Archive for the ‘Araber’ category

Die PLO lügt noch immer über Arafats Vermächtnis

8. August 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 5. August 2015

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Jassir Arafat hätte vor kurzem seinen 86. Geburtstag gefeiert, und die PLO markierte diesen Tag mit einem Tweet, der den verblichenen Palästinenserführer im Grab rotieren lassen muss.

Dabei geht es nicht nur über die Darstellung von Arafats Vermächtnis als heldenhaftem Freiheitskämpfer statt eines blutrünstigen Terroristen (dazu komme ich später noch).

Als Gründervater des palästinensischen Nationalismus steht bei der PLO viel auf dem Spiel, wenn es ums Arafat-Narrativ geht.

Um das klarzustellen: Arafat wurde in Kairo geboren. Aber selbst feurigen Verschwörungstheoretikern, die Obamas Geburtsort in Frage stellen, fällt die Kinnlade herunter, wenn sie lesen:

Präsident Jassir Arafat wurde am 4. August geboren (Jerusalem 1929 – Paris 2004). “Ich bin ein Rebell, und meine Sache ist die Freiheit.”

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Wie wurde er also Jerusalem zugeschrieben?

Die Antwort beginnt mit einem rumänischen Geheimdienstbeamten zur Zeit der Kommunisten, Ion Mihai Pacepa. Bei einem Schuldeingeständnis im Wall Street Journal erklärte er, die Verbindung von Arafat und Jerusalem sei ein Resultat absichtlicher sowjetischer Falschinformationen gewesen.

Der KGB-Vorsitzende Juri Andropow machte sich mir gegenüber im Februar 1972 über die Leichtgläubigkeit der Yankees lustig, was prominente Persönlichkeiten betrifft. Wir hatten die stalinistischen Personenkulte hinter uns gelassen, aber diese verrückten Amerikaner waren noch immer naiv genug, nationale Führer zu verehren. Und Arafat bauten wir zu genau so einer Symbolfigur auf — Schritt für Schritt führten wir die PLO näher an die Macht und an einen Staat. Andropow glaubte, die vietnammüden Amerikaner würden in ihrer Hoffnung auf Frieden auch auf das kleinste Zeichen einer Versöhnung anspringen, und Arafat würde vom Terroristen zum Staatsmann werden.

Unmittelbar nach diesem Treffen erhielt ich die “Personalakte” des KGB über Arafat. Er war ein ägyptischer Bourgeois, der vom KGB-Auslandsgeheimdienst zu einem ergebenen Marxisten gemacht wurde. Der KGB hatte ihn an seiner Schule für Spezialoperationen in Balaschicha östlich von Moskau geschult, und Mitte der 1960er entschied man, ihn zum zukünftigen Führer der PLO aufzubauen. Erst vernichtete der KGB die offiziellen Aufzeichnungen von Arafats Geburt in Kairo, dann ersetzte er sie durch fiktive Dokumente, die sagten, er sei in Jerusalem geboren worden und sei daher ein gebürtiger Palästinenser.

Was die Beschreibung als “Freiheitskämpfer der PLO” betrifft, so ist das ein altbekanntes Spiel. Über Jahre hinweg haben Palästinenser und ihre Apologeten Arafat mit Führern der Amerikanischen Revolution verglichen, z. B. mit George Washington und Thomas Paine, oder was die jüngere Geschichte betrifft auch mit Nelson Mandela. (Marwan Barghouti, der Führer der mit der Fatah verflochtenen Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, der für fünf Morde für schuldig befunden wurde, hat den Mantel des “palästinensischen Mandela” geerbt.)

Es gibt keine Parallelen zwischen Arafat und Washington oder Mandela. Es gibt keine historischen Beweise, dass Washington absichtlich Zivilisten angriff, die England treu ergeben waren. Timothy Noah schrieb 2002 im Slate:

Im amerikanischen Freiheitskampf war ein Radikaler jemand, der Tee in den Bostoner Hafen auskippte. Im palästinensischen Freiheitskampf ist ein Radikaler jemand, der sich eine Bombe umschnallt und israelische Kinder in die Luft jagt.

Arafat war der Großvater des modernen Terror. Seine Anhänger perfektionierten die Praxis der Entführung von Flugzeugen. Seine Frau Suha bestätigte, dass die blutrünstige zweite Intifada von ihrem nobelpreistragenden Ehemann vorab geplant worden war. Und er fand stets Wege, sich von den durch ihn finanzierten, autorisierten oder einfach nur geduldeten Terroranschlägen nach außen hin distanziert zu geben.

Jassir Arafats Vermächtnis kann man in neun Buchstaben zusammenfassen: Terrorist.

Bild: Public-Domain-Bilder von Jassir Arafat und Emanuel Gottlieb Leutzes Gemälde “Washington überquert den Delaware” via Wikimedia Commons, vermischt durch HonestReporting

BBC Panorama entgleist

26. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 22. Juli 2015

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Hätte Israel entschieden, Jerusalems Straßenbahn solle die palästinensischen Bürger diskriminieren, indem sie ihre Stadtviertel vermeidet, so hätten die BBC und viele andere sofort die Schwerter ausgepackt. In Wirklichkeit bedient die Straßenbahn alle Einwohner Jerusalems, egal ob Juden, Christen oder Moslems.

Aber das hat die BBC nicht davon abgehalten, die Straßenbahn als Mittel zu missbrauchen, um die Palästinenser Jerusalems als die Opfer eines finsteren Plans darzustellen, die Stadt auf ihre Kosten zu “judaisieren”. Das Thema der BBC hierzu? Der Ausbau von Jerusalems Transportnetzwerk.

BBC Panorama, das wichtigste Format des Senders zum Thema Zeitgeschehen, strahlte am 20. Juli den Beitrag “The Train That Divides Jerusalem” aus. Es ist ein voreingenommener und einseitiger Blick auf Jerusalem.

Hier der YouTube-Link (allerdings ist er in diesem Fall wohl nur innerhalb Großbritanniens erreichbar)

‘ALS JUDE’ SPRECHEND

Der Filmemacher Adam Wishart stellt zu Beginn des Beitrags deutlich klar, dass er ein britischer Jude ist, der vor ca. 30 Jahren an einer zionistischen Lehrreise durch Israel teilgenommen hat, so als ob ihm seine Identität irgendeine spezielle Autorität über die Thematik des Beitrags verleihen würde. Im Beitrag selbst wird dann deutlich, dass Wishart weder für die britischen Juden spricht noch irgendwelche besonderen Kenntnisse über Jerusalem besitzt.

Das Eröffnungssegment vermittelt einen guten Eindruck darüber, worauf Wishart abzielt. Vermischt mit Filmclips palästinensischer Beschwerdeführer trägt er vor:

Jerusalem, eine alte Stadt mit nagelneuer Straßenbahn. Sie hätte dabei helfen sollen, die Stadt zu einen, aber sie führt zu weiterer Spaltung … Jetzt ist es für Juden leichter, in palästinensische Vorstädte zu fahren … Aber die Palästinenser hätten lieber, dass sie fortbleiben.

Dies zeichnet den Rahmen, durch welchen Wishart Jerusalem betrachtet — eine Stadt, die entlang ethnischer Linien getrennt sein sollte. Wenn es ihn so beschäftigt, dass Juden mit der Straßenbahn leichter in “palästinensische Vorstädte” kommen, hat er dann auch die Tatsache erwogen, dass die Straßenbahn es umgekehrt auch palästinensischen Bewohnern Jerusalems erleichtert, zu Krankenhäusern, Einkaufszentren, Cafés, Kinos usw. zu gelangen?

AL-AQSA BEDROHT?

Schon bald wird klar, dass die Straßenbahn Wisharts Werkzeug ist, um gründlich auf dem Thema “geteilte Stadt” herumzureiten. Aber das ist keine Trennung von Gleichen. In Wisharts Augen sind Palästinenser die Opfer von israelischen Juden. Als werden die muslimischen heiligen Stätten auf dem Tempelberg von einigen Juden bedroht, “die den Tempel auf dem Berg, den sie Tempelberg nennen, komplett neu errichten wollen, obwohl dort schon muslimische heilige Bauwerke stehen.”

Wishart interviewt Rivka Shimon, die eindeutig diese Haltung vertritt. Was er jedoch verschweigt: Shimon ist eine prominente Aktivistin des Women’s Forum for the Temple, einer von diversen kleinen jüdisch-nationalistischen Organisationen, die sich mit dem Status des Tempelbergs beschäftigen.

Diese Gruppen werden nicht nur als extremistisch betrachtet, sondern Wishart verschweigt ebenfalls, dass das wahre Thema, das in letzter Zeit diskutiert wurde, nicht der Neubau des Tempels ist, sondern der Zugang von Juden zum Tempelberg und ihr dortiges Gebetsrecht. Wie bei BBC-Berichten über Israel üblich, wurden auch hier wichtige Zusammenhänge einfach weggelassen. Muslimische heilige Stätten werden von Juden nicht bedroht, aber Wishart erwähnt erst kurz am Ende dieses Segments, dass es die explizite Politik der israelischen Regierung ist, dass Juden am Tempelberg nicht beten dürfen.

Als Wishart erzählt, wie Besucher der Tempel-Bewegung im November 2014 von Palästinensern auf dem Tempelberg angegriffen worden waren, sagt er:

Die Polizei betrat deshalb die Al-Aqsa-Moschee. Das mochten nur wenige Meter gewesen sein, aber für viele Muslime war dies das Überschreiten einer heiligen Linie.

Wishart schenkt dem Mythos Glauben, Israel habe die Moschee während des Palästinenseraufstands entweiht. Wer entweihte denn wirklich eine heilige Stätte? Wie HonestReporting anhand einiger akkurater Medienberichte damals schrieb, schossen die palästinensischen Aufständischen Feuerwerk aus dem Inneren der Moschee auf die Polizei, während sie sich hinter Möbeln verbarrikadiert hatten. Beim Versuch, die Türen der Moschee zu schließen, waren die Polizisten gezwungen, ein paar Schritte ins Gebäude hineinzugehen.

Aber warum sollten die Zusammenhänge die BBC kümmern, wenn sie Israelis als Aggressoren hinstellen kann — oder in diesem Fall als Schänder von muslimischen heiligen Stätten?

Später sagt Wishart:

Als ich vor 31 Jahren hier war, waren selbst meine heißblütigsten zionistischen Freunde nicht darauf aus, schnellstens an diesem Ort einen Tempel zu bauen. Jetzt nimmt die Idee Fahrt auf und erhält sogar Unterstützung vom Mainstream. Selbst ein Mitglied des neuen Regierungskabinetts unterstützt diese Idee. Mir kommt der Gedanke, dass dies sicherlich der letzte Widerstand der Palästinenser wäre, wenn einige Juden diese Idee noch weitertreiben.

Zwar existiert die Sehnsucht nach einem dritten Tempel, aber niemand “ist darauf aus, schnellstens an diesem Ort einen Tempel zu bauen”. Wishart hat eine sensationsheischende Hypothese aufgestellt, um das Bild von den extremistischen Israelis zu festigen.

Adam Wishart in der Jerusalemer Straßenbahn (Screenshot: BBC Panorama)

Adam Wishart in der Jerusalemer Straßenbahn (Screenshot: BBC Panorama)

EIN FIASKO DES KONTEXT

Der Mangel an Kontext erstreckt sich auch auf die Geschichte Jerusalems. Ohne Erwähnung, wie Israel die Herrschaft über ein wiedervereinigtes Jerusalem als Resultat des Sechstagskrieges erlangte, sagt Wishart einfach, Israel habe “1967 die Ostteile Jerusalems besetzt“. Er ergänzt: “Die hier lebenden Palästinenser bleiben wütend, dass sie sich unter israelischer Kontrolle befinden. Und die Straßenbahn fügt noch weiteres Leid hinzu.

Was Wishart seinen Zuschauern verschweigt, sind die Vorteile, die die palästinensischen Einwohner Jerusalems durch die israelische Souveränität haben, z. B. dieselbe nationale Versicherung und Gesundheitsversorgung, die alle Israelis genießen, und das Recht, in Israel zu leben und zu arbeiten. Diese Palästinenser haben auch die Möglichkeit, die israelische Staatsangehörigkeit anzunehmen. Und wo Wishart eine zwischen Juden und Arabern geteilte Stadt sieht, ist die Realität, dass Araber überall in der Stadt Wohnungen und Gebäude mieten oder kaufen können.

Für Wishart besteht jedoch eine Invasion von Juden in vorrangig arabische Bereiche, und das sieht er als problematisch. Nach dem Interview mit Rivka Shimon redet Wishart ausführlich mit Aryeh King, ebenfalls ein Vertreter von Ansichten, die nicht dem israelischen Mainstream entsprechen. Tatsächlich war King, ehemals ein Mitglied des Jerusalemer Stadtrats, im September 2014 von Bürgermeister Nir Barkat gefeuert worden, als er Barkats Plänen widerstanden hatte, Häuser für palästinensische Bewohner Ostjerusalems zu bauen.

Es mag im Fernsehen interessanter aussehen, wenn BBC und Co. Israelis interviewen, die politisch oder religiös extreme Ansichten vertreten, aber es ist nicht repräsentativ für den israelischen Mainstream.

EINE ‘ILLEGALE SIEDLUNG’

Wishart sagt:

Ich frage mich, was der Zweck der Straßenbahn ist. Bietet ihre Endstation einen Hinweis? Sie verläuft im Norden durch die palästinensischen Viertel und schlängelt sich um das Flüchtlingslager. Was so kontrovers ist, ist die Endstation: eine israelische Siedlung — 1.000 Morgen Land, von Israel genommen, um eine schöne Vorstadt zu bauen. Wie alle Siedlungen in besetztem Gebiet betrachtet die internationale Gemeinschaft sie als illegal.

Ganz offensichtlich wäre kein BBC-Kommentar über Israel komplett ohne eine Erwähnung der “illegalen Siedlungen”. Wo ist diese Siedlung, die Wishart so kontrovers findet? Es ist Pisgat Ze’ev, eine nördliche Vorstadt von Jerusalem, und zwar innerhalb der Stadtgrenzen.

Haaretz schrieb 2012:

Das Nordjerusalemer Viertel Pisgat Ze’ev wurde hauptsächlich auf Land erbaut, das jüdischen Holocaustopfern gehörte. Dies wurde kürzlich von der Company for Location and Restitution of Holocaust Victims’ Assets gemacht, die 2007 von der israelischen Regierung eingesetzt wurde, um Besitztümer von Holocaustopfern in Israel aufzuspüren und sie ihren rechtmäßigen Erben zuzuführen.

Das Land, heute achtstellige Schekel-Summen wert, wurde vor dem 2. Weltkrieg von europäischen Juden erworben — hauptsächlich aus Lettland und Estland, aber auch aus Rumänien und Belgien. Nur wenige überlebten den Krieg, und die meisten haben keine lebenden Erben.

Tatsächlich ziehen immer größere Zahlen von Arabern in die jüdischen Viertel Jerusalems wie z. B. Pisgat Ze’ev, das Wishart als Siedlung betrachtet. Aber Nuancierung war noch nie BBC-Politik, wenn es um jüdische Gemeinden jenseits der sogenannten Grünen Linie geht, da BBC-Journalisten nicht zwischen Jerusalemer Vierteln, etablierten Siedlungsblocks wie Gush Etzion und isolierten und manchmal illegal errichteten Außenposten tief in den umstrittenen Territorien unterscheiden. Für die BBC ist das alles dasselbe.

Wishart beendet seinen Beitrag mit einer letzten Botschaft an Israel, die er “als Jude” formuliert:

Meine Reise brach mir das Herz. Als sich meine Großeltern für den Staat Israel einsetzten, hofften sie auf einen Ort der Zuflucht, der Toleranz, der Gleichberechtigung für alle. Während ich den letzten Zug zurück nehme, kann ich nicht glauben, dass es sich hier um jenen Ort handelt, von dem sie vor so vielen Jahren träumten.

Und das beschließt Wisharts Reise — eine, wo die Enttäuschungen und Herzensbrüche nur gegen Israelis und Juden gemünzt sind, die er als die einzige Seite betrachtet, die irgendwelche Verantwortung für Ereignisse und Umstände trägt.

Wishart hat ein Bild von Jerusalem gezeichnet, das die Bewohner von Israels Hauptstadt schwierig mit ihrem Alltagsleben vereinbar finden werden, denn in ihrem Alltag gibt es keine ständige Anspannung und Gewalt. Dass er Jerusalems Straßenbahn als Symbol und Ursache der Spannungen bzw. Schwierigkeiten in Jerusalem sieht, beweist nur, wie weit Wishart und die BBC geistig entgleist sind.

Bild: CC BY-SA StateofIsrael via flickr mit Modifikationen von HonestReporting

Israels Existenz geht in der BBC-Übersetzung verloren

15. Juli 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 9. Juli 2015

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Die BBC und ihre Übersetzer machen mich immer wieder sprachlos.

Die Doku namens “Children of the Gaza War” wurde kritisiert, weil Reporterin Lyse Doucet und die Übersetzer, welche die BBC nutzte, eine schlechte Ermessensentscheidung trafen. Immer wenn palästinensische Kinder das arabische Wort Yahud nutzen, also Jude, übersetzten sie es als “Israeli”.

Der Jewish Chronicle erläutert:

Die Chefauslandskorrespondentin der BBC sagte, die Übersetzer aus Gaza hätten ihr gesagt, die befragten palästinensischen Kinder meinten mit “die Juden” in Wirklichkeit Israelis.

Eines der Gaza-Kinder sagte, die “Yahud” würden Palästinenser massakrieren. Im Untertitel steht jedoch: “Israel massakriert uns.”

Die in Kanada geborene Frau Doucet sagte: “Wir sprachen mit den Menschen in Gaza, wir sprachen mit den Übersetzern. Wenn [die Kinder] ‘Juden’ sagen, meinen sie ‘Israelis’. Und wir hatten den Eindruck, das wäre die bessere Übersetzung.

Es war keine bessere Übersetzung. Auf Arabisch bedeutet Yahudi Jude (Plural ist Yahud). Yisraili bedeutet Israeli (Plural ist Yisraileen). Punkt.

Mehrere Probleme führten hierzu.

Lyce Doucet mit Gaza-Kindern

Lyce Doucet mit Gaza-Kindern

1. Die Gaza-Kinder

Ein befreundeter Palästinenser sagte mir, die Palästinenser bezeichnen Israelis normalerweise als Yahud. Es mag aus Feindseligkeit entstanden sein, fand seinen Weg aber in den Alltagsgebrauch. Auch sagte er mir, gebildetere Palästinenser würden manchmal die Unterscheidung machen und das Wort Yisraili benutzen. Dies bietet Einblick in die Denkweise der BBC, aber trotzdem ist Doucet noch nicht aus dem Schneider.

Die Kinder, mit denen Doucet gesprochen hat, kamen entweder zur Welt, nachdem sich Israel aus Gaza zurückgezogen hatte, oder sie waren zu jung, um irgendwelche Erinnerungen an “die Besatzung” zu haben. Sie sind mit einer rein palästinensischen Erziehung und mit palästinensischen Medien aufgewachsen, welche beide die Kinder indoktrinieren, die Existenz Israels zu leugnen.

Und wenn es Israel nicht gibt, dann auch keine Israelis.

Diese interne Logik bei den Palästinensern ist für Doucet eine unbequeme Tatsache. Eine Anerkenntnis dieser Leugnung wäre ein Akt mutigen, aufrechten Journalismus, selbst wenn dies das palästinensische Opfer-Narrativ entkräftet, das den Ton für praktisch die gesamte Nahost-Berichterstattung der BBC angibt.

Leider konnte sich Doucet nicht dazu durchringen.

Statt diese tiefgreifende Leugnung durch die Palästinenser zu thematisieren, traf Doucet eine Entscheidung, die a) alles übertüncht und b) dies jedoch so schlampig macht, dass die Yisraileen wie ich und die Yahud aus Großbritannien uns fühlen, als habe die BBC unsere Intelligenz beleidigt.

BBC-News2. Die Übersetzer

Die Übersetzer aus Gaza, die die BBC nutzte, sind Teil eines komplexeren Bildes.

Westliche Medien verlassen sich auf freiberufliche palästinensische (und israelische) Autoren, Fotografen und Kameraleute (die man “freie Mitarbeiter” nennt) sowie auf die Hilfe von sogenannten “Mittelsmännern“, die den Reportern helfen, Zugang zu erhalten, das fremde Land zu befahren, Schwierigkeiten zu vermeiden und so weiter.

Die freien Mitarbeiter kennen das Gebiet, und sie zu beschäftigen ist weniger teuer als wenn man ganze Reporterteams einfliegt. Außerdem wirft es kein schlechtes Bild auf die Medien, wenn sie den Menschen vor Ort Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Das Problem entsteht, wenn das palästinensische Unterstützungsteam sein eigenes “Gepäck” zur Berichterstattung mitbringt. Bedenkt Folgendes:

  • Auslandskorrespondenten, die in Schwierigkeiten geraten, haben die Unterstützung ihrer Papiere, und in ernsten Fällen müssen sie nach Hause zurückfliegen. Dies gilt jedoch nicht für ihre palästinensischen Helfer, die unter dem Daumen der Hamas oder der Palästinenserbehörde leben, je nachdem. Dies würde erklären, warum die Selbstzensur bei palästinensischen Journalisten einer Studie aus dem Jahr 2014 zufolge so stark ausgeprägt ist.
  • Freie Mitarbeiter und Mittelsmänner wie Nidal Rafa haben unter Umständen ihre eigene politische Agenda oder sogar Verbindungen zu Terrororganisationen wie z. B. der BBC-Reporter Fayad Abu Shamala, der auch der Hamas angehört. Fares Akram (damals bei der New York Times, heute bei AP) erstaunte einst durch die Art und Weise, in welcher er seine Bewunderung Jassir Arafats zum Ausdruck brachte. Der Fotograf Fadi Arouri erfand Nachrichten zum Zwecke des Profits und der Ideologie.

Es überrascht also nicht sehr, dass die palästinensischen Übersetzer Doucet sagten, das Wort “Israeli” sei die geeignete Übersetzung für Yahud.

Und das bringt mich zu einer letzten Frage:

Nahmen sich Doucets Übersetzer noch andere Freiheiten heraus, von denen wir wissen sollten?

Bild: CC BY flickr/Steve Jurvetson, CC BY flickr/Surian Soosay, CC BY-NC-SA flickr/Lance Page/Truthout.org mit Modifikationen von HonestReporting

Rote Karte für die New York Times

5. Juni 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 28. Mai 2015

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Mit dem Arrest der ranghohen FIFA-Funktionäre in der Schweiz scheint der Korruptionsskandal nun im Rampenlicht zu stehen und das palästinensische Gesuch, Israel und seine Nationalmannschaft aus der FIFA auszuschließen, zu verdrängen.

Aber hier kommt die New York Times zur heldenhaften Rettung, damit ihre Leser ja nicht das palästinensische Gesuch vergessen! Genau rechtzeitig, um dem palästinensischen Propagandaversuch ein Doping zu verpassen, erhielt der palästinensische Fußballer Iyad Abu Gharqoud eine Meinungskolumne, um auf Israel einzutreten.

Hier seine Worte:

Unsere Spieler werden heutzutage häufig festgenommen und inhaftiert. Letztes Jahr wurden zwei unserer talentiertesten Spieler von israelischen Streitkräften an einem Checkpoint angeschossen und verwundet. Die Grenzpolizei sagte, die beiden jungen Männer seien im Begriff gewesen, eine Bombe zu werfen; in Wirklichkeit waren sie auf dem Nachhauseweg vom Training in unserem nationalen Stadion im Westjordanland. Laut The Nation wurde beiden in den Fuß geschossen, was Verletzungen hervorrief, die ihre Fußballkarriere beendeten.

Israel hat auch versucht, Spieler aus anderen Ländern vom Betreten Palästinas abzuhalten, um gegen uns zu spielen. Und beim letztjährigen Gaza-Konflikt bombardierten israelische Jets unsere Fußballfelder und Freizeitbereiche. Israels Politik war erfolgreich darin, dieses schöne Spiel hässlich zu machen.

Gharqoud führt The Nation als augenscheinlich glaubhafte Quelle für die Story mit den zwei Spielern an, aber diese Story wurde letztes Jahr von Elder of Ziyon umfassend widerlegt und entpuppte sich als Teil der endlosen antiisraelischen Propaganda.

Was die Anschuldigung betrifft, dass israelische Jets Fußballplätze und Freizeitbereiche bombardiert haben, so ist dies kaum überraschend angesichts des Umstands, dass Hamas-Terroristen Raketen von genau diesen Orten auf Israel abgeschossen haben, wie diese IDF-Grafik vom Konflikt 2012 illustriert:

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Gharqoud beklagt, dass Israel die Bewegungsfreiheit palästinensischer Fußballspieler einschränkt. Das liegt jedoch nicht daran, dass man sie etwa vom Fußballspielen abhalten wolle. Tatsächlich wurde erst letzte Woche ein Spieler am Jordan-Grenzübergang festgenommen. Warum? Wie die Times of Israel berichtet:

Eine Quelle aus der israelischen Sicherheit sagte Israel Radio, der Spieler Sameh Marawbe sei aus Sicherheitsgründen festgenommen worden. Vor sechs Monaten war er inhaftiert worden, weil er von Hamas-Vertretern in Katar Geld und Botschaften erhielt und an Hamas-Angehörige in der Stadt Qalqilya im Westjordanland weiterleiten sollte.

Gharqoud erwähnt genügend Einzelheiten, um zu beweisen, dass sein Artikel weniger über Fußball geht und mehr darüber, Israel in der New York Times wieder mal eins draufzugeben:

Fußball ist ein schönes Spiel, aber es kann auch grausam sein – und nicht nur was die Beinahetreffer und Strafstöße betrifft. Eine der Ironien in meiner Profikarriere ist, dass sie mich quälend nah an Beersheba führte, die Stadt in Südisrael, die einmal als Bir Saba bekannt war – eine arabische Gemeinschaft, die 1948 vertrieben wurde, inklusive meiner Familie.

Gharqoud geht nicht auf die israelische Kontrolle über Palästinensergebiete ein. Es geht rein um 1948 und um die Darstellung Israels als Staat, der in Sünde geboren wurde.

Und dem folgt das klassische Propagandawerkzeug der Palästinenser, sich für den Boykott des “Apartheidstaates” Israel auszusprechen:

Für unsere Forderung nach Fußball-Sanktionen gegen Israel gibt es einen wesentlichen Präzedenzfall. FIFA führte das Prinzip einer solchen Aktion vor fast 40 Jahren ein, als es Südafrika nach dem Soweto-Aufstand 1976 per Votum ausschloss. Die Diskriminierung und Verfolgung, der wir Palästinenser uns ausgesetzt sehen, erinnert an die Apartheid-Politik.

Letztlich nutzen die Palästinenser den Fußball für politische Ziele gegen Israel. Aktuell ist Fußball auf den Titelseiten der Weltmedien. Die New York Times jedoch hat sich dazu entschieden, ein Sprachrohr für palästinensische Propaganda zu sein, und sollte dafür die rote Karte gezeigt bekommen.

Keine palästinensischen Wahlen? Delegitimieren wir die israelische Demokratie!

27. März 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 19. März 2015

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Ein besonders übler Kommentar der britischen Palästinenserin Yara Hawari trifft im Independent die folgende Behauptung über die Wahlen in Israel:

Tatsächlich haben fast 4,5 Millionen Palästinenser in Gaza und Westjordanland kein Mitspracherecht darin, welche israelische Partei jeden Aspekt ihres Lebens bestimmen wird.

Aber warum sollten sie bei einer israelischen Wahl stimmen dürfen? Das wäre nur möglich, wenn es eine Einstaatenlösung gäbe, und dann würden die erwähnten 4,5 Millionen Palästinenser Israel einfach als jüdischen Staat in die Nichtexistenz wählen.

Und was ist mit Israels arabischen Bürgern, die zur Wahl gekommen sind?

Obwohl sie die Staatsbürgerschaft besitzen, ist diese nominell, und eine ganze Batterie aus israelischen Gesetzen wurde geschaffen, um sie zu diskriminieren. Ihre Situation ist diejenige eines intern kolonisierten Volkes, und die Art von Besatzung, der sie ausgesetzt sind, ist zwar subtil, aber sehr real.

Hawari verlinkt die radikale Adalah-Organisation, die eine Datenbank von „50 diskriminierenden Gesetzen“ unterhält. NGO Monitor sagt: „Entgegen Adalahs fortgesetzten Versuchen, Israel als antidemokratisch und rassistisch hinzustellen, einschließlich häufiger Veranstaltungen bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Plattformen, haben viele der angeführten Gesetze nichts mit israelischen Arabern zu tun und können auch nicht als ‘diskriminierend’ beschrieben werden.“

Vielleicht sollte Hawari ihre Aufmerksamkeit der wahren Problematik widmen, der die Palästinenser in Gaza und Westjordanland gegenüberstehen. Evelyn Gordon erklärt im Commentary-Magazin:

Ein erfahrener palästinensischer Journalist aus Ramallah fasste die vorherrschende Meinung prägnant zusammen. „Wir sagen all diese schlimmen Sachen über Israel, aber die Leute dort haben wenigstens das Recht zu wählen, und sie haben eine Demokratie“, sagte er dem Jerusalem-Post-Reporter Khaled Abu Toameh vor der Wahl. „Wir beneiden die Israelis. Unsere Führer wollen keine Wahlen. Sie wollen für immer im Amt bleiben.“

Ghanem Nuseibeh, ein Palästinenser aus Ostjerusalem, der heute in Großbritannien lebt, veröffentlichte am Wahltag eine Reihe erhellender Tweets, u. a.: „Über eine Million Araber nehmen heute an den demokratischsten Wahlen im Nahen Osten teil“; „Die Araber in Israel sind die einzige Gruppe von Arabern im Nahen Osten, die echte Demokratie praktiziert“; und „Israel ist sicher wegen dem, was es heute tut, und nicht weil es Bibi oder Buji wählen wird“. Er unterstützte Isaac Herzog („Buji“) und lehnte Benjamin Netanyahu ab, aber nachdem sein Kandidat verloren hatte, tweetete er trotzdem: „Israel ist die weltweit lebendigste Demokratie“… „Hätte ein arabisches Land dasselbe breite Spektrum politischer Parteien wie Israel, gäbe es dort Bürgerkriege von nie zuvor dagewesenem Ausmaß.“

Nur für den Fall, dass Hawari nicht deutlich genug herausgestrichen hat, wie sehr sie Israel hasst, deutet sie an, Israel habe kein Existenzrecht, da ein „kolonialer Staat“, wo nur Nichtjuden Eingeborene sein können, keine Legitimität besitzt:

Ein Staat, der mittels einer jahrzehntealten illegalen Besatzung Kontrolle über ein Volk ausübt, ist keine Demokratie. Ebenso ist auch ein Staat, der sich nur für Juden offen erklärt und der die Rechte der eingeborenen nichtjüdischen Völker ignoriert, keine Demokratie.

Israel gehört nicht allen seinen Bürgern und denjenigen in seiner Kontrolle. Es ist ein ethnokratischer, kolonialer Siedlerstaat, der das internationale Gesetz täglich missachtet, indem er die Palästinenser in unterschiedlichem Besatzungsausmaß unterdrückt.

Dieser Meinungskommentar wurde vor der Wahl veröffentlicht, was beweist, dass sich der Independent durch die Veröffentlichung weniger um den Wahlausgang kümmert (den er eindeutig nicht mag), sondern mehr an einer Attacke auf die einzige echte Demokratie im Nahen Osten interessiert ist, ganz egal wie sehr Yara Hawari das Gegenteil behauptet.

Dammbruch: palästinensische Lüge entlarvt

24. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Februar 2015 / Übs: YdW

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Das kürzliche stürmische Wetter in Israel und angrenzenden Gebieten hat in Gaza zu weiten Überflutungen geführt. Den Palästinensern und ihren Medienunterstützern genügt es jedoch nicht, den starken Regen dafür verantwortlich zu machen – nein, Israel muss irgendwie beschuldigt werden.

Al-Jazeera:

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme
Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Wenigstens 80 palästinensische Häuser wurden überflutet, nachdem der Wasserpegel nach der Öffnung mehrere Dämme durch israelische Behörden im Gaza-Tal (Wadi Gaza) fast drei Meter erreichte und Familien zur Evakuierung zwang…

Brigadegeneral Said Al-Saudi, Leiter der Zivilschutzbehörde in Gaza, sagte zu Al Jazeera: „Letzte Nacht öffnete Israel ohne Vorwarnung Wasserdämme, was zu schweren Schäden an Dörfern in Gaza nahe der Grenze führte. Über 40 Häuser wurden überflutet, und 80 Familien befinden sich als Folge davon derzeit in Notunterkünften.“

Er fügte hinzu, dass sich die Dammöffnung negativ auf die lokale Landwirtschaft auswirken würde, da die Überschwemmungs auch Geflügel– und Tierfarmen in Gaza in Mitleidenschaft gezogen hat.

„Wir appellieren an Menschenrechtsorganisationen und internationale Rechtsorganisationen, dass sie intervenieren, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.“

RT (Russia Today):

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Es ist nicht das erste Mal, dass israelische Behörden die Dämme zum Gaza-Tal geöffnet haben. Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne Vorwarnung die Schleusentore ihrer Dämme in Richtung Gaza, um massive Mengen überschüssigen Wassers abzulassen, das sich während schwerer Regen– oder Schneefälle in der Naqab-Region angesammelt hatte.

Maan News:

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Der Sprecher der Zivilschutzbehörde in Gaza, Muhammad al-Midana, warnte, es könne weiteres Leid geben, wenn Israel weitere Dämme in diesem Gebiet öffnen würde. Er sagte, das Wasser fließe aktuell mit hoher Geschwindigkeit von der israelischen Grenze durch das Tal ins Mittelmeer.

Natürlich hat diese Story in antiisraelischen sozialen Medien die Runde gemacht. Man kann sie jedoch leicht widerlegen, da es sich um eine schamlose Lüge handelt. Das Büro des COGAT-Sprechers (COGAT = Coordination of Government Activities in the Territories) teilte HonestReporting mit:

Die Behauptung ist völlig falsch, denn in Südisrael gibt es keinerlei Dämme. Aufgrund der jüngsten Regenfälle wurden die Wasserströme in der Region überflutet ohne jegliche Verbindung zu irgendwelchen Aktionen seitens des Staates Israel.

Vor dem Sturm genehmigte COGAT die Überführung von vier Wasserpumpen der palästinensischen Wasserbehörde von Israel nach Gaza zur Verstärkung der 13 bereits im Gazastreifen befindlichen Pumpen, um möglichen Überflutungen im Gebiet Herr zu werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser diese Lüge verbreitet haben. Zuletzt geschah dies 2013 während einer ähnlichen Schlechtwetterperiode.

UPDATE

Sogar die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat diese Lüge nachgeplappert. Xinhuas Jerusalembüro wurde informiert.

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Bild: CC BY-SA HonestReporting, Hintergrunddesign von Freepik

Die verzerrten Holocaust-Lektionen des Guardian

2. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 27. Januar 2015 / Übs: YdW

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Zeitgleich zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust veröffentlichte der Guardian ein Editorial, das einen Einblick in dessen spezielle Ideologie gewährt.

In Bezug auf Holocaust-Überlebende:

Sie sprechen jetzt, da sie bald nicht mehr sprechen können werden. Auch sprechen sie zu einem Europa, in welchem sich Minderheiten aufs Neue bedroht fühlen: Jüdische Gemeinschaften sind von einer neuen Verunsicherung ergriffen, muslimische Gemeinschaften spüren den langsamen Anstieg von Feindseligkeiten im Fahrwasser von Dschihadisten-Gewalttaten wie dem Massaker bei Charlie Hebdo. Natürlich ist die geringe Beimischung rechtsradikaler Parteien von Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) in Griechenland bis hin zu Swoboda (Freiheit) in der Ukraine weit von einem Wiederaufleben des Faschismus entfernt. Wir sind nicht auf dem Weg zu einem neuen Auschwitz. Aber das liegt zum Teil daran, dass wir uns an das erinnern, was damals geschehen ist.

Nur europäische Synagogen mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Nur jüdische Gemeindegebäude, Schulen und Kindergärten benötigen scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Moscheen blieben offen, und abgesehen von einigen kleineren Fällen der Beschädigung von Eigentum sind es nicht Muslime, die auf europäischem Boden ermordet wurden.

Aber der Guardian behandelt sowohl Juden als auch Muslime als Opfer in einer unangebrachten moralischen Gleichschaltung.

Und was ist mit der „geringen Beimischung rechtsradikaler Parteien“? Der Guardian erkennt nicht, dass es nicht die Bedrohung durch Neonazis oder Faschisten ist, die die größte Gefahr für jüdische Gemeinschaften in Europa darstellt, sondern die Konvergenz aus Linksradikalen und islamistischen Extremisten, die ihren Judenhass in exakt jene Sprache des Antizionismus kleiden, welcher der Guardian bereitwillig eine Plattform bietet.

Als wolle das Editorial diesen Punkt unterstreichen, heißt es dort:

Israel selbst, das erst spät zu seiner Abrechnung mit den damaligen Geschehnissen in Europa gefunden hat, wurde manchmal von Menschen geführt, die seine Verletzlichkeit auszunutzen gewillt waren, aber das bedeutet nicht, dass diese Verletzlichkeit nicht tief empfunden würde: Ein Volk, das sich beinahe der Ausrottung ausgesetzt sah, kann nicht dafür getadelt werden, wenn es sein Schicksal nie wieder in fremde Hände legen möchte. Die Araber hingegen können nicht für ihr Gefühl getadelt werden, dass die europäische Blutschuld an den Juden mit dem bezahlt wurde, was sie als ihr Territorium betrachten.

Also folgert der Guardian, israelische Führer hätten zuweilen den Holocaust missbraucht und ausgenutzt, um die Handlungen Israels zu entschuldigen. Dann entschuldigt der Guardian die Weigerung der Araber, die Rechtmäßigkeit eines jüdischen Staates im Nahen Osten anzuerkennen, indem er sagt, die Schaffung des modernen Staats Israel sei ein Resultat europäischer Schuld aufgrund des Holocausts und nicht die unausweichliche Selbstbestimmung eines eingeborenen Volkes in seinem Heimatland.

Trotz all der Lippenbekenntnisse zu jüdischem Leid kann der Guardian sein antiisraelisches Dogma und seine Rolle bei der Förderung ebenjenes Zustands der Verletzlichkeit, dem sich Juden in Europa heute ausgesetzt sehen, nicht verbergen.

Und just in dieser Woche schreibt der preisgekrönte Autor Howard Jacobson im Independent über die Art und Weise, wie die „Aber-Brigade“ zugibt, etwas könnte eine Gräueltat darstellen, gefolgt vom Wort „aber“ und dann einer Einschränkung, die ihnen gerade in den Sinn kommt. Und genau das tat der Guardian – der Holocaust war eine Gräueltat, „aber“ Israels Handlungen und Rechtmäßigkeit sollten trotzdem in Frage gestellt werden.


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