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Scheinheiligkeit: Robert Fisk beklagt Berichterstattung über „gefälschte Gräueltaten“

16. Juni 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 9. Juni 2016

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Der berüchtigte antiisraelische Polemiker Robert Fisk ist schon sehr lange dafür bekannt, dass er israelische Militäreinsätze als Gräueltaten und Kriegsverbrechen beschreibt, also lohnt sich ein genauerer Blick auf seine Aussagen über die Berichterstattung über „gefälschte Gräueltaten“ in seinem letzten Meinungsbeitrag für den Independent, wo er folgende Frage stellt:

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Unter Bezugnahme auf „gefälschte Gräueltaten“ schreibt er:

1982 behaupteten israelische Journalisten zum Beispiel, sie hätten Beweise dafür gefunden, dass palästinensische Guerillas im Südlibanon eine Klinik eingerichtet hätten, in welcher Zivilisten getötet wurden, damit ihr Blut entnommen werden konnte — und zwar um verwundeten palästinensischen Guerillas Bluttransfusionen geben zu können.

Die Story kollabierte innerhalb weniger Tage. Sie taucht aber immer noch von Zeit zu Zeit unter den Mythen des Libanonkriegs von 1975-1990 auf und vernebelt die grässlichen Wahrheiten echter Gräueltaten wie z. B. dem Massaker von Sabra und Schatila im Jahr 1982, bei dem 1.700 palästinensische Zivilisten von Israels libanesischen Verbündeten ermordet wurden. Jede gefälschte Gräueltat färbt auf den Beweiskörper anderer, echter Verbrechen ab und beschmutzt die Wahrheit auf Jahrzehnte hinaus.

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Robert Fisk

Eine Story über eine angebliche Gräueltat, die innerhalb weniger Tage widerlegt wurde, erscheint weiterhin als Tatsache? Das vielleicht beste Beispiel für einen solch ernsthaften Bruch journalistischer Ethik in jüngster Zeit wurde verfasst von… Robert Fisk. Und ganz klar erkennt Robert Fisk nicht die Ironie in seinem jüngsten Meinungsbeitrag.

Im Oktober 2006 bekam Fisk die Titelseite des Independent zur Verbreitung der Verleumdung, Israel habe im Südlibanon Waffen auf Uranbasis eingesetzt. Diese Anklage wurde direkt widerlegt, aber Fisk hat seine Verleumdung niemals zurückgenommen, und sie taucht online immer und immer wieder auf, wegen antiisraelischen Aktivisten.

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Das ist derselbe Robert Fisk, der 2002 fröhlich die Lüge des Jenin-„Massakers“ verbreitet hatte. Und vergessen wir nicht, dass der Independent im August 2011 zu Schadenersatzzahlungen an den saudischen Innenminister gezwungen war, nachdem eine Fisk-Story als falsch widerlegt wurde.

Fisk beendet seinen Meinungsbeitrag mit den Worten: „Somit müssen wir Journalisten jede Gräueltat mit semantischen Skalpellen unter die Lupe nehmen, die unseren Weg kreuzt, für gewöhnlich im Nahen Osten.“

Simon Plosker, der leitende Redakteur von HonestReporting, antwortet:

Robert Fisk ist der letzte, der über ethische und professionelle Berichterstattung über vorgebliche Gräueltaten predigen sollte. Die wahre Gräueltat ist die andauernde Bühne, die der Independent einem Polemiker mit Hang zur Beschmutzung der Wahrheit bietet. Fisks Scheinheiligkeit ist wahrlich atemberaubend.

Geschichtsklitterung à la Robert Fisk

4. Februar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 1. Februar 2016

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Robert Fisk, den wir über die Jahre schon öfters kritisieren mussten, hat die zweifelhafte Ehre, seinen Namen dem Kunstverb „fisken“ verliehen zu haben — also einen Zeitungsartikel oder einen Blogbeitrag (etc.) Punkt für Punkt zu widerlegen oder zu kritisieren.

Fisks jüngsten Beitrag im Independent möchten wir gar nicht widerlegen. Dort fragt er, ob Benjamin Netanyahu „verrückt geworden ist“, weil er die kürzlichen Kommentare von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon thematisiert hat. Was aus diesem Text aber wirklich heraussticht, ist Folgendes:

Kurz ein paar Worte über die Geschichte. Israel eroberte 1967 das Westjordanland. Es baute Kolonien auf dem Land, welches der Westen israelische „Siedlungen“ nennt — ähnlich wie die „Siedlungen“ im Wilden Westen, was ihnen einen beinahe europäischen Anstrich verleiht. Danach erkannte Israel, dass es von den USA und ihren Verbündeten für den Bau von Häusern für Ausländer (Israelis) auf dem Eigentum anderer Leute verurteilt wurde. Das ist exakt das, was die israelische Regierung tat und was viele Israelis seither in Frage gestellt haben, da es Israel zum „Besitzer“ von Land außerhalb seiner eigenen von der UN anerkannten Grenzen machte — und dies macht Israel zum einzigen Land, das immer noch einen Kolonialkrieg betreibt.

Die Palästinenser — die rechtmäßigen Besitzer des Landes unter osmanischer (und britischer) Herrschaft — haben dies zu Recht als Diebstahl bezeichnet. Und das ist es auch. Land, das Palästinensern gehört, wurde von Israel für sein eigenes Territorium genommen, auch für seine Produkte — Gemüse und so weiter, welches illegal als israelisches Produkt in der EU verkauft wird, und als die EU sich darüber beschwerte, wurde sie bösartig als antisemitisch beschimpft. So wird Hass erzeugt.

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Robert Fisk

Fisks Geschichtsversion passt eindeutig nicht auf die Fakten. Fisken wir kurz seinen Text.

  • Israel eroberte 1967 nicht einfach so das Westjordanland. Fisk verschweigt, dass Israel als eines der Ergebnisse aus dem Sechstagekrieg die Kontrolle über jene Territorien errungen hatte. Im Sechstagekrieg hatte sich Israel erfolgreich gegen mehrere arabische Armeen verteidigt, die seine Existenz bedrohten.
  • Referenzen wie z. B. „Kolonien“ und „beinahe europäischer Anstrich“ portraitiert Israel fälschlicherweise als Eindringling ohne Verbindung mit dem Land. Ob man mit dem Siedlungsunterfangen nun einverstanden ist oder nicht — die historische Verbindung der Juden zum fraglichen Land ist unbestreitbar. Israelis sind keine „Ausländer“. Juden sind dort Eingeborene, quasi Ureinwohner.
  • Was sind Israels „von der UN anerkannte Grenzen“, die Fisk anspricht? Die sogenannte Grüne Linie wird von niemandem als offizielle Grenze gesehen, und zwar einfach weil es sich hier um eine Waffenstillstandslinie handelt: Dort standen die Armeen, als der Waffenstillstand ausgerufen wurde. UN-Resolution 242, die über die ganzen Jahre als Verhandlungsgrundlage gedient hat, fordert „sichere und anerkannte Grenzen“ sowie einen Rückzug Israels aus im Jahr 1967 „besetzten Gebieten“, wobei mit Bedacht so formuliert wurde, dass nicht von „allen Gebieten“ oder „den Gebieten“ die Rede ist. Als Lord Caradon später gebeten wurde, die britische Position darzulegen, sagte er: „Es wäre falsch gewesen zu fordern, Israel solle zu seinen Positionen vom 4. Juni 1967 zurückkehren, denn jene Positionen waren künstlicher Natur und nicht wünschenswert.“
  • Wer sind die Palästinenser, welche „die rechtmäßigen Besitzer des Landes unter osmanischer (und britischer) Herrschaft“ gewesen sein wollen? Auf diesem Gebiet hat es niemals einen souveränen Palästinenserstaat gegeben. Meint Fisk damit nur das Westjordanland oder den gesamten Staat Israel? Und hätten Palästinenser unter osmanischer Herrschaft das Land besessen, dann würde dies in Fisks Gedankenwelt bedeuten, sie seien die rechtmäßigen Eigentümer allen Landes vom Jordan bis zum Mittelmeer. Indes stahlen Juden kein arabisches Land.
  • Keinerlei Produkte wurden „illegal als israelisches Produkt in der EU verkauft“. Der Disput mit der EU betrifft die Etikettierungsrichtlinien und nicht etwa Gesetze gegen die Vermarktung von Produkten aus jüdischen Siedlungen. Woher auch immer diese israelischen Produkte stammen, sie brachen niemals irgendwelche Gesetze und tun dies auch heute nicht. Zudem hat auch Israel selbst niemals diese Richtlinien verletzt.

Und hier endet unser Fisken.

Israel dämonisieren? Wer, wir?

8. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 6. Oktober 2013

Kaum hatte HonestReporting die Petition gegen die Dämonisierung Israels in den Medien gestartet, da erschien das Problem der Dämonisierung in einem bekannten UK-Medium. Der Independent reagierte mit rechtschaffener Entrüstung auf Schuldvorwürfe eines jüdischen Gemeindeleiters und Journalisten einer rivalisierenden Zeitung, dass der Independent regelmäßig Israel dämonisiere.

Der Independent veröffentlichte dieses Editorial (Hervorhebungen hinzugefügt):

In einer Nebenbemerkung sagte gestern Alex Brummer, City Editor der Daily Mail in der Sendung „Today“ von Radio 4: „Im Vergleich mit dem Guardian und dem Independent, die Israel regelmäßig dämonisieren, und damit die breitere jüdische Gemeinschaft dämonisieren, steht die Daily Mail unmittelbar hinter ihnen.“ Der Guardian kann für sich selbst sprechen. Was den Independent angeht, ist Mr. Brummers Behauptung falsch, kurzsichtig, willentlich ignorant, eine Beleidigung der Integrität unserer Mitarbeiter und eine Beleidigung von Ihnen, unseren Lesern.

Es stimmt, dass der Independent seit seiner Gründung 1986 Werte der Aufklärung hoch gehalten hat; und es hat Zeiten gegeben, in denen das Handeln der israelischen Regierung nicht von aufgeklärtem Denken getrieben gewesen ist.

Unsere Berichterstattung zu Israel wird von unserem vielfach preisgekrönten Nahost-Korrespondenten Robert Fisk geführt. Mr. Risk versteht nach drei Jahrzehnten Berichterstattung über diese Region diese besser als die meisten, die ihn beleidigen, und ist sehr bemüht zwischen Opposition zur israelischen Politik und Antisemitismus zu unterscheiden.

Das wäre dann derselbe Robert Fisk, dem im Oktober 2006 die Titelseite des Independent gegeben wurde, um die Verleumdung zu verbreiten, Israel habe während des Kriegs dieses Sommers im Libanon Waffen auf Uranbasis eingesetzt. Das wurde damals von HonestReporting hinterfragt, gefolgt von einer UNO-Ermittlung, die Israel kurz darauf von den Vorwürfen freisprach, was ebenfalls von offiziellen Vertretern des Libanon bestätigt wurde. HR kritisierte den Independent wegen seines schlampigen Journalismus und weil er keine Richtigstellung brachte.

Bis heute haben Fisk und seine Zeitung es verfehlt den Vorwurf zurückzunehmen.

Könnte diese Art von Verleumdung zur Dämonisierung Israels beitragen? Sicher nicht, folgt man dem Independent.

In der Tat hat Fisk eine lange Geschichte antiisraelischer Schmähungen; er macht Israel für alles verantwortlich, woran die Palästinenser kranken und den Westen für muslimische Verstimmungen. Am Tag nach dem 11. September 2001 trotzte Fisk der zivilisierten Welt und machte Israel, Amerika und sogar die Niederlage des ottomanischen Reichs für den Terroranschlag auf das WTC verantwortlich. Fisk proklamierte:

„… Dies ist nicht der Krieg der Demokratie gegen den Terror, den die Welt in den kommenden Tagen aufgefordert wird zu glauben. Es geht auch um amerikanische Raketen, die in palästinensischen Häusern einschlagen und US-Hubschraubern, die Raketen 1996 in einen libanesischen Krankenwagen feuerten und amerikanische Granaten, die in ein Dorf namens Qana einschlugen und um eine von Amerikas israelischem Verbündeten bezahlte und uniformierte libanesische Miliz, die sich ihren Weg durch Flüchtlingslager hackte, vergewaltigte und mordete.“

Wie kann der Independent – mit völlig gutem Gewissen – tatsächlich Robert Fisk hoch halten und versuchen Vorwürfe zu parieren, die Zeitung dämonisiere Israel?

Das Editorial des Indepentent fährt fort:

Mr. Brummer beging dann zwei intellektuelle Fehler. Erstens misinterpretierte er unsere robusten Ansichten und Skepsis als Dämonisierung; zweitens verschmolz er Opposition zu israelischer Politik mit Antisemitismus. Letzteres ist ironisch angesichts der vielen Juden in Britannien und andernorts, die gegen das Tun aufeinander folgender israelischer Regierungen opponieren.

Vielleicht können wir den Independent an seine berüchtigte und abscheuliche politische Karikatur aus dem Jahr 2003 erinnern:

Die Karikatur stellt Ariel Sharon dar, wie er in das Fleisch eines palästinensischen Babys beißt. Der Hintergrund zeigt Apache-Hubschrauber, die Raketen schießen und die Botschaft trompeten: „Wählt Likud!“

Aber wie könnte diese Art widerwärtiger Darstelllung Israel dämonisieren? Sicher nicht, folgt man dem Independent.

In seinem Editorial scheint der Independet zu argumentieren, dass Opposition zu israelischer Politik mit Antisemitismus zu verbinden, angesichts der Tatsache, dass die israelische Regierungspolitik von vielen Juden nicht geteilt wird, „ironisch“ ist. Statt Alex Brummers Kommentaren ist dies die wahre Beleidigung der Intelligenz.

Niemand legt nahe, das Kritik an Israel automatisch antisemitisch ist. Dass Juden, einschließlich Israelis, und andere sich gegen die Politik israelischer Regierungen stellen, ist ein gesundes Eingeständnis lebhafter Debatte, die nicht auf die Ebenen der Schande absinkt, die vom Independent über Israel ausgekippt wird.

Jüdische Opposition gegen israelische Politik zu nutzen, um aus der Möglichkeit zu entkommen, dass Kritik an Israel die Linie in die Dämonisierung überschreiten kann, ist unredlich.

Der Independet steht auf der Liste der wichtigen internationalen Medienorgane, denen wir unsere Petition schicken werden, mit der wir fordern, dass sie die Antisemitismus-Definitionen des US-Außenministeriums und der EU übernehmen, genau deshalb, damit die Medien wissen, wann sie die Linie überschritten haben.

Helfen Sie uns, indem sie die Petition unterschreien und sie in Ihrer Familie, bei Freunden und Kollegen verbreiten. Der Independent erkennt offensichtlich Dämonisierung nicht. Es ist an der Zeit, dass er das lernt.

Robert Fisk identifiziert sich mit Terroristen

18. Juni 2013

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juni 2013

Keine Ahnung, warum Robert Fisk sich nun auf das Newseum einschießt. Das in Washington beheimatete Medienmuseum hatte mit seiner Entscheidung, neben gefallenen Journalisten auch palästinensische Terroristen zu ehren, Empörung ausgelöst.

Newseum lenkte ein und das Programm lief ohne eine Erwähnung der Hamas-Kameraleute Mahmoud Al-Kumi und Hussam Salama ab (vor einem Monat). Die beiden starben während des letztjährigen Gaza-Konflikts bei einem israelischen Luftangriff.

In Blogger-Dimensionen gedacht handelt es sich hier um einen großen Zeitraum, aber Fisk hat zur Kontroverse doch noch etwas beizutragen. Der Independent-Kolumnist schreibt:

Wenn man in der Datenbank der Organisation nach den Namen Salama und Al-Kumi sucht, erhält man die Auskunft „Journalist nicht gefunden“, sagt er. Das „Newseum“ hat sie ein zweites Mal getötet.

Fisk setzt also Verbrecher und Terroristen mit sich selbst gleich. Es wäre nicht das erste Mal, dass er so vorging. 2001 schrieb Fisk, nachdem er von afghanischen Flüchtlingen beinahe totgeschlagen worden war:

Und ich wiederhole: Wenn ich ein Afghane im Flüchtlingslager gewesen wäre, hätte ich genau so auch gehandelt. Ich hätte Robert Fisk angegriffen. Oder jeden anderen Westler, der mir begegnet wäre.

Fisk ist so weltoffen, dass er seinen Verstand aufgibt. (Bild via Flickr/mohamedn)

NY Daily News desinfiziert BDS*

26. Februar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 26. Februar 2013

Abbildung: Omar Barghouti

Das habe ich auch noch nicht erlebt: Nachdem Omar Barghouti in der NY Daily News einen Gastbeitrag schreiben durfte, um darin die Ziele der BDS-Bewegung zu postulieren, stauchte das Blatt seinerseits Barghouti in einem Leitartikel zusammen.

Es ist eine Sache, duellierende Gastbeiträge zu präsentieren. Aber mit einem scharf formulierten Leitartikel zu antworten, der die offizielle Sichtweise des Blattes repräsentiert, eine wesentlich deftigere. Mir gefiel auch die Vorgehensweise der Zeitung. Blogger würden die Punkt für Punkt vorgebrachten Widerlegungen als Fisking** bezeichnen.

Die Daily News bezeichnet Barghouti sogar als „Agitator“.

Raffiniert wie ein Agitator häuft er eine Unwahrheit nach der anderen auf, um Israel so darzustellen, als würde es die Palästinenser gnadenlos unterdrücken, indem es die Menschlichkeit verletze, und er macht ausschließlich Israel für den ihnen zugefügten Schaden verantwortlich.

Und deshalb, so sagt er, müsse man Israel mit BDS treffen – Handelsboykott, Kapitalabzug und wirtschaftlichen Sanktionen.

Zählen wir mal seine Verfälschungen auf….

Gut, dass das Blatt selbst Barghouti mit seinen eigenen Worten veröffentlichte. Sonnenlicht ist in der Tat ein wirksames Desinfektionsmittel.

(Barghouti-Foto via YouTube/sternchenproductions)

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* Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen

** Anmerkung von mir [bd]:

Bezieht sich auf den Journalisten Robert Fisk.

Er schreibt seit etlichen Jahren verzerrende Kommentare zu Nahost und Israel. Von ihm leitet sich auch das Verb „to fisk“ ab; also verzerren, falsch darstellen und antiisraelisch polemisieren.

Hier ein Link zu ihm auf Wikipedia, der allerdings sehr sorgfältig gelesen werden sollte, weil besonders Wikipedia nicht frei ist von redaktionellen Manipulationen, wenn es um Nahost geht.

Graustufen

22. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 22. September 2012

Charlotte Proudman, Bloggerin beim Independent, spricht Israels Umgang mit afrikanischen Migranten an, nachdem ihr in Tel Aviv die Geldbörse gestohlen worden war. Ja, es ist ein heiß diskutiertes Thema unter Israelis, aber drei Dinge fielen mir anlässlich ihrer Entrüstung auf:

1) Proudman kommt nicht einmal auf die Idee, dass der israelisch-ägyptische Grenzzaun nicht nur afrikanische Asylbewerber zurückhält. Er schützt auch vor Jihadisten aus dem Sinai. Punkt.

2. Proudman fragt sich niemals, warum die afrikanischen Zuwanderer, die auch in andere Länder zuwandern könnten, ausgerechnet nach Israel kommen. Trotz aller Fehler, die Israel auch haben mag, wissen die Afrikaner, dass sie hier besser behandelt werden als sonst wo.

3. Proudman Tonfall legt nahe, dass sie, falls sie eine afrikanische Migrantin wäre, ihre eigene Geldbörse gestohlen hätte. Das ist diese Form moralischer Doppeldeutigkeit, die auch von Robert Fisk, einem weiteren Indy-Kolumnisten, angewandt wird. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Fisk beinahe getötet worden war und seine infame Kolumne wesentlich direkter formuliert war:

Und ich sage es noch einmal: Wenn ich ein afghanischer Flüchtling in Kila Abdullah gewesen wäre, hätte ich genau das getan, was sie getan haben. Ich hätte Robert Fisk überfallen, oder jeden anderen Mann aus dem Westen, der mir begegnet wäre.

Zusammen mit den meisten Israelis wünschte ich mir, dass es einen einfacheren Weg gäbe, das Problem mit den Zuwanderern zu handhaben. Es ist jedenfalls nicht so simpel, wie Proudman es glauben machen will.

(Bild via YouTube/StefanellaStef)

Syrien und Israel: Für Robert Fisk macht das keinen Unterschied

7. Februar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 7. Februar 2012

In seinem jüngsten Kommentar im Independent ist Robert Fisk* ganz versessen darauf, dem Westen zu verklickern, dass nicht alle Revolutionen oder Volksaufstände im Nahen Osten vergleichbar seien:

Das alte Sprichwort muss immer und immer wieder aufgesagt werden: Ägypten war nicht Tunesien, Bahrain war nicht Ägypten, Jemen war nicht Bahrain, Libyen war nicht Jemen. Und Syrien ist definitiv nicht Libyen.

Aber wenn es um Israel geht, ist Fisk moralisch verblendet, was den Unterschied angeht zwischen dem brutalen Vorgehen von Nahost-Regimes wie Syrien auf der einen Seite, das seine eigenen Bürger mit Vorsatz umbringt und Israel andererseits, das alles unternimmt, um Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

Es ist unschwer zu erkennen, wie sich das Gegenteil im Westen abspielt. Die Flut von schrecklichen Facebook-Bildern aus Homs und Stellungnahmen der „Syrischen Freiheitsarmee“, dazu die Verärgerung von Madame Clinton und das Erschrecken darüber, dass Russland sich angesichts des Leidens der Syrer so taub stelle – wie, wenn Amerika alles andere als taub wäre angesichts des Leidens der Palästinenser, von denen etwa 1.300 bei Israels Angriff auf Gaza getötet wurden – entbehrt jeglicher Realität vor Ort.

So weit hat sich mittlerweile selbst in den Medien die unmoralische Gleichwertigkeit zwischen syrischer Brutalität und israelischer Selbstverteidigung manifestiert. Dass Robert Fisk bei dieser Entwicklung mit einem Schrottkommentar an vorderster Stelle steht, überrascht nicht.

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*Anmerkung von [bd]:

Robert Fisk schreibt seit etlichen Jahren verzerrende Kommentare zu Nahost und Israel. Von ihm leitet sich auch das Verb „to fisk“ ab; also verzerren, falsch darstellen und antiisraelisch polemisieren.

Hier ein Link zu ihm auf Wikipedia, der allerdings sehr sorgfältig gelesen werden sollte, weil Wikipedia auch nicht frei ist von redaktionellen Unebenheiten.

Hamas: Israel besetzt Gaza nicht

3. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 3. Januar 2012

Die Hamas gibt zu, dass Gaza nicht von Israel besetzt ist. YNet News zitiert Mahmoud Zahar (Abb. rechts):

„Volkswiderstand passt nicht zum Gazastreifen“, sagte al-Zahar. „Gegen wen genau würde sich ein Aufstand richten? Um solch einen Widerstand handelte es nur zu, wenn Gaza besetzt wäre“. Allerdings behauptete er, dass alle Formen von Widerstand – einschließlich des bewaffneten – für die West Bank angemessen sind, da sie „noch immer im Besatzungszustand ist“.

1. Das wussten wir die ganze Zeit.
2. Erzähl das mal der Flotilla-Bewegung.
3. Das beeinträchtigt den Propagandawert der Reise von Ismail Haniyeh in die Türkei, wo sich Haniyeh mit Ministerpräsident Erdogan traf und die Mavi Marmara besuchte.
4. Wenn Robert Fisk, der Pöbler von Comment is Free, und George Galloway palästinensischer sind als die Hamas, werden sie Zahar gegenüber nachsichtig sein, was seine Verwendung des Begriffes Besatzung betrifft. Letztlich war es ihre Reaktion auf die PaliLeaks.
5. Die Raketen werden sowieso weiterhin fliegen.

(Bild von Zahar via YouTube/alljie)

Theorie von der weltweiten Verschwörung der Zionisten bröckelt

15. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 15. November 2011

Einen schweren Dämpfer erhielt die Theorie von der zionistischen Verschwörung, als Syrien die Arabische Liga zum Werkzeug eben dieser Theorie erklärte. Zur Schadensbegrenzung ließ ich meine Beziehungen zu ein paar Mitverschwörern in der Times of London mit diesem Leitartikel spielen:

Die syrische Antwort war fast schon von geistiger Umnachtung geprägt angesichts der Tatsache, dass die staatliche Nachrichtenagentur umgehend die Liga als „zionistisches Werkzeug“ verurteilte. Mitgliedsstaaten wie Ägypten, Saudi Arabien und die Palästinensische Autonomiebehörde wurden alles Mögliche geheißen, aber kaum dies.

Und die Theorie von der zionistischen Medienverschwörung musste einen weiteren Schlag hinnehmen: Jordanier, die sich mit Syrien solidarisierten, veranstalteten eine Sitzblockade in den Büros von Al Jazeera and Al Arabiya (via Elder of Ziyon)

….um ihrer Verurteilung der irreführenden Kampagne dieser gegen Syrien berichtenden Fernsehsender Ausdruck zu verleihen, die sich zum Ziel gesetzt hatten, im Auftrag der USA eine zionistische Verschwörung gegen die arabische Nation anzuzetteln.

Die Theorie von der weltweiten Verschwörung der Zionisten schwächelt zurzeit ziemlich. Jeder, der die Arabischen Liga lobt, ist automatisch ein Speichellecker Israels.

Ich bin mir nicht sicher, ob irgendwelche Unterstützungsformeln der Mainstream-Medien  für die Arabische Liga unabhängige, rationale Gedanken oder schlicht Anstachelung seitens anderer israelischer Tentakel repräsentieren. Hier aber ein Gruß zu den neuesten und imaginären Mitverschwörern: The Australian, David Ignatius, und Robert Fisk*.

(Bild via Flickr/jaynemoo)

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*Info (Anmerkung von mir [bd]): Robert Fisk ist seit Jahren einer der profiliertesten Tatsachenverdreher zu Berichten über Israel/Nahost.

Mittlerweile hat sich im englischsprachigen Journalismus das Verb „fisken“ etabliert, was so viel bedeutet wie „fälschen, tricksen“.

Israel und der arabische Frühling in An- und Abführungszeichen

11. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 11. August 2011

Zwei Zitate zu Israel und dem arabischen Frühling weckten meine Aufmerksamkeit: das eine vorhersehbar, das andere desillusionierend.

Ich beginne mit [dem unsäglichen] Robert Fisk, dessen Sinn für Ironie, die Angriffe syrischer Truppen auf Hama betreffend, wieder einmal typisch ist:

Man sollte hinzufügen, dass das riesige Rüstungspotential vom syrischen Volk bezahlt worden war, um es vor Israel zu schützen und nicht das syrische Regime vor seinen eigenen Bürgern.

Screenshot eines Al-Arabiya-Videos aus Hama

Auf der anderen Seite wird dieser arabische Aktivist in der NY Times mit einem Satz zitiert, den Israel schon seit Jahren vertritt:

„Wir haben immer gesagt, ‚Wenn du Palästina befreien willst musst du dich selbst befreien“, so Gamal Eid, Gründer des Arabic Network for Human Rights Information, in Kairo.

Dummes Zeug. Seit Jahren lautet die arabische Botschaft, dass ein israelisch-palästinensisches Friedensabkommen den Schlüssel zur Lösung anderer Nahost-Konflikte liefere, den Hass der Araber auf die USA beende, den Iran isoliere, den globalen Jihad eindämme ect.  Nun behaupten die Araber, dass sie stets das Gegenteil gesagt hätten?

Was mich stutzig macht

3. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 3. Juli 2011

• Diese griechischen Marinesoldaten, die die Audacity of Hope am illegalen Auslaufen vom Hafen gehindert hatten, tragen in den Händen etwas, was nicht gerade nach Paintball-Gewehren aussieht.

• Wenn Sie zwischen den Zeilen lesen, sagt dieser PA-Sprecher, dass Abbas keine Ahnung hat.

Abbas spricht sich für Verhandlungen aus. Ghassan Khatib, Sprecher der Palästinensischen Autonomiebehörde, sagte der Irish Times, dass er sich dem UN-Aufruf im September verpflichtet fühle, aber nicht sicher sei, wie man vorgehen solle oder ob es etwas nützt.

• Libysche Rebellen und westliche Medien: Ende der Romanze?

• (ausgerechnet! [bd]) Robert Fisk stellt zur Hisbollah die 1-Million-Dollar-Frage:

Wie lässt sich ein Land regieren, wenn eine seiner wichtigsten Kabinettfraktionen den Vater des Mannes ermordet hatte, der die vorherige Regierung geführte hatte, Ex-Ministerpräsident Saad Hariri?

•Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus: das iranische Staatsfernsehen zensiert Teile von Ahmadinejads Rede.

Julian Assange: Ein zionistischer Neocon?

3. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 3. Dezember 2010

In einem Interview mit Time nimmt Julian Assange Benjamin Netanyahu in Anspruch, um WikiLeaks zu verteidigen:

Und beim israelischen Premierminister [Benjamin] Netanyahu sehen wir, dass er mit einem sehr interessanten Statement herauskommt, nämlich, dass politische Führungspersönlichkeiten nach Möglichkeit so in der Öffentlichkeit sprechen sollten, wie sie es privat auch handhaben. Er glaubt, dass die Resultate dieser Öffentlichmachung, die manch’ private Stimmungslage im öffentlichen Raum halten, in irgendeiner Form einen Fortschritt des Friedensprozesses in Nahost und besonders in Bezug auf die Beziehung zum Iran in Aussicht stellen.

Außerdem wurde Bibi  von Assange als „raffinierter Politiker“ bezeichnet.

Nicht zu vergessen: Assanges Kollege James Ball erklärte Daily Telegraph gegenüber, dass noch weit mehr bisher nicht veröffentlichte Telegramme existierten – zu Israel, dem Vatikanstaat, Nordkorea und anderen Weltregionen. Aber kein Hinweis darauf, welche Enthüllungen man noch im Ärmel hat.

Wenn Sie aber genau hinhören, können Sie beinahe erahnen, wie Robert Fisk in sein Bier hineinsabbert.

NACHTRAG: Die Welt steht wirklich auf dem Kopf. Der israelische Botschafter Ron Prosor erhielt Standing Ovations. Wo? Bei Oxford Union!

WikiLeaks-Zusammenstellung, Israel betreffend

30. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 30. November 2010

Hier die erste Zusammenstellung einiger Enthüllungen, Gedanken und Fallouts zu WikiLeaks und Israel.

• Vor der Operation Gegossenes Blei ersuchte Israel die PA und Ägypten, nach dem Konflikt die Kontrolle über den Gazastreifen zu übernehmen. Beide lehnten jedoch dieses Ansinnen ab, und die PA bestreitet bereits, über die Aktion informiert gewesen zu sein.

Unabhängig davon stellten die USA fest, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan in der Tat Israel hasst:

„Unsere Unterredungen mit und außerhalb der türkischen Regierung….bestätigten Levys Annahme, dass Erdogan Israel schlicht nur hasst“, so der Inhalt des Telegramms.

• Die Lecks „zerstörten“ Walt/Mearsheimers Netroom-Behauptungen, Israel heize einen Krieg gegen den Iran an. Währenddessen fiskt Robert Fisk* sich wieder einmal selbst.

Nicht gerade überraschend spielen arabische Medien die Enthüllungen bezüglich ihrer eigenen Führer herunter, was deren Unterstützung für einen Angriff auf den Iran betrifft:

Etliche derselben arabischen Regierungen, die nach den veröffentlichten Kriegstagebüchern von WikiLeaks eine Untersuchung zu US-Kriegsverbrechen im Irak gefordert hatten, stemmen sich weiterhin gegen Funde durchgesickerter Dokumente, die eindeutig belegen, dass arabische Führer die USA drängten, militärische Maßnahmen gegen den Iran zu ergreifen….

Die meisten Erwähnungen der WikiLeaks-Dokumente in den amtlichen arabischen Nachrichtenmedien wurden jedoch von jeglichem Hinweis auf die Staaten der arabischen Halbinsel getilgt; stattdessen fokussierte man sich auf die Bemühungen der USA, den Schaden der diplomatischen Bemühungen einzugrenzen.

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*to fisk steht heute in der Blogosphäre gleichbedeutend mit „tricksen“ – benannt nach Robert Fisk, der für die israelkritische britische Tageszeitung The Independent seit Jahren gegen Israel mit verzerrenden und verfälschenden Artikeln hetzt.

Israelischer Experte muss sein eigenes Interview auseinandernehmen

14. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 14. April 2010

Nachdem er vor kurzem ein Update seines 2008 erschienenen Buches über skandinavischen Antisemitismus veröffentlicht hatte, wurde Dr. Manfred Gerstenfeld vom norwegischen Staatsrundfunk NRK „interviewed“.

Ich stelle das Interview unter Vorbehalt, weil Sidsel Wold, NRKs Berichterstatterin für Nahost, Gerstenfeld nicht wirklich „interviewte“. „Strafpredigt halten“ wäre wohl angebrachter gewesen in diesem Fall. In einem drei Minuten dauernden Stück sprach Gerstenfeld gerade mal 20 Sekunden, bevor er von Wold abgewürgt wurde.

Wold fuhr fort, ihre Fragen selbst zu beantworten und interpretierte Gerstenfelds Standpunkte in ihren eigenen Worten. Sie schloss die Sendung mit einem Punkt, der meines Erachtens Gerstenfelds These bestätigt. Sie sagte:

Unter der Netanyahu-Regierung geht ein Wind von McCarthy-Feeling durch Israel. Alle Juden oder Israelis, die nicht mit Netanyahus Regierung einverstanden sind, werden als „selbsthassende Juden“ gebrandmarkt. Wenn die Kritiker keine Juden sind werden sie als Antisemiten abgestempelt. Eine einfache Taktik, jegliche unerwünschte politische Debatte zu ersticken.

Norwegen, Israel und jüdische Blogs besitzen eine Abschrift der Ausstrahlung. Gerstenfeld wurde mit der bizarren Aufgabe abgespeist, sein eigenes Interview in einer E-Mail an Wold zu fisken*, das Tundra Tabloids zuging.

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* to fisk bezieht sich auf Robert Fisk. Näheres zur Begriffsbestimmung hier [bd].

10 signifikante Artikel des vergangenen Jahrzehnts

3. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 3. Januar 2010

Ich belasse es heute ausnahmsweise bei den Originalen [in Englisch]. Einfach zu viel Arbeit. Einige Bilder lassen sich vergrößern. Anklicken reicht!

1) Retraction Required

2) My Beating By Refugees is a Symbol of the Hatred and Fury of This Filthy War

3) Three Bullets and a Dead Child

4) How Two Lives Met In Death

5) Even Journalists Have to Admit They’re Wrong Sometimes

6) Ariel Sharon Eats Babies

7) I Was a Naive Fool to Be a Human Shield for Saddam

8.) The News We Kept to Ourselves

9) Photo Op

10) Reuters Doctoring Photos From Beirut?

„Israelische Lobby“ stellt schuldigem Redakteur nach

16. April 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. April 2009

Der BBC Trust (Staatlich geführtes Kontrollgremium; [bd]), zuständig für Beschwerden über die Berichterstattung von Beeb, kam zu dem Ergebnis, dass Jeremy Bowen die Sorgfalts- und Unparteilichkeitsrichtlinien verletzt hatte. So im Juni 2007 mit dem Beitrag How 1967 Defined the Middle East und ein zweites Mal in einer Radioreportage aus Har Homa, die online nicht mehr verfügbar ist. Die gesammelten Ergebnisse kann man im PDF-Format abrufen, dazu HonestReportings (GB) Antwort auf den Beitrag aus dem Jahr 2007.

Bowens Beiträge sind miserabel; und für sich gesehen würden sie einen Journalisten nicht in eine unhaltbare Lage bringen. Aber Bowen wartet leider mit einer Vorgeschichte problematischer Beiträge auf. Und ebenso wie der Nahost-Redakteur eines der weltweit meistverbreiteten Medienunternehmen muss die BBC die Verantwortung für Bowens Litanei von Irrtümern, Unterlassungen und dessen Geisteshaltung übernehmen:

• Eine Dokumentation zu Israels 60. Geburtstag, gespickt mit Unterschlagungen und historischem Revisionismus, Verharmlosungen oder völliger Delegitimierung der drei Jahrtausende alten Wurzeln des jüdischen Volkes im Land Israel. Gleichzeitig werden die Araber als Opfer jüdischer Macht und Böswilligkeit dargestellt.

• Ein internes Memo, das Bowens Standpunkt zum Nahostkonflikt enthüllt, wurde dem Kolumnisten Stephen Pollard zugespielt. Pollards Feststellung:

„In der Tat wird Israel für fast die Schuld zugeschrieben. Die Palästinenser sind für nichts verantwortlich; Israel ist die schuldige Partei. Für jeden israelischen Politiker, den er erwähnt, äußert er Verachtung“.

• Ein Artikel, in dem Israel für die Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen und die damit verbundenen Härten verantwortlich gemacht wird, ohne Hinweis auf die Ursachen für israelische Sanktionen und die zunehmende Hilfe durch Israel und die westliche Welt.

Verbalakrobatik, wenn Terroristen als „Militante“ bezeichnet werden.

• Die Veröffentlichung der schockierenden Behauptung einer palästinensischen Frau in Bowens Kriegstagebuch -, dass ihr Ehemann und der vierjährige Sohn kaltblütig von israelischen Soldaten erschossen worden wären; und das alles ohne stützende oder irgendwelche anderen Medienberichte zu diesem schweren Vorwurf.

• Ein Bericht, der Härten für die Palästinenser nur den israelischen Sicherheitsvorkehrungen zuschreibt, ohne die palästinensische Verantwortlichkeit und Zustimmung für den Kassam-Beschuss Israels durch Raketentrupps oder die Vorbereitung weiterer Terroranschläge einzuräumen.

• Eine unausgewogene Radioreportage, die die Realisierbarkeit der Zweistaatenlösung in Frage stellt. Unter Missachtung der israelischen Sicherheitsinteressen, der Existenz palästinensischer Selbstmordbomber oder des innerpalästinensischen Chaos’ diskutiert Bowen Einschränkungen palästinensischer Bewegungsfreiheit und die Sicherheitsbarriere bei Bethlehem ebenso wie “ illegale“ israelische Siedlungen.

• Ein moralisch verdrehter, allzu vereinfachter Bericht aus Gaza, der Israel beschuldigt, mit seiner „gewalttätigen Besatzungspolitik“ die Palästinenser zu „brutalisieren“.

Normalerweise erregen aufrechterhaltene Beanstandungen dieser Art wenig Aufmerksamkeit, wenn britische Kolumnisten, israelische Zeitungen, Blogger oder die BBC selbst es gebührend zur Kenntnis nehmen.

Doch Bowen traf den Nerv des Independent, wo die Angelegenheit sich zu einem Leitartikel auswuchs, inklusive einer bizarren Reaktion Robert Fisks:

Das Kontrollgremium (Trust) – wie ich dieses Wort liebe, das alles bezüglich der BBC so entehrt hat – ist auf die schändlichste Weise gegenüber der üblichen jüdischen Lobby eingeknickt, die gegen jegliche Fakten behauptet hat, dass Bowen nicht die Wahrheit gesagt hat….

Der Independent protestiert zu viel.

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Jüdische Flüchtlinge? Welche jüdischen Flüchtlinge?

30. Juni 2008

honestreporting Media Backspin, 30. Juni 2008

Vor ein paar Tagen war ich angenehm überrascht, als der Guardian einen sehr guten Kommentar von Lyn Julius über jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern veröffentlichte. Angesichts des üblichen Israels-Bashings auf der Comment Is Free (CiF)-Seite des Blattes stellte das schon eine Rarität dar.

Gut, bei CiF bleibt keine Wohltat ungestraft: Heute antwortet Rachel Shabi auf Julius.

Spoiler alert: Sie geht auf die Juden los.

Mehr über das gefiskte* Zeug bei Judeopundit (via Point of No Return)

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*abgeleitet von Robert Fisk, der uns seit langer Zeit besonders „am Herzen“ liegt.