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Medien beschuldigen Israel Jerusalems „Status Quo“ zu verletzen; schauen bei Auslandsregierungen weg, die das tatsächlich tun

18. November 2021

Gidon Ben-Zvi, HonestReporting, 11. November 2021

Praktisch ohne internationale Berichterstattung unternehmen Länder vom Iran über die Türkei bis zu Jordanien Initiativen, die Israels Souveränität über Jerusalem, der Hauptstadt des jüdischen Staats, schwächen sollen. Prominente Nachrichtenmedien haben diese Realität ignoriert und stattdessen Israel ständig als den brüchigen „Status quo“ in der heiligen Stadt gefährdend dargestellt (siehe hier, hier, hier und hier).

Mit der Fehlcharakterisierung von Israels Kampf zum Schutz seiner Bürger in Jerusalem als angebliche Misshandlung örtlicher Palästinenser geben große Nachrichtenmedien Gruppen und Regierungen Carte Blanche, die danach streben Israels legitime Ansprüche auf die Stadt zu untergraben.

Und wenn diese Auslands-Einflüsse – die in Wirklichkeit Provokationen sind – nicht angegangen werden, könnte das einmal mehr Gewalt an Brennpunkten zur Folge haben.

Jordanische Einmischung in Jerusalem

Israelische Medien berichteten diese Woche, dass in Jordanien eine Spendenkampagne mehrere Millionen Schekel erbrachte, angeblich um Häuser alter palästinensischer Einwohner Jerusalems zu renovieren, insbesondere von solchen, die nahe des Tempelbergs leben.

Allerdings erklärte Majed Al-Tabbaa, der Präsident der jordanischen Ingenieursvereinigung, die die Initiative anführt, ihren Zweck so:

„Die Kampagne ist Jordaniens Antwort auf die Balfour-Erklärung, die es den israelischen Besatzungsbehörden erlaubte eine nationale Heimstatt auf palästinensischem Land zu errichten.“ Er [Al-Tabbaa] sagte, das Projekt spiegele nicht nur die Haltung der Ingenieursvereinigung, sondern die des „gesamten jordanischen Volks“ und repräsentiere die „Gefühle der Einwohner gegenüber der Al-Aqsa-Moschee“.

Die führenden Medienorgane der Welt versäumten es über ein solch problematisches Projekt zu berichten, obwohl sie reflexhaft weiter die palästinensische Gewalt auf dem Tempelberg herunterspielen. Das Verständnis der Medien für die Realität ist derart verzerrt, dass die New York Times am 24. August eine Story über jüdisches Gebet auf dem Tempelberg brachte, in der nicht einmal erwähnt wurde, dass dieser Ort der heiligste des Judentums ist.

Die Ambitionen der Türkei in Jerusalem

Die Machenschaften Jordaniens sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Während des von den Terrorgruppen des Gazastreifens initiierten, elf Tage dauernden Konflikts forderte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu konkrete Maßnahmen, die Israel abschrecken und die Hamas unterstützten. Insbesondere drängte Cavusoglu die islamische Welt eine internationale Steitmacht nach Jerusalem zu schicken.

Tatsächlich hat die Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sich schon seit Jahren in die politischen und sozialen Angelegenheiten Jerusalems eingemischt. Zu diesen subversiven Aktivitäten gehört die Finanzierung – in einer Größenordnung von mehr als $40 Millionen – von Reisen palästinensischer Jugendgruppen zu radikal-islamischen Konferenzen in der Türkei und dass Palästinenser mit Bussen nach Jerusalem gekarrt werden, um jüdische Besucher des Tempelbergs zu belästigen.

Als Ergebnis sind überall in Ost-Jerusalem türkische Flaggen zu sehen. Fotos des extrem israelfeindlichen und offen antisemitischen Erdoğan zieren Geschäfte in der gesamten Altstadt.

Angriffe von PA, Hamas auf Israels Souveränität

Während des Konflikts im Mai stellten die Medien fast uniform und falsch die Aggression der Hamas als Reaktion auf Bemühungen der israelischen Polizei dar, massive „Proteste“ von Palästinensern in Jerusalem, auch auf dem Tempelberg, niederzuschlagen. Tatsächlich drohten der politische Hamas-Chef Ismail Haniyeh und der Militärkommandeur der Terrorgruppe, Muhammad Deif, in Jerusalem Chaos und Verwüstung zu verursachen, wenn die israelische Regierung die gerichtlich angeordnete Räumung arabischer Familien aus besetzten, Juden gehörenden Häusern in Ost-Jerusalems Viertel Scheik Jarrah/Schimon HaTzadik ausführt.

Wie von HonestReporting berichtet, wies Haniyeh palästinensische Einwohner von Scheik Jarrah an den Kompromiss des israelischen Obersten Gerichtshofs abzulehnen, der den gärenden Disput gelöst hätte; Grundlage für die Anweisung war, Israel sei „ein illegales Gebilde auf unserem [palästinensischen] Land“.

Derweil forderten die Palästinensischen Nationalen und Islamische Kräfte – eine Koalition, zu der die Hamas, die Volksfront zur Befreiung Palästinas und der Palästinensische Islamische Jihad gehören – ebenfalls, dass der Vorschlag des Gerichts abgelehnt wird.

Gleichzeitig wurden durch die palästinensische Autonomiebehörde, die von den Medien ständig und fälschlich als gemäßigte Organisation dargestellt wird, Vereinbarungen zwischen Ramallah und Jerusalem durch politische Aktivitäten in der gesamten Hauptstadt Israels verletzt. In der weit verbreiteten Berichterstattung über Scheik Jarrah wird nicht gesagt, dass es offiziellen PA-Vertretern, die die palästinensischen Familien ebenfalls unter Druck setzten den Kompromiss abzulehnen, verboten ist „Bedrohung und Einschüchterung von Einwohnern Jerusalems zu betreiben“.

Darüber hinaus fordern vom israelischen Parlament verabschiedete Inlands-Gesetze, dass die PA erst eine Erlaubnis erhalten muss, wenn sie im souveränen Israel mit „Aktivitäten mit politischer oder Regierungs-Eigenschaften“ aktiv sein will.

Tendenziöse Berichterstattung normalisiert palästinensische Ablehnung von Koexistenz

Indem über das Untergraben der Stabilität Jerusalems durch externe Kräfte nicht berichtet wird, die an Israels Souveränität über die Stadt kratzt, haben die Medienorgane entscheidenden Kontext eines komplexen Problems gelöscht.

Das vielleicht bedeutendste Ergebnis dieses journalistischen Vergehens ist, dass man der PA die Verweigerung durchgehen lässt. Denn während viele darauf bestehen, dass Jerusalem im Fall eines Friedensabkommens zwischen Israel und den Palästinensern geteilt werden muss, macht Ramallah keinen Unterschied zwischen den östlichen und westlichen Teilen der Stadt.

2020 machte Mahmud al-Habbasch, einer der Berater von PA-Präsident Mahmud Abbas, in einem Fernsehinterview deutlich, dass „Jerusalem und Palästina“ befreit werden und „uns allein gehören wird“.

Die Weigerung der Medien irgendetwas davon zu berichten hat den Angriff auf Israels Souveränität über seine Hauptstadt praktisch legitimiert.

Die anhaltende Manipulation des „Status quo“ durch Akteure des Auslands und die offensichtliche Vertuschung ihrer Verbündeten in den Medien hat der Koexistenz erheblichen Schaden zugefügt.

„Ein Denkmal und ein Name“: Die Geschichte des Holocaust-Museums Yad Vashem

11. November 2021

Ruby Kwartz, HonestReporting, 14. Oktober 2021

Zu Angela Merkels letzter Reise nach Israel als deutsche Bundeskanzlerin gehörten Besuche einer Reihe wichtiger Stätten. Das möglicherweise wichtigste Ziel auf ihrem zweitätigen Reiseplan war Yad Vashem – Das Welt-Gedenkzentrum für den Holocaust in Jerusalem.

Die deutsche Leiterin hat Reue wegen des Nazi-Völkermords an rund sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs zum Ausdruck gebracht, insbesondere 2008 bei ihrer Rede vor der Knesset, dem israelischen Parlament. Während dieser Rede erklärte Merkel: „Die Schoah [Holocaust] erfüllt uns Deutsche mit Scham. Ich verbeuge mich vor den Opfern. Ich verbeuge mich vor allen, die den Überlebenden halfen.“

Merkels Besuch beim Denkmal, das für jede politische Führungsperson der Welt ins Protokoll gehört, der nach Israel kommt, dient als Erinnerung an die Bedeutung von Yad Vashem – für Juden genauso wie für Nichtjuden.

Buch Jesaja Kapitel 56, Vers 5: Wurzeln von Yad Vashem

Die Idee Yad Vashem als Gedenkstätte für die im Zweiten Weltkrieg ermordeten Juden in Israel zu gründen zu gründen wurde erstmals bei einem Treffen des Jüdischen Nationalfonds im September 1942 vorgestellt. Die Diskussion wurde von frühen Berichten angestoßen, dass Juden in von den Nazis besetzten Ländern verfolgt und unterdrückt werden. Damals waren sich die Teilnehmer des Treffens des ganzen Ausmaßes der in Europa ablaufenden Schrecken nicht voll bewusst.

Foto: Valley2city

Nach dem Krieg wurde 1945 der Plan für eine Holocaust-Gedenkstätte erneut bei einem Treffen in London diskutiert, das einen provisorischen Vorstand aus zionistischen Führungskräften einrichtete. Im Februar 1946 eröffnete Yad Vashem seinen Hauptsitz in Jerusalem, dazu ein Büro in Tel Aviv.

Das „Yad Vashem-Gesetz“ wurde von der Knesset 1953 einstimmig verabschiedet, fünf Jahre nach der Gründung des Staates Israel. Es bildete die Behörde für das Gedenken an die Holocaust-Märtyrer und -Helden und gründete Yad Vashem als Weltzentrum für das Holocaust-Gedenken.

Das Gesetz betraute Yad Vashem mit der Verantwortung des Gedenkens, der Dokumentation, Forschung und Bildung zum Holocaust, wobei sich besonders auf die Erinnerung der Menschen, Familien und Orte konzentriert wird, die während des Kriegs verloren gingen.

Das Gesamtziel bestand darin sicherzustellen, dass die Umgekommenen nicht vergessen werden.

Der Name Yad Vashem, der übersetzt „ein Denkmal und ein Name“ bedeutet, wurde einem Bibelvers im Buch Jesaja (56,5) entnommen: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals ausgetilgt wird.“ Dieser Vers umfasst den Auftrag von Yad Vashem als Institution; der darin besteht den Opfern der Schoah zu gedenken und die Erinnerung an sie zu bewahren. Zusammen mit diesen Zielen schuf Yad Vashem eine „Halle der Namen“,  um die Namen aller Opfer des Holocaust aufzuzeichnen, damit ihre Leben niemals aus der Erinnerung gelöscht werden können.

„Den Einzelnen in die Augen blicken“: Museum der Geschichte des Holocaust

Foto: Dennis Jarvis: Israel-06229 – Yad Vashem

Das Museum der Geschichte des Holocaust ist das zentrale Element des 45 Morgen Grundstücks von Yad Vashem auf dem Har HaZicharon (Berg der Erinnerung). Das Museum wurde von dem prominenten israelischen Architekten Mosche Safdie entworfen und 2005 nach zwei Jahrzehnten Planung und Bau eröffnet.

Das Museum der Geschichte des Holocaust ist entlang eines langen Korridors angelegt und enthält zehn Ausstellungsräume, die sich chronologisch vom Anfang des Aufstiegs der Nazis an die Macht in Deutschland bis zur Befreiung der Todeslager und den Folgen des Kriegs fortbewegt; am Ende befindet man sich in der Halle der Namen. Jeder Raum enthält zahlreiche Artefakte, darunter persönliche Besitztümer, politische Propaganda und Zeugenaussagen.

Avner Shalev, der ehemalige langjährige Vorstand des Museums, wollte, dass die neue Ausstellung sich weniger als Darstellung einer Reihe von Ereignissen anfühlt, sonder mehr so, als würden die Besucher „den Einzelnen in die Augen blicken“.

Triumph über den schlimmsten Völkermord der Menschheitsgeschichte

Foto: Dennis Jarvis: Israel-06258 – Yad Vashem

Architekt Safdie ermutigt nicht zu einer einzigen Interpretation dessen, was der Aufbau des Museums symbolisiert, drängt die Menschen stattdessen dazu ihre eigene Bedeutung aufgrund dessen abzuleiten, was es ihnen persönlich sagt.

Aber der 180 Meter lange, dreieckige Tunnel der eng und dunkel beginnt und dann im Verlauf des Ausstellungsfortschritts allmählich weiter und heller wird – Ergebnis der Prismen-Oberlichter, die über die ganze Länge des Museums verlaufen – ruft Gefühle der Hoffnung auf Überleben des jüdischen Volks und des Triumphs über den schlimmsten Völkermord der modernen Menschheitsgeschichte hervor.

Die Tatsache, dass der Ausgang des Museums zu einem beeindruckenden Blick auf Jerusalem führt, wird von vielen ebenfalls als Verkörperung der Zukunft des jüdischen Volks gesehen, zusammen mit der Idee, dass die Existenz eines jüdischen Staats verhindern wird, dass solche Gräueltaten noch einmal geschehen.

Undendliche Zahl an Lichtern: das Kinder-Denkmal

Foto: Bgabel bei wikivoyage

Das KinderDenkmal ist eine weitere aufrüttelnde Ausstellung, ebenfalls von Safdie entworfen. Eine kurze Fußstrecke vom Hauptgebäude des Museums ist das Kinder-Denkmal aus einer unterirdischen Höhle gehauen worden, was Dunkelheit und Still verleiht. Der einzige Inhalt in dem Denkmal ist eine einzelne Kerze in der Mitte des Raumes. Es fällt auf, dass die Vielzahl der Spiegel, die die Wände säumen, den Anschein von einer unendlichen Zahl an Lichtern erweckt, was die 1,5 Millionen jüdischen Kindern symbolisiert, die im Holocaust ermordet wurden.

Zusätzlich zur visuellen Darstellung hören die Besucher einen subtilen Unterton düsterer Musik neben einer Tonaufzeichnung, die die Namen, das Alter und Herkunftsland jüdischer Kinder vorliest, die während des Krieges verloren gingen.

Das Kinder-Denkmal wurde von den Holocaust-Überlebenden Abe und Edita Spiegel vorgeschlagen und finanziert, deren zweieinhalb Jahre alter Sohn Uziel im KZ Auschwitz ermordet wurde. Ein Steinporträt Uziels steht am Eingang zur Denkmalshöhle, geformt nach dem einzig erhaltenen Bild, das die Spiegels von ihrem Sohn hatten.

Eine Zeit für Gebet: Die Synagoge von Yad Vashem

Die Synagoge von Yad Vashem fungiert als Ort, an dem Menschen entweder privat beten können, um die zu betrauern, die verloren gingen oder um an einem traditionellen jüdischen Gottesdienst teilzunehmen. Ein prägendes Merkmal der Synagoge besteht darin, dass sie 31 verschiedene Judaika beinhaltet, die erhalten und aus Europa hergebracht wurden, darunter vier Thora-Bögen. Anders als die weit überwiegende Mehrheit der Judaika aus Synagogen und Häusern in ganz Europa wurden diese Dinge nicht zerstört. Damit dienen sie als Erinnerung an den „außergewöhnlichen Überlebenswillen des jüdischen Volks, sich zu erinnern und wieder aufzubauen“, so die Worte des früheren Museumsvorsitzenden Shalev.

Mehr als 27.000 Gerechte unter den Völkern

Foto: צילום: ד”ר אבישי טייכר

Als Teil des Yad Vashem-Gesetzes von 1953 hat das Museum die Pflicht die Nichtjuden zu ehren, die ihr Leben riskierten, um Juden zu ermöglichen der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Diese Menschen sind als Gerechte unter den Völkern bekannt und mehr als 27.000 wurden von Yad Vashem als solche anerkannt.

Ihrer wird in Yad Vashem mit Bäumen gedacht, von denen jeder einer Person oder Organisation gewidmet ist, die Juden half den Holocaust zu überleben. Die Bäume wurden rund um den Museumskomplex gepflanzt. Einige Namen sind auch in die Ehrenmauer im Garten der Gerechten unter den Völkern eingraviert. Ihre Namen stehen zudem in der Enzyklopädie der Gerechten unter den Völkern zur Verfügung, zu denen auch mehrfache Ehrungen für verschiedene Gruppen von Menschen gehören, die ihre Sicherheit und Freiheit  opferten, um anderen zu helfen zu überleben.

Dokumentation der Schoah: Das Archiv von Yad Vashem

Das Archiv von Yad Vashem ist die größte Sammlung an Dokumenten und Artefakten aus der Schoah. Wegen der fortgesetzten Bemühungen von Historikern und Archivaren nimmt die Menge an erworbenen Informationen über das Leben von  Juden, die die Nazis zu überleben, ständig zu.

Das Archiv beherbergt Millionen Artefakte aus dem Holocaust, darunter Dokumente, Fotografien, schriftliche Zeugenaussagen und physische Gegenstände. Zusammen haben diese zu einem besseren Verständnis der verschiedenen Wege geführt, über die Menschen versucht haben den Holocaust zu überleben. Das Archiv erlaubt es auch, der Umgekommenen angemessen zu gedenken.

Ein beträchtlicher Teil des Archivs ist digitalisiert worden und für die Öffentlichkeit frei online zugänglich.

4.800.000 Namen

Eine der Kernaufgaben von Yad Vashem – der Namen jedes einzelnen Opfers des Holocaust zu gedenken – manifestiert sich in der Gründung der Zentralen Datenbank der Namen der Opfer der Schoah. Sie enthält mehr als 4.800.000 Namen, von denen viele als Ergebnis von Zeugenaussagen offenbart wurden, die von Freunden und Familien der Opfer eingereicht wurden.

Foto: Yad Vashem, Holocaust Museum, Jerusalem – Halle der Namen _ Noam Chen_ IMOT

Die Namen werden im letzten Raum des Museums gezeigt, der als Halle der Namen bekannt ist, dem wohl bewegendsten Teil des Museums. Die Decke der Halle bildet ein 10 Meter hoher Kegel, der sich dem Himmel entgegenstreckt und mehr als 600 Bilder und Fragmente von Dokumenten zeigt, die mit den Opfern des Holocaust in Verbindung stehen. Als Ergebnis wird die Darstellung im Wasserbecken gespiegelt, was eine Atmosphäre der Besinnung und Trauer um die Menschen  schafft, deren Namen nie gefunden werden und die nicht persönlich in das Mahnmal integriert werden können.

Die Seiten mit den Zeugenaussagen, die Informationen zu jedem Opfer der Schoah bieten, säumen die Wände auf einer Reihe Regale, von denen einige in der Hoffnung ergreifend leer geblieben sind, dass weitere Namen entdeckt und der Datenbank hinzugefügt werden. Auf diese Weise wird eines Tages eines jeden Opfers gedacht werden.

Nie wieder

Die Institution Yad Vashem betreibt die Internationale Schule für Holocaust-Studien, um sicherzustellen, dass die Menschen überall auf der Welt, Juden wie Nichtjuden, eine umfassende Bildung zur Schoah erhalten können. Yad Vashem ist das Heim für das Lerncenter der Schule, das es Besuchern ermöglicht interaktiv verschiedene historische Themen und die moralischen Fragen zu erforschen, die der Holocaust aufwirft.

Seit der Gründung von Yad Vashem hat es bahnbrechende Arbeit zum Gedenken an die Opfer des Holocaust geleistet, wobei es sicherstellte, dass solche Tragödien niemals vergessen oder bagatellisiert werden. Yad Vashem steht an vorderster Front von Holocaust-Gedenken und -Bildung und repräsentiert die Kraft des jüdischen Volks die schlimmsten vorstellbaren Umstände zu überleben, während es geeint und hoffnungsvoll in die Zukunft sieht.

Medien verpassen die eigentliche Story bei den palästinensischen Krawallen auf dem Tempelberg

13. Mai 2021

Emanuel Miller, HonestReporting, 9. Mai 2021

Am Freitag skandierten tausende Moscheebesucher gewalttätige Parolen, während sie auf dem Tempelberg randalierten, dem heiligsten Ort des Judentums, auch Standort der Al-Aqsa-Moschee, dem drittheiligsten Ort des Islam. Mehr als 200 Palästinenser und 17 israelische Polizisten wurden bei den daraus resultierenden Zusammenstößen verletzt.

Aber das war nicht das, wie die Medien die Geschichte berichteten.

Wenn man irgendeinen Bericht der New York Times, der BBC, des Guardian, der Washington Post oder der Associated Press liest, dann könnte einem vergeben werden zu glauben, dass palästinensische Moscheebesucher von unbarmherzigen israelischen Sicherheitskräften misshandelt wurden.

Eine solche Darstellung ist nicht nur eine Verzerrung der Fakten, sondern trübt auch das Gesamtbild.

In den Berichten ausgelassen: palästinensische Kampfrufe

„Ya Qassam, Ya Habib/Bombardiert, bombardiert Tel Aviv.“                     

Das waren die Worte von den Lippen nicht hunderter, sondern tausender Palästinenser, die sich auf dem Tempelberg versammelt hatten, um den letzten Freitag des Monats Ramadan zu begehen.

Das waren nicht die einzigen Gewaltworte: Der bekannte alte Kehrreim „Mit unserer Seele, mit unserem Blut werden wir dich erlösen, Al-Aqsa“ wurde ebenfalls wiederholt skandiert.

Das vielleicht ungeheuerlichste Beispiel kam in einem Beitrag von NPR, in dem Parolen erwähnt wurden – aber nur die einer kleinen Gruppe jüdischer Extremisten während der letzten Wochen (Minute 2:40 im Audio-Clip). Die auf Arabisch von tausenden muslimischer Moscheebesucher während der Zusammenstöße am Freitagabend gesungenen Parolen wurden hingegen nicht als erwähnenswert betrachtet.

Während dies von den Medien fast nicht berichtet wurde, sollte Reuters als eines der wenigen gelobt Nachrichtenorgane gelobt werden, das die Aufstachelung zu Gewalt erwähnte.

Derweil beschrieb die selbsternannte „Friedens“-Organisation IfNotNow das Hassreden als „inspirierenden … palästinensischen Widerstand“.

Grob vereinfachendes Framing des „Konflikts im Scheik Jarrah um Land“

In den letzten Tagen hat eine juristische Debatte über das Schicksal von ein paar Immobilien im Viertel Schimon HaTzadik/Scheik Jarrah in Ostjerusalem international Schlagzeilen gemacht. Es ist zwar klar, dass dieser Fall von Randalierern in Jerusalem als Sammelruf benutzt wird, aber Medienberichte haben das Narrativ so weit übersimplifiziert, dass die palästinensische Intoleranz praktisch ignoriert wird.

Ein von der BBC nach den Krawallen am Freitagabend veröffentlichter Artikel dient als perfektes Beispiel. Er begann mit der Dokumentation der Zahlen der Verletzten und führte die von jeder Seite eingesetzten Waffen an, womit der Eindruck vom „mutigen“ palästinensischen Underdog entstand, der brutalen israelischen Sicherheitskräften die Stirn bot:

Mindestens 163 Palästinenser und sechs israelische Polizisten sind bei Zusammenstößen in Jerusalem veröffentlicht worden, sagen palästinensische Sanitäter und die israelische Polizei. Die meisten wurden an der Al-Aqsa-Moschee verletzt, wo israelische Polizei mit Gummigeschossen und Blendgranaten schoss, während die Palästinenser Steine und Flaschen warfen.

Der nächste Absatz gestaltet das Thema vor dem Hintergrund eines anderen:

Wegen der möglichen Zwangsräumung von Palästinensern von Land, das jüdische Siedler beanspruchen, haben Spannungen zugenommen.

Heruntergespielt: palästinensische Gewalt

Eine weitere anscheinend unangenehme, von den Medien ignorierte Tatsache ist, dass palästinensische Randalierer große Felsbrocken auf den Tempelberg brachten und in der Al-Aqsa-Moschee versteckten. Videos der Zusammenstöße zeigen auch Palästinenser, die Feuerwerkskörper als Waffen verwenden, was die israelische Grenzpolizei zwang Schilde einzusetzen, um sich zu schützen. Es scheint auch so, dass Laser eingesetzt wurden, um die Beamten abzulenken und zu verwirren. (Das im Original hier gezeigte Video konnte ich leider nicht einbinden.)

Diese von der israelischen Polizei zur Verfügung gestellten Videobilder sind von unschätzbarem Wert, weil sie den Zuschauern hilft sachgemäß zu verstehen, was im von der Washington Post verwendeten Leitbild eingefangen wurde. Die Bildbeschreibung der Post lautete: „Palästinenser reagieren, als israelische Polizei während Zusammenstößen auf dem Gelände, das die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalems Altstadt beherbergt, Blendgranaten verschießt.“

Das Bild zeigt hingegen sehr deutlich Feuerwerkskörper, die in der Luft explodieren, am wahrscheinlichsten die von den Palästinensern eingesetzten – mit der Aussicht israelische Sicherheitskräfte zu verletzen – die eine Reaktion auslösten.

Und während Blendgranaten von den Sicherheitskräften tatsächlich manchmal zur Zerstreuung der Menge eingesetzt wurden, sieht es in Wirklichkeit so aus, wenn sie explodieren.

Es scheint daher klar zu sein, dass die Bildbeschreibung der Post falsch ist.

Nicht berichtet: der palästinensische Machtkampf

Vielleicht zum ersten Mal überhaupt wurden am Wochenende auf dem Tempelberg Hamas-Flaggen gehisst. Die Terrororganisation, die den Gazastreifen beherrscht, hat sich Israels Vernichtung verschrieben und zeigt in Jerusalem Wirkung.

Die Flaggen sollten für sich selbst sprechen, schließlich repräsentieren sie eine völkermörderische Gruppe. Aber es gibt einen weiteren Blickwinkel zu diesem Vorfall.

Wie weithin erwartet, sagte PA-Präsident Mahmud Abbas vor kurzem die Parlamentswahlen ab, die ursprünglich für den 22. Mai angesetzt waren. Seitdem haben die Spannungen zwischen Abbas‘ Fatah, die praktisch die Westbank per Erlass regiert, und der Hamas zugenommen. Als Reaktion hat die Hamas die Hetze gegen den jüdischen Staat gesteigert, was viele Analysten als Versuch interpretierten ihr öffentliches Profil durch Demonstration ihrer nationalistischen Aufrichtigkeit zu verbessern.

Leider wird den Lesern regelmäßig detaillierte, nuancierte Berichterstattung zum eineinhalb Jahrzehnte dauernden innerpalästinensischen Konflikt vorenthalten. Das hat fundamentale Fehlwahrnehmungen zur Beziehung zwischen Israel und den Palästinensern wie auch zwischen den Palästinensern selbst zur Folge. In diesem Fall ist die Folge klar: Die Leser bleiben darüber fehlinformiert, was wirklich die jüngste Eskalation der Gewalt in Jerusalem verantwortlich ist.

(Bilder: Getty Images, Emmanuel Dunand)

Wer entscheidet darüber, wo Israels Hauptstadt ist?

20. September 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporing, 15.09.2016

2012 zwang HonestReporting den Guardian dazu, sich zu entschuldigen, weil er eigenmächtig entschieden hatte, Israels Hauptstadt sei nicht mehr Jerusalem sei, sondern Tel Aviv.

Das war kein einfacher Fehler, der, wenn er passiert, korrigiert wird. Der Guardian weigerte sich zunächst und stellte sich damit auf den Standpunkt, dass sich Israel in Bezug auf die Lage seiner eigenen Hauptstadt irrte. The Guardian beugte und entschuldigte sich erst unter dem Druck eines drohenden Prozesses.

Dank der Anstrengungen durch HonestReporting hat Ofcom, das damalige britische Presse Kontrollorgan, seine Regeln und der Guardian seine gesamten Gestaltungsrichtlinien geändert, was bedeutet, dass die Zeitung inzwischen die übergeordnete Richtlinie haben, Jerusalem als Hauptstadt Israels zu benennen.

In der letzten Woche beugte sich die Tschechische Republik dem Druck palästinensischer Gruppierungen und verkündete, dass seine Schulbücher den Schulkindern lehren würde, dass Tel Aviv die Hauptstadt Israels sei. Später ruderte das Land aufgrund starken diplomatischen Drucks durch Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat wieder zurück.

Ich habe den Premierminister der Tschechei ermahnt auf der Seite der Wahrheit zu stehen: #Jerusalem ist Israels ewige Hauptstadt.
– Bürgermeister Nir Barkat (@ NirBarkat) 1. September 2016

Allerdings ist dieser doppelte Standard allzu alltäglich. In den Vereinten Nationen, hat eine Vielzahl von Ländern quer durch Europa und Asien, sowie die gesamte arabische Welt verkündet, dass Jerusalem nicht Israels Hauptstadt ist, auch wenn sie sonst bei keinem anderen Land der Erde die Hauptstadt festlegen.

Wer entscheidet eigentlich, welches die Hauptstadt einer Nation ist?

Entscheidet die Tschechische Republik wo sich die Hauptstadt Israels befindet. Entscheidet das der Guardian? Und wenn dem so ist, warum wählen sie Tel Aviv? Warum nicht Beer Sheva oder Eilat. Hat Israel bei der Entscheidung über seine Hauptstadt überhaupt etwas zu sagen? Und wie ist das mit den anderen Ländern dieser Welt?

Merriam Websters Wörterbuch definiert „Hauptstadt“ als „hat die Hauptdienststellen einer Regierung“. Während Black´s Rechtswörterbuch, das als Standardwerk für Rechtsdefinitionen dient, „Hauptstadt“ als die „wichtigste Stadt eines Landes oder Region“ definiert, das „normalerweise der Sitz der Regierung und seiner Verwaltungen ist.“

Es steht außer Frage, dass Jerusalem das Verwaltungszentrum des Staates Israel ist. Es beherbergt die obersten Dienstellen aller israelischen Regierungsämter: Das Parlament (Knesset), den obersten Gerichtshof, die Residenzen des Premierministers und des Präsidenten. Um genau zu sein befinden sich die meisten Dienstsitze der israelischen Ministerien in Kiriat HaMemshala (Regierungscampus), und der ist in Jerusalem.

Die Knesset (das israelische Parlament) und weitere Regierungsgebäude in Jerusalem

Was ist mit den ausländischen Vertretungen?

Einige Staaten und Zeitungen argumentieren damit, dass Jerusalem nicht wirklich die Hauptstadt Israels sein kann, da die meisten internationalen Botschaften woanders im Land sind. Allerdings haben die Lagen der Botschaften weder in der allgemeinen noch in der rechtlichen Auslegung etwas mit der Definition einer Hauptstadt eines Landes zu tun.

Nur drei Länder als Beispiel (die Komoren, Senegal und die Seychellen) die ihre Botschaften in den USA in New York und nicht in Washington DC haben, macht das nun New York zur Hauptstadt der Vereinigten Staaten? Und dutzende von Ländern haben ihre Botschaften in Deutschland in München, weitere Dutzend in Stuttgart, und heißt das nun, dass Berlin nicht mehr länger die Hauptstadt Deutschlands ist?

Was ist mit der internationalen Anerkennung?

Die Palästinenser und die Arabischen Länder diskutieren über die korrekten Grenzen Israels. (Tatsächlich aber bestreiten die meisten arabischen Länder, dass Israel überhaupt existiert). Das ist aber völlig irrelvant um die Hauptstadt eines Landes festzulegen.

Professor Eugene Kontorovich

Professor Eugen Kontorovich, der Experte für Völkerrecht an der Northwestern University, erklärte in einer exklusiven Stellungnahme für HonestReporting:

Nichts im Völkerrecht gibt anderen Ländern ein Mitspracherecht dazu, wo die Hauptstadt eines Landes ist.

Kontorovich führt in seinen Erklärungen fort, dass es ein fundamentales Prinzip des internationalen Rechts ist, dass alles, das nicht durch internationale Vereinbarungen abgedeckt ist, als innerstaatliche Angelegenheit behandelt wird, was durch die Gesetze des jeweiligen Landes entschieden werden muss. Allgemeinverständlich ausgedrückt: Wenn Israel entscheidet, dass Jerusalem seine Hauptstadt ist, dann ist Jerusalem seine Hauptstadt. Und das gilt nach den Prinzipien des internationalen Rechts.

Professor Kantorovich zeigt noch ein weiteres Problem in der ausländischen Betrachtung Jerusalems: Der Regierungssitz Israels ins komplett in dem Teil Jerusalems der nicht Teil der Debatte ist, daher ergibt sich

… „ die Position (vieler Zeitungen und Länder) dass ganz Jerusalem nicht wirklich ein Teil Israels ist.“

Was ist mit territorialen Diskussionen?

Es gibt zur Zeit 124 Länder die in territoriale Diskussionen verwickelt sind und dutzende von Ländern nicht nicht einmal von irgendeinem andern Land in dieser Welt anerkannt werden. Doch das hat bei keinem irgendeine Auswirkung auf die Festlegung der Hauptstadt.

Zum Beispiel liegt Nicosia teilweise in dem Gebiet Zyperns das von der Türkei beansprucht wird, nichtsdestotrotz ist es die Hauptstadt Zyperns. Während des Kalten Krieges war Berlin geteilt und aus praktischen Gründen wechselten die meisten Regierungsämter nach Bonn. Damit war Bonn „de facto“ die Hauptstadt während Berlin „de jure“ die Hauptstadt Deutschlands war.

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Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Tatsächlich haben unsere Untersuchungen nicht einen einzigen Fall zu Tage befördert, in dem die Hauptstadt eines Landes nicht allein durch die Entscheidung der betreffenden Nation festgelegt wurde.

Ganz einfach: Israel und Israels Hauptstadt sollten mit den gleichen Standards behandelt werden wie jedes andere Land auf dieser Erde.

BBC Panorama entgleist

26. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 22. Juli 2015

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Hätte Israel entschieden, Jerusalems Straßenbahn solle die palästinensischen Bürger diskriminieren, indem sie ihre Stadtviertel vermeidet, so hätten die BBC und viele andere sofort die Schwerter ausgepackt. In Wirklichkeit bedient die Straßenbahn alle Einwohner Jerusalems, egal ob Juden, Christen oder Moslems.

Aber das hat die BBC nicht davon abgehalten, die Straßenbahn als Mittel zu missbrauchen, um die Palästinenser Jerusalems als die Opfer eines finsteren Plans darzustellen, die Stadt auf ihre Kosten zu „judaisieren“. Das Thema der BBC hierzu? Der Ausbau von Jerusalems Transportnetzwerk.

BBC Panorama, das wichtigste Format des Senders zum Thema Zeitgeschehen, strahlte am 20. Juli den Beitrag „The Train That Divides Jerusalem“ aus. Es ist ein voreingenommener und einseitiger Blick auf Jerusalem.

Hier der YouTube-Link (allerdings ist er in diesem Fall wohl nur innerhalb Großbritanniens erreichbar)

‚ALS JUDE‘ SPRECHEND

Der Filmemacher Adam Wishart stellt zu Beginn des Beitrags deutlich klar, dass er ein britischer Jude ist, der vor ca. 30 Jahren an einer zionistischen Lehrreise durch Israel teilgenommen hat, so als ob ihm seine Identität irgendeine spezielle Autorität über die Thematik des Beitrags verleihen würde. Im Beitrag selbst wird dann deutlich, dass Wishart weder für die britischen Juden spricht noch irgendwelche besonderen Kenntnisse über Jerusalem besitzt.

Das Eröffnungssegment vermittelt einen guten Eindruck darüber, worauf Wishart abzielt. Vermischt mit Filmclips palästinensischer Beschwerdeführer trägt er vor:

Jerusalem, eine alte Stadt mit nagelneuer Straßenbahn. Sie hätte dabei helfen sollen, die Stadt zu einen, aber sie führt zu weiterer Spaltung … Jetzt ist es für Juden leichter, in palästinensische Vorstädte zu fahren … Aber die Palästinenser hätten lieber, dass sie fortbleiben.

Dies zeichnet den Rahmen, durch welchen Wishart Jerusalem betrachtet — eine Stadt, die entlang ethnischer Linien getrennt sein sollte. Wenn es ihn so beschäftigt, dass Juden mit der Straßenbahn leichter in „palästinensische Vorstädte“ kommen, hat er dann auch die Tatsache erwogen, dass die Straßenbahn es umgekehrt auch palästinensischen Bewohnern Jerusalems erleichtert, zu Krankenhäusern, Einkaufszentren, Cafés, Kinos usw. zu gelangen?

AL-AQSA BEDROHT?

Schon bald wird klar, dass die Straßenbahn Wisharts Werkzeug ist, um gründlich auf dem Thema „geteilte Stadt“ herumzureiten. Aber das ist keine Trennung von Gleichen. In Wisharts Augen sind Palästinenser die Opfer von israelischen Juden. Als werden die muslimischen heiligen Stätten auf dem Tempelberg von einigen Juden bedroht, „die den Tempel auf dem Berg, den sie Tempelberg nennen, komplett neu errichten wollen, obwohl dort schon muslimische heilige Bauwerke stehen.“

Wishart interviewt Rivka Shimon, die eindeutig diese Haltung vertritt. Was er jedoch verschweigt: Shimon ist eine prominente Aktivistin des Women’s Forum for the Temple, einer von diversen kleinen jüdisch-nationalistischen Organisationen, die sich mit dem Status des Tempelbergs beschäftigen.

Diese Gruppen werden nicht nur als extremistisch betrachtet, sondern Wishart verschweigt ebenfalls, dass das wahre Thema, das in letzter Zeit diskutiert wurde, nicht der Neubau des Tempels ist, sondern der Zugang von Juden zum Tempelberg und ihr dortiges Gebetsrecht. Wie bei BBC-Berichten über Israel üblich, wurden auch hier wichtige Zusammenhänge einfach weggelassen. Muslimische heilige Stätten werden von Juden nicht bedroht, aber Wishart erwähnt erst kurz am Ende dieses Segments, dass es die explizite Politik der israelischen Regierung ist, dass Juden am Tempelberg nicht beten dürfen.

Als Wishart erzählt, wie Besucher der Tempel-Bewegung im November 2014 von Palästinensern auf dem Tempelberg angegriffen worden waren, sagt er:

Die Polizei betrat deshalb die Al-Aqsa-Moschee. Das mochten nur wenige Meter gewesen sein, aber für viele Muslime war dies das Überschreiten einer heiligen Linie.

Wishart schenkt dem Mythos Glauben, Israel habe die Moschee während des Palästinenseraufstands entweiht. Wer entweihte denn wirklich eine heilige Stätte? Wie HonestReporting anhand einiger akkurater Medienberichte damals schrieb, schossen die palästinensischen Aufständischen Feuerwerk aus dem Inneren der Moschee auf die Polizei, während sie sich hinter Möbeln verbarrikadiert hatten. Beim Versuch, die Türen der Moschee zu schließen, waren die Polizisten gezwungen, ein paar Schritte ins Gebäude hineinzugehen.

Aber warum sollten die Zusammenhänge die BBC kümmern, wenn sie Israelis als Aggressoren hinstellen kann — oder in diesem Fall als Schänder von muslimischen heiligen Stätten?

Später sagt Wishart:

Als ich vor 31 Jahren hier war, waren selbst meine heißblütigsten zionistischen Freunde nicht darauf aus, schnellstens an diesem Ort einen Tempel zu bauen. Jetzt nimmt die Idee Fahrt auf und erhält sogar Unterstützung vom Mainstream. Selbst ein Mitglied des neuen Regierungskabinetts unterstützt diese Idee. Mir kommt der Gedanke, dass dies sicherlich der letzte Widerstand der Palästinenser wäre, wenn einige Juden diese Idee noch weitertreiben.

Zwar existiert die Sehnsucht nach einem dritten Tempel, aber niemand „ist darauf aus, schnellstens an diesem Ort einen Tempel zu bauen“. Wishart hat eine sensationsheischende Hypothese aufgestellt, um das Bild von den extremistischen Israelis zu festigen.

Adam Wishart in der Jerusalemer Straßenbahn (Screenshot: BBC Panorama)

Adam Wishart in der Jerusalemer Straßenbahn (Screenshot: BBC Panorama)

EIN FIASKO DES KONTEXT

Der Mangel an Kontext erstreckt sich auch auf die Geschichte Jerusalems. Ohne Erwähnung, wie Israel die Herrschaft über ein wiedervereinigtes Jerusalem als Resultat des Sechstagskrieges erlangte, sagt Wishart einfach, Israel habe „1967 die Ostteile Jerusalems besetzt„. Er ergänzt: „Die hier lebenden Palästinenser bleiben wütend, dass sie sich unter israelischer Kontrolle befinden. Und die Straßenbahn fügt noch weiteres Leid hinzu.

Was Wishart seinen Zuschauern verschweigt, sind die Vorteile, die die palästinensischen Einwohner Jerusalems durch die israelische Souveränität haben, z. B. dieselbe nationale Versicherung und Gesundheitsversorgung, die alle Israelis genießen, und das Recht, in Israel zu leben und zu arbeiten. Diese Palästinenser haben auch die Möglichkeit, die israelische Staatsangehörigkeit anzunehmen. Und wo Wishart eine zwischen Juden und Arabern geteilte Stadt sieht, ist die Realität, dass Araber überall in der Stadt Wohnungen und Gebäude mieten oder kaufen können.

Für Wishart besteht jedoch eine Invasion von Juden in vorrangig arabische Bereiche, und das sieht er als problematisch. Nach dem Interview mit Rivka Shimon redet Wishart ausführlich mit Aryeh King, ebenfalls ein Vertreter von Ansichten, die nicht dem israelischen Mainstream entsprechen. Tatsächlich war King, ehemals ein Mitglied des Jerusalemer Stadtrats, im September 2014 von Bürgermeister Nir Barkat gefeuert worden, als er Barkats Plänen widerstanden hatte, Häuser für palästinensische Bewohner Ostjerusalems zu bauen.

Es mag im Fernsehen interessanter aussehen, wenn BBC und Co. Israelis interviewen, die politisch oder religiös extreme Ansichten vertreten, aber es ist nicht repräsentativ für den israelischen Mainstream.

EINE ‚ILLEGALE SIEDLUNG‘

Wishart sagt:

Ich frage mich, was der Zweck der Straßenbahn ist. Bietet ihre Endstation einen Hinweis? Sie verläuft im Norden durch die palästinensischen Viertel und schlängelt sich um das Flüchtlingslager. Was so kontrovers ist, ist die Endstation: eine israelische Siedlung — 1.000 Morgen Land, von Israel genommen, um eine schöne Vorstadt zu bauen. Wie alle Siedlungen in besetztem Gebiet betrachtet die internationale Gemeinschaft sie als illegal.

Ganz offensichtlich wäre kein BBC-Kommentar über Israel komplett ohne eine Erwähnung der „illegalen Siedlungen“. Wo ist diese Siedlung, die Wishart so kontrovers findet? Es ist Pisgat Ze’ev, eine nördliche Vorstadt von Jerusalem, und zwar innerhalb der Stadtgrenzen.

Haaretz schrieb 2012:

Das Nordjerusalemer Viertel Pisgat Ze’ev wurde hauptsächlich auf Land erbaut, das jüdischen Holocaustopfern gehörte. Dies wurde kürzlich von der Company for Location and Restitution of Holocaust Victims‘ Assets gemacht, die 2007 von der israelischen Regierung eingesetzt wurde, um Besitztümer von Holocaustopfern in Israel aufzuspüren und sie ihren rechtmäßigen Erben zuzuführen.

Das Land, heute achtstellige Schekel-Summen wert, wurde vor dem 2. Weltkrieg von europäischen Juden erworben — hauptsächlich aus Lettland und Estland, aber auch aus Rumänien und Belgien. Nur wenige überlebten den Krieg, und die meisten haben keine lebenden Erben.

Tatsächlich ziehen immer größere Zahlen von Arabern in die jüdischen Viertel Jerusalems wie z. B. Pisgat Ze’ev, das Wishart als Siedlung betrachtet. Aber Nuancierung war noch nie BBC-Politik, wenn es um jüdische Gemeinden jenseits der sogenannten Grünen Linie geht, da BBC-Journalisten nicht zwischen Jerusalemer Vierteln, etablierten Siedlungsblocks wie Gush Etzion und isolierten und manchmal illegal errichteten Außenposten tief in den umstrittenen Territorien unterscheiden. Für die BBC ist das alles dasselbe.

Wishart beendet seinen Beitrag mit einer letzten Botschaft an Israel, die er „als Jude“ formuliert:

Meine Reise brach mir das Herz. Als sich meine Großeltern für den Staat Israel einsetzten, hofften sie auf einen Ort der Zuflucht, der Toleranz, der Gleichberechtigung für alle. Während ich den letzten Zug zurück nehme, kann ich nicht glauben, dass es sich hier um jenen Ort handelt, von dem sie vor so vielen Jahren träumten.

Und das beschließt Wisharts Reise — eine, wo die Enttäuschungen und Herzensbrüche nur gegen Israelis und Juden gemünzt sind, die er als die einzige Seite betrachtet, die irgendwelche Verantwortung für Ereignisse und Umstände trägt.

Wishart hat ein Bild von Jerusalem gezeichnet, das die Bewohner von Israels Hauptstadt schwierig mit ihrem Alltagsleben vereinbar finden werden, denn in ihrem Alltag gibt es keine ständige Anspannung und Gewalt. Dass er Jerusalems Straßenbahn als Symbol und Ursache der Spannungen bzw. Schwierigkeiten in Jerusalem sieht, beweist nur, wie weit Wishart und die BBC geistig entgleist sind.

Bild: CC BY-SA StateofIsrael via flickr mit Modifikationen von HonestReporting

Warum wir uns nicht in einem Kreislauf der Gewalt befinden

20. November 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 19. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Ein häufiges Schlagwort in der Medienberichterstattung über den aktuellen Ausbruch palästinensischer Gewalt – der nun auch ein Massaker an jüdischen Betenden in einer Jerusalemer Synagoge umfasst – ist, es sei alles Teil eines „Kreislaufs der Gewalt“.

„Ein neuer Kreislauf der Gewalt hat begonnen, ohne Aussicht auf ein Ende in absehbarer Zukunft“, sagte der Independent nach dem Massaker in einem Editorial.

„Diesmal jedoch“, so der Independent weiter, „scheint der Anschlag mit der Forderung ultraorthodoxer Juden in Verbindung zu stehen, an der Stätte beten zu dürfen, die sie als Tempelberg bezeichnen – die Stelle, von der die Muslime glauben, der Prophet Mohammed sei hier in den Himmel aufgestiegen.“

Mit anderen Worten, Juden fordern das Recht, an ihrem heiligen Ort beten zu dürfen, und die Palästinenser antworten mit der Abschlachtung betender Juden. Und das ist für den Independent ein Kreislauf der Gewalt. Die Forderung der Israelis und der Terror der Palästinenser ist offenbar beides ein Akt der Gewalt, ein Kreislauf.

Auch der Telegraph nennt es einen Kreislauf der Gewalt und beschreibt es wie folgt:

Nachdem Israel Jerusalem im Sechstagekrieg erobert hatte, durften die Muslime weiterhin über den Tempelberg verfügen, was zu einem Verbot jüdischer Gebete auf dem Tempelberg führte. Eine immer größer werdende Zahl von Aktivisten einschließlich israelischer Parlamentarier stieg zum Tempelberg auf, um dort zu beten. Diese Herausforderung des Status quo durch Israels Rechte brachte ganz Jerusalem ins Ungleichgewicht.

Die Spannungen nahmen im Oktober stark zu, als Yehuda Glick niedergeschossen wurde, der sich für das jüdische Gebetsrecht auf dem Tempelberg einsetzt. Unruhen begannen sich von Ostjerusalem nach Westjerusalem auszubreiten.

Über Nacht entwickelte sich das jüdische Gebet auf dem Tempelberg von einem Randthema – das orthodoxe Mainstream-Judentum verbietet dort das Gebet – zu einer vordringlichen politischen Frage der Religionsfreiheit. Dies goss Benzin ins Feuer der bereits eskalierenden Gewalt.

Wieder wird palästinensische Gewalt beschrieben – das Niederschießen von Yehuda Glick. Und auch Israel hat seinen Anteil – Juden verwandeln das „Gebet auf dem Tempelberg“ in eine „vordringliche politische Frage der Religionsfreiheit“. Und das ist, was Benzin ins Feuer goss.

Abgesehen davon, dass es faktisch unrichtig ist, stellt die Insistenz der Medien, das aktuelle Geschehen sei ein Kreislauf der Gewalt statt einem Trommelfeuer palästinensischen Terrors, ein moralisches Versagen dar. Gibt es einen Kreislauf, dann sind beide Seiten gleichermaßen schuldig.

Und sind beide Seiten gleichermaßen schuldig, dann wird die Brutalität des palästinensischen Anschlags verharmlost. Es gibt keinen Grund, die Palästinenser ständiger Anschläge zu beschuldigen… denn alles ist ja eine berechtigte Antwort auf etwas, was die Israelis tun.

Das Medienbild des Kreislaufs der Gewalt verschleiert die wahre Situation und begrenzt die Möglichkeiten der internationalen Gemeinschaft, im Sinne einer Beruhigung der Spannungen zu intervenieren. Es verneint auch die Ansicht, ein Anschlag wie derjenige in der Synagoge im Stadtteil Har Nof sei ein Fall unprovozierter Gewalt. Ist die Gewalt nicht provoziert worden, so kann sie kein Teil eines Kreislaufs sein.

Daher wird alles, was Israel macht, als Akt der Gewalt bezeichnet, selbst wenn es sich um Selbstverteidigung handelt, um Vergeltung unprovozierter Gewalt oder sogar um eine Forderung nach Gebetsfreiheit an jüdischen heiligen Stätten.

Der Telegraph weigert sich Jerusalem in Israel zu verorten

7. Oktober 2014

Simon Plosker, HonestReporting 2. Oktober 2014 (Übersetzung: Cora)

In der Sparte Reisen des Telegraph wurden in einer Diashow die Fotos der 20 ältesten Städte der Welt publiziert. Sie enthält Orte wie „Athen, Griechenland“, „Beirut, Libanon“, „Larnaca, Zypern“ und „Damaskus, Syrien“.

Aber schaut mal auf die Überschrift zu dem Foto von Jerusalem (zum Vergrößern, klicken)

telegraphjerusalem2

„Jerusalem, Naher Osten“

Ein Leser von HonestReporting kontaktierte den Telegraph um zu fragen, wie man darauf käme. Dies war die Antwort:

„Da es nach internationalem Recht umstritten ist, griffen wir auf Naher Osten zurück um Streit zu vermeiden. Ost Jerusalem ist durch die UN nicht als israelisch anerkannt. Daher zogen wir es vor, neutral zu bleiben und benutzten Naher Osten.“

Geht man davon aus, dass dies eine Diashow ist, die sich eher mit der geografischen Lage denn mit der Politik dieser 20 Städte beschäftigt, ist es da vom Telegraf wirklich zu viel verlangt, das Offensichtliche festzustellen?

Wir haben es schon erlebt, dass sich die Medien absichtlich damit zurückhielten, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Aber auch noch den Standort nicht anerkennen? Das hat weniger mit Neutralität von seitens des Telegraph zu tun, sondern gehört eher zum Bereich krasser Dummheit.

Wo ist der dritte Tempel?

14. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 14. Mai 2013

Die Londoner Times (Paywall für Nicht-Abonnenten) veröffentlicht eine Geschichte unter der folgenden Überschrift:

Übersetzung: EU unterstützt dritten Tempel an Jerusalems heiligster Stätte, so jüdische Extremisten

Im Artikel heißt es:

Ein Aufruf der EU-Außenbeauftragten Lady Ashton zur Religionsfreiheit in Jerusalem wurde von extremistischen jüdischen Organisationen und religiösen Führern als Erklärung zur Unterstützung für einen umstrittenen dritten Tempel auf dem Hügel in der Altstadt vereinnahmt.

Doch nur zwei Absätze später dies:

Nun fordern einige Hardliner-Gruppen, dass Juden an der Stelle beten dürfen sollen, die sie das „Allerheiligste“ nennen, und sie interpretieren einen Aufruf Lady Ashtons für Religionsfreiheit in Jerusalem als stillschweigende Unterstützung für das Recht der Juden, dort beten zu dürfen.

Ein Sprecher Lady Ashtons sagte am Wochenende: „Es ist von grundlegender Bedeutung, dass der Zugang zu den Heiligen Stätten in Jerusalem für friedlichen Gottesdienst allen Konfessionen in vollem Umfang zuerkannt wird.“

In der Tat gibt es Forderungen, Juden den Gottesdienst auf dem Tempelberg, der heiligsten Stätte des Judentums, zu erlauben – auch die religiöse Vorstellung, dass in Zukunft dort ein dritter Tempel entstehen wird.

Jedoch scheinen Artikel und Überschrift daraus ein Gefühl von Gefahr zu vermitteln, das weit darüber hinaus geht, was die Nachweise im Text selbst hergeben.

Wie konnte ein Aufruf für die Gebetsfreiheit auf dem Tempelberg zu einer Überschrift mutieren, die den Bau eines dritten Tempels fordert?

HonestReporting-Video: Suche nach Israels Hauptstadt

31. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 31. Juli 2012

Im April erklärte The Guardian – eine der einflussreichsten Tageszeitungen  Großbritanniens – Tel Aviv zu Israels Hauptstadt.

Tel Aviv ist eine wunderbare Stadt. Jeder, der sie besucht, findet dort modernste High-Tech-Konzerne, herrliche Strände, ein pulsierendes Nachtleben, eine reiche Kultur und Menschen aus allen Nationen vor.

Aber ist Tel Aviv Israels Hauptstadt?

Wir haben versucht, das herauszufinden.

Tel Aviv kann auf vieles stolz sein. Aber dort befindet sich nicht der Sitz der israelischen Regierung.

Dort findet man nicht:

Das Büro des Ministerpräsidenten
Das israelische Parlament (Knesset)
Den Obersten Gerichtshof Israels
Die Nationalbank Israels

Diese Institutionen kann man in Jerusalem finden, Israels wahrer Hauptstadt.

Lassen Sie sich nicht vom Guardian und andere Medien einreden, dass dem nicht so wäre.

Dies ist ein erster Blick auf ein ernstes Thema. Wenn Sie mehr Fakten und historische Beweise bezüglich der jüdischen Bindung zu Jerusalem brauchen, sehen Sie sich unser Video an: „Jerusalem – Der Mythos von den zwei Städten“ bei http://www.youtube.com/watch?v=JXSvrAe5xEM

BBC, Israel und andere olympische Anmerkungen

31. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 31. Juli 2012

Die Olympia-Länderseite der BCC zu Israel wird immer bescheuerter. Nun geht es um die Fläche des Landes.

So wird sie gewöhnlich angegeben:

Aber jetzt auf einmal so:

Wenn Beeb doch nur ebenso energisch vorginge, wenn man „Fakten“ aus palästinensischen Quellen auflistete!

Und das nach diesem Mordsgestank zum Handling der BBC, was den Hauptstadt-Status von Jerusalem betrifft. Ich kann kaum erwarten, welch’ weitere Änderungen auf  Kosten der britischen Steuerzahler noch vorgenommen werden.

(Hattip: IsraellyCool)

Hoppla: Der Guardian verortet Jerusalems Altstadt in Israel

19. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 19. Juli 2012

Für gewöhnlich bemüht sich der Guardian immer sehr, Jerusalem und insbesondere seine Altstadt als nicht legitimen Teil Israels dazustellen. Stattdessen verweist er (und viele andere Medien) auf „Ost-Jerusalem“ als „Siedlung“ außerhalb der Grenzen von 1967 und damit „illegal besetzt“.

Immer wenn es um den Status von Jerusalem geht, verfährt der Guardian so: „Nicht Jerusalem ist die Hauptstadt Israels, sondern Tel Aviv“ – eine mehr als ärgerliche Behauptung, die sogar von der britischen Beschwerdekommission für Medienangelegenheiten unterstützt wurde.

Hat der Guardian etwa stillschweigend eingelenkt?

Was könnte schließlich symbolhafter wirken als ein Foto von Jerusalems Altstadt mit dem Tempelberg? Und was könnte deutlicher auf die israelische Oberhoheit hinweisen als die Verwendung eines solchen Fotos zu einer Geschichte über Israel ohne jegliche Erwähnung der Palästinenser?

Handelt es sich hier um einen Fehler? Falls ja, dann um einen „Lapsus“, dessen Korrektur wir beim Guardian sicher nicht anmahnen würden. Doch wie lange wird es dauern, bis man beim Guardian das Foto durch ein ihm genehmeres ersetzt?

Gehen Sie davon aus, dass Sie bald ein Bild von Tel Aviv zu sehen bekommen.

Würde Jerusalem einen Nuklearschlag überleben?

14. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. November 2011

Ich [Pesach Benson; (bd)] sah bei Would I Survive A Nuke (via Gizmodo) nach. Man gibt seinen Wohnort ein, die Größe der Ballungszentren [In Israel] sowie die Art der Bomben und drückt Enter.

Ein relativ konservatives Szenario: eine 50 Megatonnen-Atombombe trifft Tel Aviv. Ihre Auswirkungen würden auch das nicht weit entfernte Jerusalem treffen. Was würde ein solcher Schlag für Jerusalem bedeuten, die Heimat tausender Juden, Palästinenser, die heiligen Stätten und für Sie, falls Sie in Israel leben?

Das gleiche Szenario gab ich für Ramallah ein. Es ist auch nicht sicherer. Wenn die Menschen nicht Verbrennungen zweiten Grades am gesamten Körper davontragen werden sie an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung sterben.

Moral der Geschichte: Eine Nullstaatenlösung liegt weder in israelischem noch in palästinensischem Interesse.

AFP geht vor die Hunde

23. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 23. Juni 2011

AFP war eine jener Medien, die wir dafür verantwortlich gemacht hatten, eine falsche Geschichte zu veröffentlichen, in der behauptet wird, dass ein Jerusalemer Rabbinergericht einen Hund zum Tod durch Steinigung verurteilt hätte. Doch konnte AFP eine unangenehme Situation noch mehr verschlimmern?

Die meisten Medien verwendeten illustrative Fotos von niedlichen und verletzlich aussehenden Hunden wahrscheinlich deshalb, um angesichts religiöser Brutalität der Juden Unterstützung für unseren pelzigen Freund hervorzurufen. AFP entschied sich jedoch für dieses Foto mit Bildunterschrift:



Ein Hund läuft auf der israelischen Seite der Grenze zum Gazastreifen. Ein Jerusalemer Rabbinergericht verurteilte einen Hund, in dem es die Seele eines säkularen Anwalts vermutete, der vor 20 Jahren die Richter beleidigt hatte, zum Tod durch Steinigung, wie YNet berichtete. (AFP / File / Menahem Kahana)

In welcher Beziehung steht das Foto eines Hundes außerhalb des Gazastreifens zur (falschen) Geschichte über einen zum Tode verurteilten Hund? In gar keiner, es sei denn, AFP leitet daraus ab, dass Israelis auch Hunde misshandeln oder sie generell mangelnde Wertschätzung für Lebewesen an den Tag legen.

Bedenkt man, dass in der Hundegeschichte auch ein Rechtsanwalt vorkommt, hätte AFP die Story auch mit dem Foto eines jüdischen Anwalts illustrieren können, der nicht allzu schwer aufzutreiben gewesen wäre.

Die fehlende Bereitschaft bei AFP, eine Geschichte aus Israel (und dazu auch noch eine falsche) getrennt vom Nahostkonflikt zu behandeln und  stattdessen unterschwellige Assoziationen zu wecken, zeugt von einer besonders bösartigen Einstellung.

AFP geht tatsächlich vor die Hunde.

Sie können Ihre Kommentare auf der Facebook-Seite von AFP loswerden.

Dejudaisierung Jerusalems: Der Guardian hilft bei der Verbreitung palästinensischer Lügen

23. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 23. November 2010

Macht sich der Guardian palästinensische Behauptungen zu eigen, Israel und die Juden hätten keine religiöse oder historische Verbindung zur Westmauer oder zum Tempelberg?

Lesen Sie dazu bitte den neuen medienkritischen Beitrag von HonestReporting Großbritannien: Dejudaising Jerusalem: The Guardian Helps Promote Palestinian Lies

HonestReporting: Israelkonferenz in Jerusalem

28. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 28. Oktober 2010

Da die Unterstützung für Israel erodiert ist es umso wichtiger, sich gut zu informieren und Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten.

Falls es Ihnen möglich sein sollte:

Verpassen Sie nicht die eigens angesetzte Konferenz von HonestReporting am 14. Dezember 2010 in Jerusalem, auf der folgende Sprecher zugegen sein werden:

– Melanie Phillips, britische Journalistin

– Oberstleutnant Avital Leibovich, IDF-Sprecher

– Khaled Abu Toameh, altgedienter Reporter der Jerusalem Post

– Danny Seaman vom Presseamt der Regierung

Für weitere Informationen und die Anmeldung klicken Sie bitte hier.

Vorwegnahme der Schuldzuweisung

25. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 25. Oktober 2010

AP (Associated Press) nimmt den Abbruch der Friedensgespräche vorweg und wagt einen Ausblick auf „die Zeit danach“, und wem man die Schuld geben wird:

Man geht davon aus, dass nur wenige Menschen an ein umfassendes Friedensabkommen innerhalb eines Jahres glauben. Und die Sackgasse, in der man sich wegen des Siedlungsbaues befindet, hat schwierige Fragen an die Oberfläche gebracht: Wenn die Vereinigten Staaten Israel nicht zwingen können, das Einfrieren des Siedlungsbaues um wenige Monate zu verlängern, wie können dann die USA Israel dazu bringen, schmerzhafte Entscheidungen bezüglich der Kontrolle über Jerusalem zu treffen?

Frage: Was unternahm die palästinensische Führung während des vorangegangenen zehnmonatigen Siedlungsstopps?

Nichts.

Und noch erschreckender: Wo stehen die Palästinenser jetzt?

Eine neue Umfrage des Palestinian Center for Policy and Survey Research (via Daled Amos) ergibt, dass die Hälfte aller Palästinenser bewaffnete Angriffe gegen israelische Zivilisten unterstützt. Die PLO sendet Signale aus, dass sie ihre früheren Vereinbarungen mit Israel brechen überdenken will.

Silwans komplette Hofpresse

10. Oktober 2010

HonestReporting.com Media BackSpin, 10. Oktober 2010

Früher sagte mir heute der altgediente Fotograf und Bildberater David Katz, dass die Leute in Silwan es nicht mögen, wenn Journalisten in ihrem Viertel arbeiten, außer die, denen sie vertrauen. Jeder andere ist physisch gefährdet.

Das wurde heute bestätigt, als ein israelisches Filmteam von Kanal 2 in Silwan mit Steinen beworfen wurde, darunter der altgediente Journalist Moshe Nusbaum. Eine Frau, die sie interviewten, wurde leicht verletzt.

In der Zwischenzeit gibt es Forderungen an das Pressebüro der Regierung, den Reportern und Kameramännern, die bei den Steinwürfen von Freitag anwesend waren, die Presseausweise abzunehmen.

Die neue Bedeutung von Überfall-Journalismus

10. Oktober 2010

HonestReporting.com Media BackSpin, 9. Oktober 2010

Sehen Sie sich den Sch… dieses Foto-Tipps an, den der Guardian zuammen mit diesem AFP/Getty-Bild zu bieten hat:


Der Fotograf, Ilya Yefimovich, befindet sich zur rechten Zeit am rechten Ort und fängt diese dramatische Szene unter Nutzung einer großen Feldtiefe und hoher Verschlussgeschwindigkeit ein.

Hier ist der genauere „Foto-Tipp“ von HonestReporting:

Der Fotograf wusste vorher schon, dass ein Auto gesteinigt werden sollte und positionierte sich oberhalb des Geschehens, anders als EPA und Al-Jazira. Der Fotograf erwartete nicht, dass der Fahrer die Geistesgegenwart haben würde, den Fuß aufs Gaspedal zu drücken und davon zu fahren, statt umzingelt und gelyncht zu werden, was geschehen wäre, hätte er nicht Gas gegeben.

Übrigens war auch Moammar Awwad von der AP „rein zufällig“ zur rechten Zeit am rechten Ort, an einer ähnlichen Stelle iwe Yefimovich.

Wenn wir das alles zusammenzählen, dann sind Kids, die Israelis Ärger bereiten und ein Trupp Fotografen eine Garantie für gute Bilder. Ich würde sagen, die Kids und die Fotografen haben zusammengearbeitet. Das gibt dem Begriff Überfall-Journalismus eine ganz neue Bedeutung.

Die Medienschlacht um Jerusalem – Bloggermeinungen, Teil 4

12. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 12. Mai 2010

Es ist Jerusalem-Tag und die Antworten meiner Umfrage unter Bloggern kommen weiter herein. Ich schrieb verschiedenen Bloggern eine E-Mail, in der ich um ihre Sicht zur folgenden Frage bat:

„Gewinnt Israel die Medienschlacht um Jerusalem?“

Die Antworten der anderen Blogger finden Sie in den Teilen eins, zwei und drei.

David Hazony:

Die Tatsache, dass jeder über Jerusalem redet, ist der deutlichste Beweis, dass Israel den Medienkrieg um die Stadt verliert. Vor nicht allzu langer Zeit konzentrierte sich diese Debatte um den Friedensprozess nicht auf Israels Beharren auf Bautätigkeit in seiner Landeshauptstadt und heiligen Stadt seit Jahrtausenden, sondern auf die fortgesetzte Unterstützung des Terrorismus durch die Palästinenser. Heute konzentriert sich die Welt stattdessen auf die Frage: Wird Israel seine zutiefst „irrationalen“ historischen Bindungen aufgeben und ein für alle Mal Frieden bringen? Die Frage ist natürlich selbst das Problem: Statt zu fragen, welche Zugeständnisse Israel zu machen bereit ist, scheint niemand der palästinensischen Seite dieselbe Frage zu stellen.

Nach der Aufgabe des Gazastreifens, der öffentlichen Verkündigung eines formellen Baustopps in der Westbank und der Erwirkung eines de facto-Baustopps in Jerusalem sowie im Gegenzug nichts von Seiten der Palästinenser erhalten zu haben, haben die Israelis fast jedes Fitzelchen Vertrauen in die Friedensbereitschaft der Palästinenser verloren. Es sind also, wie es im Fachjargon heißt, Vertrauen bildende Maßnahmen nötig. Welche Opfer sind die Palästinenser bereit für den Frieden zu bringen? Hier ein paar Vorschläge:
Erstens: Ein Ende der antisemitischen und antiisraelischen Hetze in den Schulen (das sollte eine Grundvoraussetzung für jegliche Verhandlungen sein, ähnlich dem Baustopp in der Westbank). Frieden wird nie aus einer Kultur des Krieges heraus kommen.
Zweitens: Lasst die Vorstellung eines palästinensischen „Rückkehrrechts“ nach Israel fallen, das Israel als jüdischen Staat vernichten würde.
Drittens: Erklärt unmissverständlich, dass ihr ein permanentes Ende des Konflikts anstrebt (etwas, das es aus irgendwelchen Gründen niemals auf die Tagesordnung schafft).
Und viertens: Gebt die Idee des bewaffneten „Widerstands“ auf – heißt: den von euch täglich gegen israelische Zivilisten geführten Terror, der seit einer Zeit besteht, als es die Besatzung noch gar nicht gab.
Wenn auch nur eines davon passieren würde, könnte die Frage Jerusalems ein wenig zeitgemäßer erscheinen. Bis dahin ist das – nun ja, bestenfalls ungehörig.

Solomonia:

Erstens ist das kein Krieg, sondern ein unaufhörlicher Konflikt. Es wird niemals die Unterzeichnung eines Friedensvertrags geben und Israel muss einkalkulieren, dass es langfristig mit dem Kampf beschäftigt sein wird. In den Vereinigten Staaten steht die Öffentlichkeit trotz oft sehr mangelhafter Berichterstattung zur Frage Ramat Schlomo – auch durch Fox News – Israels Haltung sehr wohlwollend gegenüber. Es scheint mir, dass dies trotz des Medien-Schlachtfelds so ist und nicht wegen desselben. Unschätzbaren und mächtige Äußerungen von Mainstream-Persönlichkeiten wie Ron Lauder und besonders Elie Wiesel halfen Israel enorm; deren persönliche Legitimationen können nicht abgeschrieben werden. Das ist die Art von Dingen, die das öffentliche Bewusstsein beeinflussen – etwas weit Wichtigeres als die Beeinflussung eines bestimmten Reporters.

Die Medienschlacht um Jerusalem – Bloggermeinungen, Teil 3

11. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 11. Mai 2010

Ich befrage Blogger zu der Frage: „Gewinnt Israel die Medienschlacht um Jerusalem?“. Hier finden Sie Teil 1 und Teil 2. Und was denke ich?

Die Schlacht um Jerusalem ebbt ab und nimmt zu. Busse fliegen nicht in die Luft. Aus Beit Jala schießen Bewaffnete nicht länger auf Gilo. Faisal Husseini, der in Sachen Verdrehungen zu Jerusalem der versierteste Palästinenser, ist tot. Und wie viel Zeit ist vergangen, seit Husseinis Villa auf der Abu Ubeida-Straße – das Orient-Haus – in den Nachrichten war?

Die nordamerikanischen Zeitungen, die seinerzeit über die Bus-Anschläge mit unzusammenhängender moralischer Mehrdeutigkeit berichteten, kämpfen inzwischen um ihre Zahlungsfähigkeit. Lokale Nachrichten, die Wirtschaft und die Gesundheitsvorsorge erhalten mehr Raum als Jerusalems derzeitige Themen: Ramat Schlomo, Scheik Jarrah, die Pläne für den Königsgarten-Nationalpark usw. Und das Credo des Herausgebers – „Wenn es blutet, steht es vorne“ – ist weiter gültig – nur, dass es jetzt Pakistan, der Irak und Afghanistan sind.

Ich habe mehr Sorgen wegen der britischen Presse. BBC-Reporter Fayad Abu Shamala ist Hamas-Mitglied. Lauren Booth und George Galloway preisen ein iranisches Regime, dessen Außenpolitik auf messianischen Atomfantasien gründet. Der viel gepriesene Comment is Free-Bereich des Guardian ist eine Jauchegrube gehässiger Bekundung des Antisemitismus. Channel 4 machte sogar meinen HonestReporting-Kollegen und Freund Simon Plosker in die Schlüsselfigur einer bedrohlichen britischen Israel-Lobby.

Die heutigen Studenten Großbritanniens wuchsen mit einer ständigen Fütterung von Mohammed al-Duras, Jeningrads und Karikaturen wie der des Babys fressenden Ariel Sharon auf. Ist es ein Wunder, dass das Vereinigte Königreich ein Zentrum von Boykott-, De-Investitions- und Sanktionskampagnen (BDS) gegen Israel ist?

Nicht zu vergessen: Die Advertising Standards Authority des Königreichs stürzte sich vor kurzem ins Getümmel und entschied, dass Tourismus-Werbung nicht sagen darf, die Westmauer des Tempelbergs liege in Israel. „Irreführend“, schnaubte die ASA.

Hat das Orient-Haus eine Zweigstelle in London eröffnet?