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Die Irish Times macht aus der Hamas unschuldige Opfer israelischer Aggressionen

4. Januar 2015

Simon Plosker HonestReporting, 28. Dezember 2014 (Übersetzung von Cora)

Nach einer ganzen Reihe antiisraelischer Artikel im September, darunter einem, in dem sie Israel beschuldigte im Gazastreifen geheime Waffen einzusetzen und der Rezension eines der giftigsten antiisraelischen Bücher, die derzeit veröffentlicht wurden nun ihre Angriffe auf Israel in der Irish Times fort.

Diesmal werden wir mit einer Breitseite über Israels Umgang mit dem Gazastreifen belästigt. Marlowes Hauptquelle für die israelische Seite ist der revisionistische Historiker Avi Shlaim, ein ständiger Kritiker Israels. Dementsprechend behauptet er Dinge wie: „Es (der Gazakonflikt) war ein einseitiges Massaker“ und „All diese Kriege wurden von Israel angezetteltAlle waren gegen Zivilisten gerichtet und alle führten zu Kriegsverbrechen. Sie sind direkte Produkte des israelischen Kolonialismus, der am anhaltendsten und brutalsten militärischen Okkupation in moderner Zeit.

Dieser Artikel ist durch fehlenden Kontext und Ungenauigkeiten geprägt. So schreibt Marlowe:

Amnesty International schreibt, dass 2.192 Palästinenser getötet wurden, mehr als zwei Drittel davon waren Zivilisten.“

Mit keinem Wort wird erwähnt woher Amnesty International die Anzahl der Opfer hat – vom Gesundheitsministerium Gazas, das von der Hamas kontrolliert wird. Dessen Statistiken sind in Israel umstritten, vor allem die Anzahl der Zivilisten.

Die siebenjährige Blockade Gazas durch Israel verhindert, dass eine ausreichende Menge an Zement und Baumaterial die Enklave erreicht.

Lara Marlowe

Keine Erwähnung findet, dass die Restriktionen für Zement und Baumaterialien nichts mit dem Umfang an sich, aber alles damit zu tun haben, die Hamas daran zu hindern, ihre Tunnel und terroristische Infrastruktur wieder aufzubauen. Obendrein hat selbst The Guardian gerade erst darüber berichtet, dass vor allem die Korruption und die unerfüllten Versprechen der internationalen Gemeinschaft die Einfuhr von Baumaterial nach Gaza verhindert haben, ebenso wie die innerpalästinensischen Kämpfe zwischen der Hamas und der PA, wie sie von Politico aufgezeigt werden.

Aber warum Informationen weitergeben, die Zweifel an dem „Israel ist an allem Schuld“-Gerüst einer Geschichte säen könnten?

Israel ist sogar daran schuld, dass „Gazaner zum ersten Mal seit 1948 Bootsflüchtlinge wurden“.

Die meisten der 500 Migranten, die mit dem Boot, das Anfang September Damietta verlassen hatte und kurz vor Malta sank, ertrunken sind, sollen aus dem Gazastreifen kommen.

Alles ist darauf abgestimmt, Israel in einem schlechtestmöglichen Licht darzustellen. Bezüglich der Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen in diesem Sommer behauptet Marlowe, die Täter seien „einzelgängerische Militante der Hamas“ gewesen und das, obwohl die Hamas offiziell die Verantwortung für die Entführung übernommen hatte und der der Hamasführer Khaled Meschaal die Entführer pries. Marlowe behauptet zudem, dass die israelische Entscheidung 400 Hektar Land im Gush Etzion-Gebiet zu „Staatsland“ zu erklären, „ein Teil der Kollektivstrafe an den Palästinensern für die Tötung der Jugendlichen“ sei.

Natürlich ist es Marlowes Ziel den Gazakonflikt 2014 so darzustellen, als wäre er einzig und allein Israels Schuld, ausgelöst durch Rassismus und Blutgier. Und damit kommen wir zum Kernpunkt ihrer hinterhältigen Hypothesen:

Israelische Streitkräfte attackierten Gaza als Teil der Vergeltung für den Tod der Jugendlichen. Die Hamas hielt 19 Monate den Waffenstillstand ein, erst als sechs ihrer Mitglieder bei der Bombardierung eines Tunnels am 17. Juli getötet wurden, rächte sich die islamistische Gruppe mit Raketenbeschuss. Israel lancierte am folgenden Tag die Operation Fels in der Brandung.

Die israelische Armee griff Gaza nicht als Vergeltungsmaßnahme an, sondern um den permanenten Raketenbeschuss zu beenden. Entgegen Marlowes Versuch die Situation vor dem 17. Juli als harmlos darzustellen, wurden im Juni über 62 Raketen und in der ersten Juliwoche fast 100 auf Israel abgeschossen.

Was die Bombardierung des Tunnels angeht, will Marlowe nichts ihrer Art der Darstellung der Hamas als Opfer israelischer Aggression in die Quere kommen lassen. Tatsache ist aber, dass der fragliche Tunnel im Verdacht stand für einen groß angelegten terroristischen Anschlag bestimmt zu sein; daher war die IDF zu einer entsprechenden Aktion gezwungen. In Folge dessen entfesselte die Hamas einen unablässigen Beschuss von über 80 Raketen allein am 7.Juli.

Dieses Fehlen von Kontext und faktische Ungenauigkeiten setzen sich fort, wenn Marlowe von einem „Katalog der Grausamkeiten“ berichtet, mit der Schlussfolgerung, dass Israel absichtlich auf palästinensische Zivilisten zielt. Sie fährt fort:

Um die 10 Israelis und genauso viele Palästinenser wurden in diesem Herbst in und um Jerusalem während Gerede über eine 3. Intifada getötet.

Um noch mehr moralische Gleichheit darzustellen, macht Marlowe keinerlei Unterschied zwischen jenen Israelis, die bei einer Terrorattacke umkamen und jenen Palästinensern, die bei der Durchführung dieser Attacke starben. Und dann setzt sie noch hinzu:

Am 16. November wurde ein palästinensischer Fahrer aufgehängt in seinem Bus gefunden.

Dieser Zwischenfall war kein Akt der Gewalt, sondern ein Selbstmord.

Aber warum sollte man damit die Darstellung eines weiteren palästinensischen Opfers durch israelische Gewalt zerstören?

Letztendlich ist Lara Marlowes Geschreibsel ein entsetzlich einseitiger Angriff auf Israel, was eine vollständige Beschönigung der Verantwortung der Hamas für den Gazakonflikt in diesem Sommer zur Folge hat. Marlowes Story ist ein atemberaubendes Beispiel dafür, wie Meinungen als Nachrichten verschleiert werden, denn ihr Artikel erschien im Nachrichtenteil der Irish Times. Und damit ist er ein Affront gegen jeden anständigen Journalismus.

Glorifizierung Arafats

16. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 16. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

arafat

Michael Jansen untersucht in der Irish Times, ob ein Jahrzehnt nach dem Tod Jassir Arafats eine dritte Intifada begonnen habe. Er schreibt:

Der Tod Arafats, des „Mr. Palestine“, im Alter von 75 Jahren am 11. November 2004 bedeutete das Ende der Ära des palästinensischen Widerstands gegen die israelische Besatzung durch politische und bewaffnete Mittel.

Endete der palästinensische Terror mit dem Tode Arafats, wie dieser Text anzudeuten scheint? Ein kurzer Blick auf die Statistiken und Todesopfer bis zum heutigen Tag erzählt eine andere Geschichte.

Statt dessen beschönigt der Rest des Artikels praktisch Arafats Terrorismus und vergöttert ihn als erfolgreichen Führer und Staatsmann, obwohl gesagt wird, dass „sowohl der bewaffnete Kampf als auch Verhandlungen gescheitert sind“.

Und warum sind sie gescheitert?

[Arafats] Glaube, die Osloer Verträge bedeuteten das Ende der israelischen Besatzung, wurde durch den fortgesetzten Siedlungsbau unterlaufen.
Oslos Versagen, die Unabhängigkeit zu erwirken, führte zur zweiten Intifada, zu Israels Wiederbesetzung palästinensisch verwalteter Dörfer und Städte in der Westbank im Jahr 2002 und zur Inhaftierung Arafats in seinem bombenverwüsteten Hauptquartier in Ramallah bis zu seinem Tod.

Oslos Versagen wird also als Resultat „fortgesetzten Siedlungsbaus“ beschrieben und nicht als Resultat der Terrorwelle, die Arafat auf israelische Zivilisten losließ. Wie immer wird allein Israel für das Versagen der Friedensbemühungen verantwortlich gemacht.

Letztlich ist Jassir Arafat ein palästinensischer Held in den Augen von Michael Jansen, die er aber fest schließt, wenn es um Arafats Terrorismus und seine enormen Fehler als Anführer geht.

Image: CC BY-SA HonestReporting.com, Wikimedia Commons/Public Domain

Brennender Koran: aufhetzerisches Foto gießt Benzin ins Feuer

13. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 13.11.2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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(Bildüberschrift: Dorfbewohner beschuldigen jüdische Extremisten der Brandstiftung in Moschee)

Nichts garantiert eine überreizte Reaktion von Palästinensern und ihren Unterstützern mehr als eine angebliche jüdische Bedrohung muslimischer heiliger Stätten und religiöser Objekte. Die Spannungen konzentrieren sich aktuell auf den Tempelberg, während Palästinenser ihrem Zorn über stark übertriebene Berichte Luft machen, Juden würden durchsetzen wollen, an der heiligsten Stätte des Judentums wieder beten zu dürfen.

Dienstagnachts brannte eine Moschee in der Westbank, und die Palästinenser behaupten, jüdische Siedler hätten sie in Brand gesteckt. Das ist zwar durchaus möglich, aber die israelische Polizei ist noch zu keinem endgültigen Schluss gekommen. Die Irish Times veröffentlichte in ihrem Bericht über die Moschee jedoch obiges Foto von dem Fotografen Atef Safadi aus Ramallah, der der European Press Photo Agency angehört.

Aber warum würde ein palästinensischer Muslim es erlauben, dass sein heiligstes Buch weiterbrennt? Es sei denn, er wollte dem Fotografen die Gelegenheit geben, absichtlich konstruierte Propaganda fotografisch festzuhalten. Die natürlichste Reaktion auf brennende Objekte in der Moschee sollte sein, die Flammen zu löschen. Aber dieser Koran ist nicht nur verbrannt und verkohlt, sondern er steht noch immer in Flammen.

Das Foto bietet keine akkurate Beschreibung der Szene, da der Fotograf kein passiver Beobachter mehr ist. Wir beschuldigen keine Palästinenser, nach dem anfänglichen Feuer einen Koran angezündet zu haben. Aber entweder hat ein palästinensischer Dorfbewohner dem Fotografen den bereits brennenden Koran gebracht, oder der Fotograf hat die aktive Kooperation der in der Moschee Anwesenden gefordert, um das gefühlsgeladenste Foto, das möglich war, zu machen.

In diesem Fall bedeutet gefühlsgeladen (buchstäblich) aufhetzerisch. Zählt das hier zu den Fällen, wo ein palästinensischer Fotograf absichtlich ein Foto für Propagandazwecke herstellt? Falls dem so ist, sollte die Irish Times ihre Fotowahl nochmals überdenken.

Und hat die EPA eine Richtlinie, die ihre Fotografen dazu ermuntert, die aufwieglerischsten Fotos zu machen? Erst vor wenigen Tagen berichtete HonestReporting über ein anderes EPA-Foto, das durch einen Kameratrick so aussah, als wehe eine israelische Flagge zuoberst des Felsendoms auf dem Tempelberg, was mit Sicherheit ebenfalls muslimischen Zorn erregt hat.

Rote Linie überschritten? Petitionen gegen Israel werden forciert

10. Dezember 2012

HonestReporting Media BackSpin, 10. Dezember 2012

Erst letzte Woche überschritt Irish Times die rote Linie zwischen Berichterstattung und unverblümtem Aktivismus, als das Blatt mit seinem Inhalt veröffentlichte, was zu einer Anleitung des Boykotts israelischer Waren in Irland kulminierte.

Hat sich die Times of London (Zum Lesen des Artikels ist eine Registrierung erforderlich) in dieser Kurznachricht* über eben diese Schwelle hinweggesetzt? (Hervorhebung durch uns, HonestReporting)

Israel plant, auf dem Ölberg bei Jerusalem eine Militärakademie zu bauen. An dessen Fuß liegt der Garten von Gethsemane, wo nach biblischer Überlieferung Jesus in der Nacht vor seiner Gefangennahme betete. Das israelische Innenministerium sagt, dass das Gebäude 42.000 Quadratmeter umfassen soll, acht Stockwerke hoch sein wird und Ausbildungsstätten für israelische Soldaten beherbergen würde. Hagit Ofran von der israelischen Gruppe “Peace Now“ sagt: “Der Ort auf einem der sensibelsten und umstrittensten Areale in Jerusalem ist mehr als provokant gewählt. Man kann sich den Ölberg nicht als Immobilie vorstellen. Er ist wichtig für die drei monotheistischen Religionen.”

Eine Petition gegen die Pläne ist bei https://www.change.org/petitions/reject-plans-to-build-a-military-college-on-the-mount-of-olives abrufbar.

Unabhängig davon, ob man der israelischen Politik zu diesem Thema zustimmt: Gehört es zum Aufgabenbereich der Times, dazu eine Petition zu verfassen?

***
Achten Sie einmal auf das Wort ganz oben im Bildschirm links unter dem Logo der Times. Dort steht „Faith“, also Glaube/Vertrauen [in etwas], groß und halbfett gedruckt. Spontan ist mir eingefallen, dass dort auch „Prawda“ (Wahrheit) stehen könnte.  Irgendwelche Analogien zu anderen ideologisch gleichgeschalteten Medien erkennbar? Ich denke, ja. [bd]

Jeff Halper abchecken

24. April 2012

HonestReporting Media BackSpin, 24. April 2012

In einem Artikel der Irish Times über die politische Stagnation der Palästinenser wird Jeff Halper (Abbildung rechts) interviewt.

Halper ist ein israelischer Aktivist, der – neben anderen Aktivitäten – besser bekannt ist für die Gründung des Israeli Committee Against Home Demolitions, und dafür, dass er im Jahr 2008 an Bord der Gaza-Flottille mitsegelte. Halper offenbarte gegenüber Reporter Michael Jansen die Vorstellungen Ministerpräsident Benjamin Netanjahus, einen Friedensplan betreffend.

Ein Kommentar wie dieser schreit geradezu nach einer unabhängigen Überprüfung. Stattdessen wird er devot und schriftlich zitiert.

Halper, Gründer des Israeli Committee Against Home Demolitions, behauptet, Netanyahu hätte ihn zusammen mit Siedlern aus den USA und Mitarbeitern [in die USA; Anmerkung (bd)] mitgenommen, um einen „neuen israelischen Plan” im Kongress voranzutreiben:

Dieser Plan basiert auf dem Osloer Abkommen von 1993, der das von Israel okkupierte Westjordanland in die Areale A, B und C zerteilt hat. In Areal A, also 17 Prozent des Territoriums, würden die Palästinenser den Status einer “geringfügigen Autonomie“ erhalten; Areal B, demnach 23 Prozent, würde zwischen Israel und den Palästinensern „aufgeteilt“, und Areal C, also 60 Prozent, in denen sich die israelischen Siedlungen befinden, würde von Israel „einverleibt“ werden, was den Bewohnern dort das volle Bürgerrecht zugestehen könnte, „ohne die demographische Balance“ zwischen Palästinensern und israelischen Juden durcheinanderzubringen. “Die Palästinenser würden permanent zur Unterschicht gehören. Sie werden nicht wissen, wo sie hingehören“, so Halper.

Palästinensische Enklaven blieben isoliert und “palästinensische Viertel in Ostjerusalem von Siedlern zerteilt”. Ostjerusalem und seine palästinensischen Einwohner würden von Israel absorbiert werden, während Gaza auf sich allein gestellt bliebe und sich mehr und mehr auf die Seite Ägyptens schlüge.

Jansen hätte Halper fragen sollen, woher er das weiß. Aber das hätte ihm die Laune verdorben.

(Halper-Foto via Flickr/Beautiful Faces of Palestine)

Medien-Spickzettel 6. Januar 2012

6. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 6. Januar 2012

Arabischer Winter

Irish Times-Korrespondent Michael Jansen mit dem Blick für den großen Zusammenhang:

Statt sich zu einer Mehrparteiendemokratie zu entfalten, dürfte der Arabische Frühling nicht nur eine autoritäre sunnitische Fundamentalistenherrschaft gebären, sondern auch eine sunnitische Einheit von Marokko bis zum Golf begünstigen –  mit Ägypten als Meinungsführer. Wenn dies einträfe könnten die Fundamentalisten eine Front zum Iran errichten – der schiitischen Großmacht in der Region und ihren Verbündeten im Irak -, und [gleichzeitig] massiv gegen Israel vorgehen statt mit ihm Frieden zu schließen. Israel wird von der überwältigenden Mehrheit der Fundamentalisten nicht nur als unrechtmäßiger Besatzer Palästinas gesehen, sondern auch als Usurpator heiligen muslimischen Bodens.

• Bemühungen um eine Zusammenführung der syrischen Oppositionsgruppen scheiterten. Außer, dass hier in kläglicher Weise ihre Unfähigkeit reflektiert wird, eine Regierung nach Assad zu stellen, beinhaltet dies auch, dass es keine einheitliche Stimme gibt, die als Ansprechpartner für den Westen in Frage käme. Mehr dazu in der Financial Times (via Google News). Aber der Syrische Nationalrat startete schon eine Website….

•  CNN: Syrer verwarfen die schändliche Beobachtermission der Arabischen Liga.

• Der Washington Post zufolge ist ein Showdown zwischen der Muslimbruderschaft und Ägyptens Militär fait accompli [vollendete Tatsache; (bd)]:

Bisher war die relativ moderate [sic; (bd)] islamistische Gruppe ein Bündnis mit dem Militärrat eingegangen, der nach Mubaraks Sturz am 11. Februar letzten Jahres die Kontrolle über das Land übernommen hatte. Aber nachdem sich die militärische Führung entschlossen hatte, ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen zu sichern, während Ägypten in Richtung Demokratie taumelte, sagen einige Analysten, dass ein Zusammenstoß zwischen den beiden Zentren der Macht unvermeidlich sei.

Die langfristigen Ziele von Militär und Bruderschaft “stimmen nicht miteinander überein”, so Shadi Hamid, ein Ägypten-Experte beim Brookings Doha Center. “Das Militär will gewissermaßen als Macht hinter den Kulissen bestehen bleiben. Das ist sicherlich nicht das, was die Bruderschaft will.”

• Tony Karon (Time) denkt über die israelisch-amerikanische Debatte nach, was eine Einbeziehung der Muslimbruderschaft beträfe.

• Es ist schon ein Jahr her, seit eine Bombe eine koptische Kirche in Alexandria verwüstete und viele christliche Opfer forderte – aber Ägypten stoppt seine Ermittlungen seit Monaten. AP (Associated Press) mit einer Rückschau auf die bekannten Fakten und einem Fazit:

Aber das Versagen einer Antwort betreffend, wer hinter dem Anschlag steckte, hat unter Ägyptens christlicher Minderheit Verbitterung darüber ausgelöst, weil der Staat zu wenig unternimmt, sie zu schützen.

Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm

The Media Line sprach mit Eingeweihten über die Fähigkeit des Iran, die Straße von Hormuz zu blockieren:

“Marine und IRGC (Revolutionsgarden; [bd] können den Golf nicht für einen längeren Zeitraum absperren, aber sie besitzen die Fähigkeit, in einem Zeitraum von 5 bis 10 Tagen den Schiffsverkehr im Golf ernsthaft zu gefährden”, so Anthony Cordesman….

Koch vom Gulf Research Center geht davon aus, dass die größte Bedrohung durch den Iran von dessen asymmetrischer Kriegsführung ausgeht, die darin besteht, dass er angeworbene Truppen oder stellvertretende Kriegsparteien für Sabotageakte in Stellung bringt. Der Iran benötigt nicht die Blockade von Hormuz, um Unheil anzurichten; er könnte Ölfelder und Kraftwerke sowie andere kritische und anfällige technische Einrichtungen auf der arabischen Seite des Golfs ins Visier nehmen.

“Das ist ein viel gefährlicheres Szenario”, so Koch. “Die Iraner haben gezeigt, dass sie diesbezüglich eine sehr intelligente Macht sein können.”


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Sonstiges bitte hier lesen [In Englisch]….

Israel schuld an ausbleibenden Regenfällen?

20. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 20. Juli 2011

Unschwer zu erkennen, mit wem Michael Jansen sympathisiert, wenn er in der Irish Times schreibt:

Israels Zugriff auf das Jordan-Tal erschwert das Leben für Palästinenser, die Landwirtschaft betreiben….

Im zweiten Stock eines alten Gebäudes zeugt die Inschrift’ Egyptian Arab Land Bank est 1880’  von der Glanzzeit der Stadt als Zentrum eines blühenden landwirtschaftlichen Anbaugebiets exakt zu jener Zeit, als aus Europa stammende jüdische Kolonien im ottomanisch und britisch geführten Palästina errichtet wurden.

Offenbar betrachtet Jansen trotz einer kontinuierlichen und ununterbrochenen jüdischen Präsenz in der Region seit tausenden Jahren jüdische Siedlungen immer noch als eine Form der „Kolonialisierung“.

Was meine Meinung zum Thema selbst betrifft – “Einstmals fruchtbares Tal verödet, während Jerichos Einwohner mit Dürre und Niedergang konfrontiert werden” -, ist [laut Jansen] klar, wer verantwortlich für den Wassermangel ist:

Entlang der breiten israelischen Autobahn rasen wir an den von Caterpillar errichteten gigantischen Gewächshäusern und riesigen grünen Palmenplantagen vorbei, die das Wasser des Tals aufbrauchen.

Leider hat sich Jansen, während er die Ansprüche der Palästinenser bezüglich des Jordantals niederschrieb, nicht einmal die Mühe gemacht, die israelische Zivilverwaltung in der Region zu kontaktieren oder irgendwelche Israelis in der Gegend zu befragen, um ein Gegenargument zu hören.

Jansen hatte auch keinen Bock, weiter auszuführen, warum Israel es für notwendig erachtet, eine Sicherheitspräsenz im Jordantal aufrecht zu erhalten – eine gegenwärtig zentrale Forderung der Regierung Netanjahu im Bestreben nach verteidigbaren Grenzen.

Was für ein mieses und einseitiges Stück Journalismus.


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