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Erekats neueste faustdicke Lüge: 96% der Toten in Gaza waren Zivilisten

6. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 6. Oktober 2014
(Übs.: Yvaine de Winter)

Erekat

Man muss sich fragen, warum seriöse Medien den Palästinenserfunktionär Saeb Erekat, der es mit der Wahrheit nicht sehr genau nimmt, überhaupt einladen. Es muss wohl am Unterhaltungswert seiner wahnwitzigen Aussagen liegen.

Und auch sein kürzlicher Auftritt im Army Radio war in dieser Beziehung keine Enttäuschung.

Erekat offenbarte, ganze 96% aller getöteten Palästinenser seien Zivilisten gewesen. Die Zahl übersteigt bei weitem die von den Vereinten Nationen angeführten Zahlen, die sich um die 75% bewegen und hauptsächlich auf Angaben des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums in Gaza beruhen. Israelischen Angaben zufolge waren zirka die Hälfte der im Krieg getöteten Einwohner Gazas Mitglieder der Hamas oder anderer Terrorgruppierungen.

Der Opferzahlendisput wird wahrscheinlich noch monatelang weitergehen. Zumindest in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit wird diejenige Seite tatsächlicher Gewinner des Gaza-Krieges sein, die die Welt davon überzeugen kann, mit größerer Moral und Sorgfalt gehandelt zu haben. Und Erekats große Lüge soll die Behauptung der Palästinenser untermauern, Israel habe in Gaza übermäßige Gewalt angewendet.

Erekat war natürlich auch der Palästinenserführer gewesen, der behauptet hatte, 2002 in Jenin seien 500 Palästinenser getötet worden. Die tatsächliche Zahl lag bei weit unter 100, und es gab auch beträchtliche israelische Opferzahlen. Laut Haviv Rettig Gur ist diese Art von Behauptung Teil einer umfassenderen Strategie, die auch von der BDS-Bewegung angewendet wird, um Israel international zu isolieren.

Die globale BDS-Kampagne, die von palästinensischen Zivilgruppen unter der Leitung der Fatah angezettelt wurde, sowie die Verbreitung völlig abwegiger Lügen bzw. Verzerrungen zum Leid der Palästinenser (vom „Jenin-Massaker“ 2002 bis zur Behauptung des obersten Friedensunterhändlers diese Woche, 96% der im Gaza-Krieg diesen Sommer getöteten Palästinenser seien Zivilisten gewesen) soll internationalen Druck auf Israel lenken. Dieser Druck wird Auswirkungen haben, die palästinensische Unterhändler nicht am Verhandlungstisch erreichen könnten.

Rettig Gur hat recht, dass das permanente Aufbauen internationalen Drucks auf Israel durch Methoden der Palästinenserführung eine Taktik ist, um bei den Verhandlungen in eine bessere Position zu kommen. Den Köpfen der BDS-Bewegung jedoch geht es nicht um Verhandlungen – sie wollen Israel isolieren, um seine Legitimität zu unterwandern und letztendlich seine jüdische Identität zu zerstören.

Bild: CC BY Münchner Sicherheitskonferenz/Tobias Kleinschmidt via Wikimedia Commons

Warum weigert sich Saeb Erekat jetzt zu verhandeln?

25. Januar 2012
Saeb Erekat

Saeb Erekat

Pesach Benson, HonestReporting.com. 25. Januar 2012

Die palästinensischen Verzögerungstaktiken vernichten die Sondierungs-Friedensgespräche in Jordanien. Con Coughlin vom Daily Telegraph erklärt wie und warum:

Die meisten Menschen im Westen glauben, der Hauptgrund dafür, dass die Gespräche nicht voran kommen, sei Israels Verweigerung von Kompromissen bei seinem Siedlungsbauprogramm.

Dass die Regierung Netanyahu darauf besteht, Siedlungen zu bauen, ist sicherlich ein Hindernis, doch eng an zwischen den beiden Seiten stattfindenden Sondierungsgesprächen in Jordanien befindliche westliche Diplomaten sagen mir, der wahre Grund für die Schwierigkeiten bestehe darin, dass die palästinensische Delegation – angeführt vom palästinensischen Verhandlungsveteran Saeb Erekat – es ablehnt, die Gespräche ernst zu nehmen.

Mir sagte z.B. ein westlicher Diplomat, der für das Quartett arbeitet, dass, als die israelische Delegation letzte Woche zu einem Treffen in der jordanischen Hauptstadt Amman ankam, um ihre neuesten Sicherheitsvorschläge zu unterbreiten, Herr Erekat es schlicht abgelehnt habe, den Raum zu betreten.

Und was bedeutet das?

Herrn Erekats Weiterung, den Verhandlungsraum zu betreten und zu hören, was die Israelis zu sagen hatten, verheißt für die Bemühungen des Quartetts, die beiden Seiten zur Wiederaufnahme voller Verhandlungen zu bewegen, nichts Gutes. Es wirft Fragen darüber auf, wie ernst genau es den Palästinensern mit dem Erreichen eines Friedensabkommens ist. Während Israel sich zunehmend isoliert fühlt, weil die Aufmerksamkeit der Welt sich auf den Fallout der jüngsten Revolten in Libyen, Ägypten und Syrien konzentriert, gibt es unter westlichen Diplomaten den wachsenden Verdacht, dass die Palästinenser auf der Grundlage vorgehen, dass sie, wenn sie den Prozess hinziehen, in der Lage sein werden, eine bessere Vereinbarung mit Israel zu erzielen.

Wenn das der Fall ist, dann liegen sie heftig falsch. Der wahre Feind im Nahen Osten ist heute der Iran, nicht Israel; und indem sie den islamistischen Militanten in die Hände spielen, die Israels Vernichtung anstreben, könnten die Palästinenser erleben, dass ihre Sache von einem weit größeren regionalen Konflikt überholt wird.

Niedrig angesetzte Sondierungsgespräche sind eine Gelegenheit für Mahmud Abbas von einem hohen Baum herunterzuklettern, nachdem er auf einem totalen Siedlungsbaustopp als Vorbedingung bestand. Doch stattdessen entscheiden sich die Palästinenser dafür die Israelis, Jordanien und das Quartett anzufurzen.

Vor zwei Jahren entdeckte David Ignatius, dass Mahmud Abbas‘ Strategie darin besteht nichts zu tun. Er hält sich nach wie vor daran.

Palästinensische Reaktion auf Gingrich: Ein Esel schilt den anderen ein Langohr

12. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 11. Dezember 2011

Newt Gingrich, Präsidentschaftskandidat der Republikaner, hat einen vorhersehbaren Sturm ausgelöst wegen seiner Erklärung, die Palästinenser seien ein erfundenes Volk. Ich will zum Für und Wider dieser Aussage nicht Stellung nehmen, aber die palästinensische Reaktion erregte meine Aufmerksamkeit.

Der hochrangige palästinensische Funktionär Saeb Erekat gab folgendes Statement ab:

Was ist die Ursache von Gewalt und Krieg in dieser Region? Aberkennung der Religion des Volkes, seiner Existenz; und nun leugnet er unsere Existenz.

Wie wahr. Wie wäre es mit einigen palästinensischen Leugnungen?

• Leugnung von Israels Existenzrecht,
• Leugnung Israels als jüdischem Staat,
• Leugnung jeglicher jüdischen historischen oder religiösen Bindung zum Land Israel, einschließlich der Leugnung, dass es jemals einen jüdischen Tempel auf dem Tempelberg gegeben hat;
• Die Holocaust-Leugnung der Hamas

Newt Gingrichs Aussagen werden von ihm selbst vertreten und spiegeln nicht die offizielle Politik der israelischen Regierung wider. Erekats Antwort jedoch offenbart vieles von dem, was in palästinensischen Märchen zu finden ist.

Saeb Erekat: Halte dich besser zurück!

AP-Stringer* stellt Abbas bloß

12. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 12. Dezember 2010

Mohamed Daraghmeh (AP) untersucht die heikle Frage, wer auf Mahmoud Abbas folgen würde, sollte der PA-Präsident zurücktreten oder amtsunfähig werden.

Die Geschichte ist längst überfällig und der PA-Führer hatte mehrmals mit Rücktritt gedroht (aufgelistet von Daled Amos), also musste dieser Artikel einfach kommen.

Vor wenigen Tagen brachte Abbas die Sache ins Rollen, als er sagte, dass er bei ausbleibender Verlängerung des Siedlungsstopps zurücktreten wolle. Khaled Abu Toameh erörterte dann die Nachfolgerfrage und sprach die frostige Beziehung Abbas’ zu den Vertretern der jüngeren Fatah-Generation an – Mohamed Dahlan, Nasser Al-Qidwa und Ahmed Qurei. Das führte zu Knatsch auf den Webseiten des PA-Nachrichtendienstes Wafa, wie AP berichtete.

Weitere mögliche Rivalen in der Auseinandersetzung sind Marwan Barghouti, Saeb Erekat, Jibril Rajoub and Salam Fayyad.

Abbas‘ einzige Trumpf besteht darin, die Sympathie der Welt mittels angedrohter Rücktritte einzuheimsen. Aber statt sich der weltweiten Zuneigung zu versichern, lesen der PA-Chef und der Rest der West Bank eine Story im größten Nachrichtenmedium überhaupt – und geschrieben ausgerechnet von einem palästinensischen Stringer, der behutsam Abbas’ politische Gegner nach vorne schreibt.

Scheint fast so, als zwinge AP den PA-Führer, Farbe zu bekennen. Könnte es das letzte Mal gewesen sein, dass Abbas seinen Rücktritt angedroht hat?

* * *
UPDATE

Ich entdeckte eben, dass Maan News über einen Maulkorberlass der PA zur Berichterstattung verhängt hat.

Viele palästinensische Redakteure und Journalisten sind davor gewarnt worden, öffentlich irgendwelche Hinweise auf den Machtkampf zwischen Präsident Mahmoud Abbas und Fatah-Führer Muhammad Dahlan zu verbreiten, so eine israelische Tageszeitung am Sonntag.

Die fragliche Story stammt von Khaled Abu Toameh (Jerusalem Post). Ich hoffe, AP gibt Mohamed Daraghmeh ausreichend Möglichkeit zur Berichterstattung.

————
*Stringer; siehe dic.cc

“Antisemitismus, demonstriert an meinem Beispiel“

19. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2009

Jonathan Boyd sagt, dass die Berichterstattung der Mainstream-Medien über Israel einen direkten Einfluss auf die verschiedenen Antisemitismus-Varianten hat. Das widerspricht der Aussage, die Guardian-Chefredaktuer Alan Rusbridger in Channel 4’s Doku-Programm Dispatcher tätigte.

Boyd schreibt:

Am wichtigsten ist wohl das Fehlen jeglichen Hinweises darauf, warum einige führende jüdische Persönlichkeiten sich verpflichtet fühlen könnten, Israel zu unterstützen. Lässt man einmal die Politik in der Regien beiseite – die Tatsache, dass Israel seit Urahnen angestammte Heimat des jüdischen Volkes ist, oder dass Israel der einzige Nationalstaat in der Welt ist, in dem das Judentum die gesellschaftliche Hauptströmung bildet, jüdische Kultur die Norm und die hebräische Sprache weithin gesprochen und im Kultus verwendet – all das wurde ignoriert.

Aber es ist offensichtlich wesentlich einfacher, alte antisemitische Mythen aufzutischen. Schließlich verdient die Öffentlichkeit zu wissen, was diese fiesen, reichen Juden im Schilde führen. Und was kann falsch daran sein, wenn die Wahrheit aufgedeckt wird? Es sei kaum eine Verbindung zwischen der Darstellung Israels und der Juden in den Medien und Antisemitismus in den Straßen Großbritanniens herzustellen.

So oder ähnlich würde Alan Rusbridger uns  einzulullen versuchen. Im Dokumentarfilm bestätigte er noch einmal, er fände es „schwer vorstellbar“ , dass irgendeine journalistische Berichterstattung über Israel Gewaltausschreitungen gegen Juden in Großbritanniens Straßen befördern könne.

Boyd fährt fort, indem er beschreibt, wie er im Jahr 2002 dank unverantwortlicher Berichterstattung über Jenin angegriffen wurde:

Erlauben Sie mir an meinem Beispiel, wie sich Antisemitismus manifestiert. Im April 2002, auf dem Höhepunkt der palästinensischen Intifada , zirkulierten Medienberichte, wonach die IDF in Jenin (Westbank) ein Massaker angerichtet hätte. Gerüchte waren in Umlauf, dass Hunderte Palästinenser getötet worden seine. Die BBC ging von 150 aus. Saeb Erekat, interviewt von CNN, sprach von 500. Yasser Abed Rabbo gab 900 an. Überwiegend herrschte der Eindruck vor, die IDF hätte entsetzliche Gräueltaten verübt.

Am darauf  folgenden Samstag ging ich in Finchley, einem Vorort in Nordlondon, zur Synagoge und trug meine Kippa. Unterwegs wurde ich von einem jungen Mann ins Gesicht geschlagen. Es handelte sich um einen völlig grundlosen Angriff. Unsere Wege kreuzten sich zufällig, als er mir plötzlich einen starken, rechten Haken versetzte. Völlig verblüfft fragte ich ihn gleich, warum er das getan hatte. „Das passiert mit Juden, wenn sie sich so aufführen“, war seine Antwort.

Mitch Bard kam zu einer ähnlichen Schlussfolgerung, was den zunehmenden Antisemitismus ab 2002 betrifft:

In Europa hat es eine verhältnismäßig hohe Zahl antisemitisch motivierter Aktivitäten gegeben, darunter körperliche Angriffe und Einschüchterungen gegenüber Juden ebenso wie Beschädigungen jüdischer Gemeindeeinrichtungen. Sie erreichten ihren Höchststand von April bis Mai 2002, also während der Operation Defensive Shield.

Rusbridger sollte es eigentlich besser wissen. Letztes Jahr entschuldigte er sich für diesen Gastbeitrag über die Kämpfe in Jenin, wo er behauptet hatte:

Israels Aktionen in Jenin waren mindestens so widerlich wie Osama bin Ladens Anschlag auf New York am 11. September.

The Guardian entfernte diesen abscheulichen Vergleich von seiner Seite – aber nicht, bevor Boyds Angreifer [Der Boxhieb oben] reichlich Zeit hatte, es zu lesen. Vielleicht sollte sich Rusbridger einmal als realistisches Beispiel für die Manifestierung von Antisemitismus zur Verfügung stellen, um die dynamische Wechselwirkung zwischen Mainstream-Medien und Antisemitismus am eigenen Leib zu erfahren.