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Verkehrte Wirklichkeit: Reuters stellt Israel als Aggressor gegen die Terrororganisation Hisbollah dar

25. Februar 2021

Akiva van Koningsveld, HonestReporting, Feb. 18, 2021

Israels Militär führte vor kurzem im Norden des Landes ein überraschendes Manöver der Luftwaffe durch, als Vorbereitungen für eine mögliche zukünftige Konfrontation mit der im Libanon sitzenden Hisbollah, die von den USA, Israel und mehreren europäischen Nationen als Terrororganisation ausgewiesen wurde. Die „Rose von Galiläa“ genannte Übung testete die Möglichkeit der israelischen Luftwaffe die Luftüberlegenheit zu behalten und Informationen zu sammeln.

Die Übung erfolgte zwei Wochen, nachdem die Hisbollah Raketen auf eine israelische Drohne schoss und nur Tage, nachdem ein israelischer Geheimdienstbericht warnte, die Hisbollah werde wahrscheinlich zum ersten Mal seit dem Zweiten Libanonkrieg im Jahr 2006 eine „beschränkte Offensive“ gegen Israel beginnen.

Hassan Nasrallah, der Führer der iranischen Stellvertretergruppe, reagierte auf die Übung einmal mehr mit der Drohung Israel zu vernichten. Reuters hingegen berichtete in einem kurzen Artikel mit dem Titel „Libanons Hisbollah-Chef warnt Israel nach der Übung ‚Kampftage‘“ über die Ereignisse von dieser Woche wie folgt:

Hisbollah-Chef Sayyed Hassan Nasrallah aus dem Libanon warnte Israel am Dienstag vor Drohungen unter Hinweis auf Übungen der israelischen Luftwaffe, die Anfang des Monats stattfanden; er warnte, ein Angriff würde erwidert.

Die 200 Worte lange Meldung lässt nicht nur wichtige Teile der Drohungen Nasrallahs aus, sondern auch die Basisfakten zur Hisbollah und dringend benötigten Kontext zu ihrem Jahrzehnte alten Konflikt mit dem jüdischen Staat. Damit spielt Reuters – eine der größten Nachrichtenagenturen weltweit – die Gefahr herab, die für Israel von der Terrororganisation für Israel ausgeht.

Reuters verbockt Bildbeschreibung: Israel „bombardiert“ palästinensische Gebäude

24. Juli 2019

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Juli 2019

Die israelische Operation zur Beseitigung einer Reihe nicht genehmigter palästinensischer Gebäude im Dorf  Sur Baher am Rand von Ostjerusalem, direkt an Israels Sicherheitsbarriere, hat den Palästinensern bereits einen PR-Coup geliefert.

Der Abriss fand erst nach einer langwierigen Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof statt, der schließlich zugunsten der israelischen Behörden entschied, die – aus Sicherheitsgründen – wünschten die Bauten zu beseitigen, die zu nahe an der Sicherheitsbarriere standen.

Auf Stichwort hin gibt es Proteste der Palästinenser, der Europäischen Union, Nichtregierungs-Organisationen und einen Medizienzirkus aus Berichten über die Abrisse, die unter Verwendung von Bulldozern und Munition ausgeführt wurden.

Einige der Bildbeschreibungen zu Reuters-Fotos von der Szene lassen den Kontext weit dramatischer erscheinen. Zum Beispiel:

Ein palästinensisches Gebäude im Dorf Sur Baher wird von israelischen Streitkräften bombardiert; es befindet sich auf beiden Seiten der israelischen Sperre in Ostjerusalem und der israelischen Westbank. 22. Juli 2019. (Reuters/Mussa Qawasama)

„Ein palästinensisches Gebäude wird von israelischen Streitkräften bombardiert“?!!!

Ein Leser müsste glauben, dass Israel die Luftwaffe gegen ein palästinensisches Dorf losgeschickt hat. Kampfjets und –hubschrauber sind etwas ganz anderes als Bulldozer. Die Explosionen beim Abriss der Gebäude waren das Ergebnis kontrollierter Sprengungen, nicht von Luftangriffen. Sogar Reuters‘ eigene Foto-Diashow zeigte IDF-Techniker in den Gebäuden (von denen viele nicht einmal fertig gebaut waren) bei der Vorbereitung der Sprengsätze zum Abriss.

Aber spielt das wirklich eine Rolle, wenn diese Fotos einen Artikel begleiten, der den Hintergrund erklärt?

Das tut es, wenn man Beispiele dieser Reuters-Fotos sieht, die mit anderen Bildbeschreibungen, aber ohne jeglichen Kontext erscheinen. Nehmen wir die Facebook-Seite des Independent:

Das Foto wird in einem eigenständigen Textinhalt präsentiert. Die Bildbeschreibung ist wichtig.

HonestReporting hat bei Reuters eine Beschwerde eingereicht, aber es ist nicht möglich quantitativ zu bestimmen, wie weit diese irreführenden Bildbeschreibungen verbreitet worden sind.

Reuters macht aus Raketenfeuer Geflunker, Fälschung und Betrug

24. August 2016

Daniel Pomeranz, HonestReporting, 22. August 2016

Gestern schossen Terroristen Raketen auf die israelische Stadt Sderot. Durch ungeheures Glück gab es keine Verletzten, aber mindestens eine Rakete schlug in einem Wohngebiet ein, explodierte direkt neben einem Haus. Die Terrororganisation Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) übernahm die Verantwortung, ebenso eine Salafistengruppe mit Verbindungen zum Islamischen Staat (ISIS).

Dann schrieb Reuters eine absurde Story: Es fehlten Fakten, Kontext wurde verschleiert und es wurden sogar dem israelischen Militär zugeschriebene Äußerungen verändert.

Reuters fälschte Äußerungen des israelischen Militärs, um es so aussehen zu lassen, als habe die IDF eine Stadt mit Artillerie beschossen

Die Reuters-Story beginnt:

Palästinensische Militante im Gazastreifen schossen am Sonntag eine Rakete, die in der israelischen Grenzstadt Sderot landete und israelische Flugzeuge und Panzer reagierten mit der Beschießung der Stadt Beit Hanoun im Gazastreifen, sagten Armee und Polizei.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die IDF sagte nichts derartiges.

HonestReporting hat den Originaltext der Mitteilungen und die formelle Presseerklärung der Sprechereinheit der IDF erhalten. Die Pressemitteilung lautet (im relevanten Teil):

Etwas früher am heutigen 21. August 2016 traf eine Rakete die Stadt Sderot. Die Rakete wurde aus dem Gazastreifen ins südliche Israel geschossen. Es wurden keine Verletzten berichtet. In Reaktion auf den Angriff beschossen IDF-Flugzeuge Hamas-Positionen im nördlichen Gazastreifen. Seit Beginn des Jahres 2016 haben 14 Raketen aus dem Gazastreifen Israel getroffen.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die um 15:20 Uhr an Journalisten geschickte SMS-Nachricht lautete:

Vor einigen Augenblicken beschossen die Luftwaffe und Panzer in Reaktion auf den Raketenangriff aus dem Gazastreifen zwei Hamas-Posten im nördlichen Gazastreifen.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Die IDF sagte nie, dass sei eine Stadt beschossen hatte, wie es Reuters behauptet.

Die Äußerung einer Quelle zu verändern, damit sie einer bestimmten Agenda entspricht, ist schlechter Journalismus: Es ist sogar Betrug.

Original-Äußerung der Sprechereinheit der IDF.

Reuters macht Falschangaben, verschleiert Kontext und pervertiert Geschichte

Reuters fälscht Tatsachen, indem es behauptet: „Mehr als 2.100 Palästinenser, zumeist Zivilisten, wurden während des Gazakonflikts 2014 getötet.“ Tatsächlich haben die New York Times und die BBC früher schon zugegeben, dass diese Behauptungen wegen beträchtlicher Beweise, dass die meisten Opfer in Wirklichkeit Kombattanten waren, nicht zuverlässig waren.

Reuters verschleiert zudem kritischen Kontext: dass die Hamas benutzt ihre Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde, um militärische Infrastruktur zu schützen. Das gehört, dass sie Raketenwerfer in Häusern stationieren, Kommandozentren in Krankenhäusern und – besonders verstörend – Zivilisten zwingt in gefährlichen Bereichen zu bleiben, um Militärposten der Hamas zu schützen.

Dass die Angriffe der Hamas auf Zivilisten verschleiert werden, ist nicht nur eine Pervertierung der Geschichte, sondern den darunter leidenden Israelis und Palästinensern gegenüber respektlos.

Reuters beschuldigt Israel fälschlich einen Wasserturm beschädigt zu haben

Reuters zitiert ungenannte „lokale Einwohner“, die sagen, das der israelisch Angriff „einen Wasserturm in Beit Hanoun beschädigte“. Es wird sogar ein Bild des Schadens gezeigt. Israellycool entdeckte allerdings einen Bericht, dass dieser Wassertum in Wirklichkeit vor mehr als einem Jahr beschädigt wurde.

Bei weiterer Überprüfung stellte HonestReporting fest: Wenn man Fotografien des Wasserturms von diesem Jahr und vom letzten Jahr vergleicht, scheint der Schaden exakt derselbe zu sein. Ist es möglich, dass der Wasserturm repariert und dann erneut auf genau dieselbe Weise beschädigt wurde? Ja, das ist möglich. Aber nicht allzu wahrscheinlich. Sehen Sie es sich selbst an…

Der Wasserturm von Beit Hanount am 19. September 2015, fotografiert von GettyImages.

Der Wasserturm von Beit Hanoun am 21. August 2016, wie von Reuters veröffentlicht.

In einem Exklusivegespräch mit der Times of Israel erfuhr HonestReporting, dass palästinensisch Offizielle im Gazastreifen behaupten, der Wasserturm sei bei dem Angriff getroffen worden und dass qualitativ besser Fotografien zu zeigen scheinen, was zusätzlicher Schaden zu dem von 2015 sein könnte. Es ist daher unklar, ob die Behauptung palästinensischer Offizieller wahr, teilweise wahr oder völlig erfunden ist.

Auf jeden Fall ist es eines, wenn Reuters eine dubiose Behauptung örtlicher Einwohner oder Offizieller berichtet. Es ist aber etwas völlig anders, wenn Reuters Beweise verschleiert, dass die Behauptung in Teilen oder komplett unwahr sein könnte.

Reuters vertuscht Terrorismus

Reuters verwendet durchweg das Wort „militant“, um Hamas und andere Gruppen im Gazastreifen zu beschreiben, obwohl diese Gruppen gemäß der meisten westlichen Regierungen in Wirklichkeit Terroristen sind. Hamas zum Beispiel wird von Australien, Kanada, Ägypten, der EU, Israel, Großbritannien und den Vereinigten Staaten als Terror-Organisation geführt. Die PFLP (die diesen Angriff für sich reklamiert) wird ähnlich gekennzeichnet, wie die meisten der „militanten Gruppen“ im Gazastreifen.

Es ist eines, wenn Reuters kein Urteil darüber fällen mag, wer „Terrorist“ ist und wer nicht. Es ist aber etwas ganz anderes, kritischen Kontext zu vertuschen: in diesem Fall die Konsensmeinung der meisten Regierungen der westlichen Welt.

Warum das wichtig ist

ABC, Associated Press, AFP, lokale israelische Press und zahlreiche weitere Nachrichtenagenturen schaffte es diesen Bericht ohne die meisten Fehler, Auslassungen und Einseitigkeiten zu bringen, die Reuters an den Tag legte. Aber Reuters ist eine einflussreiche Nachrichtenagentur und seine Storys werden von tausenden Publikationen überall auf der Welt übernommen – darunter (in diesem Fall) der New York Times, dem Newsweek Magazine und vielen weiteren.

Israel ist in den letzten sieben Jahren dreimal gezwungen worden Defensivkriege gegen Terrorgruppen im Gazastreifen zu führen und Ereignisse wie diese sind exakt der Grund, weshalb diese stattfanden. Nicht provoziertes Raketenfeuer auf israelische Städte machen eine angemessene Reaktion notwendig, um Israelis sicher zu machen.

Aber Reuters schafft den falschen Eindruck, dass die israelischen Opfer dieses Terrors irgendwie zum Teil selbst dafür verantwortlich gemacht werden müssen, dass der Terror nicht wirklich Terror ist und dass Israels höchst zurückhaltende Reaktion irgendwie unbarmherzig und provokativ sei. Dies Art unverantwortlicher Journalismus ermutigt Terroristen und gibt ihnen einen Eindruck, dass die Welt ihre Aggression nicht bemerkt oder sich nicht darum kümmert.

Das Endergebnis all dieses unverantwortlichen Journalismus ist ein größeres Risiko für Israelis wie Palästinenser.

Landverkauf an Araber und Juden

14. Dezember 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 8. Dezember 2014

Reuters schreibt darüber, wie viele Araber in hauptsächlich jüdischen Vierteln in Jerusalem leben. Natürlich beschreiben sie die Orte nicht einfach so. Stattdessen nennt Reuters sie „Jüdische Siedlungen im besetzten Ost-Jerusalem“. Der Artikel erwähnt auch, dass letztens einige Araber diese Viertel wegen der „Welle der Gewalt“ verlassen haben, gerade so, als seien die derzeitigen terroristischen Attacken gegen Araber und nicht gegen Juden gerichtet.

Aber der vielleicht schlimmste Teil des Artikels handelt von einer jüdischen Hausbesitzerin, die sich weigerte, ihr Land an einen Araber zu verkaufen. Später war der Araber in der Lage das Land zu kaufen, indem er einfach einen jüdischen Vermittler beauftragte.

Nicht angesprochen wurde, dass es unter der Herrschaft der palästinensischen Verwaltung illegal ist und mit Schwerstarbeit oder sogar dem Tod bestraft wird, wenn ein Araber einem Juden Land verkauft. Nach einem Bericht der Times of Israel:

„Als Reaktion auf die bekannt gewordenen Verkäufe palästinensischer Häuser an jüdische Organisationen in Ost-Jerusalem hat der Präsident der palästinensischen Selbstverwaltung, Mahmoud Abbas, das Strafmaß für die Bürger verschärft, die Land an Israelis verkaufen.

Laut der offiziellen palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa, ordnete Abbas am Montag die Strafe der lebenslänglichen Schwerarbeit für „jeden, der Teile des Landes an einen feindlichen Staat oder einem seiner Subjekte vermietet oder verkauft.“

„Jene, deren kranke Seele es erlaubt ihr Land zu verkaufen oder die einen solchen Verkauf an den Feind des palästinensischen Volkes ermöglichen, sind eine Bande von Verrätern an ihrer Nation und Religion“, sagte Fatah-Sprecher Osama al-Qawasmi in seiner Stellungnahme, die von Wafa veröffentlicht wurde. „Sie haben Schande und Verachtung über sich in dieser und in der jenseitigen Welt gebracht.“

Man sollte eher sterben als seine Ehre zu verkaufen und die heiligste Erde der Welt, die durch die Geschichte vom Blut der Propheten und Märtyrer getränkt wurde, zu verraten“, fügte er hinzu. „Diese Verräter sind dazu bestimmt einen schmachvollen Tod zu sterben.“

Statt seinen Lesern von diesem extremen und rassistischen Gesetz zu berichten, malt Reuters ein Bild jüdischen Rassismus auf Grund einer Anekdote.

Jede Gesellschaft hat ihre unschöne rassistische Seite. Aber die Medien ignorieren den institutionalisierten Rassismus der palästinensischen Selbstverwaltung und benutzen stattdessen ein einziges Beispiel, um eine ganze Gesellschaft als fehlgeleitet darzustellen. Vor allem wenn der Artikel feststellt, dass viele Araber in diesen Vierteln leben.

Wenn der jüdische Rassismus so verbreitet ist, warum kaufen die arabischen Hausbesitzer vor allem dort Land?

Diktiert die PLO Reuters die Informationen?

30. November 2014

Pesach Benson, HonestReporting, 12. November 2014

Vor einigen Tagen warnte die PLO Auslands-Reporter davor den Begriff „Tempelberg“ zu benutzen, wenn sie über Jerusalems Heiligtum berichteten.

Der Hintergrund für diese Aussage ist, dass der Tempelberg im besetzten Gebiet liegt und jeder andere Hinweis auf den Ort der anders lautet als „Edles Heiligtum“ (Haram al-Sharif auf Arabisch) würde den palästinensisch/muslimischen Anspruch darauf verletzen.

Der Ort wird Tempelberg (Hebräisch: Har ha Bayit) genannt, weil dort der Tempel Salomons und der des Herodes stand. Juden (und Christen) kannten den Ort unter diesem Namen tausende Jahre bevor eine grüne Linie durch die heilige Stadt gezogen wurde.

Doch jetzt sagt die PLO, dass „Tempelberg“ ein ungenauer und politisierter Name sei.

So frage ich mich, ob dieser von Reuters Korrespondent Jeffrey Heller geschriebene Schnipsel die Sicht der Palästinenser übernimmt oder ob es lediglich schlampig geschrieben wurde.

Angesichts der Warnung der PLO an die Journalisten fangen meine Antennen an zucken.

Das neuerliche Blutvergießen wurde durch die Spannungen über den Zugang zum israelisch kontrollierten heiligsten Ort Jerusalems, von den Muslimen Edles Heiligtum genannt, wo die Al Aqsa Moschee steht und von den Juden als der Berg bezeichnet, auf dem einst die biblischen Tempel standen, ausgelöst.

Wenn die Auslandspresse nun beginnt, den Ort mit der englischen Bezeichnung des arabischen Namens zu nennen, sollten sie auch die englische Übersetzung des hebräischen Namens benutzen. Kein Name sollte über dem anderen stehen. Den Ort stets nur beim arabischen Namen zu nennen, wie es die PLO verlangt, sorgt für einen ständigen, Tropfen für Tropfen voranschreitenden Verlust der jüdischen Verbindung zu diesem heiligen Ort im Gedächtnis der uninformierten Leser.

Und warum wird der Berg nur als heiligster Ort Jerusalems genannt? Es ist der heiligste Ort des Judentums.

Abgesehen von der Tatsache einer Fehlinformation stellt sich die Frage nach der Transparenz: Hat Heller die Entscheidung getroffen, der Warnung der PLO nachzukommen getroffen? War dieser Schnipsel der Versuch diesen Erlass zu verfeinern?

Wir sprechen von Reuters, dessen oberster Vertreter Stephen Jukes nach 9/11 den unglücklichen Ausdruck prägte: „Die Terroristen des einen sind die Freiheitskämpfer des anderen!“ Und es ist der gleiche Nachrichtendienst der 2004 einen Wutausbruch über CanWest hatte, als der kanadische Nachrichtenableger den Begriff Terror einer Abschrift Reuters hinzufügte. Reuters behauptete, die Benutzung des T-Wortes würde die Reporter gefährden. Endergebnis: Reuters gab zu, die Terroristen zu beschwichtigen.

Allerdings ist Reuters nicht der einzige Nachrichtenservice, der sich durch unheiliges Knien vor der PLO bei Berichten zum Thema Tempelberg auszeichnet. Als Antwort auf eine AFP-Depesche, twitterte Matthew Kalman ironisch:

Lob an AFP dafür, dass sie dem Rat der PLO an die Medien folgten und den korrekten Begriff „Al Aqsa Moscheehof“ benutzten, statt „Tempelberg“

Also, Jeffrey Heller, war das schlampig geschrieben? Oder erlauben Sie der PLO, ihnen ihre Arbeit für Reuters diktieren?

Terroranschlag in der Synagoge: die missglücktesten Schlagzeilen

18. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 18. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Zwei palästinensische Terroristen betraten am frühen Dienstagmorgen mit Äxten und Pistolen bewaffnet eine Synagoge in Jerusalems Stadtteil Har Nof, brachten vier Israelis um und verletzten sechs weitere. Was waren die anfänglichen Reaktionen einiger internationaler Medien? Für Kanadas CBC News drehte sich alles um die Täter:

Jerusalemer Polizei erschießt 2 nach mutmaßlichem Synagogenanschlag

Jerusalemer Polizei erschießt 2 nach mutmaßlichem Synagogenanschlag

Für die BBC waren nicht zwei palästinensische Terroristen für den Anschlag verantwortlich, sondern die „Jerusalemer Synagoge“:

Anschlag von Jerusalemer Synagoge tötet vier Israelis

Anschlag von Jerusalemer Synagoge tötet vier Israelis

In der Story selbst bezweifelt die BBC, ob die Tat zweier palästinensischer Mörder, die Juden in einer Synagoge ermorden, überhaupt als Terroranschlag bezeichnet werden kann:

Bei einem Vorfall in einer Jerusalemer Synagoge, den die Polizei einen „Terroranschlag“ nennt, wurden mindestens vier Israelis getötet und sieben verletzt.

Bei einem Vorfall in einer Jerusalemer Synagoge, den die Polizei einen „Terroranschlag“ nennt, wurden mindestens vier Israelis getötet und sieben verletzt.

Auch CNNs erste Schlagzeile ging daneben und erweckte im Leser den Eindruck, dass auch zwei Palästinenser Opfer des Terroranschlags wurden, was die Terroristen und die Opfer auf moralische Augenhöhe stellt:

4 Israelis, 2 Palästinenser bei Synagogenanschlag getötet, so die israelische Polizei

4 Israelis, 2 Palästinenser laut israelischer Polizei bei Synagogenanschlag getötet

Dieser Stil übertrug sich auch auf CNNs Fernsehberichterstattung, wie man hier sieht:

4 Israelis, 2 Palästinenser tot in Jerusalem

4 Israelis, 2 Palästinenser tot in Jerusalem

Während viele Medien ihre mangelhaften Schlagzeilen überarbeiteten, sobald weitere Informationen verfügbar waren, sprach Reuters auch Stunden nach dem Vorfall noch immer von einem „mutmaßlichen palästinensischen Anschlag“:

Vier Tote bei mutmaßlichem palästinensischem Anschlag auf Jerusalemer Synagoge

Vier Tote bei mutmaßlichem palästinensischem Anschlag auf Jerusalemer Synagoge

Diktiert die PLO die Terminologie von Reuters?

14. November 2014

Pesach Benson, HonestReporting, 12. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Vor einigen Tagen warnte die PLO ausländische Reporter vor der Verwendung des Begriffs „Tempelberg“ in Berichten über die heilige Stätte in Jerusalem.

Die Begründung ist, der Tempelberg liege auf besetztem Gebiet, und jede Bezeichnung dieser Stätte außer „edles Heiligtum“ (Haram al-Sharif auf Arabisch) schmälere palästinensische bzw. muslimische Ansprüche.

Die Seite heißt Tempelberg (Har HaBayit auf Hebräisch), weil dort die Tempel von Salomon und Herodes standen. Juden (und Christen) kannten den Ort für Tausende von Jahren unter diesem Namen, bevor eine Demarkationslinie durch die heilige Stadt gezogen wurde.

Aber jetzt sagt die PLO, „Tempelberg“ sei ein unzutreffender und politisierender Name.

Also frage ich mich, ob dieser Ausschnitt aus einem Text des Reuters-Korrespondenten Jeffrey Heller sich den Palästinensern anbiedert oder einfach nur schlampig geschrieben ist.

Anbetrachts der PLO-Warnungen an Journalisten schrillen meine Alarmglocken.

Das neue Blutvergießen wurde durch Spannungen über israelischen Zugang zur heiligsten Stätte Jerusalems befeuert, die von Muslimen als edles Heiligtum verehrt wird, auf dem die al-Aqsa-Moschee steht, und von Juden als der Berg, wo einst die biblischen Tempel standen.

Benennt die ausländische Presse die Stätte mit der englischen Übersetzung ihres arabischen Namens, dann sollte sie auch die englische Übersetzung ihres hebräischen Namens erwähnen und nicht einen Namen über den anderen stellen. Erwähnt man ausschließlich den arabischen Namen, wie es die PLO haben will, dann führt das zu einem schleichenden Aushöhlungseffekt, der die jüdische Bindung zu der heiligen Stätte in den Köpfen der uninformierten Leserschaft immer weiter abschwächt.

Und warum bezeichnet man den Berg nur als Jerusalems heiligste Stätte? Es ist die heiligste Stätte des Judentums.

Neben der Sache mit der irreführenden Terminologie gibt es auch die Frage der Transparenz: Fügte sich Heller der PLO-Warnung?

Wir reden hier über Reuters, deren Spitzenmann Stephen Jukes nach dem 11. September das missliche Klischee formulierte: „Der Terrorist der einen ist der Freiheitskämpfer der anderen.“ Es war auch Reuters, die 2004 einen Wutanfall gegenüber CanWest bekamen, als die kanadische Nachrichtenkette dem Reuters-Text das Wort „Terror“ beifügte. Reuters widersprach und sagte, das T-Wort gefährde seine Reporter. Fazit: Reuters gab zu, Zugeständnisse zu machen, um mit Terroristen den ‘Frieden’ zu wahren.

Doch Reuters ist nicht der einzige Nachrichtendienst, der Fragen aufwirft, indem er sich beim Thema Tempelberg der PLO gegenüber unterwürfig zeigt. Als Antwort auf eine Meldung der AFP tweetete Matthew Kalman scherzhaft:

Gratulation an AFP für die Beachtung des PLO-Medienhinweises und die Verwendung der korrekten „Al-Aqsa-Moscheegelände“-Terminologie statt „Tempelberg“

Gratulation an AFP für die Beachtung des PLO-Medienhinweises und die Verwendung der korrekten Terminologie „Al-Aqsa-Moscheegelände“ statt „Tempelberg“

Also, Jeffrey Heller, war es schlampige Arbeit? Oder erlauben Sie der PLO, Ihnen vorzuschreiben, wie Sie Ihre Arbeit für Reuters zu machen haben?

Bild: CC BY-SA Wikimedia Commons/Andrew Shiva; Reuters Egg-sposed CC BY/SA HonestReporting.com

Reuters schießt der Wahrheit ins Knie

1. Juni 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 29. Mai 2014

Die IDF suspendierte eine Soldaten, weil er seine Waffe beim Zusammenstoß während des Nakba-Tags auf nicht genehmigte Weise abfeuerte. So heißt es in israelischen Medienberichten z.B. bei der Jerusalem Post, Ha’aretz, YNet und der Times of Israel.

Die Berichte stellen klar, dass dieser Soldat NICHT die Schüsse abgab, die die palästinensischen Teenager Nadim Nuwara und Mohammed Salameh töteten. Als Mitglied einer nicht kämpfenden Kommunikationseinheit war der fragliche Soldat nicht autorisiert seine Waffe zu benutzen, außer er wird beschossen oder befindet sich in einer lebensbedrohlichen Lage; dennoch feuerte er mehrere Gummigeschosse auf eine Mauer, in der Hoffnung palästinensische Steinewerfer zu verscheuchen.

Jetzt stellen Sie sich vor, was ein fahrlässiger oder verwirrter Reporter mit dieser Information anfangen könnte. Dann sehen Sie sich genau an, wie Reuters Ihre Vorstellung erfüllt:

Berichte: Israelischer Soldat nach tödlichen Schüssen in Westbank suspendiert

Das Problem ist mehr als eine Schlagzeile, der Nuancen völlig fehlen. Der Vorspann ist sogar noch schlimmer:

Israel suspendierte einen Soldaten wegen der tödlichen Schüsse auf zwei palästinensische Teenager bei einem Protest am 15. Mai in der besetzten Westbank, berichteten israelische Medien am Mittwoch.

Die meisten Menschen sehen Schlagzeilen in sozialen Medien und auf Internetseiten, ohne auf die Artikel zu klicken. Die wenigsten, die die Story anklicken, tendieren dazu die ersten zwei oder drei Absätze zu lesen. Nur eine Minderheit der Leser die bis zum siebten Absatz bei dem Bericht blieben, erfuhren – Überraschung! – dass die Suspendierung nichts mit den Toten zu tun hatte.

Es gibt aber keine Beweise, die den Soldaten mit einem der Todesfälle vor dem Ofer-Gefängnis nahe der Westbank-Stadt Ramallah verbindet. Der Soldat wurde suspendiert, weil er Gummigeschosse verschoss, keine scharfe Munition, heißt es in den Berichten.

UPDATE:

Die New York Times hat denselben Fehler gemacht. Ihr Bericht beginnt:

Das israelische Militär suspendierte einen Soldaten, der diesen Monat auf Video festgehalten wurde, wie er sein Gewehr auf Protestierende in der besetzten Westbank abfeuerte. Videobeweise zeigten, dass der Soldat mit seiner Waffe innerhalb von Sekunden schoss, in denen ein palästinensischer Junge kollabiert und zu Boden fiel; es erwies sich, dass er eine tödliche Schusswunde erlitt.

Reuters killt Nahost-Dominotheorie

5. August 2013

Peach Benson, HonestReporting.com, 5. August 2013

Reuters brach mit dem benebelten Mantra der großen Medien, dass der israelisch-palästinensische Konflikt der „Kernkonflikt“ der Region ist.

Mehr als 100.000 Menschen sind im syrischen Konflikt gestorben und Gewalt ist im Irak wieder aufgeflammt, wo allein seit Juli mehr als 1.000 Menschen getötet wurden, viele durch die Hand der Al-Qaida. Auch sind wegen des umstrittenen Atomprogramms des Iran Spannungen aufgekommen, während sich auf den Straßen des vorwiegend sunnitischen Ägypten zwischen Islamisten und dem Militär ein Machtkampf abspielt.

Man kann wohl sagen, dass keine dieser Krisen einer Lösung näher kommen wird, sollten durch irgendein Wunder Israel und die Palästinenser sich endlich auf eine Teilung des Landes zu einigen, in dem sie leben …

In der Öffentlichkeit haben muslimische Führer traditionell gegen Israel geflucht – glücklich, die aufrichtige Wut der gewöhnlichen Araber wegen des Leides der Palästinenser zu schüren – und vielleicht von Kritik an ihrem eigenen Versagen bei dringend benötigten Reformen abzulenken.

Die arabischen Führer können damit nicht länger davon kommen.

Diese Idee des „Kernkonflikts“ verhalf also der Nahost-„Dominotheorie“ (auch als „Verkettung“ bekannt) zum Aufstieg. Nach der Logik der Verkettung würde auch, wenn Israel und die Palästinenser Frieden schließen, der Rest der Konflikte der Region rasch in Ordnung kommen. Egal, dass der brodelnde Kessel der ethnischen Feindschaften – äh – Jahrhunderte älter ist als der moderne Staat Israel.

Dank der Domino-Theorie konnte Israel für Probleme verantwortlich gemacht werden, die weit jenseits seiner Grenzen liegen. Ein hysterisches Beispiel erschien vor ein paar Jahren im Christian Science Monitor. Das hier war der Untertitel:

Globale Stabilität darf nicht länger Geisel der israelischen Siedler sein.

Die dubiose DominoTheorie ist tot und die Nachrichtenagentur hat es endlich eingeräumt.

Eine weitere Ausgabe von „Alles begann, als Israel zurückfeuerte“

4. April 2013

HonestReporting Media BackSpin, 4. April 2013

Eine weitere Ausgabe von ins Gegenteil verdrehter Chronologie seitens der Nachrichtenmedien. Reuters ist ein Paradebeispiel dafür, was wir als das Phänomen „Alles begann, als Israel zurückfeuerte“ bezeichnen.

So, als bestünde kein Zweifel, wer Schuld am letzten Gewaltausbruch trage, schreibt Reuters:

Die Luftschläge drohten eine von Ägypten  vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu beenden, eine Waffenruhe, die an der Grenze seit November für relative Ruhe gesorgt hatte….

Aber wenn man weiterliest, erfährt man, dass die Schläge der IDF eine Reaktion auf palästinensischen Raketenbeschuss waren.

Nun, ist das etwas, das eine Waffenruhe bedroht?

Update, Mittwoch, 12:30: Associated Press zeigt, wie es man es richtig macht.

Ignoranter Tweet eines Reuters-Redakteurs

22. November 2012

Simon Plosker, HonestReporting.com, 21. November 2012

Twitter-Feeds offenbaren oft, wie Persönlichkeiten der Medien wirklich über Israel denken; und das kann wirklich übel sein. Man nehme diesen Tweet des Reuters-Redakteurs für soziale Medien und Kolumnisten Anthony De Rosa:

Wenn die Eiserne Kuppel so erfolgreich ist, worin besteht dann der Sinn des Tötens so vieler bei Vergeltung, besonders der Opfer unter den „menschlichen Schutzschilden“?

Die hier zur Schau gestellte Ignoranz ist einfach atemberaubend. Doch es könnte auch die Mentalität von Reuters erklären, die es gestattet, dass Videos gefälschter Opfer in wichtigen Medienorganen verbreitet werden.

UPDATE:

Diese getwitterte Antwort kann nun durch nichts mehr getoppt werden:

@AntDeRosa Hätten Sie ein ERSTAUNLICHES Suspensorium, das den Schmerz um 90% reduziert, dürfte ich Ihnen dann weiter in die Eier treten, ohne dass Sie zurückschlagen?

Des einen Ultrakonservativer ist des anderen Faschist

20. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 20. Dezember 2011

Es ist nicht nur das Wort moderat, das immer von Journalisten missbräuchlich verwendet wird, wenn sie versuchen, die wie Pilze aus dem Boden schießenden islamistischen Parteien zu erklären. Reuters sagt, dass Islamist nun ein anderes Wort für „bis zum geht nicht mehr ausgereizt“ bedeutet.

Die schillernde Bandbreite des Politischen Islam hat weltweit die Medien dazu veranlasst, fremdartige Begriffe wie Salafi einzuführen – des ultrakonservativen Verfechters eines islamischen Staates -, um die Vielfalt in den entstehenden islamischen Demokratien [sic! (bd] zu betonen.

Selbst Analysten vor Ort und Journalisten in Nahost tasten nach Substantiven und Adjektiven, um genau zu beschreiben, wo sich eine Partei im Spektrum der politischen Optionen befindet, die Inspirations-Pools in der dort vorherrschenden Religion zu trachten findet.

Man hört daraus [fast zwangsläufig (bd)] die Bemühung um eine Nuancierung bzw. Weichzeichnung heraus.

Und es passt wieder einmal, dass Reuters – wie beinahe alle Nachrichtenagenturen – die [N]etikette über alles stellt. Denn wir alle wissen, dass des einen Ultrakonservativer des anderen Faschist ist. Oder so ähnlich.

EJC an Reuters: Feuert den Journalisten, der die pro-palästinensische E-Mail verschickte

26. September 2011

HonestReporting Media Backspin, 26. September 2011

Der European Jewish Congress wurde jüngst von einer Botschaft in Aufruhr versetzt, die angeblich von der Reuters-E-Mail-Adresse des Svebor Kranjc kam, einem niederländischen Kameramann und Bild-Editor, der den Eigenstaatlichkeitsantrag der Palästinenser unterstützt.

Nach Angaben der Jerusalem Post hieß es in der E-Mail (die Antwort auf eine Presseerklärung des EJC gegen den einseitigen palästinensisch Vorstoß auf Eigenstaatlichkeit):

„Ich werde ihn unterstützen!“, hieß es in der E-Mail, die sich auf den Vorstoß bei der UNO bezog. „Ihr habt euren Staat, aber ihr wollt nicht, dass andere ihren Staat haben. Traurig…“


In einer Exklusiv-E-Mail an HonestReporting.com erklärte Flo Kaufmann, Vorsitzende des Rates des EJC, warum ihre Organisation auf Kranjcs Entlassung drängt:

Die Objektivität von Journalisten als Beobachtern ist eine lange geltende Konvention des demokratischen Kodex.

Nach meiner Ansicht ist es völlig unangemessen, dass ein Journalist, der für eine Nachrichtenfirma wie Reuters arbeitet und ihren Briefkopf oder E-Mail benutzt, um Meinungen zum Ausdruck zu bringen, die eindeutig seine Neutralität oder die seiner Firma kompromittieren. Wenn der vorgeworfene Vorfall, auf den Sie sich beziehen, sich bestätigt, sollte der fragliche Journalist seinen Job als in Gefahr betrachten müssen. Der Präsident des European Jewish Congress, Moshe Kantor, hat gefordert, dass er aufgrund dessen, dass er seine Position als unparteiischer Journalist und Kommentator von Geschehnissen eindeutig kompromittiert hat, entlassen werden sollte. Der Journalist hat nicht nur sich selbst kompromittiert, sondern auch die respektierte und lange bestehende Organisation, für die er arbeitet, ist in Misskredit gebracht worden.

Ich habe erfahren, dass der Vorfall untersucht wird und erwarte zu erfahren, ob er bestätigt wird oder nicht; wenn er bestätigt wird, dränge ich Reuters, entsprechend und scharf zu handeln.

Ein Reuters-Sprecher bestätigte der Jerusalem Post, dass eine interne Untersuchung läuft.

Reuters verschickt Pressemitteilungen über redaktionelle Feeds

29. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 29. Dezember 2010

Solange Zeitungen für die Publizierung von Anzeigen Geld entgegennehmen, solange bereiten Spannungen zwischen Angestellten, die für deren Inhalt verantwortlich sind (Redakteure und Personal für die Nachrichtenaufbereitung) und den Mitarbeitern Sorgen für das, was letzten Endes herauskommt (also für das Anzeigenteam).

Normalerweise spielen sich mögliche Interessenkonflikte auf dem Niveau eines Restaurantbesitzers ab, der auf einen netten Bericht in der Lokalzeitung drängt, wo er regelmäßig Anzeigen schaltet. Der Restaurantbesitzer will gewöhnlich mit seiner Kontaktperson für Werbeanzeigen in Verbindung treten, er wird auf eine Story drängen und im ungünstigsten Fall abgewiesen.

„Mir geht es nicht um den Inhalt. Man soll es nur mit dem richtigen Redakteur abwickeln“, so lautet seit Jahren die höfliche, aber bestimmte Antwort manches Anzeigenverkäufers.

Und damit kommen wir zu Reuters. IR Web Report zufolge begann Reuters vor kurzem damit, Presseveröffentlichungen ihrer Kunden in ihre Nachrichten-Feeds zu integrieren.

Eine der fünf Prinzipien lautet: „Thomson Reuters liefert unparteiische und zuverlässige Informationen an Zeitungen, Nachrichtenagenturen, Moderatoren und andere Medienteilhaber sowie Regierungsgeschäfte, Institutionen, Einzelpersonen und andere, mit denen Thomson Reuters Verträge hat oder eingehen könnte.“

Die Reuters-News-Feeds jedoch, die an Yahoo! Finance übermittelt worden waren, enthalten plötzlich komplette, nicht editierte Presseveröffentlichungen von Thomson Reuters-Vertragspartnern inmitten neuer Reuters-Artikel. Presseveröffentlichungen von Kunden, die nicht mit Reuters kooperieren, werden nicht über Yahoo! Finance verteilt. Die Schlagzeilen der Pressemitteilungen sind vom redaktionellen Inhalt der Nachrichtenagenturen praktisch nicht mehr zu unterscheiden.

Indem sie die Trennung zwischen redaktionellen und geschäftlichen Inhalten aufhob, hat Reuters auch die Tür zur öffentlichen Prüfung seiner Kunden und Rechtstitel geöffnet. Ich erhalte genug E-Mails, die wegen hartnäckig vertretener moderner Legenden nachfragen und es satt sind, dass Reuters von arabischen Interessengruppen kontrolliert wird.

Lesen Sie mehr, sehen Sie sich die screengrabs* an und urteilen Sie selbst.

Hat tip: @mickwe

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*Screengrabs sind Abbildungen kompletter Webseiten, siehe hier.

Zersplitterte Objektive, Teil 2: Wie man Sport für Propaganda missbraucht

6. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 6. Dezember 2010

Im zweiten Teil unserer Studie zur Methode von Reuters, AP und AFP/Getty, über den israelisch-palästinensischen Konflikt fälschendene Bildberichterstattung zu liefern, konzentrieren wir uns darauf, wie die Nachrichtenservices in zynischer Weise die Fußballweltmeisterschaft 2010 ausschlachteten, um negative Bilder über Israel zu produzieren [In Englisch]:

Shattered Lens: Part 2 – Abusing Sport for Propaganda

Gute und schlechte Nachrichten aus Gilo

16. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 16. August 2010

Erst die guten Nachrichten aus Gilo: Wegen der ruhigen Situation beseitigt die Regierung eine Betonmauer, die das Viertel im Süden von Jerusalem vor palästinensischem Gewehrfeuer aus dem nahe gelegenen Beit Jalah schützte.

Die schlechte Nachricht? Ein paar Nachrichtenagenturen – Reuters, BBC and The Independent – kennzeichnen Gilo allesamt als „Siedlung“. AFP beschreibt Gilo als „ein jüdisches Viertel im besetzten Ostjerusalem“.

Letztes Jahr reagierten wir auf eine Flut gleicher Berichte: Gilo In Perspective.

Fotoreporter wartet auf Tod

6. August 2010

HonestReporting Media BackSpin, 6. August 2010

Stellen Sie sich vor, sie wären ein Soldat, der von einem Heckenschützen auf der anderen Seite der Grenze unter Beschuss genommen wird. Und das inmitten einer Gefechtssituation. Sie nehmen jemanden mit einer Ausrüstung wahr, die wie ein Gewehr oder eine Kamera aussieht. Ihnen bleiben nur Sekundenbruchteile, zu bestimmen, ob das Gegenüber feindliche Absichten hat, und Sie treffen eine Entscheidung um Tod oder Leben.

Trotz all dem: Stellen Sie sich die Empörung vor, wenn Reuters-Fotograf Karamallah Daher, der dieses Bild gemacht hat, erschossen worden wäre.

Ein israelischer Soldat bezieht Stellung während einer Baumfällaktion nahe des Dorfes Adaisseh im Südlibanon; 4. August 2010. Die israelische Armee setzte am gefahrenträchtigen Grenzabschnitt wieder einen Kran ein, um die Baumentfernung abzuschließen, die zum tödlichsten Gewaltausbruch seit dem Krieg im Jahr 2006 geführt hatte. REUTERS/Karamallah Daher

Was, glauben Sie, ging durch den Kopf des Soldaten, als er Daher durch sein Fernglas beobachtete?

Dazu passend: Digital Scope Looks Like Lethal Weapon

Reuters Doppelbelichtung

10. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 10. Juni 2010

Lesen Sie dazu bitte die beiden neuen Kommuniqués von HonestReporting.

– Reuters demonstriert Voreingenommenheit, indem sie eine Fotoreihe Hamas-Propaganda abliefert: Reuters‘ Double Exposure

– iPhone-Nutzer werden gezwungen, bei der Wettervorhersage in der Yahoo-Anwendung zwischen West- und Ostjerusalem zu unterscheiden: Yahoo Divides Jerusalem.

Sonderberichte: „Geh’ zurück nach Auschwitz“: Eine Botschaft der Flotilla

7. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 7. Juni 2010

• Die neuesten Entwicklungen, dazu Material, darunter die schockierende Botschaft an die IDF und Terrorverbindungen zu den Teilnehmern der Flottille: „Go Back to Auschwitz“: A Message From the Flotilla

• Hochrangige Korrespondentin des Weißen Hauses mit völlig inakzeptablen antisemitischen Äußerungen: Helen Thomas: Israelis „Go Back to Poland“

• Reuters wieder einmal beim Manipulieren von Fotos zur Gaza-Flottille der „Friedensaktivisten“ erwischt: Special Analysis: Fauxtography – Reuters Caught Again.

Zu Mabhous Reisepass, Teil 2

26. Februar 2010

HonestReporting Media Backspin, 25. Februar 2010

Da große Teile der Weltmeinung wegen des Reisepass-Missbrauchs durch Mahmud Mabhouh selbstgerecht empört sind, warte ich auf die Einzelheiten zu den Reisedokumenten des Hamas-Honchos.

Reuters füllt eine Lücke mit Informationen, die ich nirgendwo sonst gesehen habe.

Mahmud al-Mabhouh, der in Dubai getötete Hamas-Kommandeur, nutzte während Geheimmissionen zur Beschaffung von Waffen für die Gruppe dasselbe Gewerbe wie seine Mörder, sagte am Dienstag ein Vertrauter – gefälschte Paässe und Tarnungen….

„Er hatte viele Reisepässe unterschiedlicher Nationalitäten – alle arabisch“, fügte er hinzu. „Vor kurzem ließ er sich operieren, um seine Nase zu verändern. Sie wurde schmaler.“…

Die Polizei von Dubai hat offiziell nichts zu dem Pass gesagt, den Mahbouh benutzte, um in das Emirat einzureisen. Mabhous Bruder sagte, der Hamas-Kommandeur sei mit einem palästinensischen Pass nach Dubai gekommen, der als seinen Familiennamen Hassan angab.

Da die Polizei von Dubai nichts über Mabhous Missbrauch von Reisepässen sagt, ist es geschäftstüchtigen Journalisten überlassen, diesen Teil der Geschichte auszugraben.

Diese Woche berichtete die Winnipeg Free Press, dass Mabhouh mit einem gefälschten irakischen Pass nach Dubai einreiste, der von den Revolutionsgarden des Iran ausgestellt worden war.