Posted tagged ‘Jenin’

AFP/Getty recyceln fieses Foto

11. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 11. Oktober 2010

Dieses hinterhältig inszenierte Foto heute in den Nachrichtenagenturen.

Ein palästinensischer Junge angesichts einer israelischen Armeepatrouille in der Stadt Hebron in der besetzten West Bank. Israel widersetzte sich palästinensischen und internationalen Forderungen bezüglich der Verlängerung eines auf 10 Monate angesetzten Moratoriums zum Baustopp neuer Siedlungen, obwohl Palästinenserführer Mahmud Abbas beschwor, dass es keine weiteren Gespräche geben würde, bevor die Siedlungsaktivitäten nicht eingestellt werden würden. (AFP/Getty Images, Hazem Bader)

Hier handelt es sich um ein recyceltes Bild aus dem letzten Jahr, das überhaupt nichts mit einem Einfrieren von Siedlungen zu tun hat. Und wenn Sie weiterlesen, werden Sie bestätigt finden, dass der Soldat überhaupt nicht mit seiner Schusswaffe auf das Kind zielte, obwohl die Bildperspektive dies suggeriert.

Ich konnte das Foto nirgendwo mit seiner Original-Bildunterschrift finden, aber es wurde mir eben zugemailt.

Ein palästinensischer Junge leistet Widerstand, als eine israelische Armeepatrouille nach einer Messerattacke eines Palästinensers gegen einen israelischen Soldaten am Checkpoint nahe der Stadt Hebron Streife lief. 26. August 2009 (Hazem Bader/AFP/Getty)

AP-Fotograf Nasser Shiyoukhi (via IsraellyCool) stand in unmittelbarer Nähe zu Bader und schoss das gleiche Foto. Und Shiyoukis Bilduntertitelung ist um einiges ehrlicher.

Der Soldat „benutzt seinen Gewehrlauf, um die Richtung anzuzeigen, während er einen palästinensischen Jungen darauf hinweist, den Ort zu verlassen….“

Die Wiederaufbereitung von Fotos ist nichts anderes als mieser und unmoralischer Journalismus. Als wir die London Times beim Recycling eines Fotos zu Jenin ertappten, entschuldigte sie sich kurze Zeit später. Sally Bakers Entgegnung wäre hier wohl ebenso angemessen, wenn AFP das geschrieben hätte:

Es ist eine stetig wiederkehrende schlechte Praxis, alte Fotographien zu veröffentlichen und Lesern den Eindruck zu vermitteln, es handele sich um aktuelle; vor dem Hintergrund des [Geschehens im…bd] Nahen Ostens gilt das doppelt und wir lagen falsch. Während des Montagnachmittags bekamen wir fast 500 E-Mails pro Stunde, was verhindert, dass irgendetwas anderes durchkam; damit hatten wir also unsere wohlverdiente Strafe bekommen.

London Times, Jenin und Goebbels große Lüge

11. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 11. Februar 2010

In der Times of London bespricht Robin Yassin-Kassab ein palästinensisches Buch mit dem Titel “Mornings in Jenin”. Er schreibt:

Mittlerweile erinnern wir uns sehr an die Schlüsselbegriffe, und durch sie lernen wir „dieses endlose Jahr“ kennen, das einige der blutigeren Wegmarken der palästinensischen Geschichte streift – den Nakba-Tag/die Katastrophe von 1967, die Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern, das Blutbad  in Jenin 2002.

Obwohl die UNO zugab, dass während der Operation Defensive Shield im Jahr 2002 in Jenin kein Massaker stattfand, zeigt Kassabs beiläufige Erwähnung, wie akzeptiert seine Verleumdung ist. Es bestätigt Goebbels Lügentheorie.

„Man muss die Lügen oft genug wiederholen, dann glaubt am Ende jeder dran.“

“Antisemitismus, demonstriert an meinem Beispiel“

19. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2009

Jonathan Boyd sagt, dass die Berichterstattung der Mainstream-Medien über Israel einen direkten Einfluss auf die verschiedenen Antisemitismus-Varianten hat. Das widerspricht der Aussage, die Guardian-Chefredaktuer Alan Rusbridger in Channel 4’s Doku-Programm Dispatcher tätigte.

Boyd schreibt:

Am wichtigsten ist wohl das Fehlen jeglichen Hinweises darauf, warum einige führende jüdische Persönlichkeiten sich verpflichtet fühlen könnten, Israel zu unterstützen. Lässt man einmal die Politik in der Regien beiseite – die Tatsache, dass Israel seit Urahnen angestammte Heimat des jüdischen Volkes ist, oder dass Israel der einzige Nationalstaat in der Welt ist, in dem das Judentum die gesellschaftliche Hauptströmung bildet, jüdische Kultur die Norm und die hebräische Sprache weithin gesprochen und im Kultus verwendet – all das wurde ignoriert.

Aber es ist offensichtlich wesentlich einfacher, alte antisemitische Mythen aufzutischen. Schließlich verdient die Öffentlichkeit zu wissen, was diese fiesen, reichen Juden im Schilde führen. Und was kann falsch daran sein, wenn die Wahrheit aufgedeckt wird? Es sei kaum eine Verbindung zwischen der Darstellung Israels und der Juden in den Medien und Antisemitismus in den Straßen Großbritanniens herzustellen.

So oder ähnlich würde Alan Rusbridger uns  einzulullen versuchen. Im Dokumentarfilm bestätigte er noch einmal, er fände es „schwer vorstellbar“ , dass irgendeine journalistische Berichterstattung über Israel Gewaltausschreitungen gegen Juden in Großbritanniens Straßen befördern könne.

Boyd fährt fort, indem er beschreibt, wie er im Jahr 2002 dank unverantwortlicher Berichterstattung über Jenin angegriffen wurde:

Erlauben Sie mir an meinem Beispiel, wie sich Antisemitismus manifestiert. Im April 2002, auf dem Höhepunkt der palästinensischen Intifada , zirkulierten Medienberichte, wonach die IDF in Jenin (Westbank) ein Massaker angerichtet hätte. Gerüchte waren in Umlauf, dass Hunderte Palästinenser getötet worden seine. Die BBC ging von 150 aus. Saeb Erekat, interviewt von CNN, sprach von 500. Yasser Abed Rabbo gab 900 an. Überwiegend herrschte der Eindruck vor, die IDF hätte entsetzliche Gräueltaten verübt.

Am darauf  folgenden Samstag ging ich in Finchley, einem Vorort in Nordlondon, zur Synagoge und trug meine Kippa. Unterwegs wurde ich von einem jungen Mann ins Gesicht geschlagen. Es handelte sich um einen völlig grundlosen Angriff. Unsere Wege kreuzten sich zufällig, als er mir plötzlich einen starken, rechten Haken versetzte. Völlig verblüfft fragte ich ihn gleich, warum er das getan hatte. „Das passiert mit Juden, wenn sie sich so aufführen“, war seine Antwort.

Mitch Bard kam zu einer ähnlichen Schlussfolgerung, was den zunehmenden Antisemitismus ab 2002 betrifft:

In Europa hat es eine verhältnismäßig hohe Zahl antisemitisch motivierter Aktivitäten gegeben, darunter körperliche Angriffe und Einschüchterungen gegenüber Juden ebenso wie Beschädigungen jüdischer Gemeindeeinrichtungen. Sie erreichten ihren Höchststand von April bis Mai 2002, also während der Operation Defensive Shield.

Rusbridger sollte es eigentlich besser wissen. Letztes Jahr entschuldigte er sich für diesen Gastbeitrag über die Kämpfe in Jenin, wo er behauptet hatte:

Israels Aktionen in Jenin waren mindestens so widerlich wie Osama bin Ladens Anschlag auf New York am 11. September.

The Guardian entfernte diesen abscheulichen Vergleich von seiner Seite – aber nicht, bevor Boyds Angreifer [Der Boxhieb oben] reichlich Zeit hatte, es zu lesen. Vielleicht sollte sich Rusbridger einmal als realistisches Beispiel für die Manifestierung von Antisemitismus zur Verfügung stellen, um die dynamische Wechselwirkung zwischen Mainstream-Medien und Antisemitismus am eigenen Leib zu erfahren.

Sehr geehrter Richter Goldstone….

28. Oktober 2009

HonestReporting Media BackSpin, 28. Oktober 2009

Nachdem Maariv einen starken Brief von Dr. David Tzengen an Richter Richard Goldstone veröffentlicht hatte, übersetzte ihn Israel Matzav ins Englische.

Später erhielt Israel Matzav eine komplett englische Version von Dr. Tzengens Brief mit  Teilen, die Maariv weggelassen hatte. Unten eine Kopie des vollständigen Briefes, so wie er von Israel Matzav veröffentlicht worden war.

Dr. Tzengen war als IDF-Soldat in Jenin während der Operation Defensive Shield, und unmittelbar beteiligt an der Aufdeckung unwahrer palästinensischer Behauptungen bezüglich eines angeblichen Massakers in dem Flüchtlingslager. Wieder einmal kämpft er um Israels Repution.

Sehr geehrter Richter Goldstone,

Mein Name ist Dr. David Zangen. Ich bin Facharzt für pädiatrische Endokrinologie* und Diabetes an der Hadassah-Universitätsklinik in Jerusalem. Über 50% meiner Patieten sind Palästinenser aus Jerusalem, aus der West Bank und aus dem Gazastreifen. Ich spreche Arabisch und führte das erste Ausbildungsprogramm für palästinensische Ärzte im Feld der pädiatrischen Endokrinologie ein. Die ausgebildeten Ärzte waren ausnahmslos respektiert und Mitautoren der ersten Stunde unserer Studien, die in weltweit führenden Fachjounalen veröffentlicht werden.

Gleichzeitig war ich auch leitender Oberarzt meiner Brigade während der Operation Defensive Shield in Jenin 2002.

Bitte den vollständigen Text [in Englisch] weiterlesen…

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*Endokrinologie = siehe Wikipedia.

Palästinensische Journalisten: Zahl der Toten weit übertrieben

22. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 22. Januar 2009

Während die meisten Medien über eine abschließende Totenliste des Gaza-Krieges berichteten, sagte ein italienischer Reporter, der viele Krankenhäuser im Gazastreifen besucht hatte, dass die Verlustrate weit niedriger war und die palästinensischen Journalisten das wüssten. Die Jerusalem Post führt aus:

Die Zahl der in der ‚Operation Bleigießen‘ getöteten Palästinenser überstieg nicht fünf- bis sechshundert, so Lorenzo Cremonesi, Korrespondent für die italienische Tageszeitung Corriere Della Sera am heutigen Donnerstag.

Cremonesi begründete seinen Bericht mit Besuchen von Krankenhäusern im Gazastreifen und Interviews mit Familienangehörigen der Toten. Er setzte auch die Zahl der Verletzten weit niedriger als 5.000 an – also im Widerspruch zu den Angaben der Hamas, die von der UNO sowie dem Internationalen Roten Kreuz in Gaza [unhinterfragt (bd)] übernommen worden waren.

„Es reicht völlig aus, einige Krankenhäuser [im Gazastreifen] zu besuchen, um festzustellen, dass die angegebenen Zahlen nicht stimmen“, schrieb er.

Im Europäischen Krankenhaus von Rafah, einer Einrichtung, die mit Verletzten wegen des „Tunnelkrieges“ überbelegt hätte sein müssen, waren viele Betten frei, wie Cremonesi berichtet. Ähnlich verhielt es sich im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis, und aus dem privat geführten Amal-Krankenhaus berichtete Cremonesi, dass nur fünf von 150 Betten belegt waren.

YNet News merkt an, dass die palästinensischen Reporter von den aufgeblähten Zahlen wussten und dies Cremonesi gegenüber bestätigten:

Der Reporter des italienischen Blattes zitierte auch Reporter aus dem Gazastreifen, die die Hamas-Zahlen als völlig überzogen bezeichneten. „Wir haben es den Hamas-Kommandanten bereits gesagt: ’Warum besteht ihr darauf, die Opferzahlen nach oben zu schrauben?

Dieselben Reporter erwähnten, dass die Wahrheit, die letztendlich ans Tageslicht kommt, ähnlich der sein wird, die nach der Operation Defensive Shield in Jenin zu erkennen war. „Damals sprach man zuerst von 1.500 Toten. Doch dann stellte sich heraus, dass es 54 waren, davon 45 Bewaffnete“, erklärten die palästinensischen Reporter der italienischen Zeitung gegenüber.

Die IDF gibt an, dass während der Kampfhandlungen 500 Hamas-Kämpfer getötet worden seien. Dagegen behauptet die Hamas, „nur“ 48 Leute verloren zu haben.

Wie kommt es, dass dieselben palästinensischen Reporter, die der Welt 1.330 Tote präsentieren, eine andere Realität anerkennen und dann darauf warten, dass die Wahrheit „ans Licht kommt“ wie in Jenin?

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IDF unternimmt gerichtliche Schritte gegen “Jenin Jenin“

25. September 2008

honestreporting Media BackSpin, 25. September 2008

Walla, eine israelische Nachrichtenseite, berichtet (in Hebräisch) dass die IDF beim israelischen Generalstaatsanwalt die Eröffnung eines Verleumdungsprozesses gegen Mohammed Bakri beantragte, der den Film „Jenin Jenin“ produziert und darin Regie geführt hatte.

Sein Film unterstellt israelische Kriegsverbrechen während der Militäroperation Defensive Shield im Jahr 2002.

Die Anfrage der IDF steht im Zusammenhang mit einem früheren Urteilsspruch gegen Bakri. Als fünf israelische Reservisten Bakri verklagt hatten, dass sein Film sie verleumdet habe, hatte ein Richter in Petach Tikva im Juni geurteilt, dass der Film alle israelischen Soldaten verleumdet habe – aber Individuen innerhalb der Gruppe nicht das Recht hätten, Klage zu erheben.

Dazu passend: Palästinensischer Filmemacher: Unwahrer Film von PA finanziert.

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„Jenin, Jenin“: Der Urteilsspruch

30. Juni 2008

honestreporting Media Backspin, 30. Juni 2008

Ein israelisches Gericht entschied, dass [Der Film] „Jenin, Jenin“ verleumderisch war, aber die Soldaten keine Schadensersatzansprüche geltend machen könnten, weil Filmemacher Mohammed Bakri gerade noch einmal so davonkommt. Haaretz mit der Erklärung:

Richter Michal Nadav entschied, dass der Film in der Tat die Soldaten verleumdete; da die Diffamierung jedoch gegen eine ganze Gruppierung gerichtet war haben einzelne Personen nicht das Recht, eine Klage einzureichen…

Amir Tytunovich, Anwalt der Soldaten, sagte, dass man aus Sichtweise der Öffentlichkeit keine besseres Ergebnis erwarten konnte, da der Urteilsspruch zumindest deutlich machte, dass der Film verleumderisch gewesen war.

Hintergrundinformation: Palästinensischer Filmemacher: Unwahrer Film durch PA finanziert.

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