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AP, Al-Jazira beschweren sich bitter, nachdem die Hamas-Militäreinrichtung, in der sie ihre Zelte aufgeschlagen hatten, von der IDF zerstört wurde

18. Mai 2021

Charles Bybelezer, HonestReporting, 16. Mai 2021

Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) zerstörten am Samstag ein Gebäude im Gazastreifen, in dem die lokalen Büros mehrerer internationaler Medienorgane untergebracht waren, darunter Associated Press (AP) und Al-Jazira. Der israelische Angriff kam während intensiver Kämpfe mit der Hamas – die von den meisten westlichen Ländern als Terrororganisation eingestuft wird, auch von den den Vereinigten Staaten – die im Verlauf der sechs Tage davor mehr als 2.500 Geschosse auf den jüdischen Staat abgefeuert hatten.

Entscheidend ist, das die IDF vorab vor dem Angriff warnte – in Form von Telefonanrufen und später durch eine Rakete, die „auf dem Dach anklopfte“ und praktisch keinen Schaden anrichtete – um den Zivilisten genug Zeit zu geben den zwölfgeschossigen Komplex zu verlassen; und das aus einem Gebäude, von dem die IDF hinterher in einer Erklärung angab, dass Mitglieder des Geheimdienstes der Hamas von dort aus agierten. Der Hamas wurde damit vorgeworfen Journalisten als „menschliche Schutzschilde“ zu benutzen, während die gut belegte Tatsache betont wurde, dass die „Terrorgruppen vorsätzlich ihre Militärbasen in den Kern der [Zivil-] Bevölkerung im Gazastreifen platziert“.

Tatsächlich ist es kaum vorstellbar, dass die Entscheidungsträger, insbesondere bei Al-Jazira, einer Tochter von Qatar, nicht die leiseste Ahnung davon hatten, dass ihr Büro in Gaza sich in demselben Hochhaus befand wie Mitglieder einer von Doha mit dutzenden, wenn nicht hunderten Millionen Dollar jedes Jahr unterstützten Organisation.

Auf jeden Fall sollte es Journalisten nicht überraschen, dass die Hamas ihre Sicherheit dadurch gefährdet, dass sie sie in die Schusslinie bringt.

Trotzdem wurde Mostefa Souag, amtierender Generaldirektor des Senders al-Jazira, hinterher folgendermaßen zitiert:

Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf solch barbarisches Handeln zu verurteilen … Wir fordern sofortiges internationale Handeln, um Israel für seine bewusst gegen Journalisten und die Medieneinrichtungen gerichteten Schüsse zur Verantwortung zu ziehen…

Darauf könnte man antworten: „Wie genau beschoss die IDF bewusst Reporter, wenn sie sie vorher über den Angriff informierte – obwohl das zu tun bedeutete, dass auch die Hamas-Agenten die Möglichkeit hatten das Gelände zu verlassen?

Derweil veröffentlichte der Präsident und CEO von Associated Press, Gary Pruitt, folgende Stellungnahme:

Wir sind bestürzt und entsetzt, dass das israelische Militär das Gebäude beschießt und zerstört, in dem APs Büro und andere Nachrichtenorgane in Gaza untergebracht waren. Sie haben seit Langem gewusst, wo unser Büro ist und wussten, dass dort Journalisten waren.

Wir erhielten eine Warnung, dass das Gebäude getroffen werden wird… Ein Dutzend AP-Journalisten und Freischaffende befanden sich im Gebäude und wir konnten sie glücklicherweise rechtzeitig herausbringen.

Jen Psaki, die Sprecherin des Weißen Hauses, fiel auf den sozialen Medien sofort ein:

Wir haben den Israelis direkt kommuniziert, dass die Sicherheit von Journalisten und unabhängigen Medien eine vorrangige Verantwortung darstellt.

Vielleicht hat Psaki Pruitts Presseerklärung nicht gelesen. Darüber hinaus ist HonestReporting nicht bekannt, dass in Gaza seit dem Ausbruch des Konflikts am letzten Montag irgendein Journalist verletzt wurde, ein kleines Wunder, wenn man bedenkt, wie dicht die Bevölkerung in diesem Bereich ist und angesichts der schieren Menge an Projektilen, die von dort nach Israel geschossen wurde.

Jetzt zum einschlägigen Internationalen Recht, das, kurz gesagt, Angriff auf nicht militärische Stellen untersagt, aber auch erklärt, dass eine Stelle nicht mehr als „zivil“ gilt, wenn Kriegsinstrumente dort platziert werden. Ausführlicher sieht man das in Artikel 52 des Zusatzprotokolls I der Vierten Genfer Konvention [S. 40 des PDF-Dokuments – heplev]:

1. Zivile Objekte dürfen weder angegriffen noch zum Gegenstand von Repressalien [Vergeltungsmaßnahmen – heplev] gemacht werden. Zivile Objekte sind alle Objekte, die nicht militärische Ziele im Sinne des Absatz 2 sind.

2. Angriffe sind streng auf militärische Ziele zu beschränken. Soweit es sich um Objekte handelt, gelten als militärische Ziele nur solche Objekte, die auf Grund ihrer Beschaffenheit, ihres Standorts, ihrer Zweckbestimmung oder ihrer Verwendung wirksam zu militärischen Handlungen beitragen und deren gänzliche oder teilweise Zerstörung, deren Inbesitznahme oder Neutralisierung unter den in dem betreffenden Zeitpunkt gegebenen Umständen einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellt.

3. Im Zweifelsfall wird vermutet, dass ein in der Regel für zivile Zwecke bestimmtes Objekt, wie beispielsweise eine Kultstätte, ein Haus, eine sonstige Wohnstätte oder eine Schule, nicht dazu verwendet wird, wirksam zu militärischen Handlungen beizutragen.

Zusätzlich bekräftigt das humanitäre Gewohnheits-Völkerrecht dasselbe Konzept: Nämlich dass der Angriff auf zivile Stellen zwar verboten ist, diejenigen, die für Militäroperationen verwendet werden aber nicht als solche gelten.

Insbesondere heißt es dort (Regel 8. Definition militärischer Ziele):

Insofern werden, was Ziele angeht, militärische Ziele auf diejenigen Objekte beschränkt, die durch ihre Natur, Standort, Zweck oder Verwendung einen effektiven Beitrag zum militärischen Handeln leisten und deren teilweise oder komplette Zerstörung, Einnahme oder Neutralisierung unter den gegebenen Umständen des Zeitpunkts einen definitiven militärischen Vorteil bieten.

Von daher kann also kaum argumentiert werden, dass die IDF das Völkerrecht verletzte, indem sie ein Gebäude beschoss, aus dem die Menschen heraus waren und das mutmaßlich von der Hamas für ihren Aggressionskrieg gegen Israel eingesetzt wurde.

Dass einige Medien darüber hinaus vom israelischen Militär Beweise fordern, ist Messen mit zweierlei Maß, das nur in eine Richtung angewandt wird. Beispielsweise verbreiten Nachrichtenagenturen gewohnheitsmäßig Opferzahlen, die vom von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium in Gaza zur Verfügung gestellt werden, ohne sie faktisch zu überprüfen und ohne anzugeben, dass dieses Gremium eine lange Geschichte der gewollt Irreführung der Öffentlichkeit hat.

Gleichermaßen aufschlussreich ist, dass Nachrichtenorgane, die anscheinend in Bezug auf die Einsatzregeln der IDF voreilige Schlüsse zogen, sich beschwert haben, sie wären hereingelegt worden zu berichten, dass das israelische Militär am letzten Freitag eine Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen habe.

Die angebliche Irreführung, eine oft im Kampf verwendete Taktik, kam in Form eines Tweets der IDF nur Stunden, bevor rund 160 Kampfjets losgeschickt wurden, um aus der Luft ein als „Metro“ bezeichnetes, massives unterirdisches Tunnelnetzwerk im Gazastreifen anzugreifen, das voller Hamas-Terroristen war, die eine Bodenoffensive erwarteten, die nicht kam.

IDF Luft- und Bodentruppen greifen derzeit im Gazastreifen an.

AP muss man zugute halten, dass sie – anders als die New York Times und die Washington Post – keinen ungenauen Bericht über die nicht existente Mission brachten; und zwar nach Durchführung grundlegender journalistischer Verfahren. Eigentlich war jeder mit einer allgemeinen Einsicht in Jerusalems politische und militärische Politik und Strategie gegenüber der Hamas von Anfang an skeptisch, was grünes Licht der Regierung für eine voll entfaltete Bodenoffensive so früh in der laufenden Konfrontation angeht.

Dafür brauchte HonestReporting rund fünf Minuten Anfragen an aktuelle und ehemalige Regierungs- und Militärvertreter, um festzustellen, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses bei fast Null lag – und dass israelische Truppen, wären sie im Gazastreifen, den Auftrag gehabt hätten, eine präzise taktische Mission durchzuführen (d.h. mit einer begrenzten Zahl von Spezialkräften eingedrungen wären), wovon niemand – wenn überhaupt – bis zu ihrem Abschluss etwas gehört hätte.

Allerdings wird von vielen Auslandsjournalisten offenbar kein grundlegendes Verständnis der Dynamiken des Konflikts gefordert; stattdessen werden einige auf den letzten Drücker nach Israel eingeflogen, um über ein Aufflammen in einem Jahrzehnte alten Krieg zu berichten, von dem sie anscheinend nur in der oft voreingenommenen Medienindustrie lesen, in der sie arbeiten.

HonestReporting fühlt mit Journalisten, die in einem Kriegsgebiet arbeiten und verstehen, warum der Vorfall von Samstag einen Angst-Nerv getroffen haben kann. Aus diesem Grund betonen wir, dass die Verantwortung direkt auf die Schultern der Hamas gelegt werden sollte, einer Organisation mit wenig, wenn überhaupt Interesse für Menschenleben, wie ihre elende Geschichte der Installation von Militäreinrichtungen in zivilen Bereichen bestätigt.

Das wurde anscheinend leider heute einmal mehr bewiesen.

Fatah und Hamas: Eine blutige Geschichte von Versöhnungen

8. Oktober 2020

Dov Lipman, HonestReporting, 4. Oktober 2020

Die Ankündigung, dass Fatah und Hamas in Verhandlungen zur Aussöhnung und Bildung einer neuen palästinensischen Einheitsregierung eintreten, wird in den Medien fälschlich als bedeutende Entwicklung berichtet. Die Nachrichten über Gespräche der beiden rivalisierenden Gruppen sind die jüngsten in einer langen Reihe Abkommen der beiden, die ausnahmslos schlecht endeten.

Befreit das Heilige Land von Israel: Gründung der Fatah

Die Fatah wurde 1959 als palästinensische nationale Befreiungsbewegung gegründet, deren Ziel darin bestand das Heilige Land vom jüdischen Staat zu befreien. Ende der 1960-er Jahre wurde die Fatah zur dominierenden Kraft innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). 1969 wurde Fatah-Gründer Yassir Arafat zum Vorsitzenden der PLO. Die BBC berichtete, dass Arafat in diese Position aufstieg, nachdem seine Bewegung im Jahr 1969 2.432 Terroranschläge verübt hatte.

Während die Gründungsdokumente der PLO die totale Eliminierung Israels fordern, hatte der Oslo-Prozess der frühen 1990-er zum Ergebnis, dass die Organisation versprach die Existenz des jüdischen Staates anzuerkennen.

Die erste Intifada und die Gründung der Hamas

Die Hamas wurde 1987 kurz nach dem Beginn der ersten Intifada von radikalen sunnitischen Muslimen mit Verbindung zur Muslimbruderschaft in Ägypten gegründet. Anders als die Fatah wird die Hamas – deren Verfassung die Vernichtung Israels fordert – von vielen in der internationalen Gemeinschaft, einschließlich den USA und der Europäischen Union, immer noch als Terrororganisation betrachtet.

Da Arafat der Terrorisierung des jüdischen Staats verpflichtet blieb, wie durch seine Ablehnung auf dem Camp David-Gipfel 2000 einen Deal mit Jerusalem zu erzielen und die Entfesselung der zweiten Intifada zu erkennen war, kooperierten Fatah und Hamas in ihren Anschlägen gegen Israel.

Wahlen führen zum Zerwürfnis zwischen Hamas und Fatah

Israel zog 2005 seine Soldaten und Bürger aus dem Gazastreifen ab, was den Palästinensern die Möglichkeit gab sich selbst zu regieren und ihren eigenen Staat aufzubauen. Die Dinge schienen in Richtung Einheit zu laufen. Im Januar 2006 wurden Wahlen abgehalten. Als Ergebnis übernahm die Hamas die Kontrolle der Legislative.

Aber die beiden Gruppen konnten sich nicht einigen, wie sie gemeinsam regieren sollten. Ismail Haniyeh, der Führer der Hamas, kündigte am 29. März 2006 eine neue Palästinenserregierung an. Die Fatah lehnte es ab der Regierung beizutreten, unter anderem weil die Hamas sich weigerte Israel anzuerkennen.

Gewalt brach aus, darunter Mordversuche an Führern sowohl der Fatah als auch der Hamas. Hunderte Palästinenser wurden getötet.

Das Gefangenen-Dokument

Im Mai 2006 schrieben palästinensische Terroristen in einem israelischen Gefängnis das, was als das „Gefangenen-Dokument“ bekannt wurde und unterschrieben es. Es forderte die Einheit aller Palästinensergruppen im Kampf gegen die „israelische Besatzung“ und eine nationale Einheitsregierung, die einen Palästinenserstaat innerhalb der Grenzen der Westbank und des Gazastreifens von 1967 leitet. Al-Quds (Jerusalem) sollte die Hauptstadt sein. Das implizierte eine Anerkennung des Staates Israel in seinen Grenzen von 1967.

Am 11. September 2006 einigten sich Abbas und Haniyeh auf die Bildung einer neuen Regierung auf Grundlage des Gefangenen-Dokuments. Aber die Hamas war nicht bereit Teil einer Führung zu sein, die Israel anerkennt. Die Aussöhnungsgespräche kamen zum Stillstand und die Kämpfe gingen weiter.

Fatah und Hamas unterzeichneten im Februar 2007 die von den Saudis vermittelte Mekka-Vereinbarung, in der sie sich verpflichteten die Gewalt zu beenden und eine Einheitsregierung zu bilden. Es waren jedoch von März bis Juni 2007 mehr als 260 Menschen getötet worden. Human Rights Watch berichtete, dass zu diesen Tötungen von Dächern geworfene Menschen und öffentliche Hinrichtungen gehörten.

Die Hamas übernimmt den Gazastreifen

Dann begannen Militante von der Hamas im Juni 2007, überzeugt, dass die internationale Gemeinschaft die Fatah finanzierte und bewaffnete, damit sie den Gazastreifen kontrollieren kann, eine gewalttätige Übernahme. Alle Fatah-Minister wurden von der Macht entfernt. Die Hamas hat seitdem die Kontrolle über den Gazastreifen und hat die Küstenenklave als Startrampe für Raketenangriffe auf israelische Städte benutzt, was zu zahlreichen Kriegen führte.

Putschverusch der Hamas in der Westbank

Die beiden Seiten unterschrieben am 23. März 2008 in Sana’a im Jemen ein Friedensabkommen. Der Deal forderte, dass der Gazastreifen unter gemeinsame Führung gestellt wird, wie er das vor dem Juni 2007 war. Das trat nicht ein. Nach der Operation Gegossenes Blei folterte die Hamas mindestens 20 Palästinenser und richtete sie hin, viele davon Fatah-Mitglieder; ihnen wurde Kollaboration mit Israel vorgeworfen.

Die beiden Seiten trafen sich im Februar in Kairo, um die Einheitsgespräche wieder zu beginnen, aber diese schlugen fehl. Ägypten machte im Juni 2010 einen Vorschlag für palästinensische Einheit, aber die Verhandlungen scheiterten, unter anderem wegen der Weigerung der Hamas die Gewalt aufzugeben und Israels Existenzrecht anzuerkennen. Dem folgten die Vereinbarung von Doha und die Vereinbarung von Kairo, beide 2012 unterzeichnet.

Trotz dieser Bemühungen erreichten die Spannungen zwischen Fatah und Hamas einen Höhepunkt, als der von den USA gestützte Abdel Fattah Al-Sisi 2013 in Ägypten Präsident wurde. Al-Sisi beschloss den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten geschlossen zu halten, bis Präsident Abbas die Kontrolle über Gaza erhält.

Die Hamas betrachtete das als Partnerschaft der PA-Führung mit Israel um den Gazastreifen zu blockieren und reagierte mit einem Umsturzversuch, um die Kontrolle über die Palästinensergebiete in der Westbank zu übernehmen. Israelische Sicherheitsdienste entdeckten das Komplott und vereitelten es.

Der Plan der Fata den Streifen wieder zu übernehmen.

Dann wurde am 23. April 2014 ein Aussöhnungs-Abkommen unterzeichnet. Der Deal forderte die Bildung einer Einheitsregierung innerhalb von fünf Wochen und Wahl für den Präsidenten und die Legislative innerhalb von sechs Monaten. Aber die Entführung und Ermordung von drei israelischen Teenagern und der folgenden Operation Fels in der Brandung legte das auf Eis.

Diese Runde der Aussöhnungsgespräche brach 2016 endgültig zusammen, als Fatah-Führer zu fordern begannen, dass die Hamas ihre Kontrolle über den Gazastreifen aufgibt und Gerüchte zu zirkuliert wurden, die Fatah plane sich den Streifen mit Gewalt zurückzuholen.

Im Oktober 2017 brachten sich andere arabische Länder in die Einigungsbemühungen ein. Die Vereinten Arabischen Emirate, Qatar und Ägypten zwangen beide Seiten eine Vereinbarung zu unterschreiben, die der Fatah die volle zivile Kontrolle über den Gazastreifen gab, im Gegenzug sollte sie der Hamas gegen ihre Wirtschaftskrise infolge der Blockade helfen, wozu die Öffnung des Grenzübergangs Rafah gehören sollte.

Israel ist gegen die Aussöhnung von Fatah und Hamas

Israel ist vehement gegen jegliche Kooperation zwischen PA und Hamas. Im April 2011 sagte Premierminister Benjamin Netanyahu: „Die PA muss sich entweder für Frieden mit Israel oder für Frieden mit der Hamas entscheiden. Es gibt keine Möglichkeit zu Frieden mit beiden.“ Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union sind ebenfalls gegen jegliche Aussöhnung.

Derweil hat der Nahost-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump, den die Palästinenser abgelehnt haben, sie weiter von Israel weg und hin zur Hamas und dem gemeinsamen Kampf gegen Israel gedrückt.

Wird also dieses Aussöhnungs-Gerücht dazu führen, dass die Fatah ihre Anerkennung Israels anerkennt? Wird die Veränderung des Umfelds im Nahen Osten die Hamas veranlassen eine Kehrtwende zu vollführen und Israel anzuerkennen?

Oder wird der neueste Aussöhnungsversuch von Fatah und Hamas zu gar nichts führen?

Video: Spannungen zwischen Israel und Gazastreifen steigen unter Brandstifter-Terror der Hamas

20. August 2020

Zina Rakhamilova, HonestReporting, 16. August 2020

IDF-Flugzeuge bombardierten die fünfte Nacht in Folge mehrere Stellen, die zur Terrororganisation Hamas im Gazastreifen gehörten; inmitten der verstärkten Spannungen entlang der gemeinsamen Grenze, die durch die erneuerten Flüge von Brandsatz-Ballons aus den Palästinenser-Enklave nach Israel ausgelöst wurden.

Die Brand-Vorrichtungen, hauptsächlich Ballons mit daran gebundenem entflammbarem oder explosivem Material, haben Dutzende Brände verursacht, die im Verlauf der vergangenen Woche israelisches Agrarland zerstörten.

Derweil scheint es so, dass die Hamas auch die wöchentlichen Proteste entlang der Grenze wieder eingeführt wurden, wobei die IDF bestätigt, dass Demonstranten am Samstagabend „Reifen verbrannten, Sprengsätze und Granaten auf den Sicherheitszaun warfen und versuchten sich diesem zu nähern.“

AP gibt Hamas-Definition von „gewaltfrei“ preis

29. April 2018

Simon Plosker, HonestReporting, 26. April 2018

Associated Press könnte wegen seiner Story über die anscheinende Begrüßung von „Gewaltfreiheit“ Anerkennung verdienen, aber hat die Nachrichtenagentur überhaupt erkannt, welche alternative Realität seine Journalisten aufgedeckt haben?

Die Story beginnt folgendermaßen:

In einem Sit-in-Zelt nahe der Gaza-Grenze zu Israel beantwortete ein Lehrender Fragen von Aktivisten, die mit dem Konzept der gewaltfreien Proteste zu kämpfen haben.

Sie fragten, was erlaubt ist und führten unterschiedliche Aktionen au. Steine werfen und Kundgebungen veranstalten ist erlaubt, sagte er. Brandsätze zu werfen ist ein „Vielleicht“ und Messer einzusetzen ist ein definitives „Nein“.

Es erscheint also so, als ob alles, das keine Selbstmord-Bombenanschläge, Raketenangriffe, Schüsse oder Stechen involviert, jetzt von der Hamas und palästinensischen Aktivisten als „gewaltfrei“ eingestuft wird.

Das Oxford English Dictionary definiert Gewalt als ein Verhalten, als physische Stärke, die darauf abzielt jemanden oder etwas zu verletzen, zu schädigen oder zu töten.

Es definiert sie auch als ungesetzliche Ausübung physischer Kraft oder Einschüchterung durch die Zurschaustellung solcher Kraft.

Bei beiden dieser Definitionen würde Steine oder Brandsätze zu werfen als Gewalttat betrachet. In jeder zivilisierten Gesellschaft würde dieses Tun sowohl inakzeptabel als auch gesetzwidrig sein.

Warum haben dann die Medien die Hamas-Definition von Gewaltlosigkeit übernommen, die Palästinensern einfach erlaubt vom Lexikon als Gewalttaten definiere Taten zu verüben, wenn sie ohne die Unterstützung einer Schusswaffe oder eines Messer ausgeübt werden.

AP gibt an:

Die Hamas hat den Druck auf Israel aufrecht erhalten, indem sie zumindest eine Begrüßung von Gewaltfreiheit „telegrafieren“. Der oberste Chef Ismail Haniyeh zum Beispiel sprach vor dem Hintergrund von Poster solcher Ikonen wie Nelson Mandela dn Martin Luther King.

Die AP erwähnt nicht, dass dieser Hintergrund an Postern auch Gandhi einschloss.

Hamas-Chef Ismail Haniyeh hält eine Rede unter den Antlitzen von Ghandi, King und Mandela. Enn er tatsächlich ihrem Vorbild folgen würde, würde seie Terrororganisation sich entwaffnen – für das allgemeine Wohl aller Gazaner.

Mandela und seine Partei ANC wandten im Kampf gegen die Apartheid Südafrikas Gewalt an, aber es ist sowohl für Gandhi als auch für Martin Luther King eine Beleidigung, wenn die Hamas irgendeinen Vergleich zwischen sich und den Vertretern echter Gewaltlosigkeit zieht.

Gemäß des Martin Luther King Jr. Research and Education Institute an der Standford University hatte Kings Vorstellung von Gewaltlosigkeit sechs Schlüsselprinzipien, darunter:

  • Man kann dem Bösen Widerstand leisten ohne zu Gewalt Zuflucht zu nehmen.
  • Gewaltlosigkeit strebt an die „Freundschaft und Verständnis“ des Gegners zu gewinnen, nicht ihn zu demütigen.
  • Diejenigen, die sich der Gewaltlosigkeit verschrieben haben, müssen bereit sein ohne Vergeltung zu leiden, weil Leiden selbst erlösend sein kann.
  • Der Widerstand Leistende sollte von Liebe im Sinn von „Verständnis“ oder „gutem Willen für alle Menschen“ motiviert sein.

Klingt das wirklich wie die Hamas-Definition von gewaltfreiem Protest?

So sieht die Realität der Proteste an der Gaza-Grenze aus:

Warum ist es gewaltlos, wenn Palästinenser Steine und Brandbomben werfen, aber jeder andere in jedem anderen Land würde dafür verhaftet und vor Gericht gestellt werden? Ist es die Bigotterie der niedrigen Erwartungen, die die Palästinenser mit viel niedrigeren Standards dessen messen, was gewaltfreie Aktivitäten darstellen?

Warum lassen die Medien der Hamas und den palästinensischen Randalierern durchgehen, wie sie Gewaltlosigkeit definieren?

Die Associated Press hat einen anständigen Artikel geschrieben. Es ist aber so aus, dass die Agentur das nicht zu Ende gebracht und die offensichtlichen Folgerungen gezogen hat: Hamas und Gewaltlosigkeit sind keine im Himmel geschlossene Ehe.

(Bild: freevector.com und Flash90/SlimanKhader, bearbeitet)

Die Hamas, eine fundamentalistische politische Partei?

15. November 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 13. November 2016

Der Londoner Evening Standard berichtet von einem Besuch eines rechten Aktivisten in Israel. Zu der Story gehört diese Beschreibung der Hamas:

Hamas ist eine palästinensische fundamentalistische Partei, die den Gazastreifen kontrolliert. Israel hat sie oft beschuldigt Extremismus fördern, was die Hamas bestreitet.

Eine fundamentale politische Partei, die von Israel beschuldigt wird „Extremismus zu fördern“?

Ernsthaft?

Was ist mit Selbstmord-Bombenanschlägen, Schüssen, Stichanschläge und tausenden Raketenangriffen auf israelische Zivilisten? Macht das die Hamas nicht zu einer Terrororganisation?

Gibt es derart viele Zweifel am Wesen der Hamas, dass der Evening Standard auf Mutmaßungen Zuflucht nehmen muss?

Dem Evening Standard wurde eine Beschwerde zugeschickt. Bleiben Sie dran.

AFP-Schlagzeile im Hamas-Stil

18. März 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 17. März 2016

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AFP berichtet:

Am Mittwoch teilte der militärische Flügel der Hamas mit, einer ihrer Anhänger sei in einen Anschlag im besetzten Westjordanland involviert gewesen. Seit Beginn der Gewaltwelle im Oktober wird dies als erste Anerkenntnis dieser Art betrachtet.

Und hier ist die dazugehörige Schlagzeile:

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Warum schreibt die AFP die Aussage einer Partei zu, wenn sie doch in der Story feststellt, dass das Statement vom militärischen Flügel der Hamas kommt?! In der Story wird zwischen dem militärischen und dem politischen Flügel unterschieden, aber nicht in der Schlagzeile?

Und nachdem AFP eine Terrororganisation wie eine politische Gruppe behandelt, spielt sie den Terror noch weiter herunter, indem sie einen Terroristen als „Kämpfer“ beschreibt. Leider sind wir es schon gewohnt, dass „Militante“ zur Beschreibung von Terroristen hergenommen wird, aber „Kämpfer“ ist womöglich noch schlimmer, da es dem Vorfall jeglichen Extremismus nimmt und Gewalthandlungen vielleicht sogar eine Art Nobilität verleiht.

Wir haben AFP aufgefordert, die Schlagzeile zu ändern.

Die vernichtende Kritik eines Forbes-Journalisten an AP

22. Februar 2015

HonestReporting, 16. Februar 2015 (übersetzt von Cora)


Das Folgende wurde mit Erlaubnis von Richard Behars Facebookseite entnommen. Er ist teilhabender Herausgeber und Rechercheur für das Forbes Magazin und arbeitet derzeit an einem Buch über Bernie Madoff.

Die israelfeindliche Presse mal wieder: Beachten Sie den vor kurzem erschienenen Artikel, der behauptet, dass bei der Bombardierung der Häuser im Gazastreifen durch die IDF während des Krieges gegen die Hamas im letzten Sommer hauptsächlich Zivilisten getötet worden seien. Der Artikel – überschrieben „AP Exklusiv: Die Bombardierung der Häuser tötet vor allem Zivilisten“ – wurde von Karin Laub, Fares Akram und Mohammed Daraghmeh geschrieben.

Man lese ihn und bedenke dann folgendes:

1. Angesichts dessen, was ich über APs Bericht über zivile Opfer WÄHRND des Krieges – in meinem „Medien Intifada Enthüllungen auf Forbes.com – herausgefunden habe, habe ich kein Vertrauen in ihre jetzigen Untersuchungen der 247 Luftangriffe. Ich glaube ihnen schlicht nicht und Sie sollten es auch nicht. Sie verletzten ihre Verantwortlichkeit gegenüber den Lesern während des Krieges und haben niemals gestanden, dass hier Journalismus schlampig und unanständig (wenn nicht schlimmer) gewesen ist. In dem vorangegangenen Artikel plapperten AP und alle anderen großen Pressekanäle (einschließlich die New York Times und Reuters) einfach die Behauptungen der Hamas nach, die meisten Kriegstoten seien Zivilisten gewesen. Manchmal schrieben sie es der UNO zu, die ihre Zahlen von der Hamas erhielt. Warum das eine Rolle spielt? Weil jedes Mal, wenn die Pressekanäle berichteten, dass eine „Mehrheit“ oder „eine überwiegende Mehrheit“ oder „ die überwältigende Mehrheit“ der Opfer Zivilisten gewesen seien, dies um den Globus schoss wie eine Rakete – und antiisraelische oder gar antisemitische Gefühle befeuerte (und damit Gewalt gegen Juden in Europa und sonst wo).

Welche Methode wendet also AP nun für ihre derzeitige „Untersuchung“ der 274 Luftangriffe auf Häuser an? Das werden wir nie erfahren, denn die Nachrichtenagentur erzählt uns das nicht. Auf welche Probleme sind sie gestoßen, die ihre Untersuchungen verdreht oder beeinflusst haben könnten? Wir werden es niemals erfahren, denn AP erzählt uns nichts darüber.

2. Vergangenen Monat veröffentlichte das hoch angesehene Meir Amit Intelligence and Information Center seinen jüngsten Bericht über die zivilen Opfer. Seine Experten nahmen sich die Zeit die Listen der Toten einen nach dem anderen durchzugehen und ihr Abschlussbericht wird erst in ein paar Monaten, wenn nicht sogar erst in ein paar Jahren erhältlich sein. Tatsächlich berichtete ich, nach der Operation Gegossenes Blei (2008/09) „vergingen fast zwei Jahre, bis einem palästinensischen Minister unbeabsichtigt entschlüpfte, dass die IDF Zahlen richtig gewesen sind“, übereinstimmend mit Eado Hecht, einem unabhängigen Verteidigungsanalysten, der militärische Theorie und Geschichte am IDF Offiziers- und Kommandocollege unterrichtet. (Heute arbeitet Hecht im Begin-Sadat Zentrum, einem der führenden israelischen Think-Tanks).

Im Report des Meir Amit Centers vom Januar wird jedenfalls festgestellt, dass 1600 von den getöteten 2140 Einwohnern Gazas wie folgt identifiziert wurden: 55% waren Kämpfer, 45% Nicht-Kämpfer. Bei 540 Menschen sind sie sich nicht sicher, in welche Kategorie diese fallen. Außerdem sagt das Center, dass die Hamas die aktuellen Listen und Zugehörigkeiten verschleiert, teilweise wegen objektiver technischer Schwierigkeiten (schlechte Verwaltungsarbeit und fehlender Zugriff auf einige der Toten), teilweise aber auch absichtlich als Teil ihrer Propagandakampagne gegen Israel.

Der Artikel der AP ist vor allem auf „ eine spezielle Untergruppe“ fokussiert, „ – jene, die in den Häusern umkamen, die von den Israelis `angeblich´ gezielt angegriffen wurden“, erzählte mir der Verteidigungsanalyst Hecht heute. „Ich schreibe `angeblich´ gezielt von den Israelis angegriffen, da (um die) 2600 palästinensische Raketen und Mörser absichtlich (die meisten) oder aus Versehen in palästinensische Wohngebiete gefeuert wurden. Der bewusste Beschuss richtete sich gegen israelische Soldaten in jenem Gebiet – allerdings ohne Warnung an die lokalen Zivilisten, sich von dort zu entfernen. Wie viele der 247 getroffenen Häuser wurden also eindeutig von Israel getroffen und wie viele von palästinensischem Feuer?“

Richard Behar

3. Ihr werdet nichts von dem, was ich in Punkt 2 geschrieben habe, in der AP Geschichte lesen. Vielleicht dachten ihre Reporter und Herausgeber, es würde das Salz aus der Suppe nehmen. Sie zitieren Meir Amit diesmal – aber nur die Feststellung des Centers, dass sie keine Beweise für weibliche Kämpfer hätten, ebenso die Frage des Centers nach der Glaubwürdigkeit der Zeugen aus Gaza (mit nur einigen Worten). AP glaubt dann den „vorläufigen“ Zahlen der UNO, die ausrechnete, dass mindestens 66% der toten Zivilisten gewesen seien. Wirklich? Und woher bekommt die UNO ihre Zahlen? Wir kennen die Antwort. Warum tut AP seinen Lesern nicht den Gefallen und schreibt wenigstens die 45% vom Meir Amit Center dazu, die der UNO/Hamas widersprechen?

Es gibt einige Journalisten in meinem Bereich, die glauben, dass es keine gute Idee ist, wenn Reporter wie ich unseresgleichen derart entlarven. Es ist die „Glashaus“-Angst und es fördert ganz sicher nicht die Karriere. Aber ich möchte sie an den Ethikcode der Gesellschaft professioneller Journalisten erinnern, der festschreibt: „Journalisten sind ihren Lesern, Hörern, Zuschauern UND JEDEM ANDEREN (Hervorhebungen durch mich) gegenüber verantwortlich.“ Der Kodex sagt außerdem, dass die Journalisten „unethische Praktiken von Journalisten und Nachrichtenmedien aufdecken sollen“ Zudem sollen Journalisten „die Richtigkeit ihrer Informationen mit Hilfe aller Quellen prüfen.“

4. Es ist wert festzustellen, dass einer der Mitautoren der heutigen AP Geschichte Fares Akram ist. In meinem Artikel im letzten Sommer stellte ich Fares Akram heraus – damals der in Gaza stationierte Top-Journalist der New York Times – weil er auf Facebook ein Foto von Yasser Arafat als Profilfoto benutzt hatte. Ich merkte ebenfalls an, dass er sich in der Überschrift zu einem zweiten Foto höchst poetisch über Arafat ausließ, im Kontext über „die Höhepunkte eines großen Mannes“. Dazu kommt noch, dass er schrieb, als sein Vater und sein Cousin bei einem israelischen Luftangriff 2009 tragischerweise umkamen: „Ich finde es schwer, einen Unterschied zwischen denen zu finden, die die Israelis Terroristen nennen und jenen israelischen Piloten und Panzerbesatzungen, die in Gaza einfallen.“ Sollte das nicht die Frage aufwerfen, ob es nicht besser wäre, wenn er stattdessen über andere Konflikte berichten würde? Gehe ich von meinen eigenen starken (und offenen) Gefühlen und meinen Untersuchungen zu Israel aus, könnte ich niemals für AP über einen Krieg in Gaza berichten. Oder doch – wenn Akram es kann?

Akram, ein palästinensischer Einwohner Gazas hat außerdem während des Krieges im Sommer mehr als ein Dutzend Kriegsberichte bei Al Jazira (das dem die Hamas unterstützenden Katar gehört) veröffentlicht – parallel zu den Times-Artikeln. Im Herbst verließ Akram die Times und AP holte ihn direkt zu sich.

5. Eine weitere Sache, die ich in meinem Artikel im letzten Sommer beschrieb (welcher, darüber bin ich höchst erfreut, von 114.000 Menschen für Wert befunden wurde, gelesen zu werden – diese Unterstützung ist auch eine Art Medienkritik): Eine bahnbrechende Studie, die von meinen Kollegen ignoriert wurde, kam im Juni 2014 heraus, einen Monat bevor der Israel-Hamas Krieg losging. Eine prominente Gruppe amerikanischer Gesundheitsexperten fand heraus, dass Zivilisten 85% bis 90% aller Opfer der 248 bewaffneten Konflikte in der Welt seit dem 2. Weltkrieg ausmachen. Auch wenn jedes zivile Opfer in Gaza eine Tragödie ist, hat die IDF, bedenkt man die Komplexität und die zivilen Schutzschilde in Gaza, etwas vollbracht, was ein Modell für die zukünftigen Kriege sein wird. Sollte AP nicht derlei Statistiken beachten, wenn sie Artikel wie den letzten schreiben? Betrachtet man den Anstieg des Antisemitismus auf der ganzen Welt nur allein seit dem Krieg im Sommer, könnten solche Statistiken einen historischen Zusammenhang darstellen und das könnte den Hass auf Juden verringern – oder zumindest verhindern, dass er sich nicht weiter verbreitet.

6. Ich möchte heute meine Botschaft mit dem Verteidigungsexperten Hecht schließen: „UNO-Zahlen sind nicht wirklich UNO-Zahlen,“ sagte er, wie ich schon im August berichtete, „es sind von der Hamas kontrollierte Zahlen, die der UNO übergeben wurden.“

Außerdem weiß niemand, wie viele Häuser genau von den Israelis angegriffen wurden, aber UNO-Studien (diesmal wirklich UNO-Studien, denn es wurden Satellitenbilder verwendet) sagen aus, dass tausende von Gebäuden zerstört wurden (eine Zahl spricht von 20.000 zerstörten oder schwer beschädigten Gebäuden). Die Prozentzahl von getöteten Zivilisten in 247 Häusern zeigt einzig, dass jemand bestimmte Häuser zur Zählung auswählte, während er andere Häuser ausließ, die nicht seiner Neigung entsprachen, die er dem Ganzen geben wollte. Besonders seit die gesamte Anzahl an Kindern, Frauen und älteren Männern von den Palästinensern selber mit 943 angegeben wurde. Mit anderen Worten; in etwas mehr als 1% von etwa 20.000 zerstörten oder schwer beschädigten Gebäuden waren 508 der gesamt 943 (also unter 54%) der von den Palästinenser behaupteten Kinder, Frauen und ältere Männer betroffen.

„Selbst wenn jeder der übrigen getöteten 435 Kinder, Frauen und älteren Männer einzeln in einem anderen Haus getötet wurde,“ fährt Hecht fort, „bedeutet das, dass höchstens 682 Häuser mit Kindern, Frauen und älteren Männern darin von den Israelis getroffen wurden – das sind 3,5% der Häuser, die getroffen wurden. Selbst wenn wir von einer sehr viel niedrigeren Anzahl von zerstörten oder schwer beschädigten Häusern ausgehen, die von anderen Quellen genannt werden – etwa 10.000 zerstörte und schwer beschädigte Häuser – würde das die Prozentzahl von zerstörten Gebäuden mit Zivilisten darin auf etwa 7% erhöhen. Natürlich verteilen sich die zivilen Opfer nicht auf eines pro Haus, dem entsprechen ist die Prozentzahl wesentlich niedriger. Es scheint mir – auch wenn ich, der Debatte zuliebe, annehmen würde, dass all diese Zahlen stimmen und alle Zerstörungen von den Israelis verursacht wurden – dass die Israelis außerordentlich umsichtig bei ihren Angriffen waren und große Anstrengungen unternahmen, um zivile Opfer zu vermeiden.

„Kurz gefasst,“ schließt Hecht, „machen Leute, die mit den Zahlen spielen, das, damit sie zu ihrer Phantasie (politischen Ausrichtung) passen.“

Mitglieder der AP-Ableger optimieren hin und wieder die ursprünglichen AP-Überschriften. In diesem Fall haben das mehrere Publikationen getan – sie verzerrten den Artikel selber und ließen Israel noch schlechter aussehen. Ein Paradebeispiel: Stars and Stripes, das die Gemeinschaft der US Militärs mit Informationen und Nachrichten versorgt. Ihre Überschrift eines Artikels war: „AP-Bericht: Israelische Luftangriffe töten hauptsächlich Zivilisten.“ Damit wird der Leser rasch dazu verführt zu glauben, die Untersuchungen der AP gelten nicht nur den Häusern, sondern dem ganzen Gazastreifen. Ähnlich ist die Überschrift des Idaho Statesman, die sich wie folgt liest: „Luftangriffe auf Gaza töteten im letzten Sommer hunderte von Zivilisten.“ (Der Artikel im Internet wurde inzwischen auf den neuesten Stand gebracht, aber, ach, nicht die Überschrift.)

Noch mehr Beispiele, wenn ihr noch nicht genügend angewidert seid: Die Überschrift der San Angelo Standard Times ist „Zivilisten trugen die Hauptlast der israelischen Luftangriffe“. The Independent (UK): „Fast ausschließlich Zivilisten wurden bei dem Überfall auf Gaza getötet.“

Zurück zu AP selber. Ich verlange nicht, dass die Nachrichtenagentur Israel mag (Artikel ehemaliger AP Korrespondenten wie Matti Friedman machen mehr als deutlich, dass der Nachrichtendienst gegen das Land voreingenommen ist). Ich verlange auch nicht, dass Fares Akram Israel wenigstens respektiert. Ich fürchte, das wird nie passieren. Was ich aber erwarte – was von den hunderten von Nachrichtenablegern, die AP gehören, zu erwarten ist – ist eine faire Berichterstattung. Dazu wurde ich vor Jahrzehnten als Student des Journalismus erzogen. Es bräuchte in diesem einen Artikel nur einige wenige Sätze, um fair zu sein, aber das ist nicht geschehen.

Früher hätte die Überprüfungsstelle des Journalismus der Columbia dem Beachtung geschenkt. Doch ich fürchte, diese Zeiten sind vorbei.

Die New York Times gibt die Kontrolle über die Medien durch die Hamas zu

31. August 2014

Simon Plosker, HonestReporting 25. August 2014 (übersetzt von Cora)

In ihrem Bericht über die gezielte Tötung des offiziellen Hamas-Finanzverwalters und Terrorunterstützers Mohammed al-Ghoul findet sich in der New York Times ein kleines, aber wichtiges Zugeständnis zur die Kontrolle der Hamas über das, was die Medien berichten können.

„Die Zeugen, die den Ort einige Minuten nach dem Luftangriff erreichten, berichteten, dass Sicherheitsleute in Zivilkleidung Fotografen daran hinderten Bilder zu machen, Umherstehende wegschickten, das Geld einsammelten und die Überreste des Autos nach weiterem Geld durchsuchten. Der Zeuge wollte aus Angst vor Vergeltung anonym bleiben.“

Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die „Sicherheitsleute in Zivil“ Hamasmitglieder sind. Da sie wie Zivilisten gekleidet sind, stellt sich die Frage, wie viele Terroristen als Zivilisten klassifiziert werden, einfach deshalb, weil sie keine Militär-Uniformen tragen.

Dass Fotografen und Zuschauer davon abgehalten wurden, das Geschehene zu dokumentieren und ein Zeuge Vergeltung fürchten muss, spricht Bände über die tatsächliche Kontrolle der Hamas über Gaza und warum große Teile des Geschehens nicht in die internationalen Medien gelangen.

Es ist sicher nicht verwunderlich, dass die Leiterin des Jerusalemer Büros der NY Times diesen Artikel nicht geschrieben hat. Schließlich tat sie die Verurteilung der Einschüchterungen durch die Hamas durch die Foreign Press Association als „Blödsinn“ ab.

Eine weitere Ausgabe von „Alles begann, als Israel zurückfeuerte“

4. April 2013

HonestReporting Media BackSpin, 4. April 2013

Eine weitere Ausgabe von ins Gegenteil verdrehter Chronologie seitens der Nachrichtenmedien. Reuters ist ein Paradebeispiel dafür, was wir als das Phänomen „Alles begann, als Israel zurückfeuerte“ bezeichnen.

So, als bestünde kein Zweifel, wer Schuld am letzten Gewaltausbruch trage, schreibt Reuters:

Die Luftschläge drohten eine von Ägypten  vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu beenden, eine Waffenruhe, die an der Grenze seit November für relative Ruhe gesorgt hatte….

Aber wenn man weiterliest, erfährt man, dass die Schläge der IDF eine Reaktion auf palästinensischen Raketenbeschuss waren.

Nun, ist das etwas, das eine Waffenruhe bedroht?

Update, Mittwoch, 12:30: Associated Press zeigt, wie es man es richtig macht.

Luxusleben im „größten Konzentrationslager der Welt“

18. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juni 2012

Monaco oder Gaza? Der Economist mit einem Stück aus dem Leben im „größten Konzentrationslager der Welt.“

Rechts: Goldfarbener Porsche (Illustration)

Mittlerweile scheinen die Hamas-Führer ihre außenpolitische Isolation zu genießen. Der Parkplatz beim Parlament, auf dem bei der Machtübernahme der Hamas noch klapprige Karossen standen, glänzt nun mit blitzblanken neuen Modellen, die durch die Tunnels unter der ägyptischen Grenze geschmuggelt worden waren. Zwei Hummer H3 und ein goldfarbener Porsche wurden erst kürzlich auf den Straßen gesichtet.

Minister und Parlamentsabgeordnete scheinen sich um fehlende Rechenschaftspflicht sowie Berichte über Geldwäsche nicht zu scheren. „Wir werden gejagt und ins Visier genommen“, erklärt wehleidig ein Parlamentsabgeordneter, der kürzlich 28.000 Dollar für ein neues Auto mit einem Kredit der Bewegung in Höhe von 12.000 Dollar ausgegeben hatte, vor dem parlamentarischen Ausschuss der Hamas.

Ich wünschte mir, mehr gejagte Hamas-Führer wären so dumm, in Gaza mit einem goldfarbenen Porsche herumzufahren.

(Bild via Flickr / Flickr/*JRFoto*)

The Guardian: Bekennender Israel-Hasser

12. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juni 2012

In Summe brachten die im Jahr 2011 im Guardian veröffentlichten Nachrichten und Kommentare der Zeitung den Dishonest Reporting Award ein. Das britische Blatt hat seinen Vorsprung für eine wiederholte Nominierung in diesem Jahr ausgebaut – und wir schreiben erst Juni.

Wie sehr doch der Guardian verkommen ist! Sein Live-Blog zu Gaza kommt mit einem Beitrag von Nader Elkhuzun daher. Problematisch ist nicht so sehr die im Post dargebrachte Huldigung für die Hamas (weil logisch und voraussehbar, [bd]), sondern die Akzeptanz des Blattes für einen Mann, der, wie bei Harry’s Place nachzulesen ist, offen dazu aufrief, „einen Zionisten zu ermorden“ und in poetischer Manier ein „Blutbad“ beschwor.

Elkhuzundar befindet sich beim Guardian in bester Gesellschaft. Das Gaza-Paket enthielt einen Gastkommentar von Ismail Hanija, dem Hamas-Platzhirsch in Gaza.

Das also sind die durchgeknallten Typen, denen der Guardian Legitimität verleiht, indem er ihnen eine Plattform gibt. All dies ist von enormer Bedeutung, weil der Guardian eine der meistgelesenen Online-Zeitungen weltweit ist und starken Einfluss auf die einflussreichste britische Intelligenz ausübt: Politiker, Journalisten und Akademiker.

Unschwer nachzuvollziehen, dass der Gaza-Live-Blog der sprichwörtlich überlaufende Tropfen ist, der die Haltung von Medien-Watchdogs gegenüber dem Guardian bestimmt. HonestReporting-Redakteur Simon Plosker äußerte in einem Gastbeitrag für Times of Israel ungewöhnlich scharfe Kritik an dem Blatt. Nachdem er ein Beispiel nach dem anderen angeführt hatte, zog Plosker folgendes Resümee:

Obwohl ich während meiner Arbeit für HonestReporting im Laufe der Jahre viele unangenehme Dinge in den Medien wahrnehmen musste, achtete ich immer darauf, auf Nummer Sicher zu gehen, bevor ich irgendwelche Medien als erklärte Feinde Israels kritisierte.

Der Guardian jedoch verdient, als moderne Ausgabe des „Der Stürmer“ bezeichnet zu werden.

Mahmud Zahar: Widersprüchliche Botschaften oder gezielte Fehlinformation?

8. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 8. März 2012

Entweder verkündet Mahmoud Zahar widersprüchliche Botschaften oder jemand verbreitet Fehlinformationen, was eine mögliche Beteiligung der Hamas am Schlachtgetümmel eines israelisch-iranischen Krieges betrifft.

Dazu die BBC:

Aber Mahmoud Zahar, hochrangiger Führer der Hamas in Gaza, verneinte eine Beteiligung der Gruppe, und er sagte gegenüber der BBC: Wir sind nicht Teil irgendeiner politischen Achse“

„Wenn Israel uns angreift, werden wir reagieren. Falls nicht, werden wir uns nicht in irgendeinen anderen regionalen Konflikt einmischen“, fügte er hinzu.

Zahar bezweifelte die Fähigkeit der Hamas, von den palästinensischen Gebieten aus den Süden Israel anzugreifen, selbst wenn sie es wollte.

Aber AP schreibt:

Am Mittwoch zitierte die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars Mahmoud Zahar, ein weiteres hochrangiges Hamas-Mitglied in Gaza, mit den Worten „Die Position der Hamas im Hinblick auf einen zionistischen Krieg gegen den Iran ist ultimative Vergeltung.“ Mittwochabend war Zahar für einen Kommentar nicht erreichbar.

AFP und Guardian haben bereits offiziell ihre eigenen Hamas-Quellen zitiert, was eine Nichtbeteiligung am Konflikt beträfe.

(Bild via YouTube/Emirabdlkdr)

Nach Beschwerde von HonestReporting: Financial Times berichtigt sich

1. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. März 2012

Im Dezember 2011 weigerte sich die Financial Times [FT], einen Fehler zu korrigieren, den sie im E-Mail-Austausch mit HonestReporting begangen hatte:

Er gründete auf die Aussage des Blattes, dass die Protzerei der Hamas, sie habe 1.365 „zionistische Soldaten“ getötet, sich [angeblich] auf israelische Soldaten und Zivilisten gleichermaßen beziehe.

Nachdem HonestReporting bei der britischen Press Complaints Commission eine Beschwerde eingereicht hatte, erschien danach sowohl in der Online- als auch in der Nahost-Printausgabe der FT dies:


Bleiben Sie dran, wenn es um die vollständige Geschichte geht und darum, wie man die Financial Times zu dieser simplen Richtigstellung zwingen konnte.

Financial Times: Alle Israelis sind Soldaten

20. Dezember 2011

HonestReporting, 20. Dezember 2011

Die Hamas kümmert es nicht sonderlich, ob die von ihr getöteten Israelis Frauen, Kinder, Babys, Soldaten, Linke oder Rechte sind. Für die Hamas ist der einzig gute Israeli ein toter Israeli und die Zahl der Leichen das, was zählt.

Daher die feierliche Verkündigung einiger Statistiken zum 24. Jahrestag der Gründung der Terrorgruppe; darin beansprucht die Hamas in diesem Zeitraum 1.365 Israelis getötet zu haben.

Genauso wie die Hamas behauptet, jeder Israeli sei ein potenzieller Soldat und daher ein legitimes Ziel, begeht die Financial Times denselben Fehler:

Am selben Tag, als wollte man die Welt an sein blutiges Erbe erinnern, veröffentlichte der militärische Arm eine Liste seiner blutigen Leistungen seit 1987. Unter anderem prahlt man damit, 1.365 israelische Soldaten getötet, 11.093 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgeschossen und 87 Selbstmord-Bombenanschläge durchgeführt zu haben.

Das mag ein kleiner Tippfehler sein, obwohl er den Israelis, die auch nicht zwischen ihren Soldaten und Zivilisten unterscheiden, gleich starken Schmerz verursacht – doch zu sagen, dass die Hamas nur Soldaten tötete, wäscht die unterschiedslos mörderische Agenda der Organisation rein und ist – natürlich – ein ungenauer Bericht über das, was die Hamas wirklich sagte.

24 Jahre Hamas-Ideologie werden sich nicht einfach in Luft auflösen

20. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 20. Dezember 2011

Die Hamas faselt nun von „gewaltfreiem Widerstand.“ Laut Guardian will sie damit eine Annäherung an die PA erreichen, und damit einen Schritt

in Richtung fortschrittlichem* Islamismus vollziehen, wie er von Gruppierungen wie der Muslimbruderschaft in Kairo vertreten wird.

Man muss skeptisch abwarten, ob die Hamas sich wirklich grundlegend ändert. Schließlich werden Gründungs-Charta und 24 Jahre Ideologie sich nicht so mir nichts dir nichts in einem angenehmen Duft von Lavendel und Songbird auflösen.

Und wie Michael Totten anführt, sollten wir (und Reporterin Phoebe Greenwood) mit Formulierungen wie moderat und fortschrittlich sehr, sehr vorsichtig umgehen, wenn es um die Bruderschaft geht. Schließlich ist die Hamas ist ein Produkt Letzterer:

Ich gehörte immer zu denjenigen, die sich über jene amüsierten, welche die Muslimbruderschaft als moderat beschreiben. Dabei handelt es sich – objektiv gesehen – keineswegs um eine moderate Organisation, und schon gar nicht um eine nach westlichem Standard. Konservative Demokraten und liberale Republikaner sind moderat. Diese Kerle aber sind repressive Theokraten. Wenn in den Vereinigten Staaten ähnliche Gruppierungen existierten, würde man sie als Faschisten bezeichnen.

Dennoch sind sie ziemlich moderat im Vergleich zu den Salafisten. Die Salafisten sind Totalitäre wie die Taliban, die Al Qaida hervorbrachten.

Warum passiert das gerade jetzt? Man kann wohl davon ausgehen, dass, wenn der Iran und Syrien niesen, Hamas (und Hezbollah) eine Erkältung bekommen. Angesichts internationaler Sanktionen, die beiden Terrorgruppen das Gefühl vermitteln, dass sie finanziell angeschlagen sind, kann die Hamas offensichtlich nicht ohne internationale Glaubwürdigkeit weitermachen.

Noch hat sie diese nicht verdient.

—————-
*Anmerkung (bd): Auffallend auch, wie oft in letzter Zeit in deutschen Medien von gemäßigten Islamisten die Rede ist. Man hat also die sprachliche Diktion gegenüber den islamischen Extremisten noch geschmeidiger und devoter gestaltet. Und ich denke, dass dies nicht nur mir schon äußerst unangenehm aufgefallen ist.

Gilad Shalits Heimkehr: Wie die Medien reagierten

19. Oktober 2011

HonestReporting Media BackSpin, 19. Oktober 2011

Nach über fünf Jahren Gefangenschaft wurde Gilad Shalit (IDF-Foto, Bild rechts) auf israelischem Territorium endlich wieder mit seiner Familie vereinigt  – als Teil eines Deals, der hunderten Palästinensern, darunter vielen, die für abscheuliche und mörderische Terrorakte verantwortlich sind, die Freilassung brachte.

Absoluter Tiefpunkt, was ethisch saubere Berichterstattung betrifft

Auf israelischer Seite hatten sich die größten Nachrichtensender darauf geeinigt, über das Ereignis so sensibel und zurückhaltend wie möglich zu berichten, indem sie von Shalits Zuhause Abstand hielten und auf reißerische Fotos verzichteten. Und in der Tat beschränkte sich die allgemeine Berichterstattung im israelischen Fernsehen auf sorgfältig ausgesuchtes Filmmaterial der IDF zur Freilassung Shalits.

Zuvor jedoch, als Shalit in ägyptische Obhut überstellt worden war, lehnte sich der ’ethische’ Journalismus weit aus dem Fenster, als er einen nach 5 Jahren Isolationshaft verwirrten und übermüdeten Shalit präsentierte – konfrontiert mit einer ägyptischen TV-Kamera für ein Interview mit der Nachrichtenjournalistin Shahira Amin.

Amin wurde von Israel wegen der Durchführung ihres Interviews unter diesen Umständen stark kritisiert, was sie zurückwies.

Wurde Shalit genötigt, das Interview zu geben? Nach Amins Auskunft angeblich nicht:

Es stimmt, dass er von bewaffneten Hamas-Leuten reingebracht wurde, aber im Raum selbst befanden sich nur Mitarbeiter des ägyptischen Geheimdienstes. Sie mischten sich nicht ein, auch die Hamas-Leute nicht. Das betone ich mit voller Autorität und aus voller Verantwortung:

Ich fragte Gilad, ob er bereit sei für ein Interview, und er sagte zu. Wenn er das abgelehnt hätte, was er nicht tat, hätte ich das Interview nicht geführt. Klar, er sah blass aus und wirkte erschöpft, aber gleichzeitig schien er froh zu sein, dass er nach Hause kommt, und er gab gute Antworten. Persönlich hätte ich es vorgezogen, dass das Interview in englischer Sprache geführt worden wäre, ohne Übersetzer, aber Gilad zog es vor, in Hebräisch zu sprechen.

Könnte Shalit eventuell einem Interview deshalb so bereitwillig zugestimmt haben, weil sich ein maskierter Hamas-Aktivist im Raum befand?

Lesen Sie mehr von unserem HonestReporting-Chefredakteur Simon Plosker [In Englisch].

Gilad Shalit: Sky News schreibt Geschichte um

12. Oktober 2011

HonestReporting Media BackSpin, 12. Oktober 2011

Wenige Stunden nach der dramatischen Ankündigung, dass ein Gefangenentausch ausgehandelt worden war, um Gilad Shalit nach Hause zu bringen, ist es noch zu früh, sich ein Urteil über die Berichterstattung in den Medien zu machen.

Die Fakten und Geschichten hinter jeder Berichterstattung sind wichtig – und vor allem dann, wenn es um alle Aspekte des Nahostkonfliktes geht. Fünf Jahre nach Shalits Entführung sieht es wohl so aus, dass einige Journalisten vergessen haben, was genau im Juni 2006 passiert war.

Sky News schreibt:

Israel und die Hamas haben einen Deal vereinbart, der die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Shalit ermöglicht – fünf Jahre, nachdem er in Gaza gefangen genommen wurde.

Shalit befand sich nicht in Gaza, wo seit dem israelischen Abzug im August 2005 keine Israelis mehr wohnten. Er wurde auf israelischem Hoheitsgebiet entführt, nachdem palästinensische Terroristen einen Tunnel zum israelischen Territorium gegraben und dort einen Armeeposten angegriffen hatten.

Auch wenn einige sagen, dass es hier um einen vernachlässigbaren Aspekt ginge, handelt es sich bei dieser Ungenauigkeit nicht einfach nur um schlechten Journalismus.

Hier geht es um einen weiteren Versuch, Geschichte umzuschreiben, der es für die Feinde Israels leichter macht, Shalits Entführung und 5 Jahre in Gefangenschaft der Hamas zu rechtfertigen.


UPDATE


Anerkennung an Sky News nicht nur für die Berichtigung der Geschichte, sondern auch für die Hinzufügung einer Grafik sowie Folgendes:

Stabsunteroffizier Shalit (25), wurde im Juni 2006 nahe Kerem Shalom in Israel entführt und offensichtlich seit diesem Zeitpunkt in Gaza gefangen gehalten.

Der Artikel spricht jedoch nicht alle Details des gewaltsamen Zwischenfalls an, die Shalits Entführung ursächlich vorausgingen: der springende Punkt ist, dass es Hamas-Terroristen waren, die den Anschlag mit dem Ziel planten, einen israelischen Soldaten zu entführen.

Libyen-Berichterstattung: Doppelmoral der Medien

19. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 19. Juni 2011

Es ist immer wieder interessant zu untersuchen, wie im Zuge der Volksaufstände und Umbrüche in Nahost die Medien im Vergleich zur Berichterstattung über Israel zu Werke gehen. Besonders aufschlussreich angesichts einer Situation, in der westliche Nationen an einem Militäreinsatz beteiligt sind, ist die Berichterstattung im Vergleich zu ähnlichen Situationen, in denen sich Israel befunden hat.

Ein paar kleine Änderungen unsererseits an diesem Associated Press-Artikel, der eine NATO-Sprecherin zitiert, die über menschliche Schutzschilde in Libyen spricht, illustrieren es treffend:

„Wir verhindern jeden Tag zahllose Opfer an Menschenleben im ganzen Land“, sagte sie. „Wir führen [unsere] Operationen mit höchster Sorgfalt und Präzision durch, um zivile Opfer zu vermeiden. Zivile Opfer, wie vom libyschen Regime Hamas-Regime angeführt, sind reine Propaganda.“

libysche Regierungstruppen Hamas-Terroristen „haben Städte unter Beschuss genommen, Häfen vermint und Moscheen sowie Kinderspielplätze als Schutzschilde missbraucht.“

Die Stellungnahmen der NATO-Sprecherin Lungescu des IDF-Sprechers richten sich gegen Vorwürfe von Libyens Ministerpräsident Al-Baghdadi al-Mahmoudi Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija, der die NATO die IDF am Freitag beschuldigt hatte, eine „neue Phase der Aggression“ eingeleitet zu haben; und er sagte, das Militärbündnis hätte in den letzten Tagen absichtlich zivile Gebäude unter Beschuss genommen, darunter ein Hotel und eine Universität.

„Es ist offensichtlich, dass die NATO die IDF dazu übergegangen ist, bewusst zivile Gebäude ins Visier zu nehmen. […] Dies ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit „, sagte er Reportern in der Hauptstadt.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Ersetzen Sie die Verweise auf NATO und Libyen in der Geschichte durch die Namen IDF und Hamas, und die Geschichte erhält bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der israelischen Operation Gegossenes Blei.

Aber hier erschöpfen sich auch schon die Ähnlichkeiten. Während der Operation Gegossenes Blei und dem nachfolgenden Fallout aus dem Goldstone-Bericht machte auch Israel deutlich, dass die Hamas sich hinter der Zivilbevölkerung verschanzt hatte, während weltweit die Medien vage Vorwürfe nachplapperten, die IDF hätte absichtlich auf Zivilisten geschossen und „Kriegsverbrechen“ verübt.

Warum gehen die Medien bereitwillig davon aus, dass ein Feind zynischerweise Waffen in einem Gotteshaus lagert oder Raketen aus dem Areal einer Schule abfeuert und dieser Feind das libysche Regime ist, nicht aber dann, wenn die Hamas von Israel wegen des gleichen Verbrechens beschuldigt wird?

Warum bezweifeln die Medien zu Recht die Behauptungen Oberst Gaddafis, Opferzahlen betreffend, haben aber kein Problem damit, Zahlen zu hinterfragen, die von Hamas-Terroristen veröffentlicht worden waren?

Die NATO bestätigte am Samstag, dass ihre Flugzeuge irrtümlich eine militärische Fahrzeugkolonne nahe des libyschen Ölhafen von Brega angegriffen haben; und am frühen Sonntagmorgen zeigte die Gaddafi Regierung den Reportern einen abgebrannten Wohnblock, von dem es hieß, er sei wegen eines fehlgeleiteten NATO-Luftangriffes auf die Hauptstadt getroffen worden….

Es war das erste Mal nach drei Monaten Luftangriffen, dass die Gaddafi-Regierung glaubwürdige Beweise dafür präsentiert hatte, was zivile Opfer der NATO-Angriffe direkt betrifft. Obwohl die Regierung oft große Zahlen ziviler Todesopfer angegeben hatte, konnte sie niemals zuvor Leichen oder harte Fakten dazu liefern.

Das zerstörte Gebäude lag im Gebier Souq al Juma – weit entfernt von jeglicher klar erkennbaren militärischen Einrichtung, und bekannt für seine Feindseligkeit gegenüber Oberst Muammar el-Gaddafi, und einige Anwohner, die nach wie vor gegen ihn sind, bestätigten die Regierungsberichte zum Luftangriff. Dennoch fanden Journalisten, die das Areal aufsuchten, keine Spuren einer Bombe. Die NATO wollte keine Stellungnahme abgeben und es war unmöglich, eine andere Erklärung auszuschließen.

So liest sich ein Bericht der New York Times. Im Nebel des Krieges bleibt [vorerst] unklar, wie die oben erwähnten Umstände hinter den Vorgängen genau aussahen. Offensichtlich gibt es aber einen Grad an Akzeptanz, dass auch die technisch ausgereiftesten Militärmaschinen Fehler machen und die Feinde dies in absichtlich irreführender Propaganda für sich verwenden.

Sky News schreibt zum Beispiel:

Es konnte nicht sofort sicher überprüft werden, ob die drei Leichen aus dem zerstörten Gebäude im Stadtteil Arada stammen.

Arada ist ein Viertel im Souq al-Juma Bezirk, der für seine Anti-Gaddafi-Haltung bekannt ist.

Vor Ort berichtete ein Mann Reportern, dass in unmittelbare Nähe Flak-Geschütze installiert gewesen seien, was den Verdacht bestärkt, dass der Luftschlag sich auf ein Ziel nahe dem Einschlagsort gerichtet haben könnte.

Zwei Wochen zuvor waren libysche Regierungsvertreter von einem Mitarbeiter am selben Krankenhaus in einer Notiz an Journalisten beschuldigt worden, die Verletzung eines Kindes bei einem Autounfall als Opfer eines NATO-Angriffes deklariert zu haben.

Dennoch klagt niemand (außer dem libyschen Regime) die NATO an, absichtlich auf Zivilisten gefeuert zu haben, und niemand ruft nach einer Goldstone-Untersuchung. In ähnlicher Weise unterliefen der NATO Fehler wie in Afghanistan mit dem Hinweis auf „Kollateralschäden“.

Warum also diese Doppelmoral?

Libyen ist nicht das einzige Beispiel. Werfen Sie einen Blick auf die Vorgehensweise der Medien bezüglich Israel, als Hamas-Führer Scheich Yassin getötet worden war und vergleichen Sie das mit der Tötung Osama bin Ladens durch die USA. (Mit freundlicher Genehmigung von The Israel Project).

Zur Vergrößerung der Abbildung bitte zweimal draufklicken.

Beeb [BBC] hysterisch wegen Gaza

24. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 24. Mai 2011

Fakt ist: Seit dem Rückzug im Jahr 2005 gibt es in Gaza keinen Israeli mehr – Gilad Shalit ausgenommen.

Fakt ist: Ägyptens neue Regierung kooperiert nicht mit Israel, was die Gaza-Blockade betrifft.

Fakt ist: Die Hamas, Herrscher in Gaza, ist [wird] ein gleichberechtigter Partner bei einer zukünftigen Führung innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Fakt ist: Es gibt eine Gegenwelt, wunderlicherweise BBC genannt, die als eigene Realität existiert – ein Ort, in dem Gaza auf geheimnisvolle Weise unter israelischer Besatzung steht. Von welchem ​​Planeten aus hat die BBC diese Karte eingestellt?


Die UNO-Hinweise, auf die sich Beeb (BBC [bd]) bezieht, zeigen nichts weniger als diese veraltete Karte des britisch besetzten Gaza:


BBC
News: Wenn Zeit und Raum jegliche Bedeutung verlieren….

Quiz zur palästinensischen Aussöhnung

4. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 4. Mai 2011

Repräsentanten von Fatah und Hamas erzielten eine Vereinbarung zur nationalen Aussöhnung. Viele Leute gehen davon aus, dass nach dem Vereinigungs-Deal Israel einen legitimen Partner für Friedensverhandlungen bekommen habe.

Machen Sie das Quiz und erfahren Sie, wie gut informiert Sie über den Zusammenschluss von Hamas und Fatah sind.

1) Nachdem Fatah und Hamas ihren Einheits-Deal bekannt gegeben hatten, hielten sie ihre erste öffentliche Sitzung in Gaza wo ab?

a. einem neutralen Konferenzsaal
b. in einem Fatah-Büro
c. in einem Hamas-Büro
d. in einem Büro des Palestinian Islamic Jihad

Antwort: Palestinian Islamic Jihad. Er unterzeichnete zusammen mit anderen Gruppen wie der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) das Abkommen. Von all den kleineren Fraktionen ist der PIJ besonders hässlich: Es beschrieb einst Daniel Wultz als „das ideale Ziel„, weil er ein jüdisch-amerikanischer Teenager war – schwer verwundet bei einem PIJ-Selbstmordanschlag. Wultz erlag schließlich seinen Verletzungen und wurde posthum im Kongress geehrt.

Sind dies die Palästinenser, die wir für ihre Aussöhnung loben sollen?

2) Die Fatah und ihre Miliz, die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden:

a. sagen, sie wollen Frieden
b. sagen, sie wollen Gewalt
c. senden unterschiedlich lautende Botschaften an die englische, respektive arabische Öffentlichkeit

Antwort: Unterschiedlich lautende Botschaften. Das überrascht nicht. Yasser Arafat sprach von Frieden in Englisch und predigte Jihad in Arabisch, erhob Doppelzüngigkeit zu einer Kunstform. (UPDATE 17.00 Uhr: Nachdem Maan News bei einer ähnlichen Aktion ertappt worden war, korrigierte sie ihre Übersetzung, wohingegen die Brigaden die Mitteilung abstritt, für die sich Maan entschuldigt hatte!)

3) Die Charta welcher Bewegung identifiziert sich ausdrücklich als palästinensischer „Flügel“ der in Ägypten beheimateten Muslimbruderschaft und sich selbst als Terrororganisation?

a. Fatah
b. Hamas
c. Palästina Forum
d. PFLP

Antwort: Hamas. Wenn ich es mir recht überlege, hat auch die PLO-Charta eine Überarbeitung nötig, je nachdem, wen man fragt.

4) Die These der Leugnung des Holocausts in der Doktorarbeit welchen Staatsmannes in Nahost wird heute an öffentlichen Schulen unterrichtet?

a. Baschar al-Assad
b. Mahmoud Ahmadinejad
c. Mahmoud Abbas
d. Tayyip Recep Erdogan

Antwort: Mahmoud Abbas (hier ein englischsprachiger Link). Erst vor drei Tagen sagte David Bedein: [..] …. mit der allgemeinen Billigung sowohl durch das palästinensische Schulsystem als auch durch die PA-Führung selbst lernt eine neue Generation palästinensischer Schüler, dass der Massenmord an den Juden im Zweiten Weltkrieg durch Juden selbst durchgeführt worden sei.

5) Wer gab den jüngsten Umfragen zufolge Osama Bin Laden die höchsten Popularitätswerte?

a. Pakistaner
b. Indonesier
c. Palästinenser
d. Algerier

Antwort: Palästinenser. In der Tat erklärten 34 Prozent der befragten Palästinenser, dass sie darauf vertrauten, Bin Laden würde das Richtige in der Weltpolitik unternehmen. In keinem anderen Land gaben die Muslime ein so eindeutiges Pro für Osama ab.

Was eine Frage unbeantwortet lässt: Wer soll eigentlich mit Israel Frieden schließen?

Dies ist eindeutig ein heißes Thema. 5 Mythen zur palästinensischen Einheit ist bereits der bisher meistgelesene BackSpin-Beitrag des Jahres.