Archive for the ‘Iran’ category

Achse des Bösen heftet Hurrikan Sandy an ihre Fahnen

2. November 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2012

Rechts: Verrazano-Narrows-Brücke während des Horrorsturms

Mir war klar, dass irgendwelche Verschwörungstheoretiker Israel für Hurrikan Sandy verantwortlich machen würden. Israel ist schuld an Tsunamis, Hai-Attacken im Roten Meer, der Vogelgrippe und etlichem mehr, sodass lächerliche Anschuldigungen mich nicht mehr überraschen.

Wider Erwarten kamen die Unterstützer der Achse des Bösen dieser Annahme zuvor, indem sie sich den Horrorsturm an ihre Fahnen hefteten. Dazu CNN:

Stunden, nachdem Supersturm Sandy sich heulend seinen Weg entlang der Ostküste diese Woche gebahnt hatte und eine Schneise tödlicher Verwüstung hinterlassen hatte, waren die Reaktionen weltweit von Mitgefühl und Hilfsmaßnahmen geprägt.

Aber nicht in Syrien, wo einige Regierungstreue den am Montag einsetzenden Supersturm begrüßten und behaupteten, dass die Naturkatastrophe das Ergebnis von geheimer und hochintelligenter Ingenieurskunst sei

“Quellen bestätigten uns, dass Hurrikan Sandy, der die USA heimsucht, in HighTech-Labors des heroischen iranischen Regimes entwickelt worden war, das den Widerstand zusammen mit unserem syrischen Regime koordiniert” behauptete ein regierungstreues Netzwerk der syrischen Streitkräfte in einem Facebook-Posting.

“Dies ist die Strafe für jeden, der es wagt, Syriens (Bashar) al-Assad anzugreifen und Frieden und Stabilität zu bedrohen.”

Was könnten sie sonst noch ausgelöst haben?

(Foto via Flickr/MTAPhotos)

“Schlag gegen den Islam”: Die provokative Headline der Daily Mail

29. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 29. Oktober 2012

Ein Luftangriff auf eine sudanesische Waffenfabrik, angeblich von Israel durchgeführt, wurde als “Probelauf” für eine mögliche zukünftige israelische Operation gegen iranische Atomanlagen beschrieben. Die Daily Mail scheint jedoch ein wenig neben sich zu stehen:

Israels ‘Probelauf’ für einen Schlag gegen den Islam: Zwei Todesopfer nach Angriff auf sudanesische Raketenfabrik

Israel beabsichtigt natürlich nicht, irgendeine Religion anzugreifen.

Wie lange dauert es, bis die Daily Mail ihren Fauxpas bemerkt?


Update:
Daily Mail hat jetzt das Wort “Islam” durch “Iran” ersetzt.

EU-Sanktionen lassen Irans Press TV vom Äther verschwinden

16. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Oktober 2012

Dank der neuesten EU-Sanktionen gegen den Iran wurde gestern Press TV von den europäischen Satellitenprogrammen abgetrennt.

Eutelsat reagierte zuerst. Danach wurden 18 weitere iranische Staats-TV- und Radiosender wie Irib abgeschaltet.

Die Wut von Press TV war logisch und vorhersehbar:

Dies zeigt auch, dass die Europäische Union die Meinungsfreiheit nicht respektiert und keine Mühe scheut, um andere Medien zum Schweigen zu bringen.

Wie jedoch Houriya Ahmed letztes Jahr treffend anführte, ist das Prinzip der Meinungsfreiheit auf Press TV nicht anwendbar, weil “er [der Sender (bd)] vom iranischen Regime finanziert und als dessen Sprachrohr benutzt wird.” Und weil “die Wahrheit verzerrt und seine Berichte im Sinne der Teheraner Agenda manipuliert werden.”

Tatsächlich aber übertreffen die Sünden von Press TV weit die anderer Sender:

1. Die britische Medienaufsichtsbehörde OFCOM zensierte unlängst Press TV wegen der Ausstrahlung eines erzwungenen Geständnisses von Maziar Bahari. (Der Sender hat vergeblich eine Klage gegen Bahari eingereicht. Heute wurde in Teheran weiterverhandelt.)

2. OFCOM stellte außerdem in seiner Entscheidung fest, dass George Galloways Talkshow lediglich als Vehikel zur Verunglimpfung Israels diente.

3. Press TV wurde dabei ertappt, dass es ein Märchen über 1.370 Todesfälle durch US-Drohnen in Somalia erfunden hatte.

4. Reporter Jody Sabral quittierte seinen Job und beschuldigte Press TV, absichtlich Nachrichten über den syrischen Aufstand unterbunden zu haben.

5. OFCOM zensierte außerdem Lauren Booth’s Berichterstattung zur Mavi-Marmara-Flotilla –; das passt, weil sie als Speerspitze der Gaza-Flotilla-Bewegung fungiert (Bitte runterscrollen bis Dishonest Reporter of 2008: Lauren Booth.

Also nur Propaganda und nichts Neues.

Und tschüss.

Die kranken Prioritäten des Guardian

28. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 28. Juni 2012

Der Guardian lässt keinen Zweifel an seinen verdrehten Sinn für Prioritäten aufkommen, wenn es um Israel geht. Die widerlichen antisemitischen Kommentare des Ersten Vizepräsidenten des Iran, Mohammad Reza Rahimi, in denen den Zionisten und dem Talmud die Schuld für das weltweite Problem der illegalen Drogen gegeben wird, sind nicht einmal die Geschichte.

Vielmehr ist es ein Video mit der Reaktion des israelischen Außenministers auf Rahimi, das mit dieser Überschrift samt Text vorgestellt wird:

Ist es zu viel verlangt vom Guardian, dass er in adäquater Weise über den iranischen Antisemitismus berichtet? Offensichtlich. Die iranischen Kommentare werden sogar als “Behauptungen” bezeichnet, so, als beinhalteten sie möglicherweise eine gewisse Wahrheit oder Glaubwürdigkeit, was Rahimis lächerliche Anschuldigung betrifft.

Dass der Guardian lieber eine Story über Liebermans Kommentare macht als sich zu Rahimis Antisemitismus zu äußern, spricht Bände über den unmoralischen Kompass, an dem sich die Berichterstattung des Guardian über Israel ausrichtet.

Nur noch krank.

Mahmud Zahar: Widersprüchliche Botschaften oder gezielte Fehlinformation?

8. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 8. März 2012

Entweder verkündet Mahmoud Zahar widersprüchliche Botschaften oder jemand verbreitet Fehlinformationen, was eine mögliche Beteiligung der Hamas am Schlachtgetümmel eines israelisch-iranischen Krieges betrifft.

Dazu die BBC:

Aber Mahmoud Zahar, hochrangiger Führer der Hamas in Gaza, verneinte eine Beteiligung der Gruppe, und er sagte gegenüber der BBC: Wir sind nicht Teil irgendeiner politischen Achse”

“Wenn Israel uns angreift, werden wir reagieren. Falls nicht, werden wir uns nicht in irgendeinen anderen regionalen Konflikt einmischen”, fügte er hinzu.

Zahar bezweifelte die Fähigkeit der Hamas, von den palästinensischen Gebieten aus den Süden Israel anzugreifen, selbst wenn sie es wollte.

Aber AP schreibt:

Am Mittwoch zitierte die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars Mahmoud Zahar, ein weiteres hochrangiges Hamas-Mitglied in Gaza, mit den Worten “Die Position der Hamas im Hinblick auf einen zionistischen Krieg gegen den Iran ist ultimative Vergeltung.” Mittwochabend war Zahar für einen Kommentar nicht erreichbar.

AFP und Guardian haben bereits offiziell ihre eigenen Hamas-Quellen zitiert, was eine Nichtbeteiligung am Konflikt beträfe.

(Bild via YouTube/Emirabdlkdr)

Press TV: Iranischer Propagandasender Off the Air – wo er hingehört

23. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 23. Januar 2012

Das staatlich gelenkte iranische Propagandaorgan Press TV hatte Ende des Jahres 2008 eine Lizenz erworben, um via Satellit aus seinen Londoner Studios seine ganz speziellen “News” in die Wohnzimmer von Millionen Briten auszustrahlen.

Wie ein Fernsehsender, der die Holocaustleugnung gefördert hatte und via seine iranischen Hintermänner eine bösartige Agenda gegen Israel betrieben hatte, eine britische Lizenz für Berichterstattung in der ersten Reihe bekommen konnte, ist ein Rätsel.

Aber seitdem sah sich Press TV mehrmals Ermittlungen von Ofcom, der britischen Regulierungsbehörde für Medien, ausgesetzt. Darunter fielen auch Berichterstattung und Kommentierung zu Israel durch die Star-Moderatoren Lauren Booth und George Galloway.

Darüber hinaus zog Press TV die Aufmerksamkeit von Ofcom auf sich wegen einer Beschwerde, dass er bei seiner Berichterstattung über die Versuche des iranischen Regimes im Anschluss an die Wahlen von 2009, die Dissidenten niederzuknüppeln, seine Verpflichtung zur Unparteilichkeit und sorgfältigen Berichterstattung verletzt hatte; und in jüngster Vergangenheit wurde der Sender wegen der Ausstrahlung dieses Interviews mit Newsweek-Journalist Maziar Bahari bestraft, weil es durch Folter zustande gekommen war. Bahari war wegen seiner Berichterstattung über die Demonstrationen nach den iranischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009 inhaftiert worden. Der Sender zeigte auch einen Hang für Fortsetzungsgeschichten, die keine seriösen Medien bringen würden.

All dies gipfelte im Entzug der Sendelizenz für Press TV in Großbritannien durch Ofcom; augenscheinlich wegen Verletzung der britischen Rundfunkvorschriften bei der Berichterstattung aus Teheran. Der Guardian berichtet:

“Ofcom hat beschlossen, Press TV Limited mit sofortiger Wirkung die Lizenz zu entziehen”, so der Regulierungsbeauftragte in einer Erklärung. 

Ofcom schrieb Press TV in November einen Brief, in dem das Problem angesprochen und die Wahl aus zwei Rechtsmitteln angeboten wurde. 

Zum einen sollte die redaktionelle Aufsicht für das Programm von Press TV auf Großbritannien übertragen werden, oder aber an den Iran. 

“Die Rundfunkvorschriften setzen voraus, dass die Lizenz von der Person gehalten wird, die in der Regel die Kontrolle über die TV-Ausstrahlung besitzt, das heißt, die Person, die für die Programmauswahl des Senders zuständig ist und den Programmablauf organisiert”, so Ofcom. 

“Ofcom räumte Press TV die Möglichkeit ein, einen korrekt lizenzierten Antrag auf Ausübung seiner Tätigkeit in Teheran zu stellen und dabei behilflich zu sein”, sagte der Regulierungsbeauftragte. 

Ofcom sagte, dass Press TV auf keine der beiden Optionen reagierte bzw. keine davon implementierte. 

“Press TV hatte die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge zu Ofcoms ’beabsichtigtem Lizenzentzug’ darzustellen”, so der Offizielle.

“Press TV versäumte, den notwendigen Antrag zu stellen, und Ofcom entzog deshalb Press TV die Lizenz für Ausstrahlungen in Großbritannien.”

Auch wenn Press TV online  immer noch abrufbar ist, bedeutet dies zweifellos einen schweren Schlag für den Sender. Statt gemeinsam eine Rundfunkplattform mit Sky News, CNN und BBC zu teilen, ist Press TV nun wieder an den Rand gedrängt worden – wo er hingehört.

Ein toter iranischer Wissenschaftler und Israels “No Comment”-Politik

16. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Januar 2012

Letzte Woche wollte eine Leserin in Australien (nennen wir sie A.) mehr über Israel und Mostafa Rashan wissen - den Wissenschaftler, der das Urananreicherungsprogramm in Natanz geleitet hatte. Sie schreibt:

Gestern wurde berichtet, dass im Iran ein Wissenschaftler durch den Mossad getötet wurde….Israel hat die Fragen der Medien nicht beantwortet. Was sagt uns das?

Während die USA jegliche Beteiligung bestreitet, fährt Israel eine “No Comment”-Politik, was heißt, dass die Regierung eine Verbindung zu möglichen verdeckten Aktivitäten irgendwo in die Welt weder bestätigt noch dementiert.


Man kann davon ausgehen, dass dieses Informationsvakuum die Möglichkeit bietet, Israels Namen durch den Schmutz zu ziehen, oder man könnte argumentieren, dass die Gerüchteküche gut sei für den Ruf des Mossad, unabhängig davon, ob er seine Finger im Spiel gehabt haben könnte.

So oder so: die No-Comment-Politik ist das was sie ist.

Mangels Bestätigung oder Dementi aus Jerusalem bleiben wir auf Gerüchte, Spekulationen, Kommentare und anonyme Quellen angewiesen, die mit nicht verifizierbaren kryptischen Kommentaren wohl eher eigene Interessen verfolgen als eine Aufklärung der Öffentlichkeit. Von all dem gibt es eine Menge in den Zeitungen zu lesen, und nichts davon kann als Nachricht bezeichnet werden. Worte sind nur Schall und Rauch.

Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass Israel beim Anschlag eine Rolle gespielt hat, und eine Diskussion darüber ist legitim. Und neben Israel haben auch andere Länder ein Interesse daran, das iranische Atomprogramm zu aufzuhalten. Ich habe sogar davon gehört, dass der Iran seine eigenen Wissenschaftler umbringt, wenn sie in Ungnade gefallen sind.

Aber letztendlich wissen wir lediglich, dass ein Wissenschaftler bei einem Autobombenanschlag getötet wurde und das Regime erbost ist. Alles andere ist reine Spekulation.

Medien-Spickzettel 6. Januar 2012

6. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 6. Januar 2012

Arabischer Winter

Irish Times-Korrespondent Michael Jansen mit dem Blick für den großen Zusammenhang:

Statt sich zu einer Mehrparteiendemokratie zu entfalten, dürfte der Arabische Frühling nicht nur eine autoritäre sunnitische Fundamentalistenherrschaft gebären, sondern auch eine sunnitische Einheit von Marokko bis zum Golf begünstigen -  mit Ägypten als Meinungsführer. Wenn dies einträfe könnten die Fundamentalisten eine Front zum Iran errichten – der schiitischen Großmacht in der Region und ihren Verbündeten im Irak -, und [gleichzeitig] massiv gegen Israel vorgehen statt mit ihm Frieden zu schließen. Israel wird von der überwältigenden Mehrheit der Fundamentalisten nicht nur als unrechtmäßiger Besatzer Palästinas gesehen, sondern auch als Usurpator heiligen muslimischen Bodens.

• Bemühungen um eine Zusammenführung der syrischen Oppositionsgruppen scheiterten. Außer, dass hier in kläglicher Weise ihre Unfähigkeit reflektiert wird, eine Regierung nach Assad zu stellen, beinhaltet dies auch, dass es keine einheitliche Stimme gibt, die als Ansprechpartner für den Westen in Frage käme. Mehr dazu in der Financial Times (via Google News). Aber der Syrische Nationalrat startete schon eine Website….

•  CNN: Syrer verwarfen die schändliche Beobachtermission der Arabischen Liga.

• Der Washington Post zufolge ist ein Showdown zwischen der Muslimbruderschaft und Ägyptens Militär fait accompli [vollendete Tatsache; (bd)]:

Bisher war die relativ moderate [sic; (bd)] islamistische Gruppe ein Bündnis mit dem Militärrat eingegangen, der nach Mubaraks Sturz am 11. Februar letzten Jahres die Kontrolle über das Land übernommen hatte. Aber nachdem sich die militärische Führung entschlossen hatte, ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen zu sichern, während Ägypten in Richtung Demokratie taumelte, sagen einige Analysten, dass ein Zusammenstoß zwischen den beiden Zentren der Macht unvermeidlich sei.

Die langfristigen Ziele von Militär und Bruderschaft “stimmen nicht miteinander überein”, so Shadi Hamid, ein Ägypten-Experte beim Brookings Doha Center. “Das Militär will gewissermaßen als Macht hinter den Kulissen bestehen bleiben. Das ist sicherlich nicht das, was die Bruderschaft will.”

• Tony Karon (Time) denkt über die israelisch-amerikanische Debatte nach, was eine Einbeziehung der Muslimbruderschaft beträfe.

• Es ist schon ein Jahr her, seit eine Bombe eine koptische Kirche in Alexandria verwüstete und viele christliche Opfer forderte – aber Ägypten stoppt seine Ermittlungen seit Monaten. AP (Associated Press) mit einer Rückschau auf die bekannten Fakten und einem Fazit:

Aber das Versagen einer Antwort betreffend, wer hinter dem Anschlag steckte, hat unter Ägyptens christlicher Minderheit Verbitterung darüber ausgelöst, weil der Staat zu wenig unternimmt, sie zu schützen.

Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm

The Media Line sprach mit Eingeweihten über die Fähigkeit des Iran, die Straße von Hormuz zu blockieren:

“Marine und IRGC (Revolutionsgarden; [bd] können den Golf nicht für einen längeren Zeitraum absperren, aber sie besitzen die Fähigkeit, in einem Zeitraum von 5 bis 10 Tagen den Schiffsverkehr im Golf ernsthaft zu gefährden”, so Anthony Cordesman….

Koch vom Gulf Research Center geht davon aus, dass die größte Bedrohung durch den Iran von dessen asymmetrischer Kriegsführung ausgeht, die darin besteht, dass er angeworbene Truppen oder stellvertretende Kriegsparteien für Sabotageakte in Stellung bringt. Der Iran benötigt nicht die Blockade von Hormuz, um Unheil anzurichten; er könnte Ölfelder und Kraftwerke sowie andere kritische und anfällige technische Einrichtungen auf der arabischen Seite des Golfs ins Visier nehmen.

“Das ist ein viel gefährlicheres Szenario”, so Koch. “Die Iraner haben gezeigt, dass sie diesbezüglich eine sehr intelligente Macht sein können.”


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Sonstiges bitte hier lesen [In Englisch]….

Medien-Spickzettel 1. Januar 2012

1. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. Januar 2012

Eine in Verlegenheit geratene Arabische Liga erwägt, ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen; Google investiert viel Geld in israelische Start-ups, aber das könnten auch schlechte Nachrichten bedeuten. Und Gaddafis Tochter verursacht Stirnrunzeln wegen Inanspruchnahme eines israelischen Anwalts.

Israel und die Palästinenser

• Zum Jahrestag der Operation Gegossenes Blei rückt ein ausgezeichneter Kommentar  im New Statesman einiges zurecht:

[Colonel Richard] Kemp sagt, dass UN-Schätzungen zufolge die durchschnittliche Zahl von Todesopfern unter Zivilisten im Verhältnis zu der von Kombattanten weltweit gesehen 3:1 ist – also 3 Zivilisten auf einen Kämpfer. So ist das z.B. [auch] in Afghanistan. Aber im Irak und im Kosovo war es noch schlimmer: man veranschlagt die Relation auf 4:1. Einzelne Berichte gehen davon aus, dass die Quotienten in Tschetschenien und Serbien wesentlich höher waren. In Gaza betrug die Relation weniger als 1:1.

Während der 22-tägigen Operation in Gaza war Israel nachweislich darum bemüht, das Leben von Zivilisten zu schützen und gleichzeitig gezielt gegen Kombattanten vorzugehen. Der Israel-Korrespondent von ‘Jane Defence Weekly’ – verantwortlich für eine Erstellung zu Israels Statistik im abgelaufenen Jahr -, erklärte: “Die IDF hat im Jahr 2011 in Gaza 100 Menschen getötet. Neun davon waren Zivilisten. Das bedeutet eine Relation Zivilisten/ Kämpfern von fast 1:10.”

• Die PA plant, das Thema Siedlungen vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Mehr dazu bei Haaretz.

Arabischer Frühling Winter

• Robert Bowker: Hamas sieht Chance in Verdrossenheit

• Ein Leitartikel in der Washington Post greift die ägyptischen Behörden scharf an wegen deren Razzien bei 17 NGO’s, die sich für Förderung der Demokratie und Menschenrechte einsetzen:

Die Razzien vom Donnerstag stellen somit eine frontale Provokation der Obama-Administration [die von Unterstützung eines Übergangs zu einer demokratischen Zivilregierung in Ägypten und Beschwichtigung der Generäle geschwafelt hatte], durch den herrschenden Militärrat dar. Das Militär versucht, die schwindende innenpolitische Unterstützung wiederzugewinnen, indem es das innenpolitische Chaos teuflischen “fremden Mächten” in die Schuhe schiebt; es versucht auch, liberale und pro-demokratische Gruppen zu zerschlagen, die seinem Unterfangen widerstanden haben, die eigene Macht auf unbestimmte Zeit zu zementieren.

Atomare Bedrohung durch den Iran

Wird Israel den Iran in diesem Jahr angreifen?

CNN: Der Iran testete erfolgreich seinen ersten selbstgefertigten Atombrennstab.

Sonstiges

Google steckt viel Geld in israelische Start-ups. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig eine gute Nachricht:

“Ab dem Moment, wo israelisches Hightech in erster Linie auf die die Arbeit in Forschungszentren der großen Unternehmen basiert, wird sein Glück von dem dieser Firmen abhängen, was bedeutet, dass bei einem Personalabbau dort das auch auf den Arbeitsmarkt in Israel zurückwirkt”, so Doron A. Peled.

• Oberst Gaddafis Tochter Aisha hat den israelischen Anwalt Nick Kaufman engagiert, der die Familie in ihrem eigenen Bestreben nach Gerechtigkeit unterstützen soll: er soll Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) ausüben, was die Umstände des Todes ihres Vaters betrifft, weil sie davon ausgeht, dass Rebellen und NATO sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Kaufman gegenüber The Daily Beast:

“Es hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass ich Israeli bin”, äußerte Kaufman in einem Telefoninterview. “Wenn es zu einer Verhandlung beim ICC kommt, bin ich einer der wenigen Anwälte mit reichlich Erfahrung auf diesem Gebiet.”

Den kompletten Medien-Spickzettel bitte hier lesen [In Englisch].

24 Jahre Hamas-Ideologie werden sich nicht einfach in Luft auflösen

20. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 20. Dezember 2011

Die Hamas faselt nun von “gewaltfreiem Widerstand.” Laut Guardian will sie damit eine Annäherung an die PA erreichen, und damit einen Schritt

in Richtung fortschrittlichem* Islamismus vollziehen, wie er von Gruppierungen wie der Muslimbruderschaft in Kairo vertreten wird.

Man muss skeptisch abwarten, ob die Hamas sich wirklich grundlegend ändert. Schließlich werden Gründungs-Charta und 24 Jahre Ideologie sich nicht so mir nichts dir nichts in einem angenehmen Duft von Lavendel und Songbird auflösen.

Und wie Michael Totten anführt, sollten wir (und Reporterin Phoebe Greenwood) mit Formulierungen wie moderat und fortschrittlich sehr, sehr vorsichtig umgehen, wenn es um die Bruderschaft geht. Schließlich ist die Hamas ist ein Produkt Letzterer:

Ich gehörte immer zu denjenigen, die sich über jene amüsierten, welche die Muslimbruderschaft als moderat beschreiben. Dabei handelt es sich – objektiv gesehen – keineswegs um eine moderate Organisation, und schon gar nicht um eine nach westlichem Standard. Konservative Demokraten und liberale Republikaner sind moderat. Diese Kerle aber sind repressive Theokraten. Wenn in den Vereinigten Staaten ähnliche Gruppierungen existierten, würde man sie als Faschisten bezeichnen.

Dennoch sind sie ziemlich moderat im Vergleich zu den Salafisten. Die Salafisten sind Totalitäre wie die Taliban, die Al Qaida hervorbrachten.

Warum passiert das gerade jetzt? Man kann wohl davon ausgehen, dass, wenn der Iran und Syrien niesen, Hamas (und Hezbollah) eine Erkältung bekommen. Angesichts internationaler Sanktionen, die beiden Terrorgruppen das Gefühl vermitteln, dass sie finanziell angeschlagen sind, kann die Hamas offensichtlich nicht ohne internationale Glaubwürdigkeit weitermachen.

Noch hat sie diese nicht verdient.

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*Anmerkung (bd): Auffallend auch, wie oft in letzter Zeit in deutschen Medien von gemäßigten Islamisten die Rede ist. Man hat also die sprachliche Diktion gegenüber den islamischen Extremisten noch geschmeidiger und devoter gestaltet. Und ich denke, dass dies nicht nur mir schon äußerst unangenehm aufgefallen ist.

Press TV’s Märchen von 1.370 somalischen Toten durch US-Drohnen

5. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 5. Dezember 2011

Braucht es einen weiteren Grund, Press TV zu verbieten?

Das Bureau of Investigative Journalism beschuldigt Irans Press TV, die Berichterstattung über dutzende US-Drohnen-Einsätze in Somalia dahingehend manipuliert zu haben, dass [angeblich] “hunderte Zivilisten getötet worden sind.”

Das Pentagon kommentierte Drohnenangriffe nicht, was eine Verfälschung der Nachrichten dazu relativ einfach macht:

Weder Vertreter der UN, von Amisom (African Union Mission in Somalia), NGOs oder Journalisten in Somalia konnten die Luftschläge bestätigen. Tony Burns, Leiter der von Mogadischu aus operierenden Hilfsorganisation SAACID, sagte, dass die von Press TV angegebenen Opferzahlen „schlicht nicht möglich sind“.

 “SAACID’s Erfahrung ist die, dass Press TV gerne zur Übertreibung neigt: „In der Vergangenheit brachten sie Berichte über Konflikte in Umlauf, die in Wahrheit nie stattgefunden hatten, und sie veröffentlichten Opferzahlen, die schlicht nicht stimmten“.

Ein hochrangiger mit der Somalia-Problematik beauftragter UN-Offizieller sagte: “Press TV ist keine verlässliche Quelle. Sie übertreibt maßlos und manipuliert Reportagen.”


Erst vor wenigen Tagen forderte Houriya Ahmed die britischen Behörden dazu auf, Press TV den Hahn abzudrehen.

Die Realität wird verzerrt wiedergegeben und Berichte zugunsten der Agenda des iranischen Regimes manipuliert.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte nicht dahingehend ausgeweitet werden, dass die Propagandamaschinerie einer kriegführenden Regierung unterstützt wird. Solange Press TV durch das gegenwärtige iranische Regime finanziert wird, ist die Schließung seiner Dependance in London eine zwingende Notwendigkeit.

Genugtuend, dass der Guardian und Daily Telegraph die räuberischen Presse-Aktivitäten des Iran aufgegriffen haben.

(Predator-Foto via Wikimedia Commons)

Irans Press TV dicht machen

2. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. Dezember 2011

Redefreiheit hat selbstverständlich eine elementare Qualität, aber nicht, wenn sie von einem Medienunternehmen missbraucht wird, um staatlich geförderte Propaganda zu betreiben. Und wenn das Unternehmen in London ansässig ist, gibt es keinen Anlass seitens der britischen Regierung, dem iranischen Propagandawerkzeug Press TV weiterhin Gastfreundschaft zu gewähren.

Nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran fordert Houriya Ahmed in der Times of London  dazu auf, Press TV abzuschalten (Registrierung erforderlich [bd]).

Hier ist – wenn auch inoffiziell – ein Arm der Islamischen Republik am Werk, dessen Bestrafung die britische Ablehnung dokumentieren könnte: Der Betrieb von Press TV in London sollte eingestellt werden.

Im Jahr 2007 als “Alternative” zu westlichen Medien gestartet, ist Press TV ein englischsprachiger Satelliten-TV-Kanal mit Sendelizenz in Lizenz in London. Er wird vom iranischen Regime finanziert und fungiert als dessen Sprachrohr. Muslimische und nichtmuslimische Moderatorinnen sind angehalten, vor der Kamera bei Übertragungen aus London das islamische Kopftuch zu tragen.

Die Realität wird verzerrt wiedergegeben und Berichte zugunsten der Agenda des iranischen Regimes manipuliert. Die Korrespondentin Jody Sabral quittierte kürzlich aus Protest über die Art und Weise, wie Press TV über die Aufstände in der arabischen Welt berichtete, ihren Dienst. Sie geißelte den Kanal wegen dessen größtenteils ignoranter Berichterstattung zum Protest in Syrien, einem Verbündeten des Iran, während gleichzeitig eine “vordringliche” Berichterstattung über schiitische Proteste in Bahrain erfolgte – wohl kaum ein Zufall, zumal der Iran ein Interesse daran hat, die Unruhen dort zu schüren, um [dort] seine Machtbasis zu verbreitern.

Die Grüne Revolution und die Ermordung Neda Agha Soltans durch regimetreue Schlägertrupps sind von Press TV als westliche Verschwörungstheorien inszeniert worden. Der Kanal strahlte sogar ein erzwungenes Geständnis des Newsweek-Journalisten Maziar Bahari aus, der wegen Spionage-Beschuldigungen inhaftiert worden war.

Ofcom erwägt die Entziehung der Lizenz für Press TV, nachdem sie in ihrer Untersuchung festgestellt hat, dass der Kanal die Ausstrahlung des Interviews hätte ablehnen müssen, weil sich deutlich herausgestellt hatte, dass es unter Zwang erfolgt war. In Reaktion auf die Ofcom-Ergebnisse hat Press TV behauptet, es sei ein Opfer der “Zensur” durch “gewisse Mitglieder der königlichen Familie und der Regierung”.

Es handelt sich hier um dasselbe Press TV, dass Nicholas Kollerstroms widerliches Machwerk The Walls of Auschwitz: A Review of the Chemical Studies veröffentlicht hatte und häufig Lady Michelle Renouf zitiert, eine Neonazin und Unterstützerin des Holocaust-Leugners David Irving.

Es wird also höchste Zeit, dass Press TV aus dem Verkehr gezogen wird.

UPDATE

Statt den Lizenzentzug für Ausstrahlungen von Press TV voranzutreiben, hat Ofcom leider nur eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 £ wegen mehrerer Verstöße gegen seine Richtlinien in Bezug auf den Fall Maziar Bahari verhängt. Dazu die Jewish Chronicle:

In seiner Entscheidung erklärte Ofcom die saftige Geldstrafe wegen “der Schwere der Übertretungen”.

“Der Ausschuss vertrat die Ansicht, dass in diesem Fall schwere und vorsätzliche Verstöße gegen den Kodex vorlagen – wegen der gefährlichen Begleitumstände für den Kläger Bahari, das Fehlen von Maßnahmen zu [s]einer Einverständniserklärung und des Einflusses, den der Sender auf ihn ausübte”, so in der Begründung.

Das Ofcom-Urteil beinhaltete auch, dass die Strafe Press TV dazu animieren solle, „das vorgefundene Material bei zukünftigen Anlässen nicht wieder missbräuchlich neu einzubringen.”

Ofcom gab auch bekannt, dass Press TV zu den Untersuchungen von Ofcom eine Stellungnahme auf seinem Kanal bringen müsse.

Medienberater gesucht

21. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 21. November 2011

Staatschef eines islamischen Schurkenstaates sucht Medienberater. Bewerber sollten ein gutes Gespür für islamisches Benehmen und gesunden Menschenverstand haben, um in Interviews mit Zeitungen von Reformern nicht zu verstehen zu geben, dass der Tschador im Paris des 19. Jahrhunderts etabliert wurde.

Der erfolgreiche Bewerber besitzt Kenntnisse in Themen wie Zionistische Verschwörung, “ziviler” Atomtechnologie, kreativer Schreibweise, Wissen über den Mahdi und die Bereitschaft, diverse Konten bei der Markazi-Bank einzurichten. Gute Zusammenarbeit mit linken westlichen Medien-Apologeten ist Voraussetzung.

Bitte senden Sie Bewerbungen an:

Büro des iranischen Präsidenten
c / o M. Ahmadinejad
Pasteur Avenue
13168-43311 Teheran
Islamische Republik Iran

Bitte [logischerweise (bd)] keine direkten E-Mail-Anfragen!

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Medien-Spickzettel 16.11.11

17. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. November 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Heute Beiträge über menschliche Schutzschilde, die sich um eine iranische Atomanlage scharen, ein politischer Abgesang zu Salam Fayyad und zu Scheich Nasrallah, der angesichts des arabischen Frühlings durchdreht.

Verpassen Sie nicht unsere (fast) täglichen Medien-Spickzettel, indem sie einfach nur jeden Tag BackSpin anklicken. Das englische Original von Pesach Benson hier.

Zur Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm

• Hunderte Iraner haben sich bei einer iranischen Urananreicherungsanlage in Isfahan versammelt, um als menschliche Schutzschilde zu fungieren.

• Ausrufezeichen für Teheran: Die US-Air Force übernahm die Lieferung einer 30.000 Pfund-Bombe, bekannt als Massive Ordnance Penetrator. Bloomberg News traf es richtig, wenn sie schrieb, dass „die Bombe Ziele bis 200 Fuß unter der Erde erreichen kann, bevor sie explodiert”. Was für ein Understatement eines Sprechers der US-Air Force!

Die Lieferung “wird sich den gegebenen Erfordernissen anpassen”, sagte er.

• David Harris: Armer, missverstandener Iran!

• Die Mullahs erhalten ihre Version aufrecht, dass die Explosion auf der Bid-Ganeh-Raketenbasis letzten Sonntag durch militärische Forschung verursacht worden sei. Wenn ja, wer war dann das Genie, das hinter Forschung und Entwicklung stand? Wile E. Coyote?

Zum Friedensprozess

• Laut Presseberichten will Salam Fayyad (PA) sein Amt als Organ der palästinensischen Einheitsregierung niederlegen. Tony Karon (Time) schreibt jetzt schon einen Abgesang in dieser Laudatio:

Fayyads Aufgabe bestand darin, den Aufbau einer autoritären West Bank-Verwaltung zu organisieren, die in der Lage sein sollte, Dienstleistungen und öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und auch Israels Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen. Trotz seiner beeindruckenden administrativen Fähigkeiten begründete sich Fayyads Amtszeit auf die Unterdrückung der palästinensischen Demokratie.

• Den pro-palästinensischen Freedom Riders zahlenmäßig weit überlegene Journalisten, die auf  illegalem Weg versuchten, nach Jerusalem zu gelangen.

Hier geht’s weiter – auch mit weiteren Lesetipps.

Medien-Spickzettel, 15. November 2011

17. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. September 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Bei der Pressestelle der israelischen Regierung wird angefragt, die rechtmäßige Zulassung des Korrespondenten von Press TV in Jerusalem im Zusammenhang mit Vorwürfen zu überprüfen, dass er ein Auslandsagent ist. Und die PLO zieht einen weiteren Strich durch Friedensgespräche.

Zur Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm

• Aus dem Wall Street Journal:

Zum ersten Mal forderte eine Gruppe iranischer Dissidenten direkt ihre Regierung dazu auf, die Anreicherung von Uran auszusetzen – in einem am Montag veröffentlichten offenen Brief, der sich an die Dynamik der internationalen Bemühungen anschließt, Teheran davon zu überzeugen, sein vermutetes Atomwaffenprogramm aufzugeben.

• Nach außen behaupten die Mullahs, dass die Explosion auf einer Raketenbasis in dieser Woche ein Unfall gewesen sei, aber der Guardian geht von einem Mossad-Krimi aus.

• Shimon Peres sagt in einem Interview mit CNN, dass es für die Weltöffentlichkeit an der Zeit ist, eine moralische Offensive gegen den Iran zu führen.

[Hier oder auf die Abbildung klicken]


Bitte weiterlesen und alle weiteren Beiträge hier [In Englisch]

Medien-Spickzettel, 14.11.11

14. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. November 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Warum erwägt Avigdor Lieberman rechtliche Schritte gegen AP? Steckte der Mossad wirklich hinter einer rätselhaften Explosion im Iran? Und würde Salam Fayyads möglicher Rücktritt tatsächlich etwas für die palästinensische Einheit bedeuten?


Zur Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm

• Iran bestätigt erstmals, vom Computervirus Duqu angegriffen worden zu sein. Dazu Haaretz:

“Komponenten von Duqu sind nahezu identisch mit Stuxnet, dienen aber einem komplett anderen Zweck”, sagte Symantec. “Duqu ist im Wesentlichen die Vorstufe zu zukünftigen Stuxnet-ähnlichen Attacken.”

CNN: Die Mullahs denken über eine Beendigung der Zusammenarbeit mit der IAEO nach.

• Karl Vick (Time) fragt sich, ob der Mossad hinter der Explosion auf einer iranischen Raketenbasis steckt. Unter den bei der Explosion Getöteten befand sich General Hasan Moghaddam. Doch NY Daily News denkt an die CIA. Von AP zitierte Iraner bezeichnen Moghaddam als den Vater der nationalen Raketenprogramms.

Qasemi sagte, dass Moghaddam war einer der wenigen Garde-Kommandanten gewesen sei, die die Gunst von Irans oberstem Führer Ayatollah Ali Khamenei genossen.

“Der erhabene Führer hatte ein besonderes Interesse an ihm,” sagte er.

(Die Iran-Geschichte bekommt immer größere Dimensionen – Vick berichtet zurzeit für Time aus dem Iran)

Alle weiteren Beiträge hier [In Englisch]

Medien-Spickzettel 13.11.11

14. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. November 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Wird Israel die USA vorab über einen möglichen Angriff auf den Iran informieren? Und warum hat eine Karikatur in Haaretz bei UNESCO-Offiziellen Besorgnis wegen Aufhetzung ausgelöst?

Zur Gefahr des iranischen Nuklearprogramms

• Der Daily Telegraph zufolge weigert sich Israel, bei den USA um grünes Licht zu ersuchen bzw. das Weiße Haus rechtzeitig bezüglich eines Angriffes auf den Iran zu informieren. Es scheint so auszusehen, dass das Treffen von Verteidigungsminister Leon Panetta mit Benjamin Netanyahu und Ehud Barak nicht verlief wie erhofft:

Als alle bis auf eine Handvoll vertrauenswürdiger Mitarbeiter den Raum verlassen hatten, teilte Panetta eine dringende Botschaft von Barack Obama mit. Der Präsident, so Panetta, wollte eine unanzweifelbare Garantie dafür, dass Israel keinen einseitigen militärischen Schlag gegen die iranischen Atomanlagen durchführen würde, ohne vorher um Washingtons Freigabe zu ersuchen.

 Quellen in Israel und den Vereinigten Staaten zufolge waren die beiden Israelis waren bemerkenswert unverbindlich in ihrer Antwort.

 “Sie hatten nicht zu erkennen gegeben, dass eine Militäraktion geplant war oder unmittelbar bevorstand, auch gaben sie weder eine Zusicherung, dass Israel zunächst Washingtons Erlaubnis einholen würden, noch das Weiße Haus im Voraus davon in Kenntnis zu setzen, dass eine Mission bevorstehe”, sagte einer.

Unterdessen will Kanadas Verteidigungsminister Peter MacKay mit seinen israelischen Kollegen im Gespräch bleiben….

• Mysteriöse Explosion tötet 17 iranische Soldaten, darunter einen hochrangigen Kommandeur der Revolutionären Garden. Die Revolutionären Garden gaben an, dass es sich bei der Explosion um einen Unfall in einem Waffenlager gehandelt habe, aber Widerstandsgruppen sagen, dass auf dem Areal eine Raketenbasis gestanden habe.

• Karikaturist Kevin Kallagher (Economist) gefällt mir:

Doch der Leitartikel im Economist zeigt eine erstaunliche kognitive Dissonanz: noch ist es nicht zu spät, Hoffnung auf internationale Sanktionen zu setzen – aber wenn das nicht funktioniert, sollte Israel darauf vertrauen, dass die USA den Iran abschrecken:

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]

Würde Jerusalem einen Nuklearschlag überleben?

14. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. November 2011

Ich [Pesach Benson; (bd)] sah bei Would I Survive A Nuke (via Gizmodo) nach. Man gibt seinen Wohnort ein, die Größe der Ballungszentren [In Israel] sowie die Art der Bomben und drückt Enter.

Ein relativ konservatives Szenario: eine 50 Megatonnen-Atombombe trifft Tel Aviv. Ihre Auswirkungen würden auch das nicht weit entfernte Jerusalem treffen. Was würde ein solcher Schlag für Jerusalem bedeuten, die Heimat tausender Juden, Palästinenser, die heiligen Stätten und für Sie, falls Sie in Israel leben?

Das gleiche Szenario gab ich für Ramallah ein. Es ist auch nicht sicherer. Wenn die Menschen nicht Verbrennungen zweiten Grades am gesamten Körper davontragen werden sie an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung sterben.

Moral der Geschichte: Eine Nullstaatenlösung liegt weder in israelischem noch in palästinensischem Interesse.

Medien-Spickzettel 8. November 2011

9. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 9. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Zur Dringlichkeit des iranischen Nuklearprogramms….und mehr….

(Abbildung rechts) Israelische Piloten nach dem Angriff auf den Osirak-Reaktor im Irak

• Amir Nachumi, einer der IAF-Piloten, der den Angriff auf den Osirak-Reaktor im Jahr 1981 flog, berichtete Dan Ephron von The Daily Beast, dass ein Angriff auf den Iran riskant sei, aber machbar.

“Ich kann Ihnen sagen, dass 1981 die Entscheidung zum Anflug selbst die schwierigste war. Nicht die Ausführung der Mission ist es, sondern die Entscheidung, diese durchzuführen”, sagte Nachumi in dem Interview. “Ich denke, heute verhält es sich genauso. Die Entscheidung zum entschlossenen Handeln ist viel schwieriger als die Operation selbst. “

• Die Israelis debattieren nicht nur öffentlich darüber, ob man den Iran angreifen soll – sie diskutieren auch darüber, wie man das in der Öffentlichkeit kommunizieren sollte. Wie auch die Absichten der Regierung aussehen mögen, so Kevin Blume von CNN -; die internationale Diskussion rückt das iranische Nuklearprogramm wieder in den Mittelpunkt. Und die LA Times fragt sich, ob die öffentliche Diskussion einen möglichen Angriff komplizieren könnte:

Israel ist besonders stolz darauf, öffentlich geführte Leitlinien bezüglich militärischer Angelegenheiten zu vermeiden, wenn es regelmäßig eine Front gegen die Welt aufbaut, falls es um seine [eigene] Sicherheit geht….

Viele Offizielle sagen, dass solche Fragen nicht Gegenstand öffentlicher Diskussion sein sollten. Israelische Angriffe auf Atomanlagen im Irak im Jahr 1981 und Syrien im Jahr 2007 wurden ohne Vorwarnung durchgeführt.*

Bret Stephens (Klick via Google News) macht sich Gedanken über den Diskurs in der amerikanischen Öffentlichkeit:

Eine solche Debatte muss sich über vier Fakten im Klaren sein:

Erstens muss man die Vorstellung aufgeben, dass es einen dritten Weg gäbe, dem Iran einen Fortschritt zu einem ungehinderten Fortschritt des  Nuklearprogramms zu erlauben bzw. des militärischen Eingreifens, seine Anstrengungen zu stoppen….

Zweitens muss in der Debatte berücksichtigt werden, dass es nicht mehr länger um den Westen geht und auch die Zeit gegen ihn (bd) läuft….

Drittens muss man eine unvermeidliche Debatte anstoßen, die die unbedingt notwendigen Konsequenzen eines militärischen Angriffs gegenüber den vorhersehbaren Folgen eines nuklear bewaffneten Iran in Rechnung stellt….

Letztendlich muss jede Debatte berücksichtigen, was der Westen tun kann, um den Untergang des Regimes zu beschleunigen.

• Laut Sam Segev’s Analyse [nicht zu verwechseln mit Tom Segev, dem israelischen Regierungssprecher (bd)] in der Winnipeg Free Press gingen alle Angriffe auf den Iran nach hinten los, weil Meir Dagan nicht informiert war:

Trotz dieser öffentlich durchgeführten Maßnahmen bestand zu keiner Zeit die Absicht, den Eindruck eines unmittelbar einseitigen israelischen Schlages gegen die iranischen Atomanlagen zu erwecken. Der Zweck dieses Nervenkriegs bestand darin, eine Atmosphäre zu schaffen, die härtere Sanktionen gegen den Iran verhängt. Man hoffte, dass die Aussicht auf einen israelischen Angriff, verbunden mit den Untersuchungsergebnissen der internationalen Watchdogs, Russland und China davon überzeugen würde, schärfere Sanktionen zu unterstützen.

Nicht eingeweiht in die Top-Sekret-Verbindungen zwischen den USA und Israel; und schon lange Zeit davor ein Gegner eines einseitigen israelischen Schlages gegen Iran, hat Meir Dagan – ehemaliger Mossad-Chef, Netanyahu und Barak wegen ihres geplantes Abenteuers gegen den Iran scharf angegriffen.

Dagan erklärte gegenüber mehreren Chefredakteuren verschiedener israelischer Tageszeitungen, dass der Iran immer noch Jahre vom Bau einer Atombombe entfernt sei.

- Westliche Nuklearexperten erklärten Haaretz  gegenüber, dass der Iran innerhalb weniger Monate in der Lage sei, eine Atombombe zu bauen.

- Amir Taheri fragt, ob der Iran wirklich auf den nuklearen Auslöser-Button drücken würde.

- Katherine Butler besteht darauf, dass die Auswirkungen des „arabischen Frühlings“ die beste Hoffung für einen Frieden für Israel seien.

- Uri Dromi stellt sich die Frage, was Rabin aus der Situation machen würde. [Ich als Israel-Kommentator setze da bewusst kein Fragezeichen bzw {bd)]. Rabin hätte sich für die SICHERHEIT Israels entschieden und nicht für Wischiwaschi. Punkt!

- Professor Andrew Cohen hofft, dass der Iran von seinen nuklearen Ambitionen abgeschreckt werden kann.

- Dan Murphy bietet 3 Gründe für und 3 Gründe gegen einen drohenden israelischen Angriff an. (Er bezieht sich dabei hauptsächlich auf eine Titel-Story von Jeffrey Goldberg in The Atlantic aus dem letzten Jahr).

- Mary Riddells Dreck zu jüdischer Verschwörungstheorie ziert die Webseite des Daily Telegraph. Vorher bin ich darauf nicht eingegangen. Aber was für eine Verschwendung von Pixels.

Heiliger Strohsack!

Weitere Beiträge zum Friedensprozess, zum Arabischen Frühling und anderen Themen bitte hier lesen. [In Englisch]

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*Dazu auch ein Beitrag von mir (bd) auf Castollux am 19. Oktober 2007.

Medien-Spickzettel 7. November 2011

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Zur Dringlichkeit des iranischen Nuklearprogramms

Bis der IAEA-Bericht im Laufe dieser Woche veröffentlicht wird können wir nur Fragen stellen.

Dan Williams (Reuters) fragt: Hat der Iran den Begin-Doktrin ein Ende gesetzt?

• Amir Taheri fragt: Könnte den Mullahs zurzeit ein Angriff sogar gelegen kommen?

• Tim Marshall (Sky News) fragt: Irans Bombe: zu 90% fertig?

• Uzi Rubin fragt: Stellt die Shahab-3 Rakete wirklich einen Grund zur Besorgnis dar?

• Lesen Sie in der Washington Post über  die Helfershelfer beim iranischen Nuklearprogramm

AP: Die Staaten am Persischen Golf stimmen Israels Warnungen insgeheim zu.

Das Russell-Tribunal zu Palästina

• Das südafrikanische Schablonendenken ist gesund und munter wie eh und je, was sich daran zeigt, wie die Personen, die im selbstgerechten Russell Tribunal aktiv sind, nun auf Richter Richard Goldstone einprügeln. Er hatte die Stirn zu sagen, dass es in Israel keine Apartheid gibt. (Hat tip: Elder of Ziyon).

• Die Durban Daily News Features lässt zum Thema Russell Tribunal David Saks und Nurit Peled-Elhanan in ihren jeweiligen Gastbeiträgen gegeneinander antreten.

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]


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