Posted tagged ‘BDS-Bewegung’

Abschiebung von BDS-Aktivisten aus Israel – die wahre Geschichte

3. September 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 30. August 2016

Anfang des Monats kündigte Israel eine neue Politik an: dass BDS-Aktivisten, die sich derzeit im Land aufhalten oder versuchen einzureisen, abgeschoben werden.

BDS bedeutet „Boykott, De-Investition, Sanktionen“ und bezeichnet sich selbst als Menschenrechtsbewegung mit dem Ziel Israel in der internationalen Gemeinschaft zu isolieren. BDS-Aktivisten kritisieren die neue Politik Israels heftig als „antidemokratisch“, „irrational“ und „verstärkte Unterdrückung“.

Aber stimmt überhaupt irgendetwas davon?

HonestReportings Daniel Pomerantz diskutierte dieses Thema in der Sendung „Faceoff“ auf dem Nachrichtensender i24 News. (Für die BDS-Diskusison spulen Sie bitte auf 10:00 Minuten vor.)

Hier ein wenig von dem, was er in der Sendung zu sagen hatte:

Erst letztes Jahr schoben die Vereinigten Staaten 235.413 Personen ab, weniger als der übliche Durchschnitt, der näher an 400.000 liegt.

Das US-Recht bietet eine Reihe von Gründen für Abschiebung, darunter die Zugehörigkeit zu einer Organisation, die „… gegen die Regierung der Vereinigten Staaten ist oder versucht diese zu stürzen…“ sowie eine weitere Regel, die die Abschiebung eines jeden gestattet, von dem der Außenminister glaubt, er könnte „potenziell nachteilige außenpolitische Folgen für die Vereinigten Staaten“ haben.

Die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten haben ähnliche Regeln und lehnen jedes Jahr die Einreise von Hunderttausenden Personen ab.

Warum sollte also für BDS-Mitglieder ein anderer Maßstab gelten?

Die Antwort ist offensichtlich, wenn man sich öffentliche Äußerungen von BDS-Aktivisten ansieht:

  • BDS-Gründer Omar Barghouti sagt: „Wir sind definitiv, absolut eindeutig gegen einen jüdischen Staat auf irgendeinem Teil Palästinas.“ (Er klärt im Kontext, dass er mit „Palästina“ ganz Israel meint und nicht nur ein bestimmte Territorium.)
  • Politik-Professor und BDS-Führer Assad Abu Khalil von der CalState sagt: „Das wirkliche Ziel von BDS ist es den Staat Israel zu Fall zu bringen“ und dass „dies als unmissverständliches Ziel formuliert werden sollte“.
  • Die BDS-Aktivistin Anna Baltzer formuliert es einfach: „Wir müssen Israel auslöschen.“

Man kann leicht eine große Anzahl gleichartiger Äußerungen von BDS-Führern und -Aktivisten finden.

Trotz der Behauptung BDS sei eine „Menschenrechtsbewegung“ machen ihre Führer also klar, dass BDS tatsächlich eine Bewegung zur Vernichtung Israels und seines Konzepts eines jüdischen Staates ist.

Man sollte festhalten, dass BDS nie gegen die Existenz der 57 muslimischen Staaten noch gegen die 24 christlichen Staaten, auch nicht gegen die sechs buddhistischen Staaten der Welt war. Sie ist nur gegen den einzigen jüdischen Staat, den BDS-Aktivisten sich für Sturz und Vernichtung herauspicken.

Hinterfragt man sie wegen ihre unbeirrbaren Besessenheit mit der Vernichtung des einzigen jüdischen Landes der Welt, dann behaupten BDS-Aktivisten, sie seien wegen der israelischen Besatzung palästinensischen Landes betroffen (erneut ein Hinweis auf ganz Israel statt irgendeines bestimmten Gebietes). Es gibt aber derzeit in der Welt 124 Regierungen, die in territoriale Dispute verwickelt sind und BDS-Aktivisten wenden sich gegen genau keine einzige davon. Außer bei Israel.

Schließlich greifen BDS-Unterstützer auf ungenaue Behauptungen der Apartheid zusammen mit falschen Analogien zu den dunkelsten Jahren Südafrikas zurück. HonestReporting hat diese Behauptungen in diesem Video gründlich widerlegt; wir haben es während der von BDS unterstützten „Israel Apartheid Week“ im März veröffentlicht.

Länder überall in der Welt vergeben Visa für Besuche, Arbeit und ähnliche Aktivitäten. Es gibt kein Land der Welt, das Leuten Visa erteilt, die für die Vernichtung des Gastgeberlandes eintreten; es gibt auch kein Land in dieser Welt, von dem man erwarten würde, dass es eine solche Person im Land bleiben lassen würde, wenn diese die Bedingungen für ihr Visum verletzt.

Ganz einfach: Israel sollte mit demselben Maß beurteilt werden wie jedes andere Land der Welt.

Advertisements

Ausspielen der Judenkarte für die Ziele der BDS

30. Juni 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 27. Juni 2016

Im Gegensatz zu ihrem unschuldig klingenden Namen nimmt Jewish Voice for Peace in Wirklichkeit die gefährlichsten und radikalsten Positionen der BDS-Bewegung ein; die Gruppe unterstützt den palästinensischen Anspruch auf ein „Rückkehrrecht“ für Flüchtlinge, was das Ende Israels als jüdischer Staat bedeuten würde; sie hat die Lüge verbreitet, die Al-Aqsa-Moschee würde bedroht, und pries die zunehmende palästinensische Gewalt während der letzten acht Monate als „Widerstand“. Ihr angepinnter Tweet vom Oktober 2015 lobt MSNBC für deren „Mut“, eine Nebeneinanderstellung von Karten zu senden, die angeblich palästinensische Landverluste zeigen — wofür sich MSNBC später entschuldigt hat und zugab, dass die Karten „komplett falsch“ sind.

JVP schlachtet ihren jüdischen Charakter absichtlich aus, um die BDS-Bewegung vor Anschuldigungen des Antisemitismus abzuschirmen, was die Schlagzeile von Direktorin Rebecca Vilkomersons Artikel für die Washington Post erklärt: „Ich bin jüdisch und ich will, dass die Menschen Israel boykottieren“.

Impliziert wird, dass alle, die sich bei dem Gedanken unwohl fühlten, den weltweit einzigen jüdischen Staat für Boykotte und Dämonisierung auszusondern, jetzt ausdrücklich hierzu ermuntert werden, weil sie Rebecca Vilkomersons jüdische Erlaubnis haben. Aber ein genauerer Blick auf ihren Artikel zeigt, dass ihre Argumente zur Unterstützung von BDS derart schwach sind, dass ihre Religion die einzige Karte sein könnte, die sie überhaupt ausspielen kann.

Die von der Hamas begonnenen Kriege stellt sie als israelische „Angriffe auf Gaza“ dar. Sie nennt die Zahl der getöteten Palästinenser, verschweigt aber, dass die Mehrheit Hamas-Terroristen waren und dass die Hamas alles in ihrer Macht Stehende tat, um maximalen Kollateralschaden unter palästinensischen Zivilisten sicherzustellen — oder dass Israels Verhältnis aus getöteten palästinensischen Kämpfern zu getöteten Zivilisten besser ist als das Verhältnis anderer westlicher Armeen. Sie beschreibt die getöteten Palästinenserkinder, als habe Israel sie absichtlich erschossen, und erwähnt die Hamas mit keinem Wort, so als ob Israel völlig ohne jeden Grund in den Krieg gezogen sei.

Vilkomerson war entsetzt über Israels Selbstverteidigung und dass es seine Zivilisten gegen Raketenangriffe geschützt hat, also schloss sie sich der BDS an, „um Palästinensern Frieden und volle Rechte zu bringen“. Sie verschweigt, dass BDS dies durch die Ablehnung von Israels Existenzrecht erwirken will und die Zerstörung Israels als jüdischem Staat zum Ziel hat.

Sie lügt: „Palästinenser mit israelischer Staatsangehörigkeit leben in einem System ungleicher Rechte und Gesetze“. In Wirklichkeit haben Israels arabische Bürger gleiche Rechte, während die Palästinenser von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet werden.

Nach all den Unwahrheiten sieht ihr kläglicher Versuch einer Ausgewogenheit wie folgt aus: „Natürlich gab es zu dieser Zeit auch Angriffe auf israelische Zivilisten“, aber dann beschuldigt sie ausdrücklich die Opfer, indem sie Terroranschläge „ein schreckliches Symptom der anhaltenden Besatzung und Unterdrückung“ nennt. Sie ignoriert die Geschichte der arabischen Terroranschläge auf israelische Juden vor 1967 und selbst bevor Israel zum Staat ausgerufen wurde, sie ignoriert die Aufwiegelung durch palästinensische Medien und wäscht die Palästinenser von jeder Verantwortlichkeit für Terrorismus frei, so als seien sie nicht imstanden, ihre eigenen Entscheidungen zu fällen oder ihre Handlungen zu kontrollieren.

Zum Anti-BDS-Gesetz des New Yorker Gouverneurs Andrew Cuomo sagt Vilkomerson: „Es ist keine Diskriminierung, einen Staat für seine Völkerrechtsverletzungen und seinen Missbrauch von Menschenrechten zur Verantwortung zu ziehen.“ Nur dass das vollkommen an dem vorbeigeht, was BDS macht. Ist es Zufall, dass die eine, einzige Nation, die BDS verleumdet und dämonisiert und für Boykotte freigibt, der einzige jüdische Staat ist? BDS nimmt sich nicht die israelische Regierung und ihre Politik vor, sondern BDS zielt auf israelische Juden und ihre Geschäfte und diskriminiert sie einfach nur wegen ihrer Identität.

Wie Alan Dershowitz betont, ist Israel eine Demokratie mit…

inneren Mechanismen für die Adressierung seiner Unvollkommenheiten. Es gibt keinen legitimen Grund, Israel für die Art von externer Diskriminierung auszusondern, für die BDS steht.

Vilkomerson denkt, BDS sei das beste Werkzeug, Israel zur Änderung seiner Politik zu zwingen. Sie irrt sich. BDS mag Israel dämonisieren und delegitimieren, aber die Wahrheit ist auf Israels Seite und Israel lässt seine nationalen Sicherheitsentscheidungen nicht auf Druck fußen, der von irregeleiteten Artikeln und BDS-Lügen herrührt.

Das B in BDS steht für Blacklisting, nicht für Boykott

29. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 28. Oktober 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

unnamed-1

Der Israelboykott der BDS-Bewegung ist praktisch gesehen eine „schwarze Liste“, um Israel von der Weltbühne zu fegen.

Es ist gut dokumentiert, dass die Bewegung vor allem dazu dient, antiisraelische Propaganda zu verbreiten. Es wird Zeit, Wörter zu gebrauchen, die die wahre Natur jener Bewegung wiedergeben.

Die wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykottaufrufe gegen Israel haben in jenen Bereichen praktisch keine anderen Auswirkungen, als dass sie Israels Namen schlechtmachen. Aber der Gebrauch des Begriffs „Boykott“ verleiht der Bewegung einen Anschein der Rechtmäßigkeit, den sie nicht verdient.

Wie formulierte es eine Studentengruppe, als herauskam, dass sie für ihre Boykottaufrufe gegen Israel israelische Webtechnologie benutzten? „BDS ist eine Taktik, kein Prinzip.“ Es ist eine Taktik für die Verbreitung von Hass, nicht für die Förderung von Frieden und Versöhnung.

Verträte die Bewegung tatsächlich ein Prinzip und würde für Menschenrechte oder für Gerechtigkeit eintreten, würden seine Unterstützer überall für diese Werte kämpfen. Doch nur Israel ist das Ziel der BDS-Kampagnen, was beweist, dass es sich tatsächlich um eine schwarze Liste handelt und nicht um einen Boykott im Namen irgendeiner Gerechtigkeit.

Die Bewegung behauptet, eines ihrer Kernziele sei der Kampf für die Rechte von Arabern, die in Israel leben. Aber ihre Liste von Erfolgen zeigt keinerlei Zusammenhang mit ihren angeblichen Zielen. Sie zeigen lediglich Erfolg beim Anschwärzen von Israel, aber den praktischen Interessen der Palästinenser wird in keiner Weise gedient.

Wie Langzeitaktivist Todd Gitlin diese Woche im Tablet-Magazin bemerkt:

Die Menschenrechte der Palästinenser in Israel müssen sicherlich verteidigt werden, und eine Kampagne zu diesem Zweck ist gerechtfertigt. Wie es möglich sein soll, dass ein Israel, welches mit der Abwehr von Sanktionen und Boykotten beschäftigt ist, palästinensische Rechte stärker achtet, erschließt sich mir nicht. Wo sind Beweise dafür, dass sich die israelische Behandlung seiner arabischen Minderheit verbesserte, jetzt nachdem die BDS-Bewegung Erfolge gefeiert hat?

Die Bemühungen, Israel durch das Blacklisting praktisch in die Nichtexistenz zu treiben, zeigt sich deutlich am akademischen Israelboykott der American Studies Association. Der Verband stellte klar, jeder Israeli könne an der kommenden Konferenz teilnehmen, sogar Benjamin Netanyahu, solange er oder sie als Einzelperson teilnimmt und nicht als Israeli. „Mit anderen Worten, Premierminister Netanyahu kann kommen, aber wir schreiben seinen Titel im Programm als Herr Netanyahu, und auf seinem Namensschild steht Benjamin Netanyahu“, sagte der verantwortliche Direktor der ASA, John Stephens, der Website Inside Higher Ed.

Die ASA nennt das einen Boykott, aber es ist in Wirklichkeit die Aussage, Israelis verdienten keinen Platz am Tisch, ähnlich wie eine schwarze Liste sagt, dass einige Leute in bestimmten Situationen als unerwünscht betrachtet werden.

Es ist Zeit, BDS mit einem Begriff zu beschreiben, der ihre Diskriminierung Israels, ihre Verletzung der akademischen Freiheit und ihre Dämonisierung eines jeden, der mit dem jüdischen Staat in Verbindung steht, angemessen wiedergibt.

Das B in BDS steht für Blacklisting, nicht für Boykott.

Erekats neueste faustdicke Lüge: 96% der Toten in Gaza waren Zivilisten

6. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 6. Oktober 2014
(Übs.: Yvaine de Winter)

Erekat

Man muss sich fragen, warum seriöse Medien den Palästinenserfunktionär Saeb Erekat, der es mit der Wahrheit nicht sehr genau nimmt, überhaupt einladen. Es muss wohl am Unterhaltungswert seiner wahnwitzigen Aussagen liegen.

Und auch sein kürzlicher Auftritt im Army Radio war in dieser Beziehung keine Enttäuschung.

Erekat offenbarte, ganze 96% aller getöteten Palästinenser seien Zivilisten gewesen. Die Zahl übersteigt bei weitem die von den Vereinten Nationen angeführten Zahlen, die sich um die 75% bewegen und hauptsächlich auf Angaben des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums in Gaza beruhen. Israelischen Angaben zufolge waren zirka die Hälfte der im Krieg getöteten Einwohner Gazas Mitglieder der Hamas oder anderer Terrorgruppierungen.

Der Opferzahlendisput wird wahrscheinlich noch monatelang weitergehen. Zumindest in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit wird diejenige Seite tatsächlicher Gewinner des Gaza-Krieges sein, die die Welt davon überzeugen kann, mit größerer Moral und Sorgfalt gehandelt zu haben. Und Erekats große Lüge soll die Behauptung der Palästinenser untermauern, Israel habe in Gaza übermäßige Gewalt angewendet.

Erekat war natürlich auch der Palästinenserführer gewesen, der behauptet hatte, 2002 in Jenin seien 500 Palästinenser getötet worden. Die tatsächliche Zahl lag bei weit unter 100, und es gab auch beträchtliche israelische Opferzahlen. Laut Haviv Rettig Gur ist diese Art von Behauptung Teil einer umfassenderen Strategie, die auch von der BDS-Bewegung angewendet wird, um Israel international zu isolieren.

Die globale BDS-Kampagne, die von palästinensischen Zivilgruppen unter der Leitung der Fatah angezettelt wurde, sowie die Verbreitung völlig abwegiger Lügen bzw. Verzerrungen zum Leid der Palästinenser (vom „Jenin-Massaker“ 2002 bis zur Behauptung des obersten Friedensunterhändlers diese Woche, 96% der im Gaza-Krieg diesen Sommer getöteten Palästinenser seien Zivilisten gewesen) soll internationalen Druck auf Israel lenken. Dieser Druck wird Auswirkungen haben, die palästinensische Unterhändler nicht am Verhandlungstisch erreichen könnten.

Rettig Gur hat recht, dass das permanente Aufbauen internationalen Drucks auf Israel durch Methoden der Palästinenserführung eine Taktik ist, um bei den Verhandlungen in eine bessere Position zu kommen. Den Köpfen der BDS-Bewegung jedoch geht es nicht um Verhandlungen – sie wollen Israel isolieren, um seine Legitimität zu unterwandern und letztendlich seine jüdische Identität zu zerstören.

Bild: CC BY Münchner Sicherheitskonferenz/Tobias Kleinschmidt via Wikimedia Commons

Aktivist räumt ein, die Auswirkungen von BDS seien größtenteils psychologischer Natur

3. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 22.09.2014

PsychologicalPropagandaFighting

Obwohl die Strategie von Boykott, Deinvestition und Sanktionen (BDS) das Bild eines Wirtschaftskrieges gegen Israel heraufbeschwört, so ist der psychologische Effekt der BDS-Bewegung in Wirklichkeit noch weit heimtückischer.

Studien zeigen für gewöhnlich, dass Israels Wirtschaft robust genug ist, um den begrenzten Auswirkungen des BDS zu widerstehen. Doch jedes Mal wenn ein Boykott ausgerufen oder an einer Universität über eine Deinvestitionsmaßnahme befunden wird, bestärkt dies die psychologische Position, dass Israel keinen Platz unter den Nationen verdient.

In einer Haaretz-Kolumne diese Woche beschreibt BDS-Unterstützer Roy Isacowitz die psychologische Dimension des BDS als wichtigen Teil der Strategie.

Speziell hinsichtlich Sanktionen bemerkt Isacowitz:

Sanktionen sind auf vier Arten effektiv: Sie beeinträchtigen die Wirtschaft eines Landes; sie beeinträchtigen die persönliche Finanzlage spezifischer Einzelpersonen, und zwar oft derjenigen, die am meisten im System involviert sind; sie vermitteln die Botschaft, dass die Politik des betreffenden Landes für die Restwelt inakzeptabel ist; und sie beschädigen das Selbstwertgefühl der Boykottierten.

In seinen weiteren Ausführungen, wie der psychologische Effekt die Politik beeinflusst, betrachtet Isacowitz das Beispiel Südafrikas.

Die Auswirkung des Sportboykotts auf das sportverrückte Südafrika in den 1970ern und 1980ern war vernichtend. Für eines der beiden weltbesten Rugbyteams war es schmerzhaft und erniedrigend, nicht an internationalen Rugbyspielen teilnehmen zu können. Brachte dieser Boykott die Apartheid zu Fall? Nein. Aber er vermittelte sehr wohl die Botschaft, dass Apartheid völlig inakzeptabel ist, und er versprach eine traurige Zukunft. Solche Dinge findet man nicht auf Kalkulationsbögen, aber ihre praktische Bedeutung war enorm.

Isacowitz trifft einen wichtigen Punkt, der in jede BDS-Gegenmaßnahme integriert werden muss. Es genügt nicht, nur die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Boykotts anzugehen; es ist wichtig – vielleicht sogar noch wichtiger –, sich auch der psychologischen Effekte anzunehmen.

Dies bedeutet, dass der Kauf israelischer Waren positiv gegen BDS wirkt – wenn man dies jedoch öffentlich tut und damit Israels Ansehen stärkt, ist dies noch besser. Die Teilnahme an Kundgebungen, die Organisation von Gegenprotesten und die öffentliche Verurteilung von BDS-Maßnahmen gegen Israel zeigen, dass Israel weltweit Unterstützung genießt, und unterlaufen die BDS-Botschaft, dass das israelische Volk allein in der Welt dasteht.

Bild: CC BY-NC-SA Jared Rodriguez/Truthout (via flickr)

Mit „BUYcott“ BDS bekämpfen

14. September 2014

Alex margolin, HonestReporting, 4. September 2014 (übersetzt von Cora)

Im Bemühen um eine erfolgreiche Strategie, die gegen den BDS angewandt werden könnte, hat HonestReporting Sara Saber-Freedman interviewt, Vizepräsidentin des Centre for Israel and Jewish Affairs und Mitbegründerin von BUYcott.

HonestReporting: Seit der BDS das Hauptwerkzeug dafür geworden ist, die Gefühle und Meinungen gegen Israel zu wenden, welche Rolle kann der strategische Plan des Buycotts (Kauf viel) dabei spielen, der Presse der BDS Bewegung entgegenzuwirken?

Sara Saber-Freedman: Ich stimme Ihnen vollständig zu, dass der BDS tatsächlich ein reines Propaganda-Werkzeug ist. Während die Situation in Europa anders ist, haben die meisten Menschen in Nordamerika noch nie vom BDS gehört, wenn sie nicht sehr stark am einen oder anderen Ende des Pro- oder Anti-Israel-Spektrums engagiert sind. Außerdem BRAUCHEN die BDS Leute uns, für eine Überreaktion, mit sie überhaupt erst mediale Aufmerksam bekommen. In den Anfängen des BDS war die Pro-Israel-Gemeinschaft so wütend, dass wir teilweise durch unsere Reaktionen die Arbeit des Gegners machten, indem wir ihnen eine Medienplattform besorgten. Wir wurden das Vehikel, durch das die wenigen BDS Befürworter eine Menge Leute erreichten, die vorher noch nie etwas vom BDS gehört hatten.

BUYcott dachte sich daher eine dreigeteilte Strategie aus. Erstens den Pro-Israel-Vertretern etwas Positives und Konstruktives an die Hand zu geben, mit dem sie dem BDS begegnen können, ohne weitere Medienaufmerksamkeit auszulösen. Zweitens den Boykottlern mitzuteilen, dass, wenn sie versuchen durch BDS Israel zu isolieren, die direkte Konsequenz ist: MEHR Käufe, MEHR Handel und MEHR Unterstützung für Israel. Und drittens den Gebrauch der sozialen Medien zur Unterstützung Israels voranzutreiben, indem wir für eine demokratische Plattform sorgen, auf der jeder Fürsprecher Israels nach Kräften zur Hilfe aufrufen kann und Kampagnen organisiert werden können. Es ist wie eine Art Judo, in dem die Energie unserer Gegner als Hebelkraft für den Sieg Israels verwendet wird.

Es gibt ein aktuelles Beispiel, das ich anführen möchte. Inmitten des Gaza-Krieges wurde eine App – passend Buycott genannt – bekannt. Diese App erlaubte es den Nutzern, Kampagnen zu den unterschiedlichsten Themen vom Stapel zu lassen, von Produkten aus genetisch veränderten Pflanzen bis zu „Made in Italy“. Indem man den Barcode Scanner der Handys benutzt, kann man die Produkte identifizieren, die man kaufen oder vermeiden möchte. Es ist wohl nicht nötig zu sagen, dass während des Gaza-Krieges, die Kampagne zum Boykott israelischer Waren sehr verbreitet war. Wir nahmen die Gelegenheit wahr, diese App für den genau entgegen gesetzten Grund zu nutzen; wir spornten die Leute an, die Anti-Israel Kampagne als Weg zu nutzen, die Firmen und Waren zu finden, die dadurch ausgeschlossen wurden und genau diese Dinge zu kaufen.

HonestReporting: Schon vor dem Gaza Krieg gab es Anzeichen, dass die BDS-Bewegung größere Auseinandersetzungen plant, vor allem an den Universitäten. Wie sieht die Auseinandersetzung mit dem BDS in den nächsten Jahren aus und wird die BUYcott-Strategie ein Teil davon sein?

Sara Saber-Freedman: Wir müssen festhalten, dass die studentischen Resolutionen auf den Campussen rein symbolischer Natur sind. Die Selbstverwaltungen der Studenten spielt in der Investitionspolitik der universitären Stiftungen oder der allgemeinen Politik der Partnerschaften, die von den Universitätsverwaltungen beschlossen werden, keine Rolle. Kanadische Universitäten, die ich am besten kenne, führen ihre Beziehungen mit Israel fort und erweitern sie sogar. Das liegt daran, dass der Großteil der Akademiker der Meinung ist, akademische Freiheit bedeute, dass Politik Menschen nicht daran hindern sollte, ihr intellektuelles Streben miteinander zu teilen; und weil Stiftungen und die Investmentpolitik der Pensionsfonds an Generieren von Geld interessiert sind, statt an politischen Aussagen. Die Befürworter der studentischen BDS-Resolutionen wissen sehr genau, dass diese nur leere Gesten sind; es ist Propaganda, wie ich vorhin schon sagte.

Eine der Sachen, die wir bei BUYcott sehr effektiv betreiben, ist die Forderungen der BDS Bewegung genau zu untersuchen. So wissen wir z.B., dass einige der BDS-Resolutionen auf den Campussen zurückgenommen wurden, weil diejenigen, die sie eingebracht hatten, die Regeln und Regularien, die es auf jedem einzelnen Campus gibt, nicht respektiert hatten. In einem anderen Fall, der schon einige Jahre zurückliegt, verkaufte eine Ivy League-Universität mit einem riesigen Stiftungsfond alle israelischen Anteile aus dem Portfolio der „Wirtschaftsentwicklung“. Von den BDSlern wurde das als Sieg verkündet, doch das Gegenteil war der Fall: Israels Wirtschaft ist so gut, dass es nicht länger für Wirtschaftshilfe aus diesem Fonds qualifiziert war.

BUYcott ist eine Plattform, die diese falschen Behauptungen entlarvt, entweder direkt oder durch unsere Kollegen weltweit; wir haben die Möglichkeiten ganz nach oben zu gehen, um genaue und sichere Informationen zu bekommen, die wir mit unseren Mitgliedern teilen können.

Israels Wirtschaft wächst kontinuierlich, der Tourismus nimmt ständig zu, abgesehen von diesem Sommer durch den Krieg (nicht durch BDS), Künstler kommen weiterhin, um in Israel aufzutreten (das jüngste Beispiele waren die Stones und in diesem Monat Lady Gaga). Kurz gefasst: Die BDS Propaganda bleibt was sie ist: Propaganda.

Wir von der Pro-Israel-Gemeinschaft sollten unseren Gegnern keinen unverdienten Sieg verschaffen, indem wir verkünden, die hohlen Bemühungen seien erfolgreich, wenn sie es in Wahrheit überhaupt nicht sind.

BDS-Knacker der Woche: die 14-jährige Shelly Dvir

8. September 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 4. September 2014

Man sollte nie unterschätzen, was passieren kann, wenn man die Stimme gegen Israel-Hasser erhebt.

Das ist die Lektion, die wir diese Woche von Shelly Dvir lernten. Die 14-jährige aus Aschkelon ist Heavy-Metal-Fan; sie hielt eine Band, die sie liebt, davon ab ein anstehendes Konzert in Israel abzusagen – mit einem innigen Kommentar auf Facebook.

Nach Angaben von YNet hatte die BDS-Bewegung die irische Band Cruachan beinahe überzeugt ihre show nächste Woche in Tel Aviv abzusagen. Die Band entschied sich jedoch den Termin wie geplant einzuhalten, weil Dvir ihr schrieb.

Wir hatten ein paar Kommentare und E-Mails, die uns aufforderten Israel zu boykottieren“, sagte Sänger und Gitarrist Keith Fay. „Wir sind keine Band mit politischer Agenda. Wir sind Musiker. Als der Auftritt angekündigt wurde, bekam ich eine Nachricht eines 14-jährigen Fans, die uns sagte, wie glücklich sie war, dass sie uns in ihrer Heimatstadt sehen wird. Das ist der Grund, dass wir die Tour machen – für unsere Fans.“

Dvir sagte der Zeitung, dass sie zu ihrem Schritt bewegt wurde, nachdem sie Kommentare auf der Facebook-Seite der Band las:

Einer hatte dort einen ignoranten Kommentar gegen Israel abgegeben. Er fing an Dinge wie „Mord und Missbrauch von Kindern sind dort legal, das ist Teil ihrer Religion“ zu sagen.

„Ich war davon ziemlich irritiert. Also antwortete ich, dass Mord und Missbrauch hier nicht legal sind, so wie in jedem anderen Land; und dass Israel ein Land ist, das Terror bekämpft und so weit wie möglich zu vermeiden versucht unschuldige Menschen zu töten, anders als unsere Feinde, die Raketen auf unsere Häuser schießen.“

Für die Band-Mitglieder, denen sie jetzt seit 2 Jahren folgt, schrieb sie: „Ich bin sehr aufgeregt wegen eures Konzerts in Israel. Die Menschen in Israel lieben euch.“

Die BDS-Bewegung hat eine lange Erfolgsbilanz Künstler und Musiker zu belästigen, die vorhaben in Israel aufzutreten. Doch trotz des Mobbens planen Künstler weiter Termine im jüdischen Staat. Zusätzlich zu Cruachan haben so unterschiedliche Künstle wie Lady Gaga, Kiss und die Beach Boys Auftrittstermine angekündigt.

Und dank Dvir können wir auch sehen, dass es effektiv ist Schikanen und Gemobbe zu wiedesprechen – indem man Wertschätzung und Respekt zeigt.

(Bild: CC BY-NC-SA HonestReporting flickr/Mo)