Die jüdische Verbindung zum Land Israel

Verfasst 9. August 2019 von spotplenni
Kategorien: Geschichte, Israel

Dov Lipman, HonestReporting, 30. Juli 2019

Auf die spätbyzantinische Zeit datiertes antikes Medaillon; abgebildet sind u.a. ein Schofar und eine Thora-Rolle. (Foto: Flash90)

Die jüdische Verbindung zum Land Israel begann nicht erst nach dem Holocaust oder mit dem Zionismus des späten 19. Jahrhunderts.

Das jüdische Volk hat seit 3.000 Jahren im Land Israel gelebt. Wer für diese Wahrheit die Bibel als Quelle nicht anerkennen will, für den hat die Archäologie die Tatsache bewiesen.

Und während die meisten des jüdischen Volks von den Römern erbarmungslos ins Exil getrieben wurden, haben die Juden seit 2.000 Jahren an den heiligsten Momenten des jüdischen Kalenders – am Versöhnungstag und an Pessah – „nächstes Jahr in Jerusalem“ gesagt, das Gebet darum wieder mit den Juden vereint zu sein, die in Israel geblieben waren.

Wo immer in der Welt Juden waren, sie wandten sich dreimal am Tag Jerusalem zu, wenn die Zeit für das Gebet war.

Und während des gesamten Exils setzten sich Juden oft großen Gefahren aus, um ins Land Israel zurückzukehren.

Die Geschichten

Das jüdische Volk baute sein Leben nach der römischen Vertreibun gin Babylon (dem modernen Irak) wieder auf und gedieh dort. Aber trotzdem berichten der Jerusalemer Talmud und der Babylonische Talmud, dass von 200 bis 500 n.Chr. große Anzahlen der führenden Rabbiner ihr bequemes und sicheres Leben aufgaben und sich entschieden nach Israel zu ziehen, das voller Chaos und Unsicherheit war.

  • 1211 immigrierte eine Gruppe von 300 Rabbinern aus Frankreich und England nach Israel. Sie zogen mit absolut keine finanziellen Unterstützung und ohne Aussicht darauf ihren Lebensunterhalt zu verdienen ins Heilige Land. Die meisten wurden von den Kreuzrittern ermordet, die dort nur acht Jahre später ankamen. Den wenigen Überlebenden wurde erlaubt in der Stadt Akko zu leben. Die Mameluken eroberten Akko 1291 und töteten die gesamte jüdische Bevölkerung, einschließlich der Frauen und Kinder, wobei viele abgeschlachtet wurden, als sie in der Synagoge waren.
  • Rabbi Ovadiah von Bartenura, einer der führenden rabbinischen Weise im Italien des 15. Jahrhunderts, unternahm einen herkulianischen Verusch in einer Zeit nach Israel zu ziehen, als viele die Reise von Italien und Sizilien versuchten und im Mittelmeer ertranken. Er brauchte drei anstrengende Jahre mit vielen Rückschlägen unterwegs, aber 1488 kam Rabbi Ovadiah im Land Israel an und machte es zu seinem Zuhause.

  • Rabbi >Menachem Mendel aus Witebsk war ein Jünger des berühmten Rabbi von Mezhrich, der die der Hauptschüler des Baal Shem Tov war, des Gründers der chassidischen Bewegung. 1777 verließ er Galatz in Rumänien mit ein paar hundert anderen, alle in kleinen Booten. Zuerst segelten sie nach Konstantinopel und dann nach Akko ins Land Israel. Für die relativ kurze Distanz im Mittelmeer brauchten sie vier Monate und der Konvoi durchlitt auf der Reise furchtbare Härten durch, darunter Piraten, die Passagiere ermordeten oder sie in die Sklaverei verkauften. Die Gruppe stand nach der Ankunft in Israel vor großen Herausforderungen und Rabbi Menachem Mendel musste Emissäre nach Russland entsenden, um Gelder für ihren Unterhalt zu sammeln.

Jüngere Beispiele

Und selbst als der Staat Israel gegründet wurde und sogar schon gegründet war, gingen Juden durch große Schwierigkeiten, um es ins Heilige Land zu schaffen. Nur ein paar Beispiele:

  • Mitte 1947 schlossen sich Mosche Frumin (6), Yaakov Schwartz (5), die einjährige Margalit Fried-Weinberg und die achtmonatige Yaffa Levy fünfzig anderen an, die Österreich zu Fuß über die Alpen verließen, über die italienische Grenze gingen, damit ein wartendes Schiff sie in den Hafen von Haifa im Land Israel bringt. Schwartz erinnert sich: „Die meiste Zeit über trug mein Vater mich auf seinen Schultern.“ Frumin hatte keinen Vater und ging mit seiner Mutter und Großmutter. Levys Mutter erzählte ihr, wie sie den Mund der klienen Yaffa zuhalten musste, damit ihr Weine nicht gehört und die Gruppe entdeckt wurde. Sie verließen das Lager für Vertriebene in Saalfelden gegen zehn Uhr abends, reiste in versiegelten LKWs in dem Versuch der Entdeckung durch die Behörden zu entgehen und waren auf dem Weg nach Krimml, wo sie gegen zwei Uhr morgens ankamen. Dort stiegen sie aus den LKWs und liefen einen weiteren Tag lang durch die tückischen Berge zum Krimml-Pass.Fast jede Nacht von April bis Oktober 1947 verließen ein paar Dutzend LKW das Lager und schickten Juden auf den Weg. Insgesamt machten rund 5.000 Juden diesen Treck.
  • Gegen Mitternacht am 10. Januar 1961 fuhr das Schiff Egoz vom Hafen Al-Hoceima in Marokko mit 44 Juden an Bord ab, die Hälfte davon Kinder. Das war die zwölfte Reise des Schiffs, nachdem es 334 Juden aus Marokko nach Gibraltar und dann nach Israel brachte. Um 3 Uhr morgens sank das Schiff und alle Passagiere an Bord kamen ums Leben.

Das Jerusalemer Denkmal für die äthiopischen Juden, die beim Versuch Israel zu erreichen starben.

  • Daniel Sahalo war Mitte der 1980-er Jahre fünf Jahre alt, als er und seine Eltern ihr Haus im nördlichen Äthiopien mitten in der Nacht verließen. Sie ließen bis zum Morgengrauen, um die Grenze des Sudan zu erreichen und marschierten dann neun Wochen durch die Wüsten des Sudan. „Ich hörte, wie Menschen davon redeten nach Jerusalem zu gehen“, erinnert er sich. Auf dem Weg starb seine Schwester an Malaria. „Wir begruben sie und gingen weiter.“ Zwölftausend Menschen machten diesen Treck und etwa viertausend Menschen starben auf dem Weg in den Sudan. Nach mehr als zwei Monaten Wanderung errichte die Familie ein Flüchtlingslager, in dem sie neun Monate lang lbten. Daniel war dort derart unterernährt, dass ein Bauch anschwoll. Dann wurden sie nach Brüssel und anschließend nach Israel geflogen. Rund achttausend äthiopische Juden überlebten diesen Marsch, das Warten und den Flug.

Warum das Risiko eingehen?

Diese Geschichten werfen eine Menge Fragen auf.

  • Warum waren jüdische Familien bereit die Gefahren durch Räuber, Wüsten und Berge einzugehen, um Israel zu erreichen?
  • Warum sollte ein Rabbiner seine Schüler in kleinen Booten wegbringen und sie Piraten aussetzen, um nach Israel zu ziehen?
  • Warum sollte einer der größten Gelehrten seiner Zeit drei Jahre seines Lebens auf den Versuch verschwenden ins Land Israel zu kommen?
  • Warum verließen diese Rabbiner in Babylonien und Europa ihre Gemeinden für ein Lben ohne Lebensunterhalt und mit nur begrenzter Sicherheit in Israel?

Die Antwort auf diese Fragen wurde von Israels erstem PremierministerPremierminister David Ben-Gurion 1936 aufgegriffen, 12 Jahre bevor der Staat Israel gegründet wurde. Damals wurde das Land Palästina genannt – aufgrund eines griechischen Namens, den die Römer verwendeten, um die gesamte Gegend Israels zu beschreiben, nachdem sie den Tempel zerstörten und die Juden ins Exil trieben – und alle Einwohner des Landes, einschließlich der Juden, wurden als „Palästinenser“ bezeichnet. Araber wurden zunehmend gewalttätig und die Briten setzten die Peel-Kommission ein, um die Gewalt zu untersuchen und besser die arabisch-jüdischen Spannungen zu verstehen. Ben-Gurion, ein säkularer Jude, sagte vor dem Komitee aus und erklärte:

Unser Recht auf das Land Israel ist nicht von der britischen Regierung noch der Balfour-Erklärung gegeben; es ist viel älter. Die Bibel ist unser Mandat auf das Land.

Analysiert man den israelisch-arabischen Konflikt und versucht ihn zu verstehen, kann man diese Dimension nicht ignorieren. Die Bibel steckt voller hunderter Bezüge zu Israel und Jerusalem – einschließlich Beschreibungen seiner geografischen Grenzen – als Orte, die Gott dem jüdischen Volk gegeben hat. Und selbst wenn andere das nicht glauben, die jüdischen Menschen tun es. Das ist der Grund dafür, dass sie seit Tausenden von Jahren beteten und sich danach sehnten in dieses Land zurückzukehren und das ist der Grund, dass sie ihr Leben riskierten und verloren, um nach Israel zurückzukehren.

Dr. Qanta Ahmed

Das steht in starkem Widerspruch zu jedem Anspruch des muslimischen Glaubens an Israel. In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt. Der Koran erwähnt Jerusalem nicht ein einziges Mal.

Die Ärztin Qanta Ahmed, Lehrbeauftragte für Medizin an der State University von New York und Honorarprofessorin an der Glasgow Caledonian University School of Public Health, schreibt:

Aber als gläubig Muslima, die den Islam befolgt, bin ich vom Koran veranlasst Israels Alleinanspruch auf das Heilige Land zu bekräftigen; der Koran sagt das.

Das 80.000 Wörter lange Dokument, das 1,6 Millionen Muslime als von Gott offenbarte Wort akzeptieren, der Koran, ist kategorisch, was das Schicksal Israels und das Volk angeht, das sein Eigentumsrecht daran beanspruchen kann…

Der Koran erwähnt nirgendwo den Anspruch der Muslime auf das Heilige Land. Stattdessen offenbart Gott im Koran, dass das Heilige Land für die Anhänger des Mose vorgesehen ist… das Verheißene Land ist gemäß dem Koran das ihre.

Das ist der Grund, dass es keinerlei Beweise dafür gibt, dass Muslime ihr Leben riskierten, um in Israel zu leben. Oder dass der Koran nirgendwo das Land Israel als Fokus ihrer Religion vorstellt. Wenn Muslim in Israel beten – und sogar in Jerusalem – dann richten sie sich nach Mekka aus, das in ihrem Glauben der heiligste Ort. Auf dem Tempelberg legen sie ihr Gesicht auf den Boden, kehren der Stelle des Tempels die Rückseite zu.

Natürlich müssen Lösungen für die Palästinenser gefunden werden, die auch ihren eigenen Staat innerhalb der Grenzen Israels anstreben. Aber wenn sie den Konflikt im Heiligen Land ansprechen, kann der Gesichtspunkt der vier Jahrtausende jüdischer physischer und spiritueller Verbindung zum Land Israel nicht ignoriert werden, sondern muss an der Spitze der Diskussion und Überlegungen stehen, wenn man versucht den Konflikt zu lösen.

 

Bilder: Ahmed via YouTube/Kurdistan24 Englisch; Denkmal CC durch Wikimedia Commons

Die Landbrücke des Iran: Eine Bedrohung für Israel und den Nahen Osten?

Verfasst 4. August 2019 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Iran, Israel, Nahost-Konflikt

Tyler Kotler, HonestReporting, 1. August 2019 (Übersetzung: Roland M. Horn)

Die Verweise des Iran und der Hisbollah auf die Zerstörung Israels sind nichts Neues. Am 12. Juli 2019 behauptete Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah in einem Interview mit dem Fernsehsender Al-Manar: „Im Falle einer Konfrontation wäre Israel am Rand des Untergangs und das weiß es.“ Er achtete darauf festzustellen, dass die Raketen der Hisbollah jetzt jedes Ziel in Israel treffen können.

Hinter den Kulissen heizt der Iran diese Bedrohung an, indem er langsam eine Landbrücke zusammenstellt, die ihm den Straßenzugang durch benachbarte Gebiete von Teheran bis zum Mittelmeer ermöglicht.

Die drei Hauptstraßen führen durch den Irak und Syrien und enden an der syrischen Küste, im Südlibanon und sogar an der israelischen Grenze. Die Landbrücke des Iran ist eine Verbindung zum Transport von Menschen, Ressourcen und Waffen an von Iran unterstützte Milizen in der gesamten Region. Dies stellt die Sicherheit Israels vor große Herausforderungen, und der Iran sieht darin den nächsten entscheidenden Schritt auf seinem Weg zur Dominanz im Nahen Osten.

Der Iran dehnt seine Aktivitäten aus

Nach der Islamischen Revolution im Iran Jahr 1979 gründete der Oberste Führer Ayatollah Khomenei das Islamic Revolutionary Guards Corps (IRGC – Korps der Iranischen Revolutionsgarden), um die Revolution und das neue schiitische theokratische System zu schützen. Als die IRGC wuchsen, bildeten sie eine Luftwaffe, eine Landmiliz, eine Marine und die Basij, eine interne Sicherheitsgruppe, um Regimekritiker zu unterdrücken und die staatliche Kontrolle über die Gesellschaft sicherzustellen.

Noch wichtiger ist, dass sie das Korps der Islamischen Revolutionsgarden – Quds Force (IRGC-QF) –  gründete, eine paramilitärische Organisation, die das Ziel des Iran, die Revolution in den Nahen Osten zu exportieren, erfüllen soll.

Das IRGC-QF knüpfte Verbindungen zu hauptsächlich schiitischen und nichtstaatlichen Akteuren, doch einige, darunter die Hamas, die Taliban in Afghanistan und der palästinensische Islamische Dschihad, waren Sunniten.

Die erste dieser ausländischen Verbindungen war eine Terroristengruppe, die in der westlichen Welt für ihren wachsenden Einfluss auf die libanesische Regierung und die Bedrohung Israels bekannt ist: die Hisbollah. 1980 sandte der Iran militärische Beratungstruppen in den Libanon, um die Entwicklung des militärischen Flügels der Hisbollah zu unterstützen. Diese Kräfte wurden zum Kern des IRGC-QF.

Heute ist die Hisbollah der wichtigste militärische Verbündete des Iran und das Ziel vieler Truppen und Gegenstände, die auf den iranischen Landbrückenrouten unterwegs sind. Das US-Verteidigungsministerium schätzt, dass der Iran der Hisbollah jährlich Hilfe in Höhe von 100 bis 200 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellt.

Um den Libanon jedoch auf dem Landweg zu erreichen, musste die IRGC pro-iranische Unterstützung im benachbarten Irak und in Syrien gewinnen.

Diese Vision wurde 2003 Wirklichkeit, als die USA in den Irak einmarschierten und den sunnitischen Führer Saddam Hussein stürzten. Dies verschärfte sich durch den Abzug der US-Truppen im Jahr 2011 und ließ im Irak ein Machtvakuum entstehen, in dem der Iran seinen Einfluss geltend machen und zur Umsetzung einer von Schiiten dominierten Regierung beitragen konnte.

Das letzte Puzzleteil fiel mit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs zusammen. Der Iran ergriff die Gelegenheit, um die Regierung von Präsident Baschar al-Assad im Kampf gegen die Rebellen zu unterstützen und dem Iran ein wichtiges Standbein in Syrien zu verschaffen.

Seit Kriegsbeginn hat der Iran Tausende von Truppen und Tonnen von militärischer Ausrüstung nach Syrien transportiert und damit die Regierung von Assad und andere schiitische Gruppierungen in der Region gestützt. Derzeit unterhält der Iran schätzungsweise 15.000 schiitische ausländische Kämpfer in Syrien (die Hisbollah nicht mit einbezogen).

Die iranische Führung hat die geopolitische Bedeutung Syriens in ihrer umfassenderen regionalen Strategie anerkannt.

Bereits 2012 erklärte der iranische Präsident Ali Akbar Hashemi Rafsanjani einem irakischen Beamten: „Syrien darf sich nicht so entwickeln, dass Ihre und unsere Wege verschlossen sind. Wir müssen Syrien besitzen. Wenn der Draht vom Libanon bis hierher unterbrochen wird, werden schlimme Ereignisse eintreten.“ Ein Jahr später erklärte der Leiter einer iranischen Denkfabrik: „Syrien ist die fünfunddreißigste Provinz und eine strategische Provinz für uns. Wenn wir Syrien verlieren, können wir Teheran nicht behalten.“

Diese angriffslustigen Äußerungen enthüllen die aggressive regionale Strategie des Iran, mit der er mit aller Kraft gegen die Führung einer antiwestlichen Koalition staatlicher und nichtstaatlicher Akteure im Nahen Osten kämpft. Die iranische Führung nennt dieses Bündnisnetzwerk die Achse des Widerstands.

Die Festigung dieser Beziehungen war von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit des Iran, eine Landroute von Teheran zum Mittelmeer herzustellen.

Was der Landbrücke vorausging

Trotz der sich entwickelnden Widerstandsachse war die Landbrücke des Iran bis 2017 nicht überzeugend, da die USA, die Kurden, ISIS und andere Gruppen in der Region Widerstand leisteten.

Zuvor war der Iran stark auf Luft- und Seewege nach Syrien und zur Hisbollah im Libanon angewiesen.

Der Iran begann zunächst, Öl und Waffen auf dem Seeweg in diese Gebiete zu transportieren. Die iranischen Schiffe waren jedoch einer pro-westlichen Einmischung im Mittelmeer und Roten Meer ausgesetzt. Beispielsweise hat die US-Marine 2009 die MV Monchegorsk abgefangen, ein iranisches Schiff, das 2.000 Tonnen Sprengstoff vom Iran Richtung Syrien transportierte.

Die Möglichkeiten des Iran wurden 2012 erweitert, als die irakische Regierung ihren Luftraum für Flüge vom Iran nach Syrien öffnete. Dies wurde die Luftbrücke des Iran nach Syrien. Verglichen mit dem Meer war es eine einfachere Verbindung, um Truppen und fortgeschrittliche Waffen an die Hisbollah und syrische Vertreter zu schicken, was zur Ausweitung des iranischen Einflusses beitrug. Seit 2016 wurden fast 1.500 Flüge zwischen Teheran und Damaskus durchgeführt.

Obwohl Teheran sowohl See- als auch Luftwege nach Syrien hat, ist es auf eine andere Problem gestoßen: Die Flugzeuge, die größtenteils aus der Sowjetzeit stammen, sind in die Jahre gekommen. Die Sanktionen der USA haben es dem Iran unmöglich gemacht, neue Flugzeuge von Boeing und Airbus, den beiden größten Herstellern der Welt, sowie von anderen kleineren westlichen Entwicklern zu kaufen.

Mit zwei nicht nachhaltigen Optionen hat Teheran seinen Kurs in Richtung der dritten Wahl geändert. Es hat den Weg für seine Landbrücke geebnet, eine Realität, die in den letzten Jahren vollständig verwirklicht wurde.

Irans Landbrücke nimmt Gestalt an

Albu Kamal

Im November 2017 übernahmen Assads Streitkräfte und schiitische Milizen, die vom IRGC-QF unterstützt wurden, die Stadt Albu Kamal an der Grenze zum Irak von islamischen Staatstruppen. Auf der anderen Seite der Grenze hatten iranische Vertreter bereits die Kontrolle über die irakische Stadt al-Qaim. Dies war ein entscheidender Wendepunkt in den Bestrebungen Irans nach einer Landbrücke, an dem die pro-iranischen Streitkräfte die volle Kontrolle über einen wichtigen Kontrollpunkt zwischen dem Irak und Syrien erlangten.

Der Grenzübergang Albu Kamal sicherte die zentrale iranische Route nach Syrien, ein Straßennetz, das vom Iran nach Bagdad führt und dem Euphrat nach Westen bis nach al-Qaim folgt, bevor es nach Syrien geht.

Zu diesem Zeitpunkt schufen einige mutmaßliche Iraner bereits eine Nordroute zur syrischen Mittelmeerküste. Die Route führt vom Iran in den Zentralirak und verläuft nordwestlich durch die Großstadt Sinjar, bevor sie über den Grenzübergang Rabia im nördlichsten Teil des Landes nach Syrien führt.

Die Besorgnis wegen dieser Landbrücke nahm zu, nachdem die irakische Milizeneinheit Popular Mobilization Forces (PMF), eine staatlich geförderte Milizeinheit, die vom Iran unterstützt wird, im Oktober 2016 den Flughafen Tal Afar , einen wichtigen Punkt zwischen den Städten Mosul und Sinjar, eroberte.

Nach der Einnahme von Tal Afar informierten einige Nachrichten über eine mögliche Landbrücke vom Iran nach Syrien und zum Mittelmeer. Es dauerte jedoch bis zur Eroberung von Albu Kamal im Jahr 2017, bis sich Journalisten, Regierungsbeamte und politische Experten endlich begriffen, was los war.

Als Ergbnis brachen AP und Reuters Artikel über eine Landbrücke für schiitische Milizen. Darüber hinaus hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im März 2018 in einer Rede in Washington die Bedrohung erkannt. Er äußerte ernste Bedenken und erklärte, dass die Landbrücke eine Route von Teheran nach Tartus am Mittelmeer errichten würde, die es dem Iran ermögliche, „Israel aus größerer Nähe anzugreifen“.

Eine mögliche dritte Route ist auch im Süden entstanden, die von Bagdad bis zum Grenzübergang in Südost-Syrien in der Nähe der Militärbasis al-Tanf, dann über Damaskus und in den Libanon führt.

Da es eine US-Militärbasis entlang der Südroute und US- und kurdische Streitkräfte im Norden gibt, scheint die Mittelroute durch Albu Kamal für den Iran die sicherste zu sein. Wenn die USA jedoch mehr Truppen aus Syrien abziehen, werden die beiden anderen Wege möglicherweise brauchbarer.

Die Landbrücke des Iran nach Syrien und in den Libanon ist von entscheidender Bedeutung für den Transport von Waffen und Personal zu Vertretern in der gesamten Region, insbesondere zur Hisbollah. Infolgedessen hilft es dem Iran, in Syrien, im Libanon und im Mittelmeerraum Fuß zu fassen.

Die Bedrohung für Israel

Für Israel bedeutet eine vollständige iranische Landbrücke eine Straßenanbindung an die nördlichen Grenzen des Landes.

Ali Khamenei, Oberster Führer des Iran

Angesichts der Tatsache, dass der Oberste iranische Führer Khamenei Israel als „Krebsgeschwür“ bezeichnet hat, das von der Landkarte gewischt werden sollte und in 25 Jahren nicht mehr existieren würde, gibt die regionale Präsenz des Iran Anlass zu großer Sorge.

Im Jahr 2018 schrieb Khatt-e Hezbollah, ein Pro-Khamenei-Newsletter, dass iranische Streitkräfte „einen Landkorridor des Widerstands zwischen Teheran, dem Irak, Syrien und dem Libanon wieder eröffnet haben und jetzt die notwendige Infrastruktur im Golan bereitgestellt haben, um die Oberhand des Widerstands gegen die Zionisten zu schaffen.“

Die Quds Force der IRGC finanziert bereits den Palästinensischen Islamischen Dschihad und versorgt die Hamas im Gazastreifen mit Waffen und anderen  Unterstützungsmaßnahmen. Darüber hinaus verschlimmert eine Landbrücke zur Hisbollah und zu anderen syrischen Vertretern die Bedrohung Israels nur weiter. Dieser erleichterte Zutritt wird es dem Iran ermöglichen, mehr lokale Stützpunkte und Lager zu errichten, die Hisbollah und andere Stellvertreter auszubilden und letztendlich Israel vom Norden aus herauszufordern.

Es wird geschätzt, dass die Hisbollah über rund 100.000 Raketen und Flugkörper verfügt, eine bedrohliche Menge, die Israels Raketenabwehrsystem Iron Dome im Falle eines groß angelegten Angriffs ernsthaft auf die Probe stellen oder sogar überwältigen könnte.

Die israelische Führung hat diese unmittelbare Bedrohung erkannt. Die IDF hat Hunderte von Angriffen auf iranische Ziele in Syrien gestartet und wiederholt erklärt, dass sie dem Iran nicht erlauben wird, eine ständige militärische Präsenz im Land aufzubauen.

Die Landbrücke des Iran ist jetzt ein Kanal, um seine außenpolitischen Ziele voranzutreiben und sie zu unterbrechen, wird sicherlich ein Schlüsselelement sein, um seinem Einfluss in der Region entgegenzuwirken. Es ist jedoch wichtig, das Gesamtbild zu beurteilen. David Adesnik, Forschungsdirektor der Foundation for Defence of Democracies (FDD), und Behnam Ben Taleblu, Senior Fellow der FDD mit Schwerpunkt auf iranischer Sicherheit, erklären:

Das größte Kapital des Iran in der Levante und im Irak sind seine Beziehungen zu den anderen Mitgliedern der Widerstandsachse. Die Landbrücke hilft, diese Beziehungen einsatzfähig zu machen. Es ist ein unterstützendes Element und nicht das Kernstück der iranischen Strategie. Die USA können es sich daher nicht leisten, sich kurzsichtig auf die Landbrücke zu konzentrieren. Der Fehler der Regierung wurde jedoch bislang nicht ausreichend beachtet.

Während die Landbrücke des Iran voranschreitet, ist es an der Zeit, dass sich die USA und andere Verbündete Israels stärker auf den Iran konzentrieren. Durch asymmetrische Ansätze wie Beziehungen zu Terroristengruppen und anderen Vertretern hat der Iran langsam seine militärische und politische Hebelwirkung im Nahen Osten ausgebaut, was einen zukünftigen Konflikt mit Israel fast unvermeidlich erscheinen lässt. Während die Aufmerksamkeit die nukleare Entwicklung des Iran nicht beeinträchtigen sollte, muss die internationale Gemeinschaft mehr Gewicht darauf legen, die Landbrücke des Iran zu unterbrechen und letztendlich das Ziel der Zerstörung des Staates Israel zu verhindern.

Bild von Albu Kamal CC BY-SA Wikimedia Commons

Die Kibbuz-Bewegung: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Verfasst 2. August 2019 von spotplenni
Kategorien: Geschichte, Israel

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Margo Dickstein, HonestReporting, 22. Juli 2019

Die Kibbuz-Bewegung ist eine der Säulen des Staates Israel. Sie ist eine einzigartige israelische Institution, die von vielen geliebt wird. Was aber sind die Ursprünge des Kibbuz und hat er eine Zukunft im modernen Staat Israel?

Die Ursprünge der Kibbuz-Bewegung

Juden, die zur Jahrhundertwende das osmanische Palästina aus Osteuropa kommend erreichten, waren von revolutionären sozialistischen Idealen ihrer Heimatländer beeinflusst. Sie lehnten frühere jüdische Siedlungen ab, die arabische Arbeitskräfte nutzten; sie strebten eine „Eroberung der Arbeit“ an, in dem Glauben, dass nur jüdische Arbeitskraft dazu führen würde, dass das Land erlöst und ein jüdischer Staat gegründet wird.

Während diese frühen Pioniere das Land selbst bearbeiten wollten, konnten sie nicht mit erfahrenen arabischen Arbeitern konkurrieren, die für weniger Geld arbeiteten. Um den Bedürfnissen der neuen Pioniere gerecht zu werden, richtete das zionistische Siedlungsbüro Landwirtschaftsschulen ein.

Eine Gruppe aus der Schule wurde zur Arbeit auf dem Land in der Nähe des Sees Genezareth geschickt, das damals Um Juni genannt wurde. Sie verließen es aber nach weniger als einem Jahr. Eine neue Gruppe Pioniere, die erfolgreich Land bei Hadera bestellten, wurde nach Um Juni geschickt, in der Hoffnung auf ähnlichen Erfolg. Sie sahen sich vielen Herausforderungen ausgesetzt, darunter verfallender Infrastruktur, die die vorherige Gruppe hinterlassen hatte, sowie Angriffen seitens der lokalen Araber.

Diese Gruppe Pioniere war die erste, die an einem Ort blieb und nicht in eine andere Siedlung zog, wie andere sozialistische Juden es zu der Zeit taten. Sie beschlossen die Siedlung Degania zu nennen, nach dem Wort dagan, Hebräisch für die Getreide, die sie anbauten und nach degania, den Kornblumen, die in der Gegend wuchsen. Der Kibbuz Degania wurde 1910 der erste Kibbuz in Israel.

Das Leben in Degania und anderen frühen Kibbuzim im Allgemeinen, war schwierig. Das Land war schwer zu bearbeiten und zu kultivieren, zudem hatten die meisten aus Europa kommenden Neueinwanderer wenig bis keine Erfahrung in der Landwirtschaft. Araber, die nahe neuen jüdischen Siedlungen lebten, verübelten ihnen ihre Anwesenheit weitgehend und Plünderungen waren üblich. Deswegen schufen die frühen jüdischen Siedler die Hashomer-Verteidigungskräfte.

Kibbuzim dienten als Zentren zur Eingliederung von neuen Immigranten und stellten der Haganah während der Mandatszeit Verteidigungskämpfer.

Ein Mitglied des Kibbuz Degania-B pflügt 1945 ein Feld.

Veränderungen

Ursprünglich waren Kibbuzim fast gänzlich landwirtschaftlich und vollständig sozialistisch. Familien lebten in bescheidenen, gleichen Häusern und alle Mahlzeiten wurden gemeinsam im Speisesaal eingenommen. In einigen Kibbuzim schliefen Kinder nachts in einem Kinderhaus statt bei ihren Eltern. Alles verdiente Einkommen ging an den Kibbuz und wurde dann gemeinschaftlich und gleichmäßig verteilt. Es gab keine Verbindung zwischen individuellen Beiträgen für die Gemeinschaft und Einkommen.

In den 1960-er Jahren lebten nur vier Prozent der Israelis in Kibbuzim, aber Mitglieder der Kibbuz-Bewegung stellten 15% der Knesset-Abgeordneten.

Aber in den 1980-er Jahren sah sich Israel einer Wirtschaftskrise gegenüber und die Kibbuzim waren besonders davon betroffen. Infolge steigender Schulden, Inflation und Menschen, die in die Städte zogen, beschloss die Kibbuz-Bewegung, dass die Beibehaltung eines kompletten sozialistischen Rahmens unmöglich sein würde. Die meisten bewegten sich in Richtung Teil-Privatisierung.

2015 kamen nur zwei Mitglieder der Knesset aus einem Kibbuz. Die Schwächung der politischen Macht der Kibbuzim korrelierte mit einer Schwächung der Arbeits-Zionismus-Bewegung als Ganzem.

Kühe in einem Kibbuz.

Der Kubbuz heute

Die heutigen Kibbuzim folgen einem von drei Wirtschaftsmodellen:

  • Der Gemeinschaftskibbuz: Die Aufteilung des Einkommens erfolgt gemeinschaftlich und zu gleichen Teilen, unabhängig vom individuellen Beitrag zur Gemeinschaft.
  • Der integrierte Kibbuz: Das individuelle Einkommen eines Mitglieds gründet auf einer anfänglichen, gleichen Summe, die von jedem Kibbuz-Mitglied geleistet wird, einer zusätzlichen Summe, die darauf basiert, wie lange sie im Kibbuz gelebt haben und einer weiteren Summe auf Grundlage des Gehalts/Beitrags zum Kibbuz.
  • Der erneuerte Kibbuz: Die Aufteilung des Einkommens ist unterschiedlich. Je mehr jemand verdient, desto mehr erhält er. Es wird jedoch ein gewisser Prozentsatz vom Gehalt eines jeden Kibbuz-Mitglieds abgezogen, um Gemeinschaftsausgaben und Einkommen von Mitgliedern, deren Verdienst unter das vom Kibbuz festgesetzte Mindestgehalt fällt, abzudecken.

Die überwiegende Mehrheit der heutigen Kibbuzim, fast 190, entschieden sich „erneuerte Kibbuzim“ zu werden; sie betrachten sich selbst als „Reformer“ und passten die Kibbuz-Methoden an die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen des 21. Jahrhunderts an. Etwa 60 Kibbuzim operieren mit der Gemeinschafts-Methode, 20 sind integriert.

Alle Kibbuzim funktionieren als Demokratien, in denen Mitglieder bei der Formulierung der Politik, der Wahl von leitenden Vertretern, der Autorisierung des Kibbuz-Budgets und der Bestätigung neuer Mitglieder abstimmen. Kibbuz-Mitglieder wählen Mitglieder in Komitees, die die Entscheidungen zu Dingen wie Unterkünften, Finanzen, Produktion, Planung, Gesundheit und Kultur treffen.

Produktion von Kibbuzim macht 5,2% des israelischen Bruttosozialprodukts aus und 9,2% der Industrieproduktion aus. Während Kibbuzim weniger starke landwirtschaftliche Produzenten sind als früher, hinterlassen sie immer noch einen enormen Einfluss auf den Staat; 34% der gesamten Landwirtschaftprodukte kommen aus Kibbuzim. Kibbuzim gehören 10% des Landes innerhalb des Staates.

Die Zukunft der Kibbuz-Bewegung

Heute haben Kibbuzim weit über die kleinen, sozialitischen Kommunen hinaus expandiert, die sie einst waren. Viele Industrien, die in Kibbuzim arbeiten, werden in Tel Aviv und an Börsen im Ausland gehandelt.

Israelis tragen diese Ideale in 100 sogenannte „Stadt-Kibbuzim“, in denen geschätzte 2.000 Israelis leben. Die Bewegung der Stadt-Kibbuzim keimt auch im Ausland, besonders in den USA, Australien und Deutschland.

Viele glauben, dass die Kibbuz-Bewegung eine Wiederbelebung erfährt; Kibbuzim expandieren und Menschen ziehen aus Städten in die Peripherie, um den ländlichen Kibbuz-Lebensstil zu erfahren. Die meisten argumentieren, dass diese Expansion nur infolge der Evolution der Kibbuzim möglich ist.

Es ist zu klar, dass dieser Expansion nicht von einer politischen Expansion der Arbeiterbewegung geholfen wird. Es ist etwas tiefer Gehendes – etwas ruft Menschen, den leichten Lebensstil der Stadt aufzugeben und in Kibbuzim zu leben, die 100 Jahre alte Bewegung ins 21. Jahrhundert zu tragen.

Kurz gesagt: Der Kibbuz ist im modernen Staat Israel da um zu bleiben.

Reuters verbockt Bildbeschreibung: Israel „bombardiert“ palästinensische Gebäude

Verfasst 24. Juli 2019 von spotplenni
Kategorien: Medieneinseitigkeit, Medienwelt, Nahost-Konflikt

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Simon Plosker, HonestReporting, 23. Juli 2019

Die israelische Operation zur Beseitigung einer Reihe nicht genehmigter palästinensischer Gebäude im Dorf  Sur Baher am Rand von Ostjerusalem, direkt an Israels Sicherheitsbarriere, hat den Palästinensern bereits einen PR-Coup geliefert.

Der Abriss fand erst nach einer langwierigen Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof statt, der schließlich zugunsten der israelischen Behörden entschied, die – aus Sicherheitsgründen – wünschten die Bauten zu beseitigen, die zu nahe an der Sicherheitsbarriere standen.

Auf Stichwort hin gibt es Proteste der Palästinenser, der Europäischen Union, Nichtregierungs-Organisationen und einen Medizienzirkus aus Berichten über die Abrisse, die unter Verwendung von Bulldozern und Munition ausgeführt wurden.

Einige der Bildbeschreibungen zu Reuters-Fotos von der Szene lassen den Kontext weit dramatischer erscheinen. Zum Beispiel:

Ein palästinensisches Gebäude im Dorf Sur Baher wird von israelischen Streitkräften bombardiert; es befindet sich auf beiden Seiten der israelischen Sperre in Ostjerusalem und der israelischen Westbank. 22. Juli 2019. (Reuters/Mussa Qawasama)

„Ein palästinensisches Gebäude wird von israelischen Streitkräften bombardiert“?!!!

Ein Leser müsste glauben, dass Israel die Luftwaffe gegen ein palästinensisches Dorf losgeschickt hat. Kampfjets und –hubschrauber sind etwas ganz anderes als Bulldozer. Die Explosionen beim Abriss der Gebäude waren das Ergebnis kontrollierter Sprengungen, nicht von Luftangriffen. Sogar Reuters‘ eigene Foto-Diashow zeigte IDF-Techniker in den Gebäuden (von denen viele nicht einmal fertig gebaut waren) bei der Vorbereitung der Sprengsätze zum Abriss.

Aber spielt das wirklich eine Rolle, wenn diese Fotos einen Artikel begleiten, der den Hintergrund erklärt?

Das tut es, wenn man Beispiele dieser Reuters-Fotos sieht, die mit anderen Bildbeschreibungen, aber ohne jeglichen Kontext erscheinen. Nehmen wir die Facebook-Seite des Independent:

Das Foto wird in einem eigenständigen Textinhalt präsentiert. Die Bildbeschreibung ist wichtig.

HonestReporting hat bei Reuters eine Beschwerde eingereicht, aber es ist nicht möglich quantitativ zu bestimmen, wie weit diese irreführenden Bildbeschreibungen verbreitet worden sind.

Sind Namen Schall und Rauch? Die Herkunft von Judäa, Philistäa, Palästina und Israel

Verfasst 24. Juli 2019 von spotplenni
Kategorien: Geschichte, Israel

Griffin Judd, HonestReporting, 16. Juli 2019

Das Land zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer ist Jahrtausende lang bewohnt worden, so viel ist unbestritten. Jericho, Jerusalem, Jenin und Jaffa gehören alle zu den ältesten Städten der Welt und sind seit der Zeit vor dem Jahr 2000 v.Chr. kontinuierlich besiedelt gewesen.

Aber wie so ziemlich alles andere zu diesem Land kontinuierlich ist, so ist das auch mit dem Namen der Fall. Palästinensische Historiker wie Nur Masalha und Schlüsselmitglieder der Palästinenserführung bis hinauf zu Mahmud Abbas haben behauptet, dass die Palästinenser die Nachkommen antiker Völker wie der Kanaaniter und Philister sind und dass der Name „Palästina“ dieser Verbindung entstammt.

Behält man im Kopf, dass Nationalismus, wie wir ihn verstehen, an und für sich ein Phänomen des 19. Jahrhunderts ist, lohnt es sich zu fragen, ob die palästinensischen Behauptungen wahr sind.

Kommt der Name Palästina von dem Volk oder entnahm da Volk seinen Namen dem Ort?

Die Herkunft des Namens „Palästina“

Die antiken Königreiche Israel, Judah und Philistäa

Es gibt zwei Hauptquellen für die Region, die heute unter wechselnden Bezeichnungen wie Israel, Palästina, die Levante und Kanaan bekannt ist: die Archäologie und die Bibel. Es gibt zwar Unterschiede zwischen den beiden, aber Archäologen und Historiker stimmen überein, dass das allgemeine Narrativ der Bibel stimmt: Kanaaniter herrschten in der Levante, bevor sie von den antiken Hebräern verdrängt wurden, die dann mit den Philistern kämpften, bis eindringende Imperien beide Stämme vertrieben.

Der Name „Palästina“ taucht erstmals in den Historien von Herodot im 5. Jahrhundert v.Chr. auf, um den Küstenbereich der Levante zu beschreiben, wo die Philister lebten, bevor die Römer ihn nach der Unterdrückung des Bar Kochba-Aufstands von 132 n.Chr. auf die gesamte Gegend anwandten. Danach galt das Wort Palästina für das ganze Land und folgende Herrscher bezeichneten es so.

Herkunft des palästinensischen Volks

Die osmanische Provinz Syrien

Es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass das Land zwar im Jahr 134 n.Chr. Palästina genannt wurde, der Islam aber erst weitere 500 Jahre später in der Region ankam.

634 begannen die Führer des ersten muslimischen Kalifats eine Reihe von Invasionen, die die Eroberung der ehemals oströmischen Provinzen der Levante zur Folge hatte, einschließlich der Gegend, die damals als Palästina bekannt war. Der Eroberung folgte die Massenkonversion der Bevölkerung zum Islam und die gleichzeitige Migration arabischer Menschen aus ihrer heimischen Halbinsel in ihre neu eroberten Territorien, wo sie sich rasch in Gesellschaften integrierten und mit den Einwohnern vermischten; sie schufen ausgeprägt eigne Gruppen, die eng mit der arabischen Kultur übereinstimmte.

Die Levante wurde nach der islamischen Eroberung von einer Reihe von Reichen und Kalifaten beherrscht, zuerst von den Raschidun-, den Omajjaden-, den Abassiden- und Fatimiden-Kalifaten, dann vom Königreich Jerusalem (gegründet von den Kreuzrittern), denen die ajubidischen und Mameluken-Sultanate folgen, bevor sie schließlich von den Osmanen erobert wurden, die die Levante von 1516 bis 1917 beherrschten. Obwohl sie von den Türken beherrscht wurden, waren die Osmanen sehr erfolgreich darin die Araber zu integrieren. Erst 1908 begannen die Araber über den politischen Arabismus für mehr Rechte und Unabhängigkeit zu agitieren.

Die Große Arabische Revolte von 1916, gestützt vom britischen Empire, beendete die osmanische Kontrolle über das Gebiet. Die Revolte war ein Produkt arabischen Nationalismus, den Nachfolger des politischen Arabismus und die arabische Antwort auf türkischen Nationalismus.

Aber nicht alle Araber glaubten an die Bewegung und es gab keinen weit verbreiteten Aufstand in den Gebieten Palästinas. Trotzdem wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs die Region Palästina Teil des Arabisch Königreichs Syrien, als dieses ausgerufen wurde; dazu gehörten das gesamte moderne Syrien, der Libanon und Teile von Jordanien. Erst als das Königrich 1920 auseinanderfiel, begann in Reaktion auf den Zionismus und die steigenden Pegel jüdischer Immigration in das, was jetzt das britischen Mandat für Palästina war, eine Art einer eigener palästinensischer nationaler Identität aufzukommen.

Die Herkunft des Namens „Judäa“

Die Hasmonäer-Dynastie

Der Name „Judäa“ kommt vom Königreich Juda, einem der Nachfolgestaaten der biblischen vereinten Monarchie, die das gesamte antike Israel beherrschte. 934 v.Chr. gegründet, herrschte das Königreich über das Land von Jerusalem bis Beer Sheva, bis es 586 v.Chr. von den Neo-Babyloniern erobert wurde.

Obwohl das Königreich zerstört wurde, überlebte der Name mit dem jüdischen Volk und als ein unabhängiges Königreich im Jahr 140 v.Chr. wieder unabhängig wurde, wurde das Land als Judäa bezeichnet. Dieser Name überlebte sogar die römische Eroberung des Königreichs und die römische Provinz, die aus einem großen Teil des ehemaligen Königreichs beschaffen wurde, trug den Namen Judea (in seiner lateinischen Form Iudaea).

Die Menschen in Judäa begrüßten die römische Herrschaft jedoch nicht und die jüdischen Einwohner rebellierten mehrfach, was die Stationierung riesiger Armeen notwendig machte. Nach dem dritten und letzten davon (der bereits erwähnte Bar Kochba-Aufstand) änderten die Römer den Namen dieser Provinz als Teil ihrer Bemühungen den jüdischen Nationalismus zu unterdrücken und danach blieb der Name Palästina hängen.

Herkunft des Namens „Israel“

Israel ist ein Name, der noch älter ist als Judäa; er ist in der Bibel zu finden (Genesis/1. Mose 32,29):

Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen.

Der Name Israel wurde danach mit den Stämmen und dem Königreich Israel identifiziert, das Jakobs Nachfahren gründeten und wurde zum Synonym mit Juda, bevor er diesen schließlich ersetzte.

Das erste Beispiel für weit verbreitete Verwendung des Namens in der modernen Zeit findet sich während des britischen Mandats: Während der offizielle Name in Englisch „Mandate for Palestine“ (Mandat Palästina) lautete, enthielten auf Hebräisch geschriebene offizielle Dokumente die Initialen für Eretz Yisrael.

Britisches Mandat Palästina

Das zusammen mit der Tatsache, dass der Name Juda mit Landstrichen assoziiert wurde, die zumeist im Teilungsplan von 1947 inbegriffen waren, hatten den Namen des neuen jüdischen Staates zum Ergebnis: Medinat Yisrael, der Staat Israel.

Warum ist das wichtig?

In einer anderen Situation wäre das lediglich eine Debatte über Semantik: Levante, Kanaan, Judäa, Philistäa, Palästina, Israel – das wären alles unterschiedliche Namen für denselben Landstrich.

Leider ist ein Schlüsselmerkmal des palästinensischen Nationalismus das Auslöschen jüdischer Geschichte und deshalb spielt es sehr wohl eine Rolle, wie das Land genannt wird. Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilt regelmäßig archäologische Funde in der Stadt Jerusalem als Fälschung oder illegitim (siehe hier, hier und hier). Es ist heutzutage üblich Behauptungen zu hören wie „Jesus war Palästinenser“, aber das ist irreführend: Jesus wurde höchstwahrscheinlich in Bethlehem geboren, das heute innerhalb der Westbank liegt, aber er war Jude und zur Zeit seiner Geburt war Bethlehem Teil der herodianischen Tetrarchie, eines jüdischen Satellitenstaats Roms. Darüber hinaus ist die Behauptung Jesus sei Palästinenser gewesen (oder Israeli oder Araber oder Nahostler usw.) inhärent falsch, denn keiner dieser Begriffe existierte damals. Jesus hätte sich gewiss nicht als Palästinenser bezeichnet, denn dieses Konzept existierte damals nur als Ortsbezeichnung [zur Zeit Jesu nicht einmal das – d.Ü.] und war nicht einmal in weit verbreitetem Gebrauch.

Selbstverständlich lautet die zu ziehende Schlussfolgerung nicht, dass palästinensische Araber keine nationale Geschichte oder Erbe haben, denn die haben sie ganz gewiss. Das palästinensische Narrativ ihrer Abstammung aus Kanaan, die kontinuierlich bis heute verläuft, ist jedoch bestenfalls unredlich und schlimmstenfalls falsch, denn sie impliziert, dass die Vorstellung Palästinas als Nation genauso lange bestanden hat und das ist nachweislich falsch.

Zusammengefasst hatte der Name Palästina ursprünglich nichts mit dem palästinensischen Volk zu tun, aber stattdessen wurde es mit den Philistern verknüpft und dann mit der Gegend, in der sie gelebt hatten, während das palästinensische Volk eine Mischung aus indigener und arabischer Bevölkerungen ist, die das Etikett des Beispiels des britischen Mandats angenommen hat.

Im Gegensatz dazu ist das jüdische Volk historisch mit den Namen Judäa/Juda und Israel verbunden. Das macht den palästinensischen Anspruch auf Volkstum keineswegs ungültig, aber es ist wichtig anzuerkennen, wie die Wahrheit aussieht und wie nicht.

Die hebräische Sprache und der Staat Israel

Verfasst 19. Juli 2019 von spotplenni
Kategorien: Geschichte, Israel

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Margo Dickstein, HonestReporting.com, 14. Juli 2019

(Foto: CC BY-NC Howard Lifshitz

Geht man durch die Straßen Israels, ist einer der einzigartigsten Aspekte des Landes und der Menschen die hebräische Sprache. Israel ist das einzige Land der Welt, in der Hebräisch die Nationalsprache ist. Die hebräische Sprache von heute unterscheidet sich sehr von dem Hebräisch der Thora. Sie hat eine lange Reise hinter sich.

Selbst heute verändert sich das Hebräische, nicht nur in der Sprache selbst, sondern auch in darin, wie sie wahrgenommen wird und was sie repräsentiert.

Die hebräische Sprache in der Geschichte

  • biblisches Hebräisch
  • mischnaisches Hebräisch
  • mittelalterliches Hebräisch
  • Rennaissance-Hebräisch
  • modernes Hebräisch

Gemäß jüdischer Tradition war Hebräisch die Sprache, mit der Gott die Welt schuf. Sie war auch die Sprache der Welt, bis zum Turm von Babel, als die Menschheit zerstreut wurde, geteilt in 70 Sprachen. Archäologische Beweise der hebräischen Sprache können bis ins 10. Jahrhundert v.Chr. zurückverfolgt werden. Es wird weithin angenommen, dass Hebräisch die hauptsächlich gesprochene und geschriebene Sprache des israelitischen Volks war, nachdem es sich im Land Israel niederließ; und so blieb es, bis zur Zerstörung des ersten Tempels und dem Fall von Jerusalem 587 v.Chr.

Während der Gebrauch des Hebräischen im Alltagsleben schwand, wurde es weiter als liturgische und literarische Sprache verwendet und zudem weiter entwickelt. Aramäisch wurde während der babylonischen Gefangenschaft zur geläufigen Sprache. Beweise dafür sind heute noch im jüdsichen Talmud zu finden, der in Aramäisch geschrieben ist, ebenso wie Gebete und Lieder, die heute noch auf Aramäisch aufgesagt werden, so das Trauer-Kaddisch, ein Gebet für die Toten.

Juden der Diaspora sprachen andere jüdische Dialekte, die bekanntesten davon sind Jiddisch und Ladino. Diese wurden mit hebräischer Schrift geschrieben, waren aber stark von den lokalen Sprachen beeinflusst – Deutsch und Spanisch.

So wie Hebräisch sich weiter entwickelte, beinhaltete die mittelalterliche Phase des Hebräischen das Auftreten des ersten hebräischen Wörterbuchs und die Veröffentlichung hebräischer Poesie, die Ausweitung des Hebräischen über die Grenzen der traditionellen Liturgie hinaus.

In der Renaissance-Periode des Hebräischen im 15. und 16. Jahrhundert trug Technologie weiter zur hebräischen Sprache bei. Die erste hebräische Druckerpresse im Land Israel erschien1577 in Safed, was mehr hebräische Literatur verfügbar machte.

Die modere Ära das Hebräischen war die bei weitem am stärksten umgestaltende Periode; in einem relativ kurzen historischen Zeitabschnitt wurde es zu einer modernen gesprochenen Sprache. Das begann mit dem, was als die Haskalah bekannt ist, die jüdische Aufklärungszeit im 18. Jahrhundert in Deutschland. Während dieser Periode gab es eine Bewegung zur Verschiebung auf säkularere Studien und den Versuch sich stärker in die Gesellschaft zu integrieren, während gleichzeitig die jüdische Identität bewahrt werden sollte. Aktivisten der Haskalah-Bewegung wurden Maskilim genannt.

Viele Aspekte des jüdischen Nationalismus verfolgen ihre Wurzeln zu dieser Bewegung zurück. Die Haskalah führte zur Wiederbelebung des Hebräischen, insbesondere des Bibel-Hebräisch.

Die hebräische Sprache und der moderne Zionismus

Eliezer Ben Yehuda

Die hebräische Sprache ist eines der großen Fundamente des Erfolgs des modernen Zionismus.

Eliezer Ben-Yehuda ist las Vater des modernen Hebräisch bekannt. Geboren 1858 als Eliezer Perelman in Luschki, Litauen, wuchs er auf die traditionelle Weise in einer örtlichen Jeschiwa (einer Schule für religiöse Studien) lernend auf. Dort wurde er vom Leiter der Jeschiwa heimlich in die Ideen der Haskalah eingeführt, der ein heimlicher Maskil war.

Ben-Yehuda wechselte schließlich an eine säkulare russische Schule und wurde besessen von moderner hebräischer Literatur, insbesondere Literatur zu jüdischem Nationalismus. Ben-Yehuda kam zu dem Schluss, dass die hebräische Sprache im Land Israel wiederzubeleben die Juden weltweit einen würde. Er erreichte Jerusalem 1881 und begann den Prozess der Wiedererweckung des Hebräischen als moderner Sprache.

Dieser Prozess begann Zuhause. Er verhinderte, dass sein Sohn von Erwachsenen und Kindern andere Sprachen als das Hebräische gesprochen zu hören, womit er den ersten hebräischen Muttersprachler der Moderne schuf.

Tatsächlich verbreitete sich Hebräisch unter den Immigranten der ersten und zweiten Welle der Aliyah ins osmanische Palästina. Es wurde zur Alltagssprache und im ganzen Land wurden hebräische Schulen gegründet.

Der riesige Erfolg der Wiederbelebung der hebräischen Sprache wurde uneingeschränkt deutlich, als das britische Mandat begann. Artikel 22 des Britischen Mandats für Palästina erklärt (Hervorhebung hinzugefügt):

Englisch, Arabisch und Hebräisch werden die offiziellen Sprachen Palästinas sein. Jede Aussage oder Inschrift auf Arabisch auf Briefmarken oder Geldnoten in Palästina soll auf Hebräisch wiederholt werden und jede Äußerung oder Inschrift auf Hebräisch soll auf Arabisch wiederholt werden.

Das war das erste Mal in mehr als 2.000 Jahren, dass Hebräisch offizielle Sprache in einem Territorium war, ganz zu schweigen von dem Ort, wo Hebräisch und das Judentum geboren waren. Nach Angaben von Joschua Blum, dem ehemaligen Präsidenten der Academy of the Hebrew language, ist Hebräisch bis heute die einzige Sprache der Welt, die „von den Toten“ zurückgeholt worden ist.

Immigranten lernen 1955 in einem Ulpan Hebräisch (Foto via Wikimedia Commons)

Die hebräische Sprache heute

Heute wird Hebräisch von mehr als acht Millionen Einwohnern in Israel gesprochen, dazu von mehr als einer Million weiterer Menschen in aller Welt.

Vor kurzem war die hebräische Sprache wieder in den Nachrichten. Die Knesset beschloss ein Gesetz, das als Das Nationalstaatsgesetz bekannt ist; darin wird sie mit einem verfassungsähnlichen Status in Israels Grundlagengesetzen verankert. Da Israel keine Verfassung hat, sind Grundlagengesetze Gesetze, die im israelischen Recht einen Verfassungsstatus haben.

Das Gesetz beinhaltet vier Bestimmungen zur Identität des Landes, die die Idee zementieren, dass Israel ein jüdisch-demokratisches Land ist. In dem Gesetz gibt es auch einen Abschnitt zur Sprache des Staates Israel:

  1. Sprache

(a) Hebräisch ist die Staatssprache.

(b) Die arabische Sprache hat im Staat einen Sonderstatus; Maßnahmen zur Verwendung des Arabischen in staatlichen Institutionen oder ihnen gegenüber werden per Gesetz geregelt.

(c) Nichts in diesem Artikel darf den Status beeinflussen, der der arabischen Sprache gegeben wurde, bevor dieses Gesetz in Kraft tritt.

Straßenschilder sind heute auf Hebräisch, Arabisch und Englisch

Kritiker des Gesetzes sagen, dass der arabischen Sprache ihren offiziellen Status zu nehmen dazu dienen soll die arabisch-israelische Identität und Geschichte auszulöschen. Sie sagen auch, es gebe israelischen Arabern einen wirtschaftlichen Nachteil, weil Hebräisch in israelisch-arabischen Gemeinschaften oft nicht so gut gelehrt wird.

Befürworter des Gesetzes sagen, es verankere Israels jüdischen Charakter in den Grundlagen der Gesetzgebung in Israel, zwinge die Mitglieder der Knesset und Richter jüdische Identität zu beachten, wenn sie Gesetze machen und Recht sprechen. Bezüglich der Sprache sagen die Befürworter des Gesetzes, dass der modifizierte Status von Hebräisch und Arabisch lediglich symbolisch ist und dass sich im täglichen Leben nichts ändert.

Jeder Staat hat einen Anspruch darauf sich auf einzigartige Weise zu artikulieren.

Israel als jüdischer Staat verwendet jüdische Symbolik, um sich zu definieren und die einzigartige Identität zu schaffen, die Israel besitzt. Jüdische Ausdrucksform kann für viele unterschiedliche Menschen vieles bedeuten. Ob es das Einhalten des Sabbat ist, Ereignisse des Lebenszyklus auf traditionelle Weise zu begehen oder einfach Hebräisch zu sprechen, all das sind kleine Handlungen das Judentum in der historischen jüdischen Heimat zum Ausdruck zu bringen.

Israel ist der einzige jüdische Staat der Welt und das einzige Land mit Hebräisch als Amtssprache. Hebräisch ist und wird immer eine unzerbrechliche Säule des jüdischen Staates sein.

In Erinnerung an die Opfer des Massakers von München 1972

Verfasst 17. Juli 2019 von spotplenni
Kategorien: Deutschland, Geschichte, Israel, Palästinenser

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Pesach Benson, HonstReporting, 14. Juli 2019 (übernommen von Roland M. Horn)

Das Münchner Massaker bei den Olympischen Spielen 1972 war einer der schockierendsten Terroranschläge gegen Israelis aller Zeiten.

Am frühen Morgen des Montag, 4. September, schlichen sich acht Palästinenser der Terrorgruppe Schwarzer September in Trainingsanzügen in das Münchner Olympiadorf. Sobald sie drinnen waren, brachen sie in die beiden Wohnungen des israelischen Teams in der Connollystraße 31 ein.

Zwei der Israelis, Moshe Weinberg und Yossi Romano, wurden getötet, als sie sich gegen die Terroristen wehrten. Der Schwarze September forderte daraufhin die Freilassung von 234 palästinensischen Gefangenen durch Israel und von Kozo Okamato (dem einzigen Terroristen, der das Massaker am Flughafen Lod Anfang des Jahres überlebt hatte) von der japanischen Roten Armee. Die Terroristen forderten auch die Freilassung der in Westdeutschland inhaftierten RAF-Gründer Andreas Baader und Ulrike Meinhof.

Vorlauf zum Münchner Massaker

Ein Terrorist bei den Olympischen Spielen 1972 in München

Deutsche Unterhändler neigten dazu, den Forderungen der Terroristen nachzugeben, doch israelische Beamte gingen härter vor und bestanden darauf, dass Kapitulation mehr Terror ermutigen würde. Premierministerin Golda Meir sagte: „Wenn wir nachgeben sollten, kann kein Israeli auf der Welt sich sicher fühlen.“

Die Spiele wurden nach den Morden an Weinberg und Romano 12 Stunden lang fortgesetzt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) setzte die Spiele unter zunehmendem Druck aus. (Der Wettbewerb wurde 34 Stunden später fortgesetzt.)

Die westdeutsche Polizei versuchte, die Geiseln zu retten, indem sie die Terroristen auf dem nahe gelegenen Flugplatz Fürstenfeldbruck überfiel. Doch sie waren sehr schlecht vorbereitet und der Plan wurde schlecht ausgeführt. Während der folgenden Schießerei wurden die neun hilflosen Israelis, die auf zwei Hubschrauber verteilt waren, durch palästinensische Schüsse und Granaten ermordet. Daher der Name Münchner Massaker.

Bei der Schießerei wurden fünf Terroristen und der deutsche Polizist Anton Fliegerbauer getötet.

Nach dem Münchner Massaker

Die toten Terroristen – identifiziert als Yusuf Nazzal, Afif Ahmed Hamid, Khalid Jawad, Ahmed Chic Thaa und ihr Kommandeur Luttif Afif – erhielten in Lybien ein Heldengebräbnis.

Etwas mehr als einen Monat nach dem Münchner Massaker haben die Sympathisanten des Schwarzen September die Freilassung der verbleibenden drei Terroristen durch die Entführung des Lufthansa-Flugs 615 sichergestellt. Zwei der drei überlebenden bewaffneten Männer, Mohammed Safady und Adnan Al-Gashey, wurden angeblich vom Mossad im Rahmen der „Operation Wrath of God“ (Gottes Zorn) getötet. Vom dritten, Jamal Al-Gashey, wusste man, dass er noch1999 lebt und sich in Nordafrika oder in Syrien versteckte, weil er israelische Vergeltung für seine Rolle beim Münchner Massaker fürchtete.

Nach der Veröffentlichung von Steven Spielbergs Film „München“ im Jahr 2005 erklärte der Drahtzieher des Anschlags, der Führer des Schwarzen September Mohammad Daoud Odeh (alias Abu Daoud), gegenüber Sports Illustrated, dass der Angriff von Mahmoud Abbas finanziert wurde. Daoud starb 2010 in Damaskus an Nierenversagen.

Fünf der Märtyrer des Münchner Massakers, Andre Spitzer, Amitzur Shapira, Kehat Shorr, Elieser Halfin und Mark Slavin, wurden gemeinsam auf dem Kiryat Shaul-Friedhof in Tel Aviv beigesetzt. Ein anderer gefallener Athlet, der US-israelische Doppelstaatsbürger David Berger, wurde in seiner Heimatstadt Cleveland beigesetzt, wo eine Skulptur aus zerbrochenen olympischen Ringen vom National Parks Service als nationales Denkmal ausgewiesen wurde.

Die Witwen der ermordeten Athleten setzten sich bei nachfolgenden Spielen für ein offizielles IOC-Gedenken ein, zum Beispiel in Form einr Schweigeminute während der Eröffnungsfeier. Die olympischen Offiziellen lehnten die Idee wiederholt ab, indem sie sagten, solche Ehrungen würden die Politik in die Spiele einfließen lassen. Vier Tage vor den Spielen in London 2012 – dem vierzigsten Jahrestag des Münchner Massakers – kam es zu einer Krise, als IOC-Präsident Jacques Rogge während einer Zeremonie zu Ehren des olympischen Waffenstillstands eine spontane Schweigeminute für die Israelis einlegte. Die Witwen prangerten Rogge an, „das bloße Minimum zu tun“.

In Memoriam

Im Lauf der Zeit ist die Individualität jedes der elf Opfer zu einer kollektiven Gruppe von Münchner Massakeropfern verblasst. Aber für die Generation, die nicht mit Erinnerungen aus erster Hand an den Schock und das Grauen des Münchner Massakers aufgewachsen ist, lohnt es sich, sich daran zu erinnern, dass Mosche Weinberg, Yossi Romano, Ze’ev Friedman, David Berger, Jakow Springer, Eliezer Halfin, Yossef Gutfreund, Kehat Shorr, Mark Slavin, Andre Spitzer und Amitzur Shapira allesamt versierte Athleten waren, die ihren eigenen individuellen Weg bis an die Spitze ihres Sports gingen. Wir können nur vermuten, wie sie die Sportwelt beeinflusst hätten, wenn sie nicht auf so grausame Art getötet worden wären.

Hier finden Sie eine kurze Zusammenstellung an Informationen zu den Opfern:

Moshe Weinberg

Moshe Weinberg

Nationaltrainer Ringkampf

Geboren am 19. September 1939 in Haifa, Mandat Palästina

Getötet am 5. September 1972 beim anfänglichen Einbruch.

Hinterließ seine Frau Mimi und einen Sohn.

Als die Terroristen in die Wohnung eindrangen, war Weinberg mit dem Gruppenführer Luttif Afif konfrontiert. Nachdem er Afif erfolglos mit einem Obstmesser angegriffen hatte, wurde Weinberg durch die Wange geschossen und von den Terroristen mit vorgehaltener Waffe angewiesen, ihnen zu zeigen, wo sich die anderen israelischen Athleten befanden. Weinberg führte die Terroristen an Apartment 2 vorbei, in dem die Fechter, Schützen und Leichtathleten untergebracht waren und brachte sie stattdessen zu Apartment 3, in dem die Gewichtheber und Ringer Israels untergebracht waren.

Weinberg hoffte vermutlich, dass die stärkeren Teamkollegen die Terroristen überwältigen würden, doch sie wurden im Schlaf überrascht.

Während die Geiseln in die Wohnung 1 zurück marschierten, griff Weinberg die Terroristen erneut an und schlug Mohammed Safady bewusstlos, wodurch der Ringkämpfer Gad Tsobari entkommen konnte. Die Terroristen erschossen Weinberg und warfen seine Leiche auf die Straße.

Jahre später spielte Weinbergs schauspielender Sohn Guri im Jahr 2005 seinen Vater in Steven Spielbergs Film München.

Weinberg ist in Holon begraben.

Josef Romano

Josef „Yossi“ Romano

Gewichtheber

Geboren am 15. April 1940 in Bengasi, Libyen

Getötet am 5. September 1972 beim anfänglichen Einbruch.

Hinterließ seine Frau Ilana und drei Töchter.

Romanos Familie zog von Libyen ins Mandat Palästina, als er sechs Jahre alt war. Von Beruf war er Innenarchitekt.

Romano war neun Jahre lang der israelische Meister im Gewichtheben im Leicht- und Mittelgewicht. Romano trat bei den Olympischen Spielen 1972 im Mittelgewicht an, konnte jedoch aufgrund einer gerissenen Kniesehne einen seiner Lifts nicht absolvieren und sollte am nächsten Tag für eine Operation nach Hause fliegen.

Als die Terroristen Wohnung 3 betraten, gelang es Romano, Afif Ahmed Hamid mit einem Messer eine Schnittwunde zuzufügen und seine AK-47 zu schnappen, bevor er erschossen wurde. Nachfolgenden Berichten zufolge wurde Romano von den Terroristen gefoltert, bevor er getötet wurde und sein blutiger Leichnam wurde den ganzen Tag als Warnung zu Füßen seiner Teamkollegen zurückgelassen.

Nach dem Tod ihres Sohnes beging Romanos Mutter Selbstmord. Einige Jahre später tat es auch sein Bruder. Es war Romanos Witwe Ilana, zusammen mit Ankie Spitzer, die den Kampf für ein Schweigeminute bei den Olympischen Spiele anführte.

Romano ist in Herzliya begraben.

Ze’ev Friedman

Ze’ev Friedman

Gewichtheber

Geboren am 10. Juni 1944 in Prokopjewsk in der Sowjetunion

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuch.

Überlebt von seinen Eltern und seiner Schwester.

Friedmans Familie zog 1960 von Polen nach Israel. Er war sieben Jahre lang israelischer Meister im Fliegengewicht und wurde 1969 bei den Weltmeisterschaften in Warschau Siebter. Bei den Spielen 1971 in Manila belegte er den dritten Platz und bei den Olympischen Spielen in München den zwölften Platz, nachdem er drei israelische Rekorde gebrochen und einen vierten eingestellt hatte.

Friedman ist in Haifa begraben.

David Berger

David Berger

Gewichtheber

Geboren am 24. Mai 1944 in Cleveland, Vereinigte Staaten von Amerika

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Trotz eines Bachelor-Abschlusses in Psychologie an der Tulane University und eines MBA-Abschlusses in Jura an der Columbia University nahm sich Berger Zeit zum Gewichtheben, gewann den NCAA-Titel im Gewichtheben in der 148-Pfund-Klasse und belegte 1968 den vierten Platz bei den US-amerikanischen Olympischen Vorausscheidungen im Mittelgewicht. Vor den Olympischen Spielen in München gewann Berger 1969 bei der Maccabiade eine Goldmedaille und 1971 bei den asiatischen Meisterschaften im Gewichtheben eine Silbermedaille.

Während die 10 anderen israelischen Olympioniken nach Israel geflogen und dort begraben wurden, wurde Berger mit einem von Präsident Richard Nixon persönlich bestellten Luftwaffenjet in die USA zurückgebracht.

Berger ist in Cleveland begraben.

Yakov Springer

Yakov Springer

Trainer und Richter im Gewichtheben

Geboren am Juni 1921 in Polen

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagene Rettungsversuchs.

Hinterließ Frau und zwei Kinder

Als Holocaust-Überlebender, der im Warschauer Ghetto-Aufstand kämpfte, zog Springer 1956 nach Israel. Er unterrichtete Sport in Bat Yam, wo er Hunderte von Jugendlichen trainierte und baute eine Generation an Meistern, Trainern und Schiedsrichtern auf. Die Spiele von 1972 waren die fünften, an denen er als offizieller Punktrichter fungierte.

Springer ist in Holon begraben.

Eliezer Halfin

Eliezer Halfin

Ringer

Geboren am 18. Juni 1948 in Riga, Lettland

Getötet am 6. September 1972, während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Überlebt von seinen Eltern und einer Schwester.

Von Beruf Mechaniker, zog Halfin 1969 nach Israel.

Vor den Spielen in München belegte Halfin bei den Weltmeisterschaften 1971 in Bulgarien den 12. Platz und belegte 1971 und 1972 in anderen Wettbewerben in Rumänien und Griechenland den zweiten und dritten Platz.

Halfin ist in Tel Aviv begraben.

Yossef Gutfreund

Yossef Gutfreund

Trainer und Punktrichter im Gewichtheben

Geboren am 20. Dezember 1931 in Rumänien

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Hinterließ eine Frau und zwei Töchter.

Gutfreund hat in Rumänien studiert, um Tierarzt zu werden, bevor er mit der Leichtathletik begann. Vor den Spielen 1972 war Gutfreund Punktrichter bei den Olympischen Spielen 1968 in Tokio und bei den Weltmeisterschaften in Indien und Bulgarien, bevor er als Punktrichter nach München eingeladen wurde.

Gegen 4.30 Uhr hörte er ein Geräusch vor der Tür und sah nach, in der Annahme, dass es sich um den Leichtathletik-Trainer Moshe Weinberg handele, der den anderen Schlüssel für die Tür hatte. Er sah, wie sich die Tür öffnete und erblickte maskierte Männer mit Gewehren auf der anderen Seite. Gutfreund warf seinen 6-Fuß 3-Zoll- 290-Pfund-Körper gegen die Tür und rief seinen israelischen Kollegen eine Warnung zu. Diese kostbaren Sekunden ermöglichten es seinem Mitbewohner, dem Trainer für Gewichtheben Tuvia Sokolsky, ein Fenster einzuschlagen und zu entkommen. In der angrenzenden Wohnung 2 wurde Rennwanderer Dr. Shaul Ladany von Gutfreunds Schreien geweckt und konnte ebenfalls fliehen.

Gutfreund ist in Jerusalem begraben.

Kehat Shorr

Kehat Shorr

Schießtrainer

Geboren am 21. Februar 1919 in Rumänien

Hinterließ seine Frau und eine verheiratete Tochter.

Als Holocaust-Überlebender wurde Shorr ein begeisterter Schütze, bevor er 1963 nach Israel zog. Seine beruflichen und organisatorischen Talente erregten die Aufmerksamkeit der israelischen Schwerathleten-Vertreter und bis 1972 hatte er jeden Schützen der israelischen Mannschaft unterrichtet.

Shorr ist in Tel Aviv begraben.

Mark Slavin

Mark Slavin

Griechisch-römischer Ringer

Geboren am 31. Januar 1954 in Minsk, Sowjetunion

Getötet am 6. September 1972, während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Slavin begann als Jugendlicher mit dem Ringkampf, um sich gegen antisemitische Angriffe zu verteidigen und gewann 1971 die sowjetische griechisch-römische Meisterschaft im Mittelgewicht im Junioren-Ringkampf.

Slavin wurde allgemein als Israels größte Medaillenhoffnung angesehen. Dies trotz der Tatsache, dass Slavin 18 Jahre alt war und an seinem ersten internationalen Wettbewerb teilnahm und erst vier Monate vor den Spielen nach Israel gezogen war. Er sollte an dem Tag sein olympisches Debüt geben, an dem die Terroristen das olympische Dorf stürmten.

Slavin ist in Tel Aviv begraben.

Andre Spitzer

Andre Spitzer

Fechtmeister und Trainer

Geboren am 4. Juli 1945 in Timisoara, Rumänien

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Hinterließ seine Frau Ankie und eine Tochter.

Als Kind von Holocaust-Überlebenden zog Spitzers Familie nach Israel, als er noch ein Junge war. Er diente in der israelischen Luftwaffe und lernte Fechten an der Nationalen Sportakademie in Israel. Er setzte seine Fechtausbildung in den Niederlanden fort, wo er seine Frau Ankie kennenlernte. 1971 kehrten die Spitzers nach Israel zurück, wo Andre der beste Fechtlehrer des Landes wurde. Es war Spitzers Witwe, Ankie, die zusammen mit Ilana Romano den Kampf für eine Schweigeminute bei den Olympischen Spielen anführte.

Amitzur Shapira

Amitzur Shapira

Leichtathletik-Trainer

Geboren am 9. Juli 1932, Tel Aviv, Mandat Palästina

Getötet am 6. September 1972 während des fehlgeschlagenen Rettungsversuchs.

Shapira war einer der herausragenden Sprinter der 1950er Jahre und erwarb 1952 den Abschluss als Sportlehrer und wurde gleichzeitig  Leichtathletik-Trainer. Shapira widmete seine Zeit und Bemühungen dem Sport und half die jüngere Generation Stars der Leichtathletik zu betreuen.

Viele Jahre lang war er auch Lehrer und Erzieher am Beit Midrash des Wingate Institute.