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Medien verpassen die eigentliche Story bei den palästinensischen Krawallen auf dem Tempelberg

13. Mai 2021

Emanuel Miller, HonestReporting, 9. Mai 2021

Am Freitag skandierten tausende Moscheebesucher gewalttätige Parolen, während sie auf dem Tempelberg randalierten, dem heiligsten Ort des Judentums, auch Standort der Al-Aqsa-Moschee, dem drittheiligsten Ort des Islam. Mehr als 200 Palästinenser und 17 israelische Polizisten wurden bei den daraus resultierenden Zusammenstößen verletzt.

Aber das war nicht das, wie die Medien die Geschichte berichteten.

Wenn man irgendeinen Bericht der New York Times, der BBC, des Guardian, der Washington Post oder der Associated Press liest, dann könnte einem vergeben werden zu glauben, dass palästinensische Moscheebesucher von unbarmherzigen israelischen Sicherheitskräften misshandelt wurden.

Eine solche Darstellung ist nicht nur eine Verzerrung der Fakten, sondern trübt auch das Gesamtbild.

In den Berichten ausgelassen: palästinensische Kampfrufe

„Ya Qassam, Ya Habib/Bombardiert, bombardiert Tel Aviv.“                     

Das waren die Worte von den Lippen nicht hunderter, sondern tausender Palästinenser, die sich auf dem Tempelberg versammelt hatten, um den letzten Freitag des Monats Ramadan zu begehen.

Das waren nicht die einzigen Gewaltworte: Der bekannte alte Kehrreim „Mit unserer Seele, mit unserem Blut werden wir dich erlösen, Al-Aqsa“ wurde ebenfalls wiederholt skandiert.

Das vielleicht ungeheuerlichste Beispiel kam in einem Beitrag von NPR, in dem Parolen erwähnt wurden – aber nur die einer kleinen Gruppe jüdischer Extremisten während der letzten Wochen (Minute 2:40 im Audio-Clip). Die auf Arabisch von tausenden muslimischer Moscheebesucher während der Zusammenstöße am Freitagabend gesungenen Parolen wurden hingegen nicht als erwähnenswert betrachtet.

Während dies von den Medien fast nicht berichtet wurde, sollte Reuters als eines der wenigen gelobt Nachrichtenorgane gelobt werden, das die Aufstachelung zu Gewalt erwähnte.

Derweil beschrieb die selbsternannte „Friedens“-Organisation IfNotNow das Hassreden als „inspirierenden … palästinensischen Widerstand“.

Grob vereinfachendes Framing des „Konflikts im Scheik Jarrah um Land“

In den letzten Tagen hat eine juristische Debatte über das Schicksal von ein paar Immobilien im Viertel Schimon HaTzadik/Scheik Jarrah in Ostjerusalem international Schlagzeilen gemacht. Es ist zwar klar, dass dieser Fall von Randalierern in Jerusalem als Sammelruf benutzt wird, aber Medienberichte haben das Narrativ so weit übersimplifiziert, dass die palästinensische Intoleranz praktisch ignoriert wird.

Ein von der BBC nach den Krawallen am Freitagabend veröffentlichter Artikel dient als perfektes Beispiel. Er begann mit der Dokumentation der Zahlen der Verletzten und führte die von jeder Seite eingesetzten Waffen an, womit der Eindruck vom „mutigen“ palästinensischen Underdog entstand, der brutalen israelischen Sicherheitskräften die Stirn bot:

Mindestens 163 Palästinenser und sechs israelische Polizisten sind bei Zusammenstößen in Jerusalem veröffentlicht worden, sagen palästinensische Sanitäter und die israelische Polizei. Die meisten wurden an der Al-Aqsa-Moschee verletzt, wo israelische Polizei mit Gummigeschossen und Blendgranaten schoss, während die Palästinenser Steine und Flaschen warfen.

Der nächste Absatz gestaltet das Thema vor dem Hintergrund eines anderen:

Wegen der möglichen Zwangsräumung von Palästinensern von Land, das jüdische Siedler beanspruchen, haben Spannungen zugenommen.

Heruntergespielt: palästinensische Gewalt

Eine weitere anscheinend unangenehme, von den Medien ignorierte Tatsache ist, dass palästinensische Randalierer große Felsbrocken auf den Tempelberg brachten und in der Al-Aqsa-Moschee versteckten. Videos der Zusammenstöße zeigen auch Palästinenser, die Feuerwerkskörper als Waffen verwenden, was die israelische Grenzpolizei zwang Schilde einzusetzen, um sich zu schützen. Es scheint auch so, dass Laser eingesetzt wurden, um die Beamten abzulenken und zu verwirren. (Das im Original hier gezeigte Video konnte ich leider nicht einbinden.)

Diese von der israelischen Polizei zur Verfügung gestellten Videobilder sind von unschätzbarem Wert, weil sie den Zuschauern hilft sachgemäß zu verstehen, was im von der Washington Post verwendeten Leitbild eingefangen wurde. Die Bildbeschreibung der Post lautete: „Palästinenser reagieren, als israelische Polizei während Zusammenstößen auf dem Gelände, das die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalems Altstadt beherbergt, Blendgranaten verschießt.“

Das Bild zeigt hingegen sehr deutlich Feuerwerkskörper, die in der Luft explodieren, am wahrscheinlichsten die von den Palästinensern eingesetzten – mit der Aussicht israelische Sicherheitskräfte zu verletzen – die eine Reaktion auslösten.

Und während Blendgranaten von den Sicherheitskräften tatsächlich manchmal zur Zerstreuung der Menge eingesetzt wurden, sieht es in Wirklichkeit so aus, wenn sie explodieren.

Es scheint daher klar zu sein, dass die Bildbeschreibung der Post falsch ist.

Nicht berichtet: der palästinensische Machtkampf

Vielleicht zum ersten Mal überhaupt wurden am Wochenende auf dem Tempelberg Hamas-Flaggen gehisst. Die Terrororganisation, die den Gazastreifen beherrscht, hat sich Israels Vernichtung verschrieben und zeigt in Jerusalem Wirkung.

Die Flaggen sollten für sich selbst sprechen, schließlich repräsentieren sie eine völkermörderische Gruppe. Aber es gibt einen weiteren Blickwinkel zu diesem Vorfall.

Wie weithin erwartet, sagte PA-Präsident Mahmud Abbas vor kurzem die Parlamentswahlen ab, die ursprünglich für den 22. Mai angesetzt waren. Seitdem haben die Spannungen zwischen Abbas‘ Fatah, die praktisch die Westbank per Erlass regiert, und der Hamas zugenommen. Als Reaktion hat die Hamas die Hetze gegen den jüdischen Staat gesteigert, was viele Analysten als Versuch interpretierten ihr öffentliches Profil durch Demonstration ihrer nationalistischen Aufrichtigkeit zu verbessern.

Leider wird den Lesern regelmäßig detaillierte, nuancierte Berichterstattung zum eineinhalb Jahrzehnte dauernden innerpalästinensischen Konflikt vorenthalten. Das hat fundamentale Fehlwahrnehmungen zur Beziehung zwischen Israel und den Palästinensern wie auch zwischen den Palästinensern selbst zur Folge. In diesem Fall ist die Folge klar: Die Leser bleiben darüber fehlinformiert, was wirklich die jüngste Eskalation der Gewalt in Jerusalem verantwortlich ist.

(Bilder: Getty Images, Emmanuel Dunand)

Newsweek: Israelis erschießen verdächtige Palästinenser

24. März 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 22. März 2016

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In Jack Moores negativem Newsweek-Bericht über die letzten paar Monate palästinensischer Gewalt sticht eine Aussage regelrecht heraus:

Als Reaktion auf die Anschläge auf Israelis erschossen bzw. verletzten die Sicherheitskräfte des Landes jeden Palästinenser, der israelische Zivilisten angriff oder der einer solchen Planung verdächtig war.

Es ist eine Sache, aus Selbstverteidigung heraus auf Palästinenser zu schießen, die gerade dabei sind, einen Terroranschlag zu begehen. Es ist eine ganz andere Sache, auf Palästinenser zu schießen, einfach weil man „vermutet“, sie könnten es auf israelische Zivilisten abgesehen haben.

Newsweeks Folgerung ist eine sehr ernste Anklage, und es gibt hierfür nicht den geringsten Beweis. Zwar gibt es aktuell in Israel eine legitime Debatte über die Grenzen des Einsatzes tödlicher Gewalt gegen messerbewehrte Terroristen, aber es existiert keine Anweisung, offiziell oder inoffiziell, Palästinenser zu erschießen, einfach weil sie jemand für verdächtig hält.

Wir haben Newsweek um Korrektur gebeten.

Terroranschlag in Jerusalem: irreführende Schlagzeilen

24. Oktober 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Oktober 2014

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Am Mittwochabend fuhr ein Palästinenser sein Auto absichtlich in eine Menschenmenge, die aus einer Jerusalemer Straßenbahn ausstieg, wobei er ein drei Monate altes Baby tötete und mehrere Menschen verletzte. Es handelt sich ganz eindeutig um einen Terroranschlag.

Erste Berichte hatten ausgesprochen irreführende Titelzeilen. Nehmen wir die erste Schlagzeile der Associated Press, die zu breiten Protesten führte:

Israelische Polizei erschießt Mann in Ost-Jerusalem

Israelische Polizei erschießt Mann in Ost-Jerusalem

Dass AP die Schlagzeile noch in derselben Stunde gegen das akkuratere „Palästinenser tötet Baby an Jerusalemer Haltestelle“ austauschte, deutet darauf hin, dass die Presseagentur erkannt hatte, dass sie mit ihrer ersten Schlagzeile falsch lag. Doch AP ist trotzdem verantwortlich für den immensen Schaden, den diese Schlagzeile verursachen kann. Was ist zum Beispiel mit den Medien, die nicht zögerten, die ursprüngliche Schlagzeile zu übernehmen, z. B. die türkische Daily Sabah? (H/T: Richard Behar)

Israelische Polizei erschießt Mann in Ost-Jerusalem

Israelische Polizei erschießt Mann in Ost-Jerusalem

HonestReporting kontaktierte AP Jerusalem direkt und bat um eine Erklärung. Hier die Antwort:

Die fragliche Schlagzeile war kurzlebig und wurde formuliert, als Einzelheiten über die Ereignisse noch knapp waren. Die Schlagzeile wurde nur ungefähr eine halbe Stunde später ersetzt, als AP Updates über den Vorfall, den Fahrer und das Opfer veröffentlichte. Die endgültige Version der Story und seiner Schlagzeile stellte klar, was geschehen war.

AP hat seinen Fehler korrigiert, aber die Berichterstattung der Agence France Presse (AFP) über den Terroranschlag ist im Vergleich womöglich noch schlimmer. Ich schreibe diesen Artikel ganze 17 Stunden nach ihrem Erstbericht, und noch immer hat AFP die folgende Schlagzeile:

Jerusalemer Fahrer erschossen nach Rammen von Fußgängern: Polizei

Jerusalemer Fahrer erschossen nach Rammen von Fußgängern: Polizei

Für die AFP also geht es nur um das Erschießen eines Fahrers statt um die Taten eines Terroristen. Zwar machte die AP einen ähnlichen Fehler, aber dieser wurde wenigstens korrigiert. AFPs Untätigkeit ist bezeichnend für ein Medium, das mit seiner antiisraelischen Einseitigkeit absolut kein Problem hat. Die Form erinnert an eine frühere AFP-Meldung: Vergleichen Sie obige Schlagzeile mit dieser hier, die nach einem Terroranschlag im Juli 2008 entstand, als ein palästinensischer Bulldozerfahrer einen israelischen Bus in Jerusalem rammte:

Jerusalemer Bulldozerfahrer erschossen: Polizei

Jerusalemer Bulldozerfahrer erschossen: Polizei

Ein weiterer Wiederholungstäter ist die BBC. In typischer Manier kann die BBC sich nicht dazu durchringen, einem Palästinenser die Verantwortung für einen Terroranschlag zu geben:

Neun Verletzte, als Auto Fußgänger an Jerusalemer Haltestelle erfasst

Neun Verletzte, als Auto Fußgänger an Jerusalemer Haltestelle erfasst

Selbst als bereits vollkommen klar war, dass dieser Vorfall kein einfacher Verkehrsunfall war, legte die BBC die Betonung auf das Fahrzeug und nicht auf den Fahrer, wobei sie sogar in Frage stellte, ob es sich um eine absichtliche Tat handelte, da sie um das Wort „Anschlag“ Anführungszeichen setzte:

Jerusalemer Auto-„Anschlag“ tötet Baby an Straßenbahnhaltestelle

Jerusalemer Auto-„Anschlag“ tötet Baby an Straßenbahnhaltestelle

Ein Blick auf die vorherige Berichterstattung der BBC über den Bulldozer-Terroranschlag zeigt wie im Fall der AFP einen durchgängigen Trend. Sehen Sie sich die Evolution dieser BBC-Schlagzeilen von März 2009 an:

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Und genau dasselbe gab es schon Wochen zuvor.

In jedem Fall, einschließlich dem letzten, stellen die BBC-Schlagzeilen Terroranschläge in Frage und lenken die Verantwortung auf das Fahrzeug statt auf den Palästinenser hinter dem Lenkrad.

Das oben Angeführte demonstriert, dass AFP und BBC unfähig oder nicht willens waren, ihre ursprüngliche Haltung aufzugeben, selbst dann noch, als weitere Informationen verfügbar waren. Ein weiteres Mal offenbart sich die tiefe antiisraelische Pathologie dieser Nachrichtenagenturen.

UPDATE
Was ist mit den Prioritäten des Independent los? Der Jerusalemer Terroranschlag ist ihnen nur ein paar Zeilen wert, und zwar nach sieben Absätzen in einem Artikel mit dieser Schlagzeile:

Israelische Soldaten gefilmt, als sie ‘einen 11jährigen palästinensischen Jungen, der des Steinewerfens beschuldigt wird, die Augen verbinden und festnehmen’

Israelische Soldaten gefilmt, als sie ‘einem 11jährigen palästinensischen Jungen, der des Steinewerfens beschuldigt wird, die Augen verbinden und ihn festnehmen’

Der Independent sagt, dass der palästinensische Junge, der Lernschwierigkeiten hat, 15 Minuten festgehalten wurde, bevor er seinem Vater übergeben wurde.

Es ist ein trauriges Zeugnis für den Mangel einer moralischen Richtschnur beim Independent, dass die Zeitung die 15minütige Festnahme eines palästinensischen Jungen für wichtiger und nachrichtenwürdiger bewertet als den Mord an einem drei Monate alten jüdischen Baby bei einem palästinensischen Terroranschlag.

BBC News bunkert sich ein

15. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2013

Möglicherweise hat BBC News einen neuen Tiefpunkt erreicht – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Daily Mail berichtet:

Das neue und millionenschwere Nachrichtenstudio der BBC wurde bombensicher gebaut, um Journalisten vor Selbstmordattentaten zu schützen.

Das Nachrichtenstudio befindet sich in einem Bunker unter dem Haupteingang des 1 Milliarde Pfund teuren neuen Rundfunkgebäudes.

Den Mitarbeitern wurde versichert, dass sie vor einer Explosion geschützt seien, falls ein Selbstmordattentäter durch den Haupteingang der Einrichtung im Zentrum Londons gelangte.

Eine BBC-Quelle gegenüber dem Sunday Express: ’Er [der Bunker (bd)] befindet sich direkt darunter, so dass, wenn Selbstmordattentäter über den Vordereingang hereinkämen, sie sich direkt darüber befänden. Uns wurde versichert, dass er bombensicher ist.’

Und wir dachten schon, dass die BBC sich schwer damit tun würde, Terror* als das zu bezeichnen, was er wirklich ist, wenn er durch die Vordertür kommt.

——
*Die Ironie wird besser verständlich, wenn man den Hyperlink unter dem Wort Terror in der vorletzten Zeile aufruft, da die BBC noch im Jahr 2005 für ihre Mitarbeiter die Devise ausgegeben hatte, das T-Wort nach Möglichkeit zu vermeiden (Ähnlich wie Reuters). Wenn’s um den eigenen Allerwertesten geht, sieht die BBC das auf einmal anders.

BBC macht Terror ausfindig

11. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 11. Oktober 2012

Das Wort „Terror“ taucht auf der Nahost-Seite der BBC gleich zweimal auf. Wer hätte das gedacht?

Hier mehr zur Festnahme Abu Hamzas auf Heathrow und dem Terrorverdacht gegen ihn.

Bei Beeb nach dem T-Wort Ausschau zu halten ist wie bei der Beobachtung von Vögeln – man kann eine Menge interessanter Dinge sehen und ausreichend Geduld wird mit seltenen Vögeln belohnt.

Ob Sie bei Beeb nach dem Wort „Terror“ oder in Israel nach einer bestimmten Schnepfenart suchen, genießen Sie es, solange Sie können. Doch auch wenn die BBC mit Schnepfen kein Hühnchen zu rupfen hat, so sorgen ihre redaktionellen Richtlinien beim T-Wort für Stirnrunzeln.

From Iran, with Love

21. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 21. Juni 2011

Zehn mal ist der Iran beim Schmuggeln von Waffen an Terroristen ertappt worden.

Mich erstaunt schon, dass wir ein Video wie dieses nicht schon früher gesehen haben.

Silwans komplette Hofpresse

10. Oktober 2010

HonestReporting.com Media BackSpin, 10. Oktober 2010

Früher sagte mir heute der altgediente Fotograf und Bildberater David Katz, dass die Leute in Silwan es nicht mögen, wenn Journalisten in ihrem Viertel arbeiten, außer die, denen sie vertrauen. Jeder andere ist physisch gefährdet.

Das wurde heute bestätigt, als ein israelisches Filmteam von Kanal 2 in Silwan mit Steinen beworfen wurde, darunter der altgediente Journalist Moshe Nusbaum. Eine Frau, die sie interviewten, wurde leicht verletzt.

In der Zwischenzeit gibt es Forderungen an das Pressebüro der Regierung, den Reportern und Kameramännern, die bei den Steinwürfen von Freitag anwesend waren, die Presseausweise abzunehmen.

Die neue Bedeutung von Überfall-Journalismus

10. Oktober 2010

HonestReporting.com Media BackSpin, 9. Oktober 2010

Sehen Sie sich den Sch… dieses Foto-Tipps an, den der Guardian zuammen mit diesem AFP/Getty-Bild zu bieten hat:


Der Fotograf, Ilya Yefimovich, befindet sich zur rechten Zeit am rechten Ort und fängt diese dramatische Szene unter Nutzung einer großen Feldtiefe und hoher Verschlussgeschwindigkeit ein.

Hier ist der genauere „Foto-Tipp“ von HonestReporting:

Der Fotograf wusste vorher schon, dass ein Auto gesteinigt werden sollte und positionierte sich oberhalb des Geschehens, anders als EPA und Al-Jazira. Der Fotograf erwartete nicht, dass der Fahrer die Geistesgegenwart haben würde, den Fuß aufs Gaspedal zu drücken und davon zu fahren, statt umzingelt und gelyncht zu werden, was geschehen wäre, hätte er nicht Gas gegeben.

Übrigens war auch Moammar Awwad von der AP „rein zufällig“ zur rechten Zeit am rechten Ort, an einer ähnlichen Stelle iwe Yefimovich.

Wenn wir das alles zusammenzählen, dann sind Kids, die Israelis Ärger bereiten und ein Trupp Fotografen eine Garantie für gute Bilder. Ich würde sagen, die Kids und die Fotografen haben zusammengearbeitet. Das gibt dem Begriff Überfall-Journalismus eine ganz neue Bedeutung.

Terror 2009: Die Zahlen

1. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 31. Dezember 2009

Ich freue mich, mitteilen zu können, dass die Zahl der Terroranschläge in Israel im Jahr 2009 abgenommen hat*. Von YNet News:

0 Selbstmordanschläge in Israel.

15 Israelis bei Terroranschlägen getötet.

566 Raketen aus Gaza abgefeuert, die meisten im Januar.

22 Feuerüberfälle in der West Bank.

Bei 13davon wurde Sprengstoff eingesetzt.

578 Angriffe in der West Bank, bei denen auch Molotowcocktails benutzt wurden.

Insgesamt 633 terroristische Zwischenfälle in der West Bank.

Dutzende Leute, die vom Sinai kommend in Israel eindringen wollten, identifizierten sich mit dem globalen Jihad.

————-
*Daran war natürlich diese unmenschliche Mauer schuld.

Jüdischen Terror entdecken

3. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. November 2009

Zwei neue medienkritischen Beiträge von HonestReporting (beide in Englisch):

Jüdischen Terror entdecken: Warum sprechen die Medien weiterhin von jüdischem und palästinensischem Terror?

Video: Zur Auslandspresse: Ist sie objektiv?: Ein niederländischer Journalist mit Lobeshymnen auf die saudischen Behörden.

Guardian-Kolumnist rechtfertigt Terror

7. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2009

Jonathan Steele behauptet, dass Staaten berechtigt sind, palästinensischen Terror zu unterstützen.

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting: Guardian Columnist Justifies Terror

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Blutbad auf Kommando

4. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 4. Januar 2009

Die Hamas rühmt sich häufig dafür, den Tod herbeizusehnen. Seien Sie also nicht überrascht, wenn die Terrorgruppe ein Massaker auf Anweisung arrangiert, um danach Israel dafür anzuklagen. Klingt das grotesk? Professor Richard Landes mit detaillierten Ausführungen:

Ob durch unabsichtlichen israelischen Treffer oder Hamas-Inszenierung, Sie können von einem spektakulären Blutbad unter der Zivilbevölkerung in den kommenden Tagen ausgehen; gefolgt von einer Orgie Pallywood-Fotogafien, die in ihrer Wirkung durch die willfährigen westlichen Medien zusätzlich verstärkt werden und noch größere Raserei in den Straßen der moslemischen und westlichen Welt bewirken. Das ist Bestandteil des Hamas-Drehbuches…und dies wird erst aufhören, wenn die Medien zur Vernunft kommen. Das steckt dahinter, dazu die Obszönität, mit der vermutlich vorgegangen werden wird.

Barry Rubin spricht die verschiedenen Strategien an, die sich der Hamas bieten, und wie, wenn alle Stricke reißen, die Medien ihre letzten Reserven in die Schlacht werfen, um eine Niederlage in letzter Minute abzuwenden.

Aber was, wenn die Israelis keinen Fehler begehen und eine größere Anzahl Menschen mit einem Schlag töten, wie am Strand von Gaza oder in Kfar Qana?….

Würde die Hamas heimlich ihre eigenen Leute in die Luft gehen lassen, um Israel dafür verantwortlich zu machen? Zweifellos würde ihre Ideologie solch eine Handlung rechtfertigen. Wie der Hamas-Repräsentant Fathi Hamad im letzten Februar sagte: „Die Palästinenser haben einen menschlichen Schutzschild gegen die zionistische Bombenmaschinerie entwickelt.“

Für das palästinensische Volk wurde der Tod zum Industrieunternehmen, in dem sich die Frauen auszeichnen wie alle Menschen in diesem Land: Die Alten zeichnen sich aus, die Jihad-Kämpfer zeichnen sich aus und die Kinder zeichnen sich aus. Dementsprechend bildeten sie [Palästinenser] einen menschlichen Schutzschild aus Frauen, Kinder, Alten und Jihad-Kämpfern gegen die zionistische Bombenmaschinerie, so, als ob sie dem zionistischen Feind sagen würden: Wir wünschen uns den Tod, so wie ihr euch das Leben wünscht. [Al-Aqsa TV (Hamas) 29. Februar 2008].

Bis jetzt hat die Hamas Israel exakt dort, wo sie es haben will; exakt dort, wo auch die Hisbollah Israel hatte – im Bewusstsein, dass sie den Medienkrieg gewonnen hat, während über Tage hinweg die Weltöffentlichkeit mit jeder Menge palästinensischer Opfer in Bild und Bericht eingedeckt wurde, mit gewalttätig verlaufenden Demonstrationen in den Straßen der arabischen und westlichen Welt, die ihre unwilligen Regierungen dazu trieb, sich auf die Seite der gefürchteten und verhassten Hamas zu schlagen und damit die Juden weltweit in Gefahr zu bringen. Hier ist kein Ende in Sicht, weil die Hamas bis zum letzten Blutstropen ihrer eigenen Bevölkerung kämpfen wird….

Zeit für Medienspektakel. Und Israel wird der einzige Verlierer sein.

Den vollständigen Artikel können Sie hier [In Englisch] lesen. Und den dazu passenden Beitrag von Memri (via Solomonia). Wir haben Sie gewarnt.

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Den Vorlauf der Kämpfe dem Bildschirm vorenthalten

30. Dezember 2008

honestreporting.com Media BackSpin, 29.12.2008

DryBones spricht einen sehr guten Punkt an:

Während sechs Jahren Raketenangriffen kann ich mich nicht an sonderlich viele MSM-Berichte erinnern, die das Leben unter den Raketen in Sderot und anderen israelischen Kommunen beleuchteten. Wenn aber Israel auf den Terror reagiert, dann sind NachrichtenSeiten in Großbritannien schnell dabei lebhafte palästinensische Berichte aus erster Hand zu bringen.

Al-Manar-Unterstützer bekennt sich schuldig

25. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 25. Dezember 2008

Javed Iqbal, ein in Staten Island wohnhafter Geschäftsmann, bekannte sich schuldig, den Hisbollah-Sender Al-Manar mit satellitengestützter Fernsehtechnik versorgt zu haben. Die NY Times sagt, dass Meinungsfreiheit kein Thema war:

Aber Richter Richard M. Berman vom US-Bundesbezirksgericht wies diesen Standpunkt im letzten Jahr zurück und begründete sein Urteil damit, dass die strafrechtliche Verfolgung sich nicht auf den Inhalt der Aussage, sondern auf die Betreibung [des Senders] stützte – somit Beschuldigungen, dass die Männer einer ausländischen Terrorgruppe materielle Unterstützung zukommen ließen.

Im Gerichtssaal am Dienstag gab Herr Iqbal zu, dass seine Firma HDTV Ltd. Geld dafür erhalten hatte, dass sie Al-Manar (arabisch: „Das Leuchtfeuer“) mit fernsehtechnischem Knowhow unterstützt hatte. Das amerikanische Finanzministerium hat Al-Manar als terroristische Gruppierung eingestuft.

Die Staatsanwälte sagten, dass die Hisbollah den Sender Al-Manar im Libanon betrieb, um Gelder zu sammeln und Freiwillige für Anschläge anzuwerben.

„Wissen Sie von der Beziehung der Hisbollah zu Al-Manar?“, fragte Richter Berman.

„Ja“, sagte Iqbal.

Ein vorausahnender Kommentar im Jahr 2006 sprach aus, warum Fernsehsender wie Al-Manar letztendlich durch Meinungsfreiheit nicht geschützt sind. Iqbal bekommt sein Urteil im März. Der Mitangeklagte Saleh Elahwal wartet noch auf seinen Prozess.

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Gehirnwäsche für palästinensische Kinder

23. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 23. Dezember 2008

Manfred Gerstenfeld interviewt Dr. Daphna Burdman zu den Bestrebungen von Hamas und Fatah, den Kindern mittels Gehirnwäsche Hass auf Juden einzuimpfen – bis hin zur Gewaltanwendung gegen sie:

Die massenhafte Indoktrination der Kinder basiert auf einem ausgeklügelten System, das auf streng praktiziertem Glauben und tief verwurzelte psychologische Mechanismen baut. Dabei bedient man sich einer multimodalen Methodik, der Predigt des palästinensischen Nationalismus, Märtyrerbiografien und -geschichten und, speziell bei der Hamas, der starken Betonung auf den hegemonialen Anspruch der Scharia. Die Kampagne bedient sich der Medien, Schulen und der Straße ebenso wie religiöser Figuren.

Indoktrination in den PA-Gebieten ist weit mehr als das, was in Lehrbüchern steht oder über das Fernsehen vermittelt wird. Sie umspannt allgemeingesellschaftliche Faktoren wie den Zeitungsdruck, Eltern, Lehrer und Unterrichtsmethoden, die mit Ermutigung und Lob für Folgsamkeit sowie großer Missbilligung für weniger angepasste Schüler oder Studenten arbeiten. Die Imame sind extrem einflussreich, wenn sie erfolgreich die Ziele von Jihad und Martyrium hervorheben. Sommerlager und die Benennung von Straßen, Spielplätzen und Fußballmannschaften nach Märtyrern helfen, diese Stimmung in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

Burdman, die als Psychiaterin, Pathologin und Oberstleutnant in der US-Armee dient, kann mit weiteren hochinteressanten Einblicken aufwarten. Lesen Sie bitte den vollständigen Artikel [In Englisch].

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Gaza-Gewalt in Zahlen

16. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 16. November 2008

Bis zu diesem Augenblick:

170 Raketen innerhalb der letzten zwei Wochen aus Gaza abgefeuert.

15 Terroristen von der IDF getötet.

2 Terroristen „unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.“

Raketen des Typs Grad mit 15 Kilometer Reichweite schlugen in Ashkelon ein.

Kein palästinensischer oder israelischer Zivilist getötet.

Quellen: AP, Reuters

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Sieben Gewohnheiten höchst ineffizienter Terroristen

2. Oktober 2008

honestreporting Media Backspin, 2. Oktober 2008

Max Abrahms von Stanford veröffentlicht eine Studie (pdf Format), die die althergebrachten Weisheiten zum Terror auf den Kopf stellt. Wired fasst die aufschlussreiche Studie sehr gut zusammen:

In einem Papier, das in diesem Jahr zu Fragen der Internationalen Sicherheit herausgegeben worden war, und – leider – nicht den Titel „Sieben Gewohnheiten höchst ineffizienter Terroristen“ trägt, spricht er diese Phänomene an. Diese sieben Tendenzen kann man in Terrororganisationen weltweit feststellen, und sie widersprechen damit direkt die Theorie, dass Terroristen lediglich politische Maximalforderungen stellten:

Terroristen, schreibt er, greifen (1) Zivilisten an; eine Methode mit der Ekel erregenden Erfolgsgeschichte, dass Zivilisten „überzeugt“ werden, auf alle Forderungen der Terroristen einzugehen; (2) betrachten Terror als erstes Mittel, nicht als letztes; und sie versagen darin, sich an alternativen Wegen wie Wahlen zu beteiligen; (3) schließen keine Kompromisse mit dem Land, in dem sie ihre Anschläge verüben, selbst wenn diese Kompromisse politisch ihren Vorstellungen entsprechen; (4) operieren von wechselnden politischen Plattformen aus, die sich regelmäßig und manchmal radikal verändern; (5) beteiligen sich oft an anonymen Anschlägen, die es den Zielländern verunmöglicht, politische Zugeständnisse zu machen; (6) greifen regelmäßig andere Terrorgruppen mit gleichen politischen Zielen an; und (7) widerstehen allen Auflösungsbestrebungen, selbst wenn sie immer wieder ihre politischen Ziele verfehlen, oder im umgekehrten Fall – wenn ihre erklärten politischen Ziele erreicht worden sind.

Während wir über das Thema „Höchst ineffiziente Terroristen“ nachdenken erhalten wir ein neues Video (via WeaselZippers), das derzeit zirkuliert. Eine Organisation namens „Hamas im Irak“veröffentlichte selbst ein Video über einen ihrer Leute, der von seiner Rakete in die Luft gejagt wird.

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Der Terrorlink des Guardian

13. August 2008

honestreporting Media BackSpin, 12. August 2008

Es gibt Terrorverbindungen und Hyperlinks zu Terror. Auf der Guardian-Webseite Israel and the Palestinian territories hat sich das Blatt dafür entschieden, in seiner Linkliste „Empfohlene Links“ eine Seite mit dem Namen „Militärischer Flügel der Hamas“ aufzunehmen.

Beim Klicken auf den Link wird man auf eine englischsprachige Seite geführt, die sich „The Ezzedeen Al Qassam Brigades Information Office” nennt. Ich verlinke nicht zu diesem so genannten Infobüro, eben weil es eine Terrorseite ist.

Hier ein Screenshot:

Und hier ein Screenshot der Hamas-Webseite, die der Guardian für „empfehlenswert hält“:

Dieser „bewaffnete Flügel“ wird beim britischen Innenministerium als verbotene Terrororganisation aufgeführt. Also macht sich der Guardian möglicherweise wegen Verbreitung von Hamas-Hasspropaganga strafbar und der Link ist illegal.

Abgesehen von rechtlichen Fragen – welchen „Nutzen“ hat die Hamas-Webseite? Wie kann der Guardian behaupten, dass die Hamas, die im israelisch-palästinensischen Konflikt Selbstmordattentate und für Kinder Gehirnwäsche zum Zwecke des Märtyrertodes eingeführt hat, mit irgendeiner anderen Organisation gleichgesetzt werden, die sonst noch a seiner Seite verlinkt ist?

Höfliche Beschwerden bitte an Leserredakteur Siobhain Butterworth: reader@guardian.co.uk

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Hamas bereitet sich auf nächste Runde vor

31. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 31. Juli 2008

Kompliment an Reuters für das hervorragende Filmmaterial über Herstellung und Einsatztraining von Raketen bei den Terroristen der Hamas und des Volkswiderstandskomitees (PRC).

Bitte hier klicken, um das Video anzusehen.

So viel zur Waffenruhe.

(Via Tim Gross)

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Bloggen zum Terror in Jerusalem

3. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 2. Juli 2008

Ich fuhr mit dem Bus durch die Jaffa-Straße nahe des Davidka Platzes, als Sirenengeheul in meine Ohren drang. Polizeiwagen – mindestens ein Dutzend – kamen mit hoher Geschwindigkeit angerast.

Was war geschehen? Und wo?

Der Busfahrer hatte das Radio eingeschaltet, aber ich saß zu weit hinten, um zwischen Sirenen-Kakophonie, aufgeregt telefonierenden Menschen und Motorenlärmetwas etwas herauszuhören. Zum Glück fuhr der Bus noch. Ich rief zwei Kollegen an. Sie waren online, wussten aber nicht, was passiert war. Hatte es einen Terrorangriff gegeben? Oder einen schweren Verkehrunfall? Die Hamas übernimmt nicht für alle Blechschäden und Massenkarambolagen auf israelischen Straßen die Verantwortung. Handelte es sich vielleicht um eine Katastrophenübung?

Den Polizeiwagen folgte bald eine Welle weiterer Einsatzfahrzeuge, Polizeitransporter, Hatzalah-Motorroller*, Krankenwagen und die allgegenwärtig schwarz gekleideten Antiterroreinheiten auf Motorrädern, die man in Jerusalem sehen kann.

Was immer auch geschehen war, dies war eindeutig etwas anderes als ein Spezialkommando, das die Durchgangsstraße sperrt, um eine Bombe zu entschärfen.

Ich rief meine Frau an. Sie war okay und saß im nächsten Bus hinter meinem – auch in der Jaffa-Straße. Und sie wusste ebenfalls nicht, was geschehen war. Es war schwierig, mit ihr zu sprechen, weil die Einsatzfahrzeuge an meinem und ihrem Bus mit Sirenengeheul vorbeifuhren.

Nachdem das Gespräch beendet war hörte ich jemanden etwas von einem Mann mit einem Gewehr sagen. Ein paar Sitze hinter erwähnte eine Frau einen Bulldozer nahe des Shaarei Tzedek Krankenhauses in der Jaffa-Straße. Dort wird der Grund zwischen Busbahnhof und dem Gemüsemarkt Mahane Yehuda aufgegraben, weil Gleise für die Stadtbahn verlegt werden sollen.

Und das ist die nächste Haltestelle!

Ich blickte aus dem Fenster die Straße hinunter. Die Jaffa-Straße beschreibt nahe der Tankstelle und unmittelbar nach der Bushaltestelle eine Kurve. Ich konnte viele flackernde Blaulichter erkennen. Wenn es ein verärgerter Straßenarbeiter war und zudem unzufrieden mit dem mäßigen Tempo der Bauarbeiten, dann war ich nicht erpicht darauf, ihm über den Weg zu laufen.

Als ich mich der Szene näherte konnte ich sehen, dass es keinen Explosion gegeben hatte. Eine Bombe hätten wir auch gehört.

An der Haltestelle beim Gemüsemarkt stiegen dem Bus weitere Passagiere zu. Er fuhr wieder an. Und dann sprach in mir die Stimme, die bei jedem Blogger wirkt:

Wie will ich das bloggen?

Gute Frage. Ich hatte keine Kamera dabei und meinem Mobiltelefon ging langsam der Saft aus. Mein Hebräisch ist lausig und ich trage keine Waffe. Und hatte ich wirklich gedacht, dass ich an der Phalanx der israelischen Sicherheitskräfte vorbeikommen würde, um ein Exklusivinterview mit einem Terroristen zu führen? Was würde Kevin Sites machen?

Und welcher Gefahr würde ich mich selbst aussetzen? Wenn die Polizei eine Straße absperrt, dann wegen der Sicherheit von Leuten wie mir, deren Macho-Gehabe nicht mehr als ein duck-and-cover-Verhalten hergibt.

Statt geradeaus weiterzufahren wendete der Bus und fuhr wieder Richtung Stadtmitte. Ich stieg nahe des Davidka Platzes aus, nicht weit entfernt von der Stelle, wo ich zugestiegen war – nur auf der anderen Straßenseite. Dann ging ich zum Innenstadtbüro von HonestReporting, denn es sollte noch eine Weile dauern bis ich nach Hause kam.

Kurz vor der Bürotür sprach mich mein Kollege Simon Plosker an. Begleitet von der Geräuschkulisse des anhaltenden Sirenengeheuls berichtete er mir, dass ein Palästinenser mit einer Planierraupe in einen Egged-Bus** und mehrere Autos gefahren war.

Nun steht fest, dass ein Bulldozerfahrer aus Ostjerusalem herumwütete, drei Menschen tötete und mehr als 40 verletzte, bevor er erschossen wurde. Sie können es sich von Ihrem sicheren Zuhause aus ansehen.

*United Hatzalah: Notfallmediziner auf Motorrollern.

**Busgenossenschaft Israel

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