Archive for the ‘Die Welt und Nahost’ category

Gaza Konflikt Tag 6. Hat die Hamas bewusst Ramallah angegriffen?

14. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporing, 13.07.14 (übersetzt von Cora)

Nachdem eine Rakete letzte Nach in Ramallah einschlug, vermutete Patrick Martin vom Globe & Mail, dass die Hamas bewusst auf die PA gefeuert hat.

Der Gedanke, dass militante Palästinenser aus Gaza auf die palästinensischen Behörden in Ramallah feuert, ist sicher eine neue Wendung in dem 6 tägigen Raketenkrieg zwischen Israel und den militanten von der Hamas angeführten Gruppen im Gazastreifen.

Aber es ist nicht unwahrscheinlich. Palästinenserpräsident Abbas hat die Hamas-Führung in dieser Woche zweimal wegen ihrer unverantwortlichen Raketenangriffe auf Israel heftig attackiert.

Der palästinensische Vertreter im UN-Menschenrechtsrat sagte, es gäbe keine Chance für die PLO, erfolgreich irgendwelche Anklagen wegen Kriegsverbrechen gegen Israel vor dem internationalen Gerichtshof vorzubringen. Der Grund dafür sei, dass der Raketenbeschuss der Hamas viel schlimmer sei. Laurie Blank argumentierte in The Hill genauso, aber es ist wirkungsvoller, wenn es Ibrahim Khreishah feststellt. Hier ist großartige Hingucker von MEMRI.

Nach Angaben eines UN Berichts (pdf–Format) über den Gaza–Konflikt, sind 77% der palästinensischen Opfer Zivilisten. Was die Berichterstattung von AFP, BBC und The Independent aber nicht erzählt: Dieses Dokument stellt deutlich fest, dass die meisten der Opfer aus Gaza hätten zuvor eine Warnung erhielten.

In den meisten Fällen wurden die Einwohner von den Israelis entweder durch Anrufe oder durch Warnschüsse kurz vor den Angriffen gewarnt.

Flächenbombardement auf Gaza. Wenn man France24-Korrespondenten glauben würde, müsste die Anzahl an palästinensischen Opfer wesentlich höher sein.

Israel ist nicht schuld! Falsche Fotobechreibung wurde korrigiert. HonestReporting sorgte für die Korrektur.

Israel unter Beschuss: Operation schützende Schneide

9. Juli 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 8. Juli 2014

Israel sieht sich einmal mehr gezwungen militärisch gegen die Hamas im Gazastreifen vorzugehen. Hier sind einige der Schlüsselpunkte und -Informationen zur Operation Schützende Schneide.

Israel unter Beschuss

Seit Beginn des Jahres 2014 haben Terroristen aus dem Gazastreifen mehr als 540 Raketen auf unschuldige israelische Zivilisten geschossen. Raketenfeuer gefährdet mehr als 3,5 Millionen Menschen, die innerhalb der Reichweite der Raketen des Gazastreifens leben – rund 40% der Bevölkerung Israels. Es hat eine dramatische Eskalation des Raketenfeuers gegeben, da während des vergangenen Monats rund 240 Raketen geschossen wurden und mindestens 40 Raketen das südliche Israel alleine Montagabend trafen.

Wir sind entschlossen den Terrorkapazitäten und -infratstruktur der Hamas einen beträchtlichen Schlag zu versetzen, jede vom Gazastreifen ausgehende Bedrohung der israelischen Souveränität zu eliminieren und die Stabilität in der südlichen Region wiederherzustellen. Terroristen, die Aggression gegen Israel begehen, werden einen persönlichen Preis zahlen und die Folgen ihres Handelns tragen müssen.
Oberstleutnant Peter Lerner, IDF-Sprecher

Die IDF hat die Operation Schützende Schneide eingeleitet, um Israels Zivilisten gegen den Hamas-Terror zu verteidigen

Bei dieser Operation geht es nicht um Bestrafung, wie sie die Schlagzeile von SkyNews unten andeutet. Die Operation Schützende Schneide soll die Raketen stoppen.

Israel bombardiert den Gazastreifen, um das Raketenfeuer zu ahnden

Die Hamas traf die Entscheidung zur Eskalation und wird daher einen schweren Preis dafür zahlen. Israel hat versucht die Lage zu deeskalieren, indem es der Hamas Waffenruhen anbot. Die Times of Israel schreibt:

Die arabische Tageszeitung Al-Hayat berichtet, dass Israel die Hamas und den Islamischen Jihad über Ägypten am Montag warnte, wenn das Raketenfeuer weiter gehe, werde die IDF heftig reagieren.

„Israel wird den Gazastreifen mit harter Hand schlagen, wenn die zwei Bewegungen keine Waffenruhe akzeptieren“, sagte ein hochrangiger offizieller Vertreter Ägyptens Repräsentanten der beiden Organisationen, hieß es von eine palästinensischen Offiziellen.

Die Operation startete Montagabend, als die IDF rund 50 Ziele angriff, darunter Raketenabschusssysteme und versteckte Abschussrampen, Tunnel, Trainingslager, Waffenlager, die Häuser von Hamas-Terroristen und andere Bereich terroristischer Aktivitäten.

Hier können Sie sehen, wie die IDF am Montagabend zwei Terrororte beschießt:

Kein Land der Welt würde eine Situation hinnehmen, in der in den Wochen nach der Entführung dreier israelischer Teenager fast 300 Raketen und Mörser aus dem Gazastreifen auf israelische Bevölkerungszentren geschossen worden sind.

Hamas-Raketen

Seit der Operation Wolkensäule im Jahr 2012 hat die Hamas die Größe und Stärke ihres Raketenarsenals verstärkt. Sie besitzt derzeit 10.000 Raketen und Mörsergranaten, darunter Langstrecken-Raketen wie die FAjr-5. Im IDF-Video unten sehen Sie mehr dazu:

Der Raketenabwehrsystem Eiserne Kuppel hat sich als bemerkenswert effektiv erwiesen. Aber kein Raketenschild dieser Art bietet 100% Schutz. Es gibt auch eine nur eine begrenzte Anzahl der Batterien der Eisernen Kuppel, um die gesamte Region abzudecken. Israelische Opferzahlen sind zwar im Verhältnis zur Zahl der geschossenen Raketen gering gewesen, aber das liegt nicht an fehlender Motivation seitens der palästinensischen Terroristen, die versuchen so viele Tote und Verletzte wie möglich zu verursachen.

Seien Sie vorbereitet auf Pallywood

HonestReporting hat in der Vergangenheit schon viele Beispiele von Pallywood entlarvt, bei denen Fotos oder Videos gestellt oder abgeändert wurden, um den Propagandawert für die Palästinenser zu maximieren. Es ist also einigermaßen erfreulich, dass die BBC endlich zugegeben hat, dass dies ein Problem sein könnte:

Im Verlauf der vergangenen Woche ist der Hashtag #GazaUnderAttack Hunderttausende Male genutzt worden, oft um Bilder zu verbreiten, von denen behautet wird, sie zeigten die Auswirkungen israelischer Luftangriffe auf den Gazastreifen.

Eine Untersuchung von #BBCtrending hat festgestellt, dass viele dieser Bilder nicht aus dem aktuellen Konfliktgeschehen oder auch gar nicht aus dem Gazastreifen stammen. Einige entstanden bereits 2009 und andere in Konflikten in Syrien und dem Irak.

http://www.bbc.co.uk/emp/embed/smpEmbed.html?playlist=http%3A%2F%2Fplaylists.bbc.co.uk%2Fnews%2Fmagazine-28198163A%2Fplaylist.sxml&title=%23BBCtrending%3A%20Are%20%23GazaUnderAttack%20images%20accurate%3F&product=news

Israel gegen Behauptungen übertriebener Gewaltanwendung verteidigen

Palästinensische Raketen sind keine „selbst gebastelten Flugkörper“ – sie sind tödlich und bedrohen eine große Anzahl israelischer Bevölkerungszentren. Der Status Gazas als Terrorbasis ist ebenfalls als Ergebnis der Quantität der verbesserten Waffen verstärkt worden, die aus dem Sudan, Libyen und dem Iran eingeschmuggelt werden und eine noch größere Bedrohung der israelischen Zivilbevölkerung darstellen.

Aufgrund früherer Erfahrungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis einige der internationalen Medien Israel wegen der Anwendung „übertriebener“ oder „unverhältnismäßiger Gewalt“ zur Erreichung seiner Ziele kritisieren. Bereiten Sie sich darauf mit unserer folgenden Diashow vor:

http://image.slidesharecdn.com/digdipl-excfrc-17a-111017004444-phpapp01/95/defending-israel-against-claims-of-excessive-force-1-638.jpg?cb=1373525667

Wie Sie helfen können

Das Schlachtfeld in den Medien ist immens wichtig. Israel wird nur dann Spielraum eingeräumt effektiv mit der Hamas im Gazastreifen umzugehen, wenn die Öffentlichkeit in den westlichen Staaten begreift, warum genau Israel handelt und welche Maßnahmen es einsetzt, um zivile Opfer zu vermeiden.

HonestReporting wird Sie mit Eilmeldungen und Meldungen zur Entwicklung auf dem Laufenden halten sowie die Meiden in den kommenden Tagen beobachten.

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Sie können auch dem IDF-Blog folgen sowie vertrauenswürdigen Nachrichtenquellen wie der Times of Israel und der Jerusalem Post.

Lesen Sie auch Krieg im Gazastreifen: 5 Tipps, wie man sich die Nachrichten sortiert und in den sozialen Medien verantwortlich teilt.

Zu diesen unbegründeten Vorwürfen

6. Juli 2014

Simon Plosker, Times of Israel, 6. Juli 2014

Teil meiner Arbeit als Redaktionsleiter von HonestReporting ist es, die Medien zu kritisieren, wenn sie unbegründete und spekulative Vorwürfe gegen Israel erheben.

Aus diesem Grund kritisierte ich diese Medienorganisationen, die voreilig als Tatsache erklärten, jüdische Extremisten oder Siedler seien für entsetzlichen Mord an dem palästinensischen Teenager Mohammed Abu Khdeir verantwortlich. Aus journalistischer Perspektive war es komplett unprofessionelle Vorwürfe zu senden, ohne zu erklären, dass diese genau das waren. Schließlich verlangt, wenn die Medien über Kriminalfälle berichten, die Genauigkeit irgendwo in der Story die Beschreibungen „mutmaßlich“ oder „verdächtig“.

Jetzt, da offengelegt wurde, dass die Verdächtigen (und das ist alles, was sie trotz ihrer Verhaftung bisher sind) jüdische Israelis sind, wird es auf unserer Seite viele geben, die die unbegründete Spekulation überdenken sollten, die in den sozialen Medien in den letzten Tagen von ihnen verbreitet wurden.

Äußerungen der Polizei, die alle Möglichkeiten offen ließen, verwandelten sich in „Tatsachen“ zu Ehrenmord und Abu Khdeirs Sexualität. So viele von uns hofften und beteten, dass dies der Fall sein würde, damit wir nicht der verheerenden Wirklichkeit gegenüber stehen müssten, dass einige von uns dieses Verbrechen begangen haben könnten.

Die Gerüchte breiteten sich aus, unterstützt durch ein Informationsvakuum und Ungewissheit, die diejenigen, die in Israels öffentlicher Diplomatie arbeiten nur allzu gut kennen. Israelische Offizielle ziehen es vor alle Fakten in der Hand zu haben, statt eilige und ungenaue Äußerungen abzugeben.

Ich kann den Instinkt verstehen, dass man in einer Situation die Reihen schließt, in der Israels Unterstützer mit dem schlimmstmöglichen Szenario konfrontiert werden. Was ich aber nicht verstehen kann sind die fast verzweifelten und letztlich vergeblichen Versuche, die ich von normalerweise besonnen Menschen erlebt habe, die Möglichkeit komplett auszuschließen, dass ein Jude für solch eine abscheuliche Tat verantwortlich sein könnte.

Diejenigen, die das machten, sind nicht besser als die Medien, die sie wegen nachteiliger Berichterstattung zu kritisieren versuchten.

Was BDS mit psychologischem Druck auf Israel meint

6. Juli 2014

Alex Margolin, HonestReporting.com, 20. Mai 2014

Würden mehr linke Zionisten anfangen “die BDS-Bewegung auf der einen oder anderen Ebene zu unterstützen”, würde der psychologische Effekt Israel zwingen seine Politik gegenüber den Palästinenser zu ändern, sagt Larry Derfner, nach eigenen Angaben ein linker Zionist, der an den politischen Lösungen für den Konflikt mit den Palästinensern verzweifelt ist.

Wenn eine beträchtliche Anzahl linker Zionisten, die über das entsetzt sind, was Israel den Palästinensern antut, den Versuch aufgeben würde Israel zu ändern und stattdessen anfangen würde, es für seine Ablehnung von Veränderung zur Verantwortung zu ziehen, dann, glaube ich, würde das einen heftigen psychologischen Einfluss auf dieses Land und seine Führer haben.

Ob das zu einer Änderung der Politik führen würde oder nicht, kann diskutiert werden. Aber Derfner hat zumindest in einer Sache recht: Der Effekt wäre psychologisch. Er hätte wenig mit der erklärten Absicht der BDS zu tun wirtschaftlichen und politischen Druck auszuüben.

Fakt ist, dass das wahre Endziel der BDS-Bewegung: die Welt dazu zu bringen, dass sie Israel derart hasst, dass das israelische Volk es nicht mehr erträgt und alles unternimmt, damit es aufhört. Das ist der psychologische Druck, den Derfner beschreibt.

Andere linke Zionisten haben natürlich feste Stellung gegen solch tiefgreifende Boykotte bezogen. Peter Beinart, ein führender links-zionistischer Denker, macht geltend, ein Siedlungsboykott müsse von gleich starker Bemühung begleitet werden die Bereiche innerhalb der Grünen Linie zu unterstützen. „Wir sollten Bemühungen zur De-Investition aus allen israelischen Firmen mit derselben Intensität ablehnen, mit der wir Bemühungen zum Investitionsabzug aus Firmen in den Siedlungen unterstützten“, schrieb er in der New York Times.

Derfner stellt keine solche Bedingung. Er drängt die Menschen einfach zum Boykott auf jeder Ebene.

BDS ist keine Taktik des Alles-oder-Nichts. Wenn jüdische Linke Israel nicht boykottieren wollen, dann lasst sie einfach nur die Siedlungen boykottieren. Wenn sie den Wirtschaftsboykott, aber nicht den kulturellen Boykott unterstützen wollen oder die kulturellen, aber nicht den akademischen Boykott, dann hilft auch das.

Wenn sie aber gar nichts boykottieren wollen, dann sollen sie einen besseren Vorschlag zur Veränderung des Status quo machen oder einfach überhaupt einen, der nicht bereits versagt hat.

Nun, hier ist ein Vorschlag, der Erfolg haben könnte – wie wäre es, wenn die Palästinenser für ihr Tun genauso zur Verantwortung gezogen würden wie Israel?

Und vielleicht besteht ja überhaupt kein Bedarf Israel unter Druck zu setzen. Vielleicht würden die Israelis, wenn es ein paar Schlüsselveränderungen auf der palästinensischen Seite gäbe, tun, von dem die Times of Israel, dass sie es unter den richtigen Bedingungen tun werden, selbst wenn es bedeutet einige schmerzhafte Zugeständnisse zu machen.

Was geschähe, wenn die Palästinenser zu der Erkenntnis kämen, dass Unterstützung nicht länger automatisch erfolgen würde, sondern durch Schritte hin zum Frieden verdient werden muss? Würde das irgendeinen Einfluss auf den Status quo haben?

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Doch das ist ein „Vorschlag, der nicht bereits versagt hat“, weil er nie ernsthaft ausprobiert wurde.

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Schließen Sie sich der Facebook-Seite Facebook (BDS bekämpfen) an und beziehen Sie Stellung gegen die Delegitimierung Israels.

Bild: CC BY-SA HonestReporting, flickr/Andrew Plumb

Ein zweifacher herber Medienschlag für die BDS

22. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 10. Juni 2014

Nach dem erfolgreichen Rolling Stones Konzert in Tel Aviv war es nicht gerade eine tolle Woche für die BDS-Bewegung. Und jetzt wird es noch schlimmer, nachdem gleichzeitig in der New York Times und dem Daily Telegraph kritische Äußerungen gegen den BDS erschienen.

In der New York Times nennt Roger Cohen jene beim Namen, die gegen den Auftritt der Rolling Stones in Tel Aviv waren:

Roger Waters und Nick Mason, Gründungsmitglieder von Pink Floyd, waren lautstark dabei die Israelis der „Apartheid“ zu bezichtigen, als sie versuchten Mick Jagger, Keith Richards und die anderen davon abzuhalten, ihr Konzert am 4. Juni zu geben. „Jetzt in Israel zu spielen, ist das moralische Äquivalent zu einem Auftritt in Sun City während des Höhepunkts der Apartheid in Süd-Afrika“, schrieben sie.

Waters nennt Israel ein „rassistisches Apartheidssystem“ und hat mehr als einmal die Situation der Palästinenser mit der der Juden in Nazi-Deutschland gleichgesetzt. „Das ist kein neues Szenario“, teilte er dem Magazin Counterpunch im letzten Jahr mit und spielte auf das Berlin nach 1933 an, „mit dem Unterschied, dass diesmal das palästinensische Volk ermordet wird.“

Jagger hatte Recht in Tel Aviv aufzutreten und sei es nur als machtvoller Protest gegen die Vorwürfe der europäischen Gutmenschen. Juden erlitten eine systematische, industrialisierte Vernichtung durch die Nazis in jener Zeit, auf die Waters anspielt. Dazu gibt es in Israel keinerlei Parallele. Punkt!

Zu suggerieren, dass es sie gibt, ist wesentlich mehr als intellektuelle Schlampigkeit. Es ist eine Form moralischen Rufmords.

Derweil hebt Jake Wallis Simpson im Daily Telegraph Gegnerschaft zur BDS-Bewegung durch die palästinensische Führung hervor:

So stellt sich heraus, dass die Palästinenserführung die BDS-Aktivisten als wenig mehr denn peinliche Unruhestifter sieht, die sie am liebsten unterdrücken würde.

Omar Barghouti, eine der Führungsfiguren der BDS-Bewegung, antwortet darauf gereizt mit einem ulkigen Statement: „Wenn die vier Männer vor Gericht gestellt werden“, sagt er, „ dann sollten wir die palästinensische Autonomiebehörde dafür verfolgen, dass sie die israelische Besetzung unterstützt.“

In Wahrheit ist schon lange klar, dass viele palästinensische Offizielle nicht mehr daran glauben, dass die BDS-Bewegung den Interessen des palästinensischen Volkes dient.

Ganz offensichtlich wurde dies während des Begräbnisses von Nelson Mandela. Mahmoud Abbas, der palästinensische Präsident sagte gegenüber Reportern: „Nein, wir unterstützen den Boykott Israels nicht.“

Majdi Khaldi, einer der ältesten Ratgeber, wurde noch deutlicher: „Wir sind Israels Nachbarn, wir haben Abkommen mit Israel, wir nehmen Israel wahr und wir bitten niemanden darum, israelische Produkte zu boykottieren.“ (Obwohl die PA durchaus den Boykott von Produkten aus den „Siedlungen“ unterstützt)

Mehr von Jake Wallis Simpson hier und von Roger Cohen hier.

BDS und der Mythos des wirtschaftlichen Druckes

14. Juni 2014

Alex Margolin, HonestReporting.com, 2. Juni 2014 (übersetzt von Cora und heplev)

„Die BDS behauptet, sie wolle nur, was gut für die Palästinenser ist, egal wie vielen von ihnen sie dafür Schaden zufügen muss.“ Stu Bykofsky, Kolumnist der Philadelphia Daily News, 26. Jan. 2014

Die BDS-Bewegung basiert auf einem einzigen Übermythos: dass wirtschaftlicher und politischer Druck die Apartheid in Süd Afrika zu Fall gebracht habe und dass damit auch Israel zu Fall gebracht werden kann. Und wenn das Südafrika zu Fall bringen konnte, dann kann es auch Israel zu Fall bringen.

Das ist jedoch ein Mythos, denn es ist schlicht nicht wahr.

Nach von Ivo Welch durchgeführten Untersuchungen hatten Boykotte, De-Investition und Sanktionen praktisch keinerlei Einfluss auf Süd Afrika. „Persönliche De-Investitionen, ob als wirtschaftlicher Druck oder rein symbolisch, hatten niemals damit Erfolg die Haltung von Wirtschaftsunternehmen oder Regierungen zu ändern“ schrieb er in der New York Times.

Mit dem Verweis auf eine Initiative der Stanford University, die versuchte die US-Regierung zu zwingen ihre Investitionen in Firmen zu beenden, die Kohle abbauen, zeigt Welch auf, dass das Modell Süd-Afrika nicht als Beispiel für Erfolg herhalten kann.

Hat wirklich kein einziger Boykott es geschafft, Süd-Afrika dazu zu bringen in den 1980-er Jahren die Apartheid zu beenden?

Unglücklicherweise nicht. In meinen wissenschaftlichen Studien haben meine Co-Autoren und ich herausgefunden, dass die Ankündigung von De-Investitionen in Süd-Afrika, nicht nur durch Universitäten, sondern auch durch staatliche Fonds, keinerlei erkennbaren Effekt auf die Bewertung durch die davon betroffenen Unternehmen hatten, hatte – weder kurz- noch langfristig.

Und es gab keinerlei sichtbaren Effekt auf die Zusammensetzung der Aktionäre        zwischen institutionellen und nicht institutionellen Investoren. Wir suchten gründlich nach Beweisen für eine Wirkung von Sanktionen und Boykotten auf den Wert der südafrikanischen Währung, der Börsenkurse und der Wirtschaft: Nichts!

Mit anderen Worten; der einzige Effekt der BDS-Kampagne findet sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Und das ist der Grund dafür, dass BDS Aktivisten versuchen eine De-Investitionsmaßnahme nach der anderen gegen Israel durchzudrücken, auch nach einer langen Reihe von Misserfolgen. Jede Kampagne ist eine neue Chance, ihre Antiisrael-Geschichten weiter zu verbreiten und immer mehr Menschen mit ihrer giftigen Botschaft zu infizieren.

Welch vermerkte, dass die Ächtung, die Südafrika durchmachte, Südafrikas Präsidenten F. W. de Klerk mehr beeinflusste als der wirtschaftliche Druck.

Natürlich ist nicht alles Ökonomie. Die Moral ist wichtig. Hätte ich Investitionen aus Südafrika abgezogen? Ja, aber ich hätte keine Illusionen gehabt, dass das einen Unterschied gemacht hätte.

Moral ist wichtig und genau das ist der Grund, dass die BDS-Bewegung weiter scheitert. Israel ist nicht das Apartheid-Südafrika, egal was BDS-Unterstützer die Leute glauben machen wollen. Und die Ziele der BDS-Bewegung sind nicht ansatzweise so nobel wie die Ziele derer, die echte statt eingebildeter Apartheid bekämpfen.

Mitchell Bard stellte in der Bewertung des Zustands der BDS-Bewegung fest, dass das moralische Element massiv fehlt:

Ihre Argumente finden keinen Nachhall, besonders wenn sie als Israel-Leugner ohne Interesse am Wohlergehen der Palästinenser, an Frieden oder Menschenrechten außerhalb der Westbank entlarvt werden. Ihr Ziel ist schlicht Beseitigung Israels.

Das erklärt auch, warum die Strategie von Kooperation und Dialog für die BDS derart anstößig ist. Sie könnte die Lage verbessern, wird aber nicht das Ende Israels herbeiführen.

The Independent: Zionismus „vertrieb die Palästinenser“

24. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 21. Mai 2014

Der Independent schreibt:

Heute gifteten palästinensische Aktivisten wegen der Pläne des Papstes seinen ersten Besuch als Pontifex ans Grab Theodor Herzls zu machen, dem Gründer des Zionismus, der politischen Bewegung, die Israel gründete und die Palästinenser vertrieb.

Als politische Bewegung und Ideologie ging es dem Zionismus weder um die Vertreibung der Palästinenser noch war er dafür verantwortlich. Es scheint so, dass Independent-Reporter Ben Lynfield sich mit den Kommentaren des BDS-Aktiviten Omar Barghouti identifiziert, der in dem Artikel mit diesem Verweis auf den Zionsimus zitiert wird: Er ist

eine offenkundig rassistische Ideologie, die dazu gedient hat die ethnische Säuberung des größten Teils der eingeborenen Bevölkerung Palästinas zu ermöglichen und zu rechtfertigen.

Wenn Lynfield behauptet, dass die gesamten Daseinsgrund hinter Israels leitender zionistischer Ideologie darin bestand die Palästinenser aus dem Land zu entfernen, dann ist es fragwürdig, ob er in der Lage ist auf objektive Weise aus der Region zu berichten.

Es scheint so, als könne der Independent nicht zwischen Meinung und Nachrichten unterscheiden.

So entsetzlich, es wird euch zum Weinen bringen!

23. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 19. Mai 2014 (Übersetzung: Cora)

Peter Goers

Man kann die hasserfüllte Propaganda des Ausflugs einer Reise der australischen „Freunde Palästinas“ nur erahnen, die einen Kommentar des Radiomoderators Peter Goers in der Adelaide Sunday Mail zum Ergebnis hatte. In Goers‘ Text ist derart viel übertrieben worden, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

Goers Anfang gibt einem eine Ahnung von dem, was folgt.

Jesus weinte. In Palästina weinte Jesus und ich auch. Ich weine um die Palästinenser, die unter der israelischen Apartheid leben.

Von da an weint Goers so viel, dass der ganze Artikel zu einem Ausraster in Schriftform wird. Während man auf den Vorwurf der Apartheid noch etwas erwidern kann (hier mehr über die Apartheidsstaat-Lüge), ist das meiste, was nun folgt eine Mischung von unbewiesenen Behauptungen und absoluten Lügen. Einige Beispiele:

Ich weine über jeden der 720 Kilometer der barbarischen Mauer in Israel …

Statt einer „barbarischen Mauer“ sind 97% der Barriere vielmehr ein Drahtzaun. Und ganz nebenbei: Was ist an der israelischen Verteidigung gegen palästinensischen Terrorismus und Selbstmordattentate barbarisch?

Ich weine um die vielen Israelis, die den 1400 Jahre alten Felsendom, die Al Aksa Moschee und die christlichen Kirchen in diesem Land, aus dem die Propheten kamen, zerstören wollen.

Wie viele Israelis wollen heilige islamische oder christliche Stätten zerstören? Anders als die Palästinenser respektieren die Israelis die Unantastbarkeit der heiligen Stätten anderer Religionen und diese werden vom israelischen Recht geschützt. Aber das ist nur eine von vielen bizarren Anschuldigungen, die keine Basis in der Realität haben.

Palästinenser bekommen nur 20% Strom und Wasser und bezahlen sechmal wie Israelis so viel für die unregelmäßige Lieferung.

Eine weitere eigenwillige Statistik ohne Beleg zur Untermauerung. Seit dem Oslo-Abkommen hat der Wasserverbrauch zugenommen (hier mehr zum Thema Wasser), fließt Strom für die Palästinenser nur eine Stunde täglich und in halber Stärke fließt (wohl kaum eine „unregelmäßige Lieferung“), weil die palästinensische Jerusalem District Electric Company $154 Schulden hat und Israel deswegen auf die gerade erfolgte Aussöhnung zwischen Fatah und Hamas reagierte.

Jesus war ein Palästinenser, der unter einer anderen Besatzung geboren wurde.

Eine lächerliche Verdrehung der Geschichte. Jesus war natürlich Jude, der römischen Besatzung lebte.

Ich weine um die tyrannischen, kriegerischen Israelis. Die Juden – einst so unterdrückt, nun so unterdrückerisch.

Nicht Israelis – „Juden“! Gemäß Goers verhalten sich die Opfer der Nazis genauso wie ihre Unterdrücker.

Ich weine um die Palästinenser, die sechs Anrufe tätigen müssen um einen Krankenwagen zu bekommen. Die Israelis machen nur einen.

Ist es tatsächlich Israels Schuld wenn der palästinensische Rote Halbmond nicht so effizient arbeitet wie der Magen David Adom?

Ich weine um die 1004 palästinensischen Kinder die im letzten Jahr eingesperrt, gefoltert, missbraucht und entführt wurden.

Israel der Folter und des Kindesmissbrauchs zu beschuldigen ist ganz schlicht eine Verleumdung. Israel foltert und entführt keine palästinensischen Kinder. Der tatsächliche Kindesmissbrauch ist die Vergiftung der jungen Herzen, die dazu führt, dass palästinensische Kinder an Gewalt und Terror teilnehmen.

Abgesehen von dem Genannten, bietet Goers nichts anderes als einen absolut einseitigen und verzerrten Kommentar, frei von jeglichem Verständnis oder Bereitschaft auch die israelische Seite zu sehen. Das Ergebnis ist erstaunlich ignorant und beleidigend.

Lest es und weint.

Unterschiedliches Maß für unterschiedliche Raketenangriffe

18. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 31. März 2014

Terrorunterstützung, völkermörderisches Regime schießt Raketen auf das Territorium einer liberalen Demokratie. Klingt das bekannt?

Südkorea schießt zurück, nachdem nordkoreanische Granaten in umstrittenen Gewässern einschlagen.

In diesem Fall schießt Südkorea ZURÜCK, als es von seinem Nachbarn nach Angaben der Schlagzeile im Guardian angegriffen wurde. Es ist klar, dass Südkorea auf einen Aggressionsakt reagiert.

Doch was geschieht, wenn Israel zurückschießt, als Reaktion auf palästinensische Raketen aus dem Gazastreifen?

Dies ist eine wahrscheinlichere Schlagzeile, wenn Israel zurückschießt:

Israelische Flugzeug hämmern nach Raketenangriff auf den Gazastreifen ein.

Wie kommt es, dass es die Schlagzeilen, wenn auf Israel geschossen wird, immer noch schaffen Israel als den Aggressor darzustellen? Oder dass mindestens noch eine moralische Gleichsetzung mit den Terroristen geschieht, die die Raketen in einer sogenannten „Gewaltspirale“ schossen:

Opfer auf beiden Seiten, als Israel und der Gazastreifen auf einander schießen

Aber Israel wird auf keinen Fall mit anderem Maß beurteilt als andere Demokratien unter Beschuss. Kann nicht sein, oder?

Alles Teil des Phänomens, das wir so beschreiben: „Alles begann, als Israel zurückschoss.“

Die Haaretz gibt ihre politische Agenda zu

15. Mai 2014

Simon Plonsker, HonestReporting.com, 13. Mail 2014 (übersetzt von Cora)

Der Besitzer der Haaretz, Amos Schocken hat einen offenen Brief geschrieben, der nur an die Online-Abonnenten gerichtet ist. Das ist nicht erstaunlich wenn man bedenkt, dass ihre Verbreitung auf dem israelischen Markt für Druckerzeugnisse nach einer Marktuntersuchung aus der 2. Hälfte des Jahres 2013 bei gerade mal 6.1% liegt.

Um es kurz zu sagen, die Ansichten der Haaretz sind völlig unrepräsentativ für die Mehrheit der israelischen Gesellschaft und Politik insgesamt. Zur Zeit wird die Haaretz vor allem von Ausländern beachtet, die in ihr ein Äquivalent zur New York Times sehen (daher verwundert es nicht, dass Haaretz ihr Ansehen mit einer Partnerschaft mit der N.Y. Times als Herausgeber ihrer internationalen Ausgabe geschmückt hat).

Schocken drängt die Leser auf Haaretz-online zu abonnieren. Im Unterschied zu einer Erklärung zum journalistischen Auftrag, wirbt er so für seine Zeitung:

Wenn Sie das tun, werden Sie ein Partner im fortgesetzten Bemühen, Israel als liberale, konstitutionelle Demokratie zu gestalten, die die Werte des Pluralismus, der Bürger- und Menschenrechte hochhält. Sie werden zum Partner in der aktiven Unterstützung der Zweistaaten-Lösung und dem Recht palästinensischer Selbstbestimmung, was Israel erlauben würde sich von der Last der territorialen Besetzung und der Kontrolle eines anderen Volkes zu befreien.

Außerdem behauptet Schocken:

Um es einfach zu sagen: Wenn Nachrichten aus Israel kommen, dann kommen sie hauptsächlich über die Haaretz und wenn Ansichten eine Kontroverse, eine Debatte und Reflektionen durch die nahöstliche oder jüdische Welt auslösen, dann kamen sie entweder direkt von der Haaretz oder leben sich dort in Op-Eds, Kommentaren oder Blogs aus.

Damit hat er Recht. Trotz ihrer geringen Auflage ist die Haaretz die Zeitung der Wahl für ausländische Journalisten, Kommentatoren und Politiker, die die gleichen Pläne verfolgen wie die, die Schocken darstellt. Während daran selber nichts falsch ist, hat die Haaretz ihre meinungsbildende Mission auf eine völlig neue Stufe gebracht, insbesondere durch die Reichweite ihrer englischen Webseite, die benutzt wird, ihre Meinung weit über Israels Grenzen hinaus zu verbreiten. Die Haaretz hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich mehr um ihr ausländisches Publikum kümmert als auf das einheimische israelische. Unfähig irgendeinen signifikanten Einfluss auf die innenpolitischen Dinge ausüben zu können, nutzt Haaretz ihre englischsprachige Internetseite und die Druckausgabe, um Druck von außen auf Israel aufzubauen.

Man verweist auf Haaretz als glaubwürdige Quelle und viele negative Geschichten in den internationalen Medien entstammen ursprünglich einer Haaretz-Story. Doch Schocken selbst hat zugegeben, dass Haaretz alles ist, nur nicht objektiv. Und wie weit ist Haaretz bereit zu gehen, um ihre politische Agenda voranzutreiben? Es scheint nur noch wenige rote Linien gibt, wenn man die hasserfüllten Artikel des Haaretz-Starkolumnisten Gideon Levy betrachtet, der 2012 wegen der Manipulation einer Meinungumfrage Dishonest Reporter Award (Preis für den unehrlichsten Reporter) bekam, mit der „bewiesen“ wurde, dass Israel ein Apartheidstaat sei. Oder die Korrespondentin Amira Hass, die dreist palästinensisches Steine werfen verteidigte, auch wenn das israelische Tote zur Folge haben kann.

Schockens erklärter Auftrag ist auch in den Dingen beachtenswert, die er auslässt. Während er fröhlich so positive Begriffe wie „liberal“, „Pluralismus“ und „Bürger- und Menschenrechte“ einfließen lässt – was ist mit „jüdisch“? Das spricht Bände über ein Medium, das allzu oft wirkt, als wäre es von der Identität Israels als ein jüdischer und demokratischer Staat peinlich berührt.

Schockens Appell zeigt, dass sich die Haaretz nicht um eine objektive und genaue Darstellung bemüht, sondern alles für einen politischen Feldzug und Kampagnen-Agenda tut. Daher wäre es für die Auslandsmedien Pflicht, Haaretz eher als eine politische Partei denn primäre Nachrichtenquelle zu betrachten. Noch mehr als die Haaretz aber sollten sich die ausländischen Reporter vom Werben für ihre eigenen Meinungen enthalten, wenn sie über Israel berichten. Sich hinter der Haaretz zu verstecken um tendenziöse Artikel zu verbreiten ist inakzeptabel.

Während die Haaretz ein Produkt der lebendigen Demokratie und Pressefreiheit in Israel ist, spielt diese Zeitung doch eine gewichtige Rolle bei der Dämonisierung Israels. Amos Schockens offener Brief bestätigt leider, dass die Haaretz alles dabei ist, nur kein unbeabsichtigter Komplize.

Das falsche Zitat Mick Jaggers verbreitet sich in den sozialen Medien

13. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. Mai 2014 (übersetzt von Cora)

Als Besitzer eines Tickets für das Konzert der Rolling Stones nächsten Monat in Tel Aviv freue ich mich riesig, Mick Jagger und den Rest seiner legendären Rockband zuzusehen wie sie beides bekämpfen, ihr Alter und die BDS Kampagnen.

Da erstaunt es nicht, dass die Anwälte Israels das Konzert als eine monumentale Niederlage des BDS hinausposaunen, was dazu führte, dass folgendes Bild samt Aussage sich wie ein Buschfeuer in den sozialen Medien der pro-israelischen Gemeinde verbreitete.

„Wir wurden von der anti-israelischen Seite jede Menge beschimpft, beleidigt und zugetwittert; alles was ich dazu sagen kann:
Alles, was es wert ist getan zu werden, ist es wert, dass es übertrieben wird.
Deshalb haben wir uns entschlossen ein weiteres Konzert zu geben.“

Leider stimmt dieses Zitat nicht!

Obwohl es eigentlich ein bemerkenswert prophetischer Ulk-Artikel war, war dieses Zitat Teil einer Scherz-Geschichte aus „The Jewish Press“ für Purim 2013.

Israel ist ständig der Empfänger falscher oder zurechtgebogener Anti-Israel-Zitate die so ziemlich jedem zugeschrieben werden – von Nelson Mandela bis David Ben Gurion. Auch wenn die Verbreitung des falschen Mick Jagger Zitats in keinster Weise mit den böswilligen Absichten der Anti-Israel Aktivisten vergleichbar ist, ist es nichtsdestotrotz vernünftig, die Weiterverbreitung aufzuhalten.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie leicht es ist, gefälschte Nachrichten online zu allgemein anerkannten Tatsachen zu machen.

Auch wenn Mick Jaggers Aussage nicht der Wahrheit entspricht, können wir uns doch auf echte Worte der Unterstützung freuen, wenn die Rolling Stones am 4. Juni in Israel aufschlagen werden.

Ein Schlag für die BDS-Rabauken

9. Mai 2014

Alexander Margolin, HonestReporting.com, 7. Mai 2014

Eines der hinterhältigsten Elemente des BDS-Angriffs auf Israels Legitimität besteht im hoch öffentlichen Schießen auf Kulturschaffende, die in Israel auftreten wollen oder positiv über Israel reden.

Jedes Mal, wenn sie versuchen Prominente so zu tyrannisieren, dass sie auf den Besuch in Israel verzichten, erlangt die Gruppe unverdiente Schlagzeilen. In letzter Zeit hat die Gruppe allerdings Öffentlichkeit bekommen, die ihr wohl nicht gefallen wird – Kulturschaffende, die sich der Herausforderung stellen und ihre Unterstützung für Israel erklären.

Genau das passierte diese Woche, als der „Telegraph“-Journalist Jake Wallis Simons dafür, dass er seine Teilnahme an einer Literaturveranstaltung in Jerusalem zugesagt hatte, zum Ziel einer Verleumdungskampagne wurde.

Ende des Monats werde ich nach Israel reisen um am Jerusalemer Literatur-Festival teilzunehmen. Und so wie die Nacht dem Tag folgt, erhielt ich einen „offenen Brief“ von einer Gruppe von 71 Aktivisten, die sich British Writers in Support of Palestine (Englische Schriftsteller unterstützen Palästina – BWIP) nennen und die von einem Dichter und „professionellen Tarotleger“ angeführt wird. Sie waren, so teilten sie mir mit, extrem enttäuscht von meiner Entscheidung und forderten mich „respektvoll“ auf, dieser Veranstaltung fern zu bleiben.

Simons erklärte, warum er den Boykott ablehnt; er wies auf die vielen Widersprüche im Umgang mit Israel im Gegensatz zu anderen Ländern durch die Boykotteure hin.

Er zeigt zudem die Heuchelei auf, die diesen Boykott eigentlich ausmacht.

Sollten nach den Standards der Boykottaktivisten nicht auch die Palästinenser boykottiert werden? Ihre Gesellschaft ist Homosexuellen gegenüber massiv intolerant; viele leben lieber in Israel statt sich der Unterdrückung zu Hause auszusetzen. Die palästinensische Regierung hat eben einen Aussöhnungsvertrag mit einer Terrororganisation unterschrieben und in wenigen Wochen werden sie eine Einheitsregierung bilden. Wie ich letzte Woche im Telegraph berichtet habe, zahlt die palästinensische Führung große Summen finanzieller Belohnung an jene, die terroristische Anschläge verüben und kaltblütige Kindermörder werden als Helden gefeiert, wenn sie aus dem Gefängnis entlassen werden.

Und wo wir schon mal dabei sind, sollte die BWIP nicht heißen Britische Schriftsteller unterstützen Palästina und Israel heißen? Und wenn nicht – warum nicht?

Als Journalist, schreibt Simons, „steht Objektivität für mich über allem und ich habe kein Interesse daran, meine Ohren vor einer Seite irgendeiner Geschichte zu verschließen – vor allem nicht in einer so komplexen Sache wie dieser.

Wenn mehr Berühmtheiten dem BDS-Terror damit antworten würden, dass sie die Freiheit Israels loben, die Palästinenser für ihre Unterdrückung zur Verantwortung ziehen und auf die Scheinheiligkeit im Kern des BDS aufmerksam machen, dann würden sich diese Rabauken ihre Taktiken vielleicht zwei Mal überlegen.

Medien begeistert von Amnestys „Schießwütig“-Bericht

27. Februar 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 27. Februar 2014

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und den Medien. NGOs verlassen sich auf die Publicity und die Beleuchtung, die die Medien ihren Aktiviten geben, während die Medien dem nur allzu gerne nachkommen, wobei sie oft die Angaben der NGO-Berichte unbesehen glauben.

Es ist nur zu leicht mit pathetischem Sprachgebrauch um sich zu werfen, der zur Dämonisierung Israels beiträgt: „Kriegsverbrechen“, „übertriebene Gewalt“, „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“.

Mit der Veröffentlichung des Berichts von Amnesty International, „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“, wird die so genannte Menschenrechtsorganisation natürlich von Schlagzeilen wie diesen begeistert sein:

  • „Amnesty sagt, einige Tötungen der Israelis in der Westbank könnten Kriegsverbrechen sein“Reuters
  • „USA und EU gedrängt Waffenverkäufe an Israel zu stoppen“Sky News
  • „Amnesty International beschuldigt Israel böswillig Palästinenser in der Westbank zu töten“ABC News (Australien)

Angaben von Reuters:

Israelische Truppen setzen in der Westbank übertriebene, rücksichtslose Gewalt ein, töteten im Verlauf der vergangenen drei Jahre dutzende Palästinenser in dem, was ein Kriegsverbrechen sein könnte, sagte Amnesty International am Donnerstag.

In einem Bericht mit dem Titel „Schießwütig“ beschuldigte die Menschenrechtsgruppe Israel seinen Soldaten zu erlauben praktisch straffrei zu handeln und drängte auf eine unabhängige Überprüfung der Tode.

Sky News berichtet:

Die Regierungen der USA und der EU müssen alle Lieferungen von „Waffen und Mitteln“ zur Kontrolle von Menschenmengen an Israel einstellen, bis das Land seine Gewaltanwendung gegen Palästinenser in der Westbank einstellt, hat der Bericht gefordert.

Im den Bericht „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“ kritisiert Amnesty International, was es Israels „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“ im Umgang mit palästinensischen Protesten gegen die Besatzung nennt.

Sie deutet auf eine Zunahme der Zahl der von israelischen Streitkräften getöteten Palästinenser – im letzten Jahr wurden 27 Menschen getötet, im Vergleich dazu waren es nach Angaben der Vereinten Nationen 2012 acht und 2011 zehn.

Die IDF hat darauf geantwortet; sie erklärte, dass der Bericht von Amnesty die substanzielle Zunahme der im vergangenen Jahr initiierten palästinensischen Gewalt komplett ignoriert und völliges Fehlen von Verständnis der operationellen Herausforderungen zeigt, denen sich die IDF gegenüber sieht:

2013 erlebte einen steilen Anstieg der Vorfälle mit Steinwürfen, die das Leben von Zivilisten und Militärpersonal erheblich gefährden. 132 Israelis wurden allein in diesem Jahr verletzt, fast doppelt so viele wie 2012. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass es mehr als 5.000 Vorfälle mit Steinwürfe gab, von denen die Hälfte entlang von Hauptverkehrsstraßen stattfanden.

Leider stellen Steinwürfe und gewalttätige Demonstrationen bilden nur einen Teil der operationellen Herausforderungen, die die palästinensische Gewalt in Judäa und Samaria für die IDF stellt. Es gab 2013 weitere 66 Terroranschläge, darunter Schüsse, das Legen von Sprengsätzen, Angriffe mit stumpfen Waffen und die Entführung und Ermordung eines Soldaten.

Die IDF operiert in Judäa und Samaria, um die von Palästinensern initiierte Gewalt einzugrenzen. Wo möglich hält die IDF diese lebensbedrohende Gewalt in Schach, indem sie Mittel zur Zerstreuung von Randalierern einsetzt, darunter laute Sirenen, Wasserkanonen, Lärmgranaten und Tränengas. Nur wenn die IDF-Kräfte diese Mittel ausgeschöpft haben und Menschenleben und Sicherheit gefährdet bleiben, wird der Einsatz von Präzisionsmunition genehmigt.

Die IDF legt an sich die höchsten professionellen Standards an und trainiert und rüstet sich entsprechend aus. Wenn es einen Verdacht von Fehlverhalten oder Verstöße gegen die Disziplin gibt, überprüft die IDF das, ermittelt und agiert, wo es angebracht ist.

Derweil hat Oberst Richard Kemp, ehemaliger Kommandeur der britischen Streitkräfte in Afghanistan, im Jewish Chronicle ein vernichtendes Urteil des Amnesty-Berichts abgegeben:

Amnestys jüngster Bericht ist alles andere als unparteiisch. Ein Text nackter antiisraelischer Propaganda, der stark daran erinnert, wie weit sie von ihrem Weg abgekommen sind. Das zynische Timing des Berichts – er wurde während der Israel Apartheid Week veröffentlicht – kann nur in der Absicht erfolgt sein die Dämonisierung des jüdischen Staates in Schulen und an Universitäten zu schüren.

Es gibt keinen Versuch das Handeln der israelischen Sicherheitskräfte in einen Zusammenhang zu stellen. Keine Erwähnung der vorsätzlichen Orchestrierung gewalttätiger Demonstrationen durch palästinensische Extremisten, um israelische Soldaten zu einer Reaktion zu provozieren, die in Toten und Verletzten unter den eigenen Leuten zu Propagandazwecken resultieren – oder sogar die Sicherheitskräfte in tödliche Terroranschläge zu locken. Das ist kriminelles Handeln.

Salil Shetty, Amnestys Generalsekretär, sagte erst vor ein paar Tagen in einem Interview: „Amnesty International ist keine Organisation mit Sachkenntnis zu militärischen Situationen.“ Dieser Bericht zeigt schlicht, wie wahr das ist. Beispielsweise werden Benzinbomben vorschnell als „wenig bis keine Gefahr“ für das Leben von israelischen Soldaten abgetan. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie grauenhaft eine Benzinbombe einen Soldaten verletzen kann.

Amnestys Empfehlung, die USA und Europa solle die Weitergabe von Mitteln zur Kontrolle von Menschenmengen und Ausbildung verbieten, verrät nicht nur die politisierte Unterstützung für antiisraelische Boykotte, sondern ist naiverweise kontraproduktiv. Solche Systeme könnten nicht nur helfen die Gewalt zu reduzieren.

Statt seine Ressourcen zu nutzen, um ernsthafte Beiträge zur Erleichterung des Leidens des palästinensischen Volks zu leisten, hat Amnesty einen verzerrten Bericht angefertigt, der als Mittel zur Aufwiegelung zu noch mehr Hass ausgenutzt werden wird.

NGO Monitor hat Amnesty ebenfalls kritisiert:

In seinem Bericht stellt Amnesty ohne jegliche unterstützenden Beweise zahlreiche, unspezifische Behauptungen auf, so dass „von israelischen Soldaten getötete Palästinenser keine direkte und unmittelbare Bedrohung von Leben“ und den Gebrauch von „willkürlicher“ Gewalt „darzustellen schienen“. Im Gegensatz dazu räumen andere Beobachtergruppen wie B’Tselem ein, dass die Mehrzahl der palästinensischen Opfer während Kämpfen oder gewalttätigen Zusammenstößen und Konfrontationen mit israelischem Sicherheitspersonal entstanden. Dass Amnesty diesen wesentlichen Kontext auslässt und den Begriff „Zivilist“ missbraucht, stellt die fehlende Glaubwürdigkeit nur weiter heraus. Gleichermaßen spielte Amnesty 2009 eine zentrale Rolle beim diskreditierten Goldstone-Bericht zum Gaza-Konflikt, ebenso bei einer Reihe weiterer Anschuldigungen gegen Israel…

Im aktuellen Bericht werden keine Definitionen oder Vergleichsdaten zur Unterstützung von Amnestys politisierten Vorwürfen geliefert, dass israelische Streitkräfte „schießwütig“ und „rücksichtslos“ sind. Fakt ist, dass ein Überblick über das Verhalten der Polizei überall in der Welt offenbart, dass das Verhalten israelischer Polizisten und Militärs weit zurückhaltender ist, wenn man den Zustand ständigen bewaffneten Konflikts und die schiere Anzahl tödlicher Situationen bedenkt, die den Einsatz tödlicher Gewalt rechtfertigen, einschließlich gewalttätiger Krawalle und Terroranschläge.

Wenn es überhaupt einen Zweifel an Amnestys antiisraelischer Agenda gibt, dann sollte die Gastgeberrolle für eine Buchpräsentation im März 2014 in ihren Londoner Hauptsitz für den Israel hassenden Extremisten Ben White und sein Buch „Israeli Apartheid: A Beginner’s Guide“ (Israelische Apartheid – ein Führer für Anfänger) diese Zweifel bezüglich der wirklichen Motivation der Organisation komplett auflösen.

Derweil sagt die gerade durch die britische Polizei erfolgte Verhaftung von Moazzem Begg, einem ehemaligen Guantanamo-Insassen, dessen Fall von Amnesty vertreten wurde, viel darüber sagen, wessen Menschenrechte bei der Organisation Priorität haben. Begg wurde in Verbindung mit Vorwürfen zu mit Syrien in Zusammenhang stehenden Terrorismus-Straftaten verhaftet; ihm wird vorgeworfen an einem Terror-Trainingslager teilgenommen und Terrorismus im Ausland unterstützt zu haben.

Warum also profitiert Amnesty International weiter vom „Heiligenschein-Effekt“ – durch den es wegen der Konzentration auf Menschenrechte vor Kontrolle geschützt und als über Tadel durch die Medien erhaben angesehen wird?

In Reaktion auf den Bericht und die Medienorgane, die ihm Sauerstoff gegeben haben, sagte HonestReportings Generaldirektor Joe Hyams:

Amnesty International hat immer wieder eine politisierte antiisraelische Agenda demonstriert, das seinen Anspruch hintergeht für Menschenrechte einzutreten. Es ist höchste Zeit, dass die Medien anfangen Organisationen wie Amnesty Fragen zu stellen.

Hört auf den einseitigen und unausgewogenen Berichten billige Öffentlichkeit zu verschaffen, die die IDF und die mit dem Schutz ihrer selbst sowie israelischer Zivilisten beauftragten Soldaten angreifen und fangt an die sehr reale und potenziell tödliche Bedrohung durch palästinensische Gewalt anzuerkennen.

CNN gibt Sharon Schuld an Massaker

18. Januar 2014

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2014

Im Clip unten vom 12. Januar 2014 interviewed die CNN-Moderatorin den Reporter Mohammed Jamjoom, der aus dem CNN-Studio Beirut über die arabischen Reaktionen auf Ariel Sharons Tod berichtet. Während Jamjoom erwähnt, dass Sharon “indirekt verantwortlich sei” für die Massaker von Sabra und Shatila im Jahr1982, geht er nicht einmal darauf ein, dass die eigentlichen Täter libanesische christliche Falangisten waren.

Ein Filmausschnitt zeigt Jamjooms Besuch in den Flüchtlingslagern, wo – welch’ Überraschung – Hinterbliebene von 1982 die Schuld allein dem “Kriegsverbrecher” Sharon zuschreiben.

Bildunterschriften am unteren Rand des Bildschirms tun nichts, um die Vorstellung zu entkräften, dass Sharon das Massaker selbst angeordnet haben könnte:

„Araber geben Sharon die Schuld an Massaker in libanesischen Flüchtlingslagern.

„Hunderte getötet in den libanesischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Jahr 1982“

und am schlimmsten :

“Ein israelischer Untersuchungsausschuss  gab Sharon die Verantwortung für die Massaker von 1982

Diese letzte Bildunterschrift täuscht ganz bewusst.

Von den Arabern, deren Aussagen als Bildunterschriften genutzt wurden sowie der Berichterstattung Jamjooms erhält der schlecht informierte TV-Zuschauer die falsche Botschaft laut und deutlich – Ariel Sharon hat persönlich ein Massaker begangen.

Ein einseitiger Lauf

22. Dezember 2013

Yarden Frankl, HonestReporting.com, 17. Dezember 2013

Ron Levy und Revital Seri, 1984 beim Wandern ermordet.

Jonathan Brown beschreibt in der Irish Times seine Erfahrung als Läufer in dem, was er „Palästina“ nennt. („Laufen ist ein Luxus, mit dem die Palästinenser nichts anfangen können.“) Er schreibt verständnisvoll darüber, dass die Palästinenser derart daran gewöhnt sind vor israelischen Soldaten davonzulaufen, dass sie sich Lauf aus reiner Lust nicht vorstellen können.

Er erklärt den Kontext der Situation nicht ansatzweise, als ob er sagen wollte, die israelischen Soldaten seien nur dort, um zu verhindern, dass die Palästinenser Spaß haben und zur Erholung laufen:

Die auf meine Brust gerichteten Gewehre kristallisiert sich in diesem Moment der wesentliche Unterschied zwischen Laufen in Palästina und fast überall sonst. Der Unterschied besteht zwischen „Laufen“ und „Weglaufen“. Wie Worte auf einer Seite ist es ein kleiner Unterschied. Selbst die physische Aktion ist ähnlich – beide lösten primäre menschliche Instinkte aus. Doch die durch sie eingeflößten Gefühle sind Welten von einander entfernt. Beim einen sind es die Endorphine, beim anderen Adrenalin; die Gewissheit der Sicherheit und die Gewissheit unmittelbarer Gefahr. Ich bin gefangen zwischen diesen Gegensätzlichkeiten, wenn ich erkenne, dass Laufen ein Luxus ist, den ich als selbstverständlich angesehen habe, ein Luxus, mit dem Palästina nichts anfangen kann.

Ich bin Läufer. Und ich leben in dem, was Brown Palästina nennen würde und von dem ich als Judäa spreche. Ich stimme ihm zu, dass es ein wunderschöner und herausfordernder Ort zum Laufen ist.

Doch was Brown nicht zu erkennen scheint: Israelische Läufer und Wanderer in diesem Gebiet sorgen sich auch um ihre Sicherheit. Jedes Mal, wenn du deine Laufschuhe oder die Wanderstiefel zubindest, machen auch dir tödliche Angriffe auf Wanderer und Jogger im Hinterkopf zu schaffen.

Erst vor ein paar Wochen feierte die PA die Entlassung von Issa Abed Rabo. Er wurde der am längsten im Gefängnis sitzende Häftling, indem er 1984 Revital Seri und Ron Levy ermordete. Die beiden Studenten wanderten in der Nähe eines Klosters im südlichen Jerusalem, als sie Rabo begegneten. Er fesselte Levy und Seri mit vorgehaltener Waffe, zog ihnen Tüten über den Kopf und tötete beide.

Wenn du also alleine auf einem Trampelpfad unterwegs bist und einen Palästinenser siehst, dann fragt sich ein Teil deines Verstandes, ob es da jetzt ein Problem geben wird.

Doch was geschieht ist dieselbe Reaktion, die zwischen palästinensischen Zivilisten und israelischen Soldaten hunderte Male am Tag abläuft.

Es gibt ein gegenseitiges Zunicken und dann ist der Augenblick vergessen.

Nicht alles ist so voller Dramen wie das von Brown gemalte Bild.

Antisemitismus-Definition bedroht

7. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 3. Dezember 2013

Vor nur ein paar Monaten startete HonestReporting eine Petition, mit der die Mainstream-Medien aufgefordert werden anerkannte und überlegte Definitionen des Antisemitismus zu übernehmen, wie sie sowohl im US-Außenministerium als auch von der Europäischen Union anerkannt werden.

Die Petition ist noch aktuell und wir haben vor Ihre mehr als 30.000 Unterschriften den Medien zu schicken. Bevor wir das tun ist jedoch eine bestürzende Entwicklung ans Tageslicht gekommen, die nicht nur die Gültigkeit unserer Petition bedroht, sondern auch den Kampf gegen den Antisemitismus selbst, insbesondere in Europa – die EU-Arbeitsdefinition für Antisemitismus ist als offizielles Dokument entfernt worden, was Antisemiten und Feinden Israels eine Bresche gibt, um den Kampf gegen den Antisemitismus zu diskreditieren und zu delegitimieren.

Die europäische Definition wurde ursprünglich 2005 vom EU-Beobachtungszentrum für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) veröffentlicht, das seitdem durch eine Nachfolgeorganisation, die Fundamental Rights Agency (Agentur für Fundamentalrechte, FRA) ersetzt wurde. Die Antisemitismus-Definition steht demonstrativ nicht mehr auf der Internetseite der FRA.

[Es ist nicht zu spät die Petition zu unterschreiben und Ihre Unterstützung für die Befürwortung der Antisemitismus-Definitionen zu zeigen - klicken Sie auf das folgende Banner.]

Shimon Samuels vom Simon-Wiesenthal-Zentrum erklärt in der Times of Israel:

Am 6. November protestierte ich bei der Hohen außenpolitischen Repräsentantin der EU, Catherine Ashton, gegen das derzeitige Verschwinden der „Arbeitsdefinition“ von der Internetseite der FRA und forderte die sofortige Wiedereinstellung.

Die Antwort des für fundamentale Rechte zuständigen juristischen Generaldirektorats der Europäischen Kommission vom 29. November war erstaunlich, denn darin insistierte man: „Anfangs hatten weder die speziell Kommission noch die Union haben eine Definition des Antisemitismus eingeführt und es gibt keine Politik eine zu schaffen. Darüber hinaus sollte herausgestellt werden, dass die FRA eine unabhängige Einrichtung ist.“

Der Brief erklärte: „2005 hatte das EU-Beobachtungszentrum zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) ein Dokument mit dem Titel Arbeitsdefinition für Antisemitismus online gestellt… Seitdem habe verschiedene Akteure, hauptsächlich NGOs dieses Dokument als die Antisemitismus-Definition der EU bezeichnet… In aller Autonomie behielt die FRA dieses Dokument bis vor kurzem online, als sie zusammen mit anderen nicht offiziellen Dokumenten entfernt wurde.“

In der Tat hat auch HonestReporting auf die Definition als die der EU verwiesen. Das Verschwinden und Verleugnung der Definition lässt ein unverzichtbares Mittel im Kampf gegen Antisemitismus wegfallen und gibt den europäischen Medien eine gebrauchsfertige Ausrede der Definition nicht beizupflichten. Zu diesem Zeitpunkt hat das die Definition des US-Außenministeriums noch nicht beeinflusst, die auf der europäischen gründet.

Dennoch stimmen wir mit Shimon Samuels* überein:

Die Entfernung kann die Antisemiten nur erfreuen und ermutigen. Ihre Rückkehr auf die Internetseite der FRA würde als erster Schritt für die Begrüßung dessen, was eine entscheidende Waffe im Arsenal gegen Hass geworden ist, geschätzt.

—–
* Samuels zeigt auch auf, dass die Behauptung der EU, sie habe quasi nichts mit der Arbeitsdefinition zu tun genauso fadenscheinig ist wie die, die FRA sei eine unabhängige Institution.

Der Iran erlernt die Sprache des Westens

4. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 2. Oktober 2013

Eine Meinungsumfrage von Washington Post und ABC News stellte vor kurzem fest, dass eine überwältigende Mehrheit der Amerikaner ihre Unterstützung für einen Plan der USA und Russlands zum Ausdruck brachte, Syriens Chemiewaffen abzubauen.

Und das, obwohl 68 Prozent derselben Menschen glauben, dass der Plan nicht wirklich funktionieren wird. Wie erklärt sich diese kognitive Dissonanz?

Es scheint so, dass der Wunsch jegliche Art von militärischer Verstrickung im Nahen Osten über alles andere triumphiert, wenn es um die öffentliche Meinung im Westen geht – selbst wenn die Menschen glauben, dass die Diplomatie zu Scheitern verurteilt ist.

Dieselbe Haltung scheint die Berichterstattung über den derzeitigen Public-Relations-Vorstoß des iranischen Präsidenten Rouhani zu dominieren. Werfen Sie einen Blick auf diesen Screenshot; er wurde von der britischen Zeitung The Independent gemacht:

Schlagzeile:
Benjamin Netanyahu fliegt in die USA und versucht
die Rückkehr des Iran in die Diplomatie abzublocken

Vergleichen Sie das Foto von Benjamin Netanyahu mit dem von Rouhani. Während der israelische Premierminister müde und vielleicht ein wenig aggressiv aussieht, strahlt der iranische Präsident Gelassenheit aus. So bis zum Unterschwelligen subtil das sein mag, es ist genau der Vergleich, den der Foto-Redakteur des Independent bei Ihnen erreichen will.

Und wie diese zu den syrischen Chemiewaffen befragten Amerikaner versuchen die internationalen Medien (und viele Politiker) ebenfalls verzweifelt den Konflikt mit dem Iran zu vermeiden. Also stellen sie Rouhani als den Führer dar, wie sie ihn gerne haben würden.

Sicher, Rouhanis Auftritt vor den Vereinten Nationen war herausragend, obwohl es nicht viel gab, dem er erwartungsgemäß gerecht werden musste. Der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad stand auf dem Podium der Vollversammlung und leugnete den Holocaust, unterstützte 9/11-Verschwörungstheorien, bevor er behauptete er fühlte sich während seiner Rede „in Licht gebadet“ – gewiss kein der Gewinnung von PR-Punkten zuträglich.

Rouhanis Erscheinen vor der UNO erinnert mich an einen der berüchtigsten Momente der UNO (von denen es viel zu viele gibt), als 1974 PLO-Führer Yassir Arafat vor der Vollversammlung sprach und erklärte: „Ich bin mit einem Olivenzweig und der Waffe eines Freiheitskämpfers gekommen. Lassen Sie nicht den Olivenzweig aus meiner Hand fallen.“

Rouhani betrat die UNO mit dem Pendant einer Atombombe, die aus seiner Kleidung lugte. Doch wie bei Arafat vor ihm konzentrierte sich die Menge auf den „Olivenzweig“ und ignorierte die Waffe. In den Folgejahren war Arafats Schusswaffe für die Ermordung die Verwundung tausender Unschuldiger verantwortlich. Wird Rouhani es ihm gleich tun, nur mit furchtbareren Waffen?

Seit Nazi-Deutschland und der Sowjetunion ist Propaganda immer eine mächtige Waffe in der Hand von Diktatoren und Autokraten gewesen. Für westliches Publikum werden telegene öffentliche Auftritte, große Redekunst und clevere Zitate immer über trockene politische Mitteilungen triumphieren. Das ist etwas, das Rouhani klar erkennt. Selbst nachdem die USA jetzt angefangen haben den Iran anzugreifen, ist es Rouhanis anderer „Ton“, auf den verwiesen wird. Immerhin hat sich in der Substanz sehr wenig verändert.

Der Iran wird immer noch vom Willen des Obersten Führers Khamenei beherrscht. Menschenrechte und Freiheiten werden immer noch mit Füßen getreten, Homosexuelle verfolgt und Minderheiten unterjocht. Was immer Rouhani zu sagen haben mag, es ist immer noch derselbe Iran, der Syriens Präsident Assad unterstützt, die Terrororganisation Hisbollah bewaffnet und kontrolliert und Terror weltweit fördert.

Die Medien haben zu Rouhanis Rückkehr in den Iran berichtet, wo eine kleine Gruppe Demonstranten wegen seines offensichtlichen Entgegenkommens dem Westen ihn mit Schuhen und Schmähungen bewarfen. Doch selbst das hätte bewusst geplant worden sein und schaffte es Rouhani als den mutigen Pionier darzustellen, der die Unterstützung des Westens braucht, bevor sich ein Fenster der Gelegenheiten schließt. Könnte eine solche Demonstration tatsächlich ohne die stillschweigende Zustimmung des Regimes stattgefunden haben?

Vielleicht das Cleverste, das Rouhani erreichte, war ein weiterer erprobter und bewährter PR-Trick – die Neuausrichtung des Streits. Indem er einen atomwaffenfreien Nahen Osten forderte, lenkte Rouhani die Aufmerksam erfolgreich auf den einzigen anderen Staat in der Region, von dem man glaubt, dass er Atomwaffen besitzt – Israel.

Das wäre aber nicht ohne den vorherrschenden Zeitgeist möglich gewesen, der es vorzieht sich auf Israel und sein angenommenen Fehlbarkeiten zu konzentrieren, während man echte Probleme ignoriert oder Ausreden dafür findet, die auf der Prioritätenliste viel weiter oben stehen müssten, z.B. den syrischen Bürgerkrieg und – ja – das iranische Atomprogramm.

Während sich Benjamin Netanyahu also auf die Rede vor der UNO-Vollversammlung vorbereitet, findet er sich bereits als für die Rolle des Spielverderbers ausgewählt. Wird es, wie Rouhanis „Ton“, Netanyahus Ton sein, mit dem die Medien sich beschäftigen oder werden es substantielle Inhalte einer Rede sein, die die Welt an einschlägige Fakten erinnert will?

Leider scheint es so, dass der Iran den Nutzen der Ausübung weicher Macht durch effektive Kommunikation und PR gelernt hat. Wer braucht einen Atomsprengkopf?

Wie man Israel verleumden kann: eine Fallstudie

12. September 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 11. September 2013

Es ist leicht eine antiisraelische Verleumdung zu schaffen, die dann erst widerlegt wird, wenn der Schaden angerichtet ist. Das wurde in den letzten Tagen anschaulich demonstriert.

Ben Phillips, Campagins and Policy Director der Antiarmuts-Organisation Oxfam tweete Folgendes:

Die Blockade des Gazastreifens verhinderte Oxfams öffentlichem Gesundheitsprogramm einen Chlormesser hinzubringen, der helfen sollte die Chlorlevel zur Reinigung von Wasser richtig zu halten.

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), den Medien und Antiisrael-Aktivisten. Phillips Tweet weckte das Interesse des Ali Abunimah, der die verbreitete antiisraelische Propaganda-Website Electronic Intifada führt. Dort betrieb man einen Dialog, in dem Phillips erklärte, warum er Israel dafür verantwortlich macht, dass die Wasser-Ausrüstung den Gazastreifen nicht erreichte:

- Sie sollte von einem deutschen Hersteller versandt werden. Dieser nutzt nur diese Route, ja.
– Wir stellten einen Einfuhrantrag. Nach 8 Monaten ohne Vereinbarung mussten wir stattdessen weniger effektive Prozesse nutzen.

Von hier ist es nur ein kleiner Schritt, dass Electronic Intifada einen Story veröffentlicht, mit dem Israel beschuldigt wird zu verhindern, dass Ausrüstung zur Wasserbehandlung im Gazastreifen ankommt und der Phillips‘ Tweets beinhaltet:

Israel hat die internationale Entwicklungshilfeorganisation Oxfam daran gehindert lebenswichtige Ausrüstung in den Gazastreifen zu bringen, die helfen würde Wasser sicher zu machen.

„Die Blockade des Gazastreifens verhinderte, dass Oxfams Programm für öffentliche Gesundheit ein Chlormessgerät hinbringt, das helfen würde die richtigen Chlorwerte zur Reinigung von Wasser einzustellen“, tweetete Ben Phillips, der Campaigns and Policy Director der Organisation heut aus Gaza.

Mehr als 90 Prozent des im Gazastreifen zur Verfügung stehenden Wassers ist für menschlichen Verbrauch nicht geeignet, weil Israel Jahre lang die Abwasser- und Wasser-Infrastruktur bewusst zerstört, weil es die Einfuhr von Ausrüstung verhindert und wegen Verschmutzung und überzogenen Förderung des Grundwassers.

Als Folge davon sind durch das Wasser verursachte Krankheiten weit verbreitet.

Phillips sagte, Oxfam „stellte [in Israel] einen Antrag zur Einfuhr“ dieser Ausrüstung, aber „nach 8 Monaten ohne Vereinbarung mussten wir stattdessen weniger effektive Prozesse nutzen“.

Diese funktionierten offenbar nicht. Die Ausrüstung sollte von einem deutschen Hersteller über Israel geliefert werden, fügte Phillips hinzu.

NGOs und so genannte humanitäre Organisationen profitieren vom „Heiligenschein-Effekt“, durch den sie als jenseits aller Vorwürfe stehend betrachtet werden. Einfach ausgedrückt wird alles, was eine Organisation wie Oxfam gebracht wird, als vertrauenswürdige Information angesehen.

Es dauerte nicht lange und die antiisraelischen Blogs und Internetseiten sich auf die Story stürzten. Ein Screenshot der ersten Seite einer Google-Suche illustriert, wie weit und schnell eine antiisraelische Kampagne sich tatsächlich verbreiten kann:

Zu spät also, um die Story zu löschen, sobald bestätigt war, dass sie völlig unwahr war. Einen Tag später gab Electronic Intifada die folgende Richtigstellung aus:

Eine Story, die Electronic Intifada gestern veröffentlichte, zitierte einen hochrangigen Vertreter von Oxfam damit, Israel habe verhindert, dass Ausrüstung zur Desinfektion von Wasser in den Gazastreifen geliefert wurde.

Electronic Intifada erhielt heute die folgende E-Mail von Alun McDonald, Media and Communications Officer bei Oxfam, die den Fehler erklärte (Hervorhebung hinzugefügt):

Danke, dass Sie die extrem wichtige Frage der Wasserknappheit im Gazastreifen weiter aufbringen. Der Tweet eines Oxfam-Mitglieds allerdings, der zu dem Posting gehörte, war nicht zutreffend.

Ben besuchte den Gazastreifen und es gab eine Fehlübersetzung oder ein Missverständnis in einem seiner Treffen mit Gemeinden vor Ort. In diesem bestimmten Fall lag die Verspätung bei der Lieferung des Chlormessers an Verzögerungen beim Hersteller und Zulieferern, nicht an einer Verzögerung bei der Lieferung über Israel oder an der Blockade.

Der Fehler und das Durcheinander tun mir aufrichtig leid. Ich wäre dankbar, wenn wir eine Richtigstellung der Story bringen könnten.

Die Knappheit an sicherem Wassser ist eine extrem reale und ernste Sache und Oxfam führt weiter seine Kampagne für ein Ende der Blockade, von der wir glauben, dass sie das internationale Recht verletzt und das Leben der Menschen im Gazastreifen verheert hat und die Bewegung von Waren und Menschen gravierend einschränkt. In diesem Fall liegt die Verzögerung beim Empfang der Ausrüstung allerdings nicht an der Blockade.

Eine solche Richtigstellung gibt es selten. Wir können nur spekulieren, was geschehen wäre, hätte Oxfam den eigenen Fehler nicht eingestanden.

Wie lang hätte es gedauert, bevor Journalisten der Mainstream-Medien sich entschieden hätten sich eine Story darüber genauer anzusehen, dass Israelis den Palästinensern wichtige Ausrüstung zur Lieferung von sauberem Wasser verweigern? Hätten die Journalisten sich die Mühe gegeben etwas elementares Faktenchecken zu unternehmen, das darüber hinaus geht sich auf Zitate von – in ihren Augen – einer verlässlichen Quelle von Oxfam zu verlassen?

Doch Millionen waren der Story über antiisraelische Internetseiten und sozialen Medien ausgesetzt, unabhängig davon, ob die Story von Mainstream-Medien veröffentlicht wurde oder nicht. Tweets wie diese gingen zu Tausende an Follower, von denen einige die Story re-tweeteten:


Israel blockiert Lieferung entscheidender Wasser-Desinfektionsausrüstung nach Gaza.


Israel blockiert Lieferung entscheidender Wasser-Desinfektionsausrüstung nach Gaza.

Dieser Vorfall macht auch auf die Beziehung zwischen Oxfam und einer antiisraelischen Hass-Seite aufmerksam. Dank des Internets wird eine Israel verleumdende Story für immer von antiisraelischen Aktivisten recycelt, die entweder keine Richtigstellung gesehen haben oder sie ignorieren.

Das ist seiner der Gründe, dass HonestReportings Material so wichtig ist. Es ist entscheidend, dass ein Gegengewicht geschaffen wird, das ebenfalls online die Wahrheit zugänglich macht und mit dem die regelmäßig gegen Israel gerichteten Anschuldigungen widerlegt werden. Wir hoffen, dass dieser Eintrag von HonestReporting schlussendlich auch in einer Google-Sucher auftaucht, wenn das nächste Mal jemand nach der gefälschten Story sucht, Israel habe den Palästinensern des Gazastreifens Zugang zu sauberem Wasser verweigert.

Mitgefühl für die Teufel

19. August 2013

HonestReporting Media BackSpin, 19. August 2013

Abbildung: Mahmoud Abbas feiert Freilassung palästinensischer Terroristen.

Der Economist meint, dass Israel bei der Freilassung von Gefangenen letzte Woche zu knauserig gewesen sei.

Als Maßstab für die Ernsthaftigkeit der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern offenbart die Zahl der palästinensischen Gefangenen, die am Vorabend der Gespräche veröffentlicht wurde, düstere Aussichten, so Pessimisten. Als sich beide Seiten vor zwei Jahrzehnten zu Verhandlungen zusammensetzten, entließ Israel nach der Unterzeichnung des Osloer Abkommens im Jahr 1993 in einem einzigen Jahr 2.000 Palästinenser. In den folgenden Jahren ließ Israel durchschnittlich 1.000 Häftlinge pro Jahr frei. Danach sank die Zahl auf ein paar Hundert ab. Und nun, angesichts der neu aufgenommenen Gesprächsrunde, die am 14. August in Jerusalem begann, ließ Israels Ministerpräsident Benyamin Netanyahu nur 26 frei.

Und selbst dies hat in Israel Empörung ausgelöst.

Überrascht, dass sich der Economist so desinteressiert für den Schmerz israelischer Terroropfer zeigt?

Vielleicht ein wenig. Wie man weiß, begab sich das Blatt in genau die gleiche Kalamität, als es Abdelbaset al Megrahis Freilassung aus der Haft im Jahr 2009 verurteilte. Schottische Behörden hatten den Lockerbie-Bomber aus “humanitären Gründen” freigelassen, nachdem bei ihm Krebs diagnostiziert worden war. Megrahi wurde bei seiner Ankunft in Libyen als Held empfangen und lebte noch drei Jahre.

Abbildung: Lockerbie-Attentäter Abdelbaset al-Megrahi als Held empfangen.

Was der Economist dann von sich gab, passt zu den 26 Mördern, die nun ihre unverdiente Freiheit genießen:

Der Grund, Herrn Megrahi aus der Haft zu entlassen, war weniger praktisch als symbolisch – die Gräueltaten, (270 Menschen getötet; 189 von ihnen Amerikaner), deren er schließlich im Jahr 2001 für schuldig befunden wurde. Terrorismus wird manchmal unscharf mit einer Art intellektueller Seriosität in Verbindung gebracht, die bei banaler Gewaltanwendung fehlt. Aber beim Lockerbie-Bombenanschlag handelte es sich um kaltblütigen Massenmord; Megrahis Verbrechen war schlimmer als das jedes anderen Häftlings in Großbritannien. Der Zweck der Haft besteht darin, die Ächtung der Gesellschaft zu bekunden, die Opfer zu rehabilitieren und potentielle Täter abzuschrecken; und aus moralischen Gründen hätte Megrahi bis zu seinem Tod eingesperrt bleiben müssen.

Wie kann man sich das neu entdeckte Mitleid des Economist für die Teufel erklären?

Es ist natürlich viel einfacher, Häftlingsentlassungen zu befürworten, wenn die Terroranschläge nicht in der eigenen Nachbarschaft stattgefunden haben. Falls man noch einen weiteren Beweis dafür braucht, denke man an die Empörung, als ein Diplomat die palästinensischen Häftlinge mit Anders Breivik verglich, der im Jahr 2011 in Norwegen bei einem Amoklauf 77 Menschen getötet hatte.

Entweder so, oder es braucht 270 tote Israelis, um die Aufmerksamkeit des Economist zu bekommen.

Reuters killt Nahost-Dominotheorie

5. August 2013

Peach Benson, HonestReporting.com, 5. August 2013

Reuters brach mit dem benebelten Mantra der großen Medien, dass der israelisch-palästinensische Konflikt der „Kernkonflikt“ der Region ist.

Mehr als 100.000 Menschen sind im syrischen Konflikt gestorben und Gewalt ist im Irak wieder aufgeflammt, wo allein seit Juli mehr als 1.000 Menschen getötet wurden, viele durch die Hand der Al-Qaida. Auch sind wegen des umstrittenen Atomprogramms des Iran Spannungen aufgekommen, während sich auf den Straßen des vorwiegend sunnitischen Ägypten zwischen Islamisten und dem Militär ein Machtkampf abspielt.

Man kann wohl sagen, dass keine dieser Krisen einer Lösung näher kommen wird, sollten durch irgendein Wunder Israel und die Palästinenser sich endlich auf eine Teilung des Landes zu einigen, in dem sie leben …

In der Öffentlichkeit haben muslimische Führer traditionell gegen Israel geflucht – glücklich, die aufrichtige Wut der gewöhnlichen Araber wegen des Leides der Palästinenser zu schüren – und vielleicht von Kritik an ihrem eigenen Versagen bei dringend benötigten Reformen abzulenken.

Die arabischen Führer können damit nicht länger davon kommen.

Diese Idee des „Kernkonflikts“ verhalf also der Nahost-„Dominotheorie“ (auch als „Verkettung“ bekannt) zum Aufstieg. Nach der Logik der Verkettung würde auch, wenn Israel und die Palästinenser Frieden schließen, der Rest der Konflikte der Region rasch in Ordnung kommen. Egal, dass der brodelnde Kessel der ethnischen Feindschaften – äh – Jahrhunderte älter ist als der moderne Staat Israel.

Dank der Domino-Theorie konnte Israel für Probleme verantwortlich gemacht werden, die weit jenseits seiner Grenzen liegen. Ein hysterisches Beispiel erschien vor ein paar Jahren im Christian Science Monitor. Das hier war der Untertitel:

Globale Stabilität darf nicht länger Geisel der israelischen Siedler sein.

Die dubiose Domino-Theorie ist tot und die Nachrichtenagentur hat es endlich eingeräumt.


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