Archive for the ‘Islam+Islamisten’ category

Die PLO lügt noch immer über Arafats Vermächtnis

8. August 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 5. August 2015

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Jassir Arafat hätte vor kurzem seinen 86. Geburtstag gefeiert, und die PLO markierte diesen Tag mit einem Tweet, der den verblichenen Palästinenserführer im Grab rotieren lassen muss.

Dabei geht es nicht nur über die Darstellung von Arafats Vermächtnis als heldenhaftem Freiheitskämpfer statt eines blutrünstigen Terroristen (dazu komme ich später noch).

Als Gründervater des palästinensischen Nationalismus steht bei der PLO viel auf dem Spiel, wenn es ums Arafat-Narrativ geht.

Um das klarzustellen: Arafat wurde in Kairo geboren. Aber selbst feurigen Verschwörungstheoretikern, die Obamas Geburtsort in Frage stellen, fällt die Kinnlade herunter, wenn sie lesen:

Präsident Jassir Arafat wurde am 4. August geboren (Jerusalem 1929 – Paris 2004). “Ich bin ein Rebell, und meine Sache ist die Freiheit.”

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Wie wurde er also Jerusalem zugeschrieben?

Die Antwort beginnt mit einem rumänischen Geheimdienstbeamten zur Zeit der Kommunisten, Ion Mihai Pacepa. Bei einem Schuldeingeständnis im Wall Street Journal erklärte er, die Verbindung von Arafat und Jerusalem sei ein Resultat absichtlicher sowjetischer Falschinformationen gewesen.

Der KGB-Vorsitzende Juri Andropow machte sich mir gegenüber im Februar 1972 über die Leichtgläubigkeit der Yankees lustig, was prominente Persönlichkeiten betrifft. Wir hatten die stalinistischen Personenkulte hinter uns gelassen, aber diese verrückten Amerikaner waren noch immer naiv genug, nationale Führer zu verehren. Und Arafat bauten wir zu genau so einer Symbolfigur auf — Schritt für Schritt führten wir die PLO näher an die Macht und an einen Staat. Andropow glaubte, die vietnammüden Amerikaner würden in ihrer Hoffnung auf Frieden auch auf das kleinste Zeichen einer Versöhnung anspringen, und Arafat würde vom Terroristen zum Staatsmann werden.

Unmittelbar nach diesem Treffen erhielt ich die “Personalakte” des KGB über Arafat. Er war ein ägyptischer Bourgeois, der vom KGB-Auslandsgeheimdienst zu einem ergebenen Marxisten gemacht wurde. Der KGB hatte ihn an seiner Schule für Spezialoperationen in Balaschicha östlich von Moskau geschult, und Mitte der 1960er entschied man, ihn zum zukünftigen Führer der PLO aufzubauen. Erst vernichtete der KGB die offiziellen Aufzeichnungen von Arafats Geburt in Kairo, dann ersetzte er sie durch fiktive Dokumente, die sagten, er sei in Jerusalem geboren worden und sei daher ein gebürtiger Palästinenser.

Was die Beschreibung als “Freiheitskämpfer der PLO” betrifft, so ist das ein altbekanntes Spiel. Über Jahre hinweg haben Palästinenser und ihre Apologeten Arafat mit Führern der Amerikanischen Revolution verglichen, z. B. mit George Washington und Thomas Paine, oder was die jüngere Geschichte betrifft auch mit Nelson Mandela. (Marwan Barghouti, der Führer der mit der Fatah verflochtenen Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, der für fünf Morde für schuldig befunden wurde, hat den Mantel des “palästinensischen Mandela” geerbt.)

Es gibt keine Parallelen zwischen Arafat und Washington oder Mandela. Es gibt keine historischen Beweise, dass Washington absichtlich Zivilisten angriff, die England treu ergeben waren. Timothy Noah schrieb 2002 im Slate:

Im amerikanischen Freiheitskampf war ein Radikaler jemand, der Tee in den Bostoner Hafen auskippte. Im palästinensischen Freiheitskampf ist ein Radikaler jemand, der sich eine Bombe umschnallt und israelische Kinder in die Luft jagt.

Arafat war der Großvater des modernen Terror. Seine Anhänger perfektionierten die Praxis der Entführung von Flugzeugen. Seine Frau Suha bestätigte, dass die blutrünstige zweite Intifada von ihrem nobelpreistragenden Ehemann vorab geplant worden war. Und er fand stets Wege, sich von den durch ihn finanzierten, autorisierten oder einfach nur geduldeten Terroranschlägen nach außen hin distanziert zu geben.

Jassir Arafats Vermächtnis kann man in neun Buchstaben zusammenfassen: Terrorist.

Bild: Public-Domain-Bilder von Jassir Arafat und Emanuel Gottlieb Leutzes Gemälde “Washington überquert den Delaware” via Wikimedia Commons, vermischt durch HonestReporting

Der iranische Deal und Doppeldenke

23. Juli 2015

Cherryl Smith, HonestReporting, 21.07.2015

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Dr. Cherryl Smith ist emerierte Professorin in Rhetorik und Satzbau an der California State University, Sacramento. Sie schreibt für Framing Israel.

Was mit dem Iran-Deal falsch läuft (siehe hier und hier), kann man auch an Gebrauch und Missbrauch der Sprache ablesen, die rund um den Deal verwendet wird.

Es fällt schwer, es unter einen Hut zu bringen, dass die Führer der Islamischen Republik Iran unverblümt sagen, wir sollten nicht erwarten, dass sie sich in irgendeiner Weise ändern, und das von der USA geführte Verhandlungsteam dennoch die Bedeutung der Taten und Worte dieser Führer zu ignorieren scheint. Zwar mag es nicht unbedingt George Orwells “Doppeldenke” aus dem Buch 1984 gleichkommen:

Wissen und Nichtwissen . . . gleichzeitig zwei Meinungen vertreten können, die sich widersprechen, und trotzdem an beide glauben . . . Logik gegen Logik verwenden . . .

Aber es ist durchaus beunruhigend.

Der beste Deal, den wir herausschlagen konnten

Seit Franklin D. Roosevelt verstand, dass er das Erfordernis einer Zweidrittelmehrheit im Kongress umgehen konnte, indem er einen Vertrag einfach nicht als Vertrag bezeichnete, haben Präsidenten Verträge seither zuweilen “Regierungsübereinkommen” genannt. Der Vertrag mit dem Iran läuft unter der Bezeichnung “Deal“.

Und obwohl sich die Debatte darauf konzentrierte, ob das nun ein guter oder ein schlechter Vertrag ist, hat die Bezeichnung “Deal” es sich so anhören lassen, als handle es sich nicht wirklich um eine gewichtige Vereinbarung, und scheint auch verschleiert zu haben, warum wir (d. h. der Westen, vertreten durch die USA, die EU und Großbritannien) überhaupt verhandelt haben.

Ziel des “Dealens” mit dem Iran war, ihn vom Bau von Atomwaffen abzuhalten. Die Aufhebung von Sanktionen galt dem Stopp von Irans nuklearem Aufbau. Da der Deal dies nicht erwirkt, melden die Saudis, Jordanier, Ägypter und Israelis, iranische Exilanten und 77% der Amerikaner ihren Protest an.

Es ist nicht so, als ob die USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich einen Deal mit dem Iran bräuchten. (Vielleicht freuen sich China und Russland aus wirtschaftlichen Gründen über den Deal.) Aber der Westen und der Nahe Osten dürfen nicht zulassen, dass Iran, der weltgrößte Terrorsponsor, seinem Arsenal keine Atomwaffen hinzufügt.

War dies wirklich der beste Deal, den wir herausschlagen konnten, dann wäre die logische Alternative überhaupt kein Deal — zumindest noch nicht.

Zentrifugen und Ausflüchte

US-Staatssekretärin Wendy Sherman

US-Staatssekretärin Wendy Sherman

Die Konzentration auf das Zustandekommen eines Deals — im Gegensatz zur Beeinflussung des Verhaltens des Iran — führte zu seltsamen Verschleierungen.

Selbst wenn Irans Atomprogramm während der nächsten Jahre etwas entschleunigt wird, existieren die für den Bau von Atomwaffen notwendigen Materialien und Maschinen noch immer. Die versprochenen “Immer und überall”-Inspektionen sind nicht nur verschwunden, sondern wurden durch einen 24-Tage-Vorausbescheid ersetzt und — noch bizarrer — mit der Vorgabe, dass die Iraner detaillierte Erklärungen über den Grund für die Inspektion erhalten müssen.

Und US-Staatssekretärin Wendy Sherman sagte, die Forderung nach “Immer und überall”-Inspektionen sei nur “Rhetorik” gewesen.

Die nichtmoderate Republik

Alles andere als die Sanktionen und das Atomprogramm war “vom Tisch”. Der Deal hebt die Sanktionen auf und behält das Atomprogramm im Großen und Ganzen bei. Die Menschenrechte der Iraner, das Verprügeln oder Töten von Vergewaltigungsopfern, das Hängen von Homosexuellen, der Mangel an Freiheiten, all das wurde nicht diskutiert. Ebenfalls vom Tisch war die Diskussion über die illegal im Gefängnis sitzenden vier Amerikaner im Iran.

Ebenfalls wurde der Iran im Gegenzug für die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen nicht dazu aufgefordert, mit der Bedrohung Israels aufzuhören, den Terror der Hisbollah im Libanon, von Assads Streitkräften in Syrien oder der Hamas in Gaza nicht weiter zu unterstützen. Statt dessen verkündete Ayatollah Ali Khamenai einen Tag nach Abschluss des “Deals”, dieser “Sieg” ändere nichts an der “Politik gegenüber der arroganten USA” oder an Irans Agenda, einer in einer sehr deutlichen Sprache ausgedrückten Agenda.

Während der Verhandlungsmonate leiteten Irans Führer Sprechchöre mit “Tod Amerika” und “Tod Israel” an und bekräftigten ihr Ziel, zur beherrschenden Macht im Nahen Osten zu werden — das Schicksal der Islamistischen Republik Iran, wie sie glauben.

Der Versuch, sich diesen Deal im Kopf begreiflich zu machen, scheint Orwells Doppeldenke zu erfordern.

Sherman CC BY-ND flickr/US-Botschaft in Kiew, Ukraine

Filmemacher: Islamischer Staat ist näher an Israel, als viele glauben

7. Juni 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 3. Juni 2015

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Laut dem Journalisten und Dokumentationsfilmer Itai Anghel hat der Islamische Staat (IS) in nur vier Monaten Gebiete größer als Großbritannien eingenommen, ein in der Geschichte noch nie dagewesener Durchmarsch.

Und IS-Kämpfer sind näher an Israel, als viele glauben, so Anghel. “Ich rede über die Halbinsel Sinai”, sagte er. “Ein Großteil des Sinai nennt sich IS. Und Ägypten hat Angst, dort hineinzugehen.”

Anghel sprach am Dienstag vor der HonestReporting-Mission darüber, wie sich der IS formiert hat und wie er operiert. Er lernte diese Lektionen aus erster Hand, da er aus Syrien und dem Irak berichtete und gefangene IS-Kämpfer und kurdische Soldaten interviewte. Letztere sind die einzige Gruppe, welche bislang das Vorrücken der IS eindämmen konnte.

Während einem seiner Streifzüge durch Syrien letztes Jahr gab es plötzlich die Nachricht, einer seiner Kollegen, James Foley, sei vom IS gefangengenommen und enthauptet worden.
Zu der Zeit war Anghel nur ca. anderthalb Kilometer weg. Später interviewte er einen gefangenen IS-Kämpfer, der sagte, er habe absichtlich stumpfe Messer für die Enthauptungen benutzt, um den Schmerz zu vergrößern. Anghel sagte, er habe das Interview einige Minuten unterbrechen müssen, da er an die Tragödie seines Freundes Foley denken musste.

Anghel sagte, der IS habe jede Absicht, bis weit über Syrien hinaus vorzudringen – in den Libanon, nach Jordanien und Israel, auch als die Levante bekannt, um in der gesamten Region ein Kalifat zu errichten. Für Israel besteht die rote Linie laut Anghel im Fall Jordaniens vor dem IS. “Sobald Jordanien zum IS wird, wird es zu Israels Problem”, sagte er.

Gemäß Anghel kann der Aufstieg des IS auf die amerikanische Invasion des Irak und das Versagen der USA, eine funktionierende Armee als Ersatz für die US-Soldaten aufzustellen, zurückgeführt werden. Er merkte an, die Angehörigen der Baathisten-Streitkräfte Saddam Husseins seien aus der neuen Armee ausgeschlossen worden, und ihre Verärgerung – gemeinsam mit Rivalitäten zwischen den verblieben sunnitischen, schiitischen und kurdischen Streitkräften – habe zum Versagen der irakischen Armee beigetragen.

Er zeigte ein Bild der IS-Streitkräfte, wie sie eine große Zahl Araber in Zivilkleidung exekutierten. Er sagte, die Hingerichteten seien Angehörige der irakischen Armee gewesen, die zu entfliehen hofften, indem sie ihre Uniformen ablegten und sich unter die Ortsansässigen mischten.

“Als sie auf den IS trafen, rannten sie davon. Sie sagten, warum soll ich als Sunnit kämpfen, wenn alle davonrennen? Und das Unglück ist, dass sie nicht nur wegrennen, sondern dass sie all die hochentwickelten schweren Waffen zurücklassen, welche die USA ihnen gegeben hatte, damit sie die stärkste Macht in der Region darstellen. Alle diese Waffen fallen dem IS in die Hände. Und der IS ist ausgesprochen reich, da sein Eroberungsfeldzug mit voller Absicht in jener Region stattfand, in welcher es im Irak das meiste Öl gibt.”

Und was den Nahen Osten betrifft: Dieser befindet sich in einem irreversiblen Zustand der Veränderung. “Den Irak gibt es nicht mehr, Syrien gibt es nicht mehr. Niemand wird diese Territorien vollständig kontrollieren können, selbst wenn Assad durchhält”, so Anghel.

Itai Anghel ist einer der Sprecher der HonestReporting-Mission, die vom 2. bis 8. Juni in Israel stattfindet. Andere Sprecher sind z. B. Oberst i.R. Miri Eisin, die über die Herausforderungen spricht, denen Israel bald gegenüberstehen wird, dann der Jerusalem-Post-Reporter Lahav Harkov, der über die neue Knesset spricht, und Neil Lazarus, der Training für Aktivisten bietet. Zudem untersucht die Gruppe die Thematik der Beduinen im Negev und macht eine Reise durch den Gush-Etzion-Block.

Anghels Vortrag wurde in den Studios von i24 News in Tel Aviv gehalten. Die Gruppe machte eine Führung durch diesen topmodernen Sender, welcher auf Englisch, Französisch und Arabisch sendet und das öffentliche Bild von Israel in der Welt verändern will.

Jeremy Bowen (BBC): palästinensische Christen von dem bedroht, „was die israelische Regierung möglicherweise tun könnte“

16. April 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 15. April 2015

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Kurz nach seinem überaus zahmen und nachsichtigen Interview mit Hamas-Führer Khaled Meshaal richtet der Nahost-Redakteur der BBC, Jeremy Bowen, seine Aufmerksamkeit auf die Not der Christen im Nahen Osten.

In einem Beitrag vom 14. April auf BBC Radio 4 spricht Bowen darüber, wie die Zunahme des radikalen Islam, insbesondere in Form des Islamischen Staates und ähnlicher Organisationen, zu einem christlichen Exodus aus der Region geführt hat.

Ganz am Ende seiner Analyse sagt Bowen:

Auch palästinensische Christen fühlen sich bedroht, und zwar nicht nur durch den extremen Islam, sondern auch durch das, was die israelische Regierung möglicherweise tun könnte.

Was genau könnte die israelische Regierung denn möglicherweise tun? Der Programmbeitrag endet, und man bleibt uns diese Information schuldig, aber Bowen hat einen Samen des Vorurteils gepflanzt, der gerade groß genug ist, um Israel beim uninformierten Hörer mit Christenverfolgung in Verbindung zu bringen.

Dies könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein, aber seit wann kümmert das einen Jeremy Bowen, wenn es um Israel geht?

Britische Kolumnistin: „Israel jetzt bösartiger und gefährlicher als die Hamas“

6. April 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 30. März 2015

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Yasmin Alibhai-Brown, eine Kolumnistin für den Independent, ist Urheberin einer langen Reihe giftiger Hetzschriften gegen Israel und gegen Juden, die Israel unterstützen. Regelmäßig beschreibt sie Israel als „rassistischen“ Staat und als „Apartheid“-Staat, behauptet aber, einige ihrer besten Freunde seien Juden.

Ihre jüngste Tirade schlägt in dieselbe Kerbe und enthält einige besonders verstörende Aussagen, die selbst für ihren ohnehin sehr niedrigen Standard bemerkenswert sind. Von diesen Aussagen sticht besonders die Folgende ins Auge:

Hamas ist eine bösartige und gefährliche Macht im Nahen Osten. Aber Israel ist jetzt bösartiger und gefährlicher.

Ein Blick auf die teuflische und antisemitische Charta der Hamas, von dem absichtlichen Anzielen israelischer Zivilisten wie im letzten Sommer durch die Hamas ganz zu schweigen, genügt als Beweis, dass die wahre Bösartigkeit in Alibhai-Browns abscheulicher Behauptung liegt, Israel sei bösartiger als eine brutale Terrororganisation.

Aber das ist nur eines der vielen Probleme mit Alibhai-Browns Schmierentext. Sie beginnt mit einem Lob für die Israelkritik des Time-Kolumnisten Joe Klein, obgleich dieser laut Alibhai-Brown „sein ganzes Leben lang ein loyaler Zionist“ war. Sie schreibt:

Es erfordert Mut, mit solcher Ehrlichkeit zu schreiben. Es brauchte einen scharfsinnigen und nachdenklichen Juden, um zu formulieren, was Millionen von Menschen weltweit empfinden. Und mittlerweile wird er die Schlingen und Pfeile zorniger Eiferer zu spüren bekommen haben.

Und weiter:

Es ist nicht leicht, ein prinzipienfester und aufmerksamer Diaspora-Jude zu sein. Man wird von Insidern des Verrats bezichtigt und Außenstehende misstrauen einem, und so kann man nicht gewinnen.

Einige tadeln noch immer den rassistischen israelischen Staat, aber mit Vorsicht. Viele schweigen, da Israelkritik den defensiven Zorn von Zionisten provoziert und unerschütterliche Antisemiten stärkt.

Ganz im Gegenteil – es erfordert alles andere als Mut, um Israels Politik zu kritisieren. Viele Juden in der Diaspora tun dies, und sie haben das Recht dazu. Wenn sie dies „vorsichtig“ tun, dann weil sie sich nicht an der Dämonisierung und Delegitimierung beteiligen, die so viele von den hasserfüllten Schimpftiraden charakterisieren, die heutzutage gegen Israel gerichtet werden. Und auch viele Israelis kritisieren ihre Regierung, was zu einer gesunden Demokratie gehört, die erst kürzlich eine intensiv ausgefochtene Wahl abgehalten hat. Natürlich kann Alibhai-Brown der Versuchung nicht widerstehen, das Adjektiv „rassistisch“ einzufügen und Zionismus als schmutzige Ideologie hinzustellen.

Alibhai-Brown schreibt weiter:

Viele von uns Moslems sind derselben Problematik ausgesetzt: Verurteilen wir islamistische Ideologien, werden defensive Moslems wütend, und der antimuslimische Hass wird gestärkt.

Es gibt jedoch keine moralische Entsprechung zwischen Juden, welche Israels Handlungen kritisieren, und Moslems, die islamistischen Terror kritisieren. Zionisten, die Israel verteidigen, sind nicht gleichzusetzen mit „defensiven Moslems“, welche die Ideologie oder Handlungen von Al-Qaida oder ISIS-Terroristen rechtfertigen.

Dann spricht Alibhai-Brown über die Opposition gegen eine einseitig antiisraelische Konferenz an der Southampton University. Wie Petra Marquardt-Bigman schreibt:

Die offizielle Ankündigung beschreibt die Konferenz als „bahnbrechendes historisches Ereignis auf dem Weg zu Gerechtigkeit und dauerhaftem Frieden im historischen Palästina“. Die Konferenz ist angeblich „einzigartig, weil sie die Legitimität des jüdischen Staates Israel im internationalen Recht betrifft“; doch wie Menschen, die sich mit Antisemitismus auskennen, wissen, gibt es beim Herausgreifen des weltweit einzigen jüdischen Staates zu seiner alleinigen Delegitimierung nichts „Einzigartiges“.

Laut Alibhai-Brown jedoch sind die vielen tausend Menschen, die ihre Opposition gegen diese Konferenz zum Ausdruck gebracht haben, „Agitatoren“ gegen die „gelehrten Erwägungen“ bei der Infragestellung von Israels Existenzrecht.

Und dann wird es Zeit für Holocaust-Missbrauch:

Jüdische Denker und Autoren in den USA, dem Vereinten Königreich und Israel stellen nun die Art und Weise in Frage, wie der Holocaust verwässert und benutzt wurde, um unmenschliche Politik und Handlungen zu rechtfertigen.

Die einzige Verwässerung des Holocaust wird von Menschen wie Alibhai-Brown erwirkt, die behaupten, es gebe eine moralische Entsprechung zwischen dem Dahinschlachten von sechs Millionen Juden und der israelischen Behandlung der Palästinenser. Danach vergöttert sie eine Auswahl antizionistischer britischer Juden, die eine sehr lautstarke Randgruppe von Israelhassern darstellen, die nur deswegen Glaubwürdigkeit einfordern, weil sie „als Juden“ sprechen.

Alibhai-Brown schließt:

Ich wünschte mir, mehr von uns Moslems würden jüdische Männer und Frauen anerkennen, die trotz untolerierbaren Drucks für Palästina kämpfen, für ein ethisches und gerechtes Israel und für die Gleichheit aller Menschen. Ich wünschte mir, mehr Moslems wären so unparteiisch und ehrenhaft wie diese jüdischen Widerständler.

In Alibhai-Browns hasserfüllter Weltsicht gibt es gute Juden und böse Juden. Die guten Juden stellen sich Israel entgegen, und die bösen Juden sind Zionisten.

Dammbruch: palästinensische Lüge entlarvt

24. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Februar 2015 / Übs: YdW

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Das kürzliche stürmische Wetter in Israel und angrenzenden Gebieten hat in Gaza zu weiten Überflutungen geführt. Den Palästinensern und ihren Medienunterstützern genügt es jedoch nicht, den starken Regen dafür verantwortlich zu machen – nein, Israel muss irgendwie beschuldigt werden.

Al-Jazeera:

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Überschrift: Gazabewohner fliehen vor Überflutungen durch Öffnung israelischer Dämme
Unterüberschrift: Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe von Dämmen geöffnet haben, welche das Gaza-Tal überfluteten

Wenigstens 80 palästinensische Häuser wurden überflutet, nachdem der Wasserpegel nach der Öffnung mehrere Dämme durch israelische Behörden im Gaza-Tal (Wadi Gaza) fast drei Meter erreichte und Familien zur Evakuierung zwang…

Brigadegeneral Said Al-Saudi, Leiter der Zivilschutzbehörde in Gaza, sagte zu Al Jazeera: „Letzte Nacht öffnete Israel ohne Vorwarnung Wasserdämme, was zu schweren Schäden an Dörfern in Gaza nahe der Grenze führte. Über 40 Häuser wurden überflutet, und 80 Familien befinden sich als Folge davon derzeit in Notunterkünften.“

Er fügte hinzu, dass sich die Dammöffnung negativ auf die lokale Landwirtschaft auswirken würde, da die Überschwemmungs auch Geflügel– und Tierfarmen in Gaza in Mitleidenschaft gezogen hat.

„Wir appellieren an Menschenrechtsorganisationen und internationale Rechtsorganisationen, dass sie intervenieren, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.“

RT (Russia Today):

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Israel öffnet Dämme und zwingt Hunderte Gazabewohner aus ihren überfluteten Häusern (Fotos)

Es ist nicht das erste Mal, dass israelische Behörden die Dämme zum Gaza-Tal geöffnet haben. Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne Vorwarnung die Schleusentore ihrer Dämme in Richtung Gaza, um massive Mengen überschüssigen Wassers abzulassen, das sich während schwerer Regen– oder Schneefälle in der Naqab-Region angesammelt hatte.

Maan News:

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Hunderte Palästinenser fliehen, nachdem Israel Dämme in Richtung Gaza-Tal öffnete

Der Sprecher der Zivilschutzbehörde in Gaza, Muhammad al-Midana, warnte, es könne weiteres Leid geben, wenn Israel weitere Dämme in diesem Gebiet öffnen würde. Er sagte, das Wasser fließe aktuell mit hoher Geschwindigkeit von der israelischen Grenze durch das Tal ins Mittelmeer.

Natürlich hat diese Story in antiisraelischen sozialen Medien die Runde gemacht. Man kann sie jedoch leicht widerlegen, da es sich um eine schamlose Lüge handelt. Das Büro des COGAT-Sprechers (COGAT = Coordination of Government Activities in the Territories) teilte HonestReporting mit:

Die Behauptung ist völlig falsch, denn in Südisrael gibt es keinerlei Dämme. Aufgrund der jüngsten Regenfälle wurden die Wasserströme in der Region überflutet ohne jegliche Verbindung zu irgendwelchen Aktionen seitens des Staates Israel.

Vor dem Sturm genehmigte COGAT die Überführung von vier Wasserpumpen der palästinensischen Wasserbehörde von Israel nach Gaza zur Verstärkung der 13 bereits im Gazastreifen befindlichen Pumpen, um möglichen Überflutungen im Gebiet Herr zu werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser diese Lüge verbreitet haben. Zuletzt geschah dies 2013 während einer ähnlichen Schlechtwetterperiode.

UPDATE

Sogar die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat diese Lüge nachgeplappert. Xinhuas Jerusalembüro wurde informiert.

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Israel öffnet Dämme, überflutet Gaza

Bild: CC BY-SA HonestReporting, Hintergrunddesign von Freepik

Misslungene Schlagzeile der New York Times: Palästinenser bei Terroranschlägen „verdächtigt“

11. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 11. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Am Montag gab es in Israel zwei separate Terroranschläge. Beim ersten wurde der IDF-Soldat Almog Shiloni, 20, in der Nähe einer Bahnstation in Tel Aviv erstochen. Täter war Nur al-Din Abu Hashiyeh aus Nablus. Später wurde die 26jährige Dalia Lemkus außerhalb der Gemeinde Allon Schewut, die Gusch Etzion angehört, erstochen – und hier war es Maher Hamdi al-Hashalmoun aus Hebron, der mit dem islamischen Dschihad in Verbindung steht.

In beiden Fällen wurden die Täter schnell verhaftet, und bei beiden Vorfällen existiert genug Filmmaterial aus Überwachungskameras, worauf man genau sehen kann, was geschehen ist.

Die New York Times brachte die Story beider Angriffe auf ihrer Website. Sie verwendete folgende Schlagzeile, die auf „palästinensische Angriffe“ hinwies:

Israelische Frau tot und ein Soldat erstochen bei verschiedenen palästinensischen Angriffen

Israelische Frau tot und ein Soldat niedergestochen bei separaten palästinensischen Angriffen

Später überarbeitete die New York Times jedoch ihre Schlagzeile, offenbar um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Almog Shiloni mittlerweile seinen Verletzungen erlegen war. Dies ist nun die aktuelle Schlagzeile online und in der Druckversion:

Palästinenser werden verdächtigt, nachdem zwei Israelis bei Messerattacken starben

Palästinenser werden verdächtigt, nachdem zwei Israelis bei Messerattacken starben

Zu welchem Zeitpunkt genau hat die palästinensische Verantwortlichkeit abgenommen? Ab wann waren die Täter plötzlich „Verdächtige“? Eine solche Schlagzeile wäre verständlich als unmittelbare Reaktion auf unbestätigte Eilmeldungen. Aber die New York Times überarbeitete ihre ursprüngliche Schlagzeile, nachdem kristallklar feststand, dass es sich um palästinensische Terroranschläge handelt.

Zudem mindert die Aussage, die Israelis seien bei den Messerattacken „gestorben“, effektiv die Schwere der Vorfälle. Die Israelis starben nicht einfach. Sie wurden von palästinensischen Terroristen brutal ermordet.


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