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EU-Sanktionen lassen Irans Press TV vom Äther verschwinden

16. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Oktober 2012

Dank der neuesten EU-Sanktionen gegen den Iran wurde gestern Press TV von den europäischen Satellitenprogrammen abgetrennt.

Eutelsat reagierte zuerst. Danach wurden 18 weitere iranische Staats-TV- und Radiosender wie Irib abgeschaltet.

Die Wut von Press TV war logisch und vorhersehbar:

Dies zeigt auch, dass die Europäische Union die Meinungsfreiheit nicht respektiert und keine Mühe scheut, um andere Medien zum Schweigen zu bringen.

Wie jedoch Houriya Ahmed letztes Jahr treffend anführte, ist das Prinzip der Meinungsfreiheit auf Press TV nicht anwendbar, weil „er [der Sender (bd)] vom iranischen Regime finanziert und als dessen Sprachrohr benutzt wird.“ Und weil „die Wahrheit verzerrt und seine Berichte im Sinne der Teheraner Agenda manipuliert werden.“

Tatsächlich aber übertreffen die Sünden von Press TV weit die anderer Sender:

1. Die britische Medienaufsichtsbehörde OFCOM zensierte unlängst Press TV wegen der Ausstrahlung eines erzwungenen Geständnisses von Maziar Bahari. (Der Sender hat vergeblich eine Klage gegen Bahari eingereicht. Heute wurde in Teheran weiterverhandelt.)

2. OFCOM stellte außerdem in seiner Entscheidung fest, dass George Galloways Talkshow lediglich als Vehikel zur Verunglimpfung Israels diente.

3. Press TV wurde dabei ertappt, dass es ein Märchen über 1.370 Todesfälle durch US-Drohnen in Somalia erfunden hatte.

4. Reporter Jody Sabral quittierte seinen Job und beschuldigte Press TV, absichtlich Nachrichten über den syrischen Aufstand unterbunden zu haben.

5. OFCOM zensierte außerdem Lauren Booth’s Berichterstattung zur Mavi-Marmara-Flotilla –; das passt, weil sie als Speerspitze der Gaza-Flotilla-Bewegung fungiert (Bitte runterscrollen bis Dishonest Reporter of 2008: Lauren Booth.

Also nur Propaganda und nichts Neues.

Und tschüss.

Hamas verliert Satelliten – nicht Legitimität

16. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 16. Juni 2010

Der von der Hamas betriebene Fernsehsender Al-Aqsa TV verliert die meisten seiner Zuseher, wenn ein französischer Satellitenbetreiber ihm am Donnerstag den Hahn abdrehen wird. Indem sie die Bedeutung dieser Sachlage erklärt, trifft AP den Nagel auf den Kopf:

Der Hamas-Sender – bestens bekannt für sein Kinderprogramm, das Gewalt gegen Israel verherrlicht – ist Herzstück einer zunehmenden Medienkampagne der islamistischen Hamas-Führer in Gaza. Der Ausstieg des Satellitenbetreibers wird die Anstrengungen der Gruppe einschränken, ihre Propaganda zu verbreiten und im Ausland finanzielle Mittel zu akquirieren.

Doch aufgepasst: Die Hamas genießt auch ohne Eutelsat mehr als genug Legitimität.