Archive for the ‘Christen in Nahost’ category

Wieder eine Geschichte aus Bethlehem quetschen

23. Dezember 2012

HonestReporting Media BackSpin, 23. Dezember 2012

Abbildung: Hamas-Demo in Bethlehem

Jedes Jahr um diese Zeit die gleiche ausgelutschte Geschichte. Ein Journalist versucht, bei Weihnachten einen Bezug zu palästinensischem Leid zu finden, meist mit Schwerpunkt auf die christlichen Palästinenser in Bethlehem. Dieses Jahr ist das nicht anders, und Harriet Sherwood vom Guardian und dessen sonntäglich erscheinendem Schwesterblatt The Observer übernimmt das jahreszeitlich bedingte Rollenspiel.

Der Guardian unterschlägt oder untergräbt regelmäßig historische Ansprüche der Juden auf das Land Israel, die bis in biblische Zeiten zurückreichen. Wie kommt es aber, dass das gleiche Blatt kein Problem damit hat, mit biblischer Bildsprache vorgebrachte Forderungen der Palästinenser dann zu unterstützen, wenn diese Palästinenser Christen sind?

Sherwoods Artikel im Observer “Christen in Bethlehem verspüren Druck wegen ausgedehnter israelischer Siedlungstätigkeit” beginnt mit der Unterüberschrift:

Nahe einer biblischen Landschaft mit Eseln und Olivenbäumen werden Häuser errichtet und die palästinensischen Christen fürchten um ihre Zukunft.

Unter Bezugnahme auf die Jerusalemer Vororte Gilo und Har Homa als “Siedlungen”, behauptet Sherwood, dass “beide größtenteils auf Bethlehemer Areal gebaut sind.” In Wirklichkeit wurde ein Großteil der Fläche Gilos in den 1930er Jahren auf legalem Wege von Juden gekauft, und der überwiegende Teil von Har Homa befindet sich seit den 1940er-Jahren in jüdischem Besitz.

Nicht nur die Geschichtskenntnisse Sherwoods sind fehlerhaft, sondern auch ihre geografischen. Geht es nach ihr, dann ist:

Bethlehem [ist] heute umzingelt von 22 Siedlungen, darunter Nokdim, wo der Hardliner und israelische ehemalige Außenminister Avigdor Lieberman lebt, und Neve Daniel, Wohnsitz von Yuli Edelstein, Minister für öffentliche Angelegenheiten und die Diaspora.

Sherwood versucht offenbar, ein politisches Argument anzubringen, wenn sie in Betracht zieht, dass sowohl Nokdim als auch Neve Daniel im Vergleich zur Region Bethlehem sehr klein sind, mindestens 10 km vom Zentrum Bethlehems gelegen und selbst von arabischen Siedlungen umgeben. Darüber hinaus gehört Neve Daniel zur Gruppe des Siedlungsblocks Gusch Etzion auf einem Areal, wo in den 1940er-Jahren die jüdischen Kerndörfer errichtet wurden, die in den 1920er- und 1930er-Jahren von Juden käuflich erworben und vor dem Unabhängigkeitskrieg von 1948 zerstört worden waren. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass Gusch Etzion im Falle eines Friedensabkommens mit den Palästinensern Israel zugeschlagen werden würde.

Aber die Schlüsselstelle in Sherwoods Beitrag lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Ausmaß und Auswirkungen der israelischen Siedlungen in der Geburtsstadt Jesu sind verheerend.

Da die Christen nun eine Minderheit der Einwohner Bethlehems ausmachen, will Sherwood den Eindruck erwecken, dass hauptsächlich Israel für die Misere der dortigen christlichen Community verantwortlich sei. Sie spricht über den palästinensischen Vorort Beit Jala und die israelische Sicherheitsbarriere, ohne die Sicherheitslage dort während der letzten palästinensischen Intifada zu erwähnen. Einer der wichtigsten Gründe für den Bau der Sicherheitsbarriere war in erster Linie, sich vor palästinensischen Selbstmordattentätern zu schützen, die von Bethlehem kommend in Jerusalem eindrangen, während Beit Jala als Plattform für palästinensische Bewaffnete diente, die während der 2000er-Jahre auf israelische Zivilisten in Gilo schossen.

Was den Zurückgang der christlichen Bevölkerungszahlen betrifft, schreibt Sherwood:

Während der letzten Jahrzehnte haben die Christen Bethlehem zu Tausenden verlassen haben und nun sind eine Minderheit in einer Stadt, die sie einmal dominierten. Das Alltagsleben unter Besatzung mit wenig Möglichkeiten, wenig Hoffnung und der gewaltsame palästinensische Aufstand vor 10 Jahren werden als wichtigste Gründe für den Weggang genannt.

Associated Press stellte das in seiner eigenen Geschichte über Bethlehem an Weihnachten im vergangenen Jahr anders dar:

Die Zahl der Christen im Westjordanland nimmt ab. Während einige wirtschaftliche Gründe angeben, sprechen viele von Verfolgung durch die muslimische Mehrheit, aber aus Angst vor Vergeltung immer anonym.

Christen haben sogar ihre Mehrheit in Bethlehem verloren, wo jetzt mehr als zwei Drittel der etwa 50.000 palästinensischen Einwohner Muslime sind.

Und das Wall St. Journal schrieb vor genau drei Jahren:

An den seltenen Tagen, wenn westliche Medien über das Leid der Christen in den palästinensischen Gebieten berichten, geschieht das oft nur, um Israel und seine Sicherheitsbarriere zu verurteilen. Vor den Zeiten, in denen palästinensische Terroristen Bethlehem in einen sicheren Hafen für Selbstmordattentäter verwandelten, konnten Bethlehems Einwohner ungehindert nach Israel einreisen, so wie das in umgekehrte Richtung für viele Israelis auch möglich war.

Die andere Wahrheit, die regelmäßig von der westlichen Presse ignoriert wird, ist die, dass die Sicherheitsbarriere half, die Wiederherstellung von Ruhe und Sicherheit nicht nur in Israel, sondern auch im Westjordanland einschließlich Bethlehem zu gewährleisten. Die Geburtskirche, die im Jahr 2002 von palästinensischen Bewaffneten auf der Flucht vor israelischen Sicherheitskräften gestürmt und besudelt worden war, wird nun wieder von Touristen und Pilgern aus der ganzen Welt gefüllt.

Freilich – warum schrieb Harriet Sherwood dies nicht in einem Artikel, den sie für den Guardian nur wenige Tage zuvor verfasste, wo sie anmerkt, dass der Bethlehem-Tourismus in diesem Jahr wieder einen neuen Rekordstand erreichen könnte?  Stattdessen ” [sagen] Offizielle, dass die lokale Tourismusindustrie wegen der andauernden israelischen Besatzung nach wie vor große Hürden zu überwinden hat.“

Schon letztes Jahr fragten wir uns, wie viele weitere Jahre wir lange wir uns mit der Politisierung und dem Missbrauch von Weihnachten durch die Medien auseinandersetzen müssen. Dank Guardian ist das wieder einmal der Fall.

Medien-Spickzettel 6. Januar 2012

6. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 6. Januar 2012

Arabischer Winter

Irish Times-Korrespondent Michael Jansen mit dem Blick für den großen Zusammenhang:

Statt sich zu einer Mehrparteiendemokratie zu entfalten, dürfte der Arabische Frühling nicht nur eine autoritäre sunnitische Fundamentalistenherrschaft gebären, sondern auch eine sunnitische Einheit von Marokko bis zum Golf begünstigen -  mit Ägypten als Meinungsführer. Wenn dies einträfe könnten die Fundamentalisten eine Front zum Iran errichten – der schiitischen Großmacht in der Region und ihren Verbündeten im Irak -, und [gleichzeitig] massiv gegen Israel vorgehen statt mit ihm Frieden zu schließen. Israel wird von der überwältigenden Mehrheit der Fundamentalisten nicht nur als unrechtmäßiger Besatzer Palästinas gesehen, sondern auch als Usurpator heiligen muslimischen Bodens.

• Bemühungen um eine Zusammenführung der syrischen Oppositionsgruppen scheiterten. Außer, dass hier in kläglicher Weise ihre Unfähigkeit reflektiert wird, eine Regierung nach Assad zu stellen, beinhaltet dies auch, dass es keine einheitliche Stimme gibt, die als Ansprechpartner für den Westen in Frage käme. Mehr dazu in der Financial Times (via Google News). Aber der Syrische Nationalrat startete schon eine Website….

•  CNN: Syrer verwarfen die schändliche Beobachtermission der Arabischen Liga.

• Der Washington Post zufolge ist ein Showdown zwischen der Muslimbruderschaft und Ägyptens Militär fait accompli [vollendete Tatsache; (bd)]:

Bisher war die relativ moderate [sic; (bd)] islamistische Gruppe ein Bündnis mit dem Militärrat eingegangen, der nach Mubaraks Sturz am 11. Februar letzten Jahres die Kontrolle über das Land übernommen hatte. Aber nachdem sich die militärische Führung entschlossen hatte, ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen zu sichern, während Ägypten in Richtung Demokratie taumelte, sagen einige Analysten, dass ein Zusammenstoß zwischen den beiden Zentren der Macht unvermeidlich sei.

Die langfristigen Ziele von Militär und Bruderschaft “stimmen nicht miteinander überein”, so Shadi Hamid, ein Ägypten-Experte beim Brookings Doha Center. “Das Militär will gewissermaßen als Macht hinter den Kulissen bestehen bleiben. Das ist sicherlich nicht das, was die Bruderschaft will.”

• Tony Karon (Time) denkt über die israelisch-amerikanische Debatte nach, was eine Einbeziehung der Muslimbruderschaft beträfe.

• Es ist schon ein Jahr her, seit eine Bombe eine koptische Kirche in Alexandria verwüstete und viele christliche Opfer forderte – aber Ägypten stoppt seine Ermittlungen seit Monaten. AP (Associated Press) mit einer Rückschau auf die bekannten Fakten und einem Fazit:

Aber das Versagen einer Antwort betreffend, wer hinter dem Anschlag steckte, hat unter Ägyptens christlicher Minderheit Verbitterung darüber ausgelöst, weil der Staat zu wenig unternimmt, sie zu schützen.

Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm

The Media Line sprach mit Eingeweihten über die Fähigkeit des Iran, die Straße von Hormuz zu blockieren:

“Marine und IRGC (Revolutionsgarden; [bd] können den Golf nicht für einen längeren Zeitraum absperren, aber sie besitzen die Fähigkeit, in einem Zeitraum von 5 bis 10 Tagen den Schiffsverkehr im Golf ernsthaft zu gefährden”, so Anthony Cordesman….

Koch vom Gulf Research Center geht davon aus, dass die größte Bedrohung durch den Iran von dessen asymmetrischer Kriegsführung ausgeht, die darin besteht, dass er angeworbene Truppen oder stellvertretende Kriegsparteien für Sabotageakte in Stellung bringt. Der Iran benötigt nicht die Blockade von Hormuz, um Unheil anzurichten; er könnte Ölfelder und Kraftwerke sowie andere kritische und anfällige technische Einrichtungen auf der arabischen Seite des Golfs ins Visier nehmen.

“Das ist ein viel gefährlicheres Szenario”, so Koch. “Die Iraner haben gezeigt, dass sie diesbezüglich eine sehr intelligente Macht sein können.”


****
Sonstiges bitte hier lesen [In Englisch]….

Politisierende Weihnachts-Miesmacher

9. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 9. Dezember 2011

Die Palästinensische Autonomiebehörde wird Weihnachten nutzen, um ihre Forderung nach Eigenstaatlichkeit zu pushen. Geht man von diesem AP-Bericht aus, hat sie bereits die Rolle des politisierenden Weihnachten-Spielverderbers übernommen:

Als Teil der Kampagne bieten die Palästinenser auch organisierte vorweihnachtliche Pressefahrten an, um den Ausbau der Siedlungen um Bethlehem und die Zerreißung durch die israelische Sperranlage, die die Stadt auf drei Seiten umschließt, herauszustellen. Israel kündigte in den letzten Monaten Pläne zum Bau von weiteren tausenden Wohnungen für Juden in der Gegend um Bethlehem an bzw. erteilte deren Genehmigung, wie Siedlungs-Watchdogs sagen.

“Dieses Weihnachten wird die Möglichkeit bieten, die reale Bedrohung für die Stadt Bethlehem zu zeigen – die Siedlungsaktivitäten und die Mauer, die die Stadt von ihrem Zwilling Jerusalem trennt “, so Ziad Bandak, ein Berater Abbas’ für christliche Angelegenheiten….

Christen vor Ort erklären, dass sie kein Problem mit einer Politisierung der Festtage haben; und sie sagen, dass sich der Konflikt mit Israel auf das Leben jedes Einzelnen hier auswirke.

“Die Siedlungen und die Mauer haben Bethlehem in ein Gefängnis verwandelt”, sagte Suzan Atallah, eine 48-jährige Lehrerin und Mutter von vier Kindern….

Ihre Pressefahrten zu Siedlungen und Sicherheitsbarriere finden das ganze Jahr über statt – daran ist nichts Weihnachtliches. Bewohner vor Ort aufzutreiben, die Israel denunzieren, finden sich auch regelmäßig.

Ich bin sicher, dass die Bewohner schon genug zu erzählen haben über die Verfolgung der Christen durch die PA – Diebstahl von Land, Erpressung und Zwangsbekehrungen -, falls diese Pressefahrten wirklich ein vollständiges Bild davon liefern sollten, was wir wahrscheinlich in einem unabhängigen palästinensischen Staat sehen werden.


Und dann noch dieser Schnipsel:

Israel bezeichnet die Mauer als Schutz gegen Militante, die während der Jahre der Gewaltexzesse regelmäßig versuch hatten, nach Israel einzudringen und Hunderte bei Selbstmordattentaten und anderen Anschlägen töteten. Die Palästinenser verurteilen das als Landnahme, weil sie an vielen Stellen in die West Bank eindringt und somit die De-facto-Grenze nach vorne verschiebt.

Warum werden die Auswirkungen der Sicherheitsbarriere als faktisch berichtet, Israels Gründe für den Bau in erster Linie aber als Darstellung?

Formuliert wie von einem echten Agentenführer.

Dazu passend: Zwei Adventsgeschichten, auf die wir verzichten können

(Bild via Flickr/Tracy Hunter)

Zwei Adventsgeschichten, auf die wir verzichten können

29. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 29. November 2011

Hier [in Jerusalem (Pesach Benson via Bernd D.; HR)] ist Weihnachts-Saison, und für die großen Medien bedeutet dies, dass erneut feiertagsbezogene Geschichten abgeliefert werden. Normalerweise heißt das, dass der Fokus auf den Status der Christen und die Religionsfreiheit im Heiligen Land gerichtet wird. In diesem Jahr könnten Beiträge zu den Heiligen Stätten in der West Bank und zur UNESCO für unabdingbar gehalten werden, also zeitgerechte und berechtigte Diskussionsthemen.

Es gibt auf jeden Fall zwei Weihnachtsgeschichten, auf die wir verzichten können.

1. Foto-Shootings mit „Weihnachtsmännern“.

Dabei handelt es sich nicht einmal um eine wirkliche Geschichte, sondern eine gefakte Foto-Veranstaltung. Bei Protestveranstaltungen tauchen als Weihnachtsmänner verkleidete palästinensische Aktivisten auf, denen sich so die Gelegenheit für eine große Foto-Veranstaltung eröffnet.

Fotografen wissen, dass sich diese Bilder verkaufen lassen; Redakteure fahren auf die kuriose Darstellung ab und die Palästinenser gewinnen dabei, da Bilder wie diese in den Nachrichten die Botschaft verstärken, dass Israel der Spielverderber sei. Diese drei Bilder stammen von Reuters, AFP und AP – jeweils aus verschiedenen Jahren.




Ich wäre vorsichtig: Wenn St. Nick und all die Elfen auf Facebook nicht quietschfidel sind beim Anblick dieser Fotos, suchen viele Palästinenser und ihre Unterstützer Geschenke in ihren Strümpfen.

2. In den Fußstapfen von Joseph und Maria von Nazareth nach Bethlehem reisen.

Die BBC-Journalisten Aleem Maqbool und Matthew Price hatten diese Tour unternommen. Auch Rory McCarthy vom Guardian und Stephen Farrell von der Times of London. Es gibt nichts spirituell Wertvolles über diese Wallfahrt der Mainstream-Medien zu berichten.

Diese geistlosen Sendungen stellen lediglich eine Ausrede dar nach dem Motto “Joseph und Maria würden an – (Blablabla) israelischen Checkpoints aufgehalten werden, wenn sie sich heute auf den Weg machen würden.”

Hier eine Variante der Geschichte, die ich attraktiver fände: eine Reise von Nazareth nach Bethlehem mit israelischen Sicherheitskräften, damit man aus erster Hand eine Ahnung davon bekommt, dass Joseph und Maria dort gesteinigt, erschossen, in die Luft gesprengt oder gelyncht werden würden.

——————

Ergänzender Hinweis (bd): Drei Beiträge zum Thema aus dem Jahr 2008:

Channel 4s Weihnachtsgesabber
https://backsp.wordpress.com/2008/12/25/channel-4s-weihnachtsgesabber/

Dhimmi-Weihnachten in Gaza
https://backsp.wordpress.com/2008/12/25/dhimmi-weihnachten-in-gaza/

Wieder auf Tour
https://backsp.wordpress.com/2008/12/15/wieder-auf-tour/

Leseempfehlungen heute

28. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 28. Februar 2011

Michael Coren wundert sich über das ohrenbetäubende Schweigen der BDS-Bewegung angesichts Gaddafis barbarischer Schlächterei. Wo bleibt die Empörung?

Wo bleiben die massiven Proteste in den großen Städten Europas? Wo bleiben die Boykottaufrufe? Wo sind die Gewerkschaften, die Maßnahmen fordern? Wo sind die Studentengruppen, die mit Worten wie “Apartheid” und “Nazi” auf die Straße gehen? Wo bleiben die moralischen Verurteilungen in den Leitartikeln zu arabischer Intoleranz, islamischer Barbarei und der Notwendigkeit, arabische Länder von internationalen sportlichen, kulturellen und literarischen Veranstaltungen auszuschließen?

All das wird Israel gegenüber formuliert, ob es in einen Konflikt verwickelt ist oder nicht. Wenn es auf die Tötung seiner Kinder reagiert, wird es als Terrorstaat bezeichnet, und wenn es seinem Volk erlaubt, auf Land zu siedeln, das historisch gesehen seit Urzeiten jüdisch ist, wird das Judentum als altertümlich abgetan. Pensionierten israelischen Generälen, die nach London oder Madrid reisen, um Geld für behinderte Kinder zu sammeln, wird gedroht, dass sie sofort nach Eintreffen verhaftet werden könnten. Israelische Sportler bekommen Todesdrohungen, wenn sie es wagen, zusammen mit “zivilisierten” Rivalen zum Wettkampf zu erscheinen.

• Während uns der libyschen Volkssaufstand in seinen Bann zieht, winkt AP nicht nur mit einer, sondern gleich mit zwei roten Fahnen aus Hamastan:

Gazas islamistische Führe jagen Säkulare

Gaza: Bombenanschlag auf Fahrzeug eines Christen

Robin Shepherd weist darauf hin, dass die Abstimmung des Sicherheitsrats zu den Siedlungen tatsächlich Einfluss auf das Völkerrecht haben kann:

Für diejenigen, die den Sicherheitsrat als oberste legislative Bühne zur Formulierung des Völkerrechts betrachten, stellt sich die Frage, ob die israelischen Siedlungen nun als “illegal” bezeichnet werden können [….]

Dies würde nahelegen, dass die Vereinten Nationen unfähig sind, in dieser Angelegenheit zu einem klaren Ergebnis zu kommen und dass sie es in ein legales Niemandsland verschöben.

Danny Ayalon begräbt mit dem Begriff “Verknüpfung” die Vorstellung, der arabische Zorn stehe in irgendeinem Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt, und er [Ayalon] macht diese Haltung dafür verantwortlich, dass die Welt zu lange über Missbräuche in der arabischen Welt hinweggesehen hat:

Darüber hinaus hat das Verknüpfungsargument eine Missachtung der Verantwortung für alles erlaubt, was außerhalb weniger Quadratkilometer Israels passiert, einer Fläche, die weniger als sieben Hundertstel der arabischen Welt umfasst. Selbst der Terminus “Nahost-Konflikt” ist insofern unzulässig, weil er die Einzigartigkeit und Einmaligkeit unseres Konflikts betont, eines der wohl weniger blutigen und zerstörerischen in einer Region, die Dutzende Konflikte in der jüngeren Vergangenheit und jetzt gesehen hat.

In Wirklichkeit wurden seit Mitte des vorigen Jahrhunderts nahezu 11 Millionen Muslime im Kampf gegeneinander getötet, als der Staat Israel gegründet wurde. Weniger als 0,1 Prozent der Muslime wurden bei israelisch-palästinensischen oder israelisch-arabischen Konflikten getötet. Jedoch wurden während des gleichen Zeitraums mehr als 90 Prozent aller Muslime wurden von ihren Glaubensbrüdern umgebracht .

• Walt und Mearsheimer knirschen ob dieser Umfrage wahrscheinlich mit den Zähnen (via Israel Matzav:

Die meisten Amerikaner befürworten Beendigung der US-Hilfe für Nahost, Israel ausgenommen

Palästinensisches Sticheln wegen des Besuchs chilenischer Bergarbeiter in Israel

12. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 12. November 2010

Die Palästinenser stänkern jetzt gegen Israel, das die 33 chilenischen Bergleute zu einer kostenlosen Pauschalreise an die christlichen Stätten während der Weihnachtszeit eingeladen hatte.

Ginge es nach dem Guardian, dürfte die PA die Besucher nicht unter israelischer Schirmherrschaft bloßstellen:

Aber die Einladung – für einen siebentägigen Aufenthalt – birgt das Risiko, dass die Palästinenser verärgert reagieren.

“Wir haben nichts gegen ihr Kommen. Aber die Israelis können nicht jemand ins Haus ihrer Nachbarn einladen”, sagte Fayez el-Sakka, palästinensisches Mitglied der PA in Bethlehem.

Mir ist klar, warum die PA nervös werden könnte.

Kürzlich erlassene Bestimmungen von Watchdogs für Werbestandards in Großbritannien und in den Niederlanden verbieten israelischer Tourismuswerbung, darauf hinzudeuten, dass umstrittene Gebiete sich innerhalb der israelischen Staatsgrenzen befinden. Und die PA würde nicht den Eindruck erwecken wollen, dass sie diese Bestimmungen unterlaufen wolle.

(Die britisch-niederländische Logik unterstellt, dass der PA nicht freigestellt wäre, Touristenorte in umstrittenen Gebieten wie auch immer selbst zu vermarkten; aber das ist eine eigene komplizierte Geschichte.)

Die Idee vom Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen könnte durch ein halsstarriges Prinzip begraben werden. Und das könnte eine Lawine schlechter PR auslösen.

Ich hoffe, dass es nicht ausgerechnet die Chilenen reingewürgt bekommen.

Leseempfehlungen, 31. Oktober 2010

31. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 31. Oktober 2010

Alle vier Artikel sind lesenswert!

The Islamization of the Palestinian Cause is an Obstacle to Its Resolution
A brave Ramallah reformist speaks out.

Olives of Wrath
Are journalists and aid workers staging olive-harvest provocations?

Israel’s Right to Exist is Nonnegotiable
“The intensity of the Palestinians’ rejection of recognizing Israel as a Jewish state uncovers a fundamental challenge to the two-state solution.”

Hamas-Fatah Divide Turns the Lights Out on Gazans
No candle light vigils blaming Palestinian leaders for daily power outages.

Leseempfehlungen 3. Oktober 2010

3. Oktober 2010

HonestReporting Media Backspin, 3. Oktober 2010


S
derot Going Bankrupt: A Hamas Victory?

PA Maintains Refugees in Balata Ghetto

Preacher: My Own Church Uses Charitable Donations In Vendetta Against Israel

Will Abbas, Too, Order Hamas to Carry Out Terror Strikes?

Student’s Summer Internship With the IDF Civil Administration

Speculation on Israeli Involvement in Stuxnet Attack

Blogger Who Visited Israel Faces Execution in Iran

5 Myths About Middle East Peace

A National Economy — Without the Nation

Confront Hezbollah as an Institution, Not as a Community

Stellen Sie sich die Schlagzeilen vor….

15. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 15. Juli 2010

Maan News berichtet, dass nicht identifizierte Angreifer Gazas YMCA-Center mit einer Granate angriffen. Einen nahe gelegener Spielplatz wurde von Splittern getroffen, verletzte zum Glück aber niemanden.

Mit Ausnahme einer kaum wahrnehmbaren Fußnote bei einem sowieso fälligen Update von  AP habe ich bei keiner westlichen Nachrichtenagentur etwas gelesen.

Stellen Sie sich die Schlagzeilen vor (und Prozesslawinen), wenn Israel beteiligt gewesen wäre.

Wird Norwegen antisemitischen TV-Sender aus dem Verkehr ziehen?

29. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 29. April 2010

Angesichts zunehmenden Antisemitismus unter norwegischen Studenten erwägen Regierungsstellen, einen ägyptischen TV-Sender wegen dessen antisemitischer Ausstrahlungen zu blockieren.

Hier ein erschreckendes Beispiel dafür, warum Kulturministerin Anniken Huitfeldt Al-Rahma als antisemitisch bezeichnet und eine Untersuchung durch die Medienprüfstellen fordert:

MEMRI mit einer Erläuterung der Auswirkungen, die durch die Sendungen verursacht werden:

….einige Lehrer, die mit NRK sprachen, gaben an, dass sie davon ausgingen, Studenten islamischer Herkunft würden einige dieser über den Äther verbreiteten Ansichten übernehmen, die in Norwegen über Satellitenschüsseln empfangen werden können.

Frankreich blockierte Al-Rahma schon vorher wegen dieses Videos, in dem der ägyptische Kleriker Hazem Shunam zu sehen ist.

Drei Leseempfehlungen für Obama

25. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 25. April 2010

In der Washington Post geben Leser Buchtipps für Obama ab. Hier drei Empfehlungen von Pesach Benson (HonestReporting):

1) Six Days of War: Juni 1967 und die Entstehung des heutigen Nahost. Von Michael Oren.

2) The $36 Billion Bargain: US-Unterstützung für Israel und die Öffentliche Meinung. Von A.F.K. Organski.

3) Son of Hamas: Ein fesselnder Bericht über Terrorismus, Betrug, politische Intrigen and unvorstellbare Entscheidungen. Von Mosab Hassan Yousef.

Mehr Empfehlungen bei HonestReporting. Sie können HR unterstützen, wenn Sie eines der aufgelisteten Bücher über Amazon-Links bestellen.

Welches Buch würden Sie dem Präsidenten empfehlen?

PA: Pressefreiheit mit Augenzwinkern

24. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 24. März 2010

Die Jerusalem Post berichtet nun, dass die PA von einer Schließung des einzigen christlichen TV-Senders im Westjordanland (Nativity TV) abrücken will. Aber wetten Sie besser nicht darauf, dass Eigentümer Samir Qumsieh bald wieder den Sendebetrieb aufnehmen kann:

Nichtsdestoweniger sagte der Inhaber des christlichen Senders, dass er nicht wieder auf Sendung gehen würde, bevor sich die PA nicht entschuldige…

Er beschuldigte die PA, die Meinungsfreiheit niederzuschlagen.

Nun wurde auch bekannt, dass am selben Tag 9 weitere TV- und Radiostationen geschlossen worden waren.

2 Positionen zum Zustand der palästinensischen Medien

22. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 22. März 2010

1) Die Palästinensische Autonomiebehörde hat die einzige christliche TV-Station im Westjordanland dichtgemacht. PA-Polizisten stürmten einfach Al-Mahed (Nativity) TV und zogen den Stecker. Asia News (via Haviv Rettig Gur) berichtet:

Unbestätigten Angaben zufolge, die AsiaNews erhielt, scheint die Schließung aus finanziellen Gründen zu erfolgen. Die palästinensischen Behörden verlangten Geld, eine „Lizenz“, die nicht gezahlt werden konnte.

Die in Bethlehem beheimatete TV-Station war wohl eher im Visier der PA, weil ihr Inhaber, Samir Qumsieh, eine mutige Stimme der schrumpfenden christlichen Gemeinschaft ist. Das PA war sicher nicht amüsiert über das, was Qumsieh dem Wall Street Journal sagte:

Erst kürzlich haben Christen darüber gesprochen, wie muslimische Gangs einfach Land nehmen, das Christen gehört, während die palästinensischen Sicherheitskräfte nur danebenstehen und zusehen. Herr Qumsiehs Haus wurde vor drei Jahren mit Brandbomben angegriffen. Die Täter wurden nie gefasst.

“So wie zurzeit haben wir noch nie gelitten“, bekennt Qumsieh und handelt damit entgegen seiner eingangs ausgesprochenen Warnung an die in seinem Büro versammelten Auslandskorrespondenten, das Wort „leiden“ in den Mund zu nehmen.“

Nativity TV wurde gestürmt, als Vizepräsident Joe Biden zu Besuch war. Ethel Fenig wundert sich, warum der Christ Biden darüber kein Wort verlor.

2) Die US-Regierung listete Al-Aqsa TV endlich als Terrororganisation auf und sandte damit das Signal aus, dass das FBI nicht mehr länger zwischen TV-Station und Hamas unterscheiden werde.

Ein Beispiel dafür, wie die Hamas Al-Aqsa TV nutzte, um die Unterscheidungen zwischen Terror und glaubwürdigem Journalismus zu verwischen: Omar Silawi, Kameramann auf der Gehaltsliste des Senders, schoss Mörsergranaten nach Israel ab. Anschließend filmte er die Reaktion der IDF.

Folglich kommentiert dieser Beitrag in NY Daily News die Reaktion des amerikanischen Finanzministeriums treffend:

Besser spät als nie.

Bethlehem im Fokus der Massenmedien

26. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. Dezember 2009


Bitte verpassen Sie nicht diese zwei sehr lesenswerten Artikel zur Lage der Christen in Bethlehem.

Im Wall Street Journal greift Daniel Schwammenthal die Situation der bedrängten Christen in Bethlehem auf:

Bei einer der seltenen Gelegenheiten, die Notlage der Christen in den palästinensischen Gebieten anzusprechen, prangern die westlichen Medien Israel und seine dortige Sicherheitsmauer an. Doch bis zu jenem Zeitpunkt, als palästinensische Terrorgruppen Bethlehem zu einen sicheren Hafen für Selbstmordbomber machten, hatten Bethlehems Bürger freien Zugang nach Israel, und umgekehrt reisten viele Israelis ganz selbstverständlich nach Bethlehem.

Die andere von den westlichen Medien oft verschwiegene Wahrheit ist, dass die Barriere nicht nur dazu beitrug, Israel zu schützen, sondern auch die West Bank und Bethlehem. Die Geburtskirche, die im Jahr 2002 von palästinensischen Bewaffneten bei ihrer Flucht vor israelischen Sicherheitskräften gestürmt und besudelt worden war, wird nun wieder von vielen Touristen und Pilgern aus aller Welt besucht.

Aufschlussreich auch Benny Avnis Kommentar in der NY Post:

Ohne Zweifel – die Zahl der Christen in der West Bank, darunter viele Griechisch-Orthodoxe und Römisch-Katholische, dazu Kopten, Russische Orthodoxe und Armenier, nimmt stetig ab.

Die gleiche Situation finden wir natürlich in Ägypten, dem Irak und überall sonst im Nahen und Mittleren Osten vor. Praktisch der einzige Ort in der Region, in dem die christliche Bevölkerung wächst, ist Israel.

In Bethlehem fühlen sich die Christen jetzt umzingelt, weil in den letzten Jahren eine wachsende Zahl Landbewohner des südlichen Westjordanlandes im Gebiet um Hebron in das nördlich gelegene Bethlehem übergesiedelt ist. Viele sehen das Land als Waqf*, also als Land der muslimischen Nation. In zunehmendem Maße kaufen oder konfiszieren sie Grundbesitz und verlangen Gesetzesänderungen mit dem Ziel, die Christen zu enteignen.

Dazu passend: ‘Christian Groups in PA to Disappear’.

________
*Man könnte es auch mit Stiftung übersetzen, aber hier ist mit dem Begriff ein unbedingter Anspruch auf  alles dort verbunden (bd).

Die meistbefahrene Straße

14. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 14. Dezember 2009

Mitte Dezember heißt, dass manche Reporter wieder auf den Spuren von Josef und Maria Aleem Maqbool, Stephen Farrell, Matthew Price und Rory McCarthy von Nazareth nach Bethlehem wandeln und sich intensiv Checkpoints, Sicherheitszaun und dem einfachen Palästinenser auf der Straße widmen.

Welche Zeitungen verfügen noch über ein Spesenkonto für abgedroschene Weihnachtstrips?

Bleiben Sie dran….

Schaut euch diese Links mal’ an. Aber Hallo!

19. Juli 2009

Arabs Need to Talk to the Israelis
IDF Soldiers Give Testimonies to Counter Gaza War Crimes Claims
The End of Proportionality
In Jerusalem, Battle of Palestinian Day Camps
Signs of Hope Emerge in the West Bank
Web 2.0: A New Diplomatic Approach
Ban on Al-Jazeera Operations in West Bank Lifted
Israel’s Enemies A Strong Match in Cyber Realm
Face to Face With Bruno’s “Terrorist”
Resolution 1701′s Violent Legacy
Canadian Official Takes Issue With Facebook Privacy

Schändung christlicher Friedhöfe kein Einzelfall

25. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 25. Mai 2009

Ich stelle mit Genugtuung fest, dass westliche Medien wie Reuters und  Daily Mail über die Schändung zweier christlich-palästinensischer Friedhöfe in der Ortschaft  Jiffna (nahe Ramallah) berichteten. Und ich war angenehm überrascht, dass die Journalisten, die sich stolz als „erste Informationsquelle“ sehen, von dieser Hassaktion Notiz nahmen.

Leider bleibt das mit einer Einschränkung versehen, wenn dieselben Journalisten dem PA-Funktionär Issa Kassissieh einen Freifahrtschein gaben, nachdem er die Schändung als “Ausnahmetat gegen christliche Symbole” bezeichnet hatte.

Wie HonestReporting während der letzten Papstvisite festgestellt hat, haben die Mainstream-Medien zum größten Teil Probleme wie diese ausgeklammert:

* Antichristliche Pogrome wie im Jahr 2005

* Landraub

* Verfolgung der Christen in der PA und im Gazastreifen

* Schleichender islamischer Fundamentalismus

* Einschüchterung der christlichen Medien

* Zwangsbekehrungen

* Christen aus dem nationalen palästinensischen Dialog ausgeschlossen

Als „Einzelfall“ bei diesem Anschlag kann man lediglich seine Offenkundigkeit bezeichnen – die von den westlichen Korrespondenten schwer ignoriert werden konnte.

ShareThis

Israel eine “Katastrophe” für die Christen in Nahost?

11. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 11. Mai 2009

Reporter Andrew Lee Butters behauptet, dass Israel für die Christen in Nahost eine Katastrophe darstelle. Im Nahost-Blog des TIME Magazine schreibt er:

Und während die Unterstützung für die moderne Wiedererweckung des antiken biblischen Volkes unter vielen Christen in Amerika und Europa tief verankert war geriet die Gründung Israels zur Katastrophe für die Christen in Nahost. Viele der palästinensischen Flüchtlinge, die 1948 aus ihren Häusern geflohen waren oder zur Flucht gezwungen – ohne die Erlaubnis, zurückkehren zu können – waren Christen. Die Flut palästinensischer Flüchtlinge in den Libanon führte dazu, dass es dort zwischen Christen und Muslimen zum Bürgerkrieg kam. Und die andauernde Besetzung der West Bank erstickt das Leben jener christlichen Gemeinden, die dort ausgeharrt haben. Ein vor einer Woche veröffentlichter UN-Bericht besagt, dass die palästinensische Stadt Bethlehem in der Westbank, Geburtsstätte Jesu und einer der Hauptorte der Papstvisite, nun fast vollständig von Israel kontrolliert wird.

Und in einem weiteren Artikel bringt er einen zusätzlichen Aspekt ins Spiel, der nochmals aufhorchen lässt:

Diese Kultur der Toleranz ist heute wegen des zunehmenden religiösen Extremismus bedroht. Doch Clash-of-Civilizations-Experten und westliche Führungspersonen wie der Papst übersehen oft, wie der Westen mithalf, solche Intoleranz zu entfachen, besonders durch seine einseitige Unterstützung Israels.

Folgendes ist zu beachten:

* Die größte Katastrophe für die Christen in Nahost ist nicht die Staatsgründung Israels, sondern die Unterdrückung der christlichen Minoritäten in streng religiösen Staaten  wie Iran und Saudi-Arabien und teilweise säkularen Staaten wie dem Irak unter Saddam Hussein.

* Die Flucht der Araber 1948 aus Israel hat nichts mit dem Christentum zu tun. Viele Menschen, die wirklich flohen, fürchteten, zwischen die Fronten zu geraten, während die Mehrzahl wiederum den Versprechen der arabischen Führer glaubte, dass ihre Dislokation nur vorübergehender Natur sei. Es war genauso wenig eine „Flucht der Christen“ wie eine „Flucht der Muslime“ (auch wenn die Mehrheit der Flüchtlinge Muslime war) oder eine „Flucht der Rechtshänder“ (auch wenn die Mehrheit der Flüchtlinge Rechtshänder war).

*Die Christen genießen in Israel mehr Freiheit für die Ausübung ihrer Gottesdienste als in der PA oder in irgendeinem anderen Staat in Nahost.

* Das Einzige, was das Leben in den christlichen Gemeinden in der West Bank und Gaza „erstickt“, ist der islamische Fundamentalismus, der sich der palästinensische Sache bemächtigt hat, sowie die korrupte Gleichgültigkeit der Fatah.

* Was die „einseitige Unterstützung Israels“ durch den Westen betrifft – Sie können sicher sein, dass an dem Tag, nachdem Israel einem endgültigen Friedensschluss zugestimmt hat, der Butters Beifall findet, der islamische Extremismus und die sektiererische Gewalt der Araber in der Region fortbestehen werden.

ShareThis

Dhimmi-Weihnachten in Gaza

25. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 25. Dezember 2008

Maan News (über Elder of Zion) berichtet, dass Pater Manuel Musallam die Weihnachtsfeiern in Gazas einziger katholischer Kirche abgesagt hat:

…aus Protest wegen der israelischen Belagerung des Gazastreifens und den jüngsten „israelischen Drohungen und Eskalationen“ dort, so der Priester….

„Die Mitternachtsmesse wird durch eine stille Versammlung in der Schule ‘Heilige Familie’ ersetzt“, sagte er.

Nehmen Sie dies nicht für bare Münze. Es handelt sich um denselben Pater Musallam, der vor einem Jahr buchstäblich zu einem unangenehmen Fototermin mit der Hamas gezwungen wurde.

Während der Würgegriff des fundamentalistischen Islam in Gaza sich mehr und mehr zuzieht (siehe die neuesten Änderungen im Strafgesetzbuch), begreifen Pater Musallam und seine Schäfchen, woher der Wind weht und sie lernen, sich wie die unterwürfigen Dhimmis zu verhalten, ganz so, wie die Hamas es von ihnen erwartet.

ShareThis

Wieder auf Tour

15. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 15. Dezember 2008

Reporter, die jeden Dezember von Nazareth nach Bethlehem reisen, werden ach so banal. Den neuesten Alles-schon-erlebt-Journalismus serviert Aleem Maqbools von der BBC, der in den Fußstapfen von Maria und Josef Stephen Farrell, Matthew Price und Rory McCarthy wandelt.

Wenn diese Autotour vorherigen Drehbüchern folgt wird Maqbool Israels Sicherheitszaun, Checkpoints und Absperrungen kritisch hervorheben, ohne anzuerkennen, dass eben jene Maßnahmen ihn und andere Pilger vor Selbstmordattentätern, Beschuss aus anderen Autos etc. schützen.

Origineller wäre es, die Freiheit von Nazareths Christen unter israelischem Statut mit der Unterdrückung zu kontrastieren, die Bethlehems schrumpfende Gemeinde unter der Herrschaft der PA ertragen muss.

Und wäre es nicht erquickend, wenn Maqbool, statt den erstbesten Palästinenser zu zitieren, der sich durch Sicherheitsmaßnahmen belästigt fühlt, mit palästinensischen Christen wie Abd Al-Nasser Al-Najjar oder Hanna Saniora spricht, die keine Angst davor haben, gegen den Strom zu schwimmen und frei heraus ihre Meinung zu sagen?

ShareThis


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 331 Followern an