Schlagzeilen-Versager bei israelischem „groß angelegtem Siedlungsbau“

Verfasst 17. November 2016 von spotplenni
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting, 13. November 2016

Im Gefolge des US-Wahlsiegs von Donald Trump hat es viele Reaktionen zu den Konsequenzen für die israelische Politik gegeben. Israels Wissenschaftsminister Ofir Akunis wird von Associated Press in vielen Meiden mit der Aussage zitiert: „Wir müssen daran denken, wie wir jetzt vorwärts gehen, wenn die Administration in Washington, die Trump-Administration und ihre Berater, sagen, dass es keinen Platz für einen Palästinenserstaat gibt.“

Es hat keine Gespräche zu irgendwelchen Veränderungen in der Politik der israelischen Regierung gegegben. Dennoch werden die Kommentare eines einzelnen, untergeordneten Likud-Ministers von der Times of London genommen, um etwas weit größeres anzudeuten:


Israel plant massiven Siedlungsbau

Das ist völlig unverhältnismä0ßig und eine Verzerrung der Tatsachen. Statt einer Schlagzeile, die Kommentare einer einzelnen politischen Gestalt zuschreibt, erklärt die Times fälschlich Spekulation zur Tatsache, obwohl der Text der Story selbst mehr Zeit mit der Konzentration auf die mögliche Politik einer zukünftigen Trump-Administration gegenüber Israel verbringt.

HonestReporting hat die Times kontaktiert, um eine Änderung der Schlagzeile zu fordern. Bleiben Sie dran.

Die Hamas, eine fundamentalistische politische Partei?

Verfasst 15. November 2016 von spotplenni
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Medieneinseitigkeit

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Simon Plosker, HonestReporting, 13. November 2016

Der Londoner Evening Standard berichtet von einem Besuch eines rechten Aktivisten in Israel. Zu der Story gehört diese Beschreibung der Hamas:

Hamas ist eine palästinensische fundamentalistische Partei, die den Gazastreifen kontrolliert. Israel hat sie oft beschuldigt Extremismus fördern, was die Hamas bestreitet.

Eine fundamentale politische Partei, die von Israel beschuldigt wird „Extremismus zu fördern“?

Ernsthaft?

Was ist mit Selbstmord-Bombenanschlägen, Schüssen, Stichanschläge und tausenden Raketenangriffen auf israelische Zivilisten? Macht das die Hamas nicht zu einer Terrororganisation?

Gibt es derart viele Zweifel am Wesen der Hamas, dass der Evening Standard auf Mutmaßungen Zuflucht nehmen muss?

Dem Evening Standard wurde eine Beschwerde zugeschickt. Bleiben Sie dran.

Die Demokraten von der Hamas?

Verfasst 13. November 2016 von spotplenni
Kategorien: Medieneinseitigkeit, Medienwelt, Nahost-Konflikt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting, 25. Oktober 2016

UPDATE:
Nach einer Aufforderung von HonestReporting hat der Independent den ungenauen Absatz korrigiert und die fehlende Information hinzugefügt; er lautet jetzt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen im Gazastreifen und übernahm nach Kämpfen mit der palästinensischen Fatah-Partei im Juni 2007 die komplette Kontrolle des Gebiets. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

* * *

The Independent berichtet über ein Interview, das vom israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman einer palästinensischen Zeitung gegeben wurde; darin droht er mit der „völligen Vernichten“ der Hamas, sollte diese einen weiteren Krieg mit Israel anfangen.

Der Independent schreibt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen, was ihr die Kontrolle über den Gazastreifen gab. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

Die Hamas gewann zwar 2006 die Lokalwahlen, aber die Terrororganisation übernahm 2007 den Gazastreifen als Ergebnis eines gewalttätigen Staatsstreichs, zu dem es gehörte Fatah-Mitglieder von Dächern zu werfen und die PA aus dem Gazastreifen zu vertreiben.

Stattdessen wird den Lesern des Independent der falsche Eindruck vermittelt, dass die Hamas den Gazastreifen über die Wahlurne kontrolliert, nicht mit der Gewehrkugel. Ergo könnte Lieberman als jemand betrachtet werden, der ein demokratisch gewähltes Regime im Gazastreifen bedroht, was gewiss nicht der Fall ist.

Wir haben den Independent kontaktiert und aufgefordert die fehlenden Kontext und die selektiven Auslassungen anzugehen.

Wie man das durch palästinensischen Protest verursachte Chaos weiter verpfuscht

Verfasst 10. November 2016 von spotplenni
Kategorien: Europa und Nahost, Medieneinseitigkeit, Weltmedien und Nahost

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Pesach Benson, HonestReporting, 30.10.16 (übersetzt von Cora)

UPDATE:

Der Evening Standard reagierte auf HR-Leserbeschwerden, indem er die Wortwahl von seines „israelische Besatzungskräfte“ änderte. Der Begriff ist vom Reporter nicht mehr zu hören, aber A) den Begriff überhaupt hervorgehoben zu haben und B) den Namen des „Friends of Palestine Society“-Sprechers nicht zu nennen, der das sagte, ist immer noch armseliger Journalismus.

———

Es war eine hässliche Szene die sich am University College London am Donnerstagabend abspielte. Hen Mazzig, ein Autor und ehemaliger Offizier für Hilfseinsätze bei der IDF war eingeladen, über seine Erfahrungen bei der COGAT zu sprechen; einer Einheit des Verteidigungsministeriums , die zivile Belange zwischen der israelischen Verwaltung, den Palästinensern und relevanten internationalen Organisationen in der Westbank und Gaza koordiniert. Die Veranstaltung wurde von Friends of Israel an der UCL in London und CAMERA on Campus gesponsert. Zwei Zeitungen haben ihre Berichterstattung darüber völlig vermurkst (dazu unten mehr).

Der Express beschreibt, was geschah, bevor Mazzig überhaupt dazu kam, zu sprechen. Ein Mob von 100 Anti-Israel Demonstranten erschien, um die Veranstaltung zu stören; und gestört haben sie, indem sie an die Türen schlugen, durch Fenster kletterten, Slogans schrien und, wie gemeldet wurde, jüdische Studenten angriffen, die so gezwungen waren, sich in einem Raum zu verbarrikadieren, während die Polizei versuchte, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

„Das Filmmaterial zeigt eine Menge pro palästinensischer Aktivisten mit Plakaten, die jene, die zu dem Gespräch gekommen und nun drinnen gefangen waren, `Schande´zuriefen. Herr Mazzig postete auf Facebook ein Livevideo, das zeigt, dass mehr als 20 Polizisten versuchten, sich zwischen die Menge, die `Freies Palästina´schrien und den Raum, in dem der Vortrag stattfand, zu schieben.

Ein Mann, der gegen das Fenster schlug, ist zu hören wie er rief `Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein´. Im Video hört man den israelischen Sprecher sagen: „Ich glaube, nicht mal in meiner Zeit bei der IDF war es so furchtbar, wie gerade jetzt. Es ist wirklich beängstigend. Ich habe gehört, sie hätten einige Mädchen angegriffen, jüdische Mädchen, die gekommen waren um meinen Vortrag zu unterstützen und – wow – es ist verrückt, sie haben wirklich den Verstand verloren.“

 (Video)

Devora Khafi von Stand With Us beschrieb ihre Erfahrung dem Jewish Chronicle. Andere, wie Elliot Miller, posteten ihre eigenen Videos von diesem Chaos.

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Zwei Zeitungen versagten

Während der Daily Telegraph, die Times of London, LBC, Daily Mail und die Jewish News über dieses Geschehen verantwortungsvoll berichteten, verpfuschten zwei Zeitungen ihre Berichterstattung.

Zuerst der Independent, in dem eine irreführende Überschrift und eine Aussage aus der Feder des Reporters sagen, dass pro palästinensische und proisraelische Studenten „zusammenstießen“, was bedeutet, dass beide Seiten gleichermaßen verantwortlich waren – eine klare Verzerrung der Tatsachen:

„Die Polizei wurde nach einem Zusammenstoß von proisraelischen und pro palästinensischen Studenten während einer Veranstaltung an der UCL gerufen“

„Die Polizei wurde zu einer Veranstaltung am University College London gerufen, nachdem es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen pro palästinensischen Demonstranten und Mitgliedern einer proisraelischen Gruppe gekommen war.

In einem anderen Bericht bezieht sich der Evening Standard auf die „IOF“ in der Aussage des Journalisten. Das steht für „Israelische Okkupationskräfte“, ein beleidigender Begriff, der von Israels Feinden benutzt wird. Ich nehme an, dass dieser Begriff von einem der Demonstranten übernommen wurde, welcher vom Evening Standard interviewt wurde. Wenn das der Fall war, hätte IOF in Anführungszeichen gesetzt werden müssen. Ansonsten macht sich der Evening Standard einer groben Ignoranz schuldig (bestenfalls durch irreführende Wortwahl) oder, schlimmer noch, der Verbreitung einer unverhohlenen Meinung, die als Nachricht maskiert ist.

„Ein Sprecher der Gesellschaft der Freunde Palästinas an der Universität bestritt, dass sie solch ein Geschehen organisiert hätten, sagte aber, dass die Behauptung, Studenten wären gefangen oder angegriffen worden, eine Lüge seien.
Er sagte, die Demonstranten hätten sich dazu entschieden, an der Veranstaltung teilzunehmen, wegen der Verbindung des IOF mit der apartheidartigen Politik in Palästina.“

Jüdische Studenten sind mit niemandem zusammengestoßen. Der Independent muss daran erinnert werden, dass es keinerlei moralische Gleichheit zwischen jüdischen Studenten, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen und Palästinensern, die diese Veranstaltung gewaltsam unterbrechen, gibt.

Und „IOF“ ist eine Verunglimpfung, die mindestens so beleidigend ist wie „DRC“ (dreckige, miese Polizisten). Der Evening Standard sollte seine Angaben in einer professionelleren Art und Weise handhaben. Basta.

HonestReporting hat mit dem Independent und dem Evening Standard Kontakt aufgenommen, aber da von den Herausgebern noch keine Antwort eingegangen ist, verlangt bitte eine angemessene Korrektur von den beiden Zeitungen. Die 10 Leserbrief – Tipps könnten dabei hilfreich für euch sein.

Sendet eure durchdachte Kommentare an den Independent unter

newsdesk@independent.co.uk und an die Beschwerdeseite des Evening Standard.

Die Fatah reißt sich einen peinlichen Cartoon des Sydney Morning Herald unter den Nagel

Verfasst 9. November 2016 von spotplenni
Kategorien: Palästinenser, Weltmedien und Nahost

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Pesach Benson, HonestReporting, 23.09.2016  (übersetzt von Cora)

Soweit ist die palästinensische Hetze inzwischen gekommen: Die Fatah, regierende Partei der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israels Friedenspartner, postete einen weiteren hetzerischen Cartoon. (Danke an Palestinian Media Watch).

Es zeigt viele der klassischen antisemitischen Stereotypen: Ein langnasiger Jude mit Käppchen, eine Fernbedienung haltend, beobachtet eine massive Explosion, die Gaza zerreißt, während er in einem bequemen Sessel sitzt, der mit einem Davidsstern verziert ist.

Man kann sogar ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht des Mannes erkennen.

Was diesen Cartoon bersonders interessant macht, ist, dass dieses Bild ursprünglich im Sydney Morning Herald während des Gaza-Krieges 2014 veröffentlicht wurde, um eine gleichermaßen giftige Kolumne von Mike Carlton zu illustrieren. (Der SMH entließ wenig später Carlton aufgrund seiner beleidigenden Kommentare gegenüber jenen Lesern, die darauf reagierten.)

Der Cartoonist Glen LeLievre versuchte den Antisemitismus seiner Illustration wegzuerklären:

„Das Bild ist ein Kommentar zu jenen, die das Leid anderer in einen Spaß für Gaffer machen. Ganz so, als wenn sie im Wohnzimmer einer Schow zuschauen.“

Doch der Sydney Morning Herald entschuldigte sich, entfernte den Cartoon und erklärte:

„Der Herald bedauert zutiefst die Verärgerung, die dieses Bild ausgelöst hat. Wir waren der Ansicht, dass keinerlei rassistische Verunglimpfung vorläge, nicht zuletzt deshalb, weil der Zeichner keinerlei Absicht dahingehend hatte und aktuelle Fotos die Umgebung und physische Darstellung des Charakters im Cartoon ihn beinflußt hätten.

Allerdings akzeptiert die Zeitung, dass diese Ansicht zu einfach war und dass sie die Nutzung religiöser Symbole übersehen hat.

Der Herald versteht nun, dass durch die Nutzung des Davidssterns und der Kippah im Cartoon die Zeitung in unangemessener Weise ein Element einer Religion beziehungsweise eines Staates benutzt wurde und damit ein großer Fehler in der Beurteilung gemacht wurde.

Es war falsch, dieses Bild in dieser Art und Weise zu veröffentlichen.

Die Fatah scheint LeLievres Erklärung vorzuziehen.

Antisemitische Bilder wie dieses haben im Internet ein langes Leben, normalerweise in den dunklen Ecken des weltweiten Netzes. Daher haben die Herausgeber der allgemeinen Presse eine besondere Verantwortung solchen antisemitischen Bildern nicht auch noch zur Legitimierung und Verbreitung zu verhelfen.

LeLievre und der Sydney Morning Herald haben sie während der Operation `Protecting Edge´in die Welt gesetzt. Die Fatah benutzte sie nur als probates Mittel.

Ein palästinensischer „Kumpel wurde exekutiert“?!

Verfasst 3. Oktober 2016 von heplev
Kategorien: Medieneinseitigkeit

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Simon Plosker, HonestReporting, 19.September 2016 (übersetzt von Cora)

UPDATE: In Reaktion auf Beschwerden von HR-Lesern hat 9 News das Wort „fellow“ entfernt und durch „Mann“ ersetzt. Die Schlagzeile blieb allerdings underändert.

Ein palästinensischer Terrorist stach auf einen IDF Soldaten in der Nähe Tel Rumeida – Hebron ein. Der Angreifer wurde von Soldaten erschossen.

Und so berichtete der australische Nachrichtensender Channel 9 über den Zwischenfll was ein weiteres Beispiel für fehlerhafte Überschriften zeigt:

Palästinenser nach israelischem Messerangriff an Checkpoint „hingerichtet“

Wer hat den Angriff ausgeführt? Die Überschrift macht aus dem palästinensischen Terroristen gan deutlich ein Opfer israelischer Heimtücke. Und was genau ist ein „israelischer Messerangriff an Checkpoint“?

Bizarrerweise wird der palästinensische Terrorist später als „Kumpel“ bezeichnet, ein Begriff, der normalerweise als eine Art Kosenamen gebräuchlich ist. Wir haben schon gesehen, dass palästinensische Terroristen „Militante“, „Aktivisten“ und „Freiheitskämpfer“ genannt wurden, aber es ist das erste Mal, dass sie „Kumpel“ genannt werden.

Oh, er ist ein rundherum liebenswerter und guter Kumpel? Das würde wohl keiner von uns behaupten.

Dass der Artikel dann noch die Behauptung einer „außergerichtlichen Ermordung“ wiederholt und dafür auf die Behauptungen der Website der Internationalen Solidaritäts-Bewegung zurückgreift, spricht Bände. Channel 9 versäumte es zu veröffentlichen, dass der ISM alles andere als eine objektive Quelle ist.

Die Organisation hat eine lange Geschichte in der Dämonisierung Israels und der Unterstützung des Terrorismus. Warum hat der Nachrichtensender 9 eine Quelle benutzt, die das genaue Gegenteil von glaubwürdig ist?

HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker fügt hinzu:

Von der Überschrift bis hinunter zum Ende der Geschichte hat Nachrichten 9 ihre absoluten Missachtung des professionellen Journalismus gezeigt. Wir müssen fragen, ob dahinter eine Agenda am Werk ist oder ob die Journalisten tatsächlich so unwissend sind. Es wurde kein palästinensischer Kumpel exekutiert – ein israelischer Soldat wurde niedergestochen – das war die wahre Geschichte.

Terrorkollaborateur-Journalist gefeuert

Verfasst 27. September 2016 von spotplenni
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Weltmedien und Nahost

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Daniel Pomerantz, HonestReporting, 8. September 2016

Der italienische Journalist Michele Monni wurde diese Woche wegen Unredlichkeit entlassen, weil er behauptete, er arbeite für die italienische Nachrichtenagentur ANSA, als er in Wirklichkeit für die Terrororganisation Hisbollah arbeitete.

Letzten Monat schrieb HonestReporting über den Vorfall:

Monni gehörte zu den allerlei Reportern, die an Dokumentationen zum Gedenken des 10. Jahrestags des Zweiten Libanonkriegs arbeiten. (Das war der Konflikt, der von der Entführung der IDF-Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser ausgelöst wurde.)

Als Teil seiner Dokumentation interviewte Monni die ehemalige Außenministerin Tzipi Livni, den ehemaligen Verteidigungsminister Amir Peretz und zwei ehemalige Soldaten zu ihren Erinnerungen an die Entführung und den folgenden Konflikt 2006.

Nachdem Monni diese scheinbar alltäglichen Interview führte, geschah etwas Seltsames. Wie YNet zuerst berichtete, wurde Monnis Arbeit gesendet, aber nicht vom italienischen Fernsehen, sondern von al-Mayadin, einem libanesischen Fernsehsender, der mit der Hisbollah verbunden ist.

Al-Mayadin ist in der arabischen Welt als Teil der „Achse der Oppositionsmedien“ bekannt, zu der Hisbollahs Fernsehsender Al-Manar gehört. Diese schiitische Medienachse unterstützt unerschütterlich Baschar Assad und den Iran und ist zudem stolz darauf Al-Jaziras sunnitisch orientierte Agenda zu kontern.

Keiner der Israelis hätte dem Interview mit Monni zugestimmt, hätten sie gewusst, dass sie in einer „Dokumentation“ in einem Sprachrohr der Hisbollah erscheinen würden. Danach gefragt, wie seine Arbeit in den Händen von al-Mayadin landen konnte, gab Monni widersprüchliche Erklärungen (mehr dazu unten).

(Al-Mayadins komplette Dokumentation finden sich auf YouTube. Die Gesamtschilderung erfolgt auf Arabsich; die Interviews mit den Israelis und Teile, die Nachrichtenmeldungen der Amerikaner bringen, sind in Hebräisch und Englisch.)

Was geschah als Nächstes?

Israels Regierungspressebüro (GPO) startete eine formelle Ermittlung in dieser Frage, darunter ob der italienische Journalist Monni und die Nachrichtenagentur ANSA mit der Hisbollah konspirierten oder Betrug und Verdrehung von Tatsachen betrieben. Zusätzlich dazu, dass er sagte, er arbeite für ANSA; hatte Monni auch gesagt, er arbeite für Al-Jazira. Doch beide Nachrichtenagenturen stritten gegenüber dem GPO ab, dass sie auf irgendeine Weise  beteiligt waren.

Schließlich entschuldigte sich die italienische ANSA bei Israel und beendete Michele Monnis Vertrag wegen seines unredlichen Handlungsweise in dieser Affäre.

ANSA veröffentlichte die folgende Stellungnahme:

ANSA gab dem freiberuflichen Journalisten Michele Monni nie einen Auftrag irgendjemanden für den Beitrag zu den Ereignissen von 2006 zu interviewen. Monni sagte ANSA nie, dass er diese Interviews durchführt. Darüber hinaus hat ANSA nie irgendewelche von Monni geführte Interviews zu diesen Ereignissen veröffentlicht.

HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker fügt hinzu:

Dass ANSA den Vertrag mit Michele Monni beendete, ist das einzige akzeptable Ergebnis dieses Falls. Monni führte nicht nur einen schockierenden Betrug durch, sondern kollaborierte offen mit einer Terrororganisation. Kein seriöses Medienorgan sollte auch nur überlegen ihn zukünftig zu beschäftigen.

Plosker hat unser Missfallen über Twitter direkt an Monni kommuniziert:

Das einzig akzeptable Ergebnis. Kein seriöses Medienorgan sollte auch nur daran denken @bluemonni in Zukunft zu beschäftigen. https://t.co-YsGegkqQkU
– Simon Plosker (@SimonPlosker) 8. September 2016

Was bringt die Zukunft?

ANSA hat sich entschuldigt und seine Beziehung zu Monni beendet. Doch Monni sagte auch, dass er für Al-Jazira und die BBC arbeitet. Wird eine dieser Organisationen gegen Monni vorgehen? Werden Nachrichtenagenturen im Allgemeinen daran arbeiten sicherzustellen, dass solche Übertretungen zukünftig nicht stattfinden?

Eines ist gewiss: Es gibt ernste Brüche des professionellen Verhaltens zumindest bei einigen Mitgliedern der Auslandspresse, die in Israel arbeiten.

Und das beklagenswerte Endergebnis war Terrorpropaganda, nicht Journalismus.

HonestReportings CEO Joe Hyams sagte:

Das ist ein massiver Bruch der Medientransparenz. Es ist einer der wenigen Bereiche in der Medieneinseitigkeit, den die Öffentlichkeit nicht zwangsläufig von Berichterstattung unterscheiden kann und genau das ist der Grund, warum Medien-Watchdogs wie HonestReporting die Nachrichtenindustrie nicht nur Ruhe kommen lassen und die Öffentlichkeit vor Manipulation schützen müssen.