Posted tagged ‘Sudan’

„Schlag gegen den Islam“: Die provokative Headline der Daily Mail

29. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 29. Oktober 2012

Ein Luftangriff auf eine sudanesische Waffenfabrik, angeblich von Israel durchgeführt, wurde als „Probelauf“ für eine mögliche zukünftige israelische Operation gegen iranische Atomanlagen beschrieben. Die Daily Mail scheint jedoch ein wenig neben sich zu stehen:

Israels ‚Probelauf‘ für einen Schlag gegen den Islam: Zwei Todesopfer nach Angriff auf sudanesische Raketenfabrik

Israel beabsichtigt natürlich nicht, irgendeine Religion anzugreifen.

Wie lange dauert es, bis die Daily Mail ihren Fauxpas bemerkt?


Update:
Daily Mail hat jetzt das Wort „Islam“ durch „Iran“ ersetzt.

Drei Waffenschmuggel innerhalb einer Woche aufgeflogen

16. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. März 2011

In Teheran werden sicher Köpfe rollen, nachdem Israel, Ägypten und die Türkei gestern alle iranischen Waffenlieferungen abgefangen hatten. Also drei Pleiten innerhalb einer Woche.

1. Gestern zwang die Türkei eine iranische Frachtmaschine (Bestimmungsort Syrien) zur Landung, als sie den türkischen Luftraum überflog. Dazu Hurriyet:

Die Maschine, die den Berichten zufolge militärische Ausrüstung transportierte, wurde zur Landung gezwungen, nachdem die Behörden einen Tipp bekommen hatten, sie hätte Nuklearwaffen an Bord….

Das Flugzeug wurde noch Mittwochmorgen nach Nuklearmaterial durchsucht; Teams zur Aufspürung weiteren Gefahrguts befanden sich auf dem Flughafen, so die Auskunft von Doğan News Agency.

(UPDATE 15.20 Uhr: Jetzt sagt die Türkei, es sei Standard, überfliegende Frachtflugzeuge manchmal zur außerplanmäßigen Landung für Inspektionen zu zwingen. Ich bin beeindruckt, dass Teams zur Aufspürung von brisantem Waffenmaterial dort auch Standard sind).

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2. Am Sonntag wurde ein aus dem Sudan kommender Lastwagenkonvoi in Ägypten von Sicherheitskräften unter Beschuss genommen. Der Konvoi befand sich offenbar auf dem Weg nach Gaza.

Ich weiß nichts von offiziellen Verbindungen des Konvois zum Iran, aber alles trägt die Handschrift der Islamischen Republik. Im Jahr 2009 zerstörten israelische Drohnen einen größeren iranischen Konvoi in der sudanesischen Wüste.

3. Der türkische Zugriff wurde, wie ich gestern bloggte, von der Zugriffsaktion der israelischen Marine auf die Victoria überlagert. Die Liste der von der IDF konfiszierten Waffen umfasst u.a.:

230 Mörsergranaten, 120 mm
2.270 Mörsergranaten, 60 mm
6 C-704 Anti-Schiff-Raketen (mit Lieferpapieren in Farsi und iranischen Hoheits-Emblemen)
2 Radaranlagen (hergestellt in England)
2 Raketenwerfer
2 hydraulische Kräne für die Montage von Radarsystemen
66.960 Patronen für Kalaschnikows, Kaliber 7,62 Millimeter

Die Victoria legte vom syrischen Hafen Latakia ab. Und die syrischen Geheimdienste dürften wohl Probleme damit haben, diese Vorgänge zu erklären.*

Die Victoria-Affäre folgt einen Tag nach einer anderen weithin nicht beachteten Entwicklung: Zypern war das erste Land, das offiziell erklärte, dass es mit zukünftigen Flottillen nicht kooperieren wird.**

Im Bild eine von der IDF beschlagnahmte Mörsergranate (120 mm)

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*Und daran knüpft sich noch einmal die simple Frage: Warum passierten zwei iranische Kriegsschiffe den Suezkanal mit Ziel Syrien? [bd]

**Zynismus pur: Im Windschatten der Katastrophe in Japan lässt sich für Terrorstaaten gut segeln. Und der SPIEGEL kümmert sich derweil propagandistisch darum, die Welt (selbstverständlich)  in Deutschland untergehen zu lassen und Japan der Inkompetenz zu zeihen, statt Solidarität zu zeigen [bd].

Radio Canada: ‚Israel weist keinerlei Ähnlichkeit mit Iran und Sudan auf‘

14. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 14. Dezember 2010

Es sollte eigentlich sonnenklar sein, dass Israel nichts mit dem Iran und Sudan gemeinsam hat. Nicht aber für Simon Durivage von Radio Canada.

Durivage entschuldigte sich für den unangebrachten Vergleich mit diesen Ländern, nachdem sich Leser von HonestReporting Canada eingeschaltet hatten.

Wichtiger als die Entschuldigung jedoch war der Bericht der Beschwerdestelle des Senders (pdf-Format), weil er einigen wichtigen Präzedenzfall darstellt:

„Radio Canada erkennt an, dass es unangemessen war, den Iran und Sudan als Beispiele dafür herzunehmen, die Risiken einer kanadischen Unterstützung für Israel zu darzustellen.“

„…indem er irrtümlicherweise Israel mit dem Iran und Sudan in Verbindung brachte, hielt sich Simon Durivage nicht an eine der Grundregeln für journalistische Standards und Praxis bei CBC/Radio Canada, nämlich die der Sorgfaltspflicht.“

„Die Assoziierung Israels mit dem Iran und Sudan bedeutete einen journalistischen Fehltritt.“

Damit ist also schriftlich festgelegt, dass eine moralische Gleichsetzung Israels mit Schurkenstaaten wie Iran, Sudan (Nordkorea und Kuba gehören auch dazu) unangemessener Journalismus ist.

Besuchen Sie HonestReporting Canada für relevante Videos, Links und weitere Infos.

„Kein Kommentar“ hätte auch gereicht

21. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. August 2009

Mahmoud Abbas reiste zu Gesprächen mit Präsident Omar Bashir in den Sudan. Bashir steht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur auf der Fahndungsliste. AFP zitiert Abbas:

„Wir stehen auf der Seite des Sudan“, sagte Abbas, als er nach der palästinensischen Position zur internationalen Fahndungsausschreibung gegen Al-Bashir wegen Kriegsverbrechen in Darfur befragt wurde. Abbas weiter: „Wir stehen hinter dem Präsidenten. Wir unterstützen die Einheit des sudanesischen Volkes und sind mit der sudanesischen Politik vollkommen einverstanden.“

Warum sollte man von Israel erwarten, dass es den Internationalen Gerichtshof mit mehr Respekt behandelt als die Palästinenser?

UPDATE: Lesen Sie nach, wie Business Week die politischen Fallstricke des südafrikanischen Justizapparates anspricht, wenn dieser mit seinen eigenen Bashir- und Gaza-Akten jongliert.

Realpolitik und ihr fader Beigeschmack

19. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. August 2009

Mahmoud Abbas besucht heute den Sudan, um sich mit Präsident Omar Bashir zu treffen, dessen Auslieferung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vom Internationalen Strafgerichtshof (ICC) gefordert wird. Überlassen wir also der Guardian-Rubrik Comment is Free, den Trip zu rechtfertigen.

Realpolitik hinterlässt immer einen faden Beigeschmack….

Wenn es zu Anschuldigungen wegen Kriegsverbrechen gegen Israel kommt, respektieren die Palästinenser den ICC weit mehr.

Aber stellen Sie sich deren Reaktion vor, wenn Israel seine Sicherheitsmaßnahmen mit dem faden Beigeschmack der Realpolitik verteidigte.