Posted tagged ‘Antisemitismus’

Die Fatah reißt sich einen peinlichen Cartoon des Sydney Morning Herald unter den Nagel

9. November 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 23.09.2016  (übersetzt von Cora)

Soweit ist die palästinensische Hetze inzwischen gekommen: Die Fatah, regierende Partei der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israels Friedenspartner, postete einen weiteren hetzerischen Cartoon. (Danke an Palestinian Media Watch).

Es zeigt viele der klassischen antisemitischen Stereotypen: Ein langnasiger Jude mit Käppchen, eine Fernbedienung haltend, beobachtet eine massive Explosion, die Gaza zerreißt, während er in einem bequemen Sessel sitzt, der mit einem Davidsstern verziert ist.

Man kann sogar ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht des Mannes erkennen.

Was diesen Cartoon bersonders interessant macht, ist, dass dieses Bild ursprünglich im Sydney Morning Herald während des Gaza-Krieges 2014 veröffentlicht wurde, um eine gleichermaßen giftige Kolumne von Mike Carlton zu illustrieren. (Der SMH entließ wenig später Carlton aufgrund seiner beleidigenden Kommentare gegenüber jenen Lesern, die darauf reagierten.)

Der Cartoonist Glen LeLievre versuchte den Antisemitismus seiner Illustration wegzuerklären:

„Das Bild ist ein Kommentar zu jenen, die das Leid anderer in einen Spaß für Gaffer machen. Ganz so, als wenn sie im Wohnzimmer einer Schow zuschauen.“

Doch der Sydney Morning Herald entschuldigte sich, entfernte den Cartoon und erklärte:

„Der Herald bedauert zutiefst die Verärgerung, die dieses Bild ausgelöst hat. Wir waren der Ansicht, dass keinerlei rassistische Verunglimpfung vorläge, nicht zuletzt deshalb, weil der Zeichner keinerlei Absicht dahingehend hatte und aktuelle Fotos die Umgebung und physische Darstellung des Charakters im Cartoon ihn beinflußt hätten.

Allerdings akzeptiert die Zeitung, dass diese Ansicht zu einfach war und dass sie die Nutzung religiöser Symbole übersehen hat.

Der Herald versteht nun, dass durch die Nutzung des Davidssterns und der Kippah im Cartoon die Zeitung in unangemessener Weise ein Element einer Religion beziehungsweise eines Staates benutzt wurde und damit ein großer Fehler in der Beurteilung gemacht wurde.

Es war falsch, dieses Bild in dieser Art und Weise zu veröffentlichen.

Die Fatah scheint LeLievres Erklärung vorzuziehen.

Antisemitische Bilder wie dieses haben im Internet ein langes Leben, normalerweise in den dunklen Ecken des weltweiten Netzes. Daher haben die Herausgeber der allgemeinen Presse eine besondere Verantwortung solchen antisemitischen Bildern nicht auch noch zur Legitimierung und Verbreitung zu verhelfen.

LeLievre und der Sydney Morning Herald haben sie während der Operation `Protecting Edge´in die Welt gesetzt. Die Fatah benutzte sie nur als probates Mittel.

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Die Untersuchungen der BBC im Fall Tim Wilcox machen Fortschritte

29. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting 26. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Tim Wilcox von der BBC löste einen Sturm des Abscheus und der Wut in der Folge der Massaker bei Charlie Hebdo und dem koscheren Supermarkt in Paris aus. Die BBC erhielt viele Beschwerden, auch von HonestReporting.

Wir haben die Beschwerden und den Ablauf bei der BBC ständig beobachtet und können nun die entscheidende E-Mail der Beschwerdeabteilung an HonestReporting veröffentlichen.

Durch die große Anzahl der Beschwerden und der aufgeworfenen Fragen hat die Beschwerdeabteilung den Ablauf beschleunigt, indem sie die Eingaben zusammenfasste und eine Zusammenfassung dessen veröffentlicht, was sie untersucht:

  • Dass die Frage, die Tim Wilkox der Interviewten stellte, irreführend war, indem er die Pariser Morde in einem koscheren Supermarkt mit den Geschehnissen im Nahen Osten verknüpfte.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass alle Juden für die Taten Israels verantwortlich seien.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass Juden für den Mord an anderen Juden verantwortlich seien.
  • Dass die Frage Vorurteile gegen Israel verbreitet.
  • Dass der Kommentar von Tim Wilcox „Aber man muss alles aus unterschiedlichen Perspektiven sehen“ nahelegt, dass es eine Rechtfertigung für die Morde gibt.
  • Dass die Interviewte nicht mit dem nötigen Respekt behandelt wurde.
  • Dass die Art und Weise, wie sich Tim Wilcox entschuldigte, unzureichend war und nicht genau ausdrückte, worin das Beleidigende seiner Äußerungen bestand.
  • Dass die Veröffentlichung der Entschuldigung auf einem privaten Twitter-Account nicht ausreichend war und sie von der BBC veröffentlicht hätte werden müssen.

Die Beschwerdestelle veröffentlichte dazu die relevanten Richtlinien, welche bei Genauigkeit, Unparteilichkeit, Verletzungen und Beleidigungen berücksichtigt werden müssen (vor allem wenn es um eine Darstellung geht).

Die Richtlinien für Genauigkeit sagen folgendes:

Tim Willcox

Alle Veröffentlichungen der BBC müssen, die zum Thema und dessen Beschaffenheit gehören, auf festem Boden stehen müssen, auf stichhaltigen Beweise gründen, die gründlich geprüft wurden und sie müssen in klarer und präziser Sprache dargestellt sein. Wir sollten offen und ehrlich die Dinge benennen, über die wir nichts wissen und unbegründete Spekulationen vermeiden. Forderungen, Aussagen, materielle Fakten und andere Inhalte, die nicht bestätigt sind, sollen als solche dargestellt werden.

Die Richtlinien zur Neutralität sagen folgendes:

Die Neutralität ist das Herz des Dienstes an der Öffentlichkeit und der Kern der Verpflichtung der BBC an seinem Publikum. Dies gilt für all unsere Veröffentlichungen und Dienste – Fernsehen, Radio, Online; es ist in unseren internationalen Diensten und kommerziellen Magazinen verpflichtend. Wir müssen umfassend berichten, die weiteren Perspektiven bedenken und sicherstellen, dass die Existenz unterschiedlicher Ansichten gewissenhaft wiedergegeben wird.

Die Vereinbarung, die die BBC Charta begleitet, verpflichtet uns dazu, alles dafür zu tun, dass kontroverse Themen mit der nötigen Neutralität in unseren Nachrichten oder anderen Veröffentlichungen dargestellt werden, ob es sich nun um Dinge des öffentlichen Interesses, oder um eine politische oder wirtschaftliche Kontroverse handelt. Wir gehen sogar so weit, dass wir uns zur Neutralität in allen Dingen verpflichten. Ungeachtet der unterschiedlichsten Anforderungen.

Der Begriff „gebührend“ bedeutet, dass die Objektivität dem Gegenstand angemessen      und angepasst sein muss, den Erwartungen des Publikums entsprechend und keinerlei Hinweis, der diese Erwartungen beeinflussen könnte.

Gebührende Neutralität ist oft mehr als nur der „Ausgleich“ zwischen zwei gegensätzlichen Standpunkten. Ebenso bedeutet es keine absolute Neutralität in jedem Fall und einer Distanziertheit von fundamentalen demokratischen Prinzipien.

Die Prinzipien der Darstellung sagen folgendes:

Unser Ziel ist es, vollständig und fair alle Kulturen und Menschen im Vereinigten Königreich darzustellen. Inhalte können Vorurteile und Benachteiligungen reflektieren, wie sie in allen Gesellschaften weltweit vorkommen, doch wir sollten sie nicht aufrecht erhalten. In manchen Fällen können Hinweise auf eine Behinderung, auf Alter, sexuelle Orientierung, Glaube, Rasse, etc. wichtig für die Darstellung sein. Dennoch sollten wir die leichtsinnige oder beleidigende Übernahme von Stereotypen vermeiden und Menschen nur dann derart beschreiben, wenn es redaktionell gerechtfertigt ist.

(Die wichtigen Richtlinien der Herausgeber können vollständig hier eingesehen werden.)

Uns wurde mitgeteilt, dass die Beschwerdestelle der BBC vorhat, das Ergebnis der Untersuchung am 23. Februar zu veröffentlichen. Wir würdigen die Ernsthaftigkeit mit der die Beschwerdestelle der BBC den Fall behandelt und wir sind auf die Ergebnisse im nächsten Monat gespannt.

BBC Reporter auf dem Pariser Gedenkmarsch: Palästinenser leiden durch jüdische Hände

15. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 12. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Die jüdische Gemeinschaft Frankreichs hatte kaum Zeit den schrecklichen Terroranschlag auf den koscheren Supermarkt in Paris zu fassen, als Tim Wilcox von der BBC am 11. Januar auf der Solidaritätskundgebung in Paris ein Jüdin interviewte. Dabei unterbrach er sie und sagte:

„Viele Kritiker der israelischen Politiker werden darauf hinweisen, dass die Palästinenser unter jüdischen Händen ebenfalls zu leiden haben.“

Beachten Sie, dass Wilcox ausdrücklich „Juden“ sagt statt Israelis, was bedeutet, dass er die französischen Juden und damit alle Juden für die Handlungen Israels verantwortlich macht.

Juden kollektiv für Geschehnisse in Israel verantwortlich zu machen ist Teil der Arbeitsdefinition für Antisemitismus der Europäischen Union beinhaltet, während das amerikanische Außenministerium dazu sagt: „Juden zu beschuldigen für echte oder eingebildete Untaten verantwortlich zu sein, seien sie von einzelnen Juden oder einer Gruppe, dem Staat Israel oder sogar für Taten die von Nicht-Juden verübt wurden.“

Und als Zugabe setzt Wilcox hinzu, als seine Interview-Partnerin nicht zustimmen wollte:

„Aber wir wissen ja, alles wird von unterschiedlichen Perspektiven aus wahrgenommen.“

Das ist nicht das erste Mal, dass Tim Wilcox eine seltsame Haltung zeigt, wenn es um Juden geht. Wie BBC Watch erklärte, war es Wilcox, der erst kürzlich, wie in der BBC Sendung vom November 2014, die Ausdruck von der „jüdischen Lobby“ verbreitete.

Wilcox´ Schlussfolgerung, dass der Nahost-Konflikt in jedem Fall Angriffe auf die Juden in Frankreich oder sonst wo auf der Welt erklären kann, ist einfach haarsträubend. Wilcox deutlicher Hinweis auf „jüdische Hände“ ist widerlich und inakzeptabel, denn er deutet an, dass die Juden weltweit für die Taten Israels verantwortlich gemacht werden sollten. Das fällt ganz klar unter die Antisemitismusdefinition der Europäischen Union.

Wilcox hat inzwischen über Twitter um „Entschuldigung“ gebeten:

HR_TimWillcoxBBCtwitter„Bedaure wirklich die Beleidigung in der schlecht formulierte Frage während eines Live-Interviews in Paris gestern – es war absolut unbeabsichtigt.“
– Tim Wilcox (@BBCTimWilcox) Januar 12, 2015

Wilcox Entschuldigung reicht nicht! Die Sache ist mehr als eine „schlecht formulierte Frage“ und sie geht an den Kern dessen, wie die BBC mit Israel und dem Antisemitismus umgeht. In Zeiten wachsenden Antisemitismus und körperlicher Angriffe auf Juden muss die BBC öffentlich das Ausmaß dieses Zwischenfalls eingestehen.

Der CEO von HonestReporting, Joe Hyams, setzt hinzu:

„Wir haben die Medien aufgefordert, die EUMC Definition des Antisemitismus zu übernehmen um derlei Situationen zu verhindern, in die Tim Wilkox verwickelt ist. Es geht nicht länger an Unwissenheit vorzutäuschen und zu behaupten, man habe die Linie zum Antisemitismus unwissentlich überschritten. Es ist höchste Zeit, dass die allgemein akzeptierten Definitionen zum Antisemitismus dem Herausgeberleitfaden der BBC hinzugefügt werden. Die BBC und ihre Reporter müssen endlich erkennen, welche Hetze und welches Leid ihre schäbigen Reportagen mit sich bringen.“

Tim Wilcox muss für sein letztes unverantwortliches Interview haftbar gemacht werden. Der BBC darf nicht erlaubt werden, dies unter den Teppich zu kehren.

HonestReporting Abonnenten müssen sich bemerkbar machen indem sie Beschwerden an die BBC einsenden.

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* Bitte beachten Sie, dass das obige Video nicht von HonestReporting veröffentlicht wurde und eine aufbereitete Version ist. Die vollständige Version finden Sie hier

Comedy Centrals Zeichen des Bedauerns

18. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 18. Mai 2010

Zeichen des Bedauerns bei Comedy Central?

Ihr Spiel I.S.R.A.E.L. Attack! ist immer noch online, aber CC stellt es nicht mehr groß zur Schau.

Auch ihr Einführungsvideo enthält nicht mehr den umstrittene Satz „Du hast mich belogen, Judenerzeuger“.

Die ursprüngliche, unveränderte Version, kann hier angesehen werden (hat tip: Jewlicious)

Wenn Comedy Centrals defensiv handelt, dann nur, weil Leser den Sender wissen ließen, dass I.S.R.A.E.L. Attacks! einfach unvertretbar ist.

So schrieb Dvir Abramovich im Sydney Morning Herald:

Die nicht zu missverstehende Botschaft ist: Wenn irgendein Abschlachten von Kindern erledigt werden muss, dann ist es I.S.R.A.E.L., das die Arbeit erledigt. Nach Angaben des Kreativ-Teams bei Comedy Central ist das die natürliche Assoziation, die wir alle vornehmen sollten, wenn wir an den jüdischen Staat und sein Volk denken.

Dass nicht ein einziger in der Führungsetage an dem Spiel irgendetwas anstößig, verleumderisch, geschmacklos oder hasserfüllt fand, spricht Bände darüber, wie eingegraben und Mainstream die Verunglimpfung Israels und der Juden geworden ist. Es scheint, dass der Gedanke der Selbstzensur nicht galt, wenn die Dämonisierung von Juden auf der Tagesordnung stand.

Unsere neue Facebook-Gruppe hat jetzt fast 1.800 Mitglieder. Lesen Sie HonestReportings ursprüngliche Kritik, dazu meine Sicht zu weiteren Punkten, die durch Kommentare und das Dröhnen der Massen aufgeworfen wurden.

Leseempfehlungen heute

2. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2009

Writing Jews Out of Jerusalem’s History

Turkish TV Consultant Resigns Over Palestinian Protest

Can One Bad Mouth Israel?

Scandal Watch: New York Times

Kurzzeitiger Blackout

21. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. August 2009

Roger Waters (Pink Floyd) unterlegte einen 15-minütigen Film der UN über Israels Sicherheitszaun mit seinem dummen Geschwätz.

Scharf gerügt: Galloway & Press TV

5. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. August 2009

Ofcom mit deutlicher Kritik am iranischen Propagandasender und George Galloway, dessen bekanntestem europäischen Protagonisten. Lesen Sie dazu bitte das neue Communiqué von HonestReporting: Censured: Galloway & Press TV.