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Die UNESCO, Israel und der Einsatz von Kultur als Waffe

27. Februar 2020

Paul Shindman, HonestReporting, 18. Februar 2020

Die United Nations Educational, Scientific and Cultural OrganizationUNESCO – sagt, ihr Auftrag sei es „Frieden durch internationale Kooperation in Bildung, Wissenschaften und Kultur aufzubauen“. Diese Organisation, die ein prestigeträchtiger Zweig der UNO sein sollte, nimmt das erhabene Ziel in Anspruch „kulturelles Erbe und die gleichberechtigte Würde aller Kulturen“ zu fördern, um „Bande zwischen Nationen zu stärken“.

Oberflächlich tut die UNESCO das durch die Unterstützung von Programmen, die weltweit Bildung fördern, darunter würdige Bemühungen im Bereich Bildung zum Holocaust, dem Kampf gegen gewalttätigen Extremismus, Verbesserung der Bildung für Mädchen, Unterstützung wissenschaftlicher Untersuchungen des Klimawandels und Verteidigung der Medienfreiheit.

Der Krieg der UNESCO gegen Israel

Die UNESCO ist jedoch nicht in der Lage gewesen, der eingefleischten antiisraelischen Einseitigkeit der Vereinten Nationen und dem organisatorischen Missmanagement zu entgehen.

Der antiisraelische Fokus der UNESCO gewann an Schwung, als die palästinensische Autonomiebehörde 2011 volle Mitgliedschaft erhielt, obwohl sie in der UNO nur Beobachterstatus hatte. Israels damaliger UNO-Botschafter Nimrod Barkan sagte: „Die UNESCO befasst sich mit Science [Wissenschaften], nicht mit Science Fiction“, womit er herausstellte, dass Palästina von der UNO nicht als Staat anerkannt war und dass die UNESCO aufgrund eines „politischen Themas außerhalb ihrer Kompetenzen“ handelte.

UN Watch, eine Nichtregierungs-Organisation (NGO), die die UNO beobachtet, berichtete ein beschleunigtes Tempo antiisraelischer Schritte nach dem Beitritt der Palästinenser und führte genauer aus: „Von 2009 bis 2014 verabschiedete die UNESCO 46 Resolutionen gegen Israel; eine zu Syrien; und keine zum Iran, zum Sudan, zu Nordkorea oder irgendeinem anderen Land der Welt.“

Allgemein initiiert von den Palästinensern und unterstützt von arabischen Mitgliedern der Organisation löschen die Resolutionen jüdische Geschichte und die Verbindung des jüdischen Volks zu Welterbe-Stätten im Heiligen Land aus. Kein anderes Land der Welt erhielt eine ähnlich negative Aufmerksamkeit wie Israel.

Israel-Resolutionen der UNESCO trotzen der Wirklichkeit

Die UNESCO hatte mehrere Male darüber abgestimmt Israel mit einer Wortwahl zu tadeln, die jüdische heilige Stätten in Jerusalem und Hebron als palästinensisch beschrieb. Der israelische Botschafter Carmel Shama-Hacohen bezeichnete die Resolutionen als Versuche „der Palästinenser die Geschichte umzuschreiben und unsere Verbindung zu unserem Land loszuwerden“.

Jerusalems Tempelberg vom Ölberg aus gesehen.

Zu den ungeheuerlichsten Beispielen gehört:

  • 2016 beschloss die UNESCO etwas, was Al-Jazira offen als „antiisraelische Resolution“ bezeichnete; darin wurde der Standort der antiken jüdischen Tempel in Jerusalem einzig mit seinem muslimischen Namen Haram al-Scharif Michael Worbs, der Vorsitzende des Direktoriums der UNESCO, war gezwungen zu sagen, er „bedauere“ das, was geschah.
  • Palästinenser und UNESCO versuchten 2016 Israel die Schriftrollen vom Toten Meer abzunehmen, indem sie sagten, die in den 1940-er und 1950-er Jahren in der Wüste Juda entdeckten antiken religiösen jüdischen Manuskripte sein „palästinensisch“ und gehörten den Palästinensern.
  • 2017 erklärte die UNESCO die von Juden wie von Muslimen verehrte die Grabstätte der biblischen Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob und deren Ehefrauen in Hebron zu „palästinensischem Welterbe in Gefahr“. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu verurteile die Organisation wegen der Verwendung poltischer Macht zur Umbenennung der Welterbestätte in eine ausschließlich palästinensische.

Ein Fragment der Schriftrollen vom Toten Meer

2017 zogen sich die USA aus der UNESCO zurück; es hieß, die Entscheidung „spiegelt die US-Bedenken wegen zunehmender Zahlungsrückstände bei der UNESCO, der Notwendigkeit zu grundlegenden Reformen in der Organisation und fortgesetzter antiisraelischer Einseitigkeit in der UNESCO“. Israel folgte den Amerikanern und verließ die UNESCO ebenfalls.

Es war das zweite Mal, dass die USA die umstrittene UNESCO sitzen ließen; sie hatten sich bereits einmal 1984 zurückgezogen, als Washington dem UNO-Gremium vorwarf von seinen „ursprünglichen Ziele und Prinzipien“ abzugleiten. Während der Ära des Kalten Krieges war die UNESCO von der Ost-Welt-Politik und dem, was das Außenministerium „Feindschaft gegenüber den Grundinstitutionen einer freien Gesellschaft“ nannte, verdorben. Die USA traten dem Gremium 2003 wieder bei.

Ist die UNESCO zu rehabilitiert werden?

Trotz der weniger politisierten Arbeit der Organisation in Bildung, Wissenschaft und Kultur ist die Presse der UNESCO gegenüber nicht freundlich gewesen:

  • Das Magazin TIME beschrieb die UNESCO als „eine aufgeblasene Bürokratie mit Gefallen am guten Leben“.
  • Bei der genauen Beschreibung des Abgangs der USA und Israels im Jahr 2017 vermerkte Reuters, dass die UNESCO „um Bedeutung gekämpft hat, während sie zunehmend von regionalen Rivalitäten und Geldmangel behindert wurde“.
  • Joseph Nhan-O’Reilly, ein ranghoher offizieller Vertreter von Save the Children UK, sagte der Medien-Internetseite Devex, dass viele Spender betroffen gewesen waren; er erklärte: „Jeder weiß, dass es der UNESCO nicht gut geht… sie hat das Vertrauen vieler Interessierter verloren.“

Die Besessenheit der UNESCO von Israel dupliziert zudem die Einseitigkeit in Vollversammlung, Sicherheitsrat und Menschenrechtsrat – wo einseitig gegen Israel fokussierende politische Resolutionen die internationalen Institutionen ständig ablenken.

Unter all dem Gerede von dringend notwendigen Reformen bei der UNO wurde die Entscheidung der UNESCO im Jahr 2011 die Palästinenser als Vollmitglied zuzulassen im vollen Wissen getroffen, dass sie das Ende der US-Gelder bedeuten würde.

Streit weise vom Zaun brechen?

Dass die politischen Attacken gegen Israel den US-Rückzug und massive Budget-Defizite auslösten, behindert weiter diejenigen in der UNESCO, die unpolitisch daran arbeiten Bildung, Wissenschaften und Kultur in aller Welt zu verbessern.

Der Kolumnist Schmuel Rosner merkte an, dass Israels Rückzug aus der UNESCO ein Abweichen von der langjährigen Politik des „(UNO)-Mitglied bleiben und für Israels Interessen kämpfen“ sei – deren Hauptbeispiel die Streichung der niederträchtigen UNO-Resolution im Jahr 1991 war, die Zionismus mit Rassismus gleichsetzte.

„Mehrere Organisationen der Vereinten Nationen haben ähnliche antiisraelische Tendenzen“, vermerkte Rosner. „Fakt ist: Die gesamten Vereinten Nationen sind parteiisch gegen Israel … während andere Länder, die weit mehr Schuld auf sich laden, kaum einen Tadel erhalten.“

Angesichts dessen, dass die „schändliche Bilanz der UNO klar macht, dass sie von Israel besessen ist“, scheint es einstweilen so, als habe Israel beschlossen, es habe keine Priorität einen Großteil seiner Ressourcen für die Bekämpfung der Politik der UNESCO auszugeben statt Bildung, Wissenschaften und Kultur zu fördern.

Bild: vectors via Free Vector; Jerusalem CC BY-NC Bert Kaufmann; Schriftrolle vom Toten Meer CC BY Larry Koester; US-Flagge CC0 pxfuel.

CNN: Jerusalems Altstadt „kurz vor der Vernichtung“

11. Juli 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Juli 2015

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Besuchen Sie sie jetzt, bevor es zu spät ist: Bedroht durch Vernachlässigung, den Elementen, neuen architektonischen Trends oder rücksichtslosen Stadtplanern, kämpfen diese herausragenden Gebäude alle einen schweren Kampf ums Überleben.

So drückt sich CNN bei seiner Foto-Slideshow mit „25 großartige Gebäude kurz vor der Vernichtung“ aus. Worum könnte es sich da handeln? Um unbezahlbare antike Gebäude etwa, die in Syrien von ISIS-Fanatikern zerstört werden, z. B. bei der Zerstörung von Artefakten in Palmyra?

Nein.

Das hier ist das erste Foto, das Leser auf CNNs Website begrüßt:

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Gemäß CNN ist die Altstadt Jerusalems „kurz vor der Vernichtung“. Dass die Altstadt auf der UNESCO-Liste des gefährdeten Erbes der Welt steht, ist keine Entschuldigung für ihren Miteinschluss in die CNN-Slideshow. Wie bei vielen UN-Körperschaften kann dieser Status antiisraelischer Politik zugeschrieben werden und nicht der Wirklichkeit.

CNN hatte keinen Grund, sich diesem haarsträubenden Nonsens anzuschließen, insbesondere weil die Altstadt die vielleicht am besten geschützte Welterbe-Stätte im Nahen Osten ist. Alle religiösen Stätten werden von Gesetz und Religionsfreiheit geschützt. Selbst die umstrittenste von ihnen, der Tempelberg, steht unter der Kontrolle der muslimischen Waqf im Rahmen einer Vereinbarung, den Status quo zu wahren.

Tatsächlich besteht die größte Bedrohung des Welterbes der Altstadt in den Palästinensern selbst, die unbeaufsichtigte Ausgrabungen auf dem Tempelberg vorgenommen haben und dabei viele unbezahlbare Antiquitäten zerstörten.

Auf jeden Fall ist es niemandes „letzte Chance“, Jerusalems Altstadt zu sehen, und sie ist ganz gewiss nicht „kurz vor der Vernichtung“, und es steht CNN schlichtweg nicht zu, solches zu behaupten.

Bild: aus dem Film World War Z, © 2013 Paramount Pictures, ein fiktives Werk, das die Zerstörung von Jerusalems Altstadt beinhaltet – nicht weniger fiktiv wie CNNs Behauptungen.

Hebron: Der Moschee-Gag von AFP

15. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2013

Es sagt einiges aus über AFP, wenn die französische Nachrichtenagentur das Grab der Patriarchen in einer Überschrift als „Moschee“ bezeichnet.

Die Palästinenser befinden sich bereits auf dem neuesten Stand, wenn sie sagen, dass sie die UNESCO-Entscheidung dazu nutzen, die Juden vom Gebet am Grab abzuhalten. Die dreiste Tünche von AFP über die jüdischen Verbindungen zur heiligen Stätte von Hebron befördert nur diese Agenda.

Medien-Spickzettel 6. November 2011

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 6. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Die Diskussion über einen israelischen Schlag gegen den Iran und den UNESCO-Fallout überschattet eine Flottille, die so irrelevant war, wie eine MSM Schlagzeile fragte:

Was, wenn die Flottila durchgekommen wäre und es keiner bemerkt hätte?

Der Friedensprozess

• Nachdem die PLO Mitglied der UNESCO geworden ist, will sie in internationalen Foren Aktionen gegen Israel in Gang setzen, um zu verhindern, dass [Israel] „systematisch daran arbeitet, arabische und islamische Kultur in Jerusalem zu zerstören“, und „arabische und islamische Altertümer zu rauben bzw. islamische und christliche heilige Stätten zu zerstören.“ Details bei der Jerusalem Post

• Großbritannien, Frankreich und Kolumbien verzichten auf eine Abstimmung im Sicherheitsrat über einen palästinensischen Staat. Laut The Independent gibt es ernormen Zweifel, dass die PLO 9 Jastimmen zusammenbekommen wird.

• Yoram Ettinger: Warum ein Siedlungsstopp ein Hindernis für den Frieden ist.

• Ein weiterer Luftangriff am Samstagabend vereitelte den Versuch des Islamischen Jihad, eine Rakete nach Israel abzufeuern. Wenigstens AP schildert den Ablauf der Ereignisse richtig.

Ägypten warnt die Gruppierungen in Gaza, dass, wenn sie die Waffenruhe nicht aufrechterhielten, Kairo nicht in der Lage wäre, sie vor einer groß angelegten Bodenoffensive der IDF zu schützen.

• Olivia Ward (Toronto Star) wiegt sich auf die Palästinenser Beitritt UNESCO.

Iran und die Kriegstrommeln

Haaretz schreibt, dass die Flugverbotszone über den Irak dieses Jahr auslaufen wird. Und das ist für Israel von Bedeutung, weil die kürzeste Flugroute von Israel in den Iran über den Irak führt:

In Klausel 27 der Vereinbarung heißt es, dass, falls nötig, die Vereinigten Staaten im Gefahrenfall Bedrohungen für die irakische Souveränität abwehren müssen und verhindert wird, dass [irakischer (bd) Boden und sein Seegebiet oder Luftraum für die Angriffe aus anderen Ländern genutzt wird.

Die Klausel ist angesichts der zunehmenden Spekulationen in den vergangenen Tagen bedeutsam, da Israel die iranischen Atomanlagen angreifen könnte. Es ist nicht sicher, inwieweit sich die USA verpflichtet fühlen – nach den Vereinbarungen, die sie zum Abzug aus dem Irak unterzeichnet hatten. Auf keinen Fall wird die Verbindlichkeit so verpflichtend gehandhabt werden wie zurzeit.

• Ein Leitartikel im Observer bläst sich über Israels scharfe Antwort auf den Iran auf. Wenn man versteht, was dieser Schnipsel hervorhebt, kann man auch heraushören, wie man um Israels Image besorgt ist:

Was immer Netanyahu auch denkt: Er geht ein hohes Risiko für noch höhere Einsätze, wenn er Israels Sicherheit und internationales Ansehen gegen einen ungewissen Ausgang wettet, insbesondere dann, wenn er von einem möglichen israelischen Gegenschlag spricht. Nach dem gescheiterten Versuch Israels im Jahr 2006, die Hisbollah zu besiegen, seinem vergeblichen Kampf gegen die Hamas in Gaza 2009 und der internationalen Schmach, die danach folgte – riskiert Israel, sich in eine Position zu begeben, wo es schwach erscheint – und vielleicht sogar noch schwächer – ein Land bar jeglicher Idee, wie man seine Beziehungen mit seinen Nachbarn ohne Aggression regeln könne.

Meir Javedanfar bewertet die Wahrscheinlichkeit eines israelischen Angriffs auf den Iran.

Unterm Strich: Israel würde ohne grünes Licht aus Washington nichts unternehmen. Siehe auch Leitartikel in der Irish Times und Kommentar von Mark Whittington.

Alle weiteren Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch].

Medien-Spickzettel vom 1. November 2011

2. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Die Hauptthemen gestern: der UNESCO-Fallout, andauernde Probleme wegen des jüngsten Raketenbeschusses aus Gaza und ein überraschender Gastbeitrag in der NY Times.

UNESCO

• Nun, da Palästina Mitglied der UNESCO ist, haben die USA ihre Zahlungen an die Organisation eingestellt und Kanada hat gleichgezogen. Und die Palästinenser? Sie sind bereits dabei, eine Liste religiöser Stätten in der West Bank zu erstellen, die sie sich einverleiben wollen. Der Sydney Morning Herald schreibt dazu:

Das Joseph-Grab in Nablus – eine bedeutende religiöse Stätte für Christen, Juden und Muslime – steht im Mittelpunkt eines tiefen konfessionsgebundenen Konflikts. Aufgrund der UNESCO-Mitgliedschaft wäre die palästinensische Autonomiebehörde jetzt verantwortlich für die Sicherung des Areals, so der Beamte.

Josephs Grab, um 1900

• Karl Vick (Time) interpretiert den „Symbolcharakter“ der Abstimmung richtig und spricht eine interessante Frage zum Verfahrensrecht an, die möglicherweise dazu dienen könnte, den Palästinensern einen Sitz in der Organisation zu verwehren:

Die UNESCO-Zustimmung für eine Vollmitgliedschaft Palästinas ist nicht ohne praktische Bedeutung: Die UN-Organisation verleiht und stärkt den Status des Weltkulturerbes, und mit Teilen des Aspiranten ’Totes Meer’ auf palästinensischem Territorium sowie der Geburtskirche in Bethlehem und dem Grab Abrahams und seiner Familie in Hebron wird die Mitgliedschaft den Palästinensern mehr Mitspracherecht an einigen der sensibelsten Orte auf dem Planeten geben….

Die Mitgliedschaft wird erst wirksam, wenn die Palästinenser die UNESCO-Verfassung unterzeichnen und ratifizieren, etwas, das voraussichtlich durch eine amtierende Legislative durchgeführt werden würde. Und die fehlt in Palästina, seit die Hamas im Gaza-Streifen die Macht übernommen hat….

• Und ob man es glaubt oder nicht: Ein genauerer Blick auf die UNESCO-Abstimmung zeigt, dass die entscheidende Unterstützung für palästinensische Eigenstaatlichkeit eigentlich schwindet. Bloomberg News erklärt warum:

Bitte weiterlesen und auf die weiteren Beiträge auf dieser Seite achten [In Englisch].