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EU-Sanktionen lassen Irans Press TV vom Äther verschwinden

16. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Oktober 2012

Dank der neuesten EU-Sanktionen gegen den Iran wurde gestern Press TV von den europäischen Satellitenprogrammen abgetrennt.

Eutelsat reagierte zuerst. Danach wurden 18 weitere iranische Staats-TV- und Radiosender wie Irib abgeschaltet.

Die Wut von Press TV war logisch und vorhersehbar:

Dies zeigt auch, dass die Europäische Union die Meinungsfreiheit nicht respektiert und keine Mühe scheut, um andere Medien zum Schweigen zu bringen.

Wie jedoch Houriya Ahmed letztes Jahr treffend anführte, ist das Prinzip der Meinungsfreiheit auf Press TV nicht anwendbar, weil „er [der Sender (bd)] vom iranischen Regime finanziert und als dessen Sprachrohr benutzt wird.“ Und weil „die Wahrheit verzerrt und seine Berichte im Sinne der Teheraner Agenda manipuliert werden.“

Tatsächlich aber übertreffen die Sünden von Press TV weit die anderer Sender:

1. Die britische Medienaufsichtsbehörde OFCOM zensierte unlängst Press TV wegen der Ausstrahlung eines erzwungenen Geständnisses von Maziar Bahari. (Der Sender hat vergeblich eine Klage gegen Bahari eingereicht. Heute wurde in Teheran weiterverhandelt.)

2. OFCOM stellte außerdem in seiner Entscheidung fest, dass George Galloways Talkshow lediglich als Vehikel zur Verunglimpfung Israels diente.

3. Press TV wurde dabei ertappt, dass es ein Märchen über 1.370 Todesfälle durch US-Drohnen in Somalia erfunden hatte.

4. Reporter Jody Sabral quittierte seinen Job und beschuldigte Press TV, absichtlich Nachrichten über den syrischen Aufstand unterbunden zu haben.

5. OFCOM zensierte außerdem Lauren Booth’s Berichterstattung zur Mavi-Marmara-Flotilla –; das passt, weil sie als Speerspitze der Gaza-Flotilla-Bewegung fungiert (Bitte runterscrollen bis Dishonest Reporter of 2008: Lauren Booth.

Also nur Propaganda und nichts Neues.

Und tschüss.

Press TV: Iranischer Propagandasender Off the Air – wo er hingehört

23. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 23. Januar 2012

Das staatlich gelenkte iranische Propagandaorgan Press TV hatte Ende des Jahres 2008 eine Lizenz erworben, um via Satellit aus seinen Londoner Studios seine ganz speziellen „News“ in die Wohnzimmer von Millionen Briten auszustrahlen.

Wie ein Fernsehsender, der die Holocaustleugnung gefördert hatte und via seine iranischen Hintermänner eine bösartige Agenda gegen Israel betrieben hatte, eine britische Lizenz für Berichterstattung in der ersten Reihe bekommen konnte, ist ein Rätsel.

Aber seitdem sah sich Press TV mehrmals Ermittlungen von Ofcom, der britischen Regulierungsbehörde für Medien, ausgesetzt. Darunter fielen auch Berichterstattung und Kommentierung zu Israel durch die Star-Moderatoren Lauren Booth und George Galloway.

Darüber hinaus zog Press TV die Aufmerksamkeit von Ofcom auf sich wegen einer Beschwerde, dass er bei seiner Berichterstattung über die Versuche des iranischen Regimes im Anschluss an die Wahlen von 2009, die Dissidenten niederzuknüppeln, seine Verpflichtung zur Unparteilichkeit und sorgfältigen Berichterstattung verletzt hatte; und in jüngster Vergangenheit wurde der Sender wegen der Ausstrahlung dieses Interviews mit Newsweek-Journalist Maziar Bahari bestraft, weil es durch Folter zustande gekommen war. Bahari war wegen seiner Berichterstattung über die Demonstrationen nach den iranischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009 inhaftiert worden. Der Sender zeigte auch einen Hang für Fortsetzungsgeschichten, die keine seriösen Medien bringen würden.

All dies gipfelte im Entzug der Sendelizenz für Press TV in Großbritannien durch Ofcom; augenscheinlich wegen Verletzung der britischen Rundfunkvorschriften bei der Berichterstattung aus Teheran. Der Guardian berichtet:

„Ofcom hat beschlossen, Press TV Limited mit sofortiger Wirkung die Lizenz zu entziehen“, so der Regulierungsbeauftragte in einer Erklärung. 

Ofcom schrieb Press TV in November einen Brief, in dem das Problem angesprochen und die Wahl aus zwei Rechtsmitteln angeboten wurde. 

Zum einen sollte die redaktionelle Aufsicht für das Programm von Press TV auf Großbritannien übertragen werden, oder aber an den Iran. 

„Die Rundfunkvorschriften setzen voraus, dass die Lizenz von der Person gehalten wird, die in der Regel die Kontrolle über die TV-Ausstrahlung besitzt, das heißt, die Person, die für die Programmauswahl des Senders zuständig ist und den Programmablauf organisiert“, so Ofcom. 

„Ofcom räumte Press TV die Möglichkeit ein, einen korrekt lizenzierten Antrag auf Ausübung seiner Tätigkeit in Teheran zu stellen und dabei behilflich zu sein“, sagte der Regulierungsbeauftragte. 

Ofcom sagte, dass Press TV auf keine der beiden Optionen reagierte bzw. keine davon implementierte. 

„Press TV hatte die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge zu Ofcoms ’beabsichtigtem Lizenzentzug’ darzustellen“, so der Offizielle.

„Press TV versäumte, den notwendigen Antrag zu stellen, und Ofcom entzog deshalb Press TV die Lizenz für Ausstrahlungen in Großbritannien.“

Auch wenn Press TV online  immer noch abrufbar ist, bedeutet dies zweifellos einen schweren Schlag für den Sender. Statt gemeinsam eine Rundfunkplattform mit Sky News, CNN und BBC zu teilen, ist Press TV nun wieder an den Rand gedrängt worden – wo er hingehört.

Press TV’s Märchen von 1.370 somalischen Toten durch US-Drohnen

5. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 5. Dezember 2011

Braucht es einen weiteren Grund, Press TV zu verbieten?

Das Bureau of Investigative Journalism beschuldigt Irans Press TV, die Berichterstattung über dutzende US-Drohnen-Einsätze in Somalia dahingehend manipuliert zu haben, dass [angeblich] „hunderte Zivilisten getötet worden sind.“

Das Pentagon kommentierte Drohnenangriffe nicht, was eine Verfälschung der Nachrichten dazu relativ einfach macht:

Weder Vertreter der UN, von Amisom (African Union Mission in Somalia), NGOs oder Journalisten in Somalia konnten die Luftschläge bestätigen. Tony Burns, Leiter der von Mogadischu aus operierenden Hilfsorganisation SAACID, sagte, dass die von Press TV angegebenen Opferzahlen „schlicht nicht möglich sind“.

 „SAACID’s Erfahrung ist die, dass Press TV gerne zur Übertreibung neigt: „In der Vergangenheit brachten sie Berichte über Konflikte in Umlauf, die in Wahrheit nie stattgefunden hatten, und sie veröffentlichten Opferzahlen, die schlicht nicht stimmten“.

Ein hochrangiger mit der Somalia-Problematik beauftragter UN-Offizieller sagte: „Press TV ist keine verlässliche Quelle. Sie übertreibt maßlos und manipuliert Reportagen.“


Erst vor wenigen Tagen forderte Houriya Ahmed die britischen Behörden dazu auf, Press TV den Hahn abzudrehen.

Die Realität wird verzerrt wiedergegeben und Berichte zugunsten der Agenda des iranischen Regimes manipuliert.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte nicht dahingehend ausgeweitet werden, dass die Propagandamaschinerie einer kriegführenden Regierung unterstützt wird. Solange Press TV durch das gegenwärtige iranische Regime finanziert wird, ist die Schließung seiner Dependance in London eine zwingende Notwendigkeit.

Genugtuend, dass der Guardian und Daily Telegraph die räuberischen Presse-Aktivitäten des Iran aufgegriffen haben.

(Predator-Foto via Wikimedia Commons)

Irans Press TV dicht machen

2. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. Dezember 2011

Redefreiheit hat selbstverständlich eine elementare Qualität, aber nicht, wenn sie von einem Medienunternehmen missbraucht wird, um staatlich geförderte Propaganda zu betreiben. Und wenn das Unternehmen in London ansässig ist, gibt es keinen Anlass seitens der britischen Regierung, dem iranischen Propagandawerkzeug Press TV weiterhin Gastfreundschaft zu gewähren.

Nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran fordert Houriya Ahmed in der Times of London  dazu auf, Press TV abzuschalten (Registrierung erforderlich [bd]).

Hier ist – wenn auch inoffiziell – ein Arm der Islamischen Republik am Werk, dessen Bestrafung die britische Ablehnung dokumentieren könnte: Der Betrieb von Press TV in London sollte eingestellt werden.

Im Jahr 2007 als „Alternative“ zu westlichen Medien gestartet, ist Press TV ein englischsprachiger Satelliten-TV-Kanal mit Sendelizenz in Lizenz in London. Er wird vom iranischen Regime finanziert und fungiert als dessen Sprachrohr. Muslimische und nichtmuslimische Moderatorinnen sind angehalten, vor der Kamera bei Übertragungen aus London das islamische Kopftuch zu tragen.

Die Realität wird verzerrt wiedergegeben und Berichte zugunsten der Agenda des iranischen Regimes manipuliert. Die Korrespondentin Jody Sabral quittierte kürzlich aus Protest über die Art und Weise, wie Press TV über die Aufstände in der arabischen Welt berichtete, ihren Dienst. Sie geißelte den Kanal wegen dessen größtenteils ignoranter Berichterstattung zum Protest in Syrien, einem Verbündeten des Iran, während gleichzeitig eine „vordringliche“ Berichterstattung über schiitische Proteste in Bahrain erfolgte – wohl kaum ein Zufall, zumal der Iran ein Interesse daran hat, die Unruhen dort zu schüren, um [dort] seine Machtbasis zu verbreitern.

Die Grüne Revolution und die Ermordung Neda Agha Soltans durch regimetreue Schlägertrupps sind von Press TV als westliche Verschwörungstheorien inszeniert worden. Der Kanal strahlte sogar ein erzwungenes Geständnis des Newsweek-Journalisten Maziar Bahari aus, der wegen Spionage-Beschuldigungen inhaftiert worden war.

Ofcom erwägt die Entziehung der Lizenz für Press TV, nachdem sie in ihrer Untersuchung festgestellt hat, dass der Kanal die Ausstrahlung des Interviews hätte ablehnen müssen, weil sich deutlich herausgestellt hatte, dass es unter Zwang erfolgt war. In Reaktion auf die Ofcom-Ergebnisse hat Press TV behauptet, es sei ein Opfer der „Zensur“ durch „gewisse Mitglieder der königlichen Familie und der Regierung“.

Es handelt sich hier um dasselbe Press TV, dass Nicholas Kollerstroms widerliches Machwerk The Walls of Auschwitz: A Review of the Chemical Studies veröffentlicht hatte und häufig Lady Michelle Renouf zitiert, eine Neonazin und Unterstützerin des Holocaust-Leugners David Irving.

Es wird also höchste Zeit, dass Press TV aus dem Verkehr gezogen wird.

UPDATE

Statt den Lizenzentzug für Ausstrahlungen von Press TV voranzutreiben, hat Ofcom leider nur eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 £ wegen mehrerer Verstöße gegen seine Richtlinien in Bezug auf den Fall Maziar Bahari verhängt. Dazu die Jewish Chronicle:

In seiner Entscheidung erklärte Ofcom die saftige Geldstrafe wegen „der Schwere der Übertretungen“.

„Der Ausschuss vertrat die Ansicht, dass in diesem Fall schwere und vorsätzliche Verstöße gegen den Kodex vorlagen – wegen der gefährlichen Begleitumstände für den Kläger Bahari, das Fehlen von Maßnahmen zu [s]einer Einverständniserklärung und des Einflusses, den der Sender auf ihn ausübte“, so in der Begründung.

Das Ofcom-Urteil beinhaltete auch, dass die Strafe Press TV dazu animieren solle, „das vorgefundene Material bei zukünftigen Anlässen nicht wieder missbräuchlich neu einzubringen.“

Ofcom gab auch bekannt, dass Press TV zu den Untersuchungen von Ofcom eine Stellungnahme auf seinem Kanal bringen müsse.

Medien-Spickzettel, 15. November 2011

17. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. September 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Bei der Pressestelle der israelischen Regierung wird angefragt, die rechtmäßige Zulassung des Korrespondenten von Press TV in Jerusalem im Zusammenhang mit Vorwürfen zu überprüfen, dass er ein Auslandsagent ist. Und die PLO zieht einen weiteren Strich durch Friedensgespräche.

Zur Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm

• Aus dem Wall Street Journal:

Zum ersten Mal forderte eine Gruppe iranischer Dissidenten direkt ihre Regierung dazu auf, die Anreicherung von Uran auszusetzen – in einem am Montag veröffentlichten offenen Brief, der sich an die Dynamik der internationalen Bemühungen anschließt, Teheran davon zu überzeugen, sein vermutetes Atomwaffenprogramm aufzugeben.

• Nach außen behaupten die Mullahs, dass die Explosion auf einer Raketenbasis in dieser Woche ein Unfall gewesen sei, aber der Guardian geht von einem Mossad-Krimi aus.

• Shimon Peres sagt in einem Interview mit CNN, dass es für die Weltöffentlichkeit an der Zeit ist, eine moralische Offensive gegen den Iran zu führen.

[Hier oder auf die Abbildung klicken]


Bitte weiterlesen und alle weiteren Beiträge hier [In Englisch]

Die Gegenumfrage von HonestReporting zu 9/11

7. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. September 2011

Tim Marshall pickte auf der Webseite von Press TV eine höllisch gute Umfrage raus. Der von der iranischen Regierung finanzierte Nachrichtensender will Ihre Meinung zu 9/11 wissen. Hier die hinterlistige Fangfrage zusammen mit den noch übler riechenden Antworten.


Hier meine Gegenumfrage (Anm.: Pesach Benson, HR-Redaktion Jerusalem [bd]).

Warum startete Press TV eine Umfrage zu 9/11? Sie inszenierte sie deshalb, weil sie….

1) ein Vorwand ist, um Al-Qaida für den größten Massenmord in der Geschichte der USA reinzuwaschen
2) die Möglichkeit bietet, 9/11 auf einen bloßen „Zwischenfall“ herunterzuspielen
3) einen sehr praktischen Weg bietet, den Krieg gegen den Terror zu delegitimieren
4) propagandistisch das Image des Westens verschmutzt
5) ein billiger Versuch ist, alle oben genannten Aspekte zu verstärken

Veröffentlichen Sie Ihre Antworten auf der Kommentarseite von Press TV (und natürlich auch bei unserer englischsprachigen bzw. deutschen Version von HR).

Von Press TV, die wegen Komplizenschaft bei Folter (ja, Sie haben richtig gelesen) und Israel-Bashing gerügt wurde, war das nicht anders zu erwarten; sogar ihr britisches Bankkonto war gesperrt worden.

Wer ist der Iran, dass er Israel Vorhaltungen wegen Tränengaseinsatz macht?

22. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. Februar 2011

Eine Facebook-Gruppe namens IRAN: “Wir brauchen dringend Eure Hilfe” bittet „Netzbürger“ um Rat, wie man sich vor einem unbekannten neuen Tränengas schützt, das die iranischen Sicherheitskräfte gegen Freiheits-Demonstranten einsetzen.

Das erinnert mich an Jawaher Abu Rahma, deren Tod zu Unrecht israelischen Sicherheitskräften angelastet wurde. Letztendlich gaben die Palästinenser zu, dass die Frau an einer bereits bestehenden Krankheit gelitten hatte. Kein einziger Bilin-Protestler würde durch israelisches Tränengas getötet, aber Abu Rahmas Tod war Wasser auf die Mühlen heftiger Berichterstattung durch den iranischen Staatssender Press TV.

Nun wird der Iran derselben Sache bezichtigt – in einem ungleich größeren Maßstab. Ich gehe mal davon aus, dass Press TV den Anschuldigungen begegnen wird, indem er „beweist“, dass das iranische Gas normal sei, und dass jeder, der unter ungewöhnliche Folgewirkungen leide, bereits vorher gesundheitlich stark vorbelastet war.

Ofcom: Keine echte Konversation in Galloways Fernsehsendung

22. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 22. November 2010

George Galloway und Press TV wurden von Ofcom, der britischen Medienaufsichtsbehörde, bei der Verletzung des Broadcasting Codes* erwischt. Fazit: Galloways Sendung mit dem Titel Comment dient dem ehemaligen Parlamentsabgeordneten lediglich als Vehikel für seine heftigen Angriffe auf Israel.

Die Anordnung war Resultat der Beschwerde eines Zusehers gegen eine auf dem Sender geführte Diskussion über den getöteten Hamas-Führer Mahmoud Mabhouh in Dubai.

Der Broadcast Code garantiert Moderatoren wie Galloway Redefreiheit, vorausgesetzt, dass Unparteilichkeit gewährt bleibt, wie in dieser Ofcom-Richtlinie ausgeführt:

Richtlinie 5.5: ’Seitens jeden Programmanbieters muss Objektivität bei politischen oder wirtschaftlichen Kontroversen sowie bei Angelegenheiten von aktuellem öffentlichem Interesse gewährt bleiben.‘

Ofcom fand ein kritikwürdiges Muster, das sich durch mehrere Ausstrahlungen durchzog und einfach nicht übersehen werden konnte. Hier fehlt der Raum, alle von mir aufgeführten Beispiele anzuführen; es genüg aber festzustellen, dass Ofcom vermerkte, es gäbe keine echte „Debatte“, die Galloway gestattet hätte, sich selbst als „unparteiisch“ darzustellen. Die Conclusio des Watchdogs sagt eigentlich alles:

Zudem unterließ es der Sender, sich mit irgendeinem von Galloway vorgebrachten Standpunkt kritisch auseinanderzusetzen bzw. konträre Meinungen zu debattieren. Um genau zu sein ist Ofcom der Ansicht, dass insbesondere George Galloway alternative Meinungen der Zuschauer (die seinen widersprachen) dazu verwendete, sie lediglich als Vehikel zur Unterbrechung einzusetzen, was als Mittel fortgesetzter politischer Polemik klassifiziert werden kann, demonstriert vom Moderator selbst vor der Kamera, und das unwidersprochen.

Press TV ist ein regierungsamtlicher iranischer Fernsehsender, was bedeutet, dass Galloway auf der Gehaltsliste der Mullahs steht. Das erklärt auch, warum er am 10 Juni diesen Kommentar abgab:

Wenn ich im Iran regierte, würde ich die Bombe bauen, weil Israel mit hunderten Nuklearwaffen auf mich zielt.

(Hattip: The Wire)

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*Im Broadcasting Code werden die Regeln medialen Arbeitens für alle Fernseh- und Radiosender Großbritanniens festgeschrieben.

Lauren Booth konvertiert zum Islam

24. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 24. Oktober 2010

Lauren Booth, die 2008 von HonestReporting mit der Auszeichnung für die unehrlichste Berichterstattung bedacht wurde, ist zum Islam konvertiert.

Sie folgt damit Yvonne Ridley, die konvertiert war, nachdem sie von den Taliban während ihrer Berichterstattung über den Afghanistan-Krieg entführt wurde.

Beide sind lautstarke Kritikerinnen Israels und beteiligten sich an Gaza-Flotillen; und beide stehen auf der Gehaltsliste von Press TV, dem englischsprachigen Sender des iranischen Regimes.

Fazit: Nichts wird sich ändern.

Ofcom rügt Lauren Booth von Press TV wegen Flottillen-Bericht

3. August 2010

HonestReporting Media BackSpin, 3. August 2010

Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom rügte Press TV und Lauren Booths Berichterstattung zur Mavi Marmara.

In der Sondersendung „Remember Palestine“ vom 5. Juni ist Press TV nicht unparteiisch vorgegangen, befand nun Ofcom. Die Ergebnisse (pdf-Datei, ab Seite 25) betrafen auch folgende Punkte:

• Der Beitrag begann mit einem pro-palästinensischen Lied, das sich anti-israelischer bzw. pro-palästinensischer Metaphorik bedient.

• Der Beitrag enthielt eine Reihe von Erklärungen, darunter folgende, die entweder vom Berichterstatter oder den interviewten Menschen stammen und als überaus kritisch gegen die Entscheidungen der israelischen Regierung und seiner Militärs in diesem fall aufgefasst werden.

• Lauren Booth: „Israelische Kommandoeinheiten….richteten unter unschuldigen Zivilisten, die mit Hilfsschiffen zum Gazastreifen unterwegs waren, ein Blutbad an.“

• Yousef Al-Helou (Press TV-Reporter: „Israels Piraterie im Mittelmeer endete mit einem Massaker“.

• Lauren Booth: „Dies war offensichtlich ein barbarischer Angriff auf Zivilisten.“

Die Ofcom-Untersuchung zeigt Berichte zweier Press TV-Reporter in Gaza, Interviews mit Repräsentanten von Viva Palestine und der Palestinian Independent Commission for Human Rights, International Solidarity Movement (ISM), Hamas, IHH und dem Verwandten eines Flottilla-Teilnehmers. Ofcom unterstrich, dass alle Äußerungen pro-palästinensisch waren.

Booth gewann 2008 unsere Auszeichnung für die unehrlichste Reporterin des Jahres wegen ihres Segeltörns nach Gaza – nicht, weil sie eine Story  bringen wollte, sondern um selbst die Story zu sein. Besagter Press TV-Bericht ist auf YouTube zu finden.

Ofcom untersucht Komplizenschaft von Press TV bei der Inhaftierung eines Journalisten

10. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 10. Juni 2010

Maziar Bahari, der während der Proteste nach den letzten Wahlen im Iran (Juni 2009) inhaftiert worden war, beschuldigt Press TV (iranischer regimetreuer Sender [bd]) der Komplizenschaft bei seiner Festnahme. Und Ofcom, der britische Watchdog für Beschwerden in Medienangelegenheiten, beginnt mit Nachforschungen. Roy Greenslade berichtet:

Die Behörde hat zu den Vorwürfen Baharis formelle Ermittlungstätigkeiten aufgenommen. Der Newsweek-Journalist Maziar Bahari saß 118 Tage in einem Teheraner Gefängnis, nachdem er über die angefochtenen Präsidentschaftswahlen im Juni letztes Jahr berichtet hatte.

Ich kann nachvollziehen, dass Ofcom nun von Press TV Antworten auf einen Reihe von Fragen erwartet, so zum Beispiel darauf, warum der Sender Auszüge eines Interviews mit Bahari brachte, das ausgerechnet dann stattfand, als er schon inhaftiert war.

The Independent zitiert aus einem Interview mit Bahari (wird heute Abend auf Channel 4 (BBC) ausgestrahlt), das sich damit beschäftigt, wie Press TV versucht hatte, ein „Geständnis“ zu fabrizieren.“

‚Ich war doch überrascht, weil ich dachte, dass Press TV zumindest irgendeine Form von Glaubwürdigkeit vortäuschen würde, und nicht  in ein Gefängnis zu einem Inhaftierten gehen – in einen Verhörraum, als ich mich unter Zwang  befand.‘

Herr Bahari sagt, dass er gefoltert und danach unter Androhung seiner Hinrichtung gezwungen wurde, ein Geständnis via Fernsehen abzuliefern. Er beschreibt, wie er innerhalb eines Raumes im Gefängnis saß, vor ihm drei Kameras aufgebaut, und wie er auf die Fragen eines staatlichen Verhörbeamten antwortete, der sich hinter einem roten Vorhang verbarg. Er sagt, dass er seine Augenbinde auf den Knien hielt – also voll sichtbar, was also deutlich machen musste, dass er unter Zwang handelte.

Press TV strahlte das Geständnis dann aus, als wäre es ein normales Interview und Bahari ein kooperativer Gast; der Moderator suggerierte sogar, Bahari habe bei den Protesten aktiv teilgenommen.

Letztes Jahr bestätigte Press TV die Inhaftierung des Newsweek-Reporters.

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Sich an Geschwätz beteiligen: Ein Fallbeispiel

21. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 21. Januar 2010

Irans Press TV greift dieses YouTube-Video auf, um das Katastrophenhilfeteam der IDF in Haiti des Organklaus zu bezichtigen.

YNet News trat mit dem im Video gezeigten Mann in Kontakt, der sich lediglich als T. West aus Seattle zu erkennen gab. YNet:

Die wiederholten Vorwürfe des Organhandels zu Geschäftszwecken betreffend sagte der Mann, dass „dies nicht die amtliche Politik des israelischen Militärs ist, aber einzelne Leute gingen so vor.“ Um seine Behauptung zu stützen, bezog sich der Mann auf die kürzlich erfolgte Inhaftierung einiger Juden in den USA, die unter dem Verdacht stehen, in geschäftsmäßigen Organhandel verwickelt zu sein.

Mit YNets Entscheidung, den Online-Wortschwall eines unbedeutenden Wichtigtuers zu veröffentlichen, bin ich nicht einverstanden. Die Story verhilft lediglich T. West zu einem gewissen Ansehen und unverdienten Klicks.

Nichtsdestoweniger besteht ein großer Unterschied zwischen der Vorgehensweise von YNet und jener von Press TV.

YNet berichtete über die Story als Beispiel für Antisemitismus, während Press TV mit der Präsentierung T. Wests nur die Verschwörungsgerüchte über angeblichen Organhandel anheizen wollte. Nichts Neues: T. West liefert keinen Beweis, aber handelt es sich wieder um jene Form der Berichterstattung, die sich verstärkt an das Press TV-Publikum richtet und der wahre Grund dafür ist, dass die Iraner mit diesem Geschwätz hausieren gehen.

Mullahs fürchten den Dura-Effekt

10. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 10. Januar 2010

Die iranischen Mullahs fürchten offenbar Neda Soltans Status ähnlich wie im Fall Mohammed Al-Dura. Statt jemanden mit der Aufgabe der Denunzierung zu beauftragen, das weltweit verbreitete Video als Fälschung hinzustellen, ließen sie ihren eigenen staatlich kontrollierten englischsprachigen Sender Press TV die Drecksarbeit machen.

Neda wurde in der Tat eine Ikone im Westen, und die Iraner können ein Lied davon singen, wie man Leuten ein Denkmal setzt, die in gezinkten Videos getötet worden waren.

Mohammed al-Dura und Neda kann man natürlich nicht miteinander vergleichen. Das France 2-Video über Dura war spätestens dann diskreditiert, als der Sender das Videorohmaterial rausrücken musste.

Hintergrund und Links in der LA Times.

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Press TV und die “Wahrheit“ in der Werbung

4. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 4. Dezember 2009

Die britische Werbeaufsichtsbehörde (ASA) entscheidet zugunsten von Press TVs fragwürdiger Werbekampagne. Details im Guardian:

Vier Leute beschwerten sich bei der Behörde mit dem Hinweis darauf, dass die Kampagne in die Irre führe, weil sie verschweige, dass der Sender in iranischem Staatsbesitz ist.

Sie sagten auch, dass die Qualitätsslogans “Wahrheit rund um die Uhr“ und “Die ganze Geschichte“ täuschten, weil sie implizierten, dass der Fernsehsender unvoreingenommene Berichte über Ereignisse bringe, was sie nicht bestätigen könnten.

Aber ASA wies die Beschwerden ab und bemerkte dazu, dass es bei Nachrichtensendern „nicht üblich“ wäre,  anzugeben, wem sie gehörten oder wer sie finanziert.

Die ASA fügte hinzu, dass die Formulierung „Wahrheit rund um die Uhr“ gesehen werde als die „Meinung des Senders über die von ihm gelieferte Information und nicht über einen objektiven Begriff“.

Wahrheit in der Werbung verweist nun also auf die Meinung des Werbers zu der Information, die er liefert? Ich kann die iranischen Spindoctors bereits lachen hören.

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Gilo ins rechte Licht gerückt

25. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 25. November 2009

Lesen Sie bitte die beiden neuen medienkritischen Analysen von HonestReporting [In Englisch]:

Gilo In Perspective: Wie berichteten die Medien über Bauvorhaben in einem Jerusalemer Vorort?

Press TV Spreading Hate & Incitement: Iran lässt Hasskommentare auf seiner Propaganda-Webseite zu.

Einfühlsame oder gehässige Kommentare?

25. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 25. November 2009

Irans Press TV berichtete über den Hubschrauberabsturz, bei dem vor der Küste Netanyas drei Israelis und ein britischer Tourist ums Leben gekommen waren. An und für sich keine beanstandenswerte Berichterstattung, doch Stephen Pollard notierte einige sehr hässliche Kommentare auf der Webseite.

Zur Entlastung von  Press TV sei gesagt, dass die von Pollard entdeckten Kommentare mittlerweile gelöscht worden sind, aber andere wie dieser hier sind immer noch online:

Falesteeni Anti-Arabs& Israhell

Tue, 24. November 2009 16:46: GMT 20 MUSIK FÜR MEINE PALÄSTINENSISCHEN OHREN. Waren auch irgendwelche amerikanischen Drecksäcke an Bord?

Glücklicherweise genießt Press TV nicht einen so hohen Bekanntheitsgrad wie andere Bastionen antiisraelischer freier Meinungsäußerungen – wie, sagen wir mal, die Rubrik Comment is Free beim Guardian, die ihre ganz spezifische Form der Maul- und Klauenseuche entwickelt hat.

Dies sagt eine Menge über die Zielgruppe von Press TV aus und bestätigt HonestReportings letztjährige Entscheidung, den Sender zu boykottieren.

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Scharf gerügt: Galloway & Press TV

5. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. August 2009

Ofcom mit deutlicher Kritik am iranischen Propagandasender und George Galloway, dessen bekanntestem europäischen Protagonisten. Lesen Sie dazu bitte das neue Communiqué von HonestReporting: Censured: Galloway & Press TV.

Press TV bald Off Air?

2. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. Juli 2009

Ofcom stellt Nachforschungen zum iranischen Propagandamedium an während BBC Newsnight hartnäckig weiterbohrt.

Mehr im neuen Kommuniqué von HonestReporting: Press TV: Take it Off Air?

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Irans Press TV zur Rettungsaktion für Neda Soltan

29. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 29. Juni 2009

Na, da sind wir aber froh, dass Press TV den Hype und die Fehlinformationen aus dem Weg geräumt hat, die um den Tod von Neda Soltan entstanden waren. Und so liest sich das beim staatlich kontrollierten Nachrichtensender:

Der Mann, der sie zum Krankenhaus fuhr, sagte in einem Interview, dass ihm ihr Tod „höchst merkwürdig“ vorkam und er erklärte, dass sich keine Sicherheitskräfte oder Basij in der Nähe aufgehalten hätten…..

Erstmals erregten die Umstände ihres Todes Misstrauen, nachdem sich herausstellte, dass sie durch eine kleinkalibrige Pistole getötet worden war – eine Waffe, die von iranischen Sicherheitskräften nicht benutzt wird.

Iranische Sicherheitskräfte haben die aus dem Ruder gelaufenen Berichte zurückgewiesen und versichert, dass sie während der spontanen Proteste nicht auf die Demonstranten geschossen hätten.

„Den Polizisten ist nicht erlaubt, Schusswaffen gegen Menschen einzusetzen“, so Teherans Polizeichef Azizallah Rajabzadeh am Tag nach Nedas Tod.

Wie lange wird es dauern, bis Press TV den „Beweis“ liefert, dass das Schusswaffenkaliber auf den Mossad, die CIA und Michael Jacksons Ärzte hinweist? CNN bezieht sich auf die so genannte Exklusivmeldung mit größter Vorsicht:

Press TV nannte nicht den Namen des Mannes, der Farsi sprach und in der Sendung englisch untertitelt wurde.

CNN weiß nichts über ihn und kann seinen Bericht nicht bestätigen.

Wie die NY Times passend unterstreicht, sind im Iran die Grenzen zwischen Journalismus und sozialen Medien fließend aufgrund des harten Vorgehens gegen die Medien und der computertechnisch versierten Regimegegner.

Aber wenn es noch irgendwelche Zweifel daran geben sollte, wo Press TV Sympathien genießt, dann sehen Sie sich dieses Video an, in dem George Galloway die Mullahs und deren „Demokratie“ mit Lob überhäuft.

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Press TV geht mit schädlichem Unsinn hausieren

22. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 22. März 2009

Der britische Kolumnist Oliver Kramm zu Irans Press TV:

Aber die abstoßende Seite dieses Senders besteht nicht so sehr in der Eigenart seiner Produktionen wie in der Entschlossenheit, mit der er die schändlichsten Versatzstücke vorantreibt.

Auf seiner Webseite bringt Press TV einen grotesken Artikel des Astronomen Nicholas Kollerstrom, der vergangenes Jahr als Holocaustleugner entlarvt worden war. Kollerstrom behauptet, erklären zu können, dass „das angebliche Massaker am jüdischen Volk in den Gaskammern während des Zweiten Weltkrieges wissenschaftlich gesehen unmöglich durchführbar“ war.

Und es wird deutlich, für was der Sender steht: „Der Westen bestraft Menschen wegen ihrer wissenschaftlichen Untersuchungen zum Holocaust“ so im einführenden Absatz des Machwerks. „Aber die gleichen westlichen Länder erlauben, den Propheten und die Religion zu beleidigen.“

Press TV selbst hat sich hervorgetan, als er eine Story brachte, über die keine angesehene Nachrichtenagentur berichtet hatte: eine angebliche CIA-Studie, in der der Zerfall Israels innerhalb von 20 Jahren vorausgesagt wird. Einziger in dieser Studie zitierter Fachmann war der „internationale Anwalt Franklin Lamb“. Lamb ist politischer Aktivist, der von Al-Manar, dem Fernsehsender der Hisbollah im Libanon, als Mann beschrieben wird, der „unermüdlich ist in seiner Unterstützungsarbeit für die gerechte Sache des Widerstands der libanesischen Bevölkerung“.

Kollerstroms Pseudoforschung und gelegentliche Auftritte der Neonazistin Lady Michelle Renouf waren ursächlich dafür ausschlaggebend, dass HonestReporting die Einladung Press TVs zu einem Podiumsgespräch (Thema: „Voreingenommenheit der Medien“) ausgeschlagen hatte.

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