Archive for the ‘Araber’ category

New-York-Times-Korrespondentin (erneut) von Redaktion korrigiert

1. Februar 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 26. Januar 2016

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Diaa Hadid, Korrespondentin der New York Times, begann ihren Artikel über die Zwangsräumung von Palästinenserwohnungen in Jerusalems Altstadt mit einigen bewegenden Zeilen:

Nazira Maswadis neuer Vermieter versucht sie mit der Behauptung loszuwerden, ihr Noch-Ehemann Tawfiq, der ursprüngliche Mieter, sei verstorben. “Er ist nicht tot”, insistiert sie. “Er hat 10 Kinder mit mir. Wäre er tot, müssten sie ihn begraben.”

So beunruhigend die Behauptung auch ist, sie wird durch die Fakten nicht gestützt. Ausgelöst durch eine Untersuchung durch die Organisation CAMERA erklärt eine Redaktionsnotiz der Times vom 26. Januar, dass Gerichtsdokumente zeigen, dass sie wegen Nichtzahlung der Miete vor die Tür gesetzt wurde. Nicht ganz so emotional oder Sympathie erzeugend.

Die Anerkenntnis des wahren Grundes für die Zwangsräumung würde Hadids Meinung (die in einer Nachrichtenstory nichts zu suchen hat) unterminieren. Dies wird klar, als sie Folgendes schreibt:

Die palästinensischen Familien und ihre Unterstützer behaupten, die oft mit scheinbar obskuren Verletzungen ihrer Mietverträge begründeten Zwangsräumungen seien Teil einer übergeordneten Agenda, jüdische Enklaven innerhalb des historischen muslimischen Viertels zu erzeugen.

Will sie die Leser glauben machen, eine Nichtzahlung der Miete sei eine “obskure Verletzung eines Mietvertrags”?

In Wirklichkeit war das nur eines von drei Problemen mit dem Artikel, welche die Autorin korrigieren musste. Alle aufgrund desselben grundlegenden journalistischen Versagens.

Wie die Times-Redaktion schreibt:

Die Beschreibungen beruhten auf den Aussagen der Mieterin; der Artikel hätte weitere Informationen aus Gerichtsunterlagen oder von den Vermietern enthalten sollen.

Anders gesagt, Hadid hatte sich mit den Gekündigten zusammengesetzt und ihre Aussagen aufgeschrieben, ohne sich die Mühe zu machen, nach anderen Aussagen oder Hinweisen zu forschen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hadid einen Artikel für die Times geschrieben hat, in welchem sie wesentliches Material, das nicht auf ihre Agenda passte, einfach ausgelassen hat. Wie wir bereits berichtet haben, beschwerten sich vier der Leute, die sie als Hauptquelle für ihren Artikel über die arabische Szene in Haifa interviewt hatte, Hadid habe ihre Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen.

Nachdem sie von ihrer Redaktion zweimal öffentlich korrigiert wurde, können wir uns nur fragen, ob Hadids Auslassungen das Ergebnis schlampigen Journalismus sind oder ob es sich um Absicht handelt. Natürlich ist ihre Vergangenheit bei der berüchtigten antiisraelischen Seite Electronic Intifada (“New York Times Employs Veteran of Anti-Semitic Website“) äußerst beunruhigend.

Wir waren ermutigt, als Margaret Sullivan, Public Editor der Times, auf Kritik an der Israel-Berichterstattung des Blattes reagierte und sagte, die New York Times müsse das Leben der Palästinenser und ihre Ansichten stärker dokumentieren und sie nicht nur als Opfer darstellen. Aber Hadid macht die Berichterstattung der Times schlechter und nicht besser.

Die “Dishonest Reporting Awards” 2015

25. Dezember 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 23. Dezember 2015

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Das Jahr begann mit islamischem Terror in Paris, wurde aber von den iranischen Atomverhandlungen und den strapazierten US-israelischen Beziehungen dominiert. Eine Welle palästinensischer Messer- und Autoramm-Angriffe begann mit dem jüdischen Neujahr. Als sich 2015 seinem Ende zuneigt, hat der islamische Terror wieder im Westen zugeschlagen, und Paris erlitt neuerliche Gewalt.

Die “Dishonest Reporting Awards” 2015

1. Der beste Grund, palästinensische Quellen mit Vorsicht zu behandeln: die Hochwasser-in-Gaza-Verleumdung

2. Voreingenommenster Journalist: Kitty Holland

3. Schlimmster Missbrauch anonymer Quellen: Haaretz

4. Verleumdung des Jahres: Fareed Zakaria

5. Übelste Verkettung: New York Times

6. Große Momente der Selbstbeweihräucherung: Brian Williams

7. Dümmste Twitter-Tirade: Jim Clancy

8. Verstörendste falsche Landkarte: MSNBC

Und wer ist insgesamt der unehrlichste Reporter 2015? Das verkünden wir nächste Woche, behaltet also diesen Blog im Auge! Und jetzt ohne große Umschweife… hier sind die Nächstplatzierten!

DRA-silhouette-25x2531. Der beste Grund, palästinensische Quellen mit Vorsicht zu behandeln: die Hochwasser-in-Gaza-Verleumdung

Nach schweren Unwettern im Februar beschuldigten Palästinenser Israel, Gaza überflutet zu haben, indem sie Dämme im Süden geöffnet hätten. Die Anschuldigungen erschienen in einer Reihe von Medien wie AFP, Al-Jazeera, Russia Today, Xinhua und den palästinensischen Maan News.

Quellen für diese Beschuldigung waren u. a. der Chef der Zivilschutzbehörde im Hamas-geführten Gazastreifen, Brigadegeneral Said Al-Saudi, während Russia Today schrieb: “Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne vorherige Ankündigung die Fluttore ihrer Dämme in Richtung Gaza und setzt große Mengen überschüssigen Wassers frei, das sich bei schweren Regen- oder Schneefällen in der Region Naqab angesammelt hat.”

Bei dieser Story gab es jedoch ein großes Problem — es existieren keine Dämme in Südisrael. Das Hochwasser in Gaza lag einfach am schweren Regen und an den miserablen Abwasserkanälen. Als dies klar wurde, entfernte AFP sein Video über die Story, und Al-Jazeera nahm seinen Artikel zurück und veröffentlichte sogar eine Entschuldigung.

Die Daily Mail aber ignorierte das alles und veröffentlichte die Story sogar ein zweites Mal.

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Nach einem langen E-Mail-Austausch mit HonestReporting machte Mail Online einen erbärmlich anmutenden Versuch, den Artikel zu berichtigen. Man änderte die Schlagzeile, entfernte Zitate von Palästinensern und belastende Fotounterschriften, bevor man schlussendlich zugab, dass die Story erschwindelt war.

Eine frühere Version dieses Artikels besagte, Israel habe im Süden des Landes Flussdämme geöffnet und eine Überschwemmung des Gaza-Streifens verursacht. In Wirklichkeit gibt es keine Dämme in Südisrael, und die Überflutung wurde von Regen und Ableitungsproblemen verursacht. Wir freuen uns, das klarstellen zu können.

DRA-silhouette-25x2532. Voreingenommenster Journalist: Kitty Holland

Einige Journalisten bedanken sich und korrigieren ihre Story, wenn man sie auf einen Fehler hinweist. Andere lehnen freundlich ab und liefern Gegenargumente.

Aber als HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker eine Twitter-Konversation mit der Irish-Times-Journalistin Kitty Holland begann, wurde es übel.

Statt auf ein ernstes Problem bei ihrem fragwürdigen Bericht über die Anschuldigung von Amnesty International einzugehen, Israel habe “Kriegsverbrechen” begangen, tweetete Holland:

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Hollands haarsträubender Tweet spricht Bände über ihre Haltung nicht nur gegenüber Israel, sondern auch gegenüber der Mehrheit der Juden, die sich als Zionisten betrachten. Aber wie konnte die Irish Times das akzeptabel finden? Die Antwort kam einige Monate später als Antwortmail an HonestReporting. Diese E-Mail wurde vom Chefredakteur der Zeitung geschrieben, Kevin O’Sullivan, und betraf andere einseitig gegen Israel gerichtete Artikel:

Die Irish Times war immer einer unvoreingenommenen Berichterstattung gegenüber verpflichtet und wird dies auch weiterhin bleiben. Wo angebracht, werden faktische Fehler korrigiert. Normalerweise treten wir diesbezüglich gerne in einen Dialog mit unseren Lesern, aber ich ziehe die Grenze bei einer Organisation, deren Website rassistisches, islamophobes und sexistisches Material bietet…

Schon wieder schlägt jemand bei der Irish Times berechtigte Kritik als unrechtmäßiges Produkt von “Zionisten” in den Wind — oder wie im letzten Fall aufgrund einer Organisation, welche der Chefredakteur einfach nicht mag.

DRA-silhouette-25x2533. Schlimmster Missbrauch anonymer Quellen: Haaretz

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Erasmus von Rotterdam

Ein berühmter Kommentar des niederländischen Philosophen der Renaissance, Erasmus von Rotterdam, der von vielen Blues-Musikern übernommen wurde, passt auch auf anonyme Quellen: Man kann nicht mit ihnen leben, man kann nicht ohne sie leben.

Journalisten brauchen anonyme Quellen, da deren Informationen den Reportern ein besseres Verständnis des Geschehens vermitteln. Aber wenn die Leser nicht wissen, wer der unidentifizierte Sprecher ist, müssen sie den Vertrauensvorschuss leisten, dass die Quelle glaubwürdig ist und keine eigenen ideologischen bzw. politischen Hintergedanken verfolgt.

Da der öffentliche Diskurs nicht mit bzw. ohne anonyme Quellen leben kann, hat der Journalismus ethische Richtlinien formuliert. Zwei Richtlinien wurden von Haaretz grob verletzt, als das Blatt eine Story auf der Aussage zweier “hoher Regierungsbeamter in Washington” gründete, die Schmutz auf die israelischen Einwände gegen die Nuklear-Vereinbarung mit dem Iran warfen.

1. Berichte müssen wenigstens eine namentlich genannte Quelle beinhalten. Keine Story sollte je ausschließlich auf anonymen Quellen fußen.
2. Bei den Meinungen und Ansichten eines unidentifizierten Individuums muss man Vorsicht walten lassen. Es ist unethisch, jemand im Schutz der Anonymität jemand anderen attackieren zu lassen.

Die unangemessene Nutzung anonymer Quellen wie im vorliegenden Fall kann das öffentliche Misstrauen gegenüber der Nachrichtenindustrie nur weiter anheizen. Was würden Erasmus und die Blues-Musiker dazu sagen?

DRA-silhouette-25x2534. Verleumdung des Jahres: Fareed Zakaria

So spaltend es für das amerikanische Judentum war, gab es viele gute Gründe pro und contra dem iranischen Atomabkommen. Zwar sind persönliche Angriffe unglückseligerweise ein Bestandteil des öffentlichen Diskurs, aber es ist umso bedauerlicher, wenn Persönlichkeiten aus den Nachrichten an der Schlammschlacht teilnehmen.

Ein besonders hervorstechendes Beispiel war, als CNN-Analyst Fareed Zakaria Kritiker des Atomdeals ungerechtfertigt eines Loyalitätskonflikts beschuldigte. Hier (bitte klicken) ein Video, in dem man miterleben kann, was Zakaria der Moderatorin Brooke Baldwin sagte.

Ein Stabsredakteur des Tablet antwortete wie folgt:

Was wir immer weniger gut vertragen — und wozu wir uns im Augenblick verpflichtet fühlen, etwas zu sagen –, ist die Verwendung von Judenhetze und anderen eklatanten und rückschrittlichen Formen rassischer und ethnischer Vorurteile als Werkzeug, um einem politischen Deal Vorschub zu leisten oder die Opposition schlecht zu machen. Senator Schumer Loyalität zu einer ausländischen Regierung zu unterstellen ist schlichtweg Bigotterie. Senatoren und Kongressabgeordnete, deren Kritik am Iran-Deal von der Mehrheit der US-Wählerschaft geteilt wird, zu beschuldigen, im Interesse einer ausländischen Macht zu handeln oder ihre Stimmen zwielichtigen Lobbyisten zu verkaufen oder gegen die Interessen der Vereinigten Staaten zu handeln, ist die Art nackte Bigotterie und Vorurteile, die für die Politik der Südstaaten vor der Zeit der Bürgerrechtsbewegung so prägnant waren.

Dieser Gebrauch antijüdischer Hetze als politisches Instrument ist eine verstörende neue Entwicklung im politischen Diskurs der USA, und wir haben in letzter Zeit wirklich zuviel davon gehört — und einiges davon kam unheilverheißenderweise sogar aus dem Weißen Haus und von dessen Repräsentanten. Beschönigen wir es nicht: Das Gemurmel über “Geld” und “Lobbying” und “ausländische Interessen”, die Amerika in einen Krieg ziehen wollen, ist ein direkter Versuch, die Loyalitätskonflikts-Karte auszuspielen. Das ist die Art dunkler, bösartiger Aussagen, die man vielleicht von White-Power-Kundgebungen erwarten würde, aber nicht vom Präsidenten der Vereinigten Staaten — und es wird mittlerweile derart unverhohlen betrieben, dass selbst viele von uns, die der Regierung und selbst diesem Abkommen wohlwollend gegenüberstehen, dadurch erschüttert wurden.

DRA-silhouette-25x2535. Übelste Verkettung: New York Times

Als die Palästinenserbehörde Israel beschuldigte, den Status quo auf Jerusalems Tempelberg zu verändern, trumpfte die New York Times mit einem Artikel auf, der in Frage stellte, ob die antiken jüdischen Tempel überhaupt je auf dem fraglichen Gebiet standen. Die Times ignorierte, dass führende Historiker darin übereinstimmen, dass der Tempelberg natürlich genau dieser Ort war (daher auch der heutige Name “Tempelberg”), und schien den Schaden, den das Timing dieses unzutreffenden Artikels verursachte, völlig gleichgültig hinzunehmen.

Als Araber die jüdische Verbindung zum Tempelberg leugneten und die New York Times scharfer jüdischer Kritik ausgesetzt war, brachte sie erstmal eine kleine Korrektur zur Begrenzung des Schadens und veröffentlichte dann eine nicht damit in Zusammenhang stehende zweite Korrektur über die islamische Waqf, die den Tempelberg verwaltet.

Doch selbst die im ursprünglichen Artikel zitierte Historikerin Jodi Magness schrieb letztendlich einen Brief an die Times und beschwerte sich, ihre Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie stellte klar, dass die jüdischen Tempel tatsächlich auf dem Tempelberg gestanden haben. Danach brachte die Times eine redaktionelle Bemerkung, der Artikel in seinem Originalwortlaut sei inkorrekt gewesen — und kein glaubwürdiger Historiker würde die Existenz der Tempel an jenem Ort leugnen noch dass der Tempelberg die heiligste Stätte des Judentums ist.

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DRA-silhouette-25x2536. Große Momente der Selbstbeweihräucherung: Brian Williams

Der NBC-Nachrichtensprecher Brian Williams verlor Glaubwürdigkeit und seine angesehene Position, als er im Fernsehen damit angab, in einem abgeschossenen Helikopter der US-Armee im Irak mitgeflogen zu sein. Nachdem er sich selbst eine Auszeit gönnte, damit NBC-Führungskräfte den Fall untersuchen konnten, kamen weitere Fälle übertriebener Selbstbeweihräucherung ans Licht.

Williams Geschichten klangen dramatisch, aber es kam u. a. heraus, dass er während Hurrikan Katrina keine Leichen gesehen hatte, die an seinem Hotelzimmer in New Orleans vorbeischwammen. Auch seine Geschichte über eine Katyusha der Hisbollah, die unter einem israelischen Helikopter vorbeiflog, in dem er sich befand, war ebenfalls nicht so dramatisch, da sich die Rakete in ziemlicher Entfernung von dem Helikopter befand.

Nach seiner sechsmonatigen Suspendierung gewöhnt sich Williams gerade an seine neue Rolle innerhalb von MSNBC, und Lester Holt hat seinen alten Job als Sprecher der NBC Nightly News übernommen. Hat Williams seine Lektion gelernt? Die Zeit wird es zeigen.

DRA-silhouette-25x2537. Dümmste Twitter-Tirade: Jim Clancy

Dank der sozialen Medien können die Leute der Welt mitteilen, was sie wirklich denken. Und das scheint exakt das zu sein, was CNN-Nachrichtenmann Jim Clancy bei einem bizarren Twitter-Wutausbruch im Januar gemacht hat. Das kostete ihn seinen Job und seine Glaubwürdigkeit, und viele Leser hatten das Gefühl, sie seien gerade Zeuge eines besonders grauenhaften Autobahnunfalls geworden.

Es begann recht harmlos. Clancy tweetete seine Ansicht über den schockierenden Terroranschlag auf das Pariser Charlie-Hebdo-Büro. Oren Kessler, ein Kommentator zu Israel-Angelegenheiten, widersprach ihm. Dann ging es richtig zur Sache…

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Clancys erster Antworttweet war einfach “Hasbara?”, so als sei jeglicher Kommentar eines Israelexperten nichts weiter als ein Versuch, Israel in ein gutes Licht zu stellen. Danach schaltete der erfahrene Nachrichtenmann auf stur und schlug in einer Reihe von Tweets, von denen er einige später löschte, wild auf alle ein, die nicht seiner Meinung waren. Erstaunlicherweise warf er sogar den proisraelischen Blogger Elder of Ziyon und den antisemitischen Twitteraccount Jews Making News als Teil des “Hasbara-Teams” in einen Topf.

Simon Plosker von HonestReporting sagte hierzu:

Auf Twitter zeigt sich oft die wahre Gedankenwelt prominenter Nutzer, so auch die von Medienpersönlichkeiten. Jim Clancy hat uns Einblick in seine Weltsicht gewährt, und die sieht nicht gut aus. Und sie passt auch nicht zu einem CNN-Nachrichtensprecher.

CNN muss das genauso gesehen haben, denn zehn Tage später verkündete der Sender, das seit 30 Jahre bestehende Angestelltenverhältnis mit Clancy sei nun beendet. Zwar wurde kein Grund für Clancys Abschied angegeben, aber es fällt schwer, nicht den Schluss zu ziehen, dass Clancys ungeheuerlicher und unpassender Wutausbruch bei Twitter etwas mit seiner Entlassung zu tun hatte.

DRA-silhouette-25x2538. Verstörendste falsche Landkarte: MSNBC

Als die palästinensische Gewaltwelle im Oktober Fahrt aufnahm, sahen die Medien plötzlich die Notwendigkeit einer plausiblen Perspektive, um die Messerangriffe, Autoramm-Attacken und Schießereien zu “erklären”.

MSNBC fand einen neuen Weg, die schamlose palästinensische Aggression als vernünftig und angemessen hinzustellen — und zwar indem sie sich propalästinensischer Propaganda in Form einer Aufeinanderfolge von Karten anschlossen, welche die Geschichte in der Region falsch wiedergeben.

Selbst kleinste Nachforschungen hätten die Falschdarstellungen der Karten offengelegt, also dauerte es nicht lang, bevor sich MSNBC entschuldigte.

Die Lektion daraus ist jedoch weit heimtückischer: Medien sind weit mehr mit einer künstlichen “Ausgewogenheit” in ihrer Berichterstattung über Attacken auf Israel beschäftigt, als dass sie ihren Lesern bzw. Zuschauern ein klares Bild des Geschehens vermitteln.

Hätten die Journalisten die palästinensischen Absichten auf einer Karte darstellen wollen, hätten sie natürlich mit Leichtigkeit ein Exemplar gefunden, welches Israel komplett auslöscht. Und das würde ausnahmsweise mal zeigen, was der wirkliche Kern der aktuellen Gewaltwelle ist.

Bild des Tempelbergs CC BY-NC flickr/marielinden4, flickr/Jeremy Piehler und CC BY-SA-NC HonestReporting

Wie Terrorismus aussieht

14. November 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 8. November 2015

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Im Augenblick geht ein Video in den sozialen Medien herum — ein wirklich schockierendes Video. Es stammt von einer Sicherheitskamera und zeigt, wie eine arabische Frau ruhig auf einen israelischen Sicherheitsmann zugeht und mit ihm zu plaudern beginnt… bevor sie ein großes Messer aus ihrer Handtasche zieht und ihn ermorden will.

Im Verlauf des letzten Monats haben wir beobachtet, wie die Medien die aktuelle Gewaltwelle beschreiben, indem sie die Opferzahlen auf beiden Seiten verrechnen. Aber das ist extrem irreführend. In diesem Fall wurde die Terroristin von dem angegriffenen Sicherheitsmann erschossen. Und wie werden die Medien über dieses schockierende Beispiel für einen terroristischen Angriff berichten?

Wäre irgend jemand erstaunt über eine Schlagzeile im Stile von “Palästinenserin von israelischem Sicherheitsmann erschossen”?

Joe Hyams, Geschäftsführer von HonestReporting, sagt dazu:

Könnte es angesichts von Videoaufnahmen wie dieser hier noch offensichtlicher für die Medien sein, wer hier wirklich der Aggressor und wer das Opfer bei dieser palästinensischen Terrorwelle ist?

Anwältin zeigt Facebook an: Soziale Medien haben soziale Verantwortlichkeit

12. November 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 4. November 2015

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Palästinensische Aufwiegelung ist nicht länger auf Moscheen oder Plakate an öffentlichen Plätzen beschränkt. Heute verbreitet sich die Hetze am wirksamsten über soziale Medien, und laut Menschenrechtsanwältin Nitsana Darshan-Leitner wird es Zeit, dass die Social-Media-Anbieter Schritte zum Stoppen dieser Hetze unternehmen.

“Es ist auf Facebook, es ist auf Twitter, es ist auf YouTube”, so Darshan-Leitner. “Die Seiten, die zur Ermordung von Juden aufrufen, haben Millionen Mitglieder. Und über die Art und Weise, wie Facebook und Twitter aufgebaut sind, kann man diese Botschaft über Werbung an noch viel mehr Menschen verteilen. Im vergangenen Monat gab es Zehntausende Beiträge, vor allem auf Facebook, die das Erstechen von Juden forderten und Palästinenser aufriefen, Shahids (Märtyrer) zu werden.”

Als Antwort hierauf unternimmt Darshan-Leitner, Vorsitzende von Shurat HaDin, eine Sammelklage von 20.000 Menschen gegen Facebook und fordert, der Social-Media-Riese solle Beiträge löschen, welche zur Gewalt gegen Israelis aufrufen.

Bei einem Briefing bei MediaCentral in Jerusalem erklärte Darshan-Leitner, die Klage sei entstanden, nachdem Facebook eine Anfrage des israelischen Außenministeriums nach Löschung hetzerischer Inhalte abgewiesen hatte. Danach begann sie mit der Sammelklage.

Innert drei Tagen hatten sich 20.000 Menschen der Klage angeschlossen. Noch in derselben Woche reichte sie die Klage gemeinsam mit Anwälten in New York beim Obersten Gerichtshof im US-Bundesstaat New York ein. Die Klage fordert eine gerichtliche Anordnung an Facebook, dort solle man hetzerische Beiträge entfernen und Nutzer blockieren, die zu Gewalt gegen Juden aufrufen. Ebenfalls fordert die Klage, dass Facebook proaktive Schritte unternimmt, um Beiträge zu überwachen und Aufwiegelung zu Gewalt zu löschen.

“Wir denken durchaus, dass Facebook die hierfür erforderlichen Werkzeuge besitzt”, sagte sie. “Facebook weiß, welche Art Kaffee ich morgens trinke und wohin ich gerne reise und bringt entsprechende Werbeanzeigen, und es verbindet mich mit Menschen, die dieselben Interessen haben wie ich. In dieser Weise haben sie auch die Werkzeuge, um die Hetze zu überwachen, die Seiten und Bilder zu überwachen und sie zu löschen. So wie Facebook auf seinen Seiten keine Pornographie erlaubt — sie haben den Algorithmus, solche Bilder zu erkennen und sie zu unterbinden –, so können sie auch die Aufwiegelung zum Töten von Juden überwachen.”

Darshan-Leitner sagte, sie erwarte, dass Facebook das Argument vorbringt, es bleibe durch die Gesetzgebung von 1996 zur Sicherung der Freiheit des Internets geschützt. Seiten wie Facebook denken, sie wären generell von einer Strafverfolgung wegen der Beiträge auf ihren Seiten ausgenommen, da sie mehr wie eine gemeinschaftliche Pinnwand arbeiten und weniger wie ein herkömmlicher Publisher. Der Inhalt kommt von anderen, nicht von Facebook.

“Wir glauben, die Hetze, die Facebook auf seinen Seiten hat, ist nicht zu verteidigen, da Facebook nicht als typische Pinnwand funktioniert”, sagte sie. “Sie verteilen die Information an Menschen, die damit etwas anfangen können. Sie verteilen sie an Terrororganisationen, die Menschen gegenüber, die auch nur ein kleines bisschen Interesse an solchen Themen zeigen, zum Mord an Juden und zum Starten einer dritten Intifada aufrufen. Wenn Facebook das tut, ist es keine typische Pinnwand. Facebook spielt dabei eine aktive Rolle und hat deshalb die Verantwortung, diese Hetze zu stoppen.”

Da der Fall nur die Aufwiegelung auf Facebook abdeckt, sagte Darshan-Leitner, sie denke, Twitter und YouTube wären zur Erfüllung jedes Urteils gegen Facebook verpflichtet, da dieselben Präzedenzfälle auch für sie gelten. Facebook selbst scheint laut Darshan-Leitner bereits jetzt auf die Klage zu reagieren, weil dort aktuell einiges von dem fraglichen Material entfernt wird.

Facebook ist Social Media, aber es hat auch soziale Verantwortung, so Darshan-Leitner.

 

CNNs neuer Terror: “Andererseits-ismus”

11. November 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 4. November 2015

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Wer ist schuld an der Welle grausamer Anschläge mit Messern, Schusswaffen und Auto-Ramm-Attacken, die viele eine neue “Intifada” nennen?

CNN veröffentlichte “Israels neuen Terror“, und der Präsentator beginnt mit den Worten:

Nun, der Konflikt besteht bereits seit über einhundert Jahren, und wer für die aktuelle Gewaltwelle verantwortlich ist, hängt davon ab, wen Sie fragen.

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Gewiss äußern sich Israelis und Palästinenser den Medien gegenüber unterschiedlich, wenn es um die Beschreibung des aktuellen Geschehens geht. Aber sollten die Medien einfach berichten, was beide Seiten sagen, und den Zuschauern die Entscheidung überlassen, wer die Wahrheit sagt?

Nein. Es obliegt den Medien, nicht nur das Gesagte zu berichten, sondern was vor Ort wirklich geschieht. Sagt eine Seite Sachen, die jeder Grundlage in der Realität entbehren, müssen die Medien das klarstellen und nicht einfach nur sagen “das hängt davon ab, wen Sie fragen” — oder eben “andererseits…”.

CNN spricht über die Nutzung sozialer Medien auf beiden Seiten:

Der anfängliche Funke ist laut Harel die auf sozialen Medien geteilte und angeheizte Aufwiegelung. Jede Seite teilt vorwiegend die Videos und Geschichten, die ihr eigenes Narrativ stützen. Israelis zeigen Videos von palästinensischen Attacken, Palästinenser zeigen Bilder von jedem Checkpoint, jeder Straßensperre und jedem Vorfall, bei dem israelische Sicherheitskräfte das Feuer eröffnen.

Fakt: Palästinensische soziale Medien sind voll mit Bildern, Videos und Beiträgen, welche die Leute zum Mord anstiften.

CNN sagt, die Palästinenser teilen Bilder von Checkpoints. Hier einige Beispiele, was Palästinenser wirklich teilen. Warum wird dieser Teil des palästinensischen “Narrativs” von CNN unterschlagen?

(Die untenstehenden Bilder wurden ursprünglich vom Middle East Research Institute (MEMRI) gemeldet und in der Jerusalem Post veröffentlicht.)

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Tatsächlich wurden auf Facebook derart viele ähnliche Bilder veröffentlicht, dass 20.000 Israelis den Social-Media-Riesen angezeigt haben und fordern, diese Bilder zu entfernen.

Uns ist nicht bekannt, dass es vergleichbare Bilder von Israelis gäbe, welche zur Gewalt gegen Palästinenser aufrufen.

Die Wahrheit über die beiden “Narrative” zu veröffentlichen würde zeigen, dass absolut keine moralische Gleichwertigkeit zwischen den israelischen Opfern und ihren terroristischen Angreifern existiert.

Die LA Times täuscht über Tempelberg-Probleme

29. September 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 16. September 2015

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Die Los Angeles Times hat keinen permanenten Chef ihres Jerusalem-Büros mehr. Daher verlässt sie sich auf Berichte, die z. B. vom palästinensischen Journalisten Maher Abukhater stammen, der in zwei Artikeln, die er über kürzliche Unruhen auf dem Tempelberg geschrieben hat, als “Sonderkorrespondent” aufgeführt wird. Beide zeigen eine klare Voreingenommenheit.

Der erste Artikel, “20 Palästinenser bei Zusammenstößen mit der israelischen Polizei an der heiligen Stätte Al-Aqsa verletzt” erschien am 13. September. Bezugnehmend auf das “Al-Aqsa-Moscheegelände” sagt der Artikel:

Es kam zu Gewalthandlungen, nachdem die israelische Polizei jüdische Gläubige und Touristen auf das Hügelgelände in Jerusalems Altstadt ließ, welches von Muslimen als ihre drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina verehrt wird und von Juden als die Stätte ihres alten Tempels.

Nachdem Abukhater klarstellt, dass das Gelände, das auch als Tempelberg bekannt ist, die drittheiligste Stätte des Islam ist, sagt er jedoch nicht ausreichend adäquat, dass der Tempelberg die allerheiligste Stätte des Judentums ist.

Abukhater lässt wesentlichen Kontext absichtlich weg und führt bewusst in die Irre. Der Hinweis auf das Gelände aufsuchende “jüdische Gläubige” unterstellt, dass alle jüdischen Besucher nur zum ausdrücklichen Zweck des Betens auf dem Tempelberg dort sind, was laut der in Kraft befindlichen Vereinbarung zur Verwaltung der Stätte jedoch verboten ist. Und durch den Bezug auf die “Gläubigen” schiebt der Artikel die Schuld für die Gewalt den jüdischen Besuchern zu, eine Haltung, die sich auch im weiteren Verlauf des Artikels fortsetzt:

Palästinenser bereiteten sich auf die Störung von Versuchen durch jüdische Besucher vor, auf dem Gelände anlässlich des bevorstehenden jüdischen Neujahrs, das Sonntag bei Sonnenuntergang begann, zu beten. Die israelische Politik erlaubt Juden zu bestimmten Zeiten den Besuch der Bereiche außerhalb der Moschee, aber ihnen ist es verboten, dort zu beten.

Die Polizei hat die Moschee kürzlich für muslimische Gläubige, hauptsächlich Frauen, während der jüdischen Besuchszeiten verschlossen, um Konfrontationen zu vermeiden.

Tatsächlich ignoriert die LA Times die schon seit langer Zeit bestehenden Realitäten auf dem Tempelberg. Avi Issacharoff erklärt in der Times of Israel:

Viele Jahre lang war es Nichtmuslimen gestattet, zu bestimmten Zeiten den Tempelberg zu besuchen, insbesondere am Morgen und für eine Stunde am Nachmittag.

In den vergangenen Monaten gab es jedoch eine Zunahme der Zahl von Vorfällen, wo islamistische Frauen, meist Angehörige der jetzt verbotenen Murabitat-Gruppierung, nichtmuslimische Besucher unter dem Vorwand angriffen, die heilige Stätte beschützen zu wollen.

Danach begann die Jerusalemer Polizei, muslimischen Frauen während der Zeiten, zu denen Juden und Ausländer den Tempelberg besuchen, den Zugang zu verwehren.

Abukhater lässt uns also glauben, dass Juden, die auf dem Tempelberg beten wollten, Konfrontationen und die jüngste Gewaltwelle provoziert haben. Ebenso lässt er uns glauben, muslimischen Frauen sei das Gebet in ihrer Moschee verweigert worden, während es ebenjene Frauen gewesen sind, die nicht gebetet, sondern Besuchergruppen angegriffen haben.

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Al-Aqsa-Moschee (CC BY-NC-ND flickr/Javier)

In seinem zweiten Artikel vom 15. September mit dem Titel “Israelische Polizei und Palästinenser geraten einen dritten Tag an Jerusalemer heiliger Stätte aneinander” gibt Abukhater weiterhin dem muslimischen Anspruch auf den Tempelberg Vorrang. Zu Anfang seines Artikels schreibt er:

…heilige Stätte, die den Muslimen als Haram al-Sharif bekannt ist, der Ort der historischen Al-Aqsa-Moschee und dem goldenen Felsendom, und wo es zu Zusammenstößen mit drinnen befindlichen Palästinensern kam.

Weiter im Artikel sagt Abukhater einfach, Juden “nennen die Stätte Tempelberg und behaupten, sie sei der Standort ihrer Tempel gewesen.” Muslimische Ansprüche werden als Faktum behandelt, die historische Verbindung der Juden zu dieser Stätte jedoch als unverifizierte Behauptungen abgetan.

Über die Gewalt auf dem Tempelberg selbst sagt der Artikel:

Der palästinensische Rote Halbmond sagte, seine Sanitäter hätten über 30 Menschen behandelt, die Verletzungen durch Schläge oder Granaten erlitten hätten, von denen einige ernster Natur gewesen sein sollen.

Zuvor schrieb der Artikel über den Einsatz von Blendgranaten, nichttödliche Explosivkörper zur vorübergehenden Desorientierung der Sinne eines Feindes. Sie produzieren einen blendenden Lichtblitz und einen sehr lauten Knall von über 170 Dezibel (dB), ohne dauerhaften Schaden zu verursachen.

Warum also spricht der Artikel plötzlich von “Granaten”, was üblicherweise kleine, von Hand geworfene, potentiell tödliche Bomben sind? Sagen wir es klar — die israelische Polizei nutzte weder Granaten noch irgendwelche anderen schädlichen Mittel. Sie nutzte nichttödliche Methoden, um mit den Palästinensern fertigzuwerden, die auf dem Tempelberg einen Aufstand machten.

Man kann nicht automatisch davon ausgehen, dass ein Leser dieses zweiten Artikels schon den ersten gelesen hat, der zwei Tage vorher erschienen ist. Der zweite Artikel enthält sogar noch weniger Kontext als der erste und hinterlässt den falschen Eindruck, die israelische Polizei sei einfach auf dem Tempelberg eingedrungen, um den bestehenden Status quo zu verändern. Die israelische Regierung hat klargestellt, dass sie diesen Status quo aufrechtzuerhalten beabsichtigt, aber das ist der LA Times nicht einmal eine Erwähnung wert.

Maher Abukhaters Berichterstattung über die Störungen am Tempelberg ergeben ein riesengroßes Fragezeichen, was die Verpflichtung der LA Times gegenüber einer ausgewogenen und akkuraten Berichterstattung aus Israel betrifft. Stellt das Blatt keinen permanenten Bürochef, dann sollte es gründlich nachdenken, bevor es sich auf die voreingenommenen Berichte eines Maher Abukhater verlässt.

Kindersterblichkeit in Gaza als Waffe gegen Israel

23. September 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 8. September 2015

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Amena Saleem schreibt im Independent “Israel sollte für die schockierende Kindersterblichkeitsrate in Gaza zur Verantwortung gezogen werden“.

Dass der Meinungsbeitrag einen einseitigen und hinterhältigen Angriff auf Israel darstellt, ist angesichts Saleems Aktivismus für die extremistisch-antiisraelische Palestine Solidarity Campaign wenig überraschend. Überdies bloggt sie für die antiisraelische Hass-Website Electronic Intifada.

Sie schreibt:

Israels Blockade trägt wahrscheinlich zur steigenden Kindersterblichkeit in Gaza bei. Für die Menschen in Gaza bedeutet die bislang fast zehnjährige Belagerung durch Israel, dass ihnen der richtige Zugang zu Lebensnotwendigkeiten wie Medizin, Nahrung, Wasser, Elektrizität für Heizung, Beleuchung und Kochen verwehrt blieb.

Saleem erwähnt aber nirgendwo die Hamas, die Terrororganisation, die über den Gazastreifen regiert — und der Grund, warum Israel es für notwendig hielt, die Grenze zu sichern. Statt dessen aber hält Israel “Gaza unter Besatzung und unter Belagerung” laut Saleem, und sie nennt das eine “kollektive Bestrafung“.

Israel hingegen entfernte 2005 alle seine Bürger und Soldaten aus Gaza. Was die “Belagerung” Gazas betrifft, zeigt ein Blick auf einen Wochenbericht von Israels Gaza-Übergängen, dass Hunderte von LKWs mit Nahrungsmitteln in den Gazastreifen fuhren. Dort steht ebenso, dass Israel 5 Mio. Kubikliter Wasser pro Jahr und 125 Megawatt Elektrizität pro Tag bereitstellt und über 1.000 Tonnen Kochgas in einer Woche geliefert hat.

Dass die Hamas Tausende von Raketen abgefeuert hat, was Israel zu einer militärischen Entgegnung veranlasst hat, wird nicht erwähnt. Dass die Hamas Hilfsgüter beschlagnahmt hat, die in den Gazastreifen geliefert wurden, um ihre Terroraktivitäten zu stützen, wird nicht betrachtet. Dass Ägypten für eine echte Blockade des Gazastreifens verantwortlich ist und praktisch keine Güter oder Menschen über die ägyptische Grenze in den Gazastreifen lässt, wird ebenfalls nicht erwähnt.

Kindersterblichkeit: eine politisierte Fehldiagnose

Amena Saleem

Amena Saleem

Saleems Hauptziel ist, Israel die Schuld an einem Anstieg der Kindersterblichkeitsrate in Gaza zuzuschieben, wie er von der UNRWA dokumentiert wurde — einer Organisation, die ihrerseits hochpolitisch ist.

Was die Kindersterblichkeitsrate betrifft, so muss man die Angaben in die richtige Perspektive rücken. Der Tod jedes Kindes ist tragisch. Aber die von der UNRWA angeführte Kindersterblichkeitsrate ist nichts Ungewöhnliches, wenn man Gaza mit anderen Ländern vergleicht.

Laut den Schätzungen der CIA aus dem Jahr 2014 hat Gaza eine bessere Rate als Länder in der Umgebung wie z. B. Jordanien, die Türkei, Ägypten und einige andere Nahoststaaten. Tatsächlich ist die Kindersterblichkeitsrate in Gaza nicht viel höher als die in Bulgarien, Kolumbien und China. Aber keines dieser Länder ist “unter Belagerung”.

Aber Saleem spricht nicht nur die Gesundheit von Neugeborenen an:

Gazas allgemeiner Gesundheitszustand ist so armselig, dass die UN erklärt, das Gebiet könne in weniger als fünf Jahren unbewohnbar werden, falls die gegenwärtigen Trends anhalten. Hierfür — und für die Neugeborenen, die ihren ersten Geburtstag nicht erleben — muss Israel zur Verantwortung gezogen werden.

Ist der allgemeine Gesundheitszustand in Gaza tatsächlich so armselig, dass er der Hauptgrund ist, warum die UN das Gebiet als potentiell unbewohnbar einstuft? In Wirklichkeit erwähnt der UN-Bericht die Gesundheitsversorgung als einen aus einer Reihe von sozioökonomischen Indikatoren, die abwärts zeigen.

Der Gesundheitszustand der Einwohner Gazas ist daher eine Konsequenz aus dem sozioökonomischen Niedergang des Territoriums und nicht dessen Ursache.

Saleem schließt, indem sie offenbart, was ihre wirkliche Absicht ist:

Westliche Lobbyisten haben recht, wenn sie die EU auffordern, sofortige Sanktionen und ein Waffenembargo über Israel zu verhängen, bis es die Gaza-Blockade aufgibt. Ist Israel nicht willens, jenen Kindern eine Überlebenschance zu bieten, muss es dazu gezwungen werden.

Die Kindersterblichkeitsrate in Gaza ist einfach nur ein weiterer Stock, mit dem auf Israel eingeprügelt wird, während man die Hamas von jeder Verantwortlichkeit für das Leid des Volkes unter seiner Herrschaft freigesprochen wird.

Für Amena Saleem ist das einfach die jüngste Gelegenheit, Israel anzugreifen, und der Independent hat ihr eine Bühne hierfür gegeben.


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