seien voreingenommen, nerven.“ Es tut uns leid, Luke, aber es scheint, dass wir Ihnen auch weiterhin auf die Nerven gehen müssen!

Joe Hyams, der Geschäftsführer von HonestReporting, sagt hierzu:

Angesichts aller Beweise für das Gegenteil ist es unglaublich, dass Luke Bajer, der Repräsentant der Auslandspresse in Israel und Kopf einer angeblich glaubwürdigen Nachrichtenagentur das himmelschreiende Problem bei der Medienberichterstattung über Israel nicht erkennen will. Und es ist unglaublich arrogant zu behaupten, die Auslandsmedien würden sich selbst korrigieren, wenn fehlerhaft berichtet wird. Medienbeobachter wie HonestReporting sind absolut notwendig, um sicherzustellen, dass die Medien wirksam überwacht und zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie Unwahrheiten berichten.

Wollen auch Sie helfen, Luke Baker darauf hinzuweisen, dass die Medien sehr wohl gegenüber Israel voreingenommen sind? Wir würden uns freuen, wenn Sie folgende Petition mitunterzeichnen: hier klicken. Vielen Dank!

Der Guardian wird garstig gegenüber Netanyahu

12. Februar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 10. Februar 2016

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Am Dienstag besichtigte der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu den Sicherheitszaun im Osten, der soeben entlang der Grenze zu Jordanien errichtet wird. Er nutzte die Gelegenheit zum Verkünden von Plänen, Israel mit noch mehr Zäunen zu umgeben, um seine Sicherheit zu gewährleisten — insbesondere zu einer Zeit des verstärkten Hamas-Terrorismus sowie dem Näherrücken von ISIS an Israels Grenzen.

Peter Beaumont vom Guardian begann seinen Bericht mit folgender Aussage:

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat seine Absicht kundgetan, „ganz Israel mit einem Zaun zu umgeben“, um das Land vor der Infiltration von Palästinensern sowie den Einwohnern umgebender arabischer Staaten, die er als „wilde Raubtiere“ beschrieb, zu schützen.

Später schreibt er:

Netanyahus Gebrauch des Begriffs „wilde Raubtiere“ erinnert an seinen Einsatz ähnlich brandstiftender Wörter über israelische Araber am Vorabend der letztjährigen Wahl, die er mit „sie kommen in Scharen heraus“ beschrieb.

Es gibt nichts, was nahelegt, Netanyahu habe Palästinenser oder die Einwohner umgebender arabischer Staaten als „wilde Raubtiere“ oder irgend einen anderen aus dem ursprünglichen Hebräisch übersetzten Begriff bezeichnet. In einem den Atem verschlagenden Beispiel für Meinungsmache hat Beaumont Netanyahus Aussagen genommen und sie in sein eigenes äußerst begrenztes Konzept des israelischen Premierministers als „Rassist“ gepresst.

Ynet News hat Netanyahu zitiert. Er sagte:

„Letzten Endes wird der Staat Israel, wie ich das sehe, einen Zaun haben, der ihn vollständig umgibt“, fügte Netanyahu bezüglich der Kritik an der Weiterführung der vielen Befestigungen und Barrieren hinzu. „Man wird mich fragen: ‚Das wollen Sie machen, die Villa schützen?‘ Die Antwort ist Ja. Wir umgeben den ganzen Staat Israel mit einem Zaun und mit Hindernissen? Die Antwort ist Ja. In der Umgebung, in der wir leben, müssen wir uns vor den Raubtieren schützen.“

Haaretz übersetzte auf ähnliche Weise: „Wir müssen uns vor den wilden Raubtieren schützen“. Die Jerusalem Post hingegen übersetzte nur „wilde Tiere“.

Die Times of Israel schrieb:

„In unserer Nachbarschaft müssen wir uns vor den fleischfressenden Tieren schützen“, sagte Netanyahu augenscheinlich als Hinweis auf die extremistisch-islamistischen Bewegungen.

Im Zusammenhang mit dem Bau von Sicherheitszäunen ist die Bedrohung an Israels Grenzen durch ISIS sowie durch Hamas-Terroristen beträchtlich.

Beaumont hat seine Vorurteile gegen Netanyahu sprechen lassen und darüber die akkurate Berichterstattung vergessen.

Wieder ein Beispiel für die Voreingenommenheit des Guardian und seiner Journalisten, die Israel, seine Regierung und seine Einwohner permanent falsch darstellen.

Geschichtsklitterung à la Robert Fisk

4. Februar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 1. Februar 2016

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Robert Fisk, den wir über die Jahre schon öfters kritisieren mussten, hat die zweifelhafte Ehre, seinen Namen dem Kunstverb „fisken“ verliehen zu haben — also einen Zeitungsartikel oder einen Blogbeitrag (etc.) Punkt für Punkt zu widerlegen oder zu kritisieren.

Fisks jüngsten Beitrag im Independent möchten wir gar nicht widerlegen. Dort fragt er, ob Benjamin Netanyahu „verrückt geworden ist“, weil er die kürzlichen Kommentare von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon thematisiert hat. Was aus diesem Text aber wirklich heraussticht, ist Folgendes:

Kurz ein paar Worte über die Geschichte. Israel eroberte 1967 das Westjordanland. Es baute Kolonien auf dem Land, welches der Westen israelische „Siedlungen“ nennt — ähnlich wie die „Siedlungen“ im Wilden Westen, was ihnen einen beinahe europäischen Anstrich verleiht. Danach erkannte Israel, dass es von den USA und ihren Verbündeten für den Bau von Häusern für Ausländer (Israelis) auf dem Eigentum anderer Leute verurteilt wurde. Das ist exakt das, was die israelische Regierung tat und was viele Israelis seither in Frage gestellt haben, da es Israel zum „Besitzer“ von Land außerhalb seiner eigenen von der UN anerkannten Grenzen machte — und dies macht Israel zum einzigen Land, das immer noch einen Kolonialkrieg betreibt.

Die Palästinenser — die rechtmäßigen Besitzer des Landes unter osmanischer (und britischer) Herrschaft — haben dies zu Recht als Diebstahl bezeichnet. Und das ist es auch. Land, das Palästinensern gehört, wurde von Israel für sein eigenes Territorium genommen, auch für seine Produkte — Gemüse und so weiter, welches illegal als israelisches Produkt in der EU verkauft wird, und als die EU sich darüber beschwerte, wurde sie bösartig als antisemitisch beschimpft. So wird Hass erzeugt.

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Robert Fisk

Fisks Geschichtsversion passt eindeutig nicht auf die Fakten. Fisken wir kurz seinen Text.

  • Israel eroberte 1967 nicht einfach so das Westjordanland. Fisk verschweigt, dass Israel als eines der Ergebnisse aus dem Sechstagekrieg die Kontrolle über jene Territorien errungen hatte. Im Sechstagekrieg hatte sich Israel erfolgreich gegen mehrere arabische Armeen verteidigt, die seine Existenz bedrohten.
  • Referenzen wie z. B. „Kolonien“ und „beinahe europäischer Anstrich“ portraitiert Israel fälschlicherweise als Eindringling ohne Verbindung mit dem Land. Ob man mit dem Siedlungsunterfangen nun einverstanden ist oder nicht — die historische Verbindung der Juden zum fraglichen Land ist unbestreitbar. Israelis sind keine „Ausländer“. Juden sind dort Eingeborene, quasi Ureinwohner.
  • Was sind Israels „von der UN anerkannte Grenzen“, die Fisk anspricht? Die sogenannte Grüne Linie wird von niemandem als offizielle Grenze gesehen, und zwar einfach weil es sich hier um eine Waffenstillstandslinie handelt: Dort standen die Armeen, als der Waffenstillstand ausgerufen wurde. UN-Resolution 242, die über die ganzen Jahre als Verhandlungsgrundlage gedient hat, fordert „sichere und anerkannte Grenzen“ sowie einen Rückzug Israels aus im Jahr 1967 „besetzten Gebieten“, wobei mit Bedacht so formuliert wurde, dass nicht von „allen Gebieten“ oder „den Gebieten“ die Rede ist. Als Lord Caradon später gebeten wurde, die britische Position darzulegen, sagte er: „Es wäre falsch gewesen zu fordern, Israel solle zu seinen Positionen vom 4. Juni 1967 zurückkehren, denn jene Positionen waren künstlicher Natur und nicht wünschenswert.“
  • Wer sind die Palästinenser, welche „die rechtmäßigen Besitzer des Landes unter osmanischer (und britischer) Herrschaft“ gewesen sein wollen? Auf diesem Gebiet hat es niemals einen souveränen Palästinenserstaat gegeben. Meint Fisk damit nur das Westjordanland oder den gesamten Staat Israel? Und hätten Palästinenser unter osmanischer Herrschaft das Land besessen, dann würde dies in Fisks Gedankenwelt bedeuten, sie seien die rechtmäßigen Eigentümer allen Landes vom Jordan bis zum Mittelmeer. Indes stahlen Juden kein arabisches Land.
  • Keinerlei Produkte wurden „illegal als israelisches Produkt in der EU verkauft“. Der Disput mit der EU betrifft die Etikettierungsrichtlinien und nicht etwa Gesetze gegen die Vermarktung von Produkten aus jüdischen Siedlungen. Woher auch immer diese israelischen Produkte stammen, sie brachen niemals irgendwelche Gesetze und tun dies auch heute nicht. Zudem hat auch Israel selbst niemals diese Richtlinien verletzt.

Und hier endet unser Fisken.


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