Archive for the ‘Islamstaaten’ category

Die New York Times redet den UN-Menschenrechtsrat schön

3. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 28. Juni 2015

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Eine der Kritiken gegen den kürzlichen UNHRC-Bericht über den Gaza-Konflikt letzten Sommer ist, dass der UNHRC eine bewiesenermaßen voreingenommene und einseitige Bilanz gegen Israel aufweist. Die New York Times sagt:

Premierminister Benjamin Netanyahu nannte das Schriftstück “mängelbehaftet und einseitig” und sagte, der Menschenrechtsrat habe eine “einzigartige Besessenheit mit Israel”.

Aber dann fügt die Times folgende Anmerkung hinzu, um die Aussage des Premierministers zu unterminieren:

(In Wirklichkeit stehen dort auch Eritrea, Sri Lanka, Syrien und andere Länder auf der Agenda.)

Und das ist alles, was die New York Times ihren Lesern über Israel und den UNHRC verrät.

Hier ein Aspekt, den die New York Times als nicht wichtig erachtete, um ihn ihren Lesern gegenüber zu erwähnen (von UN Watch):

Genf, 25. Juni 2015 — In den neun Jahren seiner Existenz hat der UN-Menschenrechtsrat Israel öfter verurteilt als den gesamten Rest der Welt zusammengenommen…

Die Resolution in Folge des jüngsten Gaza-Berichts… wird ausschließlich Israel verurteilen und die 62. Resolution gegen Israel darstellen, seit der neue und verbesserte Rat im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde – und die Anzahl aller anderen verurteilenden UNHRC-Resolutionen für den Rest der Welt beträgt 55…

Und was ist mit den Ländern, die von der Times erwähnt wurden, um die “Ausgeglichenheit” der UN nachzuweisen?

Hier die Zahl der UNHRC-Verurteilungen gegen jene Länder:

Eritrea: 3
Sri Lanka: 3
Syrien: 15
Israel: 61

Die New York Times könnte sagen, dass sie sich nur auf die Länder bezogen hätte, die auf der UNHRC-Agenda diskutiert werden. In diesem Fall hätte sie vielleicht sagen sollen, dass Israel das einzige Land der Welt ist, das einen permanenten Punkt auf der Agenda darstellt. Jede UNHRC-Sitzung diskutiert über Israel. Jede. Kein anderes Land der Welt hat diese “Ehre”. Weder Eritrea noch Sri Lanka noch Syrien erfahren eine solche Behandlung.

Wie sieht es bei den “Dringlichkeitssitzungen” des UNHRC über spezifische Länder aus? Diese Information wäre für die Times-Leser bedeutsamer gewesen als dieser kurze Kommentar:

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Mehr als 200.000 Menschen wurden in Syrien getötet, aber der UNHRC hielt nur 4 Dringlichkeitssitzungen über Syrien ab, verglichen mit den 7 Sitzungen über Israel. Diese Fakten beweisen, dass der israelische Premierminister recht hat, wenn er sagt, der UNHRC sei von Israel “besessen”.

Filmemacher: Islamischer Staat ist näher an Israel, als viele glauben

7. Juni 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 3. Juni 2015

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Laut dem Journalisten und Dokumentationsfilmer Itai Anghel hat der Islamische Staat (IS) in nur vier Monaten Gebiete größer als Großbritannien eingenommen, ein in der Geschichte noch nie dagewesener Durchmarsch.

Und IS-Kämpfer sind näher an Israel, als viele glauben, so Anghel. “Ich rede über die Halbinsel Sinai”, sagte er. “Ein Großteil des Sinai nennt sich IS. Und Ägypten hat Angst, dort hineinzugehen.”

Anghel sprach am Dienstag vor der HonestReporting-Mission darüber, wie sich der IS formiert hat und wie er operiert. Er lernte diese Lektionen aus erster Hand, da er aus Syrien und dem Irak berichtete und gefangene IS-Kämpfer und kurdische Soldaten interviewte. Letztere sind die einzige Gruppe, welche bislang das Vorrücken der IS eindämmen konnte.

Während einem seiner Streifzüge durch Syrien letztes Jahr gab es plötzlich die Nachricht, einer seiner Kollegen, James Foley, sei vom IS gefangengenommen und enthauptet worden.
Zu der Zeit war Anghel nur ca. anderthalb Kilometer weg. Später interviewte er einen gefangenen IS-Kämpfer, der sagte, er habe absichtlich stumpfe Messer für die Enthauptungen benutzt, um den Schmerz zu vergrößern. Anghel sagte, er habe das Interview einige Minuten unterbrechen müssen, da er an die Tragödie seines Freundes Foley denken musste.

Anghel sagte, der IS habe jede Absicht, bis weit über Syrien hinaus vorzudringen – in den Libanon, nach Jordanien und Israel, auch als die Levante bekannt, um in der gesamten Region ein Kalifat zu errichten. Für Israel besteht die rote Linie laut Anghel im Fall Jordaniens vor dem IS. “Sobald Jordanien zum IS wird, wird es zu Israels Problem”, sagte er.

Gemäß Anghel kann der Aufstieg des IS auf die amerikanische Invasion des Irak und das Versagen der USA, eine funktionierende Armee als Ersatz für die US-Soldaten aufzustellen, zurückgeführt werden. Er merkte an, die Angehörigen der Baathisten-Streitkräfte Saddam Husseins seien aus der neuen Armee ausgeschlossen worden, und ihre Verärgerung – gemeinsam mit Rivalitäten zwischen den verblieben sunnitischen, schiitischen und kurdischen Streitkräften – habe zum Versagen der irakischen Armee beigetragen.

Er zeigte ein Bild der IS-Streitkräfte, wie sie eine große Zahl Araber in Zivilkleidung exekutierten. Er sagte, die Hingerichteten seien Angehörige der irakischen Armee gewesen, die zu entfliehen hofften, indem sie ihre Uniformen ablegten und sich unter die Ortsansässigen mischten.

“Als sie auf den IS trafen, rannten sie davon. Sie sagten, warum soll ich als Sunnit kämpfen, wenn alle davonrennen? Und das Unglück ist, dass sie nicht nur wegrennen, sondern dass sie all die hochentwickelten schweren Waffen zurücklassen, welche die USA ihnen gegeben hatte, damit sie die stärkste Macht in der Region darstellen. Alle diese Waffen fallen dem IS in die Hände. Und der IS ist ausgesprochen reich, da sein Eroberungsfeldzug mit voller Absicht in jener Region stattfand, in welcher es im Irak das meiste Öl gibt.”

Und was den Nahen Osten betrifft: Dieser befindet sich in einem irreversiblen Zustand der Veränderung. “Den Irak gibt es nicht mehr, Syrien gibt es nicht mehr. Niemand wird diese Territorien vollständig kontrollieren können, selbst wenn Assad durchhält”, so Anghel.

Itai Anghel ist einer der Sprecher der HonestReporting-Mission, die vom 2. bis 8. Juni in Israel stattfindet. Andere Sprecher sind z. B. Oberst i.R. Miri Eisin, die über die Herausforderungen spricht, denen Israel bald gegenüberstehen wird, dann der Jerusalem-Post-Reporter Lahav Harkov, der über die neue Knesset spricht, und Neil Lazarus, der Training für Aktivisten bietet. Zudem untersucht die Gruppe die Thematik der Beduinen im Negev und macht eine Reise durch den Gush-Etzion-Block.

Anghels Vortrag wurde in den Studios von i24 News in Tel Aviv gehalten. Die Gruppe machte eine Führung durch diesen topmodernen Sender, welcher auf Englisch, Französisch und Arabisch sendet und das öffentliche Bild von Israel in der Welt verändern will.

Rote Karte für die New York Times

5. Juni 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 28. Mai 2015

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Mit dem Arrest der ranghohen FIFA-Funktionäre in der Schweiz scheint der Korruptionsskandal nun im Rampenlicht zu stehen und das palästinensische Gesuch, Israel und seine Nationalmannschaft aus der FIFA auszuschließen, zu verdrängen.

Aber hier kommt die New York Times zur heldenhaften Rettung, damit ihre Leser ja nicht das palästinensische Gesuch vergessen! Genau rechtzeitig, um dem palästinensischen Propagandaversuch ein Doping zu verpassen, erhielt der palästinensische Fußballer Iyad Abu Gharqoud eine Meinungskolumne, um auf Israel einzutreten.

Hier seine Worte:

Unsere Spieler werden heutzutage häufig festgenommen und inhaftiert. Letztes Jahr wurden zwei unserer talentiertesten Spieler von israelischen Streitkräften an einem Checkpoint angeschossen und verwundet. Die Grenzpolizei sagte, die beiden jungen Männer seien im Begriff gewesen, eine Bombe zu werfen; in Wirklichkeit waren sie auf dem Nachhauseweg vom Training in unserem nationalen Stadion im Westjordanland. Laut The Nation wurde beiden in den Fuß geschossen, was Verletzungen hervorrief, die ihre Fußballkarriere beendeten.

Israel hat auch versucht, Spieler aus anderen Ländern vom Betreten Palästinas abzuhalten, um gegen uns zu spielen. Und beim letztjährigen Gaza-Konflikt bombardierten israelische Jets unsere Fußballfelder und Freizeitbereiche. Israels Politik war erfolgreich darin, dieses schöne Spiel hässlich zu machen.

Gharqoud führt The Nation als augenscheinlich glaubhafte Quelle für die Story mit den zwei Spielern an, aber diese Story wurde letztes Jahr von Elder of Ziyon umfassend widerlegt und entpuppte sich als Teil der endlosen antiisraelischen Propaganda.

Was die Anschuldigung betrifft, dass israelische Jets Fußballplätze und Freizeitbereiche bombardiert haben, so ist dies kaum überraschend angesichts des Umstands, dass Hamas-Terroristen Raketen von genau diesen Orten auf Israel abgeschossen haben, wie diese IDF-Grafik vom Konflikt 2012 illustriert:

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Gharqoud beklagt, dass Israel die Bewegungsfreiheit palästinensischer Fußballspieler einschränkt. Das liegt jedoch nicht daran, dass man sie etwa vom Fußballspielen abhalten wolle. Tatsächlich wurde erst letzte Woche ein Spieler am Jordan-Grenzübergang festgenommen. Warum? Wie die Times of Israel berichtet:

Eine Quelle aus der israelischen Sicherheit sagte Israel Radio, der Spieler Sameh Marawbe sei aus Sicherheitsgründen festgenommen worden. Vor sechs Monaten war er inhaftiert worden, weil er von Hamas-Vertretern in Katar Geld und Botschaften erhielt und an Hamas-Angehörige in der Stadt Qalqilya im Westjordanland weiterleiten sollte.

Gharqoud erwähnt genügend Einzelheiten, um zu beweisen, dass sein Artikel weniger über Fußball geht und mehr darüber, Israel in der New York Times wieder mal eins draufzugeben:

Fußball ist ein schönes Spiel, aber es kann auch grausam sein – und nicht nur was die Beinahetreffer und Strafstöße betrifft. Eine der Ironien in meiner Profikarriere ist, dass sie mich quälend nah an Beersheba führte, die Stadt in Südisrael, die einmal als Bir Saba bekannt war – eine arabische Gemeinschaft, die 1948 vertrieben wurde, inklusive meiner Familie.

Gharqoud geht nicht auf die israelische Kontrolle über Palästinensergebiete ein. Es geht rein um 1948 und um die Darstellung Israels als Staat, der in Sünde geboren wurde.

Und dem folgt das klassische Propagandawerkzeug der Palästinenser, sich für den Boykott des “Apartheidstaates” Israel auszusprechen:

Für unsere Forderung nach Fußball-Sanktionen gegen Israel gibt es einen wesentlichen Präzedenzfall. FIFA führte das Prinzip einer solchen Aktion vor fast 40 Jahren ein, als es Südafrika nach dem Soweto-Aufstand 1976 per Votum ausschloss. Die Diskriminierung und Verfolgung, der wir Palästinenser uns ausgesetzt sehen, erinnert an die Apartheid-Politik.

Letztlich nutzen die Palästinenser den Fußball für politische Ziele gegen Israel. Aktuell ist Fußball auf den Titelseiten der Weltmedien. Die New York Times jedoch hat sich dazu entschieden, ein Sprachrohr für palästinensische Propaganda zu sein, und sollte dafür die rote Karte gezeigt bekommen.

Dammbruch: palästinensische Lüge entlarvt

24. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Februar 2015 / Übs: YdW

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Das kürzliche stürmische Wetter in Israel und angrenzenden Gebieten hat in Gaza zu weiten Überflutungen geführt. Den Palästinensern und ihren Medienunterstützern genügt es jedoch nicht, den starken Regen dafür verantwortlich zu machen – nein, Israel muss irgendwie beschuldigt werden.

Al-Jazeera:

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme
Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Wenigstens 80 palästinensische Häuser wurden überflutet, nachdem der Wasserpegel nach der Öffnung mehrere Dämme durch israelische Behörden im Gaza-Tal (Wadi Gaza) fast drei Meter erreichte und Familien zur Evakuierung zwang…

Brigadegeneral Said Al-Saudi, Leiter der Zivilschutzbehörde in Gaza, sagte zu Al Jazeera: „Letzte Nacht öffnete Israel ohne Vorwarnung Wasserdämme, was zu schweren Schäden an Dörfern in Gaza nahe der Grenze führte. Über 40 Häuser wurden überflutet, und 80 Familien befinden sich als Folge davon derzeit in Notunterkünften.“

Er fügte hinzu, dass sich die Dammöffnung negativ auf die lokale Landwirtschaft auswirken würde, da die Überschwemmungs auch Geflügel– und Tierfarmen in Gaza in Mitleidenschaft gezogen hat.

„Wir appellieren an Menschenrechtsorganisationen und internationale Rechtsorganisationen, dass sie intervenieren, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.“

RT (Russia Today):

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Es ist nicht das erste Mal, dass israelische Behörden die Dämme zum Gaza-Tal geöffnet haben. Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne Vorwarnung die Schleusentore ihrer Dämme in Richtung Gaza, um massive Mengen überschüssigen Wassers abzulassen, das sich während schwerer Regen– oder Schneefälle in der Naqab-Region angesammelt hatte.

Maan News:

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Der Sprecher der Zivilschutzbehörde in Gaza, Muhammad al-Midana, warnte, es könne weiteres Leid geben, wenn Israel weitere Dämme in diesem Gebiet öffnen würde. Er sagte, das Wasser fließe aktuell mit hoher Geschwindigkeit von der israelischen Grenze durch das Tal ins Mittelmeer.

Natürlich hat diese Story in antiisraelischen sozialen Medien die Runde gemacht. Man kann sie jedoch leicht widerlegen, da es sich um eine schamlose Lüge handelt. Das Büro des COGAT-Sprechers (COGAT = Coordination of Government Activities in the Territories) teilte HonestReporting mit:

Die Behauptung ist völlig falsch, denn in Südisrael gibt es keinerlei Dämme. Aufgrund der jüngsten Regenfälle wurden die Wasserströme in der Region überflutet ohne jegliche Verbindung zu irgendwelchen Aktionen seitens des Staates Israel.

Vor dem Sturm genehmigte COGAT die Überführung von vier Wasserpumpen der palästinensischen Wasserbehörde von Israel nach Gaza zur Verstärkung der 13 bereits im Gazastreifen befindlichen Pumpen, um möglichen Überflutungen im Gebiet Herr zu werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser diese Lüge verbreitet haben. Zuletzt geschah dies 2013 während einer ähnlichen Schlechtwetterperiode.

UPDATE

Sogar die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat diese Lüge nachgeplappert. Xinhuas Jerusalembüro wurde informiert.

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Bild: CC BY-SA HonestReporting, Hintergrunddesign von Freepik

US-Luftangriffe auf ISIS und der Doppelstandard der Medien

10. November 2014

Jesse Lewis (Praktikant), Honest Reporting, 10. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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In den letzten Monaten hat ISIS die Aufmerksamkeit von Medien, Politikern und der breiten Öffentlichkeit erregt, da die Terrororganisation bei ihrem Bestreben, ein islamisches Kalifat zu errichten, Unschuldige köpft und ermordet. Infolge der auf Video gebannten Enthauptungen amerikanischer und britischer Journalisten durch ISIS und deren immer größer werdende Kontrolle des Irak und Syriens haben die USA mit Luftschlägen begonnen, um die Bedrohung zu eliminieren.

Nicht nur tun sich die Medien damit schwer, diese Gruppe als Terroristen zu bezeichnen, auch die US-Luftschläge weisen große Ähnlichkeit mit Israels Operation Fels in der Brandung diesen Sommer auf. Eine Untersuchung zeigt deutlich den Doppelstandard, den wir im Falle von Israel leider nur allzu oft sehen.

Trotz Obamas Einstufung der ISIS als Terrorgruppe haben sich die großen Medien wie die New York Times, die LA Times und die Washington Post dem nie angeschlossen.

Die New York Times hält an der Bezeichnung „Militante“ fest und nimmt von deutlicherer Terminologie Abstand. Die Los Angeles Times bezeichnet ISIS als „brutale Militanten des Islamischen Staats“, und der Einschub „brutal“ ist wesentlich beim Verständnis ihrer Taktiken und bei der Unterscheidung dieser Gruppe von legitimen Armeen.

Zumindest hat die Bezeichnung „Militante“ eine leicht negative Konnotation, aber am 16. September schrieb die Associated Press, ein Luftschlag habe „einen bewaffneten LKW und Kämpfer getroffen“. Der Begriff „Kämpfer“ ist nicht nur neutral, sondern manchmal sogar positiv. Sind US-Bodentruppen, die diese islamische Bedrohung eliminieren wollen, nicht ebenfalls Kämpfer? Diese Terminologie vermenschlicht die ISIS und deutet an, die Gruppe habe einen greifbaren und rationalen Grund zum Kämpfen. Sie vergleicht die Handlungen der ISIS mit dem Militär zivilisierter und fortschrittlich denkender Nationen auf der ganzen Welt.

In keinem einzigen der zahllosen ISIS-Artikel dieser großen Nachrichtenportale wird die Gruppe als „Terroristen“ beschrieben. „Militante“ und „Extremisten“ sind die häufigsten Bezeichnungen, und während diese Worte zwar negativ konnotiert sind, zögern die Medien (oder haben zuviel Angst), diese Gruppe als das zu bezeichnen, was sie ist: Terroristen. Hinsichtlich Israel gebrauchen sie gedankenlos dieselben brandstiftenden Begriffe, die sie bei ISIS verwenden. In einem Meinungsbeitrag in der New York Times sagte Ali Jarbawi Folgendes über Israels angebliche „brutale Besatzung“:

In Israel gibt es nun eine extremistische, rassistische ideologische Strömung, die nicht nur den kürzlichen Angriff auf den Gazastreifen rechtfertigt, sondern sogar zum Gebrauch erheblicher, unverhältnismäßiger Gewalt gegen Zivilisten ermutigt, was zur Auslöschung ganzer Familien geführt hat.

Ja, er nennt Israel „rassistisch“ und „extremistisch“, dieselben Begriffe, die man zur Beschreibung von ISIS und deren barbarischer Taten gebraucht. Er benutzt dieselben Worte zur Beschreibung eines zivilisierten, fortschrittlichen Landes, das seine Bürger gegen ungerechtfertigte Terrorhandlungen verteidigt, wie für eine radikale Sekte, die Ungläubige sinnlos enthauptet, Frauen und Kinder ermordet und einige der gravierendsten Menschenrechtsverletzungen auf dem gesamten Planeten begeht.

Der Doppelstandard gegen Israel ist auch im Washington-Post-Artikel vom 23. September über den Beitritt von fünf islamischen Staaten bei den Luftschlägen gegen die ISIS zu spüren. Im Artikel steht:

US-Militärführer sagten am Dienstag, das Luftbombardement Syriens sei nur der Beginn eines längeren Einsatzes, der sich stoßweise über mehrere Monate ziehen wird und schwieriger werden wird, da die Militanten in bevölkerten Gebieten Deckung suchen.

Dies ist interessanterweise die einzige Erwähnung, dass Luftschläge über bevölkerten Gebieten stattfinden.

Diesen Sommer gab es jeden einzelnen Tag haufenweise Artikel in praktisch jedem einzelnen Medium, die sich damit beschäftigten, dass Israel bevölkerte Gebiete in Gaza angriff. Es wurde geschrien, wie teuflisch das sei, und es gab enorme Kritik über den Verlust unschuldigen Lebens in Gaza.

Aber bei der US-Offensive gegen die ISIS gibt es keinen vergleichbaren Aufschrei. Zwar ist es wichtig zu wissen, dass es nur sehr wenige westliche Journalisten in den von den USA bombardierten Gebieten gibt, aber trotzdem gibt es noch Luft für weitere Berichte und mediale Aufmerksamkeit. Dieser Mangel an Aufmerksamkeit spiegelt die Tatsache, dass es praktisch keinen öffentlichen Aufschrei gibt – keine Proteste, keine Forderung zur Eliminierung des amerikanischen Staates, keine Anschuldigungen von Brutalität und Rassensäuberung – alles Dinge, denen sich Israel täglich ausgesetzt sieht. Anders als im Falle von Israel werden jedoch keine Raketen auf amerikanische Wohnhäuser abgeschossen noch gibt es Tunnel in amerikanische Vorstädte, über welche die ISIS in Bevölkerungszentren einfallen und Zivilisten ermorden könnte. Zwei Amerikaner wurden auf ausländischem Boden enthauptet – eine schreckliche Tat und womöglich ein Grund für eine militärische Antwort, aber es gibt trotzdem keinen Vergleich zwischen der möglichen Bedrohung amerikanischen Lebens und der jeden einzelnen Tag höchst greifbaren Bedrohung israelischen Lebens.

Die International Business Times berichtet, dass ein einzelner US-Luftschlag am 18. Oktober 24 Tote zur Folge hatte. Warum bricht keine Lawine von Namen und Bildern quer über sämtliche internationalen Medien herein? Dies zeigt einen Doppelstandard, wo Israel an einem unmöglich hohen Standard gemessen wird und andere, in diesem Fall die USA, nicht.

Ich sage nicht, dass die USA ihren Einsatz gegen die ISIS abbrechen soll, aber ich glaube, wären die Medien konsistenter, dann sollte der Kollateralschaden aus diesen Angriffen ebenso viel – wenn nicht sogar mehr – Aufmerksamkeit erhalten wie Israels unvermeidliche Angriffe diesen Sommer.

Unterschlagung der Existenz Israels im Film: Es mit den Paramount Studios aufnehmen

2. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 2. Juli 2013

Es begann mit einem Artikel in der Times of Israel (TOI) über den neuen Horrorfilm World War Z. In diesem Beitrag wird beschrieben, dass ein Großteil des Filmes in Israel spielt (obwohl er in Wirklichkeit an anderer Stelle gedreht worden war.) Israel kommt im Film gut weg, doch im Artikel selbst fiel uns etwas auf: wenn der Film in der Türkei gezeigt wurde, war das Wort “Israel” in den Untertiteln herausgenommen und durch die türkischen Begriffe für „Nahost“ ersetzt worden.” TOI zufolge wurde der Film mit den Untertiteln direkt von Paramount freigegeben.

Mit anderen Worten: Paramount hat einen Horrorfilm gedreht und fürchtete, dass das Wort “Israel” für das überwiegend islamische Publikum eine Zumutung wäre. Sie hatten kein Problem damit, mit der Imagination von Menschenfleisch fressenden Zombies zu hantieren, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen, aber dass es ein real existierendes Land namens Israel gibt, kam ihnen nicht in den Sinn.

Das Video wurde von HonestReporting erstellt.

Während wir sonst darum bitten, E-Mails an Nachrichtenmedien zu schreiben, um auf verfälschende Artikel hinzuweisen, haben wir diesmal vorgeschlagen, dass die Leser auf die Facebook-Seite von Paramount Pictures gehen, um dort Kommentare gegen die Entfernung des Wortes Israel zu schreiben.

Mit einer erstaunlichen Resonanz.

Die Paramount-Seite ist voll mit Einträgen von Menschen, die darauf Bezug nehmen und Einspruch gegen die Entfernung des Wortes Israel erheben. Sonst erschienen jedes Mal Unmengen von Kommentaren, wenn Paramount etwas postete, selbst wenn es um andere Filme ging.

Paramount mag darauf spekuliert haben, dass niemand von ihrem peinlichen Versuch Notiz nehme, Ärger bei einem bestimmten Publikum zu vermeiden, indem sie antiisraelischen Stimmungen nachgibt. Ihr Verweis auf die Substitution von Nahost für Israel als “regional bedingter Übersetzung“ lässt sie unprofessionell erscheinen. Aber wir können uns vorstellen, wie Paramount sich wohl fühlen würde, wenn ihre komplette Facebook-Seite von Menschen vereinnahmt werden würde, die sich über diese Causa beschweren.

Dieser Fall zeigt, wie soziale Medien einer mobilisierten Gruppe die Möglichkeit geben können, aufzustehen und sich Gehör zu verschaffen. Antiisraelische Verfälschungen gibt es nicht nur in den traditionellen Medien. Sie bahnen sich ihren Weg in allen denkbaren Facetten, besonders in der Populärkultur.

Umso mehr Grund dafür, dass diejenigen, die sich für Israel einsetzen, wachsam bleiben und schnell auf Fälle wie diesen reagieren. Große zahlenmäßige Beteiligung kann zu einem mächtigen Statement werden.

Alle, die dazu Kommentare geschrieben haben, machten einen guten Job. Bleibt nur auf die Einsicht von Paramount zu hoffen, dass, wenn sie Änderungen vornehmen, um eine bestimmte Gruppe nicht zu vergrätzen, sie unvermeidlich eine andere Gruppe angreifen, was sehr schade ist, weil nach Meinung vieler Beiträge zum Film Israel in einem sehr positiven Licht gezeigt werden soll.

Hat die Hisbollah Giftgas eingesetzt?

20. Juni 2013

HonestReporting Media BackSpin, 20. Juni 2013

Hinweis: Der von mir (bd) übersetzte Text ist Teil des Israel Daily News Stream vom heutigen Donnerstag (oberer Abschnitt)

Die Hisbollah wird beschuldigt, Giftgas eingesetzt zu haben. Dazu die Freie Syrische Armee gegenüber Al Arabiya:

Die Ortschaft Zamalka bei Damaskus wurde gezielt mit chemischen Waffen angegriffen, wobei mehrere Menschen umkamen und weitere Erstickungsanfälle erlitten, so die Aussage der oppositionellen Aktivisten.

Bisher wurde das von keiner unabhängigen Stelle verifiziert. Hat die Hisbollah nun den Zugang zu chemischen Waffen und ist sie technisch in der Lage, Massenvernichtungswaffen einzusetzen? Und sind die Rebellen mittlerweile so verzweifelt, dass sie Israel mit einer Lüge in den Konflikt hineinziehen wollen?  Oder was sonst? Das könnte heikel werden…


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