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Dammbruch, Teil 2: Weitere Damm-Lügen

25. Februar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 24. Februar 2015

Verlogene Vorwürfe von Palästinensern, dass Israel im Süden Dämmer geöffnet hatte, die Gaza überfluteten, erschienen in einer Reihe von Medienorganen, darunter AFP, Al-Jazira, RT, Ma‘an, und Xinhua. Es wurde durch die auf von den israelischen Behörden gegenüber HonestReporting bestätigte Tatsache, dass es in Israels Süden keine Staudämme gibt, nachgewiesen, dass die Story eine Lüge war. (Siehe Dammbruch: Palästinensische Lüge entlarvt)

AFP als eine der Mainstream- und angeblich glaubwürdigen Medienorgane, entfernte sein Video zum Bericht. Die anderen Internetseiten gehören Nachrichtenorganisationen, deren Glaubwürdigkeit fragwürdig ist und an die Ränder des professionellen Journalismus gehören. Es war daher extrem enttäuschend zu sehen, dass die Daily Mail (Version im Cache kann hier angesehen werden), eine der meist gelesenen Internet-Nachrichtenseiten der Welt, die Story auf Grundlage eines Berichts von Al-Jazira veröffentlichte.

Daily Mail online: Hunderte Palästinenser obdachlos, nachdem Israel Staudamm öffnet und Häuser flutet… Stunden bevor die Elektrizitätsfirma des jüdischen Staates Städten in der Westbank den Strom abdreht.

– Fast 80 Familien evakuiert und in nahe gelegene Flüchtlingslager geschickt.
– Gaza-Verteidigungschef Said al-Saudi sagte: „Wir haben keine Warnung erhalten.“
– Nicht das erste Mal, dass Israel beschuldigt wird Dämme entlang des Flusses geöffnet zu haben.
– Nur Stunden später kappt israelische Elektrizitätsfirma wegen Schulden 45 Minuten lang Strom.

HonestReporting informierte die Daily Mail am Montagabend und forderte sie auf die Story als Ganzes zu entfernen Stattdessen nahm die Daily Mail einige Stunden später in einem Taschenspielertrick Veränderungen an der Story vor, ohne diese oder den ursprünglich angerichteten Schaden zuzugeben. Vergleichen Sie die angepasste Schlagzeile und Untertitel mit dem oben gezeigten Original:

Hunderte Palästinenser obdachlos durch schwere Flut nachdem der Wasserpegel im Gaza-Tal um 3m steigt.

– Fast 80 Familien evakuiert und in nahe gelegene Flüchtlingslager geschickt.
– Pferdewagen genutzt, um Familienmitglieder durch braunen Schlamm zu evakuieren.
– Stunden später kappt israelische Elektrizitätsfirma wegen Schulden 45 Minuten lang Strom.
– Israel weist Vorwürfe zurück es habe einen Damm geöffnet: „Wir konnten keinen Stausee ablassen, weil es keine gibt.“

Während die Schlagzeile Israel nicht länger der Öffnung nicht existierender Staudämme beschuldigt, bleibt der palästinensische Vorwurf drin und wird von einer israelischen Erklärung „ausgeglichen“, die die Verantwortung bestreitet. Statt die Story zu entfernen, hat die Daily Mail der israelischen Wahrheit und der palästinensischen Lüge gleiches Gewicht gegeben, was die Sache praktisch in einen Streit mit Aussage gegen Aussage verwandelt.

Die Öffentlichkeits-Redakteurin der New York Times, Margaret Sullivan, hat diese Form des fehlerbehafteten Journalismus in einer ihrer Kolumnen angesprochen:

Einfach ausgedrückt: Falsche Ausgewogenheit ist die journalistische Praxis beiden Seiten einer Story gleiche Gewichtung zu geben, ohne Rücksicht auf die festgestellte Wahrheit einer Seite. Und viele Leute haben davon die Nase voll. Sie wollen nicht hören, dass Lügen oder Halbwahrheiten auf einer Seite Glauben geschenkt und die andere abgeschossen wird. Sie wollen echte Antworten.

Die Daily Mail hat Text im Artikel verändert. Zum Beispiel den einleitenden Satz:

Hunderte Palästinenser wurden gestern Morgen evakuiert, nachdem israelische Behörden eine Reihe Staudämme öffneten, was weithin Überflutungen verursachte.

Dieser lautet jetzt:

Hunderte Palästinenser wurden aus ihren Häusern evakuiert, nachdem starke Überschwemmungen den Wasserpegel im Gaza-Tal um bis zu 3 Meter ansteigen ließen.

Das Folgende blieb im Artikel stehen:

Brigadegeneral Said Al-Saudi, der Leiter der Zivilverteidiung im Gazastreifen, sagte, die Staudämme seien ohne Warnung geöffnet worden.

„Israel öffnete die Staudämme gestern Abend ohne Warnung, was schwere Schäden in Dörfern des Gazastreifens nahe der Grenze verursachte“, sagte er gegenüber Al-Jazira.

Da wurde hierdurch „ausgeglichen“:

Die Fluten führten zu Beschuldigungen seitens der Palästinenser, Israel habe Staudämme entlang des Flusses abgelassen, um gezielt Überflutungen zu verursachen – etwas, das israelische Beamte vehement bestreiten.

Ein Sprecher des Koordinators für Regierungsaktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) sagte gegenüber VICE News: „Ich weiß nicht wer mit diesen Behauptungen angefangen hat, aber sie sind völlig abwegig. Es gibt im südlichen Teil Israels keine Staudämme, also konnten wir keine öffnen, denn sie existieren nicht. Ich weiß nicht, wie dazu kommen diese Gerüchte in die Welt zu setzen.“

Beschuldigungen erhebende Fotobeschreibungen sind ebenfalls geändert worden, damit sie Israel nicht unverblümt anklagen:

Man glaubt, dass israelische Behörden Dämme entlang des Flusses öffneten, was dafür sorgte, dass Wasser in eine Reihe Dörfer rauschte.

Die Beschreibung für das obige Foto lautet jetzt:

Palästinenser behauptetem, dass israelische Behörden Dämme entlang des Flusses öffneten, wodurch Wasser in eine Reihe Dörfer rauschte – aber Israel sagte, es gäbe keine Dämmer, die man öffnen könnte.

Als wolle man den stattfindenden lausigen Journalismus demonstrieren, erscheint auch die folgende Aussage in der Story, sowohl im Original als auch in der angepassten Version:

Die Überschwemmung von heute wurde verschlimmert, als eine israelische Elektrizitätsfirma den Strom für zwei Städte im Gazastreifen kappte.

Bedenkt man, dass der Gazastreifen und die Westbank zwei getrennte geografische Einheiten sind, ist nicht zu erkennen, wie die Flutung im Gazastreifen von einer 45-minütigen Stromsperre in der Westbank verschlimmert werden könnte.

Letztlich ist der Schaden verschlimmert worden, der Israel durch das unethische Versagen der Daily Mail zugefügt wurde zuzugeben, dass ihr Reporter dabei erwischt wurde, dass er Outsourcing von Inhalten an unzuverlässige und von einer Agenda getriebene Nachrichtenorganen betrieben hat. Die Daily Mail hat den Editors‘ Code of Practice (Kodex journalistischen Verhaltens) verletzt, den sie unterschrieben hat und dem von der Independent Press Standard Organisation (IPSO – Unabhängige Organisation für Pressestandards) Geltung verschafft wird.

Absatz 1 zu Genauigkeit legt dar:

  1. Die Presse muss aufpassen, dass sie keine ungenauen, fehlleitenden oder verzerrten Informationen veröffentlicht, einschließlich Bildern.
  2. Eine beträchtliche Ungenauigkeit, fehlleitende Äußerungen oder Verdrehungen, einmal festgestellt, müssen korrigiert werden, sofort und mit gebührender Hervorhebung; und sie müssen – wo dazugehörig – veröffentlicht werden. In Fällen, die den Regulator involvieren, sollte die Hervorhebung mit dem Regulator vorab abgestimmt werden.

Die Daily Mail veröffentlicht, indem sie die palästinensische Behauptung immer noch als glaubwürdig behandelt, immer noch ungenaue und fehlleitende Informationen. Ähnlich sind die von der Daily Mail aufgrund dessen, dass sie über die Fehler informiert wurde, vorgenommenen Änderungen nicht gebührend hervorgehoben worden und eine Entschuldigung ist angebracht.

Erfolg: Daily Mail korrigiert Westmauer-Fehler

29. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 29. Mai 2014

Die Berichterstattung der Daily Mail zum Papstbesuch in Israel enthielt eine Reihe von Bezugnahmen zur Westmauer in Jerusalem.

  • Papst Franziskus setzte heute seine diplomatische Initiative zur Wiederbelebung des festgefahrenen Nahost-Friedensprozesses mit einer enorm symbolischen Geste neben dem heiligsten Ort des Judentums fort.
  • Papst Franziskus hinterließ in gemäß jüdischer Tradition eine Notiz in einer Spalte der Westmauer, um für Frieden und Verständnis zwischen den drei Religionen zu bitten. Er beugte feierlich sein Haupt an der Stätte, die als heiligster Ort des Judentums gilt.
  • Papst Franziskus besuchte auch die Westmauer, die der heiligste Ort der jüdischen Welt ist.

Das ist jedoch nicht korrekt. In der Tat ist der Tempelberg der heiligste Ort des Judentums. Die Fehlvorstellung der Heiligkeit der Westmauer bestätigt die muslimisch/arabischen Ansprüche auf die alleinige Zuständigkeit über den Tempelberg (das unterstützt, was Yassir Arafat und andere bestreiten: dass der Tempel dort überhaupt existierte) und impliziert eine „extremistische“ Wesensart jüdischen Eintretens für jüdische Interessen oder Rechte dort zu beten.

Je mehr die Medien die arabische und islamische Bindung zum Tempelberg konzedieren und die legitimen jüdischen Ansprüche schmälern, desto mehr trägt das zur Delegitimierung des Zionismus und der Gründung Israels bie.

Nach einer E-Mail an die Daily Mail wurden die folgenden Korrekturen am ersten und zweiten der oben angeführten Zitate vorgenommen:

  • Papst Franziskus setzte heute seine diplomatische Initiative zur Wiederbelebung des festgefahrenen Nahost-Friedensprozesses mit einer enorm symbolischen Geste neben einer der heiligsten Stätten des Judentums fort.
  • Papst Franziskus hinterließ in gemäß jüdischer Tradition eine Notiz in einer Spalte der Westmauer, um für Frieden und Verständnis zwischen den drei Religionen zu bitten. Er beugte feierlich sein Haupt an der Stätte, die wegen ihrer Nähe zum Tempelberg als einer der heiligsten Orte des Judentums gilt.

Der dritte Verweis muss noch korrigiert werden, am wahrscheinlichsten ist, dass sie übersehen wurde, worauf wir die Daily Mail aufmerksam gemacht haben. Wir warten auf eine weitere Änderung des Artikels. Im Übrigen oben wir die Daily Mail dafür, dass sie angemessen handelte und rufen unsere Leser auf, uns bei jedem ähnlichen Fehler zu warnen, den sie in anderen Medienorganen entdecken.

„Schlag gegen den Islam“: Die provokative Headline der Daily Mail

29. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 29. Oktober 2012

Ein Luftangriff auf eine sudanesische Waffenfabrik, angeblich von Israel durchgeführt, wurde als „Probelauf“ für eine mögliche zukünftige israelische Operation gegen iranische Atomanlagen beschrieben. Die Daily Mail scheint jedoch ein wenig neben sich zu stehen:

Israels ‚Probelauf‘ für einen Schlag gegen den Islam: Zwei Todesopfer nach Angriff auf sudanesische Raketenfabrik

Israel beabsichtigt natürlich nicht, irgendeine Religion anzugreifen.

Wie lange dauert es, bis die Daily Mail ihren Fauxpas bemerkt?


Update:
Daily Mail hat jetzt das Wort „Islam“ durch „Iran“ ersetzt.

Widerlicher Leserbrief in der Daily Mail

22. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. März 2011

Der folgende Brief erschien in der gedruckten Ausgabe der britischen Daily Mail (online nicht abrufbar):

Sagt die Wahrheit

Es scheint sicher zu sein, dass der Mord an einer kompletten jüdischen Siedlerfamilie, der in den Medien als Racheakt von Palästinensern dargestellt worden war, in Wirklichkeit das Werk eines verärgerten Arbeiters war, dessen Lohn nicht ausbezahlt worden war.

Da israelische Truppen alle thailändischen Arbeiter verhaftet haben, muss man vermuten, dass sie ohne Gesichtsverlust unmöglich sagen können, dass die Palästinenser zu Unrecht beschuldigt wurden. Ich gehe schwer davon aus, dass die Medienorganisationen, die so schnell bei der Hand waren, die Morde zu verwenden, um die Oberherrschaft Israels zu rechtfertigen, die Richtigstellung veröffentlichen und sich entschuldigen. Aber ich würde nicht darauf warten.

Derek F. Wharton, Wirral

Eigentlich sollte sich die Daily Mail allein schon dafür entschuldigen, dass sie die Veröffentlichung eines solchen Briefes an erster Stelle brachte. Die Quelle dieses Schreibens stammt aus einer verleumderischen Geschichte, die in der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an veröffentlicht worden war.

In Wirklichkeit gibt es in der Itamar-Siedlung keine ausländischen Arbeitskräfte, und das Haus der Familie Fogel war von jüdischen Arbeitern errichtet worden.

Wie schäbig, dass die Daily Mail solch’ ein Schreiben veröffentlichte, ohne sich die Mühe zu machen, die Vorwürfe abzuchecken. Es sieht ganz danach aus, dass alles irgendwie durchgeht, wenn es um „vertretbare“ Kritik an Israel in der britischen Presse geht.

Wer wars á la MSM: Mossad ohne Beweis für schuldig halten

17. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 17. Februar 2010

Obwohl es keinerlei Beweis gibt, wird in zwei Daily Mail-Artikeln die Behauptung aufgestellt, Israels Geheimdienst Mossad sei für tödlichen Anschlag auf Mahmoud Al-Mabhouh in Dubai verantwortlich gewesen:

Heidenangst der zu Unrecht als Attentäter bebannten Briten: Warum haben sie unsere genommen, fragen sie Briten, deren Identität entwendet.

Anatomie eines Mordanschlags: Wie der Mossad-Anschlag geradewegs aus den Seiten eines Kriminalromans stammen könnte.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Mossad israelische Identitäten stehlen würde, um Mabhouh in Dubai zu töten; erst recht nicht, wenn eine israelische Delegation zu einem historischen Besuch, der große Beachtung findet, anwesend ist. Obwohl die Daily Mail-Schlagzeilen Sicherheit vermitteln [wollen], muss man schon bis zum Ende der Artikel weiterlesen, um das eminent wichtige Kleingedruckte zu finden:

Während die Hamas wiederholt den Mossad der Drahtzieherschaft am Mord bezichtigt hatte, verbreiteten sich Gerüchte im Nahen Osten, dass die Operation von einer rivalisierenden Palästinensergruppe ausgeführt worden sei.

Eine andere Theorie gestern war, dass der Anschlag von al-Mabhouhs Feinden innerhalb der palästinensischen Bewegung durchgeführt wurde. Die Polizei in Dubai hat zwei Palästinenser festgenommen, die verdächtigt werden, in den Fall verwickelt zu sein.

Ohne Mabhouh lebt es sich besser. Gleich, ob dies nun auf den Mossad, palästinensische Rivalen oder sonstwen zurückzuführen ist, mein Mitgefühl gilt den Opfern dieses Identitätsdiebstahles.

Schändung christlicher Friedhöfe kein Einzelfall

25. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 25. Mai 2009

Ich stelle mit Genugtuung fest, dass westliche Medien wie Reuters und  Daily Mail über die Schändung zweier christlich-palästinensischer Friedhöfe in der Ortschaft  Jiffna (nahe Ramallah) berichteten. Und ich war angenehm überrascht, dass die Journalisten, die sich stolz als „erste Informationsquelle“ sehen, von dieser Hassaktion Notiz nahmen.

Leider bleibt das mit einer Einschränkung versehen, wenn dieselben Journalisten dem PA-Funktionär Issa Kassissieh einen Freifahrtschein gaben, nachdem er die Schändung als „Ausnahmetat gegen christliche Symbole“ bezeichnet hatte.

Wie HonestReporting während der letzten Papstvisite festgestellt hat, haben die Mainstream-Medien zum größten Teil Probleme wie diese ausgeklammert:

* Antichristliche Pogrome wie im Jahr 2005

* Landraub

* Verfolgung der Christen in der PA und im Gazastreifen

* Schleichender islamischer Fundamentalismus

* Einschüchterung der christlichen Medien

* Zwangsbekehrungen

* Christen aus dem nationalen palästinensischen Dialog ausgeschlossen

Als „Einzelfall“ bei diesem Anschlag kann man lediglich seine Offenkundigkeit bezeichnen – die von den westlichen Korrespondenten schwer ignoriert werden konnte.

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Sderot: Der meist bombardierte Ort der Welt

6. Mai 2008

honestreporting Media BackSpin, 5. Mai 2008

Daily Mail:

Wegen seiner Nähe zur Grenze und der großen Anzahl Hamas-geführter Amateur-Bombenbauer auf anderen Seite weist das zivile Sderot eine einzigartige Schadensbilanz auf: Im Verhältnis Rakete pro Einwohner ist es das meistgetroffene Ziel in Israel – und sogar weltweit.

Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel.

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