Archive for the ‘Islamstaaten’ category

Der iranische Deal und Doppeldenke

23. Juli 2015

Cherryl Smith, HonestReporting, 21.07.2015

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Dr. Cherryl Smith ist emerierte Professorin in Rhetorik und Satzbau an der California State University, Sacramento. Sie schreibt für Framing Israel.

Was mit dem Iran-Deal falsch läuft (siehe hier und hier), kann man auch an Gebrauch und Missbrauch der Sprache ablesen, die rund um den Deal verwendet wird.

Es fällt schwer, es unter einen Hut zu bringen, dass die Führer der Islamischen Republik Iran unverblümt sagen, wir sollten nicht erwarten, dass sie sich in irgendeiner Weise ändern, und das von der USA geführte Verhandlungsteam dennoch die Bedeutung der Taten und Worte dieser Führer zu ignorieren scheint. Zwar mag es nicht unbedingt George Orwells “Doppeldenke” aus dem Buch 1984 gleichkommen:

Wissen und Nichtwissen . . . gleichzeitig zwei Meinungen vertreten können, die sich widersprechen, und trotzdem an beide glauben . . . Logik gegen Logik verwenden . . .

Aber es ist durchaus beunruhigend.

Der beste Deal, den wir herausschlagen konnten

Seit Franklin D. Roosevelt verstand, dass er das Erfordernis einer Zweidrittelmehrheit im Kongress umgehen konnte, indem er einen Vertrag einfach nicht als Vertrag bezeichnete, haben Präsidenten Verträge seither zuweilen “Regierungsübereinkommen” genannt. Der Vertrag mit dem Iran läuft unter der Bezeichnung “Deal“.

Und obwohl sich die Debatte darauf konzentrierte, ob das nun ein guter oder ein schlechter Vertrag ist, hat die Bezeichnung “Deal” es sich so anhören lassen, als handle es sich nicht wirklich um eine gewichtige Vereinbarung, und scheint auch verschleiert zu haben, warum wir (d. h. der Westen, vertreten durch die USA, die EU und Großbritannien) überhaupt verhandelt haben.

Ziel des “Dealens” mit dem Iran war, ihn vom Bau von Atomwaffen abzuhalten. Die Aufhebung von Sanktionen galt dem Stopp von Irans nuklearem Aufbau. Da der Deal dies nicht erwirkt, melden die Saudis, Jordanier, Ägypter und Israelis, iranische Exilanten und 77% der Amerikaner ihren Protest an.

Es ist nicht so, als ob die USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich einen Deal mit dem Iran bräuchten. (Vielleicht freuen sich China und Russland aus wirtschaftlichen Gründen über den Deal.) Aber der Westen und der Nahe Osten dürfen nicht zulassen, dass Iran, der weltgrößte Terrorsponsor, seinem Arsenal keine Atomwaffen hinzufügt.

War dies wirklich der beste Deal, den wir herausschlagen konnten, dann wäre die logische Alternative überhaupt kein Deal — zumindest noch nicht.

Zentrifugen und Ausflüchte

US-Staatssekretärin Wendy Sherman

US-Staatssekretärin Wendy Sherman

Die Konzentration auf das Zustandekommen eines Deals — im Gegensatz zur Beeinflussung des Verhaltens des Iran — führte zu seltsamen Verschleierungen.

Selbst wenn Irans Atomprogramm während der nächsten Jahre etwas entschleunigt wird, existieren die für den Bau von Atomwaffen notwendigen Materialien und Maschinen noch immer. Die versprochenen “Immer und überall”-Inspektionen sind nicht nur verschwunden, sondern wurden durch einen 24-Tage-Vorausbescheid ersetzt und — noch bizarrer — mit der Vorgabe, dass die Iraner detaillierte Erklärungen über den Grund für die Inspektion erhalten müssen.

Und US-Staatssekretärin Wendy Sherman sagte, die Forderung nach “Immer und überall”-Inspektionen sei nur “Rhetorik” gewesen.

Die nichtmoderate Republik

Alles andere als die Sanktionen und das Atomprogramm war “vom Tisch”. Der Deal hebt die Sanktionen auf und behält das Atomprogramm im Großen und Ganzen bei. Die Menschenrechte der Iraner, das Verprügeln oder Töten von Vergewaltigungsopfern, das Hängen von Homosexuellen, der Mangel an Freiheiten, all das wurde nicht diskutiert. Ebenfalls vom Tisch war die Diskussion über die illegal im Gefängnis sitzenden vier Amerikaner im Iran.

Ebenfalls wurde der Iran im Gegenzug für die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen nicht dazu aufgefordert, mit der Bedrohung Israels aufzuhören, den Terror der Hisbollah im Libanon, von Assads Streitkräften in Syrien oder der Hamas in Gaza nicht weiter zu unterstützen. Statt dessen verkündete Ayatollah Ali Khamenai einen Tag nach Abschluss des “Deals”, dieser “Sieg” ändere nichts an der “Politik gegenüber der arroganten USA” oder an Irans Agenda, einer in einer sehr deutlichen Sprache ausgedrückten Agenda.

Während der Verhandlungsmonate leiteten Irans Führer Sprechchöre mit “Tod Amerika” und “Tod Israel” an und bekräftigten ihr Ziel, zur beherrschenden Macht im Nahen Osten zu werden — das Schicksal der Islamistischen Republik Iran, wie sie glauben.

Der Versuch, sich diesen Deal im Kopf begreiflich zu machen, scheint Orwells Doppeldenke zu erfordern.

Sherman CC BY-ND flickr/US-Botschaft in Kiew, Ukraine

Israels Existenz geht in der BBC-Übersetzung verloren

15. Juli 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 9. Juli 2015

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Die BBC und ihre Übersetzer machen mich immer wieder sprachlos.

Die Doku namens “Children of the Gaza War” wurde kritisiert, weil Reporterin Lyse Doucet und die Übersetzer, welche die BBC nutzte, eine schlechte Ermessensentscheidung trafen. Immer wenn palästinensische Kinder das arabische Wort Yahud nutzen, also Jude, übersetzten sie es als “Israeli”.

Der Jewish Chronicle erläutert:

Die Chefauslandskorrespondentin der BBC sagte, die Übersetzer aus Gaza hätten ihr gesagt, die befragten palästinensischen Kinder meinten mit “die Juden” in Wirklichkeit Israelis.

Eines der Gaza-Kinder sagte, die “Yahud” würden Palästinenser massakrieren. Im Untertitel steht jedoch: “Israel massakriert uns.”

Die in Kanada geborene Frau Doucet sagte: “Wir sprachen mit den Menschen in Gaza, wir sprachen mit den Übersetzern. Wenn [die Kinder] ‘Juden’ sagen, meinen sie ‘Israelis’. Und wir hatten den Eindruck, das wäre die bessere Übersetzung.

Es war keine bessere Übersetzung. Auf Arabisch bedeutet Yahudi Jude (Plural ist Yahud). Yisraili bedeutet Israeli (Plural ist Yisraileen). Punkt.

Mehrere Probleme führten hierzu.

Lyce Doucet mit Gaza-Kindern

Lyce Doucet mit Gaza-Kindern

1. Die Gaza-Kinder

Ein befreundeter Palästinenser sagte mir, die Palästinenser bezeichnen Israelis normalerweise als Yahud. Es mag aus Feindseligkeit entstanden sein, fand seinen Weg aber in den Alltagsgebrauch. Auch sagte er mir, gebildetere Palästinenser würden manchmal die Unterscheidung machen und das Wort Yisraili benutzen. Dies bietet Einblick in die Denkweise der BBC, aber trotzdem ist Doucet noch nicht aus dem Schneider.

Die Kinder, mit denen Doucet gesprochen hat, kamen entweder zur Welt, nachdem sich Israel aus Gaza zurückgezogen hatte, oder sie waren zu jung, um irgendwelche Erinnerungen an “die Besatzung” zu haben. Sie sind mit einer rein palästinensischen Erziehung und mit palästinensischen Medien aufgewachsen, welche beide die Kinder indoktrinieren, die Existenz Israels zu leugnen.

Und wenn es Israel nicht gibt, dann auch keine Israelis.

Diese interne Logik bei den Palästinensern ist für Doucet eine unbequeme Tatsache. Eine Anerkenntnis dieser Leugnung wäre ein Akt mutigen, aufrechten Journalismus, selbst wenn dies das palästinensische Opfer-Narrativ entkräftet, das den Ton für praktisch die gesamte Nahost-Berichterstattung der BBC angibt.

Leider konnte sich Doucet nicht dazu durchringen.

Statt diese tiefgreifende Leugnung durch die Palästinenser zu thematisieren, traf Doucet eine Entscheidung, die a) alles übertüncht und b) dies jedoch so schlampig macht, dass die Yisraileen wie ich und die Yahud aus Großbritannien uns fühlen, als habe die BBC unsere Intelligenz beleidigt.

BBC-News2. Die Übersetzer

Die Übersetzer aus Gaza, die die BBC nutzte, sind Teil eines komplexeren Bildes.

Westliche Medien verlassen sich auf freiberufliche palästinensische (und israelische) Autoren, Fotografen und Kameraleute (die man “freie Mitarbeiter” nennt) sowie auf die Hilfe von sogenannten “Mittelsmännern“, die den Reportern helfen, Zugang zu erhalten, das fremde Land zu befahren, Schwierigkeiten zu vermeiden und so weiter.

Die freien Mitarbeiter kennen das Gebiet, und sie zu beschäftigen ist weniger teuer als wenn man ganze Reporterteams einfliegt. Außerdem wirft es kein schlechtes Bild auf die Medien, wenn sie den Menschen vor Ort Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Das Problem entsteht, wenn das palästinensische Unterstützungsteam sein eigenes “Gepäck” zur Berichterstattung mitbringt. Bedenkt Folgendes:

  • Auslandskorrespondenten, die in Schwierigkeiten geraten, haben die Unterstützung ihrer Papiere, und in ernsten Fällen müssen sie nach Hause zurückfliegen. Dies gilt jedoch nicht für ihre palästinensischen Helfer, die unter dem Daumen der Hamas oder der Palästinenserbehörde leben, je nachdem. Dies würde erklären, warum die Selbstzensur bei palästinensischen Journalisten einer Studie aus dem Jahr 2014 zufolge so stark ausgeprägt ist.
  • Freie Mitarbeiter und Mittelsmänner wie Nidal Rafa haben unter Umständen ihre eigene politische Agenda oder sogar Verbindungen zu Terrororganisationen wie z. B. der BBC-Reporter Fayad Abu Shamala, der auch der Hamas angehört. Fares Akram (damals bei der New York Times, heute bei AP) erstaunte einst durch die Art und Weise, in welcher er seine Bewunderung Jassir Arafats zum Ausdruck brachte. Der Fotograf Fadi Arouri erfand Nachrichten zum Zwecke des Profits und der Ideologie.

Es überrascht also nicht sehr, dass die palästinensischen Übersetzer Doucet sagten, das Wort “Israeli” sei die geeignete Übersetzung für Yahud.

Und das bringt mich zu einer letzten Frage:

Nahmen sich Doucets Übersetzer noch andere Freiheiten heraus, von denen wir wissen sollten?

Bild: CC BY flickr/Steve Jurvetson, CC BY flickr/Surian Soosay, CC BY-NC-SA flickr/Lance Page/Truthout.org mit Modifikationen von HonestReporting

Die New York Times redet den UN-Menschenrechtsrat schön

3. Juli 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 28. Juni 2015

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Eine der Kritiken gegen den kürzlichen UNHRC-Bericht über den Gaza-Konflikt letzten Sommer ist, dass der UNHRC eine bewiesenermaßen voreingenommene und einseitige Bilanz gegen Israel aufweist. Die New York Times sagt:

Premierminister Benjamin Netanyahu nannte das Schriftstück “mängelbehaftet und einseitig” und sagte, der Menschenrechtsrat habe eine “einzigartige Besessenheit mit Israel”.

Aber dann fügt die Times folgende Anmerkung hinzu, um die Aussage des Premierministers zu unterminieren:

(In Wirklichkeit stehen dort auch Eritrea, Sri Lanka, Syrien und andere Länder auf der Agenda.)

Und das ist alles, was die New York Times ihren Lesern über Israel und den UNHRC verrät.

Hier ein Aspekt, den die New York Times als nicht wichtig erachtete, um ihn ihren Lesern gegenüber zu erwähnen (von UN Watch):

Genf, 25. Juni 2015 — In den neun Jahren seiner Existenz hat der UN-Menschenrechtsrat Israel öfter verurteilt als den gesamten Rest der Welt zusammengenommen…

Die Resolution in Folge des jüngsten Gaza-Berichts… wird ausschließlich Israel verurteilen und die 62. Resolution gegen Israel darstellen, seit der neue und verbesserte Rat im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde – und die Anzahl aller anderen verurteilenden UNHRC-Resolutionen für den Rest der Welt beträgt 55…

Und was ist mit den Ländern, die von der Times erwähnt wurden, um die “Ausgeglichenheit” der UN nachzuweisen?

Hier die Zahl der UNHRC-Verurteilungen gegen jene Länder:

Eritrea: 3
Sri Lanka: 3
Syrien: 15
Israel: 61

Die New York Times könnte sagen, dass sie sich nur auf die Länder bezogen hätte, die auf der UNHRC-Agenda diskutiert werden. In diesem Fall hätte sie vielleicht sagen sollen, dass Israel das einzige Land der Welt ist, das einen permanenten Punkt auf der Agenda darstellt. Jede UNHRC-Sitzung diskutiert über Israel. Jede. Kein anderes Land der Welt hat diese “Ehre”. Weder Eritrea noch Sri Lanka noch Syrien erfahren eine solche Behandlung.

Wie sieht es bei den “Dringlichkeitssitzungen” des UNHRC über spezifische Länder aus? Diese Information wäre für die Times-Leser bedeutsamer gewesen als dieser kurze Kommentar:

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Mehr als 200.000 Menschen wurden in Syrien getötet, aber der UNHRC hielt nur 4 Dringlichkeitssitzungen über Syrien ab, verglichen mit den 7 Sitzungen über Israel. Diese Fakten beweisen, dass der israelische Premierminister recht hat, wenn er sagt, der UNHRC sei von Israel “besessen”.

Filmemacher: Islamischer Staat ist näher an Israel, als viele glauben

7. Juni 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 3. Juni 2015

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Laut dem Journalisten und Dokumentationsfilmer Itai Anghel hat der Islamische Staat (IS) in nur vier Monaten Gebiete größer als Großbritannien eingenommen, ein in der Geschichte noch nie dagewesener Durchmarsch.

Und IS-Kämpfer sind näher an Israel, als viele glauben, so Anghel. “Ich rede über die Halbinsel Sinai”, sagte er. “Ein Großteil des Sinai nennt sich IS. Und Ägypten hat Angst, dort hineinzugehen.”

Anghel sprach am Dienstag vor der HonestReporting-Mission darüber, wie sich der IS formiert hat und wie er operiert. Er lernte diese Lektionen aus erster Hand, da er aus Syrien und dem Irak berichtete und gefangene IS-Kämpfer und kurdische Soldaten interviewte. Letztere sind die einzige Gruppe, welche bislang das Vorrücken der IS eindämmen konnte.

Während einem seiner Streifzüge durch Syrien letztes Jahr gab es plötzlich die Nachricht, einer seiner Kollegen, James Foley, sei vom IS gefangengenommen und enthauptet worden.
Zu der Zeit war Anghel nur ca. anderthalb Kilometer weg. Später interviewte er einen gefangenen IS-Kämpfer, der sagte, er habe absichtlich stumpfe Messer für die Enthauptungen benutzt, um den Schmerz zu vergrößern. Anghel sagte, er habe das Interview einige Minuten unterbrechen müssen, da er an die Tragödie seines Freundes Foley denken musste.

Anghel sagte, der IS habe jede Absicht, bis weit über Syrien hinaus vorzudringen – in den Libanon, nach Jordanien und Israel, auch als die Levante bekannt, um in der gesamten Region ein Kalifat zu errichten. Für Israel besteht die rote Linie laut Anghel im Fall Jordaniens vor dem IS. “Sobald Jordanien zum IS wird, wird es zu Israels Problem”, sagte er.

Gemäß Anghel kann der Aufstieg des IS auf die amerikanische Invasion des Irak und das Versagen der USA, eine funktionierende Armee als Ersatz für die US-Soldaten aufzustellen, zurückgeführt werden. Er merkte an, die Angehörigen der Baathisten-Streitkräfte Saddam Husseins seien aus der neuen Armee ausgeschlossen worden, und ihre Verärgerung – gemeinsam mit Rivalitäten zwischen den verblieben sunnitischen, schiitischen und kurdischen Streitkräften – habe zum Versagen der irakischen Armee beigetragen.

Er zeigte ein Bild der IS-Streitkräfte, wie sie eine große Zahl Araber in Zivilkleidung exekutierten. Er sagte, die Hingerichteten seien Angehörige der irakischen Armee gewesen, die zu entfliehen hofften, indem sie ihre Uniformen ablegten und sich unter die Ortsansässigen mischten.

“Als sie auf den IS trafen, rannten sie davon. Sie sagten, warum soll ich als Sunnit kämpfen, wenn alle davonrennen? Und das Unglück ist, dass sie nicht nur wegrennen, sondern dass sie all die hochentwickelten schweren Waffen zurücklassen, welche die USA ihnen gegeben hatte, damit sie die stärkste Macht in der Region darstellen. Alle diese Waffen fallen dem IS in die Hände. Und der IS ist ausgesprochen reich, da sein Eroberungsfeldzug mit voller Absicht in jener Region stattfand, in welcher es im Irak das meiste Öl gibt.”

Und was den Nahen Osten betrifft: Dieser befindet sich in einem irreversiblen Zustand der Veränderung. “Den Irak gibt es nicht mehr, Syrien gibt es nicht mehr. Niemand wird diese Territorien vollständig kontrollieren können, selbst wenn Assad durchhält”, so Anghel.

Itai Anghel ist einer der Sprecher der HonestReporting-Mission, die vom 2. bis 8. Juni in Israel stattfindet. Andere Sprecher sind z. B. Oberst i.R. Miri Eisin, die über die Herausforderungen spricht, denen Israel bald gegenüberstehen wird, dann der Jerusalem-Post-Reporter Lahav Harkov, der über die neue Knesset spricht, und Neil Lazarus, der Training für Aktivisten bietet. Zudem untersucht die Gruppe die Thematik der Beduinen im Negev und macht eine Reise durch den Gush-Etzion-Block.

Anghels Vortrag wurde in den Studios von i24 News in Tel Aviv gehalten. Die Gruppe machte eine Führung durch diesen topmodernen Sender, welcher auf Englisch, Französisch und Arabisch sendet und das öffentliche Bild von Israel in der Welt verändern will.

Rote Karte für die New York Times

5. Juni 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 28. Mai 2015

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Mit dem Arrest der ranghohen FIFA-Funktionäre in der Schweiz scheint der Korruptionsskandal nun im Rampenlicht zu stehen und das palästinensische Gesuch, Israel und seine Nationalmannschaft aus der FIFA auszuschließen, zu verdrängen.

Aber hier kommt die New York Times zur heldenhaften Rettung, damit ihre Leser ja nicht das palästinensische Gesuch vergessen! Genau rechtzeitig, um dem palästinensischen Propagandaversuch ein Doping zu verpassen, erhielt der palästinensische Fußballer Iyad Abu Gharqoud eine Meinungskolumne, um auf Israel einzutreten.

Hier seine Worte:

Unsere Spieler werden heutzutage häufig festgenommen und inhaftiert. Letztes Jahr wurden zwei unserer talentiertesten Spieler von israelischen Streitkräften an einem Checkpoint angeschossen und verwundet. Die Grenzpolizei sagte, die beiden jungen Männer seien im Begriff gewesen, eine Bombe zu werfen; in Wirklichkeit waren sie auf dem Nachhauseweg vom Training in unserem nationalen Stadion im Westjordanland. Laut The Nation wurde beiden in den Fuß geschossen, was Verletzungen hervorrief, die ihre Fußballkarriere beendeten.

Israel hat auch versucht, Spieler aus anderen Ländern vom Betreten Palästinas abzuhalten, um gegen uns zu spielen. Und beim letztjährigen Gaza-Konflikt bombardierten israelische Jets unsere Fußballfelder und Freizeitbereiche. Israels Politik war erfolgreich darin, dieses schöne Spiel hässlich zu machen.

Gharqoud führt The Nation als augenscheinlich glaubhafte Quelle für die Story mit den zwei Spielern an, aber diese Story wurde letztes Jahr von Elder of Ziyon umfassend widerlegt und entpuppte sich als Teil der endlosen antiisraelischen Propaganda.

Was die Anschuldigung betrifft, dass israelische Jets Fußballplätze und Freizeitbereiche bombardiert haben, so ist dies kaum überraschend angesichts des Umstands, dass Hamas-Terroristen Raketen von genau diesen Orten auf Israel abgeschossen haben, wie diese IDF-Grafik vom Konflikt 2012 illustriert:

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Gharqoud beklagt, dass Israel die Bewegungsfreiheit palästinensischer Fußballspieler einschränkt. Das liegt jedoch nicht daran, dass man sie etwa vom Fußballspielen abhalten wolle. Tatsächlich wurde erst letzte Woche ein Spieler am Jordan-Grenzübergang festgenommen. Warum? Wie die Times of Israel berichtet:

Eine Quelle aus der israelischen Sicherheit sagte Israel Radio, der Spieler Sameh Marawbe sei aus Sicherheitsgründen festgenommen worden. Vor sechs Monaten war er inhaftiert worden, weil er von Hamas-Vertretern in Katar Geld und Botschaften erhielt und an Hamas-Angehörige in der Stadt Qalqilya im Westjordanland weiterleiten sollte.

Gharqoud erwähnt genügend Einzelheiten, um zu beweisen, dass sein Artikel weniger über Fußball geht und mehr darüber, Israel in der New York Times wieder mal eins draufzugeben:

Fußball ist ein schönes Spiel, aber es kann auch grausam sein – und nicht nur was die Beinahetreffer und Strafstöße betrifft. Eine der Ironien in meiner Profikarriere ist, dass sie mich quälend nah an Beersheba führte, die Stadt in Südisrael, die einmal als Bir Saba bekannt war – eine arabische Gemeinschaft, die 1948 vertrieben wurde, inklusive meiner Familie.

Gharqoud geht nicht auf die israelische Kontrolle über Palästinensergebiete ein. Es geht rein um 1948 und um die Darstellung Israels als Staat, der in Sünde geboren wurde.

Und dem folgt das klassische Propagandawerkzeug der Palästinenser, sich für den Boykott des “Apartheidstaates” Israel auszusprechen:

Für unsere Forderung nach Fußball-Sanktionen gegen Israel gibt es einen wesentlichen Präzedenzfall. FIFA führte das Prinzip einer solchen Aktion vor fast 40 Jahren ein, als es Südafrika nach dem Soweto-Aufstand 1976 per Votum ausschloss. Die Diskriminierung und Verfolgung, der wir Palästinenser uns ausgesetzt sehen, erinnert an die Apartheid-Politik.

Letztlich nutzen die Palästinenser den Fußball für politische Ziele gegen Israel. Aktuell ist Fußball auf den Titelseiten der Weltmedien. Die New York Times jedoch hat sich dazu entschieden, ein Sprachrohr für palästinensische Propaganda zu sein, und sollte dafür die rote Karte gezeigt bekommen.

Dammbruch: palästinensische Lüge entlarvt

24. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Februar 2015 / Übs: YdW

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Das kürzliche stürmische Wetter in Israel und angrenzenden Gebieten hat in Gaza zu weiten Überflutungen geführt. Den Palästinensern und ihren Medienunterstützern genügt es jedoch nicht, den starken Regen dafür verantwortlich zu machen – nein, Israel muss irgendwie beschuldigt werden.

Al-Jazeera:

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme
Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Wenigstens 80 palästinensische Häuser wurden überflutet, nachdem der Wasserpegel nach der Öffnung mehrere Dämme durch israelische Behörden im Gaza-Tal (Wadi Gaza) fast drei Meter erreichte und Familien zur Evakuierung zwang…

Brigadegeneral Said Al-Saudi, Leiter der Zivilschutzbehörde in Gaza, sagte zu Al Jazeera: „Letzte Nacht öffnete Israel ohne Vorwarnung Wasserdämme, was zu schweren Schäden an Dörfern in Gaza nahe der Grenze führte. Über 40 Häuser wurden überflutet, und 80 Familien befinden sich als Folge davon derzeit in Notunterkünften.“

Er fügte hinzu, dass sich die Dammöffnung negativ auf die lokale Landwirtschaft auswirken würde, da die Überschwemmungs auch Geflügel– und Tierfarmen in Gaza in Mitleidenschaft gezogen hat.

„Wir appellieren an Menschenrechtsorganisationen und internationale Rechtsorganisationen, dass sie intervenieren, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.“

RT (Russia Today):

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Es ist nicht das erste Mal, dass israelische Behörden die Dämme zum Gaza-Tal geöffnet haben. Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne Vorwarnung die Schleusentore ihrer Dämme in Richtung Gaza, um massive Mengen überschüssigen Wassers abzulassen, das sich während schwerer Regen– oder Schneefälle in der Naqab-Region angesammelt hatte.

Maan News:

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Der Sprecher der Zivilschutzbehörde in Gaza, Muhammad al-Midana, warnte, es könne weiteres Leid geben, wenn Israel weitere Dämme in diesem Gebiet öffnen würde. Er sagte, das Wasser fließe aktuell mit hoher Geschwindigkeit von der israelischen Grenze durch das Tal ins Mittelmeer.

Natürlich hat diese Story in antiisraelischen sozialen Medien die Runde gemacht. Man kann sie jedoch leicht widerlegen, da es sich um eine schamlose Lüge handelt. Das Büro des COGAT-Sprechers (COGAT = Coordination of Government Activities in the Territories) teilte HonestReporting mit:

Die Behauptung ist völlig falsch, denn in Südisrael gibt es keinerlei Dämme. Aufgrund der jüngsten Regenfälle wurden die Wasserströme in der Region überflutet ohne jegliche Verbindung zu irgendwelchen Aktionen seitens des Staates Israel.

Vor dem Sturm genehmigte COGAT die Überführung von vier Wasserpumpen der palästinensischen Wasserbehörde von Israel nach Gaza zur Verstärkung der 13 bereits im Gazastreifen befindlichen Pumpen, um möglichen Überflutungen im Gebiet Herr zu werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser diese Lüge verbreitet haben. Zuletzt geschah dies 2013 während einer ähnlichen Schlechtwetterperiode.

UPDATE

Sogar die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat diese Lüge nachgeplappert. Xinhuas Jerusalembüro wurde informiert.

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Bild: CC BY-SA HonestReporting, Hintergrunddesign von Freepik

US-Luftangriffe auf ISIS und der Doppelstandard der Medien

10. November 2014

Jesse Lewis (Praktikant), Honest Reporting, 10. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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In den letzten Monaten hat ISIS die Aufmerksamkeit von Medien, Politikern und der breiten Öffentlichkeit erregt, da die Terrororganisation bei ihrem Bestreben, ein islamisches Kalifat zu errichten, Unschuldige köpft und ermordet. Infolge der auf Video gebannten Enthauptungen amerikanischer und britischer Journalisten durch ISIS und deren immer größer werdende Kontrolle des Irak und Syriens haben die USA mit Luftschlägen begonnen, um die Bedrohung zu eliminieren.

Nicht nur tun sich die Medien damit schwer, diese Gruppe als Terroristen zu bezeichnen, auch die US-Luftschläge weisen große Ähnlichkeit mit Israels Operation Fels in der Brandung diesen Sommer auf. Eine Untersuchung zeigt deutlich den Doppelstandard, den wir im Falle von Israel leider nur allzu oft sehen.

Trotz Obamas Einstufung der ISIS als Terrorgruppe haben sich die großen Medien wie die New York Times, die LA Times und die Washington Post dem nie angeschlossen.

Die New York Times hält an der Bezeichnung „Militante“ fest und nimmt von deutlicherer Terminologie Abstand. Die Los Angeles Times bezeichnet ISIS als „brutale Militanten des Islamischen Staats“, und der Einschub „brutal“ ist wesentlich beim Verständnis ihrer Taktiken und bei der Unterscheidung dieser Gruppe von legitimen Armeen.

Zumindest hat die Bezeichnung „Militante“ eine leicht negative Konnotation, aber am 16. September schrieb die Associated Press, ein Luftschlag habe „einen bewaffneten LKW und Kämpfer getroffen“. Der Begriff „Kämpfer“ ist nicht nur neutral, sondern manchmal sogar positiv. Sind US-Bodentruppen, die diese islamische Bedrohung eliminieren wollen, nicht ebenfalls Kämpfer? Diese Terminologie vermenschlicht die ISIS und deutet an, die Gruppe habe einen greifbaren und rationalen Grund zum Kämpfen. Sie vergleicht die Handlungen der ISIS mit dem Militär zivilisierter und fortschrittlich denkender Nationen auf der ganzen Welt.

In keinem einzigen der zahllosen ISIS-Artikel dieser großen Nachrichtenportale wird die Gruppe als „Terroristen“ beschrieben. „Militante“ und „Extremisten“ sind die häufigsten Bezeichnungen, und während diese Worte zwar negativ konnotiert sind, zögern die Medien (oder haben zuviel Angst), diese Gruppe als das zu bezeichnen, was sie ist: Terroristen. Hinsichtlich Israel gebrauchen sie gedankenlos dieselben brandstiftenden Begriffe, die sie bei ISIS verwenden. In einem Meinungsbeitrag in der New York Times sagte Ali Jarbawi Folgendes über Israels angebliche „brutale Besatzung“:

In Israel gibt es nun eine extremistische, rassistische ideologische Strömung, die nicht nur den kürzlichen Angriff auf den Gazastreifen rechtfertigt, sondern sogar zum Gebrauch erheblicher, unverhältnismäßiger Gewalt gegen Zivilisten ermutigt, was zur Auslöschung ganzer Familien geführt hat.

Ja, er nennt Israel „rassistisch“ und „extremistisch“, dieselben Begriffe, die man zur Beschreibung von ISIS und deren barbarischer Taten gebraucht. Er benutzt dieselben Worte zur Beschreibung eines zivilisierten, fortschrittlichen Landes, das seine Bürger gegen ungerechtfertigte Terrorhandlungen verteidigt, wie für eine radikale Sekte, die Ungläubige sinnlos enthauptet, Frauen und Kinder ermordet und einige der gravierendsten Menschenrechtsverletzungen auf dem gesamten Planeten begeht.

Der Doppelstandard gegen Israel ist auch im Washington-Post-Artikel vom 23. September über den Beitritt von fünf islamischen Staaten bei den Luftschlägen gegen die ISIS zu spüren. Im Artikel steht:

US-Militärführer sagten am Dienstag, das Luftbombardement Syriens sei nur der Beginn eines längeren Einsatzes, der sich stoßweise über mehrere Monate ziehen wird und schwieriger werden wird, da die Militanten in bevölkerten Gebieten Deckung suchen.

Dies ist interessanterweise die einzige Erwähnung, dass Luftschläge über bevölkerten Gebieten stattfinden.

Diesen Sommer gab es jeden einzelnen Tag haufenweise Artikel in praktisch jedem einzelnen Medium, die sich damit beschäftigten, dass Israel bevölkerte Gebiete in Gaza angriff. Es wurde geschrien, wie teuflisch das sei, und es gab enorme Kritik über den Verlust unschuldigen Lebens in Gaza.

Aber bei der US-Offensive gegen die ISIS gibt es keinen vergleichbaren Aufschrei. Zwar ist es wichtig zu wissen, dass es nur sehr wenige westliche Journalisten in den von den USA bombardierten Gebieten gibt, aber trotzdem gibt es noch Luft für weitere Berichte und mediale Aufmerksamkeit. Dieser Mangel an Aufmerksamkeit spiegelt die Tatsache, dass es praktisch keinen öffentlichen Aufschrei gibt – keine Proteste, keine Forderung zur Eliminierung des amerikanischen Staates, keine Anschuldigungen von Brutalität und Rassensäuberung – alles Dinge, denen sich Israel täglich ausgesetzt sieht. Anders als im Falle von Israel werden jedoch keine Raketen auf amerikanische Wohnhäuser abgeschossen noch gibt es Tunnel in amerikanische Vorstädte, über welche die ISIS in Bevölkerungszentren einfallen und Zivilisten ermorden könnte. Zwei Amerikaner wurden auf ausländischem Boden enthauptet – eine schreckliche Tat und womöglich ein Grund für eine militärische Antwort, aber es gibt trotzdem keinen Vergleich zwischen der möglichen Bedrohung amerikanischen Lebens und der jeden einzelnen Tag höchst greifbaren Bedrohung israelischen Lebens.

Die International Business Times berichtet, dass ein einzelner US-Luftschlag am 18. Oktober 24 Tote zur Folge hatte. Warum bricht keine Lawine von Namen und Bildern quer über sämtliche internationalen Medien herein? Dies zeigt einen Doppelstandard, wo Israel an einem unmöglich hohen Standard gemessen wird und andere, in diesem Fall die USA, nicht.

Ich sage nicht, dass die USA ihren Einsatz gegen die ISIS abbrechen soll, aber ich glaube, wären die Medien konsistenter, dann sollte der Kollateralschaden aus diesen Angriffen ebenso viel – wenn nicht sogar mehr – Aufmerksamkeit erhalten wie Israels unvermeidliche Angriffe diesen Sommer.


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