Hinter Schlagworten verstecken: Wie BDS seine israelfeindliche Agenda verbreitet

Verfasst 26. November 2020 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost

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Sara Goldstein, HonestReporting, 11. November 2020

Nach Angaben der Internetseite der Bewegung Boykott, De-Investition, Sanktionen besteht das Hauptziel der Initiative darin auf „ein Ende der internationalen Unterstützung für Israels Unterdrückung der Palästinenser“ hinzuarbeiten und „Israel unter Druck zu setzen das Völkerrecht zu befolgen“. Von daher will BDS das globale Ansehen des jüdischen Staates delegitimieren, indem es ihn als Paria unter den Staaten isoliert und den Mythos verewigt, dass sein Militär Menschenrechtsverletzungen begeht und Israel somit kein Existenzrecht hat.

Zunehmender Einfluss: Die Manipulation der Medien durch BDS

Der Einfluss von BDS hat sich auf viele Schauplätze ausgeweitet, wobei ihre Ideologie Regierungen, Großunternehmen, Kirchen, Gewerkschaften und – besonders – Universitäten infiltriert hat. Allerdings nutzt BDS falsche Behauptungen über Israel, die in heiße Themen wie „soziale Gerechtigkeit“ gehüllt sind, um junge Menschen anzusprechen, insbesondere zukünftige Führer, Wähler, Meinungsmache rund Trendsetter.

Auf diese Weise hofft die Bewegung ihr Ziel zu erreichen Israel praktisch international auf eine Prozessliste zu setzen.

Eine der bedeutendsten Strategien der BDS besteht darin verzerrte Medienberichterstattung des israelisch-palästinensischen Konflikts publik zu machen, um ungerechtfertigt Glaubwürdigkeit zu erlangen, Wut in der Öffentlichkeit anzustacheln und Nachrichten auszunutzen, um die Menschen glauben zu machen, die Argumente der Bewegung seien logisch und triftig.

Als Ergebnis hat BDS zur Förderung eines binären politisch-sozialen Umfeld beigetragen, in dem jeder Einzelne glaubt, er sei gezwungen eine Entscheidung zu treffen: Entweder gegen israelische Politik einzutreten und als Folge auf der „richtigen Seite der Geschichte“ zu stehen oder im Gegensatz dazu Israel zu verteidigen und es zu riskieren als „Unterdrücker“ betrachtet zu werden.

Das Werben der BDS-Bewegung für das „Rückkehrrecht“ des palästinensischen Volks ist ein Beispiel krassen Antisemitismus, weil seine Verwirklichung die Eliminierung des einzigen jüdischen Staates zum Ergebnis haben würde.

Aber die Wahrheit ist weit nuancierter.

BDS: Juden haben kein Recht an ihrer angestammten Heimat

Als Israel 1948 seine Unabhängigkeit erklärte, marschierten sofort arabische Staaten in den neugeborenen Staat ein. Während des Krieges wurden rund 750.000 Palästinenser heimatlos. Kurz darauf wurde eine UNO-Organisation gebildet, die sich ausschließlich um ihre Bedürfnisse kümmerte, während eine neue Definition von „Flüchtling“ angenommen wurde, damit die dazugehören, die heute rund 5 Millionen Nachkommen derer sind, die Israel verließen oder von dort flohen.

Sollten diesen Einzelpersonen erlaubt werden in Massen ins Land zurückzukehren, würde das der jüdischen Mehrheit Israels den Todesstoß versetzen. Im Wesentlichen versucht dann also BDS eine Situation herbeizuführen, in der das jüdische Volk kein Recht auf Selbstbestimmung in seiner angestammten Heimat hat.

BDS auf dem Campus: Israel Apartheid Week

An Universitäten ist Students for Justice in Palestine (SJP) wahrscheinlich die bekannteste Organisation, die die Rhetorik und die Positionen der BDS verbreitet. Mit rund 150 Ortsgruppen in Nordamerika dürfte SJPs „großartigster“ Beitrag zur höheren Bildung die „Israel Apartheid Week“ sein. Der antisemitische Charakter dieser Veranstaltung, bei der SJP alle „Menschen mit Bewusstsein“ aufruft sich an einem Boykott israelischer Produkte zu beteiligen, dazu an einer Reihe von Vorträgen teilzunehmen, die die falsche Analogie zwischen Israels Umgang mit den Palästinensern und dem ehemaligen Apartheid-Südafrika propagieren, ist offensichtlich.

Werbung für die Israel Apartheid Week, geschaffen von Studenten an der Columbia University in New York City.

BDS zur Rede stellen: Fakten zu arabischen Israelis und palästinensischer Verweigerung

Trotz der Behauptungen der BDS, werden arabische Israelis vor dem Gesetz genauso behandelt wie Juden. Sie nehmen am politischen Prozess teil und haben einen Repräsentanten am Obersten Gerichtshof. Arabische Israelis sind Ärzte, Akademiker und genießen dieselben Freiheiten wie alle anderen Bürger.

Und was die Palästinenser angeht, hat Israel in der Vergangenheit alles unternommen, um den Konflikt mit seinen Nachbarn zu beenden. Im Gegensatz dazu haben die Palästinenser im Verlauf der letzten 25 Jahre zahlreiche großzügige Friedensangebote abgelehnt.

Antizionistische Allianz: BDS und die Jüdische Stimme für Frieden

Um ihr Handeln zu rechtfertigen, arbeitet die BDS-Bewegung oft mit Gruppen zusammen, die von vielen als von Juden geleitete antiisraelische Gruppen betrachtet werden. Dieses Tun dient als „Versteck“ für ihr Handeln. Wie kann BDS antisemitisch sein, wenn sie z.B. Rückendeckung von der Jüdischen Stimme für Frieden hat (JVP – Jewish Voice for Peace)? Was nicht erwähnt wird: dass diese Organisationen allgemein nur einen Rand des amerikanischen Judentums repräsentieren und damit keinesfalls repräsentativ für die breitere Bevölkerung stehen, von denen die Mehrheit zumindest Israels Existenzrecht unterstützt.

Das wird kristallklar, wenn man kurz die Internetseite von JVP unter die Lupe nimmt; die Organisation „wird geleitet von einer Vision der Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit für alle Menschen. Wir sind unmissverständlich gegen den Zionismus, weil er diesen Idealen widerspricht.“

Studenten nehmen an einem Protest von JVP teil, deren Ziel es ist zu beweisen, dass es Juden gibt, die die Delegitimierung Israels unterstützen.

Einseitigkeit kontern: Über Schlagworte hinaus zur Wahrheit

Dies ist einer der vielen Gründe, dass es bei der Bildung von Meinung zu jeglichem Thema entscheidend ist in die Fakten einzutauchen, während darauf bestanden wird, dass beide Seiten der Gleichung fair dargestellt werden. Um die wahren Vorzüge eines bestimmten Arguments beurteilen zu können, muss Einseitigkeit zuerst identifiziert und von der Wahrheit getrennt werden. Diesen Prozess zu erklären und anzuwenden, ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die nächste Generation in der Lage bleibt zu komplexen Fragen kritisch zu denken, die mit Schlagworten nicht angemessen zu verstehen sind.

Die UNO-Resolution „Zionismus ist Rassismus: Von der Verabschiedung bis zu ihrer Aufhebung und darüber hinaus

Verfasst 19. November 2020 von spotplenni
Kategorien: Araber, Geschichte, Israel, UNO

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Dov Lipman, HonestReporting, 10. November 2020

10. November 1975: Vor 45 Jahren war das ein sehr vielsagender Moment, was die Haltung der Vereinten Nationen – und der internationalen Gemeinschaft – zu Israel angeht.

Fünfundzwanzig Staaten unterstützten die Resolution 3379, die „festlegt[e], dass Zionismus eine Form von Rassismus und Rassendiskriminierung ist“. 72 Staaten stimmten dafür, 32 enthielten sich und 35 waren gegen den Antrag. Die Resolution verwies auf die UNO-Erklärung zur Eliminierung aller Formen von Rassendiskriminierung aus dem Jahr 1963; die Resolution von1973, die „die unheilige Allianz zwischen Südafrikanischem Rassismus und Zionismus“ verurteilte; und die Konferenz der Blockfreien Länder zu Außenangelegenheiten vom August 1975, die Zionismus als „eine Bedrohung des Weltfriedens und der Sicherheit“ bezeichnete und die Hauptstädte der Welt drängte „gegen diesen Rassismus und imperialistische Ideologie Widerstand zu leisten“.

Vor der Abstimmung sagte Israels Botschafter Chaim Herzog der Vollversammlung:

Ich kann mit Stolz auf die arabischen Minister verweisen, die in meiner Regierung gedient haben; auf den arabischen stellvertretenden Parlamentspräsidenten; auf arabische Offiziere und Mannschaften, die aus eigenem Antrieb in unseren Grenz- und Polizeikräften dienen, regelmäßig jüdische Truppen kommandieren; auf die hunderttausende Araber aus dem gesamten Nahen Osten, die sich jedes Jahr in den Städten Israels drängeln; auf die tausende Araber aus dem gesamten Nahen Osten, die zu medizinischer Behandlung nach Israel kommen; auf die friedliche Koexistenz, die sich entwickelt hat; auf die Tatsache, dass Arabisch in Israel eine Amtssprache ist, gleichberechtigt neben Hebräisch; auf die Tatsache, dass es für einen Araber selbstverständlich ist in Israel ein öffentliches Amt zu bekleiden, so wie es unpassend ist zu glauben, dass ein Jude irgendwo in einem arabischen Land ein öffentliches Amt bekleidet, in viele überhaupt hereingelassen zu werden. Ist das Rassismus? Ist es nicht! Das … ist Zionismus.

Herzog holte dann eine Kopie des Textes der Resolution heraus, hielt sie hoch und erklärte: „Für uns, das jüdische Volk, gründet diese Resolution auf Hass, Lüge und Arroganz, ihr fehlt jegliche Moral oder rechtlicher Wert. Für uns, das jüdische Volk, ist das nicht mehr als ein Stück Papier und wir werden es als solches behandeln.“

Dann zerriss Herzog das Dokument.

US-Botschafter Daniel Moynihan bezeichnete die Resolution als „ein großes Übel“ und klassifizierte sie als unverblümten Antisemitismus.

1991: Annullierung von „Zionismus ist Rassismus“ – irgendwie

Man muss ihr zugutehalten, dass die UNO die Resolution am 16. Dezember 1991 widerrief – aber erst, nachdem Israel zustimmte sich bei der Friedenskonferenz von Madrid mit der PLO einzulassen. Die Resolution zum Widerruf der Erklärung von 1975 wurde von 90 Staaten unterstützt; 111 Staaten stimmten dafür. Derweil enthielten sich dreizehn Staaten und 25 stimmten dagegen. Bemerkenswerterweise entkräftete die angenommene Resolution die Vorstellung nicht, dass Zionismus Rassismus ist, sondern besagte schlicht: „Die Vollversammlung beschließt die Entscheidung zu widerrufen, die in ihrer Resolution 3379 vom 10. November 1975 enthalten ist.“

Die Rücknahme war weitgehend wegen des Zusammenbruchs der Sowjetunion Anfang der 1990-er Jahre möglich geworden. Die UdSSR hatte die ursprüngliche Resolution angeführt, weil sie versuchte bei den arabischen Ländern zu punkten und gleichzeitig das Ansehen der USA zu schädigen. Tatsächlich stimmten alle Länder des ehemaligen Sowjetblocks, einschließlich der neu geschaffenen Litauen, Lettland und Estland, für die Rücknahme.

Aber die Entwicklung demonstrierte auch den diplomatischen Fortschritt, den Israel in gerade etwas mehr als 15 Jahren gemacht hatte. Afrikanische und asiatische Länder wie Nigeria, Indien, die Philippinen und Singapur, die die Resolution 1975 stützten, wechselten die Seiten. Brasilien und Mexiko änderten ihr ursprünglich antiisraelisches Votum ebenfalls.

Hardliner wie Khalil Makkawi, ehemaliger Botschafter des Libanon, der im Namen der arabischen Staaten sprach, suggerierte, die Rücknahme sei ein Geschenk für die „israelischen Extremisten, die ihre Politik der schleichenden Annexion verfolgen“ und bestand darauf, sie würde „die Leidenschaften der Araber schüren“, die glauben, der gesamte Friedensprozess sei vergebliche Mühe, die Israel mehr Zeit verschafft zu expandieren und sein revisionistisches zionistisches Projekt zu erreichen“.

Im Nahen Osten beginnen Verschiebungen

Das Ereignis demonstrierte jedoch – in einigen Fällen vorab angedeutet – sich verschiebende Einstellungen einiger arabischer Länder gegenüber Israel.

Während zum Beispiel einige arabische Staaten nicht für die Rücknahme stimmten, ist es wichtig festzuhalten, dass Vertreter aus Ägypten, Oman, Kuwait, Marokko, Tunesien und Bahrain an der Abstimmung 1991 nicht teilnahmen.

Und obwohl die Rücknahme Zionismus nicht formell als legitime Bewegung des jüdischen Volks zur Gründung und Sicherung seines eigenen Staates in seiner angestammten Heimat beschreibt, wurde sie von Israel als großer Schritt vorwärts bei seinen Bemühungen gefeiert größere internationale Akzeptanz zu gewinnen.

Als vielleicht stärkster Beweis dafür, wie weit Israel gekommen ist und für die Hoffnung, dass die Region sich auf friedlichere Zeiten zu bewegt, stimmten die Vereinigten Arabischen Emirate und der Sudan 1975 für die Resolution „Zionismus ist Rassismus“ und stimmten 1991 gegen die Rücknahme, haben sich jetzt aber entschlossen volle diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen.

Es kann keine deutlichere Aussage zur Unterstützung des jüdischen Staates geben, als dass Zionismus KEIN Rassismus ist.

Schäbige Israel-Berichterstattung von CNN, BBC, CBS führt zu Beschuldigungen von “ethnischer Säuberung”

Verfasst 12. November 2020 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Medienwelt, Nahost-Konflikt, Weltmedien und Nahost

Gidon Ben-Zvi, 9. November 2020

Globale Nachrichtenorganisationen haben fast gleichförmig über die Verurteilung des Abrisses „eines großen Teils einer palästinensischen Gemeinde in der Westbank, die 73 Menschen, darunter 41 Kinder, obdachlos machte“ berichtet.

Mit Vereinnahmung des palästinensischen Narrativs haben CNN, BBC und CBS sowie weitere Medien und ihresgleichen eine allem Anschein nach von einer Agenda getriebenen Geschichte ohne den Kontext verbreitet, was effektiv dazu dient den jüdischen Staat zu delegitimieren.

UNO und EU verreißen Israel nach Abriss in Westbank mit 73 obdachlos Gemachten

Der Weg zu zwei Staaten verläuft über Oslo

Am 3. November berichtete CNN, dass die Europäische Union Israels Schritt „scharf kritisierte“:

„Solche Entwicklungen stellen ein Hindernis für die Zweistaatenlösung dar“, sagte ein Sprecher in einer Stellungnahme. „Die EU betont erneut ihren Aufruf an Israel, alle solchen Abrisse einzustellen, einschließlich der von durch die EU finanzierte Bauten.“

An diesem Zitat ist seltsam, dass es den genauen Ort dieser „palästinensischen Gemeinde in der Westbank“ zu identifizieren versäumt. Fakt ist, dass Khirbet Humsa im Jordantal liegt. Das ist von Bedeutung, weil Israel und die PLO in den 1990-er Jahren die Oslo-Vereinbarungen unterschrieben, die eine friedliche Zweistaatenlösung vorsahen. Gemäß der Vereinbarung wurde die Westbank in drei getrennte Zonen aufgeteilt: die Areas A, B und C.

Das Jordantal liegt in Area C, die unter voller israelischer Sicherheits- und Zivilkontrolle steht. Jerusalem ist damit dort für die Planung und Genehmigung von Bautätigkeiten verantwortlich, für Juden wie für Araber. Die israelischen Behörden reißen regelmäßig Bauten in Area C ab, die als illegal errichtet eingeordnet werden.

Besonders bezüglich Khirbet Husma vermittelte Israels Militär-Kontakt den Palästinensern eindeutig, dass die zerstörten Bauten in einer Zone für scharfe Schussübungen gebaut waren. Tatsächlich verbot Israel den Zutritt zu der Gegend schon 1972. Humsas Beduinen-Einwohner appellierten vorher bei Israels Oberstem Gerichtshof, damit der bevorstehende Abriss widerrufen wird. 2019 lehnte das Gericht den Antrag ab und entschied, dass die Bewohner nicht dort bleiben konnten.

Aber diese entscheidenden Informationen wurden von den Medien insgesamt ignoriert. Während große Nachrichtenorgane wie CNN unkritisch Brüssels Ansicht brachten, dass israelische Politik ein Hindernis für eine Zweistaatenlösung ist, erfüllt der jüdische Staat in Wirklichkeit seine Verpflichtungen unter dem Oslo-Prozess.

EU finanziert Bau illegaler Siedlungen

Mehrere Nachrichtenorganisationen haben berichtet, dass die Beseitigung illegal gebauter Gebäude in der Westbank alarmierende Raten erreicht hätte:

Israel gerügt wegen „größtem Abriss palästinensischer Häuser in Jahren“

Diese Behauptung wirft die Frage auf: Was, wenn überhaupt etwas, hat diese Steigerung verursacht? Hätten die BBC und die anderen Organe haben sich darum gekümmert die Sache angemessen zu recherchieren, hätten sie entdeckt, dass illegale palästinensische Bautätigkeit in der Westbank ein nie da gewesenes Niveau erreicht hat.

Im Verlauf der letzten fünf Jahre sind auf rund 9 Quadratkilometern Territorium verteilt an mehr als 250 Stellen in Area C palästinensische Siedlungen und Infrastruktur gebaut worden. Dabei sind die mehr als 600 Kilometer illegal gebauter Zugangsstraßen zu diesen Stellen nicht eingerechnet.

Im Juli 2020 unterschrieben die Europäische Union, Dänemark und die palästinensische Autonomiebehörde eine Vereinbarung zum Bau von 16 Infrastrukturprojekten für die Palästinenser in Area C. Das war die fünfte Vereinbarung dieser Art. Weder beantragten die an den Projekten Beteiligten Genehmigungen, noch erhielten sie sie von der israelischen Zivilverwaltung.

Die israelische Regierung hat schon lange den Verdacht, dass dies integraler Bestandteil eines PA-Plans zur Schaffung von zusammenhängenden palästinensischen Bevölkerungszentren in der Region ist. Die EU kündigte ihre Unterstützung für die Initiative in einem Dokument namens „Landentwicklung und Zugang zu grundlegender Infrastruktur in Area C“ an.

Es stellt sich heraus: Um ohne weitere Verhandlungen oder gar diplomatische Konsultationen mit den Israelis einen De-facto-Palästinenserstaat zu schaffen, haben die europäischen Länder – einzeln und über die Europäische Union – hunderte Millionen Euro pro Jahr in jede Menge illegaler Initiativen gepumpt.

UNO sagt, Israels „rechtswidriger Abriss“ von Palästinenserdorf hinterlässt 41 obdachlose KInder

Von daher behauptet zwar CBS News, dass Israel selten Baugenehmigungen in Area C erteilt, aber die Palästinenser scheinen mit Hilfe europäischer Großzügigkeit schalten und walten zu können, wie sie wollen.

Ungeprüfte Unwahrheiten: Die Straße zur ethnischen Säuberung

Ohne die dazu gehörigen Fakten haben die unvollständigen und dadurch verzerrten Berichte der Medien die Tendenz in den Mainstream abzufärben, was im Gegenzug zu öffentlicher Verbreitung weiterer Verleumdungen gegen Israel führt:

Wenn Israel handelt, um das Gesetz durchzusetzen, wird nur allzu oft mit irreführenden Informationen auf es eingeprügelt, womit diejenigen ermutigt werden, die nur allzu froh sind die schiefe Botschaft zu verstärken.

Sechs Herausforderungen für die Berichterstattung zum Nahost-Konflikt

Verfasst 5. November 2020 von spotplenni
Kategorien: Medieneinseitigkeit, Medienwelt, Weltmedien und Nahost

Tracy Alexander, HonestReporting, 25. August 2019

Photo by Ruben Salvadori/Flash 90

Jahre des Betrachtens der Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt im australischen Fernsehen ließen mich frustriert zurück. Als Journalistin war mir das beliebte Sprachbild vertraut: „Wenn es blutet, ist es eine Nachricht.“ Das hat oft verzerrte Schlagzeilen und die Verbreitung irreführender Informationen zu Folge.

Von daher informieren in diesem Kontext grausame Bilder und unverhältnismäßige Opferzahlen die öffentliche Meinung über eine außergewöhnliche und vielschichtige Realität.

Der Nachrichtenkonsum in 12.000 Kilometer Entfernung zeigt als allgemeine Darstellung Israel als den Aggressor gegen eine entrechtete palästinensische Bevölkerung.

Da ich früher etwas Zeit in Israel verbracht habe, weiß ich, dass es eine viel breitere Realität gab.

Wie ich es erlebte schien die Art, wie der israelisch-palästinensische Konflikt in den Mainstream-Medien dargestellt wurde, das Fehlen eines tieferen Verständnisses der Situation zu zeigen. Ich sah mich gezwungen mich eingehend damit zu beschäftigen, warum solch unvollständige Narrative an ein internationales Publikum ausgestrahlt werden.

War es Medien-Voreingenommenheit? Oder ging da etwas anderes vor?

Das war ein Teil von dem, was mich veranlasste mit Berichterstattung aus Israel zu beginnen. Aber nachdem ich einige Zeit in dem verbrachte, was eine Konfliktzone darstellt, erkannte ich, dass es selbst für einen eifrigen und entschlossenen Geist bereits eingewurzelte Herausforderungen und Einschränkungen aufgrund der Natur der Industrie und des Konflikts gibt. Die Schichten gehen tief, der Zeitgeist ist komplex und es ist schwierig in Anbetracht der Einschränkungen und zeitkritischen Natur des modernen Journalismus, verbunden mit einer Öffentlichkeit, die oft ihre „Nachrichten“ in 280 Buchstaben erhält, für ein Auslandspublikum ein komplettes Bild zu zeichnen.

1. Die auf den Konflikt angewandte westliche Mentalität

Meine erste Offenbarung war, dass ich nicht erwarten kann, eine Demokratie im Nahen Osten im Einklang würde mit westlichen Idealen funktionieren. Die komplizierten Realitäten für ein Land wie Israel, umgeben von unerbittlichen Feinden und „Freinden“, verändern das Spiel und wir können daher nicht westliches Denken anwenden, wenn wir Nachrichten von hier analysieren – der Kontext ist schlicht nicht vergleichbar.

Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Geschichte ein paar Wochen nach Beginn meiner Arbeit bei einem internationalen Nachrichten-Sender in Israel, wo palästinensische Jugendliche Steine auf Fahrzeuge auf der Straße 60 geworfen hatten – einer Schnellstraße in Israel, die von Jerusalem nach Beer Sheva führt und dabei auch durch die Westbank verläuft.

Die israelische Armee war sofort in den Einsatz geschickt worden und im Prozess die Täter aufzuspüren wurde ein 15-jähriger Palästinenser erschossen. Aufgrund meiner Erfahrung schien dies unberechtigt zu sein, stellte einen Missbrauch von Macht und Missachtung menschlichen Lebens dar.

Mir fiel sofort eine Geschichte ein, über die ich berichtete; australische Teenager warfen Felsbrocken von einer Brücke über eine Autobahn – ich konnte mir nicht vorstellen, dass die lokale Polizei weiter gegangen wäre als einen Trupp „Hooligans“ festzunehmen. Das australische Militär zu beauftragen war unvorstellbar.

Deshalb nahm ich es auf mich direkt mit einem israelischen Verteidigungskorrespondenten zu sprechen, einem Experten für den israelisch-palästinensischen Konflikt. Er sah die Schwere des Vorfalls in der Westbank nicht, zu dem er mir in weiteren Erklärungen die Fallstricke verdeutlichte, die entstehen, wenn man versucht zu verstehen, was man nicht tagtäglich erlebt.

Palästinenser liefern sich nördlich von Ramallah am 28. April 2017 Zusammenstöße mit israelischen Soldaten. (Foto: Flash90)

Was der Korrespondent mir erzählte: Die beschuldigten Palästinenser waren nicht nur störende Teenager, die Sachen machten, die störende Teenager tun, sondern sie hatten die Absicht israelische Pendler zu töten. Felsbrocken waren in diesem Fall tödliche Waffen – nur eines der Mittel in einer Reihe anderer (wie Molotowcocktails und Schusswaffengebrauch), die von Palästinensern bei früheren Anschlägen in derselben Gegend üblicherweise eingesetzt wurden. Insofern wurde mir nach weiterem Graben bewusst, dass in den vorhergehenden acht Monaten mindestens fünf israelische Zivilisten auf demselben 16 km langen Abschnitt der Straße 60 getötet worden waren. Ich verstand nun, dass dies kein isolierter Vorfall, sondern integraler Bestandteil des Konflikts war – das war keine Straftat, sondern ein Kriegsakt.

Entsprechend lässt die Formulierung der Story als „Israel tötet palästinensischen Steinewerfer“ den Knackpunkt komplett weg; es bedarf eines entschlossenen Journalisten, um die Verwirrung zu beseitigen.

2. Kontext verringert die Verwirrung

Die Debatte des „Wer war zuerst hier“ und „Wer nahm wem was weg“ geht bis in die 1920-er Jahre zurück und kann in einem einminütigen Sprachbeitrag nicht adäquat vermittelt werden. Angesichts der Zwänge moderner Berichterstattung der Sender, geregelt von Wortökonomie und zeitlicher Beschränkung, ist es oft unmöglich den notwendigen historischen Kontext eines aktuellen Vorfalls zu liefern. Darin liegt die Herausforderung, denn der angemessene Kontext erlaubt dem Einzelnen aktuelle Ereignisse vollständiger zu verstehen. Er bietet Tiefe, deren Fehlen zu Fehlinterpretationen führt.

Israelis wie auch Palästinenser haben ihren Anteil an Fehlern gemacht, aber Kontext ist wichtig, wenn man versucht das Handeln jeder Seite zu verstehen. Man darf z.B. den Einfluss von Jahren palästinensischen Terrorismus auf die israelische Psyche nicht unterschätzen. Man kann auch nicht behaupten in den Fußstapfen eines Israelis aus dem Süden zu laufen, der Ziel von abertausenden von Raketenangriffen der Hamas ist, die übrigens begannen, nachdem Israel 2005 einseitig den Gazastreifen verließ. Das soll aber auch nicht heißen, dass alle dieser Einwohner den Konflikt gleich sehen. Einige, die an der Front des Konflikts leben, sind stramme Linke – andere vertreten einen weit härteren außenpolitischen Kurs – ebenfalls etwas, das der Kontext liefern würde.

Darüber hinaus geht in der Gleichung oft verloren, dass Israel im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte der palästinensischen Autonomiebehörde zahlreiche umfassende Friedensvorschläge angeboten hat, von denen jeder einzelne abgelehnt wurde.

Die Palästinenser ihrerseits verbleiben in Teilbereichen der Westbank, wo rund 500.000 Juden leben,  unter israelischer Militärherrschaft. Das reduziert Möglichkeiten für Wirtschaftswachstum, schränkt die Bewegungsfreiheit ein, hat die Trennung von Familien verursacht und im Fall des Gazastreifens hat die Hamas-Ideologie Israel und Ägypten veranlasst eine Blockade über die Küstenenklave zu verhängen.

Daher haben zwar beide Seiten ihre Beschwerden, es ist aber unmöglich den vollen Kontext in ein paar wenigen Sätzen zu liefern, die für Rundfunkjournalismus zum Standardformat geworden sind. Das erklärt im Gegenzug, warum das Publikum oft ohne die volle Geschichte auskommen muss.

3. Bilder vermitteln nicht immer die Wahrheit

In Rundfunkmedien herrschen Bilder und können die Erzählung oft trüben. Je überzeugender die Bilder sind, desto mehr Sendezeit erhalten sie und die Bilder können auch den mildernden Faktor für Gewalt überschatten.

Bei einem Besuch auf Bali machte ich vor kurzem die Erfahrung, dass Fotografie und Video bestimmen können, wie Menschen eine Geschichte interpretieren. Als ich mit einer hoch gebildeten und fähigen Australierin über den Konflikt sprach, drückte sie Mitgefühl für die Gaza-Araber aus, wobei sie Israelis militärische Überlegenheit als Grund anführte. „Die Palästinenser haben nur Steine, um gegen israelische Panzer und Flugzeuge zu kämpfen“, behauptete sie. Diese Sichtweise wird von vielen Westlern aufgrund der Macht der Bilder Meinungen zu formen geteilt.

Ich fragte, was sie über die 700 Raketen weiß, die in der Woche zuvor auf Israel geschossen wurden, was zu israelischen Todesopern führte. Sie war schockiert, dass sie nichts von Raketen und israelische Opfern wusste. Obwohl die Hamas manchmal erbarmungslos Raketen verschießt, werden die meisten von fortschrittlichen israelischen Verteidigungssystemen abgefangen, ganz besonders von der Eisernen Kuppel – die zufälligerweise hunderte, wenn nicht tausende palästinensischer Lebens gerettet hat, weil sie die Zahl israelischer Opfer beträchtlich reduziert hat, die ansonsten viel heftigere militärische Reaktionen ausgelöst hätten.

Israelische Sicherheitskräfte inspizieren die Szene eines Hauses, das am 25. März 2019 von einer aus dem Gazastreifen in den Moschaw Mischmeret in Zentralisrael geschossenen Rakete getroffen wurde. (Foto: Noam Revkin Fenton/Flash 90)

Dennoch muss Israel zurückschlagen und die daraus resultierenden, um die Welt geschickten Bilder  zerstörter palästinensischer Infrastruktur sind das, woran sich die Leute erinnern.

Im weiteren Gespräch verriet sie, dass sie von den gewalttätigen, seit einem Jahr laufenden „Marsch der Rückkehr“-Protesten entlang der gemeinsamen Grenze wusste, aber nichts von den tausenden Sprengsätzen, die derzeit nach Israel flogen und massive Umweltverheerung anrichteten.

Sie wusste auch nichts von den Terrortunneln, die in den Hinterhöfen von Israelis im Norden entdeckt wurden, die die Hisbollah aus dem Libanon grub. Diese Bilder machen keine Schlagzeilen, genauso wenig wie eine Geschichte von der Absicht Israelis zu entführen oder zu toten internationale Aufmerksamkeit wachrüttelte.

Das macht die Arbeit eines Reporters noch schwieriger, wenn es darum geht den Konflikt auf faire Weise darzustellen und das GESAMTE BILD zu schildern.

4. Vorfälle zum Status quo sind unauffällig

Der andauernde Status quo des Konflikts – definiert von gescheiterten Initiativen und periodischer Gewalt – hat „Erschöpfung“ zur Folge, die sich oft in Apathie zeigt. Vorfälle, die alltäglich sind, werden von den internationalen Medien als unauffällig betrachtet, wenn sie allerdings im Westen auftreten sollten, würden für gewaltiges Interesse und Berichterstattung sorgen.

Entsprechend wird über die tagtäglichen Geschehnisse in Israel zu wenig berichtet. In israelischen Grenzstädten im Süden heulen zum Beispiel allzu regelmäßig die Sirenen, um vor einfliegenden Raketen zu warnen, was die Einwohner in Bunker schickt. Die meisten Gebäude und selbst Wohnungen in Israel haben einen „Sicherheitsraum“, besonders im Süden, wo Kindergarten-Spielplätze gleichzeitig als Luftschutzunterstände dienen.

Wegen meiner Verantwortung als Journalist habe ich eine App auf meinem Handy installiert, die mir jedes Mal eine Botschaft schickt, wenn irgendwo im Land eine Sirene ertönt. Es muss gar nicht erst gesagt werden, dass ich meistens, wenn die App sich meldet, nicht erwarte, dass die Medien, insbesondere die Auslandsmedien, die Story aufnehmen.

So machen nur große Ausbrüche Schlagzeilen, was weder die Wirklichkeit zeigt noch Informationen zu Standardabläufen des israelischen Militärs oder der Moral liefert, die die Armee versucht bei Gegenschlägen einzuhalten.

Es sind jedoch diese kleinen Details, die erklären, warum Israels Entscheidungen eingeschränkt sind, warum viele die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden verloren haben sowie das hohe Niveau des Misstrauens gegenüber den Medien in Jerusalems Korridoren der Macht erklären.

5. Drama, Drama, Drama

Ich kam aus einem Land nach Israel, das sich wenig Sorgen machen muss, vergleicht man es mit denen im Nahen Osten. Von daher sind die australischen Medien ziemlich darauf geschult Storys aufzubauschen, um überzeugendes Fernsehen zu schaffen. Hier in Israel trifft das Gegenteil zu. Ereignisse, die mich als Australier schockieren würden, erschüttern meine israelischen Kollegen kaum, so normal sind Messeranschläge in Jerusalem oder Auto-Rammanschläge in der Westbank geworden. Obwohl sie Terrorakte darstellen, reagieren Israelis auf diese Vorfälle weniger leidenschaftlich als es australische Journalisten es beim Sammeln der Einzelheiten eines tödlichen Autounfalls tun würden.

Ich arbeitete für einen internationalen Sender mit Sitz in Israel – also würden wir diese Art von Storys vielleicht berichten – und wenn sie nur kurz in den Nachrichten erwähnt würden. Aber in der internationalen Presse bekommen diese Geschichten überhaupt keine Erwähnung, womit das internationale Publikum daran gehindert wird das volle Bild des Alltagslebens in einem Land zu erhalten, in dem der Status quo aus dem Konflikt besteht.

6. Internationale Spaltungen führen zu polarisierender Berichterstattung

Abhängig von einem Interviewten kann es sein, dass ich unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage erhalte. „8 Millionen Bürger, 8 Milliarden Meinungen“, ist in Israel eine übliche Redewendung. Daher muss ein Journalist, um ein realistisches Bild zu liefern, durch dieses Gemenge an Ansichten und Perspektiven waten, um Ausgewogenheit zu liefern, um sicherzustellen, dass allen Elementen der Gleichung gleiches Gewicht gegeben wird. Das Ideal besteht darin sachkundige Englisch sprechende Quellen aufzuspüren, die die Geschichte einigermaßen zusammenfassen können.

Die innewohnende Natur einer von Redaktionsschluss getriebenen Umgebung bläht die Herausforderung weiter auf. Mit dem aktuellen Appetit für Berichterstattung auf die Minute über Weltereignisse kann die Notwendigkeit Talent zu gewinnen, das eine Story auf ausgewogene Weise darstellt, sich als schwierig erweisen. Fügen Sie dem noch Ressourcenprobleme hinzu – zunehmend schwindende Nachrichtenredaktionen, ist die für die Verfolgung angemessenen Talentes einfach nicht vorhanden. Man muss auch die Agenda der interviewten Personen bedenken und in Betracht ziehen, außerdem das Niveau der Indoktrination, Repression oder Angst sich ehrlich zu äußern.

In den Palästinensergebieten kann dies eine besonders schwierige Aufgabe sein, angesichts des das aktuelle Klimas, sind diejenigen, die bereit sind einer in Israel sitzenden Nachrichtenorganisation Einsichten zu liefern, manchmal dünn gesät. Selbst diejenigen, die bereit sind zu kommentieren, tun das sehr zurückhaltend.

Unter dem Strich

Insgesamt besteht der Job eines Reporters darin die Fakten zu vermitteln, einschließlich Kontext, und mit Einzelnen von allen Seiten des Gangs zu reden, damit die Menschen ausreichend mit den notwendigen Informationen bewaffnet sind, um sie in die Lage zu versetzen ihre eigenen Schlüsse zu ziehen.

Um die Feinheiten des Jahrzehnte alten Konflikts zu vermitteln, muss man unparteiisch daran herangehen, ganz zu schweigen von der Motivation sich selbst zu bilden, um weitere Fragen zu stellen und kritisch zu analysieren. Tut man das nicht, dann führt das zu eindeutigen Missverständnissen des Wesens der Ereignisse.

Das ist bedauerlicherweise eine der größten Schlachten von heute – und eine, die zu schlagen es wert ist.

Was passierte wirklich beim Camp David II-Gipfel?

Verfasst 29. Oktober 2020 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Geschichte, Nahost-Konflikt, Palästinenser

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Dov Lipman, HonestReporting, 29. Juli 2019

„Warum gibt Israel nicht einfach den Palästinensern, was sie haben wollen und bringt den Konflikt zu Ende?“

„Was wollt ihr von den Palästinensern? Israel lehnt es ab ihnen den eigenen Staat zu geben, also greifen die Palästinenser natürlich auf Terrorismus und bewaffneten Konflikt zurück!“

Diese beiden Kehrreime sind ständig aus dem propalästinensischen Lager in Parlamenten und an Universitäten in aller Welt zu hören.

Das Problem mit dieser Art Fragestellung lautet: Sie ignoriert die Tatsache, dass Israel versucht hat Frieden zu schließen und den Palästinenser so viel anzubieten, wie es kann. Der Camp David II-Gipfel im Jahr 2000 ist ein Paradebeispiel.

Camp David II

Der letzte große Versuch die Dinge zwischen Israel und den Palästinensern zu lösen, wurde im Juli 2000 unternommen. US-Präsident Bill Clinton lud den israelischen Premierminister Ehud Barak und den PA-Vorsitzenden Yassir Arafat zu einem Treffen in Camp David ein, den Rückzugsort des Präsidenten im westlichen Maryland.

Jahre zuvor, 1979, war Camp David der Ort, wo US-Präsident Jimmy Carter Gastgeber des israelischen Premierministers Menachem Begin und des ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat für Gespräche war, die schließlich zum israelisch-ägyptischen Friedensvertrag führten. Es bestand die Hoffnung, dass die entspannte Stimmung von Camp David einen ähnlichen Durchbruch für die Israelis und die Palästinenser ermöglichen würde. Daher der Name: Camp David II.

Die Oslo-Vereinbarungen, 1993 von Arafat und dem getöteten israelischen Premierminister Yitzhak Rabin unterschrieben, forderte ein Endstatus-Abkommen zwischen den beiden Seiten innerhalb von fünf Jahren ab dem Zeitpunkt, an dem den Palästinensern ihre Autonomie gegeben wurde.

Die Palästinenser waren nicht glücklich damit zum Camp David II zu kommen; sie fürchteten, sie würden unter Druck gesetzt Zugeständnisse zu machen. Aber Arafat akzeptierte die Einladung und am 11. Juli kamen die israelische und die palästinensische Delegation in Camp David an.

Der Ansatz für diesen Gipfel war „alles oder nichts“. Beide Seiten sollten danach streben eine Vereinbarung zu Territorium und dem Status von Siedlungen, Jerusalem und dem Tempelberg, den Flüchtlingen und der palästinensischen Forderung des Rückkehrrechts sowie Sicherheitsarrangements zu erzielen. Es sollte keine Teil- oder Zwischenergebnisse geben.

Von links nach rechts: Israels Premierminister Ehud Barak, US-Präsident Bill Clinton und Palästinenserführer Yassir Arafat beim Camp David II-Gipfel im Jahr 2000.

Die Positionen

Territorium: Die Palästinenser forderten die gesamte Westbank und den Gazastreifen, waren aber bereit Landtausch aus Israel für jeden Teil dieser Territorien zu akzeptieren, die Israel behalten würde. Premierminister Barak bot den Palästinensern 73% der Westbank und 100% des Gazastreifens mit einem Plan an, der ihnen letztlich 91% der Westbank mit einer angehobenen Schnellstraße und Eisenbahnlinie als Verbindung der beiden Territorien geben würde.

Die Palästinenser sollten auch einen Ausgleich für das eine Prozent der Westbank erhalten, indem sie die Kontrolle über die Region Halutza Sand direkt neben dem Gazastreifen übernehmen. Der Plan hätte erfordert, dass Israel zwangsweise Menschen aus ihren Häusern in 63 Siedlungen evakuiert, während Israel die Siedlungen des Gush Etzion und Ma’ale Adumim annektiert, wo ein paar hunderttausend Israelis wohnen.

Jerusalem: Israel schlug vor den Palästinenser die „Aufsicht“ über den Tempelberg und die „Verwaltung“ über die muslimischen und christlichen Viertel der Altstadt und alle israelischen und christlichen heiligen Stätten zu geben. Ihnen würde erlaubt sein die palästinensische Flagge an all diesen Orten zu hissen.

Israel hatte das Gefühl, es könnte seine Souveränität über diese Bereich nicht aufgeben; Grund waren Sicherheitsbedenken. Die israelischen Viertel in Ostjerusalem sollten unter israelischer Souveränität bleiben und den Palästinensern würde in ihren Bereichen zivile Autonomie gegeben werden. Die Palästinenser würden die Stadt Al-Quds als Hauptstadt Palästinas schaffen. Zu dieser Stadt sollten kleine Städte und Dörfer am Rand von Jerusalem gehören.

Flüchtlinge: Die palästinensische Forderung nach einem „Rückkehrrecht“ für mehr als 700.000 Flüchtlinge aus dem israelischen Unabhängigkeitskrieg n 1948 sowie ihren Nachkommen, die Millionen zählen, war keine, der Israel zustimmen konnte. Der Zustrom von Millionen Palästinensern würde auf das Ende des demokratischen jüdischen Staates Israel hinauslaufen.

Stattdessen schlug Israel vor, dass maximal 100.000 Flüchtlingen erlaubt sein sollte für Familienzusammenführungen und aus anderen humanitären Überlegungen heraus nach Israel zu kommen. Alle übrigen palästinensischen „Flüchtlinge“ würden im neuen Palästinenserstaat oder in dritten Ländern angesiedelt werden. Ein internationaler Fonds mit $30 Milliarden, in den auch Israel einzahlen würde, sollte Ansprüche palästinensischer Flüchtlinge für verlorenen Landbesitz und angemessenen Ausgleich bieten.

Sicherheit: Die größte Sorge überhaupt für israelische Unterhändler gab es in Sachen Sicherheit. Israel forderte, dass der Palästinenserstaat entmilitarisiert sein sollte und dass er sich dazu verpflichtet alle Terrororganisationen zu entwaffnen.

Israel schlug vor, dass eine internationale Streitmacht im Jordantal stationiert wird, wobei die Palästinenser den Grenzübergang kontrollieren, wenn auch unter israelischer Beobachtung; außerdem sollte Israel eine permanente Sicherheitspräsenz entlang 15% der Grenze zwischen Jordanien und Palästina unterhalten. Israel bat auch darum, dass ihm erlaubt wird Radarstationen innerhalb des Palästinenserstaate aufzubauen und dass es in der Lage sein würde im Notfall Truppen im Palästinenserstaat zu stationieren.

Ein endgültiger Friede: Israels wichtigste Forderung lautete, dass Arafat, damit es all diese Zugeständnisse macht, das Ende des Konflikts erklären muss und in der Zukunft keine weiteren Forderungen an Israel stellt.

Bei Camp David II anwesende Berater des Weißen Hauses waren überrascht, wie weit Barak zu gehen bereit war und hatten das Gefühl, dass sein Angebot den Großteil dessen erfüllte, was die Palästinenser forderten.

Aber Arafat lehnte das israelische Angebot ab.

Statt einer Vereinbarung gaben die Seiten eine Erklärung ab, in der es hieß: „Die beiden Seiten stimmen überein, dass das Ziel ihrer Verhandlungen darin besteht, dem Jahrzehnte alten Konflikt ein Ende zu setzen und einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erzielen.“ Und: „Die beiden Seite verpflichten sich ihre Bemühungen zum Abschluss einer Vereinbarung zu allen Fragen des permanenten Status so bald wie möglich fortzusetzen.“

Clintons Vorschläge nach Camp David II

US-Präsident Bill Clinton

Präsident Clinton gab die Mission nicht auf, eine tatsächliche Vereinbarung zu erzielen und nach Monaten des Hin und Her legte er beiden Seiten im Dezember 2000 einen neuen Vorschlag vor, in dem er Israel dazu drängte noch mehr Zugeständnisse zu machen.

Territorium: Der Vorschlag von Clinton bot den Palästinensern 94 bis 96 Prozent der Westbank sowie Landtausch bis zu 3% in Israel, um den Palästinenser beinahe zu 100% der Landmasse zu geben, die sie anstrebten.

Sicherheit: Um Israels Sicherheitsbedürfnisse zu erfüllen, sollte die israelische Armee sich im Verlauf von drei Jahren schrittweise aus den Palästinensergebieten zurückziehen, während eine internationale Truppe schrittweise in der Region eingesetzt wird. Israel würde weitere drei Jahre eine kleine Präsenz im Jordantal behalten, allerdings unter Kontrolle der internationalen Truppe.

Israel würde erlaubt werden eine „Frühwarn“-Station in der Westbank zu betreiben, allerdings mit der Präsenz einer palästinensischen Kontaktperson und für den Fall einer „drohenden und nachweisbaren Bedrohung für Israelis Sicherheit“ würde ein Arrangement getroffen, damit die IDF auf Dringlichkeitsbasis in der Westbank stationiert werden kann. Und schließlich wäre der Staat Palästina „nicht militarisiert“, sondern würde eine starke Sicherheitstruppe haben.

Jerusalem: Clinton schlug vor, dass die arabischen Viertel in Palästina liegen, die jüdischen Viertel israelisch sein würden, das die Palästinenser Souveränität über den Tempelberg und die Israelis die Souveränität über die Westmauer und den „heiligen Bereich“ behalten, von der die Westmauer ein Teil ist. Um die Mauer herum oder unter dem Tempelberg würden ohne gegenseitiges Einverständnis keine archäologischen Grabungen stattfinden.

Flüchtlinge: Clinton schlug vor, um die Flüchtlingsfrage anzugehen solle der neue Staat Palästina die Heimat für im Krieg von 1948 und danach heimatlos gewordenen Flüchtlinge sein. Zusätzlich sollte eine internationale Anstrengung unternommen werden die Flüchtlinge zu entschädigen und für sie Häuser im neuen Staat Palästina, in ihren aktuellen Gastgeberländern, in anderen bereitwilligen Staaten oder in Israel zu finden.

Ein endgültiger Frieden: Clinton stimmte mit der israelischen Forderung überein, dass die Vereinbarung eindeutig das Ende des Konflikts markieren und aller Gewalt ein Ende setzen sollte.

Die israelische Regierung stimmt am 27. Dezember 2000 dafür den Vorschlag zu akzeptieren. Arafat gab Clinton nie ein offizielles „Nein“, aber er sagte nie „Ja“, was auf eine Ablehnung des Vorschlags hinauslief – kurzerhand da Ende von Camp David II und Clintons Bemühungen Frieden zu schaffen.

Gemäß den von Vertretern des Weißen Hauses während der Camp David II-Treffen angefertigten Notizen, mit denen der Palästinenserführer überzeugt werden sollte die Vereinbarung zu akzeptieren, wurde Arafat wie folgt zitiert:

Der Palästinenserführer, der Jerusalem aufgeben will, ist noch nicht geboren worden. Ich werde weder mein Volk betrügen noch das Vertrauen, das sie in mich gesetzt haben, verraten. Erwarten Sie nicht von mir die Besatzung zu legitimieren. Niemand kann weiter auf unbestimmte Zeit Dominierung mit militärischer Gewalt anordnen – sehen Sie sich Südafrika an. Unser Volk wird nicht weniger akzeptieren als seine Rechte, wie sie von internationalen Resolutionen und internationale Rechtmäßigkeit erklärt sind.

Manche sagten, dass die Palästinenser das Gefühl hatten, der ihnen angebotene Landtausch sei gegenüber dem, was sie in der Westbank aufgaben, minderwertig, dass sie völlige Souveränität über ganz Ostjerusalem einschließlich der Westmauer und die Anerkennung des vollen Rückkehrrechts für die palästinensischen Flüchtlinge haben müssen.

Die zweite Intifada beginnt

Palästinenserführer Yassir Arafat

Die Palästinenser lehnten nicht nur das israelische Angebot ab, sondern begannen kurz darauf die zweite Intifada, einen gewalttätigen palästinensischen Aufstand. Mehr als 1.000 unschuldige israelische Zivilisten wurden bei einer palästinensischen Kampagne an Selbstmord-Bombenanschlägen und durch Schüsse getötet.

Präsident Clinton machte Arafat für das Scheitern der beiden Seiten beim Erzielen einer Vereinbarung verantwortlich.

Ich bedaure, dass Arafat im Jahr 2000 die Gelegenheit vergehen ließ diese Nation ins Leben zu rufen.

Dennis Ross, der US-Chefunterhändler, kam zu dem Schluss, dass Arafat nie wirklich offen für eine Zweistaatenlösung war. Stattdessen klammerten sich Arafat und die Palästinenser an ihr Verlangen nach

einer Einstaatenlösung. Keine unabhängigen, nebeneinander liegenden israelischen und palästinensischen Staaten, sondern ein einzelner arabischer Staat, der das ganze historische Palästina umfasst.

Palästinensische Offizielle bestätigten, dass die zweite Intifada auf ganzer Linie geplant war. Im palästinensischen Flüchtlingslager Ein Al-Hilweh sagte der PA-Kommunikationsminister Imad Al-Faluji bei einer Rede:

Wer immer glaubt, dass die Intifadas wegen des Besuchs des verachteten Sharon in der Al-Aqsa-Moschee ausbrachen, liegt falsch, selbst wenn dieser Besuch der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte. Diese Intifada war im Vorhinein geplant, seit Präsident Arafat von den Verhandlungen aus Camp David zurückkam, wo er gegenüber Präsident Clinton alles auf den Kopf stellte. [Arafat] blieb standhaft und forderte [Clinton] heraus. Er lehnte die amerikanischen Bedingungen ab und er machte das im Herzen der USA.

Traurigerweise für die Israelis wie für die Palästinenser setzte die Palästinenserführung ihre Quertreiberei fort, indem sie auf ein noch großzügigeres Angebot des israelischen Premierministers Ehud Olmert im Jahr 2008 nicht antworteten sowie mit der Blockade von Verhandlungen, selbst als Premierminister Benjamin Netanyahu einen zehnmonatigen Stopp aller Siedlungsaktivitäten verhängte, die damals eine Schlüsselvoraussetzung für Gespräche seitens der Palästinenser wie der Administration Obama waren.

Wenn man also fragt, warum Israel den Konflikt nicht beendet und den Palästinensern gibt, was sie wollen, ist nicht die richtige Frage. Hier ist eine bessere Frage:

Warum weichen die Palästinenser weiter einem Friedensschluss mit Israel aus?

Bilder: Führer via YouTube/clintonlibrary42; Jerusalem CC BY-NC-ND Maggie & Rick; Clinton via YouTube/clintonlibrary42; Arafat via Wikimedia Commons

Zeit, dass die Medien die Antisemitismus-Definition übernehmen

Verfasst 22. Oktober 2020 von spotplenni
Kategorien: Antisemitismus, Medieneinseitigkeit, Medienwelt, Nahost-Konflikt, Weltmedien und Nahost

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Pesach Benson, HonestReporting, 13. März 2019

Da der Antisemitismus zunimmt, ist es äußerst wichtig eine respektierte Definition dessen zu haben, was antijüdischen Hass und Intoleranz ausmacht. In den letzten Jahren hat eine Antisemitismus-Definition Fuß gefasst. Erstellt von der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) in Berlin ist diese Definition von einer zunehmenden Zahl von Regierungen übernommen und bestätigt worden. Die Antisemitismus-Definition der IHRA finden sie (auf Deutsch) hier; schauen Sie sich selbst an.

Mit der Anleitung durch eine schlüssige Definition können Abgeordnete eine nuanciertere Politik entwickeln, Polizei und Staatsanwaltschaften können effektiver auf Hassverbrechen reagieren und Universitäten können angemessen mit dem Antisemitismus auf dem Campus umgehen. Lokale Aktivisten müssen sich nicht mehr mit dem dürftigen Argument „Ich erkenne es, wenn ich es sehe“ abstrampeln.

Auch die Medien sollten auf eine klare Definition dessen festgelegt werden, was auf inakzeptable Weise judenfeindlich ist.

Die Definition hat schon als machtvolles Mittel für öffentliche Rechenschaftpflicht gedient: Als die britische Labour Party eine verwässerte Version der Definition übernehmen wollte, erwies sich die davon ausgelöste Kontroverse als zu peinlich. Labour übernahm die volle Definition – aber über der Partei hängt immer noch eine dunkle Wolke.

Die von Labours Geschwätz aufgepeitsche Kontroverse hob einen Aspekt der IHRA-Definition  heraus, den viele Israel-Basher nicht akzeptieren können. Zu den von der IHRA aufgeführten Beispielen für Antisemitismus gehört „Leugnung des Rechts des jüdischen Volks auf Selbstbestimmung“, „zu behaupten, die Existenz Israels sei ein rassistisches Unterfangen“ und „die Anwendung von zweierlei Maß, indem von ihm ein Verhalten gefordert wird, dass man von anderen demokratischen Staaten weder erwartet noch fordert“. Antizionismus ist eine Form von Antisemitismus. Menschen, die diese Grenze überschreiten, können nicht länger sagen: „ich bin antizionistisch, nicht antisemitisch.“

Man kann die Politik der Regierung Israels kritisieren, ohne die Grenze zum Antisemitismus zu überschreiten und die IHRA erkennt an, dass „Kritik an Israel, die der ähnelt, die gegen jedes andere Land gerichtet wird, nicht als antisemitisch betrachtet werden kann“.

Die IHRA-Definition ist zwar rechtlich nicht bindend, aber weitere Länder werden sich hoffentlich dem Vereinten Königreich, Deutschland, Frankreich, Holland, dem Europaparlament und dem US-Außenministerium und Bildungsministerium, dem griechischen Bildungsministerium (und HonestReporting) und anderen anschließen, die bereits an Bord sind.

Wo die Medien hereinkommen

Über die Regierungsebene hinaus gibt es einen weiteren Sektor, der die IHRA-Definition für Antisemitismus übernehmen muss: die Medien.

Mit der Entscheidung, über was sie berichten und wie sie darüber berichten legen die Nachrichtemedien die Agenda für den öffentlichen Diskurs fest. Geleitet von der IHRA würden Journalisten besser informierte Entscheidungen zur Berichterstattung über Hassverbrechen treffen. Die Berichterstattung über die Bewegung Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS), besonders an lokalen Standorten, wären nuancierter. Mit einem einheitlichen Standard würden Redakteure in der Lage sein Op-eds und Briefe besser zu beurteilen, während Moderatoren Kommentare im Internet zivilisierter halten könnten.

Das ist natürlich eine Win-win-Situation.

Und in einer Zeit, in denen in der Öffentlichkeit stehende Personen rechts wie links unterschiedliche Grade antisemitischer Rhetorik betreiben, wird die Presse besser in der Lage sein ihre Rolle zu erfüllen die Führungskräfte zur Verantwortung zu ziehen.

Gedenken des barbarischen Lynchmords von Ramallah

Verfasst 15. Oktober 2020 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Medieneinseitigkeit, Nahost-Konflikt, Palästinenser, Weltmedien und Nahost

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Emanuel Miller, HonestReporting, 12. Oktober 2020

Die Medien lieben ein starkes Bild, aber genau 20 Jahre nach dem brutalen, barbarischen Lynchmord an zwei israelischen Reservesoldaten wird dieses nicht wieder veröffentlicht. Das ist die wichtige Story, die die Medien heute nicht erneut erzählen.

Am 12. Oktober 2000 bogen zwei israelische Reservesoldaten, Vadim Nurzhitz und Yossi Avrahami falsch ab und landeten in Ramallah. Die zwei Reservisten wurden von PA-Polizisten festgenommen und in eine lokale Polizeiwache gebracht.

Schnell verbreiteten sich Gerüchte, dass israelische Undercover-Agenten in dem Gebäude waren und eine wütende Menge von mehr als 1.000 Palästinensern versammelte sich vor der Wache und forderten den Tod der Israelis. Binnen kurzer Zeit überwältigten erboste Randalierer die Polizei und stürmten das Gebäude.

Die Soldaten wurden geprügelt, auf sie wurde eingestochen, ihnen wurden die Augen ausgestochen und Gliedmaßen ausgerissen. Während das geschah, kam ein Mann ans Fenster und zeigte der Menge triumphierend seine blutgetränkten Hände; diese brach in Jubel aus.

Die Menge applaudierte und jubelte, als dann die Leichen der Soldaten aus dem Fenster geworfen und von der rasenden Menge auf ihr herumgetrampelt und geschlagen. Eine der Leichen wurde in Brand gesetzt.

Kurz darauf zog die Menge die beiden verstümmelten Leichen auf den Al-Manara-Platz im Stadtzentrum, wo die Masse eine spontane Siegesfeier begann.

Nur Monate zuvor hatten Israel und die Palästinenser in Camp David begonnen über ein Friedensabkommen zu verhandeln. Israel machte massive Zugeständnisse, bot den Palästinensern weit mehr Land an als jemals zuvor – doch das beispiellos großzügige Angebot wurde von Arafat abgelehnt, sehr zum Entsetzen der Vermittler.

Statt einen dauerhaften Frieden zu schmieden waren die nächsten Jahre von fürchterlicher Gewalt gekennzeichnet, in der Wellen palästinensischer Selbstmordbomber israelische Busse, Einkaufszentren, Universitäten, Restaurants und Clubs angriffen.

Der bösartige Lynchmord an zwei israelischen Soldaten in einer eher liberal gesonnenen palästinensischen Stadt zeigte den Israelis, dass Frieden zwar sicherlich ein Ziel ist, aber solcher Hass und Gewalt auf der palästinensischen Seite massive Friedenshindernisse bleiben.

Die tiefgehenden Folgen, die dieser barbarische Akt auf das israelische Bewusstsein hatten, können kaum überbewertet werden. Zwei Jahrzehnte später bleibt dieses Bild eines Palästinensers, der seine blutgetränkten Hände einem frohen Mob zeigt, ins israelische Bewusstsein eingebrannt.

Für viele ist dieses Bild das bekannteste der zweiten Intifada.

Es handelt sich um ein überzeugendes Foto und eine horrende Geschichte. Aber sie stimmt nicht mit dem Narrativ überein, dass Israels die hilflosen Palästinenser gnadenlos unterdrückt. Und sie ist von den Medien heute völlig übersehen worden.

Zwanzig Jahre später hat Israel es geschafft, dass die Wellen der Selbstmordbomber und Schüsse innerhalb Israels komplett eingestellt sind; die Hamas ist zurückgedrängt, so dass deren effektivste Angriffe heute in Form von unregelmäßigen, intensiven Raketenschüssen aus dem Gazastreifen nach Israel.

Derweil verherrlicht die Palästinenserführung weiter solch barbarischen Akte des Hasses, indem sie öffentliche Schulen und Straßen nach verurteilten Mördern benennt und Mörder sowie deren Familien großzügige Gehälter zahlt.

Es liegt an uns dieser Geschichten zu gedenken und sie ständig zu erzählen, damit Journalisten, einfache Leute und Politiker die Brutalität nicht vergessen, der Israel ausgesetzt ist.

Fatah und Hamas: Eine blutige Geschichte von Versöhnungen

Verfasst 8. Oktober 2020 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Palästinenser

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Dov Lipman, HonestReporting, 4. Oktober 2020

Die Ankündigung, dass Fatah und Hamas in Verhandlungen zur Aussöhnung und Bildung einer neuen palästinensischen Einheitsregierung eintreten, wird in den Medien fälschlich als bedeutende Entwicklung berichtet. Die Nachrichten über Gespräche der beiden rivalisierenden Gruppen sind die jüngsten in einer langen Reihe Abkommen der beiden, die ausnahmslos schlecht endeten.

Befreit das Heilige Land von Israel: Gründung der Fatah

Die Fatah wurde 1959 als palästinensische nationale Befreiungsbewegung gegründet, deren Ziel darin bestand das Heilige Land vom jüdischen Staat zu befreien. Ende der 1960-er Jahre wurde die Fatah zur dominierenden Kraft innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). 1969 wurde Fatah-Gründer Yassir Arafat zum Vorsitzenden der PLO. Die BBC berichtete, dass Arafat in diese Position aufstieg, nachdem seine Bewegung im Jahr 1969 2.432 Terroranschläge verübt hatte.

Während die Gründungsdokumente der PLO die totale Eliminierung Israels fordern, hatte der Oslo-Prozess der frühen 1990-er zum Ergebnis, dass die Organisation versprach die Existenz des jüdischen Staates anzuerkennen.

Die erste Intifada und die Gründung der Hamas

Die Hamas wurde 1987 kurz nach dem Beginn der ersten Intifada von radikalen sunnitischen Muslimen mit Verbindung zur Muslimbruderschaft in Ägypten gegründet. Anders als die Fatah wird die Hamas – deren Verfassung die Vernichtung Israels fordert – von vielen in der internationalen Gemeinschaft, einschließlich den USA und der Europäischen Union, immer noch als Terrororganisation betrachtet.

Da Arafat der Terrorisierung des jüdischen Staats verpflichtet blieb, wie durch seine Ablehnung auf dem Camp David-Gipfel 2000 einen Deal mit Jerusalem zu erzielen und die Entfesselung der zweiten Intifada zu erkennen war, kooperierten Fatah und Hamas in ihren Anschlägen gegen Israel.

Wahlen führen zum Zerwürfnis zwischen Hamas und Fatah

Israel zog 2005 seine Soldaten und Bürger aus dem Gazastreifen ab, was den Palästinensern die Möglichkeit gab sich selbst zu regieren und ihren eigenen Staat aufzubauen. Die Dinge schienen in Richtung Einheit zu laufen. Im Januar 2006 wurden Wahlen abgehalten. Als Ergebnis übernahm die Hamas die Kontrolle der Legislative.

Aber die beiden Gruppen konnten sich nicht einigen, wie sie gemeinsam regieren sollten. Ismail Haniyeh, der Führer der Hamas, kündigte am 29. März 2006 eine neue Palästinenserregierung an. Die Fatah lehnte es ab der Regierung beizutreten, unter anderem weil die Hamas sich weigerte Israel anzuerkennen.

Gewalt brach aus, darunter Mordversuche an Führern sowohl der Fatah als auch der Hamas. Hunderte Palästinenser wurden getötet.

Das Gefangenen-Dokument

Im Mai 2006 schrieben palästinensische Terroristen in einem israelischen Gefängnis das, was als das „Gefangenen-Dokument“ bekannt wurde und unterschrieben es. Es forderte die Einheit aller Palästinensergruppen im Kampf gegen die „israelische Besatzung“ und eine nationale Einheitsregierung, die einen Palästinenserstaat innerhalb der Grenzen der Westbank und des Gazastreifens von 1967 leitet. Al-Quds (Jerusalem) sollte die Hauptstadt sein. Das implizierte eine Anerkennung des Staates Israel in seinen Grenzen von 1967.

Am 11. September 2006 einigten sich Abbas und Haniyeh auf die Bildung einer neuen Regierung auf Grundlage des Gefangenen-Dokuments. Aber die Hamas war nicht bereit Teil einer Führung zu sein, die Israel anerkennt. Die Aussöhnungsgespräche kamen zum Stillstand und die Kämpfe gingen weiter.

Fatah und Hamas unterzeichneten im Februar 2007 die von den Saudis vermittelte Mekka-Vereinbarung, in der sie sich verpflichteten die Gewalt zu beenden und eine Einheitsregierung zu bilden. Es waren jedoch von März bis Juni 2007 mehr als 260 Menschen getötet worden. Human Rights Watch berichtete, dass zu diesen Tötungen von Dächern geworfene Menschen und öffentliche Hinrichtungen gehörten.

Die Hamas übernimmt den Gazastreifen

Dann begannen Militante von der Hamas im Juni 2007, überzeugt, dass die internationale Gemeinschaft die Fatah finanzierte und bewaffnete, damit sie den Gazastreifen kontrollieren kann, eine gewalttätige Übernahme. Alle Fatah-Minister wurden von der Macht entfernt. Die Hamas hat seitdem die Kontrolle über den Gazastreifen und hat die Küstenenklave als Startrampe für Raketenangriffe auf israelische Städte benutzt, was zu zahlreichen Kriegen führte.

Putschverusch der Hamas in der Westbank

Die beiden Seiten unterschrieben am 23. März 2008 in Sana’a im Jemen ein Friedensabkommen. Der Deal forderte, dass der Gazastreifen unter gemeinsame Führung gestellt wird, wie er das vor dem Juni 2007 war. Das trat nicht ein. Nach der Operation Gegossenes Blei folterte die Hamas mindestens 20 Palästinenser und richtete sie hin, viele davon Fatah-Mitglieder; ihnen wurde Kollaboration mit Israel vorgeworfen.

Die beiden Seiten trafen sich im Februar in Kairo, um die Einheitsgespräche wieder zu beginnen, aber diese schlugen fehl. Ägypten machte im Juni 2010 einen Vorschlag für palästinensische Einheit, aber die Verhandlungen scheiterten, unter anderem wegen der Weigerung der Hamas die Gewalt aufzugeben und Israels Existenzrecht anzuerkennen. Dem folgten die Vereinbarung von Doha und die Vereinbarung von Kairo, beide 2012 unterzeichnet.

Trotz dieser Bemühungen erreichten die Spannungen zwischen Fatah und Hamas einen Höhepunkt, als der von den USA gestützte Abdel Fattah Al-Sisi 2013 in Ägypten Präsident wurde. Al-Sisi beschloss den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten geschlossen zu halten, bis Präsident Abbas die Kontrolle über Gaza erhält.

Die Hamas betrachtete das als Partnerschaft der PA-Führung mit Israel um den Gazastreifen zu blockieren und reagierte mit einem Umsturzversuch, um die Kontrolle über die Palästinensergebiete in der Westbank zu übernehmen. Israelische Sicherheitsdienste entdeckten das Komplott und vereitelten es.

Der Plan der Fata den Streifen wieder zu übernehmen.

Dann wurde am 23. April 2014 ein Aussöhnungs-Abkommen unterzeichnet. Der Deal forderte die Bildung einer Einheitsregierung innerhalb von fünf Wochen und Wahl für den Präsidenten und die Legislative innerhalb von sechs Monaten. Aber die Entführung und Ermordung von drei israelischen Teenagern und der folgenden Operation Fels in der Brandung legte das auf Eis.

Diese Runde der Aussöhnungsgespräche brach 2016 endgültig zusammen, als Fatah-Führer zu fordern begannen, dass die Hamas ihre Kontrolle über den Gazastreifen aufgibt und Gerüchte zu zirkuliert wurden, die Fatah plane sich den Streifen mit Gewalt zurückzuholen.

Im Oktober 2017 brachten sich andere arabische Länder in die Einigungsbemühungen ein. Die Vereinten Arabischen Emirate, Qatar und Ägypten zwangen beide Seiten eine Vereinbarung zu unterschreiben, die der Fatah die volle zivile Kontrolle über den Gazastreifen gab, im Gegenzug sollte sie der Hamas gegen ihre Wirtschaftskrise infolge der Blockade helfen, wozu die Öffnung des Grenzübergangs Rafah gehören sollte.

Israel ist gegen die Aussöhnung von Fatah und Hamas

Israel ist vehement gegen jegliche Kooperation zwischen PA und Hamas. Im April 2011 sagte Premierminister Benjamin Netanyahu: „Die PA muss sich entweder für Frieden mit Israel oder für Frieden mit der Hamas entscheiden. Es gibt keine Möglichkeit zu Frieden mit beiden.“ Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union sind ebenfalls gegen jegliche Aussöhnung.

Derweil hat der Nahost-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump, den die Palästinenser abgelehnt haben, sie weiter von Israel weg und hin zur Hamas und dem gemeinsamen Kampf gegen Israel gedrückt.

Wird also dieses Aussöhnungs-Gerücht dazu führen, dass die Fatah ihre Anerkennung Israels anerkennt? Wird die Veränderung des Umfelds im Nahen Osten die Hamas veranlassen eine Kehrtwende zu vollführen und Israel anzuerkennen?

Oder wird der neueste Aussöhnungsversuch von Fatah und Hamas zu gar nichts führen?

Hass auf dem Spielfeld: Antisemitismus im Sport

Verfasst 24. September 2020 von spotplenni
Kategorien: Antiisraelismus, Antisemitismus, Araber, Die Welt und Nahost, Iran, Islam+Islamisten

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Gideon Ben-Zvi, HonestReporting, 23. August 2020

Sport ist ein großer Einiger, schafft Gelegenheiten für Kontakte von Menschen aus einer breiten Vielzahl von Hintergründen. Doch obwohl das relativ wenig berichtet wird, erfahren jüdische Sportler in der großen Welt des Sports Antisemitismus und in einigen Fällen grassiert dieser.

Von München in die muslimische Welt

Antisemitismus wird zwar heiß diskutiert, besonders weil er die erhitzte Debatte um das Wesen und die Politik des Staates Israel verbindet, aber er ist auch im Sport ein Phänomen. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist der von Palästinensern geführte Terroranschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972, bei dem 11 israelische Athleten getötet wurden. Seitdem hat sich Antisemitismus im Sport verbreitet, weil reiche Länder mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung im Nahen Osten und Asien begonnen haben internationale Veranstaltungen auszurichten.

Zu den Beispielen der Schikane gegen israelische Sportler gehören:

  • 2019: Die Regierung von Malaysia verweigerte der israelischen Para-Schwimmmannschaft Visa, wodurch ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Japan diesen Sommer verhindert wurde.
  • 2019: Der iranische Judo-Weltmeister Seed Mollai verlor absichtlich einen Kampf gegen den niedriger gesetzten Ruslan Mussajew aus Kasachstan, um einen Kampf gegen den israelischen Judoka Sagi Muki zu vermeiden.
  • 2018: Die Anwesenheit der israelischen Mannschaft bei einem Jugend-Handballturnier in Doha löste Forderungen aus, die Qataris sollten ihre Kinder aus dem Turnier nehmen. Allgemeiner nutzen große Teile der Bevölkerung die sozialen Medien, um sich von der Teilnahme Israels an vielen internationalen Wettkämpfen in Qatar zu distanzieren.

Bruria Bigman, Sprecherin des israelischen Olympischen Komitees gibt an: „Israelische Athleten haben unter etlichen Fällen von Diskriminierung und Ausgrenzung gelitten. Das Israelische Olympische Komitee verurteilt diesen Trend, der der Internationalen Olympischen Charta widerspricht.“

Leider beschränkt sich dieser Versuch israelische Sportler zu boykottieren nicht auf den Nahen Osten.

Nicht nur in der muslimischen Welt, nicht nur gegen Israelis

Antisemitismus im Sport ist ein weltweites Phänomen. Zu den jüngsten Beispielen gehören:

  • Ein bekannter Sportkommentator in Griechenland beschuldigte den amerikanisch-israelischen Trainer David Blatt wegen der umstrittene Niederlage seiner Athener Mannschaft zu lügen, weil er jüdisches Blut hat.
  • Der ehemalige Basketballspieler Cody Decker sagte, Antisemitismus „grassiert überall im Sport“. In einem aktuellen Interview beschrieb Decker mehrere Vorfälle aus seiner Karriere, bei denen er herausgepickt wurde, weil er Jude ist und von Fans und Mannschaftsmitgliedern mit judenfeindlichen Beleidigungen bedacht wurde.
  • 2011 verklagte Jason Bailey, ein amerikanischer Eishockey-Profi, die Anaheim Ducks aus der NHL; er sagte aus, dass die Trainer des angegliederten Teams hätten ihn antijüdischen Schikanen ausgesetzt.

Bekannter sind Beispiele, in die europäische Fußballfans verwickelt sind. Ein Bericht des britischen Parlaments mit dem Titel „Antisemitismus im europäischen Fußball: Wunde im schönen Spiel“ kam zu dem Schluss, dass Hooligans in einer Reihe von Ländern wiederholt antisemitische Gesten, darunter den Nazigruß und hasserfüllte Parolen gegen Juden verwendet haben.

Kann Hass aus dem Sport vertrieben werden?

Auf einer Konferenz zu Antisemitismus im Sport im Jahr 2019 stimmten mehrere Experten überein, dass Hassreden hauptsächlich über das Internet in den Mainstream eingebracht wird. Insbesondere das Aufkommen der sozialen Medien ist eine Wende gewesen. Vor kurzem haben Berichte Licht darauf geworfen, wie Verschwörungstheorien, Rassismus, Fanatismus und Antisemitismus sich auf Online-Plattformen gezeigt haben. Zum Beispiel können in einige Fällen Dutzende Millionen Menschen mit einem einzigen Tweet erreicht werden.

Nach Angaben der Anti-Defamation League hat es in den letzten Monaten eine beträchtliche Zunahme antisemitischer Posts in sozialen Medien gegeben. Aus diesem Grund gibt es einen wachsenden Chor, der fordert, dass die Technologiegiganten eine klare Definition dessen annehmen, was Antisemitismus ist und verhindern, dass solche Inhalte verbreitet werden.

Tibi Galis, Executive Director des Auschwitz Institute for Peace and Reconsiliation hat gewarnt, dass Massengräuel mit einfachen Dingen wie Hassreden bei Sportveranstaltungen beginnen.

„Sport ist oft der erste Ort, an dem wir Erscheinungsformen gefährlichen Redens hören“, sagte er. „Die Frage lautet: ‚Wie können wir das sportliche Umfeld zu einem besseren machen?‘“ Zum Glück haben sich Sportstars gegen Vorurteile geäußert. Das Fehlen massiver Empörung in Reaktion auf aktuelle Vorfälle antisemitischer Tweets und Postings von Prominenten aus Sport und Unterhaltung ist sehr beunruhigend.

Der erste Schritt Antisemitismus anzupacken – im Sport und andernorts – besteht eindeutig darin ihn zu benennen. Nur dann kann er effektiv bekämpft werden. Aus diesem Grund sollten die Social Media-Giganten erwägen eine robustere Antisemitismus-Definition anzunehmen und ihre Politik für Hassreden energisch aufrecht zu erhalten.

Bis dahin werden die Antisemiten weiter punkten.

Unter dem Radar: Die Geschichte der israelisch-palästinensische Sicherheitskooperation

Verfasst 10. September 2020 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser

Dov Lipman, HonestReporting, 6. September 2020

Berichte, dass die palästinensische Autonomiebehörde daran interessiert ist die Sicherheitsvereinbarungen mit Israel wieder aufzunehmen, bieten eine Gelegenheit die produktive, 25-jährige Beziehung zwischen den beiden Seiten zu erklären, die sehr wenig Berichterstattung in den internationalen Medien erhält. Die Medienorganisationen tendieren dazu sich auf die Aspekte des Konflikts zwischen Jerusalem und Ramallah zu konzentrieren.

Die Konferenz von Madrid, die Oslo-Vereinbarungen

Israel und die palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) hielten 1991 in Madrid Gespräche, die einen Prozess in Gang setzten, mit dem ein Weg zu einer Friedensvereinbarung erkundet werden sollte. Eine der großen Fragen betraf die Sicherheit. Da die israelischen Verteidigungskräfte zustimmten allmählich mehrheitlich palästinensische Gebiete in der Westbank und dem Gazastreifen zu verlassen, hatte Jerusalem Sorge, dass große Städte zu Zufluchtsorten für Terroristen werden könnten, um Angriffe auf Israelis beginnen. Die Palästinenserführung ihrerseits hatte Sorge wegen eines möglichen Zusammenbruchs von Recht und Ordnung in Regionen, die ihrer Kontrolle übergeben würden.

Die 1993 von Israel und der PLO unterzeichneten Oslo-Vereinbarungen sollten diese Probleme angehen. Tatsächlich legt Artikel VII der Vereinbarung fest:

Um die öffentliche Ordnung und interne Sicherheit der Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen zu garantieren, wird der (gemeinsame palästinensisch-israelische) Rat eine starke Polizeitruppe gründen, während Israel weiter die Verantwortung für die Verteidigung gegen äußere Bedrohungen sowie die Verantwortung für die Gesamtsicherheit der Israelis zum Zweck der Absicherung ihrer internen Sicherheit und öffentlichen Ordnung trägt.

Das Vereinbarung von Kairo, die Oslo II-Vereinbarungen

Die folgende „Kairo-Vereinbarung“ von 1994 sah das Entstehen einer palästinensischen Polizei vor, die aus 9.000 Polizisten bestehen sollte. Israel, das ernste Vorbehalte dazu hatte, dass Waffen an diese neue Einheit geliefert werden, bestand auf der Beibehaltung eines Vetorechts zu jedem palästinensischen Rekruten. Auf diese Weise erlaubte Israel die Gründung einer Polizei mit Zugang zu maximal 7.000 Schusswaffen, 120 mittleren und schweren Maschinengewehren und 45 gepanzerten Fahrzeugen.

Diese Zahl wurde aber in den im September 1995 unterzeichneten Oslo II-Vereinbarungen auf 30.000 erhöht (12.000 für die Westbank und 18.000 für den Gazastreifen). Der Deal forderte auch die Gründung eines „Gemeinsamen Komitees zur Koordination und Kooperation für gemeinsame Sicherheitszwecke“, dessen Ziel darin bestand „die öffentliche Ordnung und interne Sicherheit der Palästinenser der Westbank und des Gazastreifens zu garantieren“.

Die neu gebildeten palästinensischen Sicherheitskräfte wurden schnell durch Korruption und Vetternwirtschaft beeinträchtigt. Der damalige Palästinenserführer Yassir Arafat war dafür bekannt, dass er Familie, Freunde und sogar politische Gegner in Dienst nahm, um ihnen feste Jobs zu aufgeblähte Gehälter zu verschaffen.

Mohammed Dahlan, der frühere Sicherheitschef der PA in Gaza, berichtete 1997: „Wir haben 36.000 Leute, von denen wir nur 10.000 brauchen. Diese riesige Zahl ist für die PA eine Last und eine Belastung der Sicherheitsorganisation. Wir betrachten es als soziale Frage, weil ich keinem Häftling, der 15 Jahre im Gefängnis verbrachte, sagen kann, ich hätte keine Arbeit für ihn.“

Trotz der Korruption waren die palästinensischen Kräfte anfangs in der Zusammenarbeit mit ihren israelischen Gegenübern weitgehend erfolgreich bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit. Die PA wies die Beamten an die Terror-Infrastruktur abzubauen, diejenigen zu verhaften, die gegen jegliche Abmachungen mit dem jüdischen Staat waren und den Waffenbesitz zu regulieren.

Es gab aber immer einen Kampf innerhalb der Palästinenserführung über das Ausmaß, in dem sie mit Israel kooperieren sollte. Immerhin propagierten viele in der PA die Anwendung von Gewalt, um zu überwinden, was sie als Israels Besatzung betrachteten.

Die Zweite Intifada

Dieser interne Aufruhr explodierte im Gegenzug in das, was als die Zweite Intifada bekannt ist. Nachdem Arafat 2000 in Camp David Israels großzügiges Friedensangebot ablehnte, trat er eine massive Terrorkampagne gegen Israel los, an der sich palästinensische Sicherheitskräfte beteiligten.

Ein Vorfall grub sich auf ewig in die Gedächtnisse vieler Israelis ein, der das Maß der Irreführung durch die PA verkörpert. Am 12. Oktober 2000 fuhren zwei israelische Soldaten, die Zivilkleidung trugen, versehentlich nach Ramallah hinein. Sie wurden erkannt und in die örtliche Polizeiwache gebracht, wo sie verprügelt und erstochen wurden, bevor man sie aus einem Fenster warf. Die ganze Zeit über bejubelte ein palästinensischer Mob die Täter.

Nach zwei weiteren Jahren unablässiger Anschläge, die markantesten in Form von Selbstmord-Bombenanschlägen, begann Israel im März 2002 die Operation Schutzschild. Eines der Hauptziele des Feldzugs waren die palästinensischen Sicherheitskräfte, die infolge der Verwicklung vieler ihrer Mitglieder in Terroraktivitäten, darunter die Ermordung und Verstümmelung tausender Israelis, zum großen Teil aufgelöst wurden.

Nachdem ein Anschein von Ruhe wieder hergestellt war, begannen die USA internationale Anstrengungen, um die PA-Polizei wieder aufzubauen, vorgeblich, um die Zusammenarbeit mit Israel zu fördern.

Die israelisch-palästinensische „Roadmap“

Am 23. Juni 2002 legte der damalige US-Präsident George W. Bush seine Vision für einen Nahost-Frieden vor, zu dem eine israelisch-palästinensische „Roadmap“ (Fahrplan) gehörte. Die Initiative wurde von dem sogenannten Quartett geleitet, das aus den USA, der EU, der UNO und Russland bestand. Die Palästinenser-Regierung stimmte einem „100-Tage-Plan“ zur Einführung von Reformen und Neustrukturierung ihrer Sicherheitskräfte zu, die wegen der Beteiligung vieler ihrer Mitglieder an Terroraktivitäten mit der Ermordung und Verstümmelung tausender Israelis zum großen Teil aufgelöst waren.

Phase 1 der Roadmap hatte den Titel „Beendigung von Terror und Gewalt, Normalisierung des palästinensischen Lebens und Aufbau palästinensischer Institutionen“. Die einleitenden Worte lauten:

Die Palästinenser beenden sofort bedingungslos die Gewalt gemäß den unten beschriebenen Schritten; dieses Handeln sollte von Unterstützungsmaßnahmen seitens Israels begleitet werden. Palästinenser und Israelis nehmen die Sicherheits-Kooperation auf Grundlage des Tenet-Arbeitsplans wieder auf, um Gewalt, Terrorismus und Hetze durch neugeordnete und effektive palästinensische Sicherheitskräfte zu beenden.

Entkoppelung, Annexion und mehr

Die Sicherheitsbeziehung zwischen Israel und den Palästinensern wurde wieder aufgenommen und in der Westbank trotz der Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas nach dem Abzug des jüdischen Staates aus der Küstenenklave 2005 fortgesetzt. Im Januar 2016 berichtete z.B. der PA-Sicherheitschef Majed Faraj, dass seine Kräfte in den drei Monaten zuvor 200 Terroranschläge gegen Israel vereitelt hatten.

In Reaktion darauf wurde Faraj von den Führern dreier palästinensischer Fraktionen verbal attackiert. Ein Hamas-Sprecher sagte, es sei klar, das „die Sicherheit der Besatzung [Israels] zu schützen zum Teil der Ideologie der palästinensischen Sicherheitskräfte geworden sei“. Die Volksfront zur Befreiung Palästinas bestand darauf, dass die PA „dabei sei die Intifada zu beerdigen“ und dass Ramallahs „Rolle immer gewesen ist den Sicherheitsinteressen der Besatzung zu dienen“. Die Demokratische Front zur Befreiung Palästinas bezeichnete Farajs Eingeständnis als „politischen Skandal“.

Entsprechend hat PA-Präsident Mahmud Abbas in der Vergangenheit wiederholt gedroht die Sicherheitskoordination mit Israel zu beenden, um seine „Widerstand“-Vertrauenswürdigkeit aufzubessern. Trotzdem hat er das nie gemacht, da besonders die IDF eine enorme Rolle bei der Stabilisierung der PA und der Sicherung gespielt hat, dass die Westbank nicht von der Hamas überrannt wird.

Insgesamt überrascht es daher nicht, dass Abbas im Zug von Premierminister Benjamin Netanyahus Versprechen schon zum 1. Juli Teile der Westbank in Übereinstimmung mit Präsident Donald Trumps Friedensplan zu annektieren ein Ende der Sicherheitsbeziehungen zu Israel ankündigte.

Es überrascht vielleicht weniger, dass PA-Vertreter heute ganz erpicht darauf sind die Partnerschaft zu erneuern, ein Schritt, den das offizielle Israel in der Mehrheit sicherlich willkommen heißen würde.

Zusätzlich zur Reduzierung des Umfangs der Gewalt sowohl in der Westbank als auch in Israel hält jede Kommunikationslinie, die offen bleibt, die Hoffnung am Leben den hundert Jahre alten israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen.

Video: Spannungen zwischen Israel und Gazastreifen steigen unter Brandstifter-Terror der Hamas

Verfasst 20. August 2020 von spotplenni
Kategorien: Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser

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Zina Rakhamilova, HonestReporting, 16. August 2020

IDF-Flugzeuge bombardierten die fünfte Nacht in Folge mehrere Stellen, die zur Terrororganisation Hamas im Gazastreifen gehörten; inmitten der verstärkten Spannungen entlang der gemeinsamen Grenze, die durch die erneuerten Flüge von Brandsatz-Ballons aus den Palästinenser-Enklave nach Israel ausgelöst wurden.

Die Brand-Vorrichtungen, hauptsächlich Ballons mit daran gebundenem entflammbarem oder explosivem Material, haben Dutzende Brände verursacht, die im Verlauf der vergangenen Woche israelisches Agrarland zerstörten.

Derweil scheint es so, dass die Hamas auch die wöchentlichen Proteste entlang der Grenze wieder eingeführt wurden, wobei die IDF bestätigt, dass Demonstranten am Samstagabend „Reifen verbrannten, Sprengsätze und Granaten auf den Sicherheitszaun warfen und versuchten sich diesem zu nähern.“

Sbarro-Massaker: Wenn Medien eine Terroristin zur Heldin stilisieren

Verfasst 13. August 2020 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Medieneinseitigkeit

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HonestReporting, 19. August 2020

Am 9. August 2001 verübte Ahlam Tamimi zusammen mit einem weiteren Hamas-Akteur den Selbstmord-Bombenanschlag auf die Sbarro-Pizzeria in Jerusalem, einen der tödlichsten Anschläge der zweiten palästinensischen Intifada.

Ahlams Nichte Ahed Tamimi, gewann ebenfalls traurige Berühmtheit, wenn nicht Lob für ihre gewalttätigen Attacken auf israelische Soldatne. Dennoch hat ein Großteil der Mainstream-Medien die Tamimis als „Aktivisten“ beschrieben.

Präsident Donald Trump hat heftigen Druck auf den jordanischen König Abdallah II. ausgeübt, er solle Ahlam – die derzeit im haschemitischen Königreich residiert, nachdem sie von Israel bei einem Gefangenenaustausch mit der Hamas freigelassen wurde – an die USA ausliefern, da eines ihrer Opfer amerikanischer Staatsbürger war.

Amman hat die Anfrage bisher abgelehnt.

Es ist Zeit, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird.

Was sind Israels Siedlungsblöcke?

Verfasst 25. Juni 2020 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Israel

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Paul Shindman, HonestReporting, 15. Juni 2020

Ein israelischer Junge hält seine Flagge mein Siedlungsblock Ma’ale Adumim, 7. September 2009 (Foto: Menahem Kahan/AFP via Getty Images

Der Begriff „Siedlungsblöcke“ ist im israelisch-palästinensischen Schauplatz mindestens seit den frühen 1990-er Jahren verwendet worden, in allgemeinen Gebrauch kam er aber in der Friedensmacher-Terminologie des Nahen Ostens während der Präsidentschaft von Bill Clinton.

Clinton hoffte einen Friedensvertrag festzuzurren, indem der den israelischen Premierminister Ehud Barak und PLO-Führer Yassir Arafat im Jahr 2000 zu Camp David II einlud. Clinton erklärte, wie die Blöcke in seinen Plan für einen Friedenshandel passten:

„… Palästinensische Souveränität über den Gazastreifen, die überwiegende Mehrheit der Westbank, die Einbeziehung in israelische Siedlungsblöcke mit dem Ziel der Maximierung der Siedler in Israel bei Minimierung der Annexion von Land für Palästina, damit es existenzfähig ist, muss ein geografisch zusammenhängender Staat sein. Das nach Israel annektierte Land in Siedlungsblöcken sollte so wenig Palästinenser wie möglich beinhalten, entsprechend der Logik der beiden getrennten Heimatländer. Und um diese Vereinbarung dauerhaft zu machen, denke ich, wird es einigen territorialen Austausch und andere Arrangements geben.“

Unter Clintons und ähnlichen Plänen sollten Israelis, die außerhalb der Blöcke lebten, entweder innerhalb der neuen Grenzen umgesiedelt werden oder eventuell die Möglichkeit erhalten unter palästinensischer Herrschaft zu leben.

Aber was sind die Blöcke?

Semantisch ist ein „Block“ definiert als eine Kombination aus Personen, Gruppen oder Nationen, die eine Einheit mit einem gemeinsamen Interesse oder Ziel bilden. Im Kontext des Friedensprozesses würden die größten israelischen Siedlungsblöcke – konzentrierte Ansammlungen von Gemeinden – in jedem Friedensprozess bewahrt und Teil souveränen israelischen Territoriums werden. Diese Blöcke erfassten die überwiegende Mehrheit der Juden in der Westbank mit etwa 84% derer, die in den größten sechs dieser Blöcke leben.

Da viele dieser Blöcke an die Grüne Linie grenzen oder sich in deren unmittelbarer Nähe befinden, werden sie in Israel manchmal als „Konsens-Siedlungen“ bezeichnet. Alle Endstatus-Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern haben vorgesehen, dass Israels Grenzen so ausgeweitet werden, dass sie diese Siedlungsblocks einschließen. Im Gegenzug sollten die Palästinenser in einem Landtausch ein entsprechendes Gebiet von dort erhalten, was heute israelisches Territorium ist. Später mehr dazu.

Wo genau befinden sich diese Siedlungsblöcke?

Aktuelle sind die größten Siedlungsblöcke der Gusch Etzion und Beitar Illit (beide südlich von Jerusalem), Givat Ze’ev (nördlich von Jerusalem), Ma’ale Adumim (nordöstlich von Jerusalem), Modi’in Illit (Zentralisrael) und Ariel (weiter nördlich bei Nablus).

Zu den kleineren Blöcken gehörten Hebron, die südlichen Hebron-Berge, das Jordantal, Scha’ar Binyamin und andere.

Was bedeutet „Konsens“ zu den Siedlungsblöcken?

Es gibt tatsächlich einen allgemeinen Konsens, dass die stark bevölkerten Siedlungsblöcke in Gegenden nahe der Grünen Linie in jeder Friedensvereinbarung mit den Palästinensern Teil Israels bleiben werden. Diese Blöcke belegen etwa fünf Prozent der Westbank, halten aber ungefähr 80 Prozent der gesamten Siedler-Bevölkerung.

Ein Blick auf die Abkoppelung vom Gazastreifen 2005 ist lehrreich. Ein Siedlungsblock, der abgebaut wurde, war Gusch Katif, wo rund 8.600 Israelis in 17 Siedlungen lebten und in herzzerreißenden Szenen evakuiert wurden. Die israelische Diskussion konzentrierte sich nicht nur auf eine mögliche Übernahme des Streifens durch die Hamas, sondern ob Israelis nach einem endgültigen Friedensabkommen letztlich weiter im Gazastreifen leben würden. Der Gusch Katif hatte den breiteren Konsens zur Unterstützung nicht, den die Blöcke in der Westbank haben.

Diesen Konsens teilen nicht nur Israels rechter und linker Flügel, sondern auch die USA und sogar die Palästinenser.

Die israelische Linke ist schon lange Teil des Konsens gewesen. Zu den Beispielen gehörten die von Yossi Beilin geführte Genfer Initiative, die aus vielen prominenten Linken wie dem ehemaligen Direktor von Peace Now, Mossi Raz besteht. 2018 forderte der Avoda-Knessetabgeordnete Eitan Cabel seine Parteikollegen auf „nüchtern zu werden“ und Siedlungsblöcke zu erhalten ins Wahlprogramm der Arbeitspartei (Avoda) aufzunehmen.

Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter

Am überraschendsten war, dass der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, weithin als jeglicher israelischer Präsenz in der Westbank feindlich gesonnen betrachtet, ebenfalls seine Unterstützung für Israels Anspruch auf einige der Siedlungsblöcke zum Ausdruck brachte. Carter besuchte 2009 den Gusch Eztion und sagte hinterher gegenüber Reporten, dieser solle „für immer“ in israelischer Hand bleiben.

„Dieses Siedlungsgebiet [Gusch Etzion] ist keine, von der ich mir vorstelle, dass sie nie aufgegeben oder in palästinensisches Gebiet übergeben wird“, sagte Carter. „Es ist Teil der Siedlungen dicht an der Linie von 1967, von denen ich denke, dass sie auf immer hier sein werden.“

Was die Palästinenser angeht, zeigte ihre offizielle Anwesenheit bei Camp David II und in Gesprächen über die Jahre hinweg, einschließlich des Friedensangebots von Premierminister Ehud Olmert, dass sie an der Idee der Beibehaltung der Siedlungsblöcke durch Israel beteiligt waren. Die Palästinenser und andere arabische Führer haben offen über das Konzept geredet.

Zukünftige Überlegungen

Der Begriff „Siedlungsblock“ wird verwendet, weil er eine genaue Beschreibung liefert, die von allen involvierten Seiten angewandt wird. Die Blöcke selbst sind nur ein Teil der sehr komplexen, komplizierten und verschachtelten Lage zwischen den Israelis und den Palästinensern.

Obwohl der Begriff „Siedlungsblock“ keinen Rechtsstatus hat, ist er eine flexible und akzeptable Beschreibung, die verwendet wird, um Politik und Planung für zukünftige Möglichkeiten zu formulieren, während sie sich mit der Realität vor Ort beschäftigen. Wie Versuche Frieden zu schließen fortgesetzt werden, bleibt natürlich abzuwarten.

Die israelische Aliyah-Geschichte

Verfasst 23. April 2020 von heplev
Kategorien: Geschichte, Israel

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Dov Lipman, HonestReporting, 24. März 2020

Französische Juden kommen bei ihrer Aliyah am 17. Juli 2019 in Israel an. (Foto: Jack Guez/AFP via Getty Images)

Das hebräische Wort für jüdische Immigration nach Israel ist aliyah, was wörtlich „hinaufgehen“ bedeutet. Dies bezieht sich nicht nur auf die Topografie Israels im Vergleich mit anderen Ländern, sondern auch und mehr auf die spirituelle Erhebung, die man durch den Umzug ins Heilige Land erhält.

Es hat im Heiligen Land seit tausenden von Jahren eine ständige jüdische Präsenz gegeben – schon bevor das Christentum und der Islam entstanden.

Aber im Jahr 70 n.Chr. wurden die meisten Juden vom römischen Imperium aus ihrer Heimat ins Exil getrieben. Verstreut und ständig auf der Wanderung in der Welt hielten Juden immer an dem Traum der Rückkehr dorthin fest, was die Römer „Palästina“ nannten und von dem die Juden wussten, dass es „das Land Israel“ ist. Seither haben Juden am Versöhnungstag und zu Pessah inbrünstig erklärt: „Nächstes Jahr in Jerusalem!“

Die früheste religiöse Aliyah

Die Jahrtausende hindurch versuchten immer Einzelne und kleine Gruppen ihren Weg zurück nach Israel zu finden, aber die erste „Aliyah“ von Bedeutung fand im späten 17. Jahrhundert statt. 1697 verließ Rabbi Judah HaHassid Polen mit 31 Familien aus seinen Anhängern Richtung Israel. Sie verbrachten ein Jahr mit der Reise durch Deutschland und Mähren; dabei versuchten sie andere dazu zu inspirieren sich ihnen anzuschließen. Als sie in Italien ankamen, zählte die Gruppe 1.500 Personen. Fast ein Drittel starb unterwegs, aber als sie schließlich am 14. Oktober 1700 in Israel ankamen, ließen sie sich in Jerusalem nieder.

Die nächste große Gruppe zog zwischen 1740 und 1750 nach Israel, als tausende religiöser Juden dorthin zogen, darunter zwei der größten Rabbiner der Zeit – Rabbi Mosche Chaim Luzatto aus Italien und Rabbi Chaim Ben Attar aus Marokko, besser als Or Hachaim bekannt.


Jerusalem, dargestellt von David Roberts, einem Maler des 19. Jahrhunderts.

Ihnen folgten in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts hunderte Schüler des Gründers der chassidischen Bewegung, Baal Schem Tov. Diese Chassidim, die aus der heutigen Ukraine kamen, wollten keinen Staat aufbauen. Sie betrachteten sich eher als die spirituellen Abgesandten des jüdischen Volks rund um die Welt und konzentrierten sich auf religiöse Studien und Gebet.

Die nächste große Gruppe dieser religiösen Aliyah waren die Schüler des Rabbi Eliyahu von Wilna (der Wilna Gaon), die zu hunderten während des ersten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts ankamen. Diese Gruppe konzentrierte sich zwar auch auf das Spirituelle, aber sie kauften auch Boden für Landwirtschaft. Sie betrachteten das Wiedererblühen des Landes durch das Objektiv der biblischen Prophetien und das Kommen des Messias.

Die fünf Wellen der modernen Aliyah

Der Ausbruch von Pogromen in Russland und zunehmender Antisemitismus überall in Europa führte zu fünf eigenständigen Aliyah-Wellen von 1882 bis 1939. Diese Zuströme waren viel größer als die vorhergehende religiöse Aliyah.

Die Erste Aliyah (1882 – 1903): Die Immigranten dieser Periode arbeiteten an der Gründung eines jüdischen Staats im Heiligen Land. 60.000 Mitglieder der beiden Bewegungen – Chibat Zion, die eine stärker religiöse Perspektive hatte, und Bilu, die sich mehr auf die Landwirtschaft konzentrierte – zogen nach Israel.

Die Immigranten der Ersten Aliyah gründeten neue Siedlungen, aus denen Städte wurden – wie z.B. Rischon Letzion, Rechovot, Hadera, Gedera und andere – indem Arabern 90.000 Morgen Land abgekauft wurden. Sie richteten sich auch in Städten wie Jaffa ein, wohin 3.000 dieser neuen Zuwanderer zogen. Diese Aliyah-Welle war für die Wiederbelebung des Hebräischen als gesprochene Sprache verantwortlich und hebräische Schulen wurden gegründet.

Die Zweite Aliyah (1904 – 1914): Diese war von jüngeren säkularen russischen Immigranten mit sozialistischen Idealen geprägt. Sie wollten ein Arbeiter-Gemeinwesen in Israel schaffen und arbeiteten als Lohnarbeiter. Diese Gruppe, etwa 40.000, gründete die ersten Kibbuzim.

Diese Gruppe begann auch den Prozess des Aufbaus einer jüdischen Armee mit ihrem Verteidigungsbund HaSchomer. David Ben Gurion, Yitzchak Ben Zvi und andere idealistische zukünftige Führungspersönlichkeiten des Staates waren Teil dieser Aliayah.

Halutzim (Pioniere) in Migdal, 1912

Die Dritte Aliyah (1919 – 1923): Die Immigration nach Israel pausierte während des Ersten Weltkriegs, nahm aber 1919 wieder zu. Angespornt von der Balfour-Erklärung von 1917 kamen 35.000 Juden mit einem stärkeren zionistischen Geist aus Russland, Polen und Litauen, dazu weitere 1.000 aus anderen europäischen Ländern. Die zumeist jungen Pioniere dieser Aliyah gründeten die Histadrut, die landesweite Gewerkschaft; sie brachten die Arbeiter für den Bau von Häusern und Straßen.

Die Vierte Aliya (1924) erlebte die Ankunft neuer Typen von Immigranten: Ladeninhaber der Mittelklasse und Handwerker, zumeist aus Polen, die vor harten wirtschaftlichen Einschränkungen flohen. Die 67.000 Juden der Vierten Aliyah ließen sich in Städten wie Tel Aviv nieder und eröffneten Fabriken, Geschäfte, Restaurants und kleine Hotels.

Die Fünfte Aliyah (1929 – 1939) brachte mehr als 250.000 Juden nach Israel und war der erste große Zustrom mittel- und westeuropäischer Juden. Viele waren bestens ausgebildete Fachkräfte, darunter Ärzte und andere akademische Berufe, dazu Musiker und andere kulturell Kompetente. Sie ließen sich in Städten wie Tel Aviv, Haifa und Jerusalem nieder.

Diese Fünfte Aliyah fiel zeitlich mit geheimen Bemühungen zusammen Juden nach Israel zu bringen, was man auch als „Aliyah Bet“ kannte. 1934 charterte die HeHalutz-Bewegung ein griechisches Schiff, die „Vellos“, um 350 „illegale“ Immigranten nach Israel zu bringen, während die Briten versuchten die jüdische Zuwanderung ins Heilige Land zu reduzieren. Von 1937 bis 1939 kamen, organisiert von Betar und revisionistischen Gruppen, tausende weitere. Nach dem Holocaust gingen diese Bemühungen trotz britischer Einschränkungen für jüdische Zuwanderung weiter. Von 1934 bis 1948 erreichten 115.000 Juden Israel. 51.000 wurden von den Briten inhaftiert und erst befreit, um nach Israel einzureisen, als der jüdische Staat 1948 gegründet wurde.

Die Exodus im Hafen von Haifa, 1947.

Sammlung

Entsprechend seines Auftrags die jüdische nationale Heimstadt zu sein, erließ Israel das Rückkehr-Gesetz, um es Juden zu ermöglichen so einfach wie möglich „nach Hause“ zu kommen. Seit seiner Gründung hat Israel jüdische Immigranten in drei weiteren Wellen aufgenommen. Diese drei Zuströme kamen von unterschiedlichen Enden der Welt und brachten ausgeprägte Herausforderungen mit sich.

Mizrahi-Aliyah: Israels jüdische Bevölkerung stieg mit der Immigration von 820.000 Juden aus arabischen Ländern ab 1948 sprunghaft an. Jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern waren gezwungen angesichts von antisemitischen Pogromen, Unterdrückung und Diskriminierung aus ihren Heimen zu fliehen.

Von 1948 bis 1951 kam der erste Zustrom von 256.000 Menschen aus dem Irak, dem Jemen, Libyen und der Türkei. Die Juden des Irak und des Jemen wurden in den Operationen Esra und Nehemia bzw. Fliegender Teppich per Luftbrücke nach Israel gebracht. Zehntausende machten Mitte der 1950-er Jahre Aliyah aus Ägypten und Marokko und hunderttausende zogen während der 1960-er aus anderen nordafrikanischen Ländern nach Israel.

Die meisten dieser Immigranten wurden zeitweise in Einwanderungslagern unter- und dann nach Ma’abarot gebracht – Transitlager aus Blechhütten. Diese Immigranten tendierten dazu religiös traditioneller zu sein als die Staatsgründer und sie zogen schließlich in ihre eigenen Viertel in Israels Entwicklungsstädten in der nördlichen und südlichen Peripherie.

Die Russische Aliyah: Es gab zwar in den 1970-er und 1980-er Jahren einen ständigen Zufluss von Juden nach Israel aus aller Welt, der nächste große Zustrom kam dann in den 1990-ern, als die Sowjetunion zerfiel. Als die Juden zu Beginn dieser Welle erst einmal zu Transitpunkten in Europa fliegen mussten, stellte Israel jedes Flugzeug der El Al zur Verfügung, um sie nach Hause zu fliegen. Fast eine Million machten Aliyah und Israel stellte 430 Wohnwagen zur Verfügung, um sie vorübergehend unterzubringen.

Diese russische Aliyah trug enorm zu Israel bei, weil 60% dieser Immigranten über höhere Schulbildung verfügten – doppelt so viele wie bei den Israelis damals. Dazu gehörten 57.000 Ingenieure, gegenüber 30.000, die es damals in Israel gab, und 12.000 Ärzte, wobei ganz Israel bis dahin gerade 15.000 Ärzte hatte.

Die Russen hatten Probleme mit der Integration in die israelische Gesellschaft; sie tendierten dazu in eigenen Vierteln zu leben. Zusätzlich wurden die russischen Berufsabschlüsse oft nicht anerkannt, was die Immigranten zwang in Jobs zu arbeiten, die ihrer Erfahrung nicht entsprachen. Aber bis 2012 entsprachen ihre Gehälter denen der ursprünglichen israelischen Juden und ihre Kinder integrierten sich als vollentwickelte Israelis.

Äthiopische Immigranten 1991 nach der  Operation Solomon ein einem Eingliederungszentrum.

Die äthiopische Aliyah: 1984 wurden rund 7.000 äthiopische Juden per Luftbrücke in der Operation Moses nach Israel geflogen, nachdem sie durch eine sudanesische Wüste wanderten, um ein geheimes Flugfeld zu erreichen. Weitere 500 wurden von den Vereinigten Staaten in der Operation Josua nach Israel geflogen. Und dann setzte Israel 1991 die Operation Solomon in Bewegung – schickte 34 Flugzeuge, viele davon mit ausgebauten Sitzen, um die Kapazität zu erhöhen; 14.000 äthiopische Juden wurden im Verlauf von 36 Stunden nach Israel gebracht.

Heute leben etwa 140.000 Juden äthiopischer Herkunft in Israel. Die Integration dieser Bevölkerung, die nicht an einen westlichen Lebensstil gewöhnt ist, ist eine besondere Herausforderung für Israel gewesen. Die äthiopische Gemeinschaft sah sich leider Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt. Darüber hinaus versuchen rund 8.000 Äthiopier, die manchmal auch Falasch Mura oder Beta Israel genannt werden und nahe Verwandte in Israel haben, ebenfalls zu immigrieren, aber das Innenministerium erkennt sie nicht als Juden an.

Aber Fortschritt spiegelt sich in der neuen Generation äthiopischer Israelis. Nachkommen der Immigranten sind in großer Zahl in die höhere Bildung gegangen und haben hohe Ebenen in IDF, Politik, Kultur und Medien erreicht.

* * *

Bei fast sechs Millionen in Ländern der ganzen Welt lebenden Juden geht die Aliyah weiter. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts erlebte mehr als 250.000 neue Immigranten aus 150 Ländern. Die höchste Anzahl kam aus Russland (66.800), der Ukraine (45.670), Frankreich (38.000) und den USA (32.000).

Israel ist bekannt als Land der Immigranten. Die Geschichte der Aliyah der letzten 300 Jahre zu den Juden, die Israel nie verließen, macht das breite Spektrum an Kulturen, Traditionen, Bräuchen und Akzenten aus, die Israel seine einzigartige Gesellschaft geben.

 

 

Der Coronavirus und 7 Gründe, warum es keine „Belagerung des Gazasreifens“ gibt

Verfasst 16. April 2020 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Medieneinseitigkeit, Palästinenser

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Honest Reporting, 30. März 2020

Besonders in einer Zeit, in der der Coronavirus ein beträchtliches Verbreitungsrisiko für die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens darstellt, ist die von der Hamas kontrollierte Enklave erneut in den Nachrichten. Und damit liegt ein neuer Fokus auf den Problemen, denen sich Gazas unzureichend ausgestattetes Gesundheitssystem gegenüber sieht. Einige Medien machen dafür offen israelische Einschränkungen für den Gazastreifen verantwortlich, die es gibt, um den Hamas-Terrorismus gegen Israel zu entschärfen. Diese Einschränkungen werden oft als „Blockade“ bezeichnet. Manche gehen sogar noch weiter und reden von einer „Belagerung des Gazastreifens“.

Das Wort „Belagerung“ ist besonders gefühlsbeladen und wird von Israels Gegnern ständig verwendet, manchmal auch von Mainstream-Medien, z.B. dem Economist:

Die „Gaza wird belagert“-Mentalität der Medien

Wortwahl ist wichtig. Irreleitende Begrifflichkeiten ist eine unserer acht Kategorien von Medien-Einseitigkeit. Wir stellen fest, dass Wortwahl nur allzu oft zur Beförderung von Propaganda genutzt wird. Die Medien müssen Vorsicht walten lassen, wenn sie sich bewusst dafür entscheiden bestimmte Begriffe, passende Nomen oder fremde Worte zu übernehmen (oder zu vermeiden).

Die lexikalische Definition einer Belagerung lautet:

Umstellen einer Stadt oder Festung, um deren Bevölkerung durch Aushungern zur Aufgabe zu zwingen.

(englisch, übersetzt:) Die Handlung oder der Prozess einen befestigten Ort auf eine Weise zu umstellen und anzugreifen, dass er gegen Hilfe und Nachschub isoliert wird; Zweck des Tuns ist es den Widerstand der Verteidiger zu schwächen und damit die Einnahme möglich zu machen.

Hier finden Sie sieben Gründe, warum die Lage des Gazastreifens weit von dieser Definition entfernt ist.

  1. Israel will den Gazastreifen nicht besetzen. Israel zog seine Soldaten und seine Zivilbevölkerung mit der Abkoppelung von 2005 aus dem Gazastreifen ab. Wollte Israel den Gazastreifen wieder erobern, müsste es das Territorium belagern, und dann beträchtliche militärische Mittel einsetzen um ihn wieder einzunehmen.
  2. Eine Belagerung ist ein militärischer Akt. Aber wer greift hier eigentlich wen an? Alle israelischen Militäroperationen seit dem Abzug aus dem Gazastreifen waren eine Reaktion auf tausende Raketen, die von palästinensischen Terrororganisationen auf israelische Bevölkerungszentren geschossen wurden.
  3. Fakt ist, dass Israels Blockade eine Verteidigungsmaßnahme ist, mit der seine Bevölkerung vor Terroristen geschützt werden soll, indem diese Terroristen daran gehindert werden nach Israel hineinzukommen, Waffen in den Gazastreifen zu schmuggeln oder Material in die Hände zu bekommen, das zur Herstellung von Waffen genutzt werden kann. Tatsächlich ist der Hauptgrund für die Blockade des Gazastreifens sowohl durch Israel als auch durch Ägypten die Bedrohung durch den Waffenschmuggel der Hamas.
  4. Unter was für einer Art von „Belagerung“ kann der Gazastreifen stehen, wenn der „Belagerte“ seine Bevölkerung aufruft, nicht ins Ausland zu reisen? Das Hamas-Gesundheitsministerium hat im März 2020 tatsächlich angesichts des drohenden Coronavirus die Palästinenser im Gazastreifen gedrängt nicht ins Ausland zu reisen. „Wir rufen alle Bürger auf, den Gazastreifen nicht zu verlassen – außer es ist absolut notwendig – um ihr Wohlerlgehen zu wahren“, sagte das Ministerium in einer Erklärung. Weitere Beweise, dass Reisen von Menschen, wenn auch beschränkt auf diejenigen mit Genehmigungen israelischer Behörden und den paar hundert täglich zugelassenen über den ägyptischen Übergang Rafah, immer noch möglich sind.


Ein Gesundheitsmitarbeiter mit Schutzmaske geht durch eine Quarantänezone, die vom palästinensischen Gesundheitsministerium im Gazastreifen eingerichtet wurde, um Einreisende am Übergang Rafah zu Ägypten als Teil der Bemühungen gegen einen Ausbruch des Coronavirus zu testen – 16. Februar 2020 (Foto: Said Khatib/AFP via Getty Images)

  1. Ist es eine „Belagerung“, wenn Israel eine Verwaltungsorganisation hat, die der Arbeit mit der örtlichen palästinensischen Bevölkerung gewidmet ist? Die Coordination of Goverment Activities in the Territories (COGAT) hat eine Koordinations- und Verbindungsverwaltung (CLA) für den Gazastreifen, die daran arbeitet der örtlichen palästinensischen Bevölkerung bei einer großen Bandbreite von Bereichen zu helfen. Dazu gehören:
  • Import und Export von Waren.
  • Koordinierunbg der Passage von Palästinenser nach Israel und ins Ausland (hauptsächlich aus wirtschaftlichen und medizinischen Gründen)
  • Ermöglichung der Passage internationaler Delegationen und Entwicklungshelfer.
  • Förderung von Projekten unter der Leitung der internationalen Gemeinschaft (z.B. Bau von Schulen, medizinischen Zentren, Gemeindezentren, Wohnungsbau) und Hilfe in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehrswesen, Industrie und Handel.
  1. Der effektivste Weg ein Territorium zu belagern bestünde darin die Strom- und Wasserversorgung zu kappen. Stattdessen liefert Israel jedes Jahr mehr als 125 Megawatt Strom in den Gazastreifen, was mehr als die Hälfte der Stromversorgung darstellt. Darüber hinaus liefert Israel jedes Jahr rund 10 Millionen Kubikmeter Wasser.
  2. Die Bevölkerung auszuhungern oder ihr grundlegende humanitäre Güter oder Medikamente vorzuenthalten würde ebenfalls eine effektive Belagerung darstellen. Dennoch hat es keine Blockierung von Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und anderen humanitären Gütern in den Gazastreifen gegeben. Seit die Hamas an die Macht kam, passieren fast jeden Tag mit diesen Vorräten beladenen LKW die Grenze mit Israel. Es hat keine Berichte über Hunger oder Gesundheitsepidemien im Gazastreifen gegeben.

Hier ist ein Blick auf die Zahlen zu dem, was 147.540 LKW 2017 über COGAT in den Gazastreifen lieferten:

  • 383.440 Tonnen Baumaterial
  • 744 Tonnen Lebensmittel
  • 111 Tonnen (Koch-)Gas
  • 038 Liter Dieseltreibstoff
  • 696 Liter Benzin
  • 044 Tonnen medizinische Ausrüstung
  • 154 Fahrzeuge

Darüber hinaus sind seit dem Gazakrieg von 2014 mehr als 6,5 Millionen Tonnen Baumaterial in den Gazastreifen gebracht worden, um Häuser, Straßen, öffentliche Einrichtungen und andere Infrastruktur zu bauen.

Die Bewegungsfreiheit von Menschen und Material ist zwar, um Terrorismus zu verhindern, eingeschränkt, doch ist die israelisch-ägyptische Blockade des Gazastreifens letztendlich nicht als „Belagerung“ zu bezeichnen. Das Überleben der Hamas selbst hängt davon ab, das Leid der Gazaner Israel anzuhängen, um so vom eigenen Versagen abzulenken. Leider gibt es nur allzu viele, darunter einige Medien, die dieses Narrativ nur allzu bereit glauben.

Israel hat nicht den Wunsch die Menschen des Gazastreifens leiden zu sehen und tut alles, was ihm möglich ist, die eigenen Sicherheitsbedürfnisse mit den humanitären Anforderungen der Palästinenser auszugleichen. Der Gazastreifen wird nicht „belagert“.

Güte in der Tragödie

Verfasst 9. April 2020 von spotplenni
Kategorien: Israel

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HonestReporting, 5. April 2020

In liebevollem Gedenken an Tamar Levi-Peretz

In diesen dunkelsten aller Zeiten wärmt es das Herz zu sehen, wie Menschen zusammenkommen, um die Bedürftigen zu unterstützen. Als eine israelische Frau am Coronavirus starb, war die Tragödie schlimmer als die meisten  sonst – die Zwilling hatten bereits ihren Vater verloren und waren jezt im Alter von 4 Jahren Waisen geworden.

Ohne Eltern, die auf sie Acht geben sahen die Mädchen einer schwierigen Zukunft entgegen. Aber innerhalb weniger Stunden nach dem Tod der Mutter meldeten sich buchstäblich tausende Israelis um einen Beitrag zu leisten, der sicherstellt, dass die Kinder einen robusten Start ins Leben haben.

Eine Erinnerung daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten der Geist der Menschlichkeit obsiegen kann und wird.

Der Ursprung des Land für Frieden

Verfasst 2. April 2020 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Geschichte, Nahost-Konflikt

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Paul Schindman, HonestReporting, 25. März 2020

Land für Frieden ist das zentrale Mantra in der Jahrzehnte dauernden Suche nach der Lösung des Konflikts zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn gewesen.

Im Kontext des israelisch-arabischen Konflikts kam das Konzept erstmals 1947 in der diplomatischen Arena der Vereinten Nationen auf. UNO-Resolution 181, besser bekannt als der Teilungsplan, forderte die Zuteilung von Land für die friedliche Gründung zweier Länder – eines jüdischen und eines arabischen.

Die Resolution 181 wurde von den Juden akzeptiert, aber von den Arabern abgelehnt, die den Krieg erklärten, um die Gründung des jüdischen Staates zu verhindern. Obwohl die UNO damit scheiterte 181 in Kraft zu setzen, war diese erste diplomatische Lösung für den Konflikt die ursprüngliche Zweistaaten-Lösung, ein Konzept, das erst wieder in der Folge des Sechstage-Kriegs von 1967 in Mode kam.

Diplomatische Schlüsselsemantik

In den 1960-er Jahren tendierte die Welt dazu vom „arabisch-israelischen“ Konflikt in Begriffen des winzigen jüdischen Staates zu sprechen, der von seinen arabischen Nachbarn umgeben und zahlenmäßig gewaltig unterlegen war. Dieser Konflikt kulminierte 1967, als arabische Länder es nicht schafften ihr Ziel die Juden ins Meer zu treiben zu verwirklichen. Das Ergebnis des Sechstage-Kriegs war ein militärischer Sieg Israels und die Eroberung der Westbank von Jordanien, der Sinai-Halbinsel von Ägypten und der Golanhöhen von Syrien.

Sir Hugh Foot, alias Lord Caradon, der britische US-Botschafter, der die Resolution 242 schrieb

Nach dem Krieg gab es große diplomatische Anstrengungen, deren Ergebnis was die Schaffung eines neuen Standards war, als die UNO einstimmig die Resolution 242 des Sicherheitsrats beschloss. Ihre Formulierung wurde sorgfältig gestaltet, um die Resolution für alle Seiten annehmbar zu machen und beinhaltete den Schlüsselsatz: „Abzug israelischer bewaffneter Kräfte aus Gebieten, die es im jüngsten Konflikt besetzte.“

Das kurze, aber sehr bedeutende Dokument wurde zum Grundstein zukünftiger Verhandlungen. Diejenigen, die mit den semantischen Nuancen der Resolution 242 nicht vertraut sind, ändern die Formulierung in „die Gebiete“ und kommen fälschlich zu dem Schluss, dass das alle Gebiete bedeutet. Der Autor der Resolution, der britische Diplomat Sir Hugh Foote, auch bekannt als Lord Caradon, betonte jedoch ausdrücklich, dass die Mitglieder des Sicherheitsrats Resolution 242 in genauer Kenntnis der gezielten Formulierung einstimmig verabschiedeten.

Es wäre falsch gewesen zu fordern, dass Israel auf seine Positionen vor dem 4. Juni 1967 zurückkehrte, weil diese Positionen nicht wünschenswert und künstlich waren“, sagte Caradon.

Land für Frieden in der Praxis

Seit 1967 hat es mehrere israelische Rückzüge von Land gegeben, das von seinem Militär besetzt war; die bemerkenswertesten waren:

  1. Der Friedensvertrag mit Ägypten (1979): Nach dem historischen ersten Friedensvertrag mit einem arabischen Nachbarn beseitigte Israel über drei Jahre hinweg seine 18 Siedlungen und drei IDF-Basen in einem stufenweisen Abzug aus der strategisch wichtigen Sinai-Halbinsel, die im Krieg von 1967 erobert worden war. Die zwei Länder haben seitdem in Frieden gelebt, was sogar bis zu militärischer Kooperation im Kampf gegen islamischen Terrorismus im Sinai ging.
  2. Friedensvertrag mit Jordanien (1994): Die zwei Seiten lösten einige unwichtige Grenzprobleme und Jordanien entband sich selbst von jeglichen Souveränitätsansprüchen an der Westbank. Israel pachtete einige Bereiche im Jordantal, aber die beiden lösten alle Ansprüche auf Land. Das endete Ende 2019, als Amman es ablehnte, die Pacht zu verlängern.

Die Verträge mit Ägypten wie auch Jordanien erwähnen ausdrücklich, dass Resolution 242 die Grundlage des Friedens ist.

Ägpytens Präsident Anwar Sadat, US-Präsident Jimmy Carter und der israelische Premierminister Menachem Begin feiern nach er Unterzeichnung des israelisch-ägyptischen Friedensvertrags 1979.

Einseitiger Abzug führt nicht zu Frieden

Friedensaktivisten und Diplomaten haben wiederholt das Argument angeführt, Frieden zwischen Israel und den Palästinenser könnte erreicht werden, „wenn nur Israel einfach die besetzten Gebiete verlässt“.

Ähnliche Argumente wurden Ende des 20. Jahrhunderts mit Aufforderungen an Israel erhoben sich aus dem Libanon zurückzuziehen, in der „Hoffnung“, dass das Ergebnis darin bestehen würde „bei der Verhandlung von Friedensverträgen voran zu kommen“.

Zwei schlichte Beispiele beweisen den Trugschluss des Arguments:

Bewaffnete Kräfte der IDF kehren 1985 nach Israel zurück. (Foto: Nati Harnik über das GPO)

1. Rückzug aus dem Südlibanon (2000): Als die zweite Intifada tobte, befahl Premierminister Ehud Barak den Rückzug der IDF aus dem Libanon. Israels Krieg im Libanon begann 1982 in Reaktion auf Terroranschläge von libanesischem Territorium aus und ein Versagen von Recht und Ordnung, als der Bürgerkrieg im Libanon tobte.

Statt des Ziels der UNO, dass die Regierung im Libanon „ihre Streitkräfte im gesamten Südlibanon stationiert“ wurde das Land von der vom Iran bewaffneten und finanzierten Terrororganisation Hisbollah übernommen. Die Hisbollah lehnte es in der Folge ab die zahnlose Resolution 1701 des UNO-Sicherheitsrats umzusetzen, die ihre Entwaffnung und Übernahme in die libanesische Armee forderte.

Gestärkt von Israels Abzug sollte die Hisbollah Jahre später eine Schlüsselrolle dabei spielen, dem syrischen Diktator Bashar Assad zu helfen den Bürgerkrieg brutal niederzuschlagen, der damit begann, dass unbewaffnete syrische Zivilisten demonstrierten, um mehr Menschenrechte zu fordern.

„Der einseitige Abzug aus dem Libanon gab dem Image Israels tatsächlich einen Schub in der internationalen Arena, schadete aber Israels Image in der Region stark“, schrieb Schmuel Even vom Institute for National Security Studies (INSS) in Tel Aviv. Ohne Verhandlungen zwischen beiden Seiten, sagt Even, wurde erwartet, dass „der Rückzug eine neue politische Realität schaffen würde, die den Friedensprozess vorantreibt“. Die neu geschaffene Realität jedoch „stärkte die Gegner des Friedens in der Region“.

2. Der Abzug aus dem Gazastreifen (2005): Unter der Regierung von Premierminister Ariel Sharon, bekannt als entschiedener Rechter und der „Bulldozer“, der den Siedlungsbau vorantrieb, zog Israel eigenmächtig seine Siedlungen und Armeebasen aus dem Gazastreifen ab und übergab der palästinensischen Autonomiebehörde die volle Kontrolle. Sharon erklärte: „Es gibt keinen palästinensischen Partner, mit dem man friedlich einer Regelung näher kommen kann“ und daher muss Israel einseitig handeln, um den Konflikt mit den Palästinensern anzugehen.

Innerhalb von zwei Jahren vollführte die Terrororganisation Hamas einen Militärputsch und übernahm die Macht. Die Hamas bleibt ihrem Ziel verpflichtet militärische Gewalt anzuwenden, um Israel durch einen islamisch-palästinensischen Staat zu ersetzen. Der Gazastreifen steht wegen der Bedrohung durch Waffenschmuggel unter Blockade.

Israels Rückzug aus dem Land im Gazastreifen hatte das Gegenteil von Frieden zur Folge: Es hat mehrere von der Hamas initiierte Kriege gegeben. Die Hamas machte sich nicht nur das Konzept des „Land für Frieden“ nicht zu eigen, die Militärdiktatur, die den Gazastreifen mit eiserner Faust führt, lehnt den Friedensprozess entschieden ab und wird vom Iran gestützt, der wiederholt die „totale Auslöschung“ Israels fordert.

Auf der Klos C gefundene Waffen in Eilat am 10. Mai 2014 ausgestellt.

Die israelischen Abzüge aus dem Libanon und dem Gazastreifen beweisen den Denkfehler, ein einfacher Abzug Israels würde die „Hoffnung“ von Diplomaten erfüllen und zum Frieden führen. Bislang erfordert erfolgreiches Land für Frieden staatliche Akteure, ohne Anzeichen dafür, dass nichtstaatliche Akteure die Möglichkeit haben das Konzept zu erfüllen.

Land für Frieden und die Zweistaatenlösung

Es ist wichtig festzuhalten, dass „Land für Frieden“ 1967 Frieden mit Jordanien, Ägypten und Syrien bedeutete, aber nicht mit einem unabhängigen Palästinenserstaat. Damals war die Palästinensische Befreiungsorganisation kein staatlicher Akteur; sie rief zur Vernichtung Israels auf sowie es durch einen Palästinenserstaat zu ersetzen. Die Resolution 242 forderte lediglich eine „gerechte Regelung des Flüchtlingsproblems“. Es gab nichts von einer Zweistaatenlösung, von der erst wieder geredet wurde, als Geheimgespräche zu den Oslo-Vereinbarungen führten.

Die Realität des 21. Jahrhunderts sieht so aus, dass der arabisch-israelische Konflikt verblasst. Das Konzept Land für Frieden war ein integraler Teil des Friedens, den Israel mit seinen zwei vormals kriegslüsternen Nachbarn hat. Die dritte Schlüsselpartei, Syrien, verbleibt in einem Zustand des Chaos und der Instabilität, verzehrt von seinen internen Problemen – Frieden mit Israel steht nicht auf der Tagesordnung. 1981 beschloss Israel in Anerkennung der Ablehnung vor Frieden durch Syriens Diktator Hafez Assad ein Gesetz, dass auf den Golanhöhen israelisches Recht angewendet werden soll. Das ist noch keine Annexion, aber für Land für Frieden mit Syrien war die Tür durch die Kombination aus dem Zusammenbruch Syriens und der Anerkennung israelischer Souveränität durch die Vereinigten Staaten dort zugeschlagen.

Andere arabische Länder einschließlich Marokko und vieler Golfstaaten haben informelle Verbindungen zu Israel. Sei drängen offen auf Kooperation, womit sie selbst anerkennen, dass Land für Frieden angesichts der gegenwärtigen Situation mit den Palästinensern nicht funktionieren wird. Die meisten arabischen Länder haben ihre antiisraelische Rhetorik erheblich zurückgeschraubt und legen nur Lippenbekenntnisse zur Standardaufforderung nach „israelischem Rückzug aus besetzten Gebieten“ ab.

Während ehemalige Feinde sich Israel annähern verwandelt sich der Konflikt von einem regionalen in einen, der regelmäßiger der israelisch-palästinensische genannt wird. Ein größeres Hindernis für Frieden ist nicht Israels Bockigkeit gegenüber Land für Frieden, sondern die eingegrabene Trennung zwischen der von der Fatah kontrollierten palästinensischen Autonomiebehörde in der Westbank und dem von der Hamas beherrschten Gazastreifen. Geteilte palästinensische Herrschaft macht Fortschritte bei Friedensbemühungen unmöglich.

„Die Ereignisse der letzten Jahre haben die Bedeutung territorialen Abzugs als einen eine Vereinbarung voranbringenden Schritt erodiert“, schrieb Zaki Shalom vom INSS. „Die Formel ‚Land für Frieden‘, seit den Oslo-Vereinbarungen im Staat Israel ein Mantra, verlor bei vielen seine Wirkung und Praktikabilität…“

Schlussfolgerung

Angesichts der komplexen Natur des Konflikts kann der Friedensprozess nicht auf ein simples Mantra „Land für Frieden“ heruntergeschraubt werden.

Das Konzept gilt, wenn zwei Seiten in gutem Glauben verhandeln, wie es mit Ägypten und Jordanien der Fall war. Aber Friedensbemühungen benötigen auch einen Verhandlungspartner, der sowohl in der Westbank als auch dem Gazastreifen Schritte zum Frieden machen und umsetzen kann.

Wie sah das Land Israel vor 1948 aus?

Verfasst 2. April 2020 von spotplenni
Kategorien: Geschichte, Israel

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David Brummer, HonestReporting 27. Februar 2020

Blickt man auf die geografische und geopolitische Landschaft im 21. Jahrhundert, dann ist das Land Israel vor 1948 fast nicht zu erkennen.

Wenn wir das moderne Israel sehen – ein ultramodernes Land mit mehr als 9 Millionen Bürgern – dann ist es oft schwer in Begriffe zu fassen, wie das Land vor 1948 aussah. Blickt man auf die Skylines vieler der Städter Israels mit ihren schimmernden, funkelnden, vielstöckigen Bürogebäuden, Wohnhäusern – und zunehmend Wolkenkratzern (zumindest in Tel Aviv) – dann ist die Landschaft räumlich nicht mehr zu erkennen.

Die Veränderungen und Unterschiede enden hier aber nicht. Bevor David Ben Gurion, der erste Premierminister Israels, am 14. Mai 1948 Israels Unabhängigkeitserklärung verlas, lebten 600.000 Juden im Land. Gemäß Schätzungen lebten in Jerusalem – der neu erklärten Hauptstadt des entstehenden Staates – etwa ein Fünftel oder bis zu 120.000 Juden. Rund 2.000 Juden lebten– wie sie es Jahrhunderte lang legitim getan hatten – innerhalb der 500 Jahre alten Stadtmauern Jerusalems, sicherlich seit der Rückkehr aus dem Exil in Babylon im 6. Jahrhundert v.Chr.

Außerhalb von Jerusalem waren Juden weithin über das Mandat Palästina verstreut. Etwa die Hälfte der übrigen 480.000 im Land lebenden Juden – 244.000 Menschen – lebten im Raum Tel Aviv. Das erste jüdische Viertel – Never Tzedek – wurde erst 1887 gegründet, das Ergebnis einer Lotterie von anfänglich 60 Familien und eine Notwendigkeit in Jaffa Raum zu schaffen, einer damals mehrheitlich arabischen Stadt. Tel Aviv selbst wurde 1909 gegründet. Vor dem Bürgerkrieg zwischen den Juden und Araber Palästinas 1947/48 und dann dem internationalen Konflikt, der Israels Unabhängigkeitserklärung folgte, war das Land spärlich besiedelt.

Israel Zangwill, ein jüdisch-britischer Roman- und Theaterautor (und jemand, der stark in die Frauenrechtsbewegung involviert war) schrieb früh in seiner Karriere eine Artikelserie; darin beschrieb er Palästina als „Wildnis … eine Verwüstung … ein verlassenes Heim“ und ein Land das „zerstört war“.

Eine damals beliebte Sicht auf das Land lautete, Palästina sei ein „Land ohne Volk, das auf ein Volk ohne Land wartet“. Das ist nicht ganz richtig – da es offensichtlich Menschen gab, die Palästina bevölkerten, aber sie waren nicht so organisiert, dass der Eindruck eines funktionierenden Landes entstand. Es war ein verwaltungsmäßig rückständiger Landstrich des rasch zerfallenden osmanischen Reiches, das die Region 400 Jahre lang beherrschte und kaum etwas zu seiner Entwicklung tat.

Die Araber im Heiligen Land

Aber was ist mit der lokalen arabischen Bevölkerung?

Gegen Ende der osmanischen Herrschaft lebten mehrere tausend in Jerusalem; und was den Rest angeht – größtenteils waren sie weit verteilt – zumeist in Dörfern und Kleinstädten – über Judäa und Samaria sowie Galiläa verteilt. Während der osmanischen Zeit lebten die meisten als Pachtbauern in einem ziemlich feudalen System mit Landbesitzern, aber einige auch in Städten wie Gaza, Hebron, Haifa und anderen Orten.

Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es erste Anzeichen arabischen Nationalismus, wobei wohlhabendere palästinensische Araber die türkische Obrigkeit drängten jüdischen Flüchtlingen und Pionieren die Siedlung im Land nicht zu erlauben.

Eine der heute am meisten irritierenden Fragen – oder Themen – ist die Vorstellung, dass irgendwie alle palästinensischen Araber ohne viel Federlesen  von ihrem Land vertrieben wurden – oder dass ihnen zumindest angemessene Entschädigung verweigert wurde. Das ist schlicht nicht so. Erst 1856 hatten die Osmanen ein Gesetz erlassen, das es Ausländern erlaubte Land im Reich zu kaufen; das geschah mit den tanzimat-Reformen, die ein verspäteter und irgendwie halbherziger Versuch waren Menschen zu erlauben sich als Teil des Staates zu fühlen, indem man ihnen Rechte gab.

1881 begannen die Osmanen Landverkauf an Juden und Christen zu verbieten; sie erklärten zudem, dass Juden noch erlaubt sei ins osmanische Reich einzuwandern – allerdings mit der Ausnahme Palästinas. Wie mit so vielen Funktionen türkischer Herrschaft wurden offizielle Erklärungen aus Konstantinopel verwässert, wenn sie in Palästina ankamen.

Der legale Weg zu jüdischem Landerwerb in Palästina blieb offen und der Jischuw machte das Beste aus der Gelegenheit. Araber waren bereit an wohlhabende Juden – wie Moses Montefiore oder Baron Edmond de Rothschild – zu oft überhöhten Preisen [Land] zu verkaufen. Der Jüdische Nationalfond war zudem in der Lage große Landstücke von den Osmanen zu kaufen und viel davon wurde durch ein dauerhaftes Erbe der Zweiten Aliyah (1904-1914) genutzt – die Kibbuz-Bewegung. Die Aufzeichnungen sind für diejenigen eindeutig, die bereit sind die Augen zu öffnen.

Palästinas Haupthafen war Jaffa, vor 1948 der wichtigste Einreiseort ins Land Israel. Ende der 1920-er Jahre entwickelten die Briten Haifa als Tiefseehafen im Versuch einen Vorteil aus dem Öl zu ziehen, das vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Persien gefunden wurde.

Es erscheint ironisch, dass die arabische Revolte von 1936 bis 1939 – ein gewalttätiger nationalistischer Aufstand der palästinensischen Araber, der zum Teil Protest gegen die zunehmende jüdische Einwanderung war – zur Entwicklung von Tel Aviv als neuem Hafen führte. Jaffa zu nutzen wurde als zu unsicher betrachtet; und ein Versuch systematische Veränderung im Land zu bewirken, schlug nicht zum ersten Mal massive auf die zurück, zu deren Gunsten er angeblich erfolgte. Palästinas Juden bauten derweil weiter die Infrastruktur eines potenziellen Staates auf, erwarben Land, investierten in Wassertechnologie, entwickelten die hebräische Sprache weiter und versuchten eine Zivilgesellschaft zu schaffen, die in der Zukunft nötig sein würde.

Die Zivilgesellschaft im jüdischen Teil des Mandats Palästina, als Jischuw bekannt, beinhaltete das Funktionieren von Quasi-Regierungsinstitutionen. Die Position des Jischuw war komplex – er hatte ständig mit veränderlichen Schicksalen zu ringen, die die Briten und deren Versuche, die palästinensischen Araber und Juden gegen einander auszuspielen, betrafen.

Ein entscheidender Moment kam im November 1917 mit der Balfour-Erklärung; eine hart gewonnene Anerkennung der langen historischen Verbindung der Juden  zum Land Israel durch eine imperiale Supermacht, die trotz ihrer (möglicherweise beabsichtigten) Zweideutigkeit dem jüdischen Volk eine Heimat zu garantieren schien. Andere imperiale Mächte diskutierten das Schicksal des Jischuw ebenfalls, besonders im April 1920 in der italienischen Stadt San Remo. Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan kamen zusammen, um die Teilung des Landes zu diskutieren, das früher vom osmanischen Reich gehalten worden war.

Die palästinensischen Araber waren wütend, dass die Juden als Ergebnis davon eine nationale Heimstatt in Palästina haben würden. Ihre Reaktion – wie es so oft der Fall war – und ein Muster, das sich mehr als ein Jahrhundert lang wiederholt hat – bestand darin mit Gewalt zu reagieren. Die Krawalle in Jaffa 1921 begannen eine koordiniertere Verteidigung zu begegnen, die in der Gründung der Haganah sichtbar wurde.

1922 erhielt der Jischuw einen weiteren Schlag, als Winston Churchill, der bis dahin als Freund er zionistischen Sache betrachtet wurde, beschloss die Landkarte des Nahen Ostens neu zu zeichnen. Er schnitt den Teil Palästinas ab, der östlich des Jordan lag und schuf das Land Transjordanien (später als Jordanien bekannt).

Der jüdische Staat, von dem der Jischuw glaubte, er würde ihn am Ende des Mandats bekommen, sollte jetzt 75% kleiner sein als man sie hatte glauben lassen. Er würde in den folgenden Jahrzehnten weiter schrumpfen, obwohl sie das damals noch nicht hätten wissen können. Doch trotz dieser massiven Rückschläge war das übergeordnete Ziel einen Staat zu erringen weiter zentrales Element der zionistischen Sache. Ben-Gurion und andere waren pragmatisch genug zu begreifen, was das bedeuten und was es kosten würde.

Die rapide Entwicklung Israels vor 1948

Das Land Israel vor 1948 war eine eigentümliche Mischung aus uralten, sich langsam bewegenden und traditionellen Lebensstilen und zudem eine Ort, der vor Pioniergeist explodierte. Während des frühen 20. Jahrhunderts, einer Periode, in der das erstarrte osmanische Reich immer noch dominierte, veränderten jüdische Zuwanderung und Landkäufe zunehmend einen vergessenen Ort. Jüdische Zuwanderer belebten rapide ein Land, das während 400 Jahren Herrschaft kaum Infrastruktur und Modernisierung erlebt hatte.

Die physische Landschaft veränderte sich durch die Fortschritte in der Wassertechnologie – die während der Periode des britischen Mandats weiter entwickelt wurde – insbesondere Bewässerung und die Fähigkeit selbst Brackwasser für die Landwirtschaft zu verwenden, zeigte, dass sogar in der Wüste menschliches Leben erhalten werden konnte.

Zusätzlich begannen kleine Städte in große zu wachsen und neue Viertel begannen aus bestehenden Ballungszenten heruaszuschwappen. In dieser Atmosphäre entwickelte sich die hebräische Sprache weiter, wurde in Büchern, Zeitungen, Radio und Theater verwendet – eine fortgesetzte Auferstehung von den Toten. Politische Organisationen waren ebenfalls entscheidend, da die Hebel des Staates – bevor es überhaupt einen Staat gab – auf täglicher Grundlage angewandt wurden. Sie schufen die Bausteine für den blühenden, modernen Staat Israel, den wir heute sehen.

Israel Apartheid Week: Die als Menschenrechts-Kampagne getarnten Verleumdungen

Verfasst 19. März 2020 von spotplenni
Kategorien: Antiisraelismus, Antisemitismus, Die Welt und Nahost

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Paul Shindman, HonestReporting, 10. März 2020

Jedes Frühjahr schlägt das jährliche Hass-Fest „Israel Apartheid Week“ bei Studenten an Universitäten in Nordamerika und Europa auf. Im Versuch junge Studenten dahin zu bringen sich den Reihen der Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) gegen Israel anzuschließen, ist die Israel Apartheid Week eine einseitige Propaganda-Veranstaltung, die Israel mit dem zielgerichteten Etikett der Apartheid verleumdet.

Der Blitzkrieg der Aktivitäten und Parolen der Israel Apartheid Week beschuldigen Israel ein „Apartheid-Regime“ zu sein, das Palästinenser ausbeutet und „Kolonialismus“ sowie „ethnische Säuberung“ einsetzt. Doch obwohl sie an akademischen Campussen veranstaltet wird, betreibt die Israel Apartheid Week keine Diskussionen oder Debatten, sondern beschäftigt sich stattdessen mit dem, was die Jewish Friends of Labour in Großbritannien als „das extremste Ende antiisraelischen Aktivismus“ bezeichnet.

Israel Apartheid Week: Die Strategie

Analyse der BDS-Strategien zeigen, dass sie „historisch im Einklang mit antisemitischen Bewegungen“ sind und Taktiken einsetzten, die die palästinensische Sache  zu einem „Klassenkampf“ machen.

„Juden wird die Wahl gegeben sich entweder der Revolution für „Gerechtigkeit“ anzuschließen oder verurteilt zu ewrden, merkte Dr. Alex Joffe vom Begin-Sadat Center for Strategic Studies an.

Die Organisatoren erklären offen, dass die Israel  Apartheid Week integraler Bestandteil der Kampagne  Boykott, De-Investitionen und Sanktionen zu Delegitimierung Israels ist. Ihr Ziel besteht darin jegliche Diskussion abzuwürgen, die Israel unterstützen könnte, akademische Institutionen zu zwingen alle Kontakte mit Israel abzubrechen, einschließlich akademischen Verbindungen, ihre Investitionen aus allem mit Israel verbundenen abzuziehen und akademische Freiheiten einzuschränken, indem Professoren und Studenten sanktioniert werden, die BDS in Zweifel ziehen oder Unterstützung für den jüdischen Staat zum Ausdruck bringen.

Die Israel Apartheid Week zielt darauf ab zu Apartheid-Israel zu bilden und die Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen aufzubauen.

Söldner tragen die Kleidung von Friedensaktivisten und die Organisatoren der Israel Apartheid Week nutzen starke Phrasendrescherei und Einschüchterung, um eine Atmosphäre zu schaffen, dass Studenten und Akademiker ohne zu Fragen zu dem Schluss kommen, Israel sei wie das alte  Südafrika unter der Apartheidherrschaft. Mit dieser Analogie werden die Konvertiten dafür rekrutiert Boykotte gegen Israel zu unterstützen, ähnlich den Boykott-Versuchen gegen das ehemalige Apartheid-Südafrika.

In seiner detaillierten Analyse der BDS stellte Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs fest, dass naive Anhänger der palästinensischen Sache von solchen Kampagnen angezogen, „im Glauben, sie seien Mainstream-Organisationen, die die Palästinenser unterstützen. Allerdings werden diese Kampagnen oft von Linksextremen, Islamisten oder anderen antiisraelischen Radikalen betrieben.“

Die von Aktivisten der Israel Apartheid Week verbreitete aufhetzerische Feindschaft geht über Israel hinaus und richtet sich gegen jüdische Studenten.

„Regelmäßig werden während der Israeli Apartheid Week und BDS-Kampagnen jüdische Studenten ausgewählt, drangsaliert und sogar angegriffen, ungeachtet ihrer Gefühle zu Israel“, sagte Tammi Rossman-Benjamin, eine Dozentin an der University of California Santa Cruz. Die intensiv antiisraelische Stimmung an ihrer Universität löste auch eine religiöse Rückwirkung aus, in der „atemberaubende 70% der jüdischen Studenten Antisemitismus erlebten“.

Trotz der Tatsachen, die eigen, dass Israel nicht wie das früher Apartheid-Südafrika ist, hat die BDS-Taktik das „Apartheid“-Mantra zu wiederholen um es wie einen Virus zu verbreiten, das Ergebnis, dass die Medien und einige Diplomaten es sowohl wissentlich als auch offenbar manchmal unwissend missbrauchen.

Die Mythen abschießen

Eine international respektierte Stimme, die den Mythos der israelischen „Apartheid“ abschoss, gehört zu Richard Goldstone, der prominente südafrikanische Richter, der später eine UN-Untersuchung des von der Terrorgruppe Hamas ausgelösten Kriegs 2009/10 leitete. Sein Abschlussbericht wurde als den palästinensischen Terror belohnend betrachtet, von Israel verurteilt und von BDS und den Organisatoren der Israel Apartheid Week als Munition verwendet. (Golstone gab später Reue wegen des Berichts Ausdruck.)

Richter Richard Goldstone

„In Israel gibt es keine Apartheid. Nichts dort kommt der Definition von Apartheid auch nur nahe“, schrieb Goldstone in der New York Times.

Goldstone stellte heraus, dass israelisches Recht, anders als Südafrika, kein Konzept von Trennung und Domination eines Volkes über ein anderes verankert. „In Israel ist Gleichberechtigung Gesetz, der Anspruch und das Ideal; Ungerechtigkeiten werden vor Gericht oft erfolgreich angefochten.“

Er stellte wortgewand heraus, dass insbesondere die Palästinenserfrage keine Apartheid ist:

Die Lage in der Westbank ist komplexer. Aber auch hier gibt es keine Absicht „ein institutionelles Regime systematischer Unterdrückung und Dominanz durch eine Rassengruppe“ beizubehalten. Das ist ein entscheidender Unterschied, auch wenn Israel sich gegenüber den Palästinensern dort aggressiv verhält. Südafrikas zwangsweise Rassentrennung sollte dauerhaft der weißen Minderheit nutzen, zum Nachteil der anderen Rassen. Im Gegensatz dazu hat Israel dem Konzept der Existenz eines Palästinenserstaats im Gazastreifen und fast der gesamten Westbank zugestimmt und forderte die Palästinenser am über die Parameter dazu zu verhandeln.

Die südafrikanische Journalistin Rolene Marks beobachtete scharfsinnig: „Selbst in den dunkelsten Tagen der Apartheid stellte NIEMAND Südafrikas Existenzrecht als Land in Frage, egal, wie viel die Welt gegen seine rassistische Politik war.“

Klima der Angst auf den Campussen

Im Gegensatz dazu besteht das Ziel von BDS nicht darin einen demokratischen Palästinenserstaat zu gründen, sondern Israel zu demontieren. Aktivisten rufen nicht zu einer Zweistaatenlösung auf und BDS hat nicht das Ziel den Konflikt zu lösen.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau

Erstmals veranstaltet wurde die Israel Apartheid Week 2005 an einer kanadischen Universität; vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau wurde sie wütend verurteilt; er sagte: „Die BDS-Bewegung, wie die Israeli Apartheid Week, hat an kanadischen Universitäten keinen Platz.“

… Kanadisch-jüdische Studenten an Universitäten können sich nicht länger sicher oder frei fühlen sich zu äußern und ihre politischen Ansichten auszusprechen. Jedes Mal, wenn ein kanadischer Student sich an seiner Universität wegen einer Bewegung unsicher fühlt, die ein Problem mit mir hat und das ist der Grund, warum ich Klartext rede und ich werde weiter Klartext reden die Israeli Apartheid Week und die BDS-Bewegung zu verurteilen.
Der kanadische Premierminister Justin Trudeau, 16. April 2019

Die BDS-Bewegung, wie die Israeli Apartheid Week, hat an kanadischen Universitäten keinen Platz. Als Absolvent der McGillU bin ich enttäuscht.

Auf dem Höhepunkt der Giftigkeit bezeichnete ein Organisator der Israel Apartheid Week Kanada als Apartheidstaat wie Israel. Das zog eine kräftige Rüge in den kanadischen Medien nach sich; sie verhöhnten die „Heuchler in der Bewegung ‚Israeli Apartheid Week‘“ und sagten, die Israel Apartheid Week laufe auf einen „modischen Vorwand hinaus, der von Eiferern und marginalisierten Radikalen übernommen wurde“.

Es gibt zudem Opposition gegen BDS und die Israel Apartheid Week im palästinensischen Sektor, wo Friedensaktivisten sagen, sie schaden ihren Bemühungen. Der prominente Menschenrechtsaktivist Bassam Eid sagte: „Als Palästinenser, der sich der Arbeit für den Freiden verschrieben hat … glaube ich nicht, dass die BDS-Vertreter unserer Sache helfen. Im Gegenteil, sie schaffen nur mehr Hass, Feindseligkeit und Polarisierung.“

Richter Goldstone, in Südafrika wegen seiner Rolle dabei zu helfen die Apartheid zu beseitigen und Südafrika in eine volle Demokratie zu überführen, weithin respektiert, spricht mit Autorität, wenn er die wichtigste Behauptung der BDS-Bewegung und den Grundgedanken hinter der Israel Apartheid Week abschießt:

„Der Vorwurf Israel sei ein Apartheidstaat ist ein falscher und boshafter, der Frieden und Harmonie verhindert statt dafür zu werben“, lautet Goldstones Schluss.

Jesus war Jude, nicht Palästinenser

Verfasst 12. März 2020 von spotplenni
Kategorien: Christen in Nahost, Die Welt und Nahost, Geschichte, Palästinenser

Emmanuel Miller, honestReporting, 5. September 2019

 

Bis vor gar nicht so langer Zeit war die Auffassung, dass Jesus Jude war, allgemein unbestritten. In den letzten Jahren versucht jetzt aber eine neue Generation von Antiisrael-Aktivisten und -Akademikern jetzt geltend zu machen, dass Jesus in Wirklichkeit nicht nur Jude war, sondern Palästinenser.

Lassen Sie uns erst einmal etwas zurückgehen. Das letzte Jahrhundert hat viele Denkschulen erlebt, die uns zwingen wollten unsere grundlegenden Überzeugungen infrage zu stellen. Einige davon haben zu großen Fortschritten geführt: die Überzeugung, dass Frauen gleiche Rechte haben sollten, dass Schwarze gleiche Rechte haben sollten, dass Homophobie in der modernen Gesellschaft keinen Platz hat. Alles wertvoll. Andere haben lange vertretene Konzeptionen infrage gestellt, so „trinken ist männlich“ oder dass Frauen weniger gezahlt wird als Männern.

Eine der infrage gestellten Konzeptionen der letzten Jahre ist die fast universale Darstellung von Jesus als Weißem. In Anbetracht dessen, dass Jesus als im Heiligen Land lebend beschrieben wurde, würde ihn das zu einem Einheimischen des Nahen Ostens machen. Mit anderen Worten, es gibt alle Gründe sich Sorgen zu machen, dass Darstellungen Jesu als hellhäutig falsch sind.

Wenn es doch nur damit enden würde. Ein radikaler Kern an Aktivisten scheint jetzt ganz erpicht darauf zu sein „braune“ Identität zu vereinnahmen und Juden auszugrenzen, womit sie die historische Wahrheit bestreiten, dass Jesus in der Tat Jude war.

Also… war Jesus Jude oder war er Palästinenser?

Zugunsten aller, die dieser falschen Behauptung ausgesetzt sind, ist eine kurze Rekapitulation angebracht:

Jesus wurde in Judäa geboren, einem Satellitenstaat des römischen Imperiums und bezeichnete sich als Jude. Damals dort lebende Juden hätten sich höchstwahrscheinlich als im Land Israel lebend beschrieben. Jeder, der im ersten Jahrhundert n.Chr. etwas von „Palästina“ gesagt hätte, hätte sich einen seltsamen Blick geerntet, besonders von den indigenen, Aramäisch sprechenden Juden. Das Land unterlag allen religiösen Gesetzen des Judentums, die im Land Israel galten.

Ein Jahrhundert später wurde das Gebiet umbenannt. Nachdem im zweiten Jahrhundert eine jüdische Revolte niedergeschlagen wurde, wurde die überwiegende Mehrheit der Juden ins Exil geschickt und der römische Kaiser Hadrian ließ die Region in der Folge in „Syria Palestina“ umbenennen, nach den antiken Feinden der Juden, den Philistern; es handelte sich um einen feindseligen Zug, der demonstrieren sollte, dass das Land nicht länger den Juden gehörte.

Einfach ausgedrückt: Ein Aramäisch sprechender Jude, der ein Jahrhundert vor diesem Namenswechsel lebte, hätte sich niemals selbst als Palästinenser bezeichnet.

Tatsächlich wird Palästina, während das Neue Testament Israel und die Juden wiederholt anführt, nicht ein einziges Mal erwähnt. Nehmen wir zum Beispiel das zweite Kapitel des Matthäus-Evangeliums, das so beginnt:

Jesus wurde in Betlehem in Judäa* geboren, zur Zeit, als König Herodes das Land regierte. Bald nach seiner Geburt kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: »Wo finden wir den neugeborenen König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um uns vor ihm niederzuwerfen.« „Es wird durchaus geglaubt, dass am Kreuz über Jesu Kopf das Schild ‚INRI‘ befestigt war – Iesvs Nazarenvs Rex Ivdaeorum‘, Lateinisch für: Jesus von Nazareth, König der Juden.

Was Jesu Auftauchen angeht, ist es zwar schwierig sicher festzustellen, wie eine bestimmte Person aufgetreten ist, aber etwas Dokumentation gibt es zu dem, wie die Zeitgenossen von Jesus ausgesehen haben können. Die jüdische Mischna (Negaim 2,1) verzeichnet einen Rabbiner, der sie so beschreibt: „Die Kinder Israels – möge ich für sie büßen – sind wie Zedernholz, weder schwarz noch weiß, sondern dazwischen.“

Der Einzug von Arabern ins Heilige Land geschah erst rund 700 Jahre nach der Kreuzigung Jesu, als arabische Eroberer die Gegend an sich brachten. Die Leute, die sich heute als Palästinenser bezeichnen, sind Araber und daher ist klar, dass Jesus, ganz einfach, kein Palästinenser oder Araber war, sondern Jude.

Wen kümmert es, ob Jesus Jude oder Palästinenser war?

Juden tendieren als Ganzes nicht dazu allzu viel Gedanken an Jesus zu verwenden. Aber Fakten sind wichtig. Geschichte ist wichtig. Wenn Jesus kein Jude war, sondern Palästinenser, dann dient das als politisches Mittel, weil es die Legitimität der jüdischen Verbindung zum Heiligen Land in Frage stellt, während es unterstellt, dass die Palästinenser dort antike Wurzeln haben.

Weit davon entfernt eine unschuldige Behauptung zu sein, dient die Aussage Jesus WAR Palästinenser dazu; jüdische Geschichte für nichtig zu erklären. Das ist besonders für politische Aktivisten und Politiker nützlich, die die Verbindung des jüdischen Volks zum Land Israel zu aushöhlen wollen.

Genau das brach 2013 aus, als eine von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas veröffentlichte Weihnachtsbotschaft auf Jesus als „palästinensischen“ Botschafter der Hoffnung zu sprechen kam. Die Behauptung wurde 2019 wieder bekannt, als im Abstand von ein paar Monaten sowohl die Kongressabgeordnete Ilhan Omar also auch die Aktivistin Linda Sarsour behaupteten, Jesus sei Palästinenser gewesen.

Im April teilte die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar einen Tweet, in dem es hieß: „Wissen sie [die amerikanischen Christen] nicht, dass auch wir Christen sind? Betrachten sie uns überhaupt als Menschen? Wissen sie nicht, dass Jesus Palästinenser war?“

Am folgenden Tag zog ein von Eric Copage, einem ehemaligen Redakteur des New York Times Magazine und Reporter der NYT, in einem Op-Ed in der New York Times in Zweifel, ob Jesus weiß war, wie er allgemein dargestellt wird. In Copages mehr als 600 Worten fand er es nicht für nötig die grundlegende Wahrheit anzuerkennen, dass Jesus Jude war. Er hatte jedoch Platz dafür Jesus als Palästinenser zu bezeichnen.

Lassen Sie uns das klarstellen: Der Autor fragt, wie Jesus aussah, dann bezeichnet er ihn als Palästinenser und lässt die Tatsache komplett weg, dass Jesus Jude war?
Offenbar geht dieses Gelaber bei der New York Times als legitime Qualitätsmeinung durch.

Ein paar Monate später schloss Linda Sarsour sich Omar und Copage an. In einem Twitter-Austausch versicherte Sarsour: „Jesus war Palästinenser aus Nazareth“, behauptete, er wurde „im Koran als mit braun-kupferner Haut mit wolligem Haar beschrieben“.

Bischof Talbert Swan:
Wenn also jemand sagt, Hitler oder Mussolini waren weiß, würden sie ihm gegenüber argumentieren „Hitler war deutsch und Mussolini war Italiener?“
Es gab im Nahen Osten keinen solchen Ort, an dem Christus lebte; das ist ein Wort aus den 1850 Jahren.
Was zur Hölle hat Geografie mit ihrem Schwarz sein zu tun?

Als zahlreiche Menschen sie darauf hinwiesen, dass Jesus Jude war, legte Sarsour mit ihrer Antwort nach: „Palästinenser ist eine Nationalität, keine Religion. Ihr Punkt wird nicht bestritten. Juden lebten mit Palästinensern in friedlicher Koexistenz, bevor es einen Staat Israel gab.“

Kapiert. Konnte also Jesus sowohl Jude als auch Palästinenser sein?

Das ist ein zentraler Punkt ist für das Argument „Jesus war Palästinenser“. Diejenigen, die behaupten Jesus sei Palästinenser, geben im Allgemeinen zu, dass Jesus Jude war oder zumindest versuchen sie nicht das zu bestreiten. Stattdessen versuchen sie zu behaupten, weil Nationalität und Religion nichts miteinander zu tun haben, gebe es keine Notwendigkeit von der Äußerung beleidigt zu sein, dass Jesus palästinensischer Nationalität war.

Ganz abgesehen von der Tatsache, dass über Jahrhunderte vor der Gründung Israels im Land lebende Juden und Araber nicht einfach in „friedlicher Koexistenz“ lebten, ist der Hinweis, dass ein Mensch sich vor 2.000 Jahren als Palästinenser sowie als Jude identifiziert haben könnte, schlicht und einfach falsch.

Angesichts solcher Attacken sind Juden rund um die Welt schnell dabei gewesen, gegen diejenigen, die behaupten, Jesus sei Palästinenser gewesen, Stellung zu beziehen. Nach der Veröffentlichung von Copages Text twitterte Jeremy Burton, der verantwortlicher Direktor des Jewish Community Relations Council von Boston seine Antwort: „Wichtig darauf hinzuweisen: Nein, Jesus identifizierte sich nicht als Palästinenser. Er war ein judäischer Jude und der Begriff Palästina war der des römischen Besatzers.“

Als er über Sarsours Tweets schrieb, beschrieb Seth Frantzman von der Jerusalem Post die Behauptung als „einen modernen Versuch von Ersetzungstheologie: um die historischen jüdischen Verbindungen zum Land vor 2.000 Jahren zu ersetzen, eine eingebildete Geschichte der Palästinenser anstatt der der Juden nachzubauen“.

Die Tatsache, dass Orte, an die Jesus Berichten nach gereist ist und wohnte, u.a. Bethlehem und Nazareth, heute palästinensische oder arabische Städte sind, wird nicht bestritten. Aber auch die Tatsache wird nicht bestritten, dass diese Orte jüdisch waren, als Jesus lebte.

Seth Franzmann schrieb: „Es gibt keinen Grund Jesus als Palästinenser neu zu verpacken. Er kann eine historische Person aus Bethlehem oder Nazareth sein, ohne dass er ‚Palästinenser‘ ist. Sarsours Versuch den Koran als Referenz zu verwenden ist interessant, weil sie keine anderen Aspekte erwähnt, wie Jesus in islamischer Theologie beschrieben wird. Er wird z.B. als Botschafter für die ‚Kinder Israels‘ und Anhänger der Gesetze Moses betrachtet. Er wird mit der Abstammungslinie von Abraham, Isaak, Jakob und den Stämmen Israels verbunden, ebenso mit den Königen David und Salomo.“

Nein, Jesus war auch kein Philister…

Eine Variation dieser Behauptung, dass Jesus tatsächlich Philister war, dient auch eine Klammer antiisraelischer Propaganda, darunter der rundweg widerlegte Gedanke, dass Palästinenser eigentlich Kanaaniter sind.

Die Vorstellung, dass Palästinenser Philister sind, ist genauso falsch.

Anders als moderne Juden und Palästinenser waren die Philister ein antikes, nicht semitisches Seefahrer-Volk, dessen Art des Gottesdienstes keine Verbindung zu den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam hatte.

Mit anderen Worten: Die Ethnie, Kultur und Religion der Philister unterscheiden sich allesamt völlig von denen der modernen Palästinenser.

Die Verbindung der Philister zu den Israeliten begann, als erstere etwa 1000 v.Chr. in einen Teil des Königreichs Israel eindrangen und besetzten, aber später von Israels antikem König David besiegt wurden.

Etwa im siebten Jahrhundert v.Chr. wurden die Philister vom Königreich Babylon erobert und in der Folge als eigenständige Kultur ausgelöscht.

Mit anderen Worten: Abgesehen davon, dass sie kulturell, ethnisch und religiös keine Verbindung zu Juden oder Palästinensern hatten, gab es die Philister nicht mehr.

Wie auch immer man das betrachtet, lautet die Wahrheit zweifelsohne: Jesus war Jude.