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Medien verpassen die eigentliche Story bei den palästinensischen Krawallen auf dem Tempelberg

13. Mai 2021

Emanuel Miller, HonestReporting, 9. Mai 2021

Am Freitag skandierten tausende Moscheebesucher gewalttätige Parolen, während sie auf dem Tempelberg randalierten, dem heiligsten Ort des Judentums, auch Standort der Al-Aqsa-Moschee, dem drittheiligsten Ort des Islam. Mehr als 200 Palästinenser und 17 israelische Polizisten wurden bei den daraus resultierenden Zusammenstößen verletzt.

Aber das war nicht das, wie die Medien die Geschichte berichteten.

Wenn man irgendeinen Bericht der New York Times, der BBC, des Guardian, der Washington Post oder der Associated Press liest, dann könnte einem vergeben werden zu glauben, dass palästinensische Moscheebesucher von unbarmherzigen israelischen Sicherheitskräften misshandelt wurden.

Eine solche Darstellung ist nicht nur eine Verzerrung der Fakten, sondern trübt auch das Gesamtbild.

In den Berichten ausgelassen: palästinensische Kampfrufe

„Ya Qassam, Ya Habib/Bombardiert, bombardiert Tel Aviv.“                     

Das waren die Worte von den Lippen nicht hunderter, sondern tausender Palästinenser, die sich auf dem Tempelberg versammelt hatten, um den letzten Freitag des Monats Ramadan zu begehen.

Das waren nicht die einzigen Gewaltworte: Der bekannte alte Kehrreim „Mit unserer Seele, mit unserem Blut werden wir dich erlösen, Al-Aqsa“ wurde ebenfalls wiederholt skandiert.

Das vielleicht ungeheuerlichste Beispiel kam in einem Beitrag von NPR, in dem Parolen erwähnt wurden – aber nur die einer kleinen Gruppe jüdischer Extremisten während der letzten Wochen (Minute 2:40 im Audio-Clip). Die auf Arabisch von tausenden muslimischer Moscheebesucher während der Zusammenstöße am Freitagabend gesungenen Parolen wurden hingegen nicht als erwähnenswert betrachtet.

Während dies von den Medien fast nicht berichtet wurde, sollte Reuters als eines der wenigen gelobt Nachrichtenorgane gelobt werden, das die Aufstachelung zu Gewalt erwähnte.

Derweil beschrieb die selbsternannte „Friedens“-Organisation IfNotNow das Hassreden als „inspirierenden … palästinensischen Widerstand“.

Grob vereinfachendes Framing des „Konflikts im Scheik Jarrah um Land“

In den letzten Tagen hat eine juristische Debatte über das Schicksal von ein paar Immobilien im Viertel Schimon HaTzadik/Scheik Jarrah in Ostjerusalem international Schlagzeilen gemacht. Es ist zwar klar, dass dieser Fall von Randalierern in Jerusalem als Sammelruf benutzt wird, aber Medienberichte haben das Narrativ so weit übersimplifiziert, dass die palästinensische Intoleranz praktisch ignoriert wird.

Ein von der BBC nach den Krawallen am Freitagabend veröffentlichter Artikel dient als perfektes Beispiel. Er begann mit der Dokumentation der Zahlen der Verletzten und führte die von jeder Seite eingesetzten Waffen an, womit der Eindruck vom „mutigen“ palästinensischen Underdog entstand, der brutalen israelischen Sicherheitskräften die Stirn bot:

Mindestens 163 Palästinenser und sechs israelische Polizisten sind bei Zusammenstößen in Jerusalem veröffentlicht worden, sagen palästinensische Sanitäter und die israelische Polizei. Die meisten wurden an der Al-Aqsa-Moschee verletzt, wo israelische Polizei mit Gummigeschossen und Blendgranaten schoss, während die Palästinenser Steine und Flaschen warfen.

Der nächste Absatz gestaltet das Thema vor dem Hintergrund eines anderen:

Wegen der möglichen Zwangsräumung von Palästinensern von Land, das jüdische Siedler beanspruchen, haben Spannungen zugenommen.

Heruntergespielt: palästinensische Gewalt

Eine weitere anscheinend unangenehme, von den Medien ignorierte Tatsache ist, dass palästinensische Randalierer große Felsbrocken auf den Tempelberg brachten und in der Al-Aqsa-Moschee versteckten. Videos der Zusammenstöße zeigen auch Palästinenser, die Feuerwerkskörper als Waffen verwenden, was die israelische Grenzpolizei zwang Schilde einzusetzen, um sich zu schützen. Es scheint auch so, dass Laser eingesetzt wurden, um die Beamten abzulenken und zu verwirren. (Das im Original hier gezeigte Video konnte ich leider nicht einbinden.)

Diese von der israelischen Polizei zur Verfügung gestellten Videobilder sind von unschätzbarem Wert, weil sie den Zuschauern hilft sachgemäß zu verstehen, was im von der Washington Post verwendeten Leitbild eingefangen wurde. Die Bildbeschreibung der Post lautete: „Palästinenser reagieren, als israelische Polizei während Zusammenstößen auf dem Gelände, das die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalems Altstadt beherbergt, Blendgranaten verschießt.“

Das Bild zeigt hingegen sehr deutlich Feuerwerkskörper, die in der Luft explodieren, am wahrscheinlichsten die von den Palästinensern eingesetzten – mit der Aussicht israelische Sicherheitskräfte zu verletzen – die eine Reaktion auslösten.

Und während Blendgranaten von den Sicherheitskräften tatsächlich manchmal zur Zerstreuung der Menge eingesetzt wurden, sieht es in Wirklichkeit so aus, wenn sie explodieren.

Es scheint daher klar zu sein, dass die Bildbeschreibung der Post falsch ist.

Nicht berichtet: der palästinensische Machtkampf

Vielleicht zum ersten Mal überhaupt wurden am Wochenende auf dem Tempelberg Hamas-Flaggen gehisst. Die Terrororganisation, die den Gazastreifen beherrscht, hat sich Israels Vernichtung verschrieben und zeigt in Jerusalem Wirkung.

Die Flaggen sollten für sich selbst sprechen, schließlich repräsentieren sie eine völkermörderische Gruppe. Aber es gibt einen weiteren Blickwinkel zu diesem Vorfall.

Wie weithin erwartet, sagte PA-Präsident Mahmud Abbas vor kurzem die Parlamentswahlen ab, die ursprünglich für den 22. Mai angesetzt waren. Seitdem haben die Spannungen zwischen Abbas‘ Fatah, die praktisch die Westbank per Erlass regiert, und der Hamas zugenommen. Als Reaktion hat die Hamas die Hetze gegen den jüdischen Staat gesteigert, was viele Analysten als Versuch interpretierten ihr öffentliches Profil durch Demonstration ihrer nationalistischen Aufrichtigkeit zu verbessern.

Leider wird den Lesern regelmäßig detaillierte, nuancierte Berichterstattung zum eineinhalb Jahrzehnte dauernden innerpalästinensischen Konflikt vorenthalten. Das hat fundamentale Fehlwahrnehmungen zur Beziehung zwischen Israel und den Palästinensern wie auch zwischen den Palästinensern selbst zur Folge. In diesem Fall ist die Folge klar: Die Leser bleiben darüber fehlinformiert, was wirklich die jüngste Eskalation der Gewalt in Jerusalem verantwortlich ist.

(Bilder: Getty Images, Emmanuel Dunand)

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg – die Geschichte

20. Juni 2019

Pesach Benson, 7. März. 2019

Ein Großteil des israelisch-palästinensischen Konflikts kreist um Land. Es gibt starke christliche, muslimische und tatsächlich auch jüdische Verbindungen zur Region. Aber es gibt ein bestimmtes Stück Land, das voller Geschichte, Symbole und Bedeutung steckt, nicht nur für die in Israel lebenden Juden und Palästinenser, sondern auch für die Menschen rund um die Welt.

Das ist der Tempelberg.

Dieses trapezförmige Plateau sind die heikelsten 37 Ar in Israel, vielleicht sogar in der Welt. Am bedeutendsten ist der mit seinem goldenden Dach glitzernde Felsendom mit seinem Kultstatus. Innerhalb befindet sich der Grundstein, von dem viele glauben, dass er der Ort des Allerheiligsten ist. Am Südende des Plateaus befindet sich die Al-Aqsa-Moschee. Unten an der Westseite der Umfassungsmauer um den Tempel befindet sich die Westmauer.

Foto von Yossi Zamir/Flash90 mit Ergänzungen durch HonestReporting

An jedem beliebigen Tag kommen Pilger aus aller Welt nach Jerusalem, um nach Gott zu suchen oder zumindest für eine Art spiritueller Erfahrung. In fußläufiger Nähe zum Tempelberg befinden sich der Zionsberg, der Ölberg, die Grabeskirche, die Via Dolorosa, der Siloah-Teich und der Hesekiel-Tunnel sowie weitere mit der Bibel in Verbindung stehende Orte.

Bei so vielen heiligen und historischen Stätten: Warum ist der Tempelberg der eine Ort, der so viel mehr Leidenschaften entfacht?

Die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg gehen tief. In der jüdischen Tradition wird der Tempelberg als heiligster Ort der Welt betrachtet, die Stelle des ersten und des zweiten Tempels, gebaut jeweils von König Salomo und Serubbabel. Ground Zero wäre das Allerheiligste, dass innerste Heiligtum, das der Hohepriester nur einmal im Jahr betrat.

Auf Hebräisch als Har HaBayit (Tempelberg) oder Har HaMoriah (Berg Moriah) bekannt, ist die Heiligkeit des Tempelbergs derart überragend, dass viele praktizierende Juden nicht in einem Zustand ritueller Unreinheit (dazu unten mehr) dort hingehen. Diese Einschränkung zu Besuchen kompliziert die Bemühungen die jüdischen Bande zum Tempelberg zu stärken. Die Stelle, die dem Tempel am nächsten ist, wo die weit überwiegende Mehrheit der Juden betet, ist die Westmauer, eine Stützmauer um den Tempelberg.

Vom Grundstein (auf Hebräisch even ha-Schtiyya), der sich innerhalb des Felsendoms befindet, nehmen viele an, dass er die Stelle ist, wo die Bundeslade im Allerheiligsten stand, der erste Ort, wo am dritten Schöpfungstag die Erde erschien und die Stelle, wo Abraham seinen Sohn Isaak als Opfer vorbereitete.

Gemäß der jüdischen Tradition wird auch der dritte Tempel dort gebaut werden.

Die Muslime kennen den Tempelberg als Haram al-Scharif (das edle Heiligtum). Die Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte des Islam.

Ein Großteil der Berühmtheit des Tempelbergs entstammt der Geschichte der Nachtreise des Propheten Mohammed. Gemäß dem Islam flog Mohammed von Mekka auf einem geflügelten Pferd nach Jerusalem, das oben auf der Westmauer landete. Vom Grundstein stieg er in den Himmel auf und traf dort andere Propheten, bevor er nach Mekka zurückkehrte.

Der Felsendom gehört zu den ältesten Werken vorhandener islamischer Architektur und seine glitzernde goldene Kuppel ist das kultigste heute mit Jerusalem verbundene Bild. Auf Arabisch wird die Westmauer nach dem Pferd Buraq-Mauer (Hait al-Buraq) genannt.

Für Christen ist der Tempel der Ort, wo Jesus als Junge vorgefunden wurde, wie er mit den rabbinischen Ältesten diskutierte (Der zwölfjährige Jesus im Tempel) und wo er später die Geldwechsler und Händler vertrieb (Tempelreinigung).

Die historischen jüdischen Wurzeln des Christentums machen den Tempelberg zu einer sehr beliebten Pilgerstätte. Obwohl sie keine formale Rolle in der Verwaltung der heiligen Stätte haben, verfolgen Kirchenführer die Entwicklungen auf dem Tempelberg und äußern sich oft zu Fragen in Sachen seines Status quo. Man nimmt an, dass die Überbleibsel eines Mosaiks aus der Byzantinerzeit, das unter der Al-Aqsa-Moschee – die einzige dort je vorgenommene archäologische Grabung – gefunden wurden, die Reste einer Kirche oder eines Klosters sind.

Der Zweck dieses Artikels besteht nicht darin die Ansprüche irgendeiner Seite zu beweisen oder zu widerlegen, sondern die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg besser zu verstehen.

Der Status quo

Die bestehenden Umstände der Verwaltung des Tempelbergs gehen bis 1967 zurück, als Israel Ostjerusalem von Jordanien eroberte. Tage nach dem Krieg traf sich Verteidigungsminister Mosche Dayan mit Jerusalems muslimischen Führern. Weil er einen Religionskrieg fürchtete, stimmte Dayan zu die von Jordanien geführte Islamische Waqf weiterhin den Tempelberg verwalten zu lassen.

(Eine Waqf ist eine Treuhandverwaltung. Die heute den Tempelberg beaufsichtigende Waqf ist auch für die anderen muslimischen Institutionen in Jerusalem verantwortlich, einschließlich Schulen, Moscheen, Religionsgerichten, Waisenhäusern, Bibliotheken, Museen und anderen Immobilien.)

Der aus diesem Treffen gekommene informelle Status quo sieht wie folgt aus:

  • Juden und Nichtjuden soll es erlaubt sein den Tempelberg zu besuchen.
  • Juden und Nichtjuden, die den Tempelberg besuchen, werden die muslimischen religiösen Gefühle respektieren.
  • Juden und Nichtjuden ist es nicht erlaubt auf dem Tempelberg zu beten.
  • Die Westmauer sollte der Hauptort für jüdisches Gebet sein.
  • Die islamische Waqf sollte die alltägliche Verwaltung des Tempelbergs beaufsichtigen, während Israel die „Gesamtsouveränität“ behalten sollte.

Nach dem Krieg verabschiedete die Knesset das Gesetz zur Erhaltung der Heiligen Orte, das den freien Zugang und Schutz der heiligen Orte unter israelischer Zuständigkeit sicherstellen sollt, einschließlich des östlichen Jerusalem.

Israelische Fallschirmjäger auf dem Ölberg betrachten während des Sechstagekriegs den Tempelberg

Die israelischen Gerichte haben die Aufgabe des Verbots von jüdischem Gebet abgewiesen. In einem Urteil zu einem Fall, bei dem die Polizei einen Juden wegen Gebets vom Tempelberg warf, schrieb der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Aharon Barak:

Das Grundprinzip lautet, dass jeder Jude das Recht hat den Tempelberg zu betreten, dort zu bten und Gemeinschaft mit seinem Schöpfer zu haben. Das ist Teil der religiösen Freiheit anzubten, es ist Teil der freien Meinungsäußerung. Doch wie bei jedem Menschenrecht ist das nicht absolut, sondern ein relatives Recht… Tatsächlich ist es, in einem Fall, bei dem es so gut wie sicher ist, dass das öffentliche Interesse verletzt wird, wenn die Rechte auf freie Religionsausübung zu Gbet und freier Meinungsäußerung einer Person umgesetzt werden, möglich die Rechte der Person einzuschränken, um das öffentliche Interesse zu wahren.

Das israelisch-jordanische Friedensabkommen von 1994 (Artikel 9) verankerte eine „Sonderrolle“ der jordanischen Monarchie in der Verwaltung der heiligen Stätten Jerusalems, einschließlich des Tempelbergs. In einer Sonderabmachung mit der palästinensischen Befreiungsorganisation von 1994 übergab jedoch Jordanien die Rolle des Großmuftis – der führenden religiösen Persönlichkeit – an die Palästinenserführung. Der aktuelle Großmufti, ernannt von Mahmud Abbas und mit Gehalt der PA, ist Mohammed Hussein, der jüdische Verbindungen zum Tempelberg zurückweist – insbesondere bestreitet, dass der Tempel dort je existierte.

Vor kurzem, im Februar 2019, erweiterte Jordanien die Größe des Waqf-Rats, um mehr Palästinenser unterzubringen. Der vergrößerte Rat schließt den ehemaligen Mufti Ikrama Sabri ein, der Ankara nahe steht und hilft den türkischen Einfluss in Jerusalem auszuweiten.

Die Geschichte des Tempelbergs

Schöpfung: Nach jüdischer Tradition war der Tempelberg das erste Land, das erschien, als Land und Waser am dritten Tag der Schöpfung getrennt wurden.
ca. 2000 v.Chr.: Abraham bereitet Isaak als Opfer vor (1. Mose 22).
ca. 1000 v.Chr.: König David kauft die Tenne von Arunah, dem Jebusiter (2. Samuel 24 und 1. Chronik 21). Der Kauf markiert den Beginn der formellen jüdischen Verbindung zum Tempelberg.
825 v.Chr.: Salomo baut den ersten Tempel.
423 v.Chr.: Der babylonische König Nebukadnezar zerstört den ersten Tempel.
353 v.Chr.: Juden bauen den zweiten Tempel.
164 v.Chr.: Hasmonär-Aufstand gegen die Griechen, reinigen und weihen den Tempel neu; an die Ereignisse erinnert das Hanukkah-Fest.

Ein Modell des zweiten Tempels nach der Renovierung durch König Herodes.

20 v.Chr.: König Herodes beginnt mit der Renovierung des Tempels, baute den Tempelberg aus und baute eine Stützmauer um ihn herum. (Die Westmauer ist der einzige verbleibende Teil dieser Stützmauer.)
70 n.Chr.: Die Römer zerstören den zweiten Tempel, bauten darauf einen Tempel für Jupiter Capitolinus.
335 n.Chr.: Die Byzantiner weihen die Grabeskirche. Sie betrachteten die Zerstörung des Tempels als Erfüllung des christlichen Sieges über die Juden. Da die christliche Gottesverehrung zur Grabeskirche verlagert wird, wird der Tempelberg zur Müllkippe.
638 n.Chr.: Omajjaden-Muslime erobern Jerusalem und beginnen den Tempelberg aufzuräumen.
692 n.Chr.: Die Omajjaden vollenden den Bau des Felsendoms.
705 n.Chr.: Die Omajjaden bauen die Al-Aqsa-Moschee an der Stelle eines kleinen muslimischen Gebetshauses am Rand des Tempelbergs.
1099: Christlich Kreuzfahrer erobern unter der Führung von Gottfried von Bouillon Jerusalem. Sie konvertieren den Felsendom in eine Kirche und die Al-Aqsa in den Templer-Hauptsitz.
1187: Die Ayyubiden erobern unter der Führung von Saladin Jerusalem von den Christen und renovieren den Felsendom und die Al-Aqsa.
1517: Die Osmanen erobern das heilige Land.
1917: Britische Streitkräfte besiegen im Ersten Weltkrieg die Türken. Von Großbritannien in den Obersten Muslimrat ernannten Palästinensern wird die Verantwortung für die Verwaltung des Tempelbergs übergeben.
1948: Der israelische Unabhängigkeitskrieg. Jordanien besetzt Ostjerusalem einschließlich des Tempelbergs. Der von Jordanien betriebenen Waqf wird die Verantwortung für die Aufsicht über den Tempelberg gegeben.
1967: Israel erobert im Sechstage-Krieg den Tempelberg.
1996: In Verletzung des Status quo beginnt die islamische Waqf den Umbau eines Durchgangs im Untergrund in eine massive Gebetshalle, die Marwani-Moschee genannt wird. Tausende Tonnen Erde und Schutt, die Überreste von Altertümern aus der Zeit der Tempel beinhalten, werden ohne archäologische Aufsicht abgekippt. Die Waqf tut Vorwürfe der systematischen Tilgung jüdischer Verbindungen zum Tempelberg ab.
2017: Zwei israelische Polizisten werden von einem Terroristen getötet, der eine Schusswaffe auf den Tempelberg schmuggelte. Palästinenser randalieren, als Israel Metalldetektoren installiert, die später entfernt werden.

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg in der Tradition

Juden an der Westmauer betrauen an Tischa B’Av die Zerstörung des Tempels.

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg sind über Jahrhunderte hinweg durch eine Reihe jüdischer Bräuche am Leben erhalten, darunter:

  • Rund um die Welt beten Juden mit Blickrichtung auf Jerusalem.
  • In Jerusalem beten Juden mit Blick zum Tempelberg.
  • Theoretisch würden auf dem Tempelberg betende Juden mit Blick in Richtung des Allerheiligsten.
  • Jüdische Gebete dreimal am Tag beinhalten die Bitte um die Restaurierung des Tempels.
  • Von einem Juden, der die Ruinen des Tempels sieht, wird erwartet, dass er seine Kleidung zerreißt und sagt „Unser Haus der Heiligkeit und Pracht, in dem unsrer Vorfahren Dich singend priesen, und alles, das wir so sehr schätzten, ist zerstört worden.
  • Juden fasten und trauern wegen der Zerstörung der Tempel, die beide an Tischa B’Av fielen.
  • Das Pessah-Seder und die Gebete an Yom Kippur enden beide mit den Worten „Nächstes Jahr im wiederaufgebauten Jerusalem“, was sich auf den Tempel bezieht.
  • Bei jüdischen Hochzeiten zertritt der Bräutigam ein Glas und zitiert Psalm 137, dass Jerusalem nicht vergessen wird und „möge meine Zunge an meinem Gaumen festkleben, … wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe“.
  • As zusätzliches Zeichen der Trauer werden jüdische Verbindungen zum Tempelberg von vielen praktizierenden Juden betont, indem sie einen kleinen Teil ihres Hauses unverputzt und unangestrichen lassen.

Trotz der lange andauernden jüdischen Verbindungen zum Tempelberg verbieten viele rabbinische Autoritäten Juden das Gelände zu betreten, weil die Regeln zur rituellen Reinheit für bestimmte Bereiche weiter gelten. Die genaue Position der inneren Höfe des Tempels und des Allerheiligsten sind wegen der im Talmud beschriebenen verschiedenen Möglichkeiten die Maße des Tempelbergs zu verstehen nicht gesichert; außerdem ist der Tempelberg beträchtlich größer als er es war, als der Talmud festgelegt wurde.

In den vergangenen Jahre haben einige rabbinische Meinungen argumentiert, dass Juden die Bereiche des Plateaus zu betreten, die gesichert nicht zu den inneren Höfen oder dem Allerheiligsten gehörten, weil die Gebote der rituellen Reinheit nicht auf den gesamten Tempelberg gelten. Einige Rabbiner ermutigen Juden sogar das Plateau zu besuchen, um die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg aktiv zu behalten.

Die Einzelheiten dieser Entscheidungen und die Fragen, die sie aufwerfen, gehen über den Umfang dieses Artikels hinaus.

Ein Luftbild des Tempelbergs

* * *

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg zurückzuweisen hilft den Palästinensern jüdische Ansprüche auf Jerusalem zu untergraben und das Konzept Israels als jüdischer nationaler Heimat zu leugnen. Das ist der Grund, weshalb Palästinenser wertschätzen, dass Organisationen wie die UN Educational, Scientific and Cultural Organization (UNSCO) Resolutionen verabschieden, die darauf bestehen, dass Israel keine rechtlichen und historischen Ansprüch auf Jerusalem haben.

Weil der Tempelberg ins Herz des Kerns jüdischer, muslimischer und christlicher Narrative geht, stellt er die größte Streitfrage für die Zukunft von Vereinbarungen zwischen Israel und den Palästinensern dar.

Fotos/Bilder: CCO Pixabay; Stern, Halbmond und Kreuz via Wikimedia Commons; Zweiter Tempel via Wikimdia Commons; Tischa B’Av via Wikimedia Commons; Luftbild via Wikimedia Commons.

Mediale Schnitzer zum Thema Tempelberg

30. September 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 16. September 2015

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Die jüngsten Unruhen auf dem Tempelberg haben zu allerhand irreführenden Schlagzeilen in den Medien geführt. Hier einige, die uns aufgefallen sind.

DIE TIMES OF LONDON

Wer ist für diese Schlagzeile verantwortlich?

Tränengas beim Tempel bei Zusammenstoß zwischen Polizei und Palästinensern

Tränengas beim Tempel bei Zusammenstoß zwischen Polizei und Palästinensern

Natürlich ist der Tempelberg eine heilige Stätte, aber es befindet sich gegenwärtig kein jüdischer Tempel dort.

Im Artikel selbst steht:

Gemäß einer Langzeitvereinbarung dürfen Juden den Tempelberg besuchen, dort aber nicht beten. Vor kurzem haben die Behörden zwei muslimische Freiwilligengruppen verboten, die jüdische Besucher, die insgeheim beten wollten, häufig belästigten.

Diese muslimischen „Freiwilligengruppen“ sind keine. Die Wirklichkeit sieht so aus:

Sicherheitsbeamte sagen, die geschlossenen NGOs haben bezahlte Aktivisten für beide Gruppen rekrutiert, die den Tempelberg jeden Tag zu festgelegten Zeiten besuchten. Laut den Beamten verdienten die Aktivisten drei- bis viertausend Schekel (771 bis 1.028 US-Dollar) pro Monat. Sie fügten hinzu, einige der Gelder stammten aus den Golfstaaten und wurden (manchmal per Kurier) ins Westjordanland geschickt und von dort nach Ost-Jerusalem.

Und belästigen sie jüdische Besucher, die „insgeheim beten wollen“? Bislang haben sie nichts anderes gemacht als Besucher angegriffen, die sichtbar jüdisch waren, egal ob da irgendwelche hypothetischen Pläne zum „heimlichen Beten“ waren oder nicht.

Die Times hat fälschlicherweise angedeutet, dass die jüdischen Besucher muslimische Ausschreitungen provoziert haben, indem sie den Status quo brachen. Die Konfrontationen wurden in Wirklichkeit von diesen muslimischen Gruppen initiiert, die nun geschlossen wurden.

DER INDEPENDENT

Es ist nicht nur die Times, die keinerlei Kontext zu den Gruppen muslimischer Frauen angibt, welche die jüdischen Tempelbergbesucher angreifen. Der Independent schreibt:

Letzte Woche berichtete Press TV, israelische Soldaten und Polizisten hätten über 40 Palästinenserinnen vom Betreten der Al-Aqsa-Moschee abgehalten.

Selbstverständlich steht nirgendwo eine Erklärung, warum das passiert ist. Aber das ist wenig überraschend, wenn man als Quelle Press TV angibt, den internationalen Propagandaarm des iranischen Regimes. Dass der Independent Press TV auch nur ansatzweise für glaubwürdig erachtet, sollte dem Blatt peinlich sein.

Aber das ist nicht die einzige Peinlichkeit:

Israelische Sicherheitskräfte haben Schlagabtausch mit Palästinensern an Al-Aqsa-Moschee Die Moschee wird sowohl von Muslimen als auch von Juden als heilig betrachtet

Israelische Sicherheitskräfte haben Schlagabtausch mit Palästinensern an Al-Aqsa-Moschee
Die Moschee wird sowohl von Muslimen als auch von Juden als heilig betrachtet

Das Foto zeigt den Felsendom und nicht die Al-Aqsa-Moschee. Und seit wann ist diese Moschee eine heilige Stätte für Juden?

INTERNATIONAL BUSINESS TIMES

Auch die International Business Times erging sich in Konfusionen, als sie schrieb:

Die Moschee war in Kontroversen verwickelt, als Nichtmuslimen der Besuch gestattet wurde, Juden aber weder beten noch nationale Symbole zeigen durften, was oft zu tödlichen Kämpfen führte.

In Wirklichkeit ist Nichtmuslimen der Zugang zur Al-Aqsa-Moschee verwehrt. Sie dürfen nur das Gelände darum herum besuchen.

Und wie viele „tödliche Kämpfe“ hat es denn gegeben, weil Juden dort „beten oder nationale Symbole zeigen wollten“? Versuchen Sie mal, einen zu finden.

Um allem die Krone aufzusetzen, schreibt die IBT:

Die Moschee ist für Muslime wie Juden von religiöser Bedeutung.

In Wirklichkeit ist die religiöse Bedeutung der Moschee für Juden genauso „real“ wie der Hinweis auf tödliche Kämpfe.

Hoppla.

Diktiert die PLO die Terminologie von Reuters?

14. November 2014

Pesach Benson, HonestReporting, 12. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Vor einigen Tagen warnte die PLO ausländische Reporter vor der Verwendung des Begriffs „Tempelberg“ in Berichten über die heilige Stätte in Jerusalem.

Die Begründung ist, der Tempelberg liege auf besetztem Gebiet, und jede Bezeichnung dieser Stätte außer „edles Heiligtum“ (Haram al-Sharif auf Arabisch) schmälere palästinensische bzw. muslimische Ansprüche.

Die Seite heißt Tempelberg (Har HaBayit auf Hebräisch), weil dort die Tempel von Salomon und Herodes standen. Juden (und Christen) kannten den Ort für Tausende von Jahren unter diesem Namen, bevor eine Demarkationslinie durch die heilige Stadt gezogen wurde.

Aber jetzt sagt die PLO, „Tempelberg“ sei ein unzutreffender und politisierender Name.

Also frage ich mich, ob dieser Ausschnitt aus einem Text des Reuters-Korrespondenten Jeffrey Heller sich den Palästinensern anbiedert oder einfach nur schlampig geschrieben ist.

Anbetrachts der PLO-Warnungen an Journalisten schrillen meine Alarmglocken.

Das neue Blutvergießen wurde durch Spannungen über israelischen Zugang zur heiligsten Stätte Jerusalems befeuert, die von Muslimen als edles Heiligtum verehrt wird, auf dem die al-Aqsa-Moschee steht, und von Juden als der Berg, wo einst die biblischen Tempel standen.

Benennt die ausländische Presse die Stätte mit der englischen Übersetzung ihres arabischen Namens, dann sollte sie auch die englische Übersetzung ihres hebräischen Namens erwähnen und nicht einen Namen über den anderen stellen. Erwähnt man ausschließlich den arabischen Namen, wie es die PLO haben will, dann führt das zu einem schleichenden Aushöhlungseffekt, der die jüdische Bindung zu der heiligen Stätte in den Köpfen der uninformierten Leserschaft immer weiter abschwächt.

Und warum bezeichnet man den Berg nur als Jerusalems heiligste Stätte? Es ist die heiligste Stätte des Judentums.

Neben der Sache mit der irreführenden Terminologie gibt es auch die Frage der Transparenz: Fügte sich Heller der PLO-Warnung?

Wir reden hier über Reuters, deren Spitzenmann Stephen Jukes nach dem 11. September das missliche Klischee formulierte: „Der Terrorist der einen ist der Freiheitskämpfer der anderen.“ Es war auch Reuters, die 2004 einen Wutanfall gegenüber CanWest bekamen, als die kanadische Nachrichtenkette dem Reuters-Text das Wort „Terror“ beifügte. Reuters widersprach und sagte, das T-Wort gefährde seine Reporter. Fazit: Reuters gab zu, Zugeständnisse zu machen, um mit Terroristen den ‘Frieden’ zu wahren.

Doch Reuters ist nicht der einzige Nachrichtendienst, der Fragen aufwirft, indem er sich beim Thema Tempelberg der PLO gegenüber unterwürfig zeigt. Als Antwort auf eine Meldung der AFP tweetete Matthew Kalman scherzhaft:

Gratulation an AFP für die Beachtung des PLO-Medienhinweises und die Verwendung der korrekten „Al-Aqsa-Moscheegelände“-Terminologie statt „Tempelberg“

Gratulation an AFP für die Beachtung des PLO-Medienhinweises und die Verwendung der korrekten Terminologie „Al-Aqsa-Moscheegelände“ statt „Tempelberg“

Also, Jeffrey Heller, war es schlampige Arbeit? Oder erlauben Sie der PLO, Ihnen vorzuschreiben, wie Sie Ihre Arbeit für Reuters zu machen haben?

Bild: CC BY-SA Wikimedia Commons/Andrew Shiva; Reuters Egg-sposed CC BY/SA HonestReporting.com

Hat die israelische Polizei die „al-Aqsa-Moschee erstürmt“?

10. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 6. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Der Tempelberg ist bei der Gewalt, die Jerusalem aktuell heimsucht, zu einem zentralen Unruheherd geworden. Und einige Medienberichte, angefeuert von unverschämten Behauptungen von Palästinensern und Jordaniern, erwecken den Eindruck, Israel habe einen heiligen islamischen Ort angegriffen oder entweiht.

Das Wall Street Journal berichtet:

Hayel Dawood, der jordanische Minister für islamische Angelegenheiten, beschuldigte Israel des Angriffs auf die al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg, die drittheiligste Stätte des Islam. Der Waqf, eine Jordanien angehörige muslimische Religionsbehörde zur Verwaltung der Stätte, sagte, Funken von israelischen Blendgranaten hätten ein Feuer in der Moschee entfacht, und laut Herrn Dawood seien Teppiche und zwei Kronleuchter in Flammen aufgegangen.

Wären Sie ein Leser des Daily Telegraph, wäre das gewiss glaubwürdig, denn deren Bericht enthält das folgende Video mit dem dramatischen Titel „Gewalt bei der Erstürmung der al-Aqsa-Moschee durch die Polizei“:

(Für das Video bitte hier klicken, es ist am Anfang der verlinkten Seite.)

Die Story enthält auch folgendes Foto mit Bildunterschrift:

Palästinenser räumen Trümmer in der al-Aqsa-Moschee nach Zusammenstößen zwischen steinewerfenden Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Palästinenser räumen Trümmer in der al-Aqsa-Moschee nach Zusammenstößen zwischen steinewerfenden Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Es ist leicht zu erkennen, wie man glauben kann, die israelische Polizei sei verantwortlich für Schaden an der Moschee, insbesondere weil die einzige Bezugnahme auf das Foto und Video im Text des Daily Telegraph die folgende ist:

Zuvor wurde ein Palästinenser bei schweren Unruhen nahe der al-Aqsa-Moschee, einer der heiligsten Stätten des Islam, die auf der von Juden Tempelberg genannten Anhöhe steht, von einem Gummigeschoss und Tränengas schwer verletzt, die von der israelischen Grenzpolizei in die Moschee geschossen worden waren.

Zwar führte auch das Wall Street Journal die Anschuldigungen Jordaniens und des Waqf in seinem Artikel an, aber anders als der Daily Telegraph untersuchte es den fraglichen Vorfall etwas genauer:

Israel bestritt, dass es für das Feuer verantwortlich war, und beschuldigte arabische Protestanten, die während Unruhen vom Inneren der Moschee aus Böller auf Polizisten warfen. Die Polizei sagte, sie seien einige wenige Meter in die Moschee eingedrungen und hätten von außen die Tür zugemacht.

Die Polizei sagte, maskierte Palästinenser hätten nach Beginn der Besuchszeit für Nichtmuslime einen Steinhagel auf sie geworfen und Hunderte Böller abgefeuert. Im nachfolgenden Handgemenge hätten sie die Tür zur Moschee geschlossen, in welcher die Protestanten Deckung gesucht hätten.

Der Eingang wurde jedoch durch Hindernisse offengehalten. Die Polizei sagte, sie habe sich einige Meter in die Moschee hineinbewegt, um die Demonstranten innen einzuschließen.

Der Bericht der New York Times enthielt auch die folgenden Informationen:

Von der israelischen Polizei gefilmtes Videomaterial zeigt maskierte Palästinenser, wie sie vom Inneren der al-Aqsa-Moschee aus Steine und Böller auf die Polizisten werfen, und zwar beim offensichtlichen Versuch, jüdische Besucher vom Betreten des Geländes abzuhalten, nachdem einige Israelis am Mittwoch dortige Gebete gefordert hatten.

Man sah die Polizei einige Schritte innerhalb der Moschee, wie sie Möbel beseitigten, welche von den Protestanten als Barrikade benutzt wurden, damit die Tür nicht geschlossen werden konnte. Ein Polizeisprecher, Micky Rosenfeld, sagte, die Polizei habe Blendgranaten verwendet, bestritt jedoch, dass sie tief in die Moschee gegangen wären.

Was jedoch in keinem Bericht vorkommt, ist die Beurteilung der israelischen Sicherheitsdienste, dass der Aufruhr auf dem Tempelberg im Voraus geplant war, wobei Steine, Böller und Molotowcocktails in der al-Aqsa-Moschee gelagert wurden, um die israelische Polizei und Besucher auf dem Gelände anzugreifen. Es gab keine „Erstürmung“ der Moschee durch die Polizei. Statt dessen war es das Ziel gewesen, die Moscheetüren zu schließen, um die Aufständischen im Innern zu belassen und das Werfen der Steine, Böller und Molotowcocktails zu beenden, wodurch wieder Frieden auf dem Tempelberg einkehren konnte.

Die Szenen mit Trümmern und Möbeln im Video und auf den Begleitfotos sind das direkte Resultat der palästinensischen Inbeschlagnahme von allem, was sie als Barrikade benutzen konnten, um eine polizeiliche Intervention zu verhindern. Während Israel der Entweihung der Moschee beschuldigt wird, sollte man sich vielmehr fragen, warum die palästinensischen Aufständischen offenkundig so wenig Achtung bzw. Respekt vor ihrer eigenen heiligen Stätte haben, dass sie sie für Gewaltzwecke missbrauchen konnten.

Ein weiteres Video der israelischen Polizei zeigt deutlich, wie palästinensische Aufständische die Moschee entweihten.

Wenn man das Video des Daily Telegraph ansieht und die Zusammenhänge kennt, so verleiht dies der israelischen Version der Dinge die weit größere Glaubwürdigkeit. Wenn man sieht, wie in der Moschee Böller losgelassen werden, ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie das Feuer ausgebrochen sein könnte.

Der Daily Telegraph jedoch versagt darin, im Artikel einen Kontext für das Video oder das Foto zu bieten. Statt dessen hat es das Blatt geschafft, Benzin auf das Feuer zu gießen, das zur Zeit in Jerusalem lodert.

Bild: CC BY-SA Andrew Shiva via Wikimedia Commons

Suha Arafat: Die Intifada 2000 wurde von Arafat angestiftet

27. Dezember 2012

HonestReporting Media BackSpin, 27. Dezember 2012

Yasser Arafats Frau Suha ließ die Hosen runter und teilte Dubai-TV mit, dass ihr Ehemann unmittelbar nach den geplatzten Gesprächen von Camp David die Intifada geplant hatte.

Anders als Imad Faluji hörte sie das von Yasser höchstpersönlich. Der Besuch Ariel Scharons auf dem Tempelberg war nicht Auslöser für die Intifada.

Sag‘, dass es nicht wahr ist!

Palästinensische Reaktion auf Gingrich: Ein Esel schilt den anderen ein Langohr

12. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 11. Dezember 2011

Newt Gingrich, Präsidentschaftskandidat der Republikaner, hat einen vorhersehbaren Sturm ausgelöst wegen seiner Erklärung, die Palästinenser seien ein erfundenes Volk. Ich will zum Für und Wider dieser Aussage nicht Stellung nehmen, aber die palästinensische Reaktion erregte meine Aufmerksamkeit.

Der hochrangige palästinensische Funktionär Saeb Erekat gab folgendes Statement ab:

Was ist die Ursache von Gewalt und Krieg in dieser Region? Aberkennung der Religion des Volkes, seiner Existenz; und nun leugnet er unsere Existenz.

Wie wahr. Wie wäre es mit einigen palästinensischen Leugnungen?

• Leugnung von Israels Existenzrecht,
• Leugnung Israels als jüdischem Staat,
• Leugnung jeglicher jüdischen historischen oder religiösen Bindung zum Land Israel, einschließlich der Leugnung, dass es jemals einen jüdischen Tempel auf dem Tempelberg gegeben hat;
• Die Holocaust-Leugnung der Hamas

Newt Gingrichs Aussagen werden von ihm selbst vertreten und spiegeln nicht die offizielle Politik der israelischen Regierung wider. Erekats Antwort jedoch offenbart vieles von dem, was in palästinensischen Märchen zu finden ist.

Saeb Erekat: Halte dich besser zurück!

Guardian: Fehlerkorrektur absichtlich unterlassen

27. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. August 2011

Erst kürzlich hatten wir Harriet Sherwood wieder bei einer weiteren falschen Beschreibung der Westmauer als „heiligste Stätte des Judentums“ ertappt, in der sie gleichzeitig das Narrativ einer palästinensische Oberhoheit über den Tempelberg, die tatsächlich heiligste Stätte des Judentums, hinausposaunt hatte.

Ich [Anm. (bd): Simon Plosker] schickte sofort eine Protest-Mail mit der Forderung nach Korrektur an den Leserbrief-Redakteur des Guardian mit dem Hinweis, dass, auch wenn ich nicht erwartete, dass die Zeitung aufhörte, palästinensische Versionen der Geschichte nachzuplappern, ich doch zumindest Genauigkeit voraussetzte, was Fakten betrifft.

Eine Korrektur zum Artikel wurde dann auch veröffentlicht, aber nicht so, wie sie hätte lauten müssen:

Der amerikanische Moderator Glenn Beck wurde fälschlicherweise in einem Artikel über seinen Plan, in Jerusalem eine Kundgebung abzuhalten, als wiedergeborener Christ bezeichnet. Er ist gläubiger Mormone (Facebook protest over US broadcaster’s Israeli rallies, 24. August, Seite 26).

Dem kann ich nur entnehmen, dass der Guardian entweder einen ganz Blick auf den Artikel hat oder meine Beschwerde als unwichtig abtut. Kann der Guardian bei mir noch mehr Ekel hervorrufen als dies ohnehin schon Fall ist?

Dejudaisierung Jerusalems: Der Guardian hilft bei der Verbreitung palästinensischer Lügen

23. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 23. November 2010

Macht sich der Guardian palästinensische Behauptungen zu eigen, Israel und die Juden hätten keine religiöse oder historische Verbindung zur Westmauer oder zum Tempelberg?

Lesen Sie dazu bitte den neuen medienkritischen Beitrag von HonestReporting Großbritannien: Dejudaising Jerusalem: The Guardian Helps Promote Palestinian Lies

330 Meter* und der Tag des Zorns

16. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 16. März 2010

Dieser Reuters-Schnipsel zur Wiedereröffnung der Hurva-Synagoge ist sachlich zwar richtig,  enthält aber den Hauch einer lächerlichen Anklage:

Die Hamas und palästinensische Offizielle, die der rivalisierenden Fatah angehören, dass die Renovierungsarbeiten an der antiken Hurva-Synagoge im jüdischen Viertel von Jerusalems ummauerter Altstadt die Al-Aqsa-Moschee** gefährde, die sich gut 330 Meter entfernt davon befindet.

Israel hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Tempelberg bildet eine eigene geographische Einheit in der Altstadt. Um ihn von der Synagoge aus erreichen zu können, muss man das Jüdische Viertel durchqueren, zum Platz vor der Westmauer herabsteigen und dann einen Steg überqueren.

Man müsste schon unter der Westmauer und dem halben Jüdischen Viertel buddeln, ohne dass dies beachtet bliebe, bevor man überhaupt den Tempelberg erreicht. Selbst Gazas beste Tunnelgräber schaffen das nicht.

Möglicherweise bedrohen illegal errichtete Häuser im wesentlich näher gelegenen Stadtteil Silwan die Al-Aqsa-Moschee. Will jemand einen Tag des Zorns ausrufen?

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*Ich habe diese geschätzte Entfernungsangabe von Israelnetz übernommen.

**Hinweis: Zwischen 1948 und 1967 haben die Jordanier 58 Synagogen im jüdischen Viertel zerstört. Sie hatten damals die Kontrolle über das Gebiet.

Grüner Prinz entlarvt großen Medien-Mythos

7. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 7. März 2010

Ich [Pesach Benson, bd] freue mich schon auf die Lektüre von Mosab HassanYousefs Buch Son of Hamas. Bis ich eine Druckausgabe in Händen halte begnüge ich mich mit Interviews und Rezensionen. Das Wall St. Journal (WSJ) weist auf einen entscheidenden Mythos hin, der vom „Grünen Prinzen“ entlarvt wird.

Gerücht: Die zweite Intifada war ein Volksaufstand, der durch Ariel Sharons Besuch auf dem Tempelberg im September 2000 ausgelöst worden ist.

Fakt: Dieser Auszug aus dem WSJ spricht für sich:

Einige Monate vor Camp David hatte der ehemalige PLO-Chef Yasser Arafat das israelische Angebot eines Staates mit 90% Fläche der West Bank und Ostjerusalem als Hauptstadt angelehnt. Yousef Aussage zufolge entschied sich Arafat für einen weiteren Aufstand, um die internationale Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Also suchte er über Sheikh Yousef Unterstützung bei der Hamas, schreibt sein Sohn, der ihn zu Arafats Amtssitz begleitete. Diese Treffen fanden statt, bevor die palästinensischen Behörden einen Vorwand für die zweite Intifada erfanden, die dann begann, als der spätere Premierminister Ariel Sharon den Tempelberg in Jerusalem besuchte, Stätte der Al-Aqsa Moschee und des Felsendoms. Yousefs Bericht ist hilfreich bei der Richtigstellung der Historie und dafür, dass der Aufstand von Arafat geplant war.

Yousef sagt mir, dass er angesichts der sinnlosen Gewalt entsetzt gewesen sei, die von den Politikern in Kauf genommen wurde, um sie „auf den Schultern einfacher, frommer Menschen“ zu entfesseln. Er bemerkte, dass die Palästinenser, die dem Aufruf folgten, „sich benahmen wie Kühe auf dem Weg ins Schlachthaus, und sie dachten, sie kämen geradewegs in den Himmel.“

So bestätigt Yousef also, was Imad Falouji, Kommunikationsminister der PA, im März 2001 erklärte. Es wurde [natürlich] nicht großartig darüber berichtet, aber vor palästinensischen Flüchtlingen im Libanon sagte er:

„Wer immer auch denkt, dass dies [der Krieg] wegen Sharons schändlichem Besuch bei Al Aksa begann, befindet sich im Irrtum. Er war seit Arafats Rückkehr aus Camp David geplant, [wo er] sich gegen Clinton behauptet und die US-Bedingungen zurückgewiesen hatte.“

Aber verlassen Sie sich besser nicht darauf….

Mainstream-Medien und palästinensische Gerüchteküche

11. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 10. November 2009

Ein Journalist beschreibt palästinensische Einschüchterungsversuche gegenüber der Presse während der neuerlichen Auseinandersetzungen in Ostjerusalem um den Tempelberg.

Die Einschüchterung war von Gerüchten begleitet, dass israelische Sicherheitsbeamte sich als Journalisten ausgeben und israelische sowie westliche und palästinensische Kollegen gefährden würden. Die Quelle der Gerüchte stammt von einem Palästinenser, der für die Betreuung der Fotoreporter verantwortlich ist. (Ich werde darauf zurückkommen).

Auf The Augean Stables beschreibt der anonym bleibende israelische Reporter die Szene in Ostjerusalem während der Auseinandersetzungen auf der Straße:

„Sie sind ein Undercover-Bulle!“ schrie er auf Arabisch, einen Steinbrocken in seiner rechten Hand haltend, während er mich mit seiner linken Hand nach mir grabschte.

„Nein, ich bin Journalist!“ entgegnete ich, überrascht durch den plötzlichen Zugriff.

„Nein, sind sie nicht. Sie sind ein Undercover-Bulle!“, schrie er wieder. „Beweisen Sie mir, dass Sie keiner sind!“

Ich kramte in meiner Tasche und zog meinen amtlich autorisierten Presseausweis heraus, gleichzeitig davon ausgehend, dass er die Ausstellungsidentität erkennen und feststellen würde, dass sie israelisch war, und dass meine Schwierigkeiten damit nur zunähmen.

Aber während er die Karte musterte, näherte sich ein anderer Journalist, ein arabischer Fotograf, kam auf uns beide zu und sagte dem jungen Mann in Arabisch, dass ich tatsächlich Journalist sei.

„Es reicht, lass ihn gehen“, sagte er ihm. Und der junge Mann tat wie geheißen….

Einige Tage später kam es wieder in und um die Altstadt zu Spannungen und Gewaltausbrüchen – diesmal auf dem Tempelberg selbst. Ich war dort und berichtete über weitere Unruhen, die im muslimischen Viertel der Altstadt ausgebrochen waren, und ich traf denselben arabischen Journalisten, der mich während der Sukkot-Unruhen in Ras Al-Amud unterstützt hatte.

„Danke Mann“, sagte ich ihm auf Hebräisch. „Sie haben mir an diesem Tag wirklich den Arsch gerettet – das war ganz schön knapp.“

„Sie haben ja keine Ahnung“, erwiderte er. „Meine Familie lebt in Ras Al-Amud, und ich musste nachts dorthin zurück und Stunden damit verbringen, sie zu überzeugen, dass ich nicht für die Israelis arbeite. Sie dachten, ich wäre irgendwie auch involviert, weil ich für Sie einstand.“

Der nicht genannte palästinensische Held beschuldigte Al-Jazeera, was der israelische Journalist nicht bestätigen konnte.

Eine Schlüsselrolle bei der Gerüchtestreuung spielt jedoch Awad Awad. Er ist Vorsitzender des Palestinian Photojournalists Committee. Letzten Monat teilte er seine Behauptungen mit Benjamin Joffe-Walt von The Media Line; der vollständige Bericht wurde in der Jerusalem Post neu veröffentlicht:

Palästinensische Fotografen behaupten, dass undercover agierende israelische Sicherheitsbeamte sich als Fotoreporter ausgegeben haben, um über die neuerlichen moslemischen Demonstrationen in Jerusalem zu berichten.

Awad Awad, Vorsitzender des Palestinian Photojournalists Committee, sagte, dass eine Gruppe örtlicher Anwohner die Anwesenheit von israelischen Polizeieinheiten bestätigt hatte, die bekannt dafür sind, arabische Zivilkleidung anzulegen, ebenso wie israelisches Sicherheitspersonal, das als Fotoreporter auftritt und dann Protestler inhaftiert.

„Leute in Ostjerusalem behaupteten, dass sie das am Donnerstag gesehen haben, aber zunächst dachte ich, dass es nur Gerede sei“, so Awad gegenüber The Media Line. „Aber dann am Freitag sahen viele Leute drei Polizisten, immer noch wie Fotografen gekleidet, die plötzlich einen der Demonstranten festnahmen. Viele palästinensische Fotografen riefen mir zu und ein Anwohner nahm es mit seiner Mobilphone-Kamera auf, aber er wollte keine Schwierigkeiten bekommen und hat mir die Aufnahmen nicht ausgehändigt.“

Doch Awads Story deckt sich nicht mit der anderer Journalisten, die dort waren. Joffe-Walt weiter:

Es gab Uneinigkeit dahingehend unter den Fotografen, die bei den Zusammenstößen letzte Woche anwesend waren, ob die Vorfälle so abgelaufen seien, und die Foreign Press Association entschied, zum Geschehen kein Statement abzugeben. Während manche Fotoreporter dort die Anwesenheit von Polizeikräften in Zivil bestätigten, sagten viele andere, dass sie keine israelischen Beamten gesehen hätten, die sich als Medienleute verkleidet (ausgegeben [bd])hätten.

„Ich wäre einer der ersten, die auf dem Dach stünden und „das ist nicht koscher“ rufen würden, aber so weit ich weiß, ist das nicht geschehen  und ich denke, dass dies nur ein Gerücht ist“, sagte ein ausländischer Fotograf, der ungenannt bleiben wollte. „Wenn dies passiert sein sollte,  wäre es das erste Mal gewesen, aber ich war dort anwesend, auch wenn ich Undercover-Polizei gesehen hätte – und ich sah keine -, weder ausländische Fotografen oder einheimische, die ich fragte, haben etwas gesehen.“

„Das Problem: Obwohl nichts passierte, ist die Tatsache, dass Leute glauben könnten, es hätte etwas stattgefunden, es zunehmend schwieriger für die Presse wird, ihrer Arbeit nachzugehen, weil die Leute ihr nicht über den Weg trauen“, erklärte der Fotograf gegenüber The Media Line. „Also denke ich, dass es besser ist, sich so schnell wie möglich da herauszuhalten.“

Ich würde nicht davon ausgehen, dass israelische Sicherheitskräfte sich als Journalisten ausgeben, und ich hoffe, dass sich die Vorwürfe als haltlos erweisen.

Abgesehen davon finde ich es verrückt, dass Awad Awad, dessen Aufgabe es ist, die Interessen palästinensischer Journalisten zu schützen, sie in Gefahr gebracht hat (und ihre israelischen und westlichen Kollegen), ohne irgendeinen Nachweis zu erbringen.

Tagesdosis moralischer Gleichsetzung

23. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 23. November 2008

Robert Gee von Cox News besichtigte letzte Woche den Tempelberg. Auf seinem Blog im Austin American-Statesman macht er diese scharfsichtige Beobachtung:

Am drittheiligsten Ort der islamischen Welt waren in einer Glasvitrine Tränengaskanister ausgestellt, die von den israelischen Truppen dort eingesetzt worden waren.

Symmetrie des Augenblicks: Israelis bewahren in der Polizeistation von Sderot Hunderte Geschosshülsen von selbstgemachten palästinensischen Raketen auf, die während der letzten Jahre von Militanten aus Gaza abgefeuert wurden. Die Schrottteile werden hauptsächlich wegen der anreisenden Journalisten und Diplomaten aufbewahrt und dienen häufig als Hintergrundkulisse für im Fernsehen übertragene Stellungnahmen von Würdenträgern.

Gee hat Recht mit dem Hinweis, dass beide Seiten PR-Punkte mittels der MSM sammeln wollen. Vielleicht sollte man aber zwei zusätzliche Punkte in Erwägung ziehen:

1. Tränengaskanister werden im Straßenkampf eingesetzt und entfalten keine tödliche Wirkung, während Kassam-Raketen wahllos mit dem Ziel abgefeuert werden, Menschen zu töten.

2. Die Zahl der Einsätze, bei denen israelische Sicherheitskräfte Tränengas auf dem Tempelberg einsetzten, ist sehr begrenzt im Vergleich zu den täglichen Raketensalven, die seit dem israelischen Rückzug aus Gaza von dort abgefeuert werden.

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Terrorgruppe sendet vom Tempelberg

9. September 2008

honestreporting.com Media BackSpin, 9. September 2008

Radiosender, die mit der Hamas und dem Islamischen Jihad verbunden sind, senden nächtliche Ramadan-Gebete vom Tempelberg aus. WorldNetDaily berichtet:

Die Hamas-Sendungen sind eine Art Handstreich der Terrorgruppe, da dies der einzige palästinensische Fernsehsender ist, der die Tarawih von der Al Aksa-Moschee sendet, was der Hamas die Möglichkeit verschafft die Gottesdienste auf dem Tempelberg mit Palästinensern im Gazastreifen und der Westbank zu teilen.

Terrorgruppen haben früher schon vom Tempelberg aus gesendet.

AFP gräbt falsches Archivbild aus

27. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 27. März 2008

Palästinenser im Stadtteil Silwan nahe des Tempelberges protestieren gegen archäologische Ausgrabungen der israelischen Behörde für Altertümer (IAA). Obwohl die IAA-Ausgrabungen südlich des Tempelberges und außerhalb der Altstadtmauern stattfinden, suggeriert dieses dem AFP-Bericht beigefügte Archivbild* einen anderen Eindruck:

Das Archivbild zeigt einen Baugraben, ausgehoben als Teil einer archäologischen Grabung auf dem Gelände der Al-Aqsa Moschee. Ein Tunnel, der ausgegraben wird, um Zugang zu einem jüdischen Tempel zu bekommen und unter vielen palästinensischen Häusern in Ostjerusalem hindurch führt, sorgt für neuen Zündstoff in der Stadt. (AFP/File/ Ahmed Gharabli)

Die logische Schlussfolgerung ist, dass die fiesen Israelis den Tempelberg selbst angraben. Außerdem unterschlägt die Bildunterschrift, dass die hier gezeigte Ausgrabung in Wirklichkeit durch die islamische Waqf*** ausgeführt wurde, als sie letzten August einen großen Graben ausbaggerte.

Dazu passend: Die neusten Beschädigungen von Altertümern auf dem Tempelberg
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* und**: Als ich darauf zugriff, schien es entfernt worden zu sein. Das änderte aber auch nichts, da es im AFP-Bericht weiterhin zu sehen ist.

***Arabische Tempelbergverwaltung (Stiftung)