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Warum machen drusische Dorfbewohner im Libanon den Job der UNO?

13. August 2021

Emanuel Miller, HonestReporting, 9. August 2021

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Libanon-Krieg (2006) hat die Hisbollah die Verantwortung für auf Israel geschossene Raketen übernommen. Am Freitag wurden 19 Raketen von vom Iran unterstützten Terrororganisationen geschossen.

Die Zahl hatte problemlos höher sein können.

Als drusische Bürger eines Dorfes im südlichen Libanon Hisbollah-Kämpfer ausmachten, umzingelten sie die Terroristen und vertrieben sie, wobei sie sie wütend beschuldigten aus einem zivilen Bereich heraus geschossen zu haben.

Der Libanon, der seit Jahren unter einer Wirtschaftskrise aufgrund von Korruption und iranischer Einmischung leidet, steht am Rande des Zusammenbruchs. Weit verbreitete Stromknappheit ist alltäglich und die Währung hat im Lauf des letzten Jahres beträchtlich an Wert verloren.

Das Letzte, was der Libanon braucht, ist ein Krieg mit Israel, aber die Hisbollah hat ein Arsenal von tausenden Raketen und hat gezeigt, dass er Israel angreifen kann.

UNIFIL, die UNO-Friedensschützer-Truppe in der Region, muss ihren Job tun und die Hisbollah davon abhalten den völligen Zusammenbruch des Landes herbeizuführen.

Weitere Informationen zu den Vereinten Nationen und warum ihnen nicht getraut werden kann den Frieden zu erhalten, finden Sie in den folgenden Quellen (auf Englisch):

Daily Telegraph: Israel besetzt noch immer den Südlibanon

21. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 20. Januar 2015 / Übs: YdW

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Ein Selfie von Miss Israel direkt neben Miss Libanon bei einem Miss-Universe-Wettbewerb hat international Schlagzeilen gemacht. Der Grund hierfür war die säuerliche Reaktion von Miss Libanon und vielen ihrer Landsleute. Wir hätten nicht gedacht, dass HonestReporting darüber berichten muss, aber der Daily Telegraph hat einen Artikel veröffentlicht, in dem die tieferen Gründe hinter dem Selfie-Zoff angesprochen werden.

Darin steht auch folgender Kommentar von George Asseily, dem Vorsitzenden des Center for Lebanese Studies:

Der Grund ist, dass Libanon Israel beschuldigt hat – und noch immer beschuldigt -, einen Krieg gegen libanesische Zivilisten zu führen. 2006 gab es sehr viel Zerstörung, und seither hat sich die Beziehung nicht verbessert, da Israel noch immer Teile des Südens besetzt und den Rückzug verweigert, obwohl es sich um libanesisches Gebiet handelt.

Leider findet der Daily Telegraph keine erklärenden Worte für Asseilys Anschuldigung, und daher glaubt der gewöhnliche Leser jetzt, Israel besetze libanesisches Gebiet.

In Wahrheit ist das nicht der Fall. YNet News erklärt:

Die Schebaa-Farmen sind ein kleines Gebiet von ungefähr 28 km² an der Grenze zwischen Israel, Libanon und Syrien. Es liegt auf einem Berg etwa 1.500 m über dem Meeresspiegel und bietet einen Ausblick über das libanesische Bekaa-Tal. Seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 hielt Israel diese relativ hohe Gegend, die ihm gewisse Vorteile in geheimdienstlicher und strategischer Hinsicht bietet. (…)

Schebaa wurde 1974 von den Vereinten Nationen als Teil der von Israel besetzten syrischen Golanhöhen anerkannt. Im Mai 2000 zog sich Israel nach 18 Jahren aus dem Südlibanon zurück. Libanons Hisbollah behauptete, der Rückzug sei unvollständig, da Schebaa sich auf libanesischem – nicht syrischem – Territorium befände. Diese Behauptung gibt Hisbollah einen Grund, um weiter gegen die israelischen „Besatzer“ vorzugehen. In einem Interview mit The Media Line im Jahr 2004 zu diesem Thema sagte Ghasan Al-Ezzi, Professor für Politologie an der Libanesischen Universität in Beirut, die Bürger des Libanon lebten und arbeiteten auf den Schebaa-Farmen, aber das ändere nicht die Tatsache, dass die Region in den Augen der internationalen Gemeinschaft unter syrischer Souveränität stehe.

Wenn sogar die UN anerkennt, dass Israel nicht länger libanesisches Gebiet besetzt, warum kann dann der Daily Telegraph das nicht klarstellen?

UPDATE

Der Daily Telegraph hat Folgendes ergänzt:

Israel besetzt die Region der Schebaa-Farmen, die sowohl vom Libanon als auch von Syrien beansprucht werden.

Soweit es uns betrifft, ist diese Erläuterung nicht hinnehmbar und versagt völlig darin, ein legitimes Gegengewicht zu Asseilys Behauptung aufzustellen oder Klarheit zu schaffen. HonestReporting wird weiter hierüber berichten.

Die windschiefen Prioritäten der BBC

14. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. Juni 2011

Gerade jetzt bietet der Nahe Osten jede Menge wichtiger Nachrichtenstories. Tausende syrische Zivilisten fliehen über die türkische Grenze, um Bashar Assads mörderischer Niederschlagung von Protesten gegen seine Regierung zu entkommen. Im Libanon ist eben eine von der Hisbollah dominierte Regierung ernannt worden.

Doch was ist das zweitwichtigste Thema auf der News Online-Homepage der BBC? Ein von der UNRWA veröffentlichter Bericht über Arbeitslosigkeit im Gazastreifen.


Das sagt eine Menge aus über die windschiefe Wahrnehmung der BBC für Prioritäten, wenn es um Nahost geht. Und die Geschichte selbst stimmt perfekt mit der Weltsicht der BBC überein, in der die Palästinenser – diesmal die Hamas – in keinerlei Weise für die Sorgen der palästinensischen Menschen verantwortlich gemacht werden dürfen.

Für beide – UNRWA und BBC – ist nur ein Part für die wirtschaftliche Misere in Gaza verantwortlich: Israel. Vielleicht denken beide darüber nach, ob die Gazaner besser damit dran wären, wenn die Hamas entschiede, bezüglich der Anhäufung von  Waffen ihr Wort zu brechen und zuzulassen, dass vom Gazastreifen aus Raketen auf zivile israelische Ziele abgefeuert werden. Vielleicht wäre dann eine israelische Blockade obsolet.

Ist es ein Zufall, dass diese Geschichte es in die Schlagzeilen-News der BBC geschafft hat? Oder könnte es damit zu tun haben, dass UNRWA-Sprecher Christopher Gunness, der den Bericht an die BBC und andere Medien zugespielt hatte, rein zufällig ein ehemaliger Mitarbeiter der BBC ist?

Bemerkungen zur Naqba-Berichterstattung

16. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. Mai 2011

Als ich mir die Berichterstattung über die letzten Ereignisse an Israels Grenzen durchgesehen hatte, wurde ich gleich mehrmals aufgeschreckt:


• Demonstranten oder Eindringlinge?

Die meisten Schlagzeilen lauten, dass Israel das Feuer auf „Demonstranten“ eröffnet habe. Aber das waren nicht die Allerweltsdemonstranten, die wir sonst kennen. Es gab ernsthafte Versuche, Israels Grenzen zu überrennen. Und beim Golan war man damit erfolgreich. Bedenken wir, dass es sich hier nicht um die belgisch-niederländische oder selbst die mexikanische Grenze zur USA handelt, wo illegale Einwanderer versuchen, die Grenze zu überqueren, um ein besseres Leben führen zu können. Die Grenzen  zu Syrien, Libanon und Gaza sind Kriegsgrenzen.

Jede Infiltration muss ernst genommen werden – und entsprechend hätte auch die Presse über diese Vorfälle berichten sollen: als Versuch, unrechtmäßig die Grenze eines souveränen Staats zu verletzen.

Und was sollen die vielen Schlagzeilen, die mit „Israel eröffnet das Feuer“ aufwarten? Wieder einmal wird die Geschichte in Farben geschildert, die von israelischer Aggression statt israelischer Reaktion auf eine Provokation sprechen. Dies bringt wahrscheinlich genau das Ergebnis, das sich diejenigen erhoffen, die hinter diesen Vorfällen stecken: ein Medienereignis, gedacht dazu, die IDF-Truppen in eine Konfrontation vor laufenden Fernsehkameras zu verwickeln und, wie im Fall Syrien, von der Unterdrückung im eigenen Land abzulenken.

• Beschuss unbewaffneter Zivilisten?

Beim Betrachten der Ereignisse auf Sky News war es sehr verstörend zu hören, wie Nahost-Korrespondent Dominic Waghorn Israels Aktionen mit denen von Syrien verglich – also beide schießen auf unbewaffnete Zivilisten.

Hey Dominic – glaubst du wirklich, dass man hier ernsthaft einen schlüssigen Vergleich ziehen kann?

Über 800 tote Syrer sind ein Beweis erneuter völliger Missachtung des syrischen Regimes für das Leben seiner eigenen Bürger und ein Beleg für Bashar Assads Entschlossenheit, mit größtmöglicher Brutalität einen nationalen Aufstand niederzuschlagen.

Auch wenn einige Tote und zahlreiche Verletzte selbstverständlich tragisch sind, gibt es keinen Zweifel daran, dass, wenn Israel die gleiche Politik angewandt hätte wie Syrien bezüglich der Kontrolle von Menschenmassen oder Beendigung von Unruhen, die israelischen Soldaten die Eindringlinge und Steinewerfer mit Maschinenpistolen niedergemäht hätte, und wir sähen hunderte Tote statt der relativ überschaubaren Zahl derer, die aufgrund der gestrigen Vorfälle ums Leben gekommen waren.

Hoffentlich legt sich bald wieder die Aufregung um diesen besonders hässlichen Tag, und vielleicht sehen die Medien dann diese Vorfälle in einem größeren Zusammenhang als jetzt, und vielleicht haben dann einige von ihnen realisiert, dass sich in Nahost nicht immer alles um Israel und die Palästinenser drehen muss. Aber darauf würde ich nicht setzen.

Diplomat übt scharfe Kritik an unterschwelligem Lobgesang der NY Times

12. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 12. Januar 2011

Der ehemalige US-Diplomat Jeffrey Feltman kritisiert scharf ein Times-Profil zu Al Akhbar, der von der Hisbollah herausgegebenen Tageszeitung.

Feltman, ehemaliger US-Botschafter im Libanon, schreibt in diesen Leserbrief auf der Opinion-Seite:

Leider ist Al Akhbar kaum Außenseiter und weit weniger heroisch, als Ihr Artikel suggeriert. Al Akhbar würde Hassan Nasrallah, den Generalsekretär der Hisbollah, ebenso wenig kritisieren wie die staatliche Tageszeitung Tishreen in Syrien ihren Präsidenten Baschar al-Assad.

Eine der Kuriositäten, die ich als Botschafter im Libanon wahrnahm, war die große Zahl westlicher Journalisten und Mitarbeiter von NGO’s, die, während sie feinen Wein und das Nachtleben in Beirut genossen, die Hisbollah und ihre Genossen bei Al Akhbar verklärten, als seien diese authentische Stimmen der unterdrückten libanesischen Massen.

Michael Totten mit einer wichtigen Hinzufügung:

Ich wünsche, ich könnte sagen, es wäre bizarr, dass ein enorm anspruchvolles und mehr professionelles Blatt wie die NY Times es alles in allem nett finden würde, etwas über groben Unfug in einem semi-demokratischen Land zu sagen, das in Wirklichkeit respektable Tageszeitungen hat. Aber dies ist typisch für einen skandalös großen Prozentsatz westlicher Reporter, die in Beirut Fallschirm-Journalismus betreiben oder dort ihren Laden aufmachen.

Leseempfehlungen, 13. Dezember 2010

13. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 13. Dezember 2010

Iranische Hardliner drohen mit Zerstörung jüdischen Heiligtums
Königin Esthers Grab soll zerstört werden, falls Israel Schäden an der Al-Aqsa Moschee anrichte, so islamistische Studenten.

WikiLeaks: Israel bot Ende von Überwachungsflügen für US-Geheimdienst an
Das zeigt, dass auch die USA den libanesischen Luftraum auskundschaftete.

UN: Geschmacklosigkeit  zum Jahrestag von 9/11
Warum wird Durban III im September 2011 in New York abgehalten? „Um Salz in die Wunden der Stadt zu streuen und auf den Gräbern zu tanzen.“

Krav-Maga: Israelische Selbstverteidigungstechnik weltweit verbreitet
Krav-Magas zunehmende internationale Beliebtheit beunruhigt israelische Puristen.

Sich weltweit zurückziehen
Was geschah mit all den Auslandsbüros, und  wie kommen internationale Nachrichten in Ihre Heimatzeitung?

WikiLeaks: Menschliche Schutzschilde aus Syrien schützen Hisbollah-Stützpunkte

9. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 9. Dezember 2010

Die neueste WikiLeaks-Enthüllung kann man bei NaharNet nachlesen:

Falls Raketen auf israelische Zivilisten in Tel Aviv runterregnen sollten, hätte Israel ausreichend mächtige Motive, wie im Jahr 2006 Syrien aus dem Konflikt heraus zu halten, aber es könnte auch mit zwingenden Gründen konfrontiert sein, Stützpunkte der Hisbollah in Syrien ins Visier zu nehmen, die sich inner- oder außerhalb bevölkerter Areale befinden„, sagte der Diplomat in der undichten Depesche, die den Titel „Ist jetzt die Zeit gekommen, die Hisbollah zusammen mit Syrien fertig zu machen?“ trägt.

 

Lieb von der Hisbollah, ihre menschlichen Schutzschild-Truppen um Syrer zu erweitern. Während des zweiten Libanonkrieges veröffentlichte die australische Sunday Herald-Sun Fotos, die Vorstadtkrieger der Hisbollah zu outen.*

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*Vielleicht wird sich dann auch wieder der mexikanische Karikaturist Antonio Neri Licon zu Wort melden (bd).

Libanon: Bevorstehender Showdown führt das Land an den Abgrund

10. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 10. November 2010

Dieser Bericht der Beiruter Tageszeitung Daily Star trägt dramatische Züge: Das libanesische Kabinett möchte die Kontroverse über „falsche Aussagen“ auflösen, indem es erwägt, sie an den Obersten Richterrat des Libanon zu verweisen. Dabei steht viel auf dem Spiel:

Eine Abstimmung im Kabinett bzw. deren Scheitern könnte das Land in seine schwerste Krise seit Mai 2008 stürzen und die Regierung „der nationalen Einheit“ bedrohen.

Die von der Hisbollah angeführte Koalition des 8. März spekuliert darauf, dass die Frage der falschen Zeugenaussagen zur internationalen Untersuchung bezüglich der Ermordung des ehemaligen Premierministers Rafik Hariri im Jahr 2005 an den Obersten Richterrat verwiesen wird, um das Sondertribunal zum Libanon (STL) auszuhebeln.

Premierminister Saad Hariri und seine Verbündeten wollen eine Abstimmung vermeiden und drängen darauf, dass der Fall an den Richterrat verwiesen wird, nachdem das STL seine Anklageschrift in dieser Sache formuliert hat (Heraushebung durch mich; [bd]). Die Hisbollah fürchtet, dass das Anklageverfahren einige Namen ihrer Mitglieder aufzählen wird….

Noch ist unklar, welche Seite in der Lage ist, sich die absolute Mehrheit der Stimmen im vorliegenden Fall zu sichern.

Vom eigens einberufenen UNO-Tribunal zum Libanon wird weit erwartet, dass in naher Zukunft Hisbollah-Figuren angeklagt werden.

Wie nicht anders zu erwarten beschuldigt die Hisbollah Israel.

Leseempfehlungen 17. Oktober 2010

18. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 18. Oktober 2010

The Undeniable Jewish State
Democracy and ethnic distinctiveness are perfectly compatible.

Hezbollah Chief ‚Deceived‘ Iran Leader With Gun Gift
‚Najad went to Lebanon, and all he got was a lousy FNFAL 7.62 rifle — out of use since ’74 . . .

General Dayton Ends his Tenure, Replaced by US Air Force General
Who is Michael Moeller, and what does he bring to PA security training?

No Ceasefire Means No Peace In War On Israel
Rupert Murdoch speaks out on the war against Israel.

UNIFIL: Nach 32 Jahren immer noch „interim“

31. August 2010

HonestReporting Media BackSpin, 31. August 2010

Der UN-Sicherheitsrat hat das UNIFIL-Mandat um ein weiteres Jahr verlängert.

Wie kann sich eine seit 32 Jahren bestehende Friedenstruppe als Interimslösung bezeichnen?

Und die nennen Israel einen „Gangsterstaat“

25. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 25. August 2010

Ich frage mich, ob dieser Waffenträger mit der als Hisbollah bekannten „politischen Partei“ in Verbindung steht – oder mit der „Wohlfahrtsorganisation“, die man als Abhash (Vereinigung islamischer Wohlfahrtsverbände) kennt.

Ein Bewaffneter trägt während Zusammenstößen zwischen Unterstützern der schiitischen Hisbollah und einer konservativ-sunnitischen Gruppe im gemischten Wohnviertel Bourj Abu Haidar nahe des Zentrums von Beirut (Libanon) eine Panzerfaust – Dienstag, 24. Aug. 2010. Libanesische schiitische und sunnitische Gruppen feuerten am heutigen Dienstag in Beirut mit Maschinengewehren und Granaten auf einander; dabei wurden zwei Personen getötet und mehrere andere verletzt, nur ein paar Häuserblocks entfernt von einer geschäftigen Innenstadt, die zu dieser Jahreszeit voller Touristen ist. (AP Photo)

Warum eigentlich sind Sympathisanten bewaffneter politischer Parteien und jetzt bewaffneter Wohlfahrtsorganisationen so schnell dabei, Israel einen Gansterstaat zu nennen?

3 Gründe dafür, warum Sie keine Fotos der jüngsten Baumbeseitigung an der Blauen Linie sehen werden

18. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 18. August 2010

Nach Angaben des Beiruter Daily Star reißen sich Israel, der Libanon und UNIFIL am Riemen und erledigen still einige landschaftsgärtnerische Arbeiten entlang der Grenze und entfernen fünf Bäume. Wir werden wohl keine Fotos der Arbeiten zu sehen bekommen, weil:

1. Jeder weiß, dass Routinewartungsarbeiten an der Grenze keine Nachrichten sind.

2. Reuters‘ Anwesenheits-Overkill bei der letzten Operation Gartenarbeit ließ zu viele Verdachtsmomente aufkommen.

3. Der „In-Ort“ für nicht berichtenswerte Fotos ist im Moment der Flughafen von Gaza. Die gestrigen AP-Bilder 1, 2, 3, 4, 5 und 6 versuchen mit Agenturbildern 7, 8, 3, 9, 10, 11, 12, 13 mitzuhalten.

Die Arm-Umdreher der Hamas haben vermutlich das Gefühl, dass die Fotos 14, 15, 16, 17 und 18 (und andere) entweder zu alt waren oder nicht die gewünschte Wirkung auf das westliche Mitgefühl haben.

Palästinenser graben sich durch die ehemalige Startbahn des zerbombten Flughafens von Gaza, um für Bautätigkeiten im vom Krieg verwüsteten Territorium in den Außenbezirken von Rafah im südlichen Gazastreifen den benötigten Kies zu sammeln. (Montag, 16. August 2010) Die Plünderung dessen, was einst ein nationaler Schatz war, spiegelt, wie schlimm die Lage im Gazastreifen geworden ist. Eine israelisch-ägyptische Blockade hat seit fast drei Jahren die Einfuhr fast allen Baumaterials verhindert, was die Gazaner dazu zwang, ihren Schutt in Zement zu verwandeln. (AP Photo/Khalil Hamra

Ganz am Rande: Die folgende Anmerkung des Daily Star könnte Licht auf die wütende Reaktion des Iran auf den Grenzzwischenfall werfen:

Die Bäume wurden als Teil eines vom Iran finanzierten Projekts zur Verschönerung der Landschaft an der Südgrenze gepflanzt.

Würde die Hisbollah die Gaza-Flottille sabotieren?

27. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 27. Juni 2010

Dazu Con Coughlin im Daily Telegraph:

Auch wenn es unglaublich klingen mag: meine libanesischen Quellen berichten mir, dass hochrangige Hisbollah-Funktioäre erwägen, Sprengsätze einzusetzen, die sie während des Libanonkrieges 2006 von den Israelis erbeutet hatten, um eines der Schiffe, die sich auf dem Weg nach Gaza befinden, damit in die Luft zu jagen und Israel dafür die Verantwortung zuzuschanzen.

Auch wenn es weit hergeholt scheint: angesichts der Spannungen zwischen dem Iran und Israel, die sich wegen Teherans Weigerung, von seinem Urananreicherungsprogramm abzulassen, einem kritischen Punkt nähern, kann ich mir gut vorstellen, dass der Iran die Hisbollah dazu ermutigen würde, sich auf eine solch drastische Aktion einzulassen, die die Aufmerksamkeit vom Iran ablenkt. Im unsichtbaren schmutzigen Krieg zwischen Israel und dem Iran, in dem iranische Atomwissenschaftler regelmäßig verschwinden und unerklärliche „Zwischenfälle“ in iranischen Nuklearanlagen passieren, gehe ich von jeder Möglichkeit aus – selbst dass die Hisbollah ein Schiff in die Luft jagt, das für die verbündete Hamas bestimmt ist.

Weit hergeholt?

Es gibt immer wieder Déjà-vu-Erlebnisse.

Pressefreiheit auf Libanesisch

21. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 21. Januar 2010

Memri berichtet:

Libanons staatlicher Sicherheitsapparat verhinderte am 17. Januar landesweit die Auslieferung der kuwaitischen Tageszeitung Al-Siyassa.

Die Ausgabe jenes Tages enthielt einen Artikel mit dem Titel „Von Beirut bis Jemen und Gaza: Das Terrorbündnis der Teufel“, in dem Ahmad Al-Jarallah, der Herausgeber des Blattes, Hisbollah und Hamas angriff.

In seinem Beitrag nannte Al-Jarallah den Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah „ein ferngesteuertes Werkzeug, geleitet von iranisches Machtinteressen.“

Die Libanesen hatten sich wohl nicht mehr einbremsen können, nachdem Reporter ohne Grenzen die Pressefreiheit des Landes weit vor der Israels eingestuft hatte.

Ein Dorf, beansprucht von drei Ländern

1. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 31. Dezember 2009

The Media Line zu Besuch in Ghajar, einem Aleviten-Dorf, auf das Israel, der Libanon und Syrien Ansprüche erheben. Hier eine knappe Zusammenfassung der konkurrierenden Ansprüche.

Libanon: Ghajar war immer libanesisch.

Israel: Ghajar wurde Syrien abgenommen. Eine Rückkehr zum Libanon würde die Hisbollah ermutigen.

Was Syrien betrifft: Mir ist nicht bewusst, ob es syrische Statements speziell zu Ghajar gibt, aber von Bashar Assads Regime weiß man, dass es den Golan vollständig zurück haben will. Und das würde aller Voraussicht nach Ghajar mit einschließen.

Die Einwohner Ghajars: Sie sagen, dass sie Syrer sind, und gleich, welche politische Entscheidung getroffen wird, Ghajar darf nicht geteilt werden.

Kürzlich, bei einer IDF-Führung für Blogger im Norden, sagte uns eine Armeesprecherin, dass die Bewohner es vorziehen, israelische Staatsbürger zu bleiben, aber Repressalien ausgesetzt wären, wenn sie das öffentlich bekundeten.

Dazu passend: Golan Village Divided By Fear

Was will uns die UNRWA eigentlich noch verzapfen?

8. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 8. Dezember 2009

Dieser kurze Ausschnitt aus dem Daily Telegraph wirft eine Menge Fragen zur UNRWA auf:

Die UN Relief and Works Agency [UNRWA: bd] gibt eine Zahl von etwa 400.000 palästinensischen Flüchtlingen im Libanon an, aber die tatsächliche Zahl der dort lebenden Palästinenser ist auf etwa 250.000 bis 270.000 gesunken, da viele ins Ausland gingen, so die Auskunft libanesischer und palästinensischer Offizieller.

Die Situation ist immer noch schwierig, aber wie rechtfertigt die UNRWA eine Mittelakquisition, die auf einer stark übertriebenen Zahl von Flüchtlingen basiert? Was will uns die UNRWA eigentlich sonst noch verzapfen?

Dazu passend: Anonyme Quellen zur Aufnahme von Flüchtlingen.

Nasrallah speist Flüchtlinge ab

2. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. Dezember 2009

Vorgestern stellte die Hisbollah ihre neue IT-Plattform vor. Und interessanterweise schreibt selbst CNN darüber, wie mies der Libanon palästinensische Flüchtlinge behandelt:

Nasrallah forderte für die Palästinenser im Libanon „grundlegende Menschenrechte, die gleichzeitig ihre Identität und ihr Anliegen schützen.“

Nach libanesischem Gesetz haben palästinensische Flüchtlinge keinerlei  Sozial- und Zivilrechte, nur beschränkten Zugang zu öffentlichen Gesundheits- oder Bildungseinrichtungen, darüber hinaus keinen Zugang zu den allgemeinen Sozialeinrichtungen, folgt man den Angaben der ’United Nations Relief and Works Agency’ (UNRWA).

„Die Mehrheit baut allein auf die UNRWA als einzigen Garanten von Ausbildung sowie Gesundheits- und Sozialfürsorge“, so die Agentur auf ihrer Webseite. „Da sie als Ausländer betrachtet werden, sind den palästinensischen Flüchtlingen unter Strafandrohung mehr als 70 verschiedene Formen der Selbständigkeit und Berufsausübung verboten. Dies hat zu einer sehr hohen Arbeitslosenquote unter der Flüchtlingsbevölkerung geführt.“

Die Agentur gibt an, dass im Libanon mehr als 422.000 palästinensische Flüchtlinge registriert sind.

Wenn doch wenigstens diesem Punkt genügend Aufmerksamkeit seitens der pro-palästinensischen Aktivisten gewidmet werden würde. Die grausame Ironie besteht darin, dass Nasrallah nur heiße Luft ablässt. Es liegt nicht im Interesse der Hisbollah, dass die palästinensischen Flüchtlinge in die libanesische Gesellschaft integriert werden oder in die West Bank zurückkehren.

Leider haben auch die arabischen Regime – Die Hisbollah ist Teil des “Systems”die Flüchtlinge verraten.

NY Times unterschlägt Iran-Connection

5. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. November 2009

Den Lesern der NY Times kann man nachsehen, wenn sie nicht wahrhaben wollen, dass der Iran mit der Aufbringung eines mit Waffen beladenen Schiffes auf dem Weg nach Syrien zu tun hatte. Nicht zuletzt, weil Reporterin Myra Noveck schreibt:

Nachrichten zitierten den israelischen Präsident Shimon Peres und weitere Offizielle, die sagten, dass die Waffen aus dem Iran für die Hisbollah im Libanon bestimmt waren, aber Beamte veröffentlichten keinen Beweis, der diese Behauptungen stützte.

Aber hallo. AP hat die Beweise präsentiert:

Geöffnete Kisten eines von Israel am Mittwoch aufgebrachten Frachtschiffes brachten dunkelgrüne Raketen ans Tageslicht. Container des Frachters mit dem Namen Francop trugen die englische Aufschrift „I.R. Iranian Shipping Lines Group.“….

Einige der Waffen wurden in den Francop-Containern versteckt – hinter gestapelten Polyäthylen-Säcken mit der englischen Beschriftung „NPC National Petrochemical Company“ und dem Flammenlogo, das sowohl von der Firma als auch vom iranische Erdöl-Ministerium verwendet wird.

Die Francop-Container wurden sorgfältig mit Gabelstaplern der Armee ausgeladen, um etwaige Explosionen zu vermeiden. Einige trugen die Initialen “ I.R.I.S.L.‘ auf einer Seite und den aussagefähigeren Titel, „I.R. (islamische Republik) Iran Shipping Lines Group“ auf der anderen. Sprengstoffexperten und Einheiten mit Spürhunden untersuchten den Fang.

Das israelische Militär gab bekannt, dass die Frachtpapiere einen iranischen Hafen angaben und als Bestimmungsland Syrien eingetragen war, von wo aus die Waffen an die Hisbollah im Libanon weitergeleitet werden sollten. Das Militär zeigte die Dokumente nicht und Syrien bestritt, dass der Frachter Waffen transportiert hätte.

Die AP-Geschichte kann man auf der Webseite der NYT nachlesen.

UPDATE: Guardian und Independent begingen ähnliche Fehler.

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Crossposting mit Free Iran Now!

Auszeit für Journalisten?

18. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 18. Dezember 2008

Die größte je dagewesene Zahl ehemaliger Journalisten macht sich auf, für die Knesset zu kandidieren. Dazu die Kernaussage bei Haaretz:

Nicht alle Journalisten können diesem Trend etwas Positives abgewinnen. Danny Bloch z.B., ehemaliger Redakteur bei der Tageszeitung Davar, glaubt, dass es für Journalisten, die in die Politik wechseln, eine Auszeit geben müsse. Andernfalls, so gab er zu bedenken, werden die Leser vermuten, dass die Berichterstattung von Journalisten über politische Parteien von deren Wunsch beeinflusst wird, eine sichere Position auf einem Listenplatz zu bekommen.

Lassen Sie uns über den Interessenkonflikt sprechen: Es ist dokumentiert, dass einige altgediente israelische Journalisten, darunter auch Shelly Yachimovich von der Arbeiterpartei und früher bei Reshet Bet News, absichtlich die Nachrichtenberichterstattung so gestalteten, dass sie einen Abzug aus dem Libanon nahelegten, „weil sich dort unsere Söhne befinden.“

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„Eine widerwärtige Erinnerung“

13. August 2008

honestreporting Media BackSpin, 13. August 2008

Das Foto wurde im Libanon aufgenommen. Haben Sie jemals eine BBC-Bildunterschrift gelesen, die den Bombenanschlag auf einen israelischen Bus in dieser Form charakterisierte?

Bildunterschrift:

Der Bombenanschlag ist eine widerwärtige Erinnerung an ehemalige Scheußlichkeiten und mögliche Traumata in der Zukunft.

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