Archive for the ‘UNO’ category

Der Iran erlernt die Sprache des Westens

4. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 2. Oktober 2013

Eine Meinungsumfrage von Washington Post und ABC News stellte vor kurzem fest, dass eine überwältigende Mehrheit der Amerikaner ihre Unterstützung für einen Plan der USA und Russlands zum Ausdruck brachte, Syriens Chemiewaffen abzubauen.

Und das, obwohl 68 Prozent derselben Menschen glauben, dass der Plan nicht wirklich funktionieren wird. Wie erklärt sich diese kognitive Dissonanz?

Es scheint so, dass der Wunsch jegliche Art von militärischer Verstrickung im Nahen Osten über alles andere triumphiert, wenn es um die öffentliche Meinung im Westen geht – selbst wenn die Menschen glauben, dass die Diplomatie zu Scheitern verurteilt ist.

Dieselbe Haltung scheint die Berichterstattung über den derzeitigen Public-Relations-Vorstoß des iranischen Präsidenten Rouhani zu dominieren. Werfen Sie einen Blick auf diesen Screenshot; er wurde von der britischen Zeitung The Independent gemacht:

Schlagzeile:
Benjamin Netanyahu fliegt in die USA und versucht
die Rückkehr des Iran in die Diplomatie abzublocken

Vergleichen Sie das Foto von Benjamin Netanyahu mit dem von Rouhani. Während der israelische Premierminister müde und vielleicht ein wenig aggressiv aussieht, strahlt der iranische Präsident Gelassenheit aus. So bis zum Unterschwelligen subtil das sein mag, es ist genau der Vergleich, den der Foto-Redakteur des Independent bei Ihnen erreichen will.

Und wie diese zu den syrischen Chemiewaffen befragten Amerikaner versuchen die internationalen Medien (und viele Politiker) ebenfalls verzweifelt den Konflikt mit dem Iran zu vermeiden. Also stellen sie Rouhani als den Führer dar, wie sie ihn gerne haben würden.

Sicher, Rouhanis Auftritt vor den Vereinten Nationen war herausragend, obwohl es nicht viel gab, dem er erwartungsgemäß gerecht werden musste. Der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad stand auf dem Podium der Vollversammlung und leugnete den Holocaust, unterstützte 9/11-Verschwörungstheorien, bevor er behauptete er fühlte sich während seiner Rede „in Licht gebadet“ – gewiss kein der Gewinnung von PR-Punkten zuträglich.

Rouhanis Erscheinen vor der UNO erinnert mich an einen der berüchtigsten Momente der UNO (von denen es viel zu viele gibt), als 1974 PLO-Führer Yassir Arafat vor der Vollversammlung sprach und erklärte: „Ich bin mit einem Olivenzweig und der Waffe eines Freiheitskämpfers gekommen. Lassen Sie nicht den Olivenzweig aus meiner Hand fallen.“

Rouhani betrat die UNO mit dem Pendant einer Atombombe, die aus seiner Kleidung lugte. Doch wie bei Arafat vor ihm konzentrierte sich die Menge auf den „Olivenzweig“ und ignorierte die Waffe. In den Folgejahren war Arafats Schusswaffe für die Ermordung die Verwundung tausender Unschuldiger verantwortlich. Wird Rouhani es ihm gleich tun, nur mit furchtbareren Waffen?

Seit Nazi-Deutschland und der Sowjetunion ist Propaganda immer eine mächtige Waffe in der Hand von Diktatoren und Autokraten gewesen. Für westliches Publikum werden telegene öffentliche Auftritte, große Redekunst und clevere Zitate immer über trockene politische Mitteilungen triumphieren. Das ist etwas, das Rouhani klar erkennt. Selbst nachdem die USA jetzt angefangen haben den Iran anzugreifen, ist es Rouhanis anderer „Ton“, auf den verwiesen wird. Immerhin hat sich in der Substanz sehr wenig verändert.

Der Iran wird immer noch vom Willen des Obersten Führers Khamenei beherrscht. Menschenrechte und Freiheiten werden immer noch mit Füßen getreten, Homosexuelle verfolgt und Minderheiten unterjocht. Was immer Rouhani zu sagen haben mag, es ist immer noch derselbe Iran, der Syriens Präsident Assad unterstützt, die Terrororganisation Hisbollah bewaffnet und kontrolliert und Terror weltweit fördert.

Die Medien haben zu Rouhanis Rückkehr in den Iran berichtet, wo eine kleine Gruppe Demonstranten wegen seines offensichtlichen Entgegenkommens dem Westen ihn mit Schuhen und Schmähungen bewarfen. Doch selbst das hätte bewusst geplant worden sein und schaffte es Rouhani als den mutigen Pionier darzustellen, der die Unterstützung des Westens braucht, bevor sich ein Fenster der Gelegenheiten schließt. Könnte eine solche Demonstration tatsächlich ohne die stillschweigende Zustimmung des Regimes stattgefunden haben?

Vielleicht das Cleverste, das Rouhani erreichte, war ein weiterer erprobter und bewährter PR-Trick – die Neuausrichtung des Streits. Indem er einen atomwaffenfreien Nahen Osten forderte, lenkte Rouhani die Aufmerksam erfolgreich auf den einzigen anderen Staat in der Region, von dem man glaubt, dass er Atomwaffen besitzt – Israel.

Das wäre aber nicht ohne den vorherrschenden Zeitgeist möglich gewesen, der es vorzieht sich auf Israel und sein angenommenen Fehlbarkeiten zu konzentrieren, während man echte Probleme ignoriert oder Ausreden dafür findet, die auf der Prioritätenliste viel weiter oben stehen müssten, z.B. den syrischen Bürgerkrieg und – ja – das iranische Atomprogramm.

Während sich Benjamin Netanyahu also auf die Rede vor der UNO-Vollversammlung vorbereitet, findet er sich bereits als für die Rolle des Spielverderbers ausgewählt. Wird es, wie Rouhanis „Ton“, Netanyahus Ton sein, mit dem die Medien sich beschäftigen oder werden es substantielle Inhalte einer Rede sein, die die Welt an einschlägige Fakten erinnert will?

Leider scheint es so, dass der Iran den Nutzen der Ausübung weicher Macht durch effektive Kommunikation und PR gelernt hat. Wer braucht einen Atomsprengkopf?

Stellenangebot: Soldaten für Friedenstruppe gesucht

9. Juni 2013

HonestReporting Media BackSpin, 9. Juni 2013


Auch Du kannst für den Frieden etwas riskieren

Stellenbeschreibung: Die UNO-Friedenstruppe im Golan sucht ersatzweise Beobachter für österreichisches und möglicherweise philippinisches Personal.

Die Aufgaben: Patrouillengänge in der Pufferzone, Unterstützung des Roten Kreuzes, Minenfelder ausfindig machen, gelegentlich syrischen und drusischen Bräuten nachschauen, die eigene Entführung verhindern und in blauen Schutzhelmen vor den Kameras posieren.

Keine Russen – Staatsangehörige aus den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates  werden ausgeschlossen.

Wenn du bisher schon eine große Klappe gehabt hast, was Israels Risikobereitschaft für einen Frieden beträfe, hast du beste Chancen. Du hast das Maul weit aufgerissen – nun lass’ Taten folgen.

Nur ernst gemeinte Anfragen. Bewirb dich hier.

(Foto via YouTube/newnewsinworld)

Trotz des Hypes um E1: Das Westjordanland wird nicht durchtrennt

3. Dezember 2012

HonestReporting Media BackSpin, 3. Dezember 2012

Der Flecken Land, auf den die Welt zurzeit so fixiert ist, misst etwa 4,5 Quadratmeilen zwischen Jerusalem und Maale Adumim, und für diesen Ort existiert kein Fanatasienamen. Hier handelt es sich schlicht um einen bürokratischen Begriff mit dem Kürzel E1.

Nachdem die Vollversammlung der Vereinten Nationen einseitig die Palästinenser als Nichtmitgliedstaat mit Beobachterstatus puschte und eine Rede von Mahmoud Abbas israelische Offizielle gereizt hatte, reagierte Jerusalem, indem es alte Pläne zum Ausbau von E1 aus der Schublade holte. Wir sprechen über ca. 3.000 Wohneinheiten.

Siedlungsaktivität ist ein umstrittenes Thema, auch bei Israelis. Aber lasst uns eines klarstellen:

Der Ausbau von E1 teilt das Westjordanland nicht in zwei Hälften. Er beschädigt nicht den Fortbestand eines künftigen palästinensischen Staates. Selbst wenn Israel diese Pläne weiterverfolgen würde (Und es ist nicht das erste Mal im Laufe der Jahre, dass bürokratische Entscheidungen zu E1 Nachrichten generierten und letztlich auf Eis gelegt wurden), wird das für die Palästinenser verbleibende Land ihnen immer noch den territorialen Grundstock sichern.

Die palästinensische Gürtellinie zwischen Maale Adumim und dem Toten Meer ist etwa 15 Kilometer breit. Dieser Korridor unterscheidet sich also nicht von der entsprechenden geografischen israelischen Engstelle (Nördlich von Tel Aviv [bd]). Und das hat niemals ein Problem für den Fortbestand des israelisch-territorialen Fortbestandes ausgelöst.

http://honestreporting.com/wp-content/uploads/2012/12/westBank-E1.jpg
Und dennoch wiederholen und verstärken die Zeitungen heute den gleichen palästinensischen Schwindel. Hier einige Übeltäter:

Los Angeles Times-Korrespondent Ed Sanders:

Der Ausbau auf dem Hügel, bekannt als E1, würde die West Bank-Siedlungsaktivität bei Maale Adumim mit Ostjerusalem zusammenführen und den Zugang zwischen den palästinensischen Städten Ramallah und Bethlehem abschneiden.

AFP:

Die Palästinenser widersetzen sich mit allem Nachdruck gegen das E1-Projekt, da es das besetzte Westjordanland faktisch in zwei Hälften teilt – von Norden nach Süden -, und die Errichtung eines lebensfähigen palästinensischen Staates sehr problematisch macht.

(Man muss AFP zugestehen, dass es eine korrekte Karte verwendete, aber ich frage mich, wie viele Menschen davon Notiz nahmen).

BBC (mit einer sehr ungenauen Karte):

Pläne für den Bau von Siedlungen in diesem Areal, das als E1 bekannt ist, werden von den Palästinensern vehement abgelehnt, die behaupten, dass die Erschließung das Westjordanlandes in zwei Teile aufspalten wird, was die Errichtung eines zusammenhängenden palästinensischen Staates verhindere.

• Und Jodi Rudoren, Büroleiterin der New York Times in Jerusalem, schreibt:

Der Ausbau von E1 im Westjordanland-Gebiet, das Israel im Krieg von 1967 eroberte, würde die große jüdische Siedlung Maale Adumim mit Jerusalem verbinden und das Westjordanland in zwei Hälften teilen.

Ich* habe mit der NY TIMES sowieso ein Hühnchen zu rupfen:

Ihre Headline überzog die fehlerhafte Aufteilung und zeichnete eine Karte, die E1 nicht im Kontext zum Westjordanland zeigte. Eine exakt präsentierte Karte hätte der reißerischen Schlagzeile widersprochen und den Lesern eine eigene Beurteilung ermöglicht:

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http://honestreporting.com/wp-content/uploads/2012/12/NYTE1map.jpg
Daily Telegraph-Reporter Robert Tait:

Berichten zufolge sollten einige der neuen Wohneinheiten im umstrittenen Gebiet, bekannt als E1, zwischen der Siedlung Maale Adumim und Ostjerusalem gebaut werden, um die nördlichen und südlichen Teile des Westjordanlands voneinander zu trennen.

Washington Post-Korrespondent Joel Greenberg:

Kritiker sagten, dass die geplanten Gebäude nahe Jerusalem die Verbindungen zwischen dem nördlichen und südlichen Westjordanland abschnitten und die Chancen für einen lebensfähigen palästinensischen Staat ernsthaft gefährdeten.

Was für ein idiotisches Geschwätz.

Die öffentliche Diskussion über Siedlungstätigkeit ist sowieso schon genug aufgeheizt. Und die überspitzte Darstellung in den Massenmedien nutzt niemandem.

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*(Anm. der Redaktion [bd]: Pesach Benson, Redakteur von Media Backspin in Jerusalem)

Update zum Badawi-Tweet: UNO-Offizielle besucht Israel

16. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Mai 2012

Zwei Monate ist es her, seit HonestReporting die Fotofälscher-Twitterin Khulood Badawi auffliegen ließ, und der Fall zieht sich weiterhin in die Länge. Wir reichten 15.000 Unterschriften ein, in denen das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN OCHA) zur Entlassung Badawis aufgefordert wurde. Kommt die UNO nun nach ihrem Versprechen, den Fall zu untersuchen, langsam in die Gänge?

Dazu die Jerusalem Post:

Am Dienstag demonstrierte eine kleine Gruppe vor einem UN-Büro in Jerusalem, um eine Mitarbeiterin zu unterstützen, die ihren Twitter-Account genutzt hatte, um eine aufhetzerische antiisraelische Botschaft zu verbreiten, während im März Raketen im Süden einschlugen.

Die Versammlung fand vor dem Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) statt, als eine hochrangige Un-Offizielle, die stellvertretende Generalsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Catherine Bragg, auf Besuch weilte.

Bragg kam, um sich über die Arbeit von OCHA vor Ort und über die Folgen des Tweet-Skandals zu informieren….

Der israelische UN-Botschafter Ron Prosor  hatte sich empört über das Verhalten Badawis gezeigt und in einem Brief an UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos die Entlassung Badawis gefordert.

Die UNO sah sich aber auch der Forderung arabischer und palästinensischer Kreise ausgesetzt, der Mitarbeiterin nicht zu kündigen.

Bragg, die am Sonntag in Israel ankam und das Land am Dienstag wieder verließ, ist Amos Stellvertreterin. Sie traf sich während ihres Besuchs nicht mit Vertretern des Außenministeriums, und Jerusalem wartet noch immer auf eine Nachricht von OCHA, wie sie  mit der Affäre umzugehen gedenkt.

Nicht nur Jerusalem wartet noch immer.

Medienspickzettel 6. Mai 2012*

6. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2012


Israel und die Palästinenser

• Die in Hungerstreik getretenen Palästinenser  waren Thema des Tages, aufgegriffen von den meisten großen Medien. NY Times-Reporter Jodi Rudoren bezieht sich auf  das gewaltfreie Element und darauf, wie wenig Resonanz es bei den Palästinensern vor Ort hatte.

Bisher fielen die Solidaritätsdemonstrationen klein aus. Etwa 30 Personen versammelten sich am Dienstag am Kontrollpunkt Beituniya außerhalb des Ofer-Gefängnisses; sie intonierten 15 Minuten lang Sprechchöre, bevor es zwei Stunden lang zu Zusammenstößen mit israelischen Soldaten und Grenzpolizisten kam, bei denen es mehrere Verletzte gab.

“Es ist offensichtlich, dass es den Leuten egal war”, sagte Rizek Fadayel, der am Dienstag im Zentrum von Ramallah demonstriert hatte – mit einer palästinensischen Flagge und einem gerahmten Foto seines im Hungerstreik befindlichen Sohnes Rami, begleitet von den schmetternden Klängen einer Band zum Maifeiertag.

• Ein Artikel von Associated Press kurz nach dem von Rudoren in der NYT spricht von etwa 500 Teilnehmern einer von der Hamas organisierten Demonstration für die Hungerstreikenden, dazu von weiteren 300 bei einer anderen Kundgebung, die vom Islamic Jihad organisiert worden war.

Toronto Star-Kolumnist Haroon Siddiqui lobt den antiisraelischen Akademiker Ilan Pappe als “Dissident” und lässt ihn Israel beschuldigen, neben anderen Maßnahmen ethnische Säuberung zu betreiben.

Iran / Nukleare Aufrüstung

• Der Iran wird zum zentralen Thema der bevorstehenden Wahlen in Israel. David Frum geht davon aus, dass [die] Wahlen zu einem nicht geringen Teil von der Beeinflussung der Nuklear-Verhandlungen zwischen Iran und dem Westen bestimmt sind.

Da die Verhandlungen mit dem Iran in diesem Herbst an Intensität zunehmen werden, zielt Netanjahu auf ein starkes innenpolitisches Mandat ab, das von seiner Wiederwahl gestützt wirdund nicht von sich bedrohlich abzeichnenden Monaten vor ihm.

Ein Gastbeitrag in Ynet zum Thema kommt zu dem gleichen Schluss wie oben, erwähnt jedoch auch den neuen Verzögerungstrick des Iran angesichts einer [drohenden] militärischen Konfrontation mit den USA.

Vorgezogene Wahlen werden dem Westen in seinen diplomatischen Verhandlungen mit dem Iran zugute kommen. Netanjahu verbirgt nicht seine Absicht, Teherans Atomanlagen anzugreifen, bevor sie immun gegen Angriffe sind. Daher seine Entscheidung für vorgezogene Wahlen, da seine Haltung zu diesem Problem eindeutig  und konsequent ist und von der Zuversicht zeugt, dass die israelische Öffentlichkeit hinter ihm steht und er damit mehr Glaubwürdigkeit für die die israelische Abschreckung gewinnt.

Diese Androhung ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, Washington und Europa zu drängen, in den Gesprächen mit dem Iran nicht auf “Wird schon irgendwie“  zu setzen. Es scheint so auszusehen, dass jetzt selbst der Iran beginnt, dies zu fürchten.

Sonstiges

• Überraschung der Woche: UN-Bemühungen um einen Waffenstillstand in Syrien scheinen zu kollabieren.

• Ehud Olmert teilt CNN mit, dass “Millionen und Abermillionen” amerikanischer Dollar daran gehindert hätten, einen Friedensvertrag anzustreben.

Der Economist mit einer Analyse der bevorstehenden Wahlen in Israel.

Sky News startet in Abu Dhabi arabischsprachigen Sender mit 400 redaktionellen Mitarbeitern.

AFP mit einem Blick auf republikanische Anstrengungen, Barack Obamas Online-Präsenz massiv entgegenzuwirken.

Forbes befasst sich mit den Projekten, die in der Google-Zentrale Israels entwickelt werden.

Verfolgen Sie Israel Daily News Stream auf Facebook (In Englisch natürlich).

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*Den Israel Daily News Stream übersetze ich hin und wieder dann, wenn keine weiteren Übersetzungen für HonestReporting Media BackSpin anstehen (bd).

Bericht: Khulood Badawi “im Urlaub”

2. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. Mai 2012

Seit dem Monat, in dem HonestReporting seine 15.000 Unterschriften zusammenbekommen hatte, in denen das UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (UNOCHA) aufgefordert worden war, die fälschende Twitterin Khulood Badawi zu entlassen, herrscht ohrenbetäubende Stille, was eventuelle Fortschritte bezüglich Untersuchungen seitens der UNO zu diesem Fall betrifft.

HonestReporting hatte berichtet*, dass Badawi als Mitarbeiterin im Jerusalemer UNOCHA-Büro angestellt war. Diese Informationen veranlassten Israels UNO-Botschafter Ron Prosor, formell ihre Entlassung zu fordern.

UNO-Mitarbeiter hatten zugesagt, Badawis Twitter-Aktivitäten auf Propagandatätigkeit gegen Israel zu untersuchen. Zwischenzeitlich erklärten Mitarbeiter der Vereinten Nationen, dass Badawi ihren Job bei UNOCHA behalten würde, bis man eine Entscheidung über ihre weitere Zukunft getroffen hätte.

Einem Bericht des pro-palästinensischen Alternative Information Center (AIC) zufolge jedoch ist Badawi eigentlich, wenn nicht sogar offiziell, von ihrer Tätigkeit bei UNOCHA suspendiert worden. “Telefonanrufe und E-Mails werden nicht beantwortet, und von ihrem Büro erhielt ich die lakonische Antwort, dass Khulood Badawi im Urlaub sei”, schreibt AIC-Aktivist Michael Warschawski, der angesichts fehlender Nachrichten über Badawis Abwesenheit eigene Nachforschungen angestellt hatte.

“Seit Beginn dieser ’Affäre’ bleibt Khulood zu Hause – in einer Art administrativem Arrest; und hin und wieder wird sie von ihren Vorgesetzten in New York aufgefordert, für ’Nachforschungen’ zur Verfügung zu stehen“, so der Artikel.

Das AIC hat von Anfang an versucht, die „Affäre” steuern, indem es eine Reihe von Artikeln veröffentlicht hatte, die der Verteidigung Badawis dienten und ihre eklatanten Unwahrheiten als Ausdruck ihrer “persönlichen Meinung” verharmlosten. Nach der HonestReporting-Petition zu ihrer Entlassung bei der UNO hatte das AIC eine [Gegen-] Petition mit dem Ziel lanciert,  Badawis Job bei der UNO zu sichern.

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*Wir hatten in diesem Zusammenhang mehrere Beiträge zum Fortgang im Fall “Khulood Badawi“ gebracht, siehe hier:

http://backsp.wordpress.com/?s=Khulood+Badawi

UNO untersucht „Falsches Foto“-Tweeterin

19. März 2012

Alex Margolin, HonestReporting, 19. März 2012

Die UNO sagt, es wird eine interne Untersuchung geben, um zu ermitteln, ob gegen die Tweeterin des falschen Fotos, Khulood Badawi, etwas unternommen wird.

Nun ist es Zeit, die UNO wissen zu lassen, dass es in der Organisation keinen Platz für Menschen gibt, die falsche und schädigende Propaganda gegen Israel einstellen.

Innerhalb von vier Tagen haben sich unserer Petition, die die Entlassung Badawis fordert, 10.000 Personen angeschlossen. Bitte unterzeichnen Sie, wenn Sie das noch nicht getan haben, und verbreiten Sie die Petition an alle, die gegen antiisraelische Propaganda seitens der UNO kämpfen wollen.

Jede Unterschrift verstärkt die Botschaft, dass die UNO gegen Badawi vorgehen muss, wenn sie keinen Schaden für sich oder ihre Glaubwürdigkeit erfahren will. Wir werden unsere Petition innerhalb der nächsten 10 Tage der Leitung des Büros für die Koordination Humanitärer Fragen (OCHA) übergeben, in dem Badawi arbeitet.

Hier ist ein Update zu den jüngsten Entwicklungen:

Nachdem HR aufdeckte, dass der falsche Tweet von einer UNO-Mitarbeiterin eingestellt wurde, verbreitete sich die Nachricht in die höchsten Ebenen der israelischen Regierung; das gipfelte in einer offiziellen Forderung von UNO-Botschafter Ron Prosor, die UNO müsse Badawi entlassen.

In einem scharf formulierten Brief stellte Prosor fest: „Frau Badawi befindet sich in kompletter Verletzung der Artikel 100 und 101 der UNO-Charta.“ Die Artikel beziehen sich auf die Prinzipien der von UNO-Mitarbeitern erwarteten Objektivität und Überparteilichkeit. Zu den Prinzipien gehört die Erklärung, dass Beschäftigte „sich jeglicher Handlungen enthalten, die ein schlechtes Licht auf ihre Position als internationale Beamte werfen könnte, die nur der Organisation gegenüber verantwortlich sind.“

In Antwort auf Prosors Brief schrieb die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos: „Es ist bedauerlich, dass ein Mitglied der OCHA-Belegschaft Informationen auf ihrem persönlichen Twitter-Profil einstellte, die sowohl falsch sind als auch Fragen reflektiert, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit stehen. Die in ihren Tweets zum Ausdruck gebrachten Ansichten spiegeln in keiner Wiese die Ansichten der OCHA wider, noch sind sie von der OCHA genehmigt.“

Diese Haltung wurde von OCHA-Sprecherin Amanda Pitt bestätigt, die gegenüber Fox News sagte, Badawi würde weiterhin bei der OCHA arbeiten, während die Organisation eine interne Untersuchung durchführt, um festzustellen, ob gehandelt werden muss.

Derweil kehrte Badawi zum ersten Mal seit sechs Tagen zu ihrer Twitterseite zurück, um eine „Korrektur“ ihres früheren Tweets einzustellen – aber keine Entschuldigung oder Reue für die Verbreitung von Lügen. Sie unterließ es ebenfalls zuzugeben, dass das Foto falsch war, das ein Mädchen zeigt, das bei einem Unfall verletzt wurde, nicht durch Israel.

Sowohl die UNO als auch Badawi legen Wert darauf, Badawis Arbeit als UNO-Beamtin und ihren persönlichen Twitter-Account zu trennen. Doch die Trennung ist unaufrichtig, da zu Badawis Arbeit gehört über mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen in den Palästinensergebieten zu berichten.

Wie kann die UNO Berichten vertrauen, die von einer Person eingereicht werden, die über Twitter falsche Informationen verbreitet und erst sechs Tage später etwas unternommen hat, das zu korrigieren – lange nachdem der Schaden angerichtet wurde und erst nachdem Berichte über interne Untersuchungen ans Tageslicht kamen? Und wie kann die Öffentlichkeit Berichten vertrauen, die von einem Zweig der UNO veröffentlicht werden, die Personen beschäftigt, die sich als Verbreiter von Propaganda erwiesen haben?

Die UNO kann Badawi nicht vertrauen; und die Öffentlichkeit kann Berichten der OCHA nicht vertrauen, so lange Badawi dort beschäftigt bleibt. Deshalb hat die UNO keine Alternative zur sofortigen Entlassung Badawis.

Wir haben die Regeln eingehalten, indem wir Menschen auf die UNO-Kontaktseite verwiesen, aber wenn deren Seite nur drei Beschwerden pro Stunde gestattet, mussten wir ihre Aufmerksamkeit mit anderen Mitteln gewinnen.

Unterschreiben Sie unsere Petition, um die UNO wissen zu lassen, dass Sie es ablehnen, dass dieser Fall ohne Lösung bleibt. Die Nutzung von Twitter, um falsche und schädliche Bilder zu verbreiten, ist eine relativ neue Waffe in den Händen der Feinde Israels, aber sie ist nicht anders als der Gebrauch jedes anderen Mediums, das Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit benötigt. Die Verlässlichkeit der UNO ruht auf zügigem Handeln, damit eine Propagandistin aus ihren Reihen entfernt wird.

Falscher Foto-Tweet: Badawis gleichgültige Korrektur

19. März 2012

Pesach Benson, HonestReporting, 18. März 2012

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos schrieb Botschafter Ron Prosor, die UNO würde eine interne Untersuchung einleiten.

Und jetzt gibt Badawi diese gleichgültige Korrektur ab?


Korrektur: Ich tweetete ein Foto im Glauben, es sei von der letzten Runde der Gewalt & es stellte sich heraus, dass es von 2006 ist. Dies ist mein persönliches Konto.

Ich sehe nicht, was als Ausdruck von Bedauern oder Entschuldigung gewertet werden könnte.

Ich sehe nicht, dass Badawi irgendwie den Fehler als ihren übernimmt.

Was sehe ich?

Eine Frau, deren Job gefährdet ist und deren Name diskreditiert ist.

Eine Frau, die dachte, das würde einfach vorbei gehen, wenn sie sich bedeckt hält.

Eine Frau, die eine volle Woche lang wusste, dass sie falsch lag, aber zu stolz war das Richtige zu tun.

Zu wenig.

Und viel zu spät.

Wir hoffen, das wachsende Graswurzel-Momentum zwingt die UNO Rechenschaft für die Taten ihrer Angestellten zu übernehmen. Unterschreiben Sie HonestReportings Petition und schließen Sie sich Tausenden Menschen an, die die Entlassung Badawis fordern.

Tweet mit falschem Foto: UNO leitet Untersuchung ein

18. März 2012
Valerie Amos vom UNO-Generalsekretariat

Valerie Amos vom UNO-Generalsekretariat

Pesach Benson, HonestReporting, 18. März 2012

Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos antwortete auf Botschafter Ron Prosors Brief, die UNO leite eine interne Untersuchung zu Khulood Badawis Tweet mit falschem Foto ein.

Das geschah, nachdem HonestReporting Badawis Verbindung zur UNO offen legte.

Fox News aktualisiert die Situation:

In einem Antwortbrief an Botschafter Prosor, der Fox News vorliegt, schrieb die stellvertretende UNO-Generalsekretärin Amos: „Es ist bedauerlich, dass ein Mitglied der OCHA-Belegschaft Informationen auf ihrem persönlichen Twitter-Profil einstellte, die sowohl falsch sind als auch Fragen reflektiert, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit stehen. Die in ihren Tweets zum Ausdruck gebrachten Ansichten spiegeln in keiner Weise die Ansichten der OCHA wider, noch sind sie von der OCHA genehmigt.“

Danach gefragt, was die UNO in der Sache zu unternehmen gedenkt, sagte OCHA-Sprecherin Amanda Pitt, Badawi bleibe voll beschäftigt, während eine „interne Untersuchung sich einen Überblick verschafft, ob gegen die Beschäftigte vorgegangen werden muss.“ …

Badawis Arbeit als OCHA-Stabmitarbeiterin gibt ihr die Mittel, über sensitive Orte im Zentrum des israelisch-palästinensischen Konflikts zu berichten. Am 19. März haben der OCHA-Koordinator für Menschlichkeit und der Leiter des Büros in Jerusalem die Gelegenheit sich mit Vertretern des Außenministeriums Israels zu treffen, um ihre Aktivitäten zu diskutieren.

Badawi gibt immer noch keinen Kommentar zu der Kontroverse ab, die von ausgelöst wurde, indem sie ein Jahre altes Foto tweetete, als sei es ein erst kürzlich aufgenommenes.

Wir hoffen, dass das wachsende Graswurzel-Moment die UNO dazu zwingt, für das Handeln ihrer Bediensteten Rechenschaft abzulegen. Unterschreiben Sie HonestReportings Petition und schließen Sie sich Tausenden Menschen an, die Badawis Entlassung fordern.

Keiner fühlt sich für falsches Foto einer UN-Mitarbeiterin verantwortlich

14. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 14. März 2012

Gestern deckten wir auf, dass UN-Medien verantwortlich für die Verbreitung eines Tweet-Fotos sind.

Wir forderten auch das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten auf, Khulood Badawi zu entlassen. Eine “Koordinatorin für Information und Medien”, die Twitter missbraucht, um Falschinformationen über Israel zu verbreiten, hat keinen Platz in der UNO.

Was passierte?

Leser, die sich auf der OCHA-Kontaktseite beschwerten, bekamen Abfuhren: Die Website erlaubt drei Einsprüche pro Stunde, um im Grunde genommen zu verhindern, dass Menschen sich Gehör verschaffen. So viel zur Rechenschaftspflicht der UNO für jeden.

Badawi hat sich, so weit bis jetzt bekannt, nicht entschuldigt. Die Twitter-Meldung ist der einzige Beleg für den von ihr angerichteten Schlamassel, weil sie ein altes Foto hochgeladen und als aktuell ausgegeben hatte.

Beurteilen Sie selbst den Artikel Diana Alzeers, auf den Badawi verlinkt. Alzeer reagierte (jedoch) richtig und zog ihren Tweet zurück.

Aber Badawi trägt die Verantwortung für das angerichtete Chaos.

Wenn sie aus Versehen handelte, warum entschuldigt sie sich dann nicht? Und wenn  sie absichtlich so vorging: was sagt das dann aus über ihre Position als Informations- und Medienkoodinatorin einer UN-Organisation?

Medien-Spickzettel 1. Januar 2012

1. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. Januar 2012

Eine in Verlegenheit geratene Arabische Liga erwägt, ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen; Google investiert viel Geld in israelische Start-ups, aber das könnten auch schlechte Nachrichten bedeuten. Und Gaddafis Tochter verursacht Stirnrunzeln wegen Inanspruchnahme eines israelischen Anwalts.

Israel und die Palästinenser

• Zum Jahrestag der Operation Gegossenes Blei rückt ein ausgezeichneter Kommentar  im New Statesman einiges zurecht:

[Colonel Richard] Kemp sagt, dass UN-Schätzungen zufolge die durchschnittliche Zahl von Todesopfern unter Zivilisten im Verhältnis zu der von Kombattanten weltweit gesehen 3:1 ist – also 3 Zivilisten auf einen Kämpfer. So ist das z.B. [auch] in Afghanistan. Aber im Irak und im Kosovo war es noch schlimmer: man veranschlagt die Relation auf 4:1. Einzelne Berichte gehen davon aus, dass die Quotienten in Tschetschenien und Serbien wesentlich höher waren. In Gaza betrug die Relation weniger als 1:1.

Während der 22-tägigen Operation in Gaza war Israel nachweislich darum bemüht, das Leben von Zivilisten zu schützen und gleichzeitig gezielt gegen Kombattanten vorzugehen. Der Israel-Korrespondent von ‘Jane Defence Weekly’ – verantwortlich für eine Erstellung zu Israels Statistik im abgelaufenen Jahr -, erklärte: “Die IDF hat im Jahr 2011 in Gaza 100 Menschen getötet. Neun davon waren Zivilisten. Das bedeutet eine Relation Zivilisten/ Kämpfern von fast 1:10.”

• Die PA plant, das Thema Siedlungen vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Mehr dazu bei Haaretz.

Arabischer Frühling Winter

• Robert Bowker: Hamas sieht Chance in Verdrossenheit

• Ein Leitartikel in der Washington Post greift die ägyptischen Behörden scharf an wegen deren Razzien bei 17 NGO’s, die sich für Förderung der Demokratie und Menschenrechte einsetzen:

Die Razzien vom Donnerstag stellen somit eine frontale Provokation der Obama-Administration [die von Unterstützung eines Übergangs zu einer demokratischen Zivilregierung in Ägypten und Beschwichtigung der Generäle geschwafelt hatte], durch den herrschenden Militärrat dar. Das Militär versucht, die schwindende innenpolitische Unterstützung wiederzugewinnen, indem es das innenpolitische Chaos teuflischen “fremden Mächten” in die Schuhe schiebt; es versucht auch, liberale und pro-demokratische Gruppen zu zerschlagen, die seinem Unterfangen widerstanden haben, die eigene Macht auf unbestimmte Zeit zu zementieren.

Atomare Bedrohung durch den Iran

Wird Israel den Iran in diesem Jahr angreifen?

CNN: Der Iran testete erfolgreich seinen ersten selbstgefertigten Atombrennstab.

Sonstiges

Google steckt viel Geld in israelische Start-ups. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig eine gute Nachricht:

“Ab dem Moment, wo israelisches Hightech in erster Linie auf die die Arbeit in Forschungszentren der großen Unternehmen basiert, wird sein Glück von dem dieser Firmen abhängen, was bedeutet, dass bei einem Personalabbau dort das auch auf den Arbeitsmarkt in Israel zurückwirkt”, so Doron A. Peled.

• Oberst Gaddafis Tochter Aisha hat den israelischen Anwalt Nick Kaufman engagiert, der die Familie in ihrem eigenen Bestreben nach Gerechtigkeit unterstützen soll: er soll Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) ausüben, was die Umstände des Todes ihres Vaters betrifft, weil sie davon ausgeht, dass Rebellen und NATO sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Kaufman gegenüber The Daily Beast:

“Es hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass ich Israeli bin”, äußerte Kaufman in einem Telefoninterview. “Wenn es zu einer Verhandlung beim ICC kommt, bin ich einer der wenigen Anwälte mit reichlich Erfahrung auf diesem Gebiet.”

Den kompletten Medien-Spickzettel bitte hier lesen [In Englisch].

Press TV’s Märchen von 1.370 somalischen Toten durch US-Drohnen

5. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 5. Dezember 2011

Braucht es einen weiteren Grund, Press TV zu verbieten?

Das Bureau of Investigative Journalism beschuldigt Irans Press TV, die Berichterstattung über dutzende US-Drohnen-Einsätze in Somalia dahingehend manipuliert zu haben, dass [angeblich] “hunderte Zivilisten getötet worden sind.”

Das Pentagon kommentierte Drohnenangriffe nicht, was eine Verfälschung der Nachrichten dazu relativ einfach macht:

Weder Vertreter der UN, von Amisom (African Union Mission in Somalia), NGOs oder Journalisten in Somalia konnten die Luftschläge bestätigen. Tony Burns, Leiter der von Mogadischu aus operierenden Hilfsorganisation SAACID, sagte, dass die von Press TV angegebenen Opferzahlen „schlicht nicht möglich sind“.

 “SAACID’s Erfahrung ist die, dass Press TV gerne zur Übertreibung neigt: „In der Vergangenheit brachten sie Berichte über Konflikte in Umlauf, die in Wahrheit nie stattgefunden hatten, und sie veröffentlichten Opferzahlen, die schlicht nicht stimmten“.

Ein hochrangiger mit der Somalia-Problematik beauftragter UN-Offizieller sagte: “Press TV ist keine verlässliche Quelle. Sie übertreibt maßlos und manipuliert Reportagen.”


Erst vor wenigen Tagen forderte Houriya Ahmed die britischen Behörden dazu auf, Press TV den Hahn abzudrehen.

Die Realität wird verzerrt wiedergegeben und Berichte zugunsten der Agenda des iranischen Regimes manipuliert.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte nicht dahingehend ausgeweitet werden, dass die Propagandamaschinerie einer kriegführenden Regierung unterstützt wird. Solange Press TV durch das gegenwärtige iranische Regime finanziert wird, ist die Schließung seiner Dependance in London eine zwingende Notwendigkeit.

Genugtuend, dass der Guardian und Daily Telegraph die räuberischen Presse-Aktivitäten des Iran aufgegriffen haben.

(Predator-Foto via Wikimedia Commons)

Medien-Spickzettel, 15. November 2011

17. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. September 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Bei der Pressestelle der israelischen Regierung wird angefragt, die rechtmäßige Zulassung des Korrespondenten von Press TV in Jerusalem im Zusammenhang mit Vorwürfen zu überprüfen, dass er ein Auslandsagent ist. Und die PLO zieht einen weiteren Strich durch Friedensgespräche.

Zur Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm

• Aus dem Wall Street Journal:

Zum ersten Mal forderte eine Gruppe iranischer Dissidenten direkt ihre Regierung dazu auf, die Anreicherung von Uran auszusetzen – in einem am Montag veröffentlichten offenen Brief, der sich an die Dynamik der internationalen Bemühungen anschließt, Teheran davon zu überzeugen, sein vermutetes Atomwaffenprogramm aufzugeben.

• Nach außen behaupten die Mullahs, dass die Explosion auf einer Raketenbasis in dieser Woche ein Unfall gewesen sei, aber der Guardian geht von einem Mossad-Krimi aus.

• Shimon Peres sagt in einem Interview mit CNN, dass es für die Weltöffentlichkeit an der Zeit ist, eine moralische Offensive gegen den Iran zu führen.

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Medien-Spickzettel 13.11.11

14. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. November 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Wird Israel die USA vorab über einen möglichen Angriff auf den Iran informieren? Und warum hat eine Karikatur in Haaretz bei UNESCO-Offiziellen Besorgnis wegen Aufhetzung ausgelöst?

Zur Gefahr des iranischen Nuklearprogramms

• Der Daily Telegraph zufolge weigert sich Israel, bei den USA um grünes Licht zu ersuchen bzw. das Weiße Haus rechtzeitig bezüglich eines Angriffes auf den Iran zu informieren. Es scheint so auszusehen, dass das Treffen von Verteidigungsminister Leon Panetta mit Benjamin Netanyahu und Ehud Barak nicht verlief wie erhofft:

Als alle bis auf eine Handvoll vertrauenswürdiger Mitarbeiter den Raum verlassen hatten, teilte Panetta eine dringende Botschaft von Barack Obama mit. Der Präsident, so Panetta, wollte eine unanzweifelbare Garantie dafür, dass Israel keinen einseitigen militärischen Schlag gegen die iranischen Atomanlagen durchführen würde, ohne vorher um Washingtons Freigabe zu ersuchen.

 Quellen in Israel und den Vereinigten Staaten zufolge waren die beiden Israelis waren bemerkenswert unverbindlich in ihrer Antwort.

 “Sie hatten nicht zu erkennen gegeben, dass eine Militäraktion geplant war oder unmittelbar bevorstand, auch gaben sie weder eine Zusicherung, dass Israel zunächst Washingtons Erlaubnis einholen würden, noch das Weiße Haus im Voraus davon in Kenntnis zu setzen, dass eine Mission bevorstehe”, sagte einer.

Unterdessen will Kanadas Verteidigungsminister Peter MacKay mit seinen israelischen Kollegen im Gespräch bleiben….

• Mysteriöse Explosion tötet 17 iranische Soldaten, darunter einen hochrangigen Kommandeur der Revolutionären Garden. Die Revolutionären Garden gaben an, dass es sich bei der Explosion um einen Unfall in einem Waffenlager gehandelt habe, aber Widerstandsgruppen sagen, dass auf dem Areal eine Raketenbasis gestanden habe.

• Karikaturist Kevin Kallagher (Economist) gefällt mir:

Doch der Leitartikel im Economist zeigt eine erstaunliche kognitive Dissonanz: noch ist es nicht zu spät, Hoffnung auf internationale Sanktionen zu setzen – aber wenn das nicht funktioniert, sollte Israel darauf vertrauen, dass die USA den Iran abschrecken:

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]

Medien-Spickzettel 8. November 2011

9. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 9. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Zur Dringlichkeit des iranischen Nuklearprogramms….und mehr….

(Abbildung rechts) Israelische Piloten nach dem Angriff auf den Osirak-Reaktor im Irak

• Amir Nachumi, einer der IAF-Piloten, der den Angriff auf den Osirak-Reaktor im Jahr 1981 flog, berichtete Dan Ephron von The Daily Beast, dass ein Angriff auf den Iran riskant sei, aber machbar.

“Ich kann Ihnen sagen, dass 1981 die Entscheidung zum Anflug selbst die schwierigste war. Nicht die Ausführung der Mission ist es, sondern die Entscheidung, diese durchzuführen”, sagte Nachumi in dem Interview. “Ich denke, heute verhält es sich genauso. Die Entscheidung zum entschlossenen Handeln ist viel schwieriger als die Operation selbst. “

• Die Israelis debattieren nicht nur öffentlich darüber, ob man den Iran angreifen soll – sie diskutieren auch darüber, wie man das in der Öffentlichkeit kommunizieren sollte. Wie auch die Absichten der Regierung aussehen mögen, so Kevin Blume von CNN -; die internationale Diskussion rückt das iranische Nuklearprogramm wieder in den Mittelpunkt. Und die LA Times fragt sich, ob die öffentliche Diskussion einen möglichen Angriff komplizieren könnte:

Israel ist besonders stolz darauf, öffentlich geführte Leitlinien bezüglich militärischer Angelegenheiten zu vermeiden, wenn es regelmäßig eine Front gegen die Welt aufbaut, falls es um seine [eigene] Sicherheit geht….

Viele Offizielle sagen, dass solche Fragen nicht Gegenstand öffentlicher Diskussion sein sollten. Israelische Angriffe auf Atomanlagen im Irak im Jahr 1981 und Syrien im Jahr 2007 wurden ohne Vorwarnung durchgeführt.*

Bret Stephens (Klick via Google News) macht sich Gedanken über den Diskurs in der amerikanischen Öffentlichkeit:

Eine solche Debatte muss sich über vier Fakten im Klaren sein:

Erstens muss man die Vorstellung aufgeben, dass es einen dritten Weg gäbe, dem Iran einen Fortschritt zu einem ungehinderten Fortschritt des  Nuklearprogramms zu erlauben bzw. des militärischen Eingreifens, seine Anstrengungen zu stoppen….

Zweitens muss in der Debatte berücksichtigt werden, dass es nicht mehr länger um den Westen geht und auch die Zeit gegen ihn (bd) läuft….

Drittens muss man eine unvermeidliche Debatte anstoßen, die die unbedingt notwendigen Konsequenzen eines militärischen Angriffs gegenüber den vorhersehbaren Folgen eines nuklear bewaffneten Iran in Rechnung stellt….

Letztendlich muss jede Debatte berücksichtigen, was der Westen tun kann, um den Untergang des Regimes zu beschleunigen.

• Laut Sam Segev’s Analyse [nicht zu verwechseln mit Tom Segev, dem israelischen Regierungssprecher (bd)] in der Winnipeg Free Press gingen alle Angriffe auf den Iran nach hinten los, weil Meir Dagan nicht informiert war:

Trotz dieser öffentlich durchgeführten Maßnahmen bestand zu keiner Zeit die Absicht, den Eindruck eines unmittelbar einseitigen israelischen Schlages gegen die iranischen Atomanlagen zu erwecken. Der Zweck dieses Nervenkriegs bestand darin, eine Atmosphäre zu schaffen, die härtere Sanktionen gegen den Iran verhängt. Man hoffte, dass die Aussicht auf einen israelischen Angriff, verbunden mit den Untersuchungsergebnissen der internationalen Watchdogs, Russland und China davon überzeugen würde, schärfere Sanktionen zu unterstützen.

Nicht eingeweiht in die Top-Sekret-Verbindungen zwischen den USA und Israel; und schon lange Zeit davor ein Gegner eines einseitigen israelischen Schlages gegen Iran, hat Meir Dagan – ehemaliger Mossad-Chef, Netanyahu und Barak wegen ihres geplantes Abenteuers gegen den Iran scharf angegriffen.

Dagan erklärte gegenüber mehreren Chefredakteuren verschiedener israelischer Tageszeitungen, dass der Iran immer noch Jahre vom Bau einer Atombombe entfernt sei.

- Westliche Nuklearexperten erklärten Haaretz  gegenüber, dass der Iran innerhalb weniger Monate in der Lage sei, eine Atombombe zu bauen.

- Amir Taheri fragt, ob der Iran wirklich auf den nuklearen Auslöser-Button drücken würde.

- Katherine Butler besteht darauf, dass die Auswirkungen des „arabischen Frühlings“ die beste Hoffung für einen Frieden für Israel seien.

- Uri Dromi stellt sich die Frage, was Rabin aus der Situation machen würde. [Ich als Israel-Kommentator setze da bewusst kein Fragezeichen bzw {bd)]. Rabin hätte sich für die SICHERHEIT Israels entschieden und nicht für Wischiwaschi. Punkt!

- Professor Andrew Cohen hofft, dass der Iran von seinen nuklearen Ambitionen abgeschreckt werden kann.

- Dan Murphy bietet 3 Gründe für und 3 Gründe gegen einen drohenden israelischen Angriff an. (Er bezieht sich dabei hauptsächlich auf eine Titel-Story von Jeffrey Goldberg in The Atlantic aus dem letzten Jahr).

- Mary Riddells Dreck zu jüdischer Verschwörungstheorie ziert die Webseite des Daily Telegraph. Vorher bin ich darauf nicht eingegangen. Aber was für eine Verschwendung von Pixels.

Heiliger Strohsack!

Weitere Beiträge zum Friedensprozess, zum Arabischen Frühling und anderen Themen bitte hier lesen. [In Englisch]

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*Dazu auch ein Beitrag von mir (bd) auf Castollux am 19. Oktober 2007.

Medien-Spickzettel 6. November 2011

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 6. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Die Diskussion über einen israelischen Schlag gegen den Iran und den UNESCO-Fallout überschattet eine Flottille, die so irrelevant war, wie eine MSM Schlagzeile fragte:

Was, wenn die Flottila durchgekommen wäre und es keiner bemerkt hätte?

Der Friedensprozess

• Nachdem die PLO Mitglied der UNESCO geworden ist, will sie in internationalen Foren Aktionen gegen Israel in Gang setzen, um zu verhindern, dass [Israel] “systematisch daran arbeitet, arabische und islamische Kultur in Jerusalem zu zerstören”, und “arabische und islamische Altertümer zu rauben bzw. islamische und christliche heilige Stätten zu zerstören.” Details bei der Jerusalem Post

• Großbritannien, Frankreich und Kolumbien verzichten auf eine Abstimmung im Sicherheitsrat über einen palästinensischen Staat. Laut The Independent gibt es ernormen Zweifel, dass die PLO 9 Jastimmen zusammenbekommen wird.

• Yoram Ettinger: Warum ein Siedlungsstopp ein Hindernis für den Frieden ist.

• Ein weiterer Luftangriff am Samstagabend vereitelte den Versuch des Islamischen Jihad, eine Rakete nach Israel abzufeuern. Wenigstens AP schildert den Ablauf der Ereignisse richtig.

Ägypten warnt die Gruppierungen in Gaza, dass, wenn sie die Waffenruhe nicht aufrechterhielten, Kairo nicht in der Lage wäre, sie vor einer groß angelegten Bodenoffensive der IDF zu schützen.

• Olivia Ward (Toronto Star) wiegt sich auf die Palästinenser Beitritt UNESCO.

Iran und die Kriegstrommeln

Haaretz schreibt, dass die Flugverbotszone über den Irak dieses Jahr auslaufen wird. Und das ist für Israel von Bedeutung, weil die kürzeste Flugroute von Israel in den Iran über den Irak führt:

In Klausel 27 der Vereinbarung heißt es, dass, falls nötig, die Vereinigten Staaten im Gefahrenfall Bedrohungen für die irakische Souveränität abwehren müssen und verhindert wird, dass [irakischer (bd) Boden und sein Seegebiet oder Luftraum für die Angriffe aus anderen Ländern genutzt wird.

Die Klausel ist angesichts der zunehmenden Spekulationen in den vergangenen Tagen bedeutsam, da Israel die iranischen Atomanlagen angreifen könnte. Es ist nicht sicher, inwieweit sich die USA verpflichtet fühlen – nach den Vereinbarungen, die sie zum Abzug aus dem Irak unterzeichnet hatten. Auf keinen Fall wird die Verbindlichkeit so verpflichtend gehandhabt werden wie zurzeit.

• Ein Leitartikel im Observer bläst sich über Israels scharfe Antwort auf den Iran auf. Wenn man versteht, was dieser Schnipsel hervorhebt, kann man auch heraushören, wie man um Israels Image besorgt ist:

Was immer Netanyahu auch denkt: Er geht ein hohes Risiko für noch höhere Einsätze, wenn er Israels Sicherheit und internationales Ansehen gegen einen ungewissen Ausgang wettet, insbesondere dann, wenn er von einem möglichen israelischen Gegenschlag spricht. Nach dem gescheiterten Versuch Israels im Jahr 2006, die Hisbollah zu besiegen, seinem vergeblichen Kampf gegen die Hamas in Gaza 2009 und der internationalen Schmach, die danach folgte – riskiert Israel, sich in eine Position zu begeben, wo es schwach erscheint – und vielleicht sogar noch schwächer – ein Land bar jeglicher Idee, wie man seine Beziehungen mit seinen Nachbarn ohne Aggression regeln könne.

Meir Javedanfar bewertet die Wahrscheinlichkeit eines israelischen Angriffs auf den Iran.

Unterm Strich: Israel würde ohne grünes Licht aus Washington nichts unternehmen. Siehe auch Leitartikel in der Irish Times und Kommentar von Mark Whittington.

Alle weiteren Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch].

Medien-Spickzettel vom 3. November 2011

4. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 4. November 2011

Alles, was man zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollte.

Großes Rätselraten über einen möglichen Angriff auf den Iran überschattete das Streben nach palästinensischer Eigenstaatlichkeit und die Meldungen zur neuen Gaza-Flottille.

Zum iranischen Nuklearprogramm

• Der Guardian machte sich (wieder einmal) ziemlich wichtig, als er berichtete, dass die IAEA iranische Nuklear-Tests aufgedeckt habe, die allein dazu dienten, eine Nuklearwaffe herzustellen. Seine Ergebnisse werden nächste Woche veröffentlicht*:

Der Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der neueste in einer Reihe von vierteljährlich erscheinenden Bulletins über die Aktivitäten des Iran; aber dieser wird ein noch nie dagewesenes Maß an Details zu im Iran durchgeführten Forschungen und Experimenten in den letzten Jahren enthalten, die Vermutungen westlicher Offiziellen zufolge nur für den Aufbau und die Entwicklung eines nuklearen Sprengkopfes dienen können. “Das wird eine Wende im iranischen Atomprogramm bedeuten”, sagte ein westlicher Offizieller voraus. “Moskau oder Peking werden sich schwer tun, diese Bedeutung herunterzuspielen.”

• Der Daily Telegraph erhellt, was im nächsten IAEA-Bericht zu lesen sein wird.

• Im Guardian wird auch berichtet, dass Großbritannien seine Krisenpläne für eine Aktion gegen iranische Atomanlagen vorantreibt.

• Wie kann es zu diametral anders formulierten Schlagzeilen bezüglich ein und derselben Umfrage kommen?



• Ein Leitartikel im Independent regt sich [dämlicherweise, aber alles andere als überraschend bei der seit gefühlt ewigen Zeiten antisemitischen Independent-Agenda (bd)] über Israels Raketentests auf:

So oder so: Die Tatsache, dass ein Angriff auf den Iran wieder in der Luft liegt, auch wenn anderswo der Optimismus des arabischen Frühlings vorherrscht, spiegelt Israel erhöhtes Bewusstsein für Verwundbarkeit wider. Und es wirft ein schlechtes Licht auf die israelischen Führer, dass sie bisher nicht in der Lage waren, auf die historischen Veränderungen zu reagieren, die um sie herum entstanden. Es ist nicht allein den Palästinensern zuzuschreiben, dass der Friedensprozess im Nahen Osten seit einem Jahr als erstarrt gilt.

Na ja, dieses überflüssige Geschwätz muss man nicht groß kommentieren, oder? (bd)

Alle weiteren Artikel bitte hier abrufen (In Englisch).

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*Das ist er aber früh dran, der Guardian: Auf der Webseite Free Iran Now! wird das Thema schon seit 2009 erörtert. Einfach mal die Beiträge ab diesem Zeitpunkt durchsuchen.

Medien-Spickzettel vom 1. November 2011

2. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Die Hauptthemen gestern: der UNESCO-Fallout, andauernde Probleme wegen des jüngsten Raketenbeschusses aus Gaza und ein überraschender Gastbeitrag in der NY Times.

UNESCO

• Nun, da Palästina Mitglied der UNESCO ist, haben die USA ihre Zahlungen an die Organisation eingestellt und Kanada hat gleichgezogen. Und die Palästinenser? Sie sind bereits dabei, eine Liste religiöser Stätten in der West Bank zu erstellen, die sie sich einverleiben wollen. Der Sydney Morning Herald schreibt dazu:

Das Joseph-Grab in Nablus – eine bedeutende religiöse Stätte für Christen, Juden und Muslime – steht im Mittelpunkt eines tiefen konfessionsgebundenen Konflikts. Aufgrund der UNESCO-Mitgliedschaft wäre die palästinensische Autonomiebehörde jetzt verantwortlich für die Sicherung des Areals, so der Beamte.

Josephs Grab, um 1900

• Karl Vick (Time) interpretiert den „Symbolcharakter“ der Abstimmung richtig und spricht eine interessante Frage zum Verfahrensrecht an, die möglicherweise dazu dienen könnte, den Palästinensern einen Sitz in der Organisation zu verwehren:

Die UNESCO-Zustimmung für eine Vollmitgliedschaft Palästinas ist nicht ohne praktische Bedeutung: Die UN-Organisation verleiht und stärkt den Status des Weltkulturerbes, und mit Teilen des Aspiranten ’Totes Meer’ auf palästinensischem Territorium sowie der Geburtskirche in Bethlehem und dem Grab Abrahams und seiner Familie in Hebron wird die Mitgliedschaft den Palästinensern mehr Mitspracherecht an einigen der sensibelsten Orte auf dem Planeten geben….

Die Mitgliedschaft wird erst wirksam, wenn die Palästinenser die UNESCO-Verfassung unterzeichnen und ratifizieren, etwas, das voraussichtlich durch eine amtierende Legislative durchgeführt werden würde. Und die fehlt in Palästina, seit die Hamas im Gaza-Streifen die Macht übernommen hat….

• Und ob man es glaubt oder nicht: Ein genauerer Blick auf die UNESCO-Abstimmung zeigt, dass die entscheidende Unterstützung für palästinensische Eigenstaatlichkeit eigentlich schwindet. Bloomberg News erklärt warum:

Bitte weiterlesen und auf die weiteren Beiträge auf dieser Seite achten [In Englisch].

Medien-Spickzettel für die letzten beiden Tage

27. Oktober 2011

HonestReporting Media BackSpin, 27. Oktober 2011

Friedensprozess

• Botschafter Michael Oren diskutiert neueste Themen bei Christian Science Monitor. Sehen Sie seine Einschätzung zum Gilad Shalit-Gefangenenaustausch, dem Arabischen Frühling und einer palästinensischen Eigenstaatlichkeit. Letzteres Thema im Video unten.

• Abbas fordert eine groß angelegte Freilassungsaktion von Gefangenen als Voraussetzung für Friedensgespräche. The Daily Telegraph erklärt:

Zum Äußersten entschlossen, sich Zugeständnisse abzuringen, hat Abbas Israel an ein Versprechen des ehemaligen Premierministers Ehud Olmert erinnert, damit jedem Gefangenenaustausch mit der Hamas eine ähnliche Vereinbarung mit der Fatah folgen solle. Ahmad Tibi, arabischstämmiges Mitglied der Knesset mit engen Verbindungen zu palästinensischen Offiziellen, sagte, dass Abbas nun keine andere Wahl habe als die Erfüllung der Vereinbarung mit Olmert als Bedingung für neue Verhandlungen zu machen.

Offenbar scheint die israelische Regierung anzudeuten, dass sie gegen jegliche Zugeständnisse an Abbas sei – in der Absicht, ihn wegen seines Antrags auf palästinensische Eigenstaatlichkeit in der UNO zu bestrafen.

• Die israelische Polizei schließt Büros der Hamas und PFLP in Ostjerusalem. Vielleicht werden diese dann das Büro des Roten Kreuzes in Beschlag nehmen.

• Einige J-Street-Aktivisten konnten im Delaware News-Journal einen Gastbeitrag einstellen, in dem sie israelische Bauvorhaben im Jerusalemer Viertel Givat HaMatos scharf verurteilen. Über die politische Klugheit der Entscheidung zu diskutieren, ist eine Sache, aber speziell ein Satz klingt besonders hohl:

….wenn gebaut werden würde, dürfte dies den Entwurf von angrenzenden und somit realisierbaren Grenzen des palästinensischen Staates sehr schwierig gestalten.

Es handelt sich hier um eine hochgespielte Schlagzeile, wie man sie schon im Zusammenhang mit anderen Stadtteilen Jerusalems beobachten konnte, vor allem einem als E-1 bekannten 272-Hektar großen Areal. Gibt es ein Viertel, das nicht Dreh- und Angelpunkt für territoriale Ansprüche der Palästinenser ist?

Arabischer Frühling

• John Spooners Karikatur in The Age (Melbourne) ist sicher satirisch gemeint – die Araber geben Israel die Schuld für alles. Trotz der Ausgefallenheit glauben einige Idioten leider tatsächlich diesen Quatsch. Tumbs up für Spooner.


Man kann allerdings auch auf die zionistische Verschwörungstheorie verzichten. Der Gaddafi-Clan will juristisch gegen die NATO vorgehen.

Weitere Beiträge hier und hier [In Englisch].

Über 80.000 Menschen haben unsere erste Slideshow gesehen – Sie auch?

24. Oktober 2011

HonestReporting Media BackSpin, 24. Oktober 2011

Vor wenigen Tagen starteten wir HonestReportierungs erste Slideshow. Mehr als 80.000 haben sich Defending Israel Against Claims of Excessive Force angesehen. Verpassen sie es nicht. Schauen Sie sich die Slideshow an und sagen Sie uns Ihre Meinung dazu.

Sie beleuchtet verschiedene Probleme/Aspekte und wie man zu deren Lösung beitragen könnte. Slideshows ermöglichen uns eine mächtige Informationspräsentation, während wir gleichzeitig in die Lage versetzt werden, die Geschwindigkeit der Informationen zu steuern. Man kann vor- und zurückspulen, ohne den Faden der Nachricht zu verlieren. Die Resonanz übertraf meine Erwartungen.

Bitte auf Link oder Abbildung unten klicken.

Defending Israel Against Claims of Excessive Force


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