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Terroristen als Redakteure

15. Januar 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 15. Januar 2014 / Übs.: YdW

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Gab es bei der New York Times die Entscheidung, Terroristen zu Redakteuren zu erheben?

Laut Margaret Sullivan, ihres Zeichens Public Editor der Times, sah das Blatt aufgrund der Gewaltandrohungen von der Veröffentlichung des aktuellen Charlie-Hebdo-Titelbilds ab, auf dem ein Bild des Propheten Mohammed zu sehen ist, der den jüngsten Terroranschlag beweint.

Einige der älteren Hebdo-Cartoons sind tatsächlich geschmacklos und beleidigend, und man könnte zu Recht sagen, sie abzudrucken hätte keinen „Nachrichten“-Wert. Aber die „Überlebenden“-Ausgabe, die in nur einer Woche von der kleinen Gruppe überlebender Hebdo-Macher produziert wurde, verkaufte sich weltweit millionenfach. Einige Länder haben sie verboten und versucht, alle im jeweiligen Land befindlichen Exemplare zu lokalisieren und aus dem Verkehr zu ziehen.

Das macht es nachrichtenwürdig. Man kann sich nicht mehr hinter der Ansicht verstecken, dieses Titelblatt diene keinem anderen Zweck außer zu beleidigen und ins Lächerliche zu ziehen.

Viele andere Nachrichtenorganisationen haben es veröffentlicht.

Nicht aber die Times.

Sullivan schreibt:

Herr Baquet (Chefredakteur der Times) traf eine schwere Entscheidung, die auch die Sicherheit der Times-Mitarbeiter betrifft, einschließlich derjenigen im internationalen Einsatz. (Diese Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen; erst vor einigen Tagen wurde das Büro einer deutschen Zeitung mit einem Brandsatz beworfen, nachdem diese nach dem Anschlag die Cartoons druckte, und jetzt gibt es neuerliche Bedenken über weitere Vergeltungsschläge.)

In Ordnung. Nach dem Pariser Massaker müssen Medienorganisationen an die Sicherheit ihrer Mitarbeiter denken. Aber das sollte bedeuten, dass sie Wege ersinnen, wie sie ihre Mitarbeiter schützen können. Einfach nur einige Nachrichten wegen Gewaltandrohungen wegzulassen unterläuft ihre Glaubwürdigkeit.

Sagt die Times, dass sie einfach von der Veröffentlichung bestimmter Nachrichten Abstand nimmt, sobald jemand mit Gewalt droht? Wo ist hier die Grenze? Ist das der Grund für die durchgängig antiisralische Haltung der Times? Denn würde sie Ausgewogenheit zeigen, würde das die andere Seite, die zu Gewalt greifen könnte, in Rage bringen?

Die Times zählt zu den einflussreichsten Nachrichtenorganisationen der Welt. Aber jetzt ist klar geworden, dass man ihr nicht trauen kann, dass sie die Nachrichten fair und objektiv darstellt – denn sie hat Terroristen gestattet, ihr den Inhalt ihrer Seiten zu diktieren.

Und sie steht da nicht allein da. Schauen Sie, wie ängstlich diese Sky-News-Moderatorin wird, als ein überlebendes Charlie-Hebdo-Redaktionsmitglied bei einem Interview das Titelblatt ins Bild zu halten versucht. Sie hat Angst, Zuschauer zu beleidigen. Ich finde jedoch kein einziges Beispiel dafür, dass sie bei Inhalten zum Thema Israel je in Panik geraten wäre, weil proisraelische Zuschauer vielleicht beleidigt sein könnten.

Wenn Medien Terroristen zum Redakteur erheben, kann man sich nicht mehr auf ihre Worte verlassen.

Der Beitrag, den der Public Editor der New York Times nicht schreiben wollte

25. November 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 24. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Margaret Sullivan, Public Editor der New York Times (ja, richtig, das ist diejenige, die wir unsere Leser ständig wegen der antiisraelischen Haltung der Times zu kontaktieren auffordern) schreibt diese Woche über die Israel-Berichterstattung der Times und beginnt mit den Worten:

Das ist der Beitrag, den ich nicht schreiben wollte.

Warum wollte sie ihn nicht schreiben? Weil sie zuzugeben gezwungen war, dass die Art, in welcher die Times über Israel berichtet, tatsächlich problematisch ist.

Also warum schrieb sie ihn dann? Das ist recht einfach: So viele Menschen schrieben ihr wegen der Probleme mit der Berichterstattung der Times, dass sie keine andere Wahl hatte als zu antworten. Wenn Sie je ein E-Mail an public@nytimes.com geschickt haben, um sich über die antiisraelische Berichterstattung zu beschweren, dann gute Arbeit.

Sie erhält jedoch auch mächtig Feuer von der anderen Seite, die Israel kritisch sieht und denkt, die Zeitung unterstütze einseitig Israel. Diese Tatsache macht Zuschriften von HonestReporting-Lesern nur um so wichtiger. Ohne Ihre Bemühungen bekäme die Times nur Post von Menschen, die glauben, die Zeitung solle in ihrer Israel-Berichterstattung sogar noch einseitiger sein.

Erwarten Sie bitte nicht, dass die Zeitung plötzlich über Nacht ausgewogener und akkurater wird. Sullivan ist nicht der Ansicht, die Berichte seien Israel gegenüber unfair, und ihre Empfehlungen sind für die Times-Redakteure nicht bindend.

Aber sie sagt, dass Times-Reporter in ihren Berichten historische Zusammenhänge erwähnen sollten, und das ist ein großer Schritt nach vorne. Vielleicht dürfen wir jetzt endlich lesen, dass die Jerusalemer Altstadt für Tausende von Jahren das nationale und spirituelle Zentrum des jüdischen Volkes war, statt dass dort einfach nur steht: „das von Israel 1967 eroberte Ostjerusalem“.

Auch ist sie der Ansicht, dass die Times die palästinensische Regierung und Gesellschaft nicht gründlich genug beleuchtet. Eine ihrer Empfehlungen lautet:

Verbessern wir die Berichterstattung über Palästinenser. Sie sind mehr als nur Opfer, und ihre Ansichten und ihre Regierung verdienen Prüfung und Berichterstattung. Realistische Untersuchungen, was in Schulen gelehrt wird, und über die Art und Weise, wie die Hamas operiert, sollten Teil davon sein. Was ist die Ideologie der Hamas? Was ist ihr Kernglaube, was ihre operativen Prinzipien?

Das sagen wir seit Jahren, und es wird Zeit, dass die Times aufhört, diesen wesentlichen Aspekt des Konflikts zu ignorieren.

Ebenso stimmen wir zu, wenn sie schreibt:

Hören wir auf, nach Symmetrie zu streben. In Schlagzeilen, in Foto-Gegenüberstellungen, in Fotogalerien sieht es teilweise so aus, als sei die Times von Angst getrieben. Vielleicht ist es nur übertriebene Sensitivität, aber es spiegelt nicht unseren Kernwert „der Blick für gute Nachrichten ist wichtiger als alles andere“.

Könnte das bedeuten, dass die New York Times Terroristen und ihre Opfer nicht länger auf dieselbe moralische Plattform stellen wird? Das können wir nur hoffen, aber wir müssen abwarten, ob Sullivans Empfehlungen von den Times-Reportern beherzigt werden.

Die Hauptsache ist jedoch, dass Leser wie Sie die Times zur Veröffentlichung einer selbstkritischen Kolumne brachten, die sie nicht schreiben wollten. Es beweist, dass das Anschreiben von Medien Wirkung hat. Ob es nun die negative, unfaire Berichterstattung über Israel beendet oder einfach nur den vielen antiisraelischen Beschwerden, die die Times ebenfalls erhält, ein Gegengewicht beschert – auf jeden Fall ist eine Wirkung da.

Misslungene Schlagzeile der New York Times: Palästinenser bei Terroranschlägen „verdächtigt“

11. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 11. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Am Montag gab es in Israel zwei separate Terroranschläge. Beim ersten wurde der IDF-Soldat Almog Shiloni, 20, in der Nähe einer Bahnstation in Tel Aviv erstochen. Täter war Nur al-Din Abu Hashiyeh aus Nablus. Später wurde die 26jährige Dalia Lemkus außerhalb der Gemeinde Allon Schewut, die Gusch Etzion angehört, erstochen – und hier war es Maher Hamdi al-Hashalmoun aus Hebron, der mit dem islamischen Dschihad in Verbindung steht.

In beiden Fällen wurden die Täter schnell verhaftet, und bei beiden Vorfällen existiert genug Filmmaterial aus Überwachungskameras, worauf man genau sehen kann, was geschehen ist.

Die New York Times brachte die Story beider Angriffe auf ihrer Website. Sie verwendete folgende Schlagzeile, die auf „palästinensische Angriffe“ hinwies:

Israelische Frau tot und ein Soldat erstochen bei verschiedenen palästinensischen Angriffen

Israelische Frau tot und ein Soldat niedergestochen bei separaten palästinensischen Angriffen

Später überarbeitete die New York Times jedoch ihre Schlagzeile, offenbar um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Almog Shiloni mittlerweile seinen Verletzungen erlegen war. Dies ist nun die aktuelle Schlagzeile online und in der Druckversion:

Palästinenser werden verdächtigt, nachdem zwei Israelis bei Messerattacken starben

Palästinenser werden verdächtigt, nachdem zwei Israelis bei Messerattacken starben

Zu welchem Zeitpunkt genau hat die palästinensische Verantwortlichkeit abgenommen? Ab wann waren die Täter plötzlich „Verdächtige“? Eine solche Schlagzeile wäre verständlich als unmittelbare Reaktion auf unbestätigte Eilmeldungen. Aber die New York Times überarbeitete ihre ursprüngliche Schlagzeile, nachdem kristallklar feststand, dass es sich um palästinensische Terroranschläge handelt.

Zudem mindert die Aussage, die Israelis seien bei den Messerattacken „gestorben“, effektiv die Schwere der Vorfälle. Die Israelis starben nicht einfach. Sie wurden von palästinensischen Terroristen brutal ermordet.

Meinungsseite der New York Times beschreibt Israel als rassistischen Staat

29. Oktober 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 28. Oktober 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Nach dem Gazakonflikt diesen Sommer und den zunehmenden Spannungen zwischen Juden und Arabern steht seit kurzem Israels Behandlung seiner arabischen Minderheit im Vordergrund. Der israelische Präsident Reuven Rivlin unternahm große Anstrengungen, dieses unbestreitbare Problem in der israelischen Gesellschaft anzugehen.

Und hier mischt sich die New York Times ein – ihr Beitrag zur Debatte ist die Veröffentlichung der Meinung von Rula Jebreal, die dieses wichtige Thema angeht, indem sie eine extreme Agenda vorantreibt. Jebreal ist eine italienisch-palästinensische Journalistin, Roman– und Drehbuchautorin mit israelischer und italienischer Staatsbürgerschaft. Sie war eine Kommentatorin für MSNBC, und im Rahmen ihrer Arbeit rügte sie den Sender und andere US-Nachrichtensender in einer Liveausstrahlung, die US-Medien hätten sich im Gazakonflikt auf Israels Seite geschlagen.

Jebreal hat bereits bewiesen, dass sie beim Thema Israel noch ein paar offene Rechnungen hat, und so schreibt sie voller Eifer in der New York Times:

a) Sie beschuldigt Israel der absichtlichen Einführung von Gesetzen, die die Bürgerrechte seiner arabischen Minderheit beschneiden sollen.
b) Sie greift das Rückkehrgesetz als „diskriminierend gegenüber Arabern“ an.
c) Sie lässt wesentlichen Kontext aus, wenn sie sicherheitspolitische Gesetzgebung erwähnt, um israelische Gesetze als inhärent rassistisch darzustellen.
d) Sie beschreibt die IDF als von religiösen Soldaten dominiert, was wiederum zu religiös befeuertem Rassismus führe.
e) Sie stellt die Politik des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman falsch dar.

Sie sagt:

Israel wird immer mehr zu einem Projekt ethnisch-religiöser Reinheit und Ausgrenzung.

Sie greift Israels Rückkehrgesetz an und verlinkt zu einer Datenbank mit „50 diskriminierenden Gesetzen“, die von der Adalah-Organisation unterhalten wird. NGO Monitor sagt: „Entgegen Adalahs ständigen Versuchen, Israel als antidemokratisch und rassistisch hinzustellen, einschließlich häufiger Veranstaltungen bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Plattformen, haben viele der aufgelisteten Gesetze nichts mit israelischen Arabern zu tun noch können sie als ‘diskriminierend’ beschrieben werden.

Zum Rückkehrgesetz sagen Alexander Yakobson und Amnon Rubinstein:

Es unterscheidet nicht zwischen Bürgern im Land. Es setzt die Staatsbürgerschaft von Nichtjuden in keiner Weise herab. Statt dessen ist es gänzlich nach außen gerichtet, an die Juden der Welt. Daher ist bei der Verurteilung des Rückkehrgesetzes die Behauptung stillschweigend inbegriffen, Israel sei die Bevorzugung von Juden in seinen Einwanderungs– und Staatsbürgerschaftsgesetzen verboten.

Sie fahren fort:

Sobald wir Israel als nationale Heimat des jüdischen Volkes und als die Verwirklichung seines Rechts auf Selbstbestimmung anerkennen , können wir ihm nicht das Recht verwehren, seine Türen für Angehörige ebenjenes Volkes zu öffnen. Das Rückkehrgesetz ist ein Repatriierungsgesetz (Rückkehr in ein nationales Heimatland). Seine Rechtmäßigkeit erwächst aus der Existenz des jüdischen Volkes als typisches Diasporavolk und der Existenz des Staates Israel als Nationalstaat jenes Volkes. Es ist das Recht eines Nationalstaats, Angehörigen seiner eigenen Ethnizität, die Bürger anderer Länder sind, eine bevorzugte Behandlung hinsichtlich Einwanderung und Erwerb der Staatsbürgerschaft angedeihen zu lassen.

Ist Jebreals Angriff auf das Rückkehrgesetz, einem zentralen Bestandteil der jüdischen Identität des israelischen Staates, ein Beweis, dass sie mit der Rechtmäßigkeit Israels als Nationalstaat des jüdischen Volkes ein Problem hat?

Jebreal schreibt:

Palästinensische Bürger Israels hingegen unterliegen einem Familienzusammenführungsverbot: Wenn sie einen Palästinenser aus der Westbank oder in Gaza heiraten, können sie wegen dem „Gesetz über Staatsangehörigkeit und Einreise nach Israel“ nicht in Israel leben.

Was sie nicht erwähnt, ist, dass dieses Gesetz, das als einstweilige Anordnung formuliert ist, aus legitimen Sicherheitsgründen im Verlauf der sogenannten Zweiten Intifada verabschiedet wurde. Die jüngste Erweiterung des Gesetzes wurde abgesegnet wie folgt:

Der Schin Bet ist der Ansicht, die Population derer, die um Familienzusammenführung bitten, stelle aufgrund der nachgewiesenen Bedrohung, solches könne bei der Durchführung von Terroranschlägen und bei Spionage helfen, ein Risiko dar.

Überdies ist er der Ansicht, das Sicherheitsrisiko nehme im Lichte regionaler Entwicklungen zu, wobei die Sicherheitslage im Gazastreifen, die Stärkerwerdung islamisch-extremistischer Gruppierungen, die permanente Natur der Hamasregierung in Gaza und die Stärkerwerdung des islamischen Dschihad betont werden.

Jebreal behauptet, selbst vor der Verabschiedung eines kontroversen Gesetzes sei es „Palästinensern praktisch verwehrt gewesen, eine Wohnung in einer mehrheitlich jüdischen Stadt zu kaufen oder zu mieten“. Tatsächlich wird das von ihr zitierte Zulassungsausschussgesetz in kleinen Dörfern und Gemeinden angewandt, die neue Bewohner schon immer auf der Grundlage selektiver Kriterien zugelassen haben. Im israelischen Gesetz gibt es nichts, das es einem arabischen Bürger des Landes verwehren würde, irgendwo Wohnraum zu kaufen oder anzumieten, auch in Städten mit jüdischer Mehrheit.

Jebreal behauptet weiter:

Das Bildungssystem führt zu weiterer ethnischer Separation. Abgesehen von einigen gemischten Schulen sind die meisten Bildungseinrichtungen in Israel in arabische und jüdische aufgeteilt.

Tatsächlich ist diese Aufteilung ein Resultat von Israels Bemühungen, Minderheitenrechte zu schützen, indem es seiner arabischen Bevölkerung die Gelegenheit gibt, gemäß seiner kulturellen Normen auf Arabisch zu lernen. Es ist keine negative Diskriminierungspolitik, wie Jebreal die Leser der New York Times glauben lassen möchte.

Jebreal äußert sich weiter zum Thema Bildung und Erziehung:

Laut Nurit Peled-Elhanan, einer Soziologieprofessorin an der Hebräischen Universität, die die umfassendste Untersuchung der Lehrpläne an öffentlichen Schulen Israels vorgenommen hat, gibt es in israelischen Schulbüchern keinen einzigen positiven Bezug auf Palästinenser. Palästinenser werden entweder als „arabische Bauern ohne Nationalität“ oder als schreckliche „Terroristen“ bezeichnet, wie Professor Peled-Elhanan in ihrem Buch „Palestine in Israeli School Books: Ideology and Propaganda in Education“ dokumentiert.

Tatsächlich wurde Peled-Elhanans Buch von Arnon Groiss, Forschungsdirektor im Center for Monitoring the Impact of Peace (CMIP-RA), gründlich widerlegt. Er schloss:

Es ist klar, dass Dr. Peled-Elhanan das Ziel hatte, die israelischen Lehrpläne als rassistisch hinzustellen. Motiviert von ihrer persönlichen politischen Agenda statt von Forschergeist, schoss sie ihren Pfeil ab und zeichnete danach ein Ziel darum herum – oder anders gesagt, sie brachte ihre vorgefasste Meinung vor und versuchte dann, Beweise dafür zu finden. Das war keine einfache Aufgabe, da israelische Schulbücher kein signifikant rassistisches Material beinhalten, aber dieses Problem schreckte sie nicht ab. Sie bemühte sich eindrucksvoll um angebliche Beweise, ungeachtet der Kosten. (…) Diese stark politisierte und somit einseitige Herangehensweise verzerrt das Material zu einem Bild, wie es ihr gefällt. Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Arbeit.

Jebreal sagt:

Israels Absonderungssystem führte zu einer Situation, wo laut einer kürzlichen Umfrage 42% der Juden sagen, sie seien niemals einem Palästinenser begegnet.

Jebreal vergisst der Einfachheit halber, dass israelische Juden sorglos in palästinensischen Städten aßen und einkaufen, bis die Palästinenserbehörde entstand und es im Jahr 2000 zu einem Gewalt– und Terrorausbruch kam. Kein „Absonderungssystem“ hat zu diesen Umfrageergebnissen geführt, sondern es ist die inhärente Gefahr israelischer Tode durch palästinensischen Terror, die den Tagen ein Ende bereitete, als Juden und Araber sich noch frei untereinander bewegt hatten.

Jebreal stellt die bizarre Behauptung auf, ultraorthodoxe Juden spielten eine Schlüsselrolle in der IDF, und die israelische Armee sei von Religion beherrscht:

Die stärkere Integration ultraorthodoxer Juden nützt eindeutig den jüdischen Israelis, aber für palästinensische Bürger Israels bedeutet dies einen neuen religiös inspirierten Rassismus zusätzlich zur altbekannten säkularen Diskriminierung.

Was ist denn Jebreals Argument? Dass die arabischen Bürger Israels vom Dienst in der IDF ausgenommen sind, schützt sie vor der unbequemen Lage, die Waffe gegen ihre Cousins in den Nachbarländern ergreifen zu müssen. Israelische Araber können jedoch freiwillig in der IDF dienen, und viele Araber, insbesondere aus drusischen und beduinischen Gemeinschaften, dienen verdienstvoll. Es gibt keine Hinweise dafür, dass eine kleine Zunahme ultraorthodoxer Juden in der IDF „religiös inspirierten Rassismus“ fördert.

Jebreals Tirade geht weiter:

Stolz fördern die Führer des Landes eine Politik des Hasses. Israels Außenminister und Führer der säkular-nationalistischen Yisrael-Beiteinu-Partei, Avigdor Lieberman, vertrat einen Aufruf zum Boykott der Geschäfte palästinensischer Bürger Israels und wollte den „Transfer“ von Palästinensern verdächtigerweise für legal erklären lassen.

Keine dieser sogenannten „Politiken des Hasses“ sind Politik der israelischen Regierung, und Jebreal verschweigt wesentliche Zusammenhänge. Liebermans Boykottaufruf war speziell auf Geschäfte gemünzt, die bei einem allgemeinen Streik zur Unterstützung der Palästinenser in Gaza teilnahmen und die die Operation Fels in der Brandung verurteilten, nicht jedoch auf arabische Geschäfte generell.

Und Jebreal verlinkt sogar einen Artikel, der ihrer Behauptung, Lieberman fördere „Transfers“, direkt widerspricht. Der Bericht hält Liebermans Aussage klar fest, sein Plan würde die Verschiebung von Israels Grenzen beinhalten, nicht die Umsiedlung von Menschen, und er weist den Begriff „Transfer“ gezielt zurück. Des weiteren:

Dies wäre im Einklang mit internationalen Gesetzen unter der Bedingung, dass es mit Zustimmung der Palästinenser geschieht, niemanden ohne Staatsbürgerschaft lässt und einen Mechanismus für finanzielle Entschädigung vorsieht, ähnlich demjenigen, der 2005 bei den jüdischen Siedlern während Israels Rückzug aus dem Gazastreifen zum Einsatz kam.

Jebreal spricht sich also gegen Politik aus, die nicht israelischem Gesetz entspricht und die sich zu dieser Zeit nicht einmal auf dem legislativen Radar befindet.

Jebreal schließt:

Während Israel (wie die Vereinigten Staaten) behauptet, anderswo Rassismus und Menschenrechtsverletzungen zu verabscheuen, erlässt die politische Führung des Landes aktiv Gesetze, die ein tiefgreifendes institutionalisiertes Diskriminierungssystem garantieren. Was Israel jedoch braucht, ist eine Bürgerrechtsbewegung.

Wie oben dargelegt, fördert die politische Führung Israels kein „tiefgreifendes institutionalisiertes Diskriminierungssystem“. Statt dessen setzt sich Israel damit auseinander, wie es am besten garantieren kann, dass seine arabische Minderheit in den Genuss aller Möglichkeiten und legalen und demokratischen Rechte kommt, die Israels jüdische Bürger genießen.

Dass alle von Jebreal zitierten Gesetze ausgiebig von Israels Rechtssystem debattiert wurden und dass ein ausgedehntes Netzwerk nichtstaatlicher Organisationen sich für Israels Araber einsetzt, ist ein Zeichen, dass die Bürgerrechte in Israel sehr lebendig sind.

Die New York Times hat die Gelegenheit ergriffen, wieder einmal Israels Unzulänglichkeiten herauszupicken und so aufzublasen, dass ein ganzer Staat dämonisiert wird. Leider ist es mittlerweile genau das, was wir von dieser „maßgeblichen Zeitung“ erwarten.

Der Doppelstandard der New York Times

24. Oktober 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 19. Oktober 2014

DoubleStandards

Margaret Sullivan, Public Editor der New York Times, kämpft mit einem schwierigen ethischen Dilemma. Einige Leser hatten sie gefragt, ob der Kolumnist David Brooks gefeuert werden sollte, weil er (bis vor kurzem) verschwiegen hatte, dass sein Sohn in der IDF dient. Zwar sagt sie, der Militärdienst von Brooks‘ Sohn sollte seiner Arbeit für die Times nicht entgegenstehen, aber sie meint, er hätte die Information nicht verschweigen dürfen, denn die Leser hätten ein „Recht“, so etwas zu erfahren.

Im allgemeinen, so Sullivan, sollten Kolumnisten nicht dem gleichen Grad von Offenlegung unterliegen, wie Reporter ihn haben. Doch da sein Sohn im israelischen Militär diene, habe er eine erweiterte Informationspflicht. Sie schreibt:

Ich glaube nicht, dass die Leser normalerweise wissen müssen, was die Ehepartner von Kolumnisten denken oder welchen Beruf die Brüder haben oder ob eine Tochter in der US-Armee dient. Aber diese Situation hier erscheint mir grenzwertiger. Der Sohn von Herrn Brooks dient als Angehöriger einer ausländischen Militärstreitkraft, die in einen ernsten internationalen Konflikt involviert war – einer, über den der Kolumnist zuweilen schreibt, und der sehr oft in den Nachrichten war.

Schön und gut. Doch wenn es um den Gaza-Chefkorrespondenten der Times geht, der Yassir Arafat als Facebook-Profilbild nutzte und Israelis Terroristen nannte, stieß das bei Sullivan nicht auf Widerspruch. Sogar nachdem Richard Behar in einem Forbes-Artikel darüber berichtete, nahm die Times die Voreingenommenheit ihres Korrespondenten nicht offiziell zur Kenntnis. Tatsächlich arbeitete Fares Akram weiterhin für die Times, selbst nach Veröffentlichung der Story.

Wie kann es sein, dass der Beruf des Sohnes eines Kolumnisten wichtiger ist als die persönliche Bewunderung eines Chefkorrespondenten für einen der schlimmsten Terroristen der Geschichte?

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Bezüglich Brooks’ Sohn schreibt Sullivan:

Ich glaube, eine einmalige Anerkenntnis dieser Situation, und zwar in gedruckter Form (nicht in einem Interview mit einer anderen Publikation), wäre vernünftig. Diese Information ist relevant; und die Leser verdienen es, darüber am selben Ort zu erfahren, an dem diese Kolumnen erscheinen.

Wenn es jedoch um die Yassir-Arafat-Verehrung ihres Gaza-Chefkorrespondenten geht, hält Sullivan die Information offenbar nicht für „relevant“ und denkt nicht, dass es „die Leser verdienen, darüber zu erfahren“.

Mailen Sie Sullivan bitte in englischer Sprache unter public@nytimes.com und fragen Sie, warum es bei der New York Times einen doppelten Standard gibt – auf der einen Seite die Mitarbeiter mit Bezügen zu Israel, auf der anderen Seite die Mitarbeiter mit Bezügen zu palästinensischen Terroristen.

Um sicherzugehen, dass sie Ihre Frage sieht, schreiben Sie bitte folgende Zeilen dazu:
Article Headline: Should David Brooks Disclose His Son’s Israeli Military Service
Date Published: October 8, 2014
Web or Print: Web

Die New York Times gibt die Kontrolle über die Medien durch die Hamas zu

31. August 2014

Simon Plosker, HonestReporting 25. August 2014 (übersetzt von Cora)

In ihrem Bericht über die gezielte Tötung des offiziellen Hamas-Finanzverwalters und Terrorunterstützers Mohammed al-Ghoul findet sich in der New York Times ein kleines, aber wichtiges Zugeständnis zur die Kontrolle der Hamas über das, was die Medien berichten können.

„Die Zeugen, die den Ort einige Minuten nach dem Luftangriff erreichten, berichteten, dass Sicherheitsleute in Zivilkleidung Fotografen daran hinderten Bilder zu machen, Umherstehende wegschickten, das Geld einsammelten und die Überreste des Autos nach weiterem Geld durchsuchten. Der Zeuge wollte aus Angst vor Vergeltung anonym bleiben.“

Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die „Sicherheitsleute in Zivil“ Hamasmitglieder sind. Da sie wie Zivilisten gekleidet sind, stellt sich die Frage, wie viele Terroristen als Zivilisten klassifiziert werden, einfach deshalb, weil sie keine Militär-Uniformen tragen.

Dass Fotografen und Zuschauer davon abgehalten wurden, das Geschehene zu dokumentieren und ein Zeuge Vergeltung fürchten muss, spricht Bände über die tatsächliche Kontrolle der Hamas über Gaza und warum große Teile des Geschehens nicht in die internationalen Medien gelangen.

Es ist sicher nicht verwunderlich, dass die Leiterin des Jerusalemer Büros der NY Times diesen Artikel nicht geschrieben hat. Schließlich tat sie die Verurteilung der Einschüchterungen durch die Hamas durch die Foreign Press Association als „Blödsinn“ ab.

Hat irgendjemand einen Terroristen gesehen?

17. August 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 7.8.2014 (übersetzt von Cora)

Letzte Woche fragten wir, warum die New York Times zwischen all ihren Bildern vom Gaza Konflikt kein einziges Bild von Hamas Terroristen zeigt. Die Fotos der NY Times erzählen nur einen Teil der Geschichte, sagten wir.

In der Art und Weise, wie der Gaza Konflikt in den Bildern der Mainstream-Medien dargestellt wird, fehlt etwas. Es gibt einen auffälligen Mangel an Fotos von Hamaskämpfern und jenen, die die Raketen abschießen.

Es gibt eine Menge Bilder von eingestürzten Gebäuden in Gaza, von Menschen, die vom Unglück des Krieges betroffen sind und auch Fotos und Videos von Geschossen, die vom Iron Dome auf die herankommenden Raketen der Hamas abgefeuert werden. Aber es gibt praktisch kein Bild von der Hamas als Auslöser.

Und da die Bilder der Medien jene ungeheure Macht haben, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, könnte das Fehlen von Aufnahmen, die die Hamas als aggressiv und gefährlich zeigen, große Wirkung darauf haben, wie viel Schuld die Menschen der Hamas geben.

Die Times antwortete, dass sie hunderte von Fotos, die ihre Fotografen gemacht hatten, gesichtet hätten und dabei nur zwei „aus der Ferne und von schlechter Qualität von der Hamas“ gefunden habe. Jetzt wissen wir, warum sie nicht so viele zur Auswahl hatten. Irgendwie konnten ihre Fotografen keinen Hamasterroristen zum fotografieren finden.

Aus einem Interview mit dem Fotografen Wissam Nassar:

F.: Haben Sie irgendwelche Hamaskämpfer oder andere Kämpfer gesehen oder fotografiert?

A.: Ich habe nur einmal Kämpfer gesehen und fotografiert und das war am ersten Tag der humanitären Pause, auf die sich beide Seiten geeinigt hatten, am 20 Juli. Ich hatte kein Problem damit, sie zu fotografieren. Seitdem habe ich keine anderen Kämpfer mehr gesehen.

Es ist ja nicht so, als hätte Nassar den Konflikt 24 Stunden am Tag beobachtet. Er erklärt:

„Meine Tage waren lang und angespannt. Ich war von meiner Familie getrennt, die ich, zu ihrer eigenen Sicherheit zwei Tage nachdem der Krieg begann, nach Ägypten geschickt hatte. Ich verbrachte die Nächte im Büro und die Tage auf der Straße, umgeben vom Krieg. Ich fotografierte Momente des Lebens und Momente des Todes, Menschen die versuchten zu überleben und Menschen in ihren letzten Todeszuckungen. Ich habe zerstörte Häuser fotografiert, Krankenhäuser, Beerdigungen, humanitäre Hilfe, leere Märkte und das tägliche Leben jener Menschen, die während der Pausen in ihre Häuser zurückkehrten.“

Sollen wir wirklich glauben, dass er während der „langen“ und „angespannten“ Tage nur ein einziges Mal ein Hamasmitglied gesehen hat?

Wie hat er es verpasst ein Foto einer einzigen der 3360 Raketen zu machen, die von Gaza aus abgeschossen wurden? Die Hamasterroristen benutzen überall im relativ kleinen Gaza-Streifen Mörser, Panzerfäuste und automatische Gewehre und er hat sie alle verpasst? Oder war er so davon besessen, Bilder von palästinensischen Opfern zu machen, dass er es schlicht vergessen hat, seinem Arbeitgeber auch Bilder von der anderen Seite des Konflikts zu liefern?

Er war auch nicht der einzige Fotograf, den die Times in Gaza hatte. Der Pulitzerpreisträger und bei der Times festangestellte Fotograf Tyler Hicks war ebenfalls dort. Auch er konnte keinen Terroristen oder Raketenabschuss finden.

Hätten wir Zugang zu ihnen gehabt, wir hätten sie fotografiert. Ich habe keine einzige Vorrichtung zum Abschuss von Raketen nach Israel gesehen. Es ist, als würden sie nicht existieren.

Manchmal glauben die Menschen man hätte zu allem Zugang, man könnte alles sehen. Doch die Kämpfer waren nahezu unsichtbar für uns.

Sollen wir wirklich glauben, dass, während die indischen, französischen und finnischen Medien uns mit Beweisen über die Hamas und ihren Raketenabschüssen aus zivilen Gebieten versorgen, die Fotografen der New York Times das irgendwie verpassten? (Siehe: Media Uncovers Launch Sites in Civilian Populated Areas.)

Die Times verteidigte sich zuerst damit, dass man Bilder von der Hamas gezeigt hätte, wenn ihre Fotografen welche eingereicht hätten. Jetzt wissen wir, warum sie das nicht taten. Bitte schreiben Sie an den verantwortlichen Redakteur der Times, in dem sie hier klicken, und fragen Sie, warum ihre Fotografen jene Bilder verpassten, die andere ausländischen Medien machen konnten.

Es sind die Terror-Tunnel, Dummkopf

23. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 21. Juli 2014 (übersetzt von Cora)

Es gibt keinen Platz für die Einwohner Gazas, um sich während der israelischen Luftangriffe zu verstecken, denn es gibt keine Luftschutzbunker.

Wenn man Anne Barnards Bericht in der New York Times liest, könnte man meinen, es läge allein an der fiesen Blockade des Streifens durch die Israelis. Baumaterial, so wird uns erzählt, darf nicht hinein. Eingeklemmt von den israelischen und ägyptischen Grenzbeschränkungen können sie nirgendwohin fliehen.

Und warum solltest du dir die Hände damit schmutzig machen, Gaza das größte Konzentrationslager zu nennen, wenn man eine wesentlich respektablere Person findet, die diese einfältige Beschuldigung für dich übernimmt?

Der britische Premierminister David Cameron nannte Gaza 2010 ein „Freiluft-Gefängnis“, womit er sich Kritik aus Israel einhandelte. In der Realität ist die gewaltige Mehrheit der Einwohner Gazas in der Falle, weil es für sie keine Möglichkeit gibt einen Flüchtlingsstatus hinter einer internationalen Grenze zu bekommen.

Nirgends in dem 968 Wörter langen Bericht wird erwähnt, dass die Hamas Baumaterial zur Verfügung hat oder dass sie es für den Bau von Luftschutzbunkern hätte verwenden können.

Die IDF entdeckte im letzten Jahr einen riesigen Terror-Tunnel in der Nähe des Kibbutz Ein HaShlosha. Nach den Dokumenten, die Al Monitor erhalten hat, war dieser Tunnel

2,5 Kilometer lang und hatte eine Decke, die hoch genug war für einen Mann durchschnittlicher Größe. Der Tunnel war außerdem bemerkenswert breit. Sein Bau verbrauchte 800 Tonnen Beton und die Kosten werden auf 10 Millionen Dollar geschätzt. Etwa 100 Arbeiter müssen mehr als zwei Jahre daran geschuftet haben. Der Tunnel war versehen mit einem Kommunikationsnetzwerk und Elektrizität und er enthielt einen Vorrat an Keksen, Joghurt und anderen Nahrungsmitteln, die es erlaubt hätten, darin mehrere Monate zu verbringen.

Barnard und ihr Herausgeber können nicht auf Unwissenheit plädieren. Die Times nahm das auch auf.

Mit 800 Tonnen Beton und mit 100 Arbeitern könnte man in zwei Jahren eine ganze Reihe Luftschutzbunker bauen.

Und wie wahrscheinlich ist es, angesichts der Herrschaft der Angst durch die Hamas, dass die Palästinenser Reportern wie Barnard erzählen, dass die tief im Boden gesicherten Terror-Tunnel ein relativ sicherer und komfortabler Platz wären, ums sich zu verstecken, nachdem die IDF ihren Anruf oder auf ihrem Dach „anklopft“?

Obwohl viele fliehen, wenn die Bomben fallen, spekulieren israelische Offizielle, dass die Hamas die Menschen mit Vergeltung bedroht, wenn sie weglaufen, um sie so als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Die Einwohner Gazas erwähnen diese Drohungen nicht öffentlich, aber einige sagen, dass sie sich nicht frei fühlen, die Hamas zu kritisieren.

Memo an die Gray Lady: Es sind die Terror-Tunnel, Dummkopf!

Für die New York Times sind es die Palästinenser, die leiden

25. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 17. Juni 2014

Drei israelische Jungen wurden entführt und bis jetzt ist die New York Times mehr am palästinensischen „Leiden“ interessiert. Es ist erst einige Tage her, dass IDF eine große Aktion gestartet hat, um die drei entführten Jugendlichen Eyal Yifrach (19), Naftali Frenkel (16) und Gil-ad Shaar (16) zu finden. Urteilt man nach Jodi Rudorens Bericht in der New York Times, könnte man glauben, Hebron sei seit Monaten oder gar Jahren „belagert“.

Wir hören, dass die Brüder Jaber „besorgt sind, dass die Hochzeit der 17jährigen Tochter Kayeds am Montag ruiniert werden könnte“.

Es wird uns erzählt, dass die örtliche Radiostation „kriegerische Hymnen abspielt, die unterbrochen werden von den Verlautbarungen über die Anzahl der Panzer, die in das Viertel eindringen“ und wie man entlang „der Hauptstraße Süßwarenläden, den Handyständen, Autohäusern und Boutiquen hinter heruntergelassenen Rolltoren und Holzläden müßig herum sitzt.“

Hebrons Bürgermeister wird mit den Worten über das Elend der palästinensischen Menschen zitiert, die alle „in einem großen Gefängnis“ sitzen.

Die einzige israelische Reaktion sind die Verweise eines Soldaten auf Spürhunde und der eines anderen Soldaten, der einen Reporter auffordert „Geh weg!“ Nirgendwo wird darauf hingewiesen, dass die Militäroperation der Israelis sofort enden könnte, wenn und wann die drei Jugendlichen befreit werden. Die israelische Aktion wird als Strafe dargestellt, einzig und allein dazu da, die Palästinenser leiden zu lassen. Und als Sahnehäubchen wird ein Palästinenser zitiert, der meint, die Entführung habe niemals stattgefunden.

Viele hier und überall in den palästinensischen Gebieten, fragen sich, ob die Entführung überhaupt stattgefunden hat. Die Anführer verweisen in einigen offiziellen Verlautbarungen auf die „angebliche Entführung“ und die Netzwerke sind voll mit Verschwörungstheorien darüber, wie die jüdischen Siedler das Geschehen inszenierten oder die israelische Regierung das Ganze als Vorwand benutzt, um die Hamas aus der Westbank zu werfen und die derzeitige Versöhnung zwischen Hamas und der Palästinensischen Befreiungsorganisation zu hintertreiben.
Ahmad Abu Eisheh (27) stellte dazu fest, dass bis jetzt noch kein glaubwürdiges Bekennerschreiben aufgetaucht sei. „Die Hamas bekennt sich zu Entführungen“, sagt Abu Eisheh, der für eine Reinigungsfirma arbeitet. „Ganz sicher ist das ein Film. Sie wollen die Versöhnung zerstören.“

Wenn die New York Times die Unannehmlichkeiten für die Palästinenser wegen der Anstrengungen der Israelis ihre Jungen wieder zu finden als Äquivalent eines terroristischen Akts ansieht, der zu dieser Situation geführt hat, dann ist ganz klar etwas schief gegangen. Der Artikel zeigt einen ernsten Mangel an Ausgewogenheit.

UPDATE: Ein Leser erhielt das folgende Schreiben von Jodi Rudoren:

Wir haben uns entschieden einen Doppelartikel zu bringen statt zwei grundverschiedene Sachen gemeinsam. Das erschien uns respektvoller und eine Möglichkeit jeder mehr Raum zu geben. Einen journalistische Entscheidung, die auf Ausgewogenheit und Vollständigkeit zielte.

Wir sind uns bewusst, dass die Doppelartikel auf derselben Seite der Druckausgabe der New York Times erschienen. Diese Rechtfertigung gilt aber schlicht nicht für die Online-Ausgabe. Nirgendwo innerhalb des Artikels von Jodi Rudoren gibt es einen direkten Lnik zum anderen Text. Einfach ausgedrückt: Rudorens Artikel im Internet sollte als Einzelstück behandelt werden und nicht als Teil eines Pakets.

Ein zweifacher herber Medienschlag für die BDS

22. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 10. Juni 2014

Nach dem erfolgreichen Rolling Stones Konzert in Tel Aviv war es nicht gerade eine tolle Woche für die BDS-Bewegung. Und jetzt wird es noch schlimmer, nachdem gleichzeitig in der New York Times und dem Daily Telegraph kritische Äußerungen gegen den BDS erschienen.

In der New York Times nennt Roger Cohen jene beim Namen, die gegen den Auftritt der Rolling Stones in Tel Aviv waren:

Roger Waters und Nick Mason, Gründungsmitglieder von Pink Floyd, waren lautstark dabei die Israelis der „Apartheid“ zu bezichtigen, als sie versuchten Mick Jagger, Keith Richards und die anderen davon abzuhalten, ihr Konzert am 4. Juni zu geben. „Jetzt in Israel zu spielen, ist das moralische Äquivalent zu einem Auftritt in Sun City während des Höhepunkts der Apartheid in Süd-Afrika“, schrieben sie.

Waters nennt Israel ein „rassistisches Apartheidssystem“ und hat mehr als einmal die Situation der Palästinenser mit der der Juden in Nazi-Deutschland gleichgesetzt. „Das ist kein neues Szenario“, teilte er dem Magazin Counterpunch im letzten Jahr mit und spielte auf das Berlin nach 1933 an, „mit dem Unterschied, dass diesmal das palästinensische Volk ermordet wird.“

Jagger hatte Recht in Tel Aviv aufzutreten und sei es nur als machtvoller Protest gegen die Vorwürfe der europäischen Gutmenschen. Juden erlitten eine systematische, industrialisierte Vernichtung durch die Nazis in jener Zeit, auf die Waters anspielt. Dazu gibt es in Israel keinerlei Parallele. Punkt!

Zu suggerieren, dass es sie gibt, ist wesentlich mehr als intellektuelle Schlampigkeit. Es ist eine Form moralischen Rufmords.

Derweil hebt Jake Wallis Simpson im Daily Telegraph Gegnerschaft zur BDS-Bewegung durch die palästinensische Führung hervor:

So stellt sich heraus, dass die Palästinenserführung die BDS-Aktivisten als wenig mehr denn peinliche Unruhestifter sieht, die sie am liebsten unterdrücken würde.

Omar Barghouti, eine der Führungsfiguren der BDS-Bewegung, antwortet darauf gereizt mit einem ulkigen Statement: „Wenn die vier Männer vor Gericht gestellt werden“, sagt er, „ dann sollten wir die palästinensische Autonomiebehörde dafür verfolgen, dass sie die israelische Besetzung unterstützt.“

In Wahrheit ist schon lange klar, dass viele palästinensische Offizielle nicht mehr daran glauben, dass die BDS-Bewegung den Interessen des palästinensischen Volkes dient.

Ganz offensichtlich wurde dies während des Begräbnisses von Nelson Mandela. Mahmoud Abbas, der palästinensische Präsident sagte gegenüber Reportern: „Nein, wir unterstützen den Boykott Israels nicht.“

Majdi Khaldi, einer der ältesten Ratgeber, wurde noch deutlicher: „Wir sind Israels Nachbarn, wir haben Abkommen mit Israel, wir nehmen Israel wahr und wir bitten niemanden darum, israelische Produkte zu boykottieren.“ (Obwohl die PA durchaus den Boykott von Produkten aus den „Siedlungen“ unterstützt)

Mehr von Jake Wallis Simpson hier und von Roger Cohen hier.

Reuters schießt der Wahrheit ins Knie

1. Juni 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 29. Mai 2014

Die IDF suspendierte eine Soldaten, weil er seine Waffe beim Zusammenstoß während des Nakba-Tags auf nicht genehmigte Weise abfeuerte. So heißt es in israelischen Medienberichten z.B. bei der Jerusalem Post, Ha’aretz, YNet und der Times of Israel.

Die Berichte stellen klar, dass dieser Soldat NICHT die Schüsse abgab, die die palästinensischen Teenager Nadim Nuwara und Mohammed Salameh töteten. Als Mitglied einer nicht kämpfenden Kommunikationseinheit war der fragliche Soldat nicht autorisiert seine Waffe zu benutzen, außer er wird beschossen oder befindet sich in einer lebensbedrohlichen Lage; dennoch feuerte er mehrere Gummigeschosse auf eine Mauer, in der Hoffnung palästinensische Steinewerfer zu verscheuchen.

Jetzt stellen Sie sich vor, was ein fahrlässiger oder verwirrter Reporter mit dieser Information anfangen könnte. Dann sehen Sie sich genau an, wie Reuters Ihre Vorstellung erfüllt:

Berichte: Israelischer Soldat nach tödlichen Schüssen in Westbank suspendiert

Das Problem ist mehr als eine Schlagzeile, der Nuancen völlig fehlen. Der Vorspann ist sogar noch schlimmer:

Israel suspendierte einen Soldaten wegen der tödlichen Schüsse auf zwei palästinensische Teenager bei einem Protest am 15. Mai in der besetzten Westbank, berichteten israelische Medien am Mittwoch.

Die meisten Menschen sehen Schlagzeilen in sozialen Medien und auf Internetseiten, ohne auf die Artikel zu klicken. Die wenigsten, die die Story anklicken, tendieren dazu die ersten zwei oder drei Absätze zu lesen. Nur eine Minderheit der Leser die bis zum siebten Absatz bei dem Bericht blieben, erfuhren – Überraschung! – dass die Suspendierung nichts mit den Toten zu tun hatte.

Es gibt aber keine Beweise, die den Soldaten mit einem der Todesfälle vor dem Ofer-Gefängnis nahe der Westbank-Stadt Ramallah verbindet. Der Soldat wurde suspendiert, weil er Gummigeschosse verschoss, keine scharfe Munition, heißt es in den Berichten.

UPDATE:

Die New York Times hat denselben Fehler gemacht. Ihr Bericht beginnt:

Das israelische Militär suspendierte einen Soldaten, der diesen Monat auf Video festgehalten wurde, wie er sein Gewehr auf Protestierende in der besetzten Westbank abfeuerte. Videobeweise zeigten, dass der Soldat mit seiner Waffe innerhalb von Sekunden schoss, in denen ein palästinensischer Junge kollabiert und zu Boden fiel; es erwies sich, dass er eine tödliche Schusswunde erlitt.

Ein Jahr tendenziöser Berichterstattung: Warum die New York Times gewann

1. Januar 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 26. Dezember 2013

Als die Leser von HonestReporting aufgefordert wurden den „Gewinner“ des Dishonest Reporting Award 2013 zu wählen, war der vorwiegende Unmut am besten mit einer einzeiligen E-Mail zusammenzufassen:

„Die NY Times hat das ganze Jahr über auf Israel eingeprügelt.“

Ein Großteil der Verstimmung konzentrierte sich auf den Op-Ed-Bereich. Eine dauerhafte Parade an Kommentaren mit herablassenden Abqualifizierungen der Befürchtungen Israels wegen des Iran zementierten natürlich den Preis für die Gray Lady in der zweiten Hälfte des Jahres 2013. Das überrascht nicht. HonestReportings Langzeitstudie des Kommentarteils der Times stellte 2012 ähnliche Probleme fest.

Doch die NY Times gab sich redlich Mühe diesen Preis selbst ohne das Problem der Op-eds zu gewinnen.

Die Zeitung fügte seiner Redaktion einen bekannten antiisraelischen Verschwörungstheoretiker hinzu, verherrlichte Steinewerfer, warf Fragen zur Art auf, wie es Korrekturen bringt und beendete das Jahr mit einem blühenden Foto-Fehlschlag. Keine der 2013 auf den weiteren Plätzen Gelandeten wie die BBC, CNN, Ha’aretz und andere kamen den von der Times geschürten Spannungen auch nur nahe.

Um fair zu sein: Es gab ein paar Lichtblicke. Der beste Moment der Gray Lady war, wie ein Leser versicherte, als MEMRI ein Video von Mohammed Morsi ans Tageslicht brachte, wie er sich antisemitisch äußerte. Die Story erntete die breite Aufmerksamkeit nicht, bis die New York Times sie aufgriff, was letztlich zu einer Verurteilung durch das Weiße Haus und öffentliche Überprüfung führte, die Morsi nicht ignorieren konnte.

Die Times ist Amerikas einflussreichste Zeitung, zum Teil wegen ihrer Reichweiter und teilweise wegen ihrer Reputation für journalistische Exzellenz. Mit mehr als 1,8 Millionen Abonnenten, 4,7 Millionen, die ihr auf Facebook folgen und 10,4 Millionen auf Twitter ist die die New York Times die am zweitmeisten besuchte Nachrichtenseite der Welt.

Hier sind die Gründe dafür, dass die Leser von HonestReporting die New York Times für den diesjährigen Dishonest Reporting Award markierten.

Warum die New York Times den Dishonest Reporting Award 2013 gewann

Verherrlichung von Steinewerfern

Nicht einmal, sondern zweimal setzte die Times Steine werfende Palästinenser auf ein strahlendes Podest. Als erstes gab es im März eine Cover Story im New York Times Magazine über die wöchentlichen Proteste in Nabi Saleh (begleitet von einer Fotostrecke mit dem Titel „Die Widerständler“). Der Autor des Textes, Ben Ehrenreich, hatte vorher schon Israel in einem widerlichen Op-Ed in der Los Angeles Times verleumdet; dort verglich er Israel mit dem Südafrika der Apartheid (Südafrika wurde gütiger bewertet) und etikettierte den Gazastreifen als „139 Quadratmeilen-Gefangenenlager“. Und in einer Nachricht bei Harper’s unterstellte Ehrenreich, israel führe einen „Wasserkrieg gegen Palästina“.

Was die Story selbst angeht, waren die spezifischen Kritikpunkte einfach zu langatmig, um hier im Detail darauf einzugehen. Arnold Roth hat eine fesselnde persönliche Verbindung zu dem Artikel. Lesen Sie auch den Ha’aretz-Kolumnisten Chemi Shalev und den Commentary-Redakteur Jonathan Tobin.

Gefragt, was ihn bezüglich Nabi Saleh neugierig machte, sagte Ehrenreich hinterher:

Ich wollte verstehen, was die Leute motiviert weiter zu kämpfen, jede Woche zu demonstrieren, im vollen Wissen darum, was die Konsequenzen sein würden und wie viel sie verlieren konnten.

Memo an Ehrenreich und die Times: Die wöchentlichen Zusammenstöße an Orten wie Nabi Saleh und Bilin werden zur Konsumierung durch die Medien als vorab als Manuskript ausgegeben.

Im August veröffentlichte die Times einen zweiten Blick auf das Steine werfen – diesmal über Jungs aus dem Dorf Beit Omar. Wie erklärte Bürochefin Jodi Rudoren die Gewalt?

Hier in Beit Ommar, einem Dorf von 17.000 Einwohnern zwischen Bethlehem und Hebron, das von jüdischen Siedlungen umzingelt ist, ist Steine werfen ein Durchfahrt-Ritual und ein ehrenvoller Akt des Trotzes. Die Sinnlosigkeit der von gepanzerten Fahrzeugen abprallenden Fahrzeuge spielt kaum eine Rolle: Was zählt, ist die Konfrontation.

HonestReporting erinnerte die Times, dass Steine werfen ein Akt der Gewalt ist. Rudoren trat in die Fußstapfen von Amira Hass, deren Rechtfertigung des Steinewerfens der Ha’aretz-Kolumnistin ihren eigenen Dishonst Reporting einbrachte.

Infragestellung von Israels Existenzrecht

Niemand stellt – sagen wir – Japans Existenzrecht infrage. Dem russischen Volk seine Selbstbestimmung zu verweigern ist antisrussisch. Und inhärente irisch nationale Ansprüche für ungültig zu erklären wird bei Iren überall in der Welt keine Pluspunkte einbringen.

Doch die New York Times hielt es für angebracht einen happigen, 2.052 Worte langen Kommentar von Professor Joseph Levin im März zu veröffentlichen, der argumentierte, dass es nicht antisemitisch ist Israels Existenzrecht infrage zu stellen. Ein jüdischer Staat, behauptet Levine, ist „undemokratisch“, wobei die äußeren Zeichen von Eigenstaatlichkeit ohnehin nichts Besonderes sind.

Die Professoren Ian Lustick (links) und Joseph Levine (rechts)

Doch genau die Rechte, die der Philosophieprofessor den Juden verweigert, werden den Palästinensern gewährt. Selbstbestimmung? Brauchen Juden gar nicht erst zu beantragen.

Ein zweites Op-ed mit der Forderung nach Israels Untergang wurde im September veröffentlicht. Damit schien Professor Ian Lustick eine Einstaaten-Lösung zu fordern. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Lustick darüber hinaus geht den Juden nationale Bestrebungen zu verweigern. Gibt es irgendwie Raum für jüdischen nationalen Ausdruck in der Einstaaten-Fantasie, die Lustick aus dem Nichts seines Elfenbeinturms beschreibt?

In einem derart radikal neuen Umfeld könnten säkulare Palästinenser in Israel und der Westbank sich mit den Postzionisten von Tel Aviv, nichtjüdisch, Russisch sprechenden Einwanderern, Gastarbeitern und israelischen „Global Village“-Unternehmern zusammentun. Antinationale, ultraorthodoxe Juden könnte Gemeinsamkeiten mit muslimischen Traditionalisten finden. Im sich rapide verändernden Nahen Osten nicht an statischen Zionismus gebunden, könnten Israelis, deren Familien aus arabischen Ländern kamen, neue Gründe finden von sich nicht als „östliche“, sondern als arabisch zu denken.

Lusticks Antwort auf Kritiker erinnerte an William Shakespeare-Monologe: Eine Erzählung voller Klang und Wut, der nichts bedeutet.

Sowohl Lustick als auch Levine sind jüdisch, doch keiner repräsentiert irgendwelche jüdischen Mainstream-Ansichten. Schicke akademische Titel gleichen die Unzulänglichkeiten ihrer Argumente nicht aus. Doch was sagt all das über die Times?

Premierminister Netanyahu vor der UNO, 2013

Israel, Iran, und die Vendetta der Gray Lady

Das war absolut der größte Einzelanstoß bei den Lesern von HonestReporting.

Im September versammelten sich die Führer der Welt in New York zum Beginn der UNO-Vollversammlugn. Unter den Zeichen von Tauwetter in den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran brachte die Zeitung eine stete Parade an Nachrichten und Kommentaren, die Israels legitimen Befürchtungen zu Irans Atomprogramm verächtlich machte. So einige Leser gingen so weit zu implizieren, dass die Gray Lady entweder als Sprachrohr für die Obama-Administration agiert oder eine persönliche Vendetta gegen Premierminister Benjamin Netanyahu führt. Oder beides. So schrieb der Reporter Avi isssacharoff von der Times of Israel damals:

Rouhanis Lächeln. Die New York Times schient eine Kampagne gegen Premierminister Benjamin Netanyahu zu steuern, der sagte, Sanktionen gegen den Iran dürften nicht aufgehoben werden und vor den wahren Absichten der Islamischen Republik warnte. Gewisse westliche Journalisten werden möglicherweise von der Hoffnung – und vielleicht zu einem gewissen Grad von Naivität – getrieben, dass die Krise keine Gewaltanwendung benötigen wird.

Doch die Anti-Netanyahu-Kampagne übersieht (oder ignoriert) die Tatsache, dass die argwöhnische israelische Regierung wenig überraschend sich der Unterstützung vieler arabischer Länder erfreut – einschließlich Ägyptens, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate – die in Sachen Iran nicht naiv sind.

Und Dror Eydar von Israel HaYom fügte an:

Die Times hat eine lange Geschichte der Unterstützung auch der leiseste Hoffnung, wenn es um die Aussöhnung mit skrupellosen Diktatoren geht.

Was trieb zu diesen Vorstellungen?

  1. Ein Redaktionskommentar verwechselt israelische Skepsis mit Böswilligkeit.
  2. Ein Redaktionskommentar beschuldigt Netanyahu die Atomgespräche vorsätzlich zu sabotieren.
  3. Ein Redaktionskommentar impliziert auf herablassende Weise, die Türkei und Saudi-Arabien rebellierten gegen die amerikanischen Gebieter.
  4. Ein Redaktionskommentar macht aus Israel den Sündenbock für den Zusammenbruch der Diplomatie zwischen den USA und dem Iran.
  5. Ein Redaktionskommentar legt nahe, dass eine Vereinbarung mit den Iran wichtiger ist als die Inhalte des Deals.
  6. Ein Redaktionskommentar beschreibt israelische Einsprüche zur Interimsvereinbarung als eine der „vor uns liegenden Tücken“.
  7. Ein Redaktionskommentar beschreibt Netanyahus Einwände zu einem Interimsabkommen als „hysterische Opposition“.
  8. Roger Cohens herablassende Meinung zu „Bibis ermüdende iranische Sprüche“.
  9. Roger Cohens abschätzige Sicht zu Israels Sorgen.
  10. Tom Friedman behauptet, die Opposition im Kongress zum Weißen Haus in Sachen Iran stamme „aus einer wachsenden Tendenz amerikanischer Parlamentarier alles zu tun, was die Israel-Lobby von ihnen fordert…“
  11. Tom Friedman bagatellisiert Israels Sorgen, indem er „den verrückten Bibi“ mit dem „coolen Obama“ vergleicht.
  12. Tom Friedmans herablassende Darstellung besorgter amerikanischer Verbündeter.
  13. Jodi Rudorens übertriebene Analyse zu Netanyahus politischer Isolation. (Dieser Artikel bekam noch einmal Schwung, weil die Zeitung eine Beschreibung Sara Netanyahus korrigierte. Rudoren schickte der Frau des Premierministers außerdem eine persönliche Entschuldigung.

Auf all das zurückblickend fragten sich die Leser: Nutzte die Times die Gelegenheit es Bibi zurückzugeben, nachdem er in seiner Rede vor der UNO die NY Times herausforderte? Wenn, war dann das in einer derart existenziellen Frage zu tun, ein angemessener Weg eine Rechnung zu begleichen? Wie sonst würde die Times den beleidigend abschätzigen Ton all dieser Kommentare erklären? Und warum brachte die Times nicht mehr Ausgewogenheit in ihren Op-Ed-Bereich?

Die unbelehrbare NY Times liefert einseitige Bilder

30. November 2013

Alex Margolin, HonestReporting.com, 26. November 2013

Obwohl die Redaktion zugegeben hat, dass es falsch von der Zeitung war einen Artikel über den Mord an einem IDF-Soldaten mit einem Foto der Mutter des Mörders zu illustrieren und trotz zahlloser Beschwerden von Lesern, dass dieses Eingeständnis bei weitem nicht ausreicht, schaltet die New York Times auf stur und ersetzt das verletzende Foto nicht.

Damit hat die Zeitung ein bleibendes Monument der Gefahren falscher „Ausgewogenheit“ und ihrer eigenen moralischen Mehrdeutigkeit geschaffen.

In einer zweiten Kolumne der Öffentlichkeits-Redakteurin Margaret Sullivan sowie in einer persönlichen E-Mail an HonestReporting sagte Philip B. Corbett, Mitherausgeber und Manager für Standards, das Foto zu ersetzen sei eine Verletzung der Politik der Zeitung gegen Veränderungen veröffentlichten Materials, nachdem dieses veröffentlicht wurde. Das zu tun, behauptete Corbett, würde die Archive der Zeitung schädigen:

Erstens ist unsere Korrekturkolumne in erster Linie dazu gedacht faktische Fehler zu korrigieren. Es gibt hier keine Problem eines faktischen Fehlers.

Andere haben die Idee aufgebracht die Präsentation des Fotos nach der Tatsache zu ändern. Doch außer, um Faktenfehler zu korrigieren, ändern oder löschen wir selten veröffentlichte Inhalte. Die Artikel, die über unsere Internetseite zugänglich bleiben, stellen unser elektronisches Archiv dessen da, was die Times tatsächlich veröffentlichte, parallel zu Print- und Mikrofilm-Versionen unseres Archivs, das wir immer geführt haben.

Meine Kollegen und ich erhalten regelmäßig Aufforderungen veröffentlichtes Material aus unserem Archiv zu verändern oder zu löschen, aus einer großen Bandbreite an Gründen. Wenn wir außer bei Faktenfehlern regelmäßig hingingen und einen vor Tagen, Wochen oder Jahren veröffentlichten Artikel verändern würden – indem wir ihn umschreiben, neu editieren, Fotos oder andere Elemente hinzufügen oder löschen – würde unser Archiv sehr bald aufhören überhaupt ein Archiv zu sein.

Corbett antwortete damit auf eine E-Mail von HonestReporting mit dem Vorschlag, dass die Zeitung einen Link zum Originaleintrag legen sollte, der die Leser zur Äußerung der Öffentlichkeits-Redakteurin führt, dass die Verwendung des Fotos falsch war.

Seine Erklärung enthält zwei Dinge, über die nachgedacht werden muss. Als erstes ist das seine Äußerung, dass keine Richtigstellung nötig ist, weil Richtigstellungen nur auf Faktenfehler anzuwenden sind. Er führt im Wesentlichen einen Unterschied zwischen Fakt und Sinn an. Das eine sagt dem Leser, was stattfand, das andere erlaubt es ihm diese Information passend einzuordnen.

Es wurden zwar keine Faktenfehler gemacht, aber selbst die Redakteure der Zeitung geben zu, dass das Foto zu nutzen falsch war. Wenn aber die Fakten eine Korrektur erfordern, was war dann falsch? Der Sinn. Der Leser wird von dem Foto in die Irre geführt Mitgefühl für die Mutter eines Mörders auf Kosten des Mitgefühls zu haben, das man dem Opfer und seiner Familie gegenüber haben sollte.

Wenn die Fehlleitung der Emotionen des Lesers keine Richtigstellung erfordert, dann kann man kaum glauben, dass die Zeitung ehrlich darum besorgt ist die Story überhaupt richtig zu schreiben. Und das sie das Wesen von Einseitigkeit.

Das Zweite, was es wert ist betrachtet zu werden, ist die Behauptung, dass einen Link zu einer digitalen Version des Artikels hinzuzufügen die digitalen Archive der Zeitung erodieren würde, die „parallel zu den Print- und Mikrofilm-Versionen sind“. In Wirklichkeit unterscheidet sich aber digitale Medium, das fließend ist, fundamental von Druck- und Mikrofilm-Versionen, die statisch sind. Nahezulegen, dass es keine Möglichkeit gibt eine Notiz eines anderen Redakteurs hinzuzufügen, die wichtige Entwicklungen erklärt, damit diesem Leser ermöglicht wird zu verstehen, was veröffentlicht wurde, spiegelt einen fehlenden Willen und Vorstellungskraft, nicht fehlende technische Möglichkeiten.

Wie die Dinge stehen bleiben aber der Artikel und das begleitende Bild als klassische Illustration der Einseitigkeit gegen Israel online bleiben, die in der Mainstream-Presse allgemein verbreitet ist.

Zufällig ist es nicht das erste Mal, dass die New York Times sich auf Mütter von Terroristen konzentriert hat. Sehen Sie sich dazu das folgende Video an:

Erfolg – Foto-Empörung: Die New York Times gibt zu, dass sie einen Fehler machte

23. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 20. November 2013

Die New York Times hat auf unsere Kritik an der haarsträubenden Auswahl eines Fotos reagiert, das ihre Story über den Mord an einem israelischen Soldaten begleitete.

Doch das Foto bleibt online in der Story. Was ist passiert?

Unsere E-Mails an die Öffentlichkeitsredakteurin der NY Times, Margaret Sullivan, bekamen mit Sicherheit ihre Aufmerksamkeit. In ihrer Kolumne schreibt sie:

Hunderte Leser schrieben mir in den vergangenen Tagen, um gegen den auffälligen Gebrauch einer Fotografie zu protestieren, die einen Artikel in der Times vom letzten Donnerstag begleitete.

Das Foto war ein emotionales und mitfühlendes Porträt einer verstörten Palästinenserin, deren Sohn einen nichts ahnenden jungen israelischen Soldaten in einem Linienbus tötete. Obwohl es sich um ein beeindruckendes Foto handelte (eigentlich zum Teil, weil es ein solch beeindruckendes Foto war), war es schlecht gewählt, weil es die Konzentration nicht auf das lenkte, wohin sie gehörte.

Angriff auf Israel verschlimmert Spannungen mit Palästinensern

Sullivan fährt dann damit fort zwei Abonnenten von HonestReporting.com zu zitieren, die ihrer Empörung Luft machten (Hervorhebung hinzugefügt):

Ich sprach Montagnachmittag mit zwei hochrangigen Redakteuren der Times. Beide stimmten zu, dass das Foto eine bedauerliche Wahl war. Das dominierende Bild mit bei einem Artikel sollte das Gesamtthema des Artikels und den Grund für seine Nachrichtenwürdigkeit spiegeln.

„Dieses repräsentierte nicht den Kern der Story, die klar der Moment war, in dem der israelische Soldat erstochen wurde“, sagte Michele McNally, stellvertretende Chefmanagerin für Fotografie. Sie sagte, ein weniger hochrangiger Bildredakteur suchte das Foto aus, zusammen mit einem, das repräsentierte, was sie als die andere Seite der Story betrachtete; es zeigte einen israelischen Polizisten am Tatort.

Die Wahl des Bildes der palästinensischen Mutter zum Artikel war ein Versuch Ausgeglichenheit zu erzielen, doch ein solcher Versuch war in diesem Fall nicht angemessen, sagte Frau McNally. In den Printausgaben der Zeitung wurden beide Fotos auf einer Innenseite mit dem palästinensischen Foto über dem anderen veröffentlicht. Auf der Internetseite und in anderen digitalen Präsentationen war das palästinensische Foto das bei weitem dominante Bild und bleibt es auch.

Erst später im Nachrichtenkreis wurde das Foto der Beerdigung des Soldaten – das eine angemessene Wahl für ein dominantes Bild gewesen wäre – zur Verfügung gestellt, sagte sie. (Ein Foto des Opfers wäre ebenfalls angemessen gewesen, sagte sie.)

„Wir hätten auf dieses warten sollen oder es ersetzen sollen, als es kam“, sagte sie.

Während die Kommentare der Mitarbeiter der Times willkommen sind, besteht immer noch als größere Sorge, dass das Foto in dem Bemühen gewählt wurde Balance zu zeigen. Das deutet auf eine gestörte Einstellung bei der Zeitung hin. Es sollte keine Balance oder moralische Gleichsetzung zwischen palästinensischen Terror und israelischen Opfern geben.

Das Kapitel ist nicht abgeschlossen

Das Eingeständnis eines Fehlers bei der New York Times ist eine bedeutende Leistung und demonstriert klar die Macht, die Tausende HonestReporting-Abonnenten haben, wenn sie Material auf Plattformen wie Facebook teilen und dafür werben und E-Mails an die Medien schicken.

Aus diesem Grund bitten wir einmal mehr um Ihren Aktivismus.

Obwohl sie den Fehler zugegeben hat, hat die New York Times es unterlassen das Foto durch ein passenderes Bild zu ersetzen.

Es mag zwar für die Printausgabe zu spät sein, aber warum ist das Originalfoto immer noch dort online? In jedem Beruf gibt es, wenn ein Fehler gemacht wird, Versuche diesen zu reparieren. Nur nicht, so scheint es, im Fall der NY Times.

Der HonestReporting-Vorstandsvorsitzende Joe Hyams sagte:

Wenn die Leserredakteurin der NY Times Empörung der Lesen eingesteht und erklärt, dass ein Gefühl für „Drama“ und „Kunst“ ihre aktuelle Berichterstattung beeinflusst, dann hat man die Wahl: Man kann die Anerkennung der Big Media feiern, dass sie von postmodernen Werten infiziert sind, die zu moralischer Gleichsetzung und vorurteilsbesessenem Journalismus führen. Oder man kann die eigenen Fassungslosigkeit verdoppeln, wenn man hört, dass der Fehler bleiben soll.

Er führte zu dieser Frage in einem Kommentar in der Times of Israel weiteres aus.

Wir glauben auch, dass eine Korrektur in der Printausgabe der NY Times erscheinen sollte, nicht nur online in Sullivans Kolumne, wie es in diesem Augenblick zu sein scheint.

Foto-Skandal der New York Times

18. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 14. November 2013

In der Story der New York Times geht es angeblich um die tödlichen Messerstiche gegen den israelischen Soldaten Eden Atias, aber die grafische Illustration des Ganzen ist eine Illustration von allem, was bei der Israel-Berichterstattung der Zeitung falsch läuft.

Erst einmal muss man zehn Absätze weit lesen, bevor man überhaupt etwas von den Einzelheiten des furchtbaren Anschlags auf Atias erfährt, während der in einem Bus in Afula schlief. Der Großteil des Artikels ist – trotz der Schlagzeile „Angriff auf Israeli verschlimmert Spannungen mit Palästinensern“ – den Fragen um Siedlungen gewidmet.

Doch um sicherzustellen, dass jegliche Vorstellung, ein Israeli könnte Opfer sein, wegfällt, wählte die New York Times dieses Foto, um die Story zu bebildern:

Kein Foto von Eden Atias. Kein Foto seiner Mutter, die den Verlust eines Sohnes betrauert.

Wir bekommen stattdessen ein Bild der Mutter des für den Mord an Eden Atias verantwortlichen Terroristen, die wahrscheinlich die Tatsache betrauert, dass ihr Sohn sich jetzt in israelischem Gewahrsam befindet.

In den Augen der New York Times sind israelische Terroropfer lediglich Fußnoten in einer einseitigen Schilderung leidender Palästinenser und israelischer Verantwortung für dieses Leiden.

Es war zwar ein palästinensischer Terrorist, der diesen Messerangriff verübte, aber setzen wir unser Vertrauen in die New York Times, dass sie ihr eigenes Messer nimmt und es im Rücken des jüdischen Staates nochmal umdreht.

New York Times hysterisch wegen Netanyahu

17. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. November 2013

Es muss für die Chefreaktion der New York Times leicht sien die Welt aus dem New York Times Building in Manhattan zu betrachten. Die Sicht aus Jerusalem ist deutlich anders, besonders wenn man die Aussicht auf eine iranische Atombombe bedenkt.

In einem Redaktions-Editorial zum Iran gibt die New York Times die offizielle Sicht der Zeitung wieder und bläst allen den Marsch, die einem Deal mit den Iranern im Weg stehen könnten, als ob einen Handel zu erzielen wichtiger ist als die Inhalte dieses Handels. Und die NY Times reserviert Israels Premierminister besondere Schmähungen:

Leider haben die ergebnislosen Verhandlungen dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu eine Tür geöffnet, der die vorgeschlagene Vereinbarung als „Deal des Jahrhunderts“ für den Iran niedermachte, noch bevor sie öffentlich gemacht wurde, um weitere hysterische Opposition zu generieren.

Netanyahu hat sich bewusst nicht gegen Verhandlungen mit dem Iran gewandt. Aber er hat das Recht seine legitimen Bedenken zu äußern und gegen jeden Deal zu sein, der die Drohung eines atomaren Iran über Israel hängen lässt wie das sprichwörtliche Schwert des Damokles.

Warum aber glaubt die NY Times, dass Netanyahu dafür verantwortlich ist, dass „hysterische Opposition“ generiert wird? Der Begriff impliziert eine Art irrationalen Verhaltens und ist vielleicht Anzeichen für die allgemeine Verachtung der NY Times für den israelischen Premierminister.

Selbst das Time Magazine, das auch für nicht gerade für netten Umgang mit Netanyahu bekannt ist, gibt zu: „Selbst wenn Netanyahu sein Willkommen erschöpft hat, argumentieren einige der führenden Experten des Westens genauso.“ Danach zitiert es Olli Heinonen, einen ehemaligen stellvertretenden Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde der UNO (IAEA), der jetzt in Harvard arbeitet, und David Albright, einen amerikanischen ehemaligen IAEA-Inspektor, der das Institute for Science and Internationale Security leitet, einen Washingtoner Think Tank, der die meistzitierte unabhängige Forschung zum Atomprogramm des Iran durchführt.

Glaubt die NY Times auch, dass zwei ehemalige IAEA-Inspektoren ebenfalls „hysterisch“ sind? Oder ist die einzige sichtbare Hysterie die offensichtliche Verzweiflung der NY Times die Unterzeichnen einen Iran-Deal um jeden Preis sehen zu wollen?

Dieser neueste Schuss gegen Netanyahu ist Teil eines identifizierbaren Trends seitens der NY Times, die – wie der israelische Kommentator Avi Issacharoff schrieb – „eine Kampagne gegen Premierminister Benjamin Netanyahu zu fahren scheint“, während Dror Eydar herausstellt: „Die Times hat eine lange Geschichte der Unterstützung selbst der schwächsten Hoffnungen, wenn es um die Aussöhnung mit skrupellosen Diktatoren geht.“

New York Times gibt Kolumne an antiisraelischen Verschwörungstheoretiker

28. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 27. Oktober 2013

Die New York Times hat eine Ausweitung der Kommentarangebote ihres Editorial Departments angekündigt, die mit der Wiedergeburt der International New York Times durch die International Herald Tribune zusammenfiel. Zu den Kommentaroren auf der Liste gehört der ägyptische Atuor Alaa Al-Aswany.

Ein Blick auf einige der Kommentare Al-Aswanys werfen ernste Fragen zu seiner Eignung als Kommentarschreiber für ein Medium auf, das sich als selbst als führende Zeitung betrachtet.

1. Verschwörungstheoretiker

Im August 2011 schrieb Al-Aswany einen höchst bedenklichen Text, in dem er fragte, wie Ägypten auf die „israelische Aggression“ reagieren sollte. Die ägyptische Revolution war nach der Absetzung von Präsident Mubarak voll im Gang und Al-Aswany fand ein offensichtliches Ziel, das er für die Unruhe und Gewalt in seinem Land verantwortlich machen konnte. Nach Angaben Al-Aswanys ist Israel für die gezielte Destabilisierung Ägyptens und – teilweise – der Halbinsel Sinai verantwortlich:

In dieser Phase, glaube ich, dass Israel gewalttätig intervenieren musste, um die Revolution zu sabotieren. Es begann mit dem plötzlichen Auftauchen verdächtiger und schwer bewaffneter Gruppen, die anfingen Polizeiwachen anzugreifen und die staatliche Kontrolle des Sinai zu untergraben. Das Ziel war Beweise für einen Zusammenbruch der Sicherheit im Sinai zu liefern, der die bald folgende israelische Aggression rechtfertigen würde. Israelische Streitkräfte drangen auf ägyptisches Territorium vor und töten oder verwundeten mehrere ägyptische Offiziere und einfache Soldaten. Die Ziele des israelischen Angriffs waren mehrere: die neuen Herrscher Ägyptens austesten, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen, den Eindruck zu erwecken, dass sie das Land nicht schützen können und den Übergang zur Demokratie zu vereiteln. Das Ziel könnte auch sein Ägypten in eine unverantwortliche militärische Konfrontation zu ziehen, die die Revolution komplett ungeschehen machen würde (so wie Gamal Abdel Nasser 1967 in den Konflikt gezogen wurde).

Der „Akt der Aggressino“, auf den Al-Aswany verweist, war nichts Derartiges. Stattdessen war es Israel, das zum Opfer eines grenzüberschreitenden Terroranschlags wurde, bei dem ägyptische Soldaten versehentlich getötet wurden, als israelische Soldaten in den Sinai fliehende Terroristen verfolgten. Israel entschuldigte sich dafür.

Trotz alledem behauptet Al-Aswany, der Vorfall sei ein israelischer Akt der Aggression. Er fährt mit der Frage fort, wie Ägypten darauf reagieren sollte und schlägt vor den israelischen Botschafter auszuweisen, alle Vereinbarungen zwischen Ägypten und Israel zu überdenken oder aufzuheben und den Friedensvertrag zu ergänzen. Am verstörendsten ist jedoch das, was eine Forderung nach militärischer Auseinandersetzung zu sein scheint.

Jetzt ist es unsere Pflicht die Streitkräfte bei ihrer Konfrontation mit Israel zu unterstützen.

Er schließt:

Die Massendemonstrationen, die schallenden Gesänge, die Sit-ins und die Entfernung und das Verbrennen der israelischen Flagge, die sich auf dem Balkon der israelischen Botschaft befand – all das ist spontanes und authentisches Handeln, das die berechtigte Volkswut spiegelt, aber meiner Meinung nach bleibt das hinter der richtigen Reaktion auf israelische Aggression zurück. Die richtige Antwort auf israelische Aggression wird sich ergeben, wenn man dafür sorgt, dass sie fehlschlägt und das wird nur durch eine Machtübergabe an eine gewählte Regierung geschehen, damit die Streitkräfte sich ihrem Kampfauftrag widmen können und Ägypten sich auf den Weg in die Zukunft machen können, die sie verdienen.

Es gibt nach Ansicht Al-Aswanysnur einen „Kampfauftrag“ – sich Israel entgegenzustellen. Dies trotz eines Friedensvertrags und fortgesetzter militärische Kooperation zwischen Israel und Ägypten, die seine Beschuldigung Israel destabilisiere den Sinai als den heillosen Müll bestätigt, die sie ist.

In der New Republic untersucht auch Eric Trager Al-Aswanys Geschichte der Verschwörungstheorien:

Er gehört vielmehr zu Ägyptens erfolgreichsten Verschwörungstheoretikern und nutzt oft sein sehr öffentliche Plattform, um einige der beliebtesten ägyptischen Engstirnigkeiten zu verstärken – und er tut dies typischerweise, wenn er auf Arabisch spricht oder twittert, weshalb die westliche Press oft diesen Aspekt seiner öffentlichen Persönlichkeit übersieht. Aswany sagte z.B. im ägyptischen Fernsehen, dass eine „massive zionistische Organisation Amerika beherrscht“, weshalb „Obama nicht in der Lage ist gegen Israels Wünsche anzugehen“.

Trager schreibt außerdem:

Und er glaubt, dass die westlichen Medien ebenfalls unter den Zauber der Zionisten stehen. „Ein einfaches Experiment“, twitterte er im Juli. „Gehen Sie auf die Internetseite irgendeiner globalen Zeitung und lesen Sie deren Berichterstattung zu Ägypten; sie werden feststellen, dass die meisten der Autoren, die Israel verteidigen, jetzt zumeist die Bruderschaft verteidigen.“ In der Tat: In Aswanys verdrehter Weltsicht muss bei Washingtons Verdruss mit der Art, wie Morsi abgesetzt wurde und die westliche Berichterstattung zur steigenden Zahl der Todesopfer auf der Seite der Bruderschaft zu allererst an Israel gedacht werden. Und derart pro-Bruderschaft zu sein – wie Aswany es definiert – muss ein zionistischer Standpunkt sein.

Alaa Al Aswany

2. Leugnung des arabischen Antisemitismus

In einem Kurzvideo gibt Al-Aswany seine Ansichten zum Antisemitismus wieder:

Da hatten wir [Ägypten] also unsere sehr, sehr große, positive Erfahrung mit Juden, mit Juden und unser Problem waren nicht die Juden. Das Problem war Israel, sehen Sie? Und es ist sehr gefährlich, diese beiden Konzepte zu verwechseln. Ich würde sagen, dass einige Leute in Israel sich sehr wohl dabei fühlen durcheinanderzubringen, die bieden Konzepte in dem Sinne zu mischen, dass, wer einer Politik Israels gegenüber kritisch ist, der dann entsprechend gegen die Juden ist und das ist furchtbar falsch, furchtbar falsch, sehen Sie, denn ich bin, das glaube ich, ich bin dem saudischen Regime gegenüber sehr kritisch eingestellt und ich glaube, dass das ein sehr schlimmes Regime ist, doch das bedeutet nicht, dass ich gegen alle Araber oder alle Muslime bin. Ich glaube also, dass wir niemals, niemals in der gesamten arabischen Geschichte wirklich ein Problem mit den Juden hatten oder sie diskriminierten.

Es gab niemals in der gesamten arabischen Geschichte Diskriminierung von Juden? Die Jewish Virtual Library erklärt, dass lange vor der Gründung des modernen israelischen Staates Juden dort diskriminiert wurden, wo sie Muslimen in einem Zustand des Dhimmitums unterworfen waren.

Er fährt fort:

Zu verschiedenen Zeiten waren Juden in muslimischen Ländern in der Lage in relativem Frieden zu leben und kulturell sowie wirtschaftlich Erfolg zu haben. Die Position der Juden war jedoch nie sicher und Veränderungen im politischen oder sozialen Klima führten oft zu Verfolgung, Gewalt und Tod. Juden wurden von ihren muslimischen Nachbarn allgemein mit Verachtung betrachtet; zur friedlichen Koexistenz zwischen den beiden Gruppen gehörte die Unterordnung und Erniedrigung der Juden.

Die JVL führt Beispiele der Gewalt gegen Juden im Verlauf der Jahrhunderte bis heute auf:

Die Lage der Juden in arabischen Ländern erreichte im 19. Jahrhundert einen Tiefpunkt. Juden im größten Teil Nordafrikas (einschließlich Algerien, Tunesien, Ägypten, Libyen und Marokko) wurden gezwungen in Ghettos zu leben. In Marokko, das die größte jüdische Gemeinde der Diaspora in der islamischen Welt hatte, mussten Juden barfuß gehen oder Schuhe aus Stroh tragen, wenn sie außerhalb des Ghettos waren. Selbst muslimische Kinder machten bei der Erniedrigung der Juden mit, indem sie Steine nach ihnen warfen oder sie auf andere Weise schikanierten. Die Regelmäßigkeit antijüdischer Gewalt nahm zu und viele Juden wurden aufgrund von Anklagen des Abfalls vom Glauben hingerichtet. Vorwürfe ritueller Morde gegen Juden wurden im ottomanischen Reich alltäglich.

Das war vor dem Massenexodus der Juden aus arabischen Ländern als Ergebnis gewalttätiger arabischer Reaktion auf die Gründung Israels 1948. Wenn, wie Al-Aswany behauptet, es möglich ist  zwischen Juden und Zionismus zu unterscheiden, dann ist die Reaktion seiner arabischen Brüder, die ihre jüdische Bevölkerung vertrieb, konkreter Beleg dafür, dass die arabische Welt nicht fähig war eine solche Unterscheidung zu treffen.

Alle Beweise deuten darauf hin, dass Al-Aswanys Sinnieren zu Antisemitismus unsinnig ist.

3. Unterstützung für den Boykott Israels

Im Oktober 2010 veröffentlichte die New York Times in ihrem Bereich Kunst Folgendes:

Alaa Al-Aswany, arabischsprachaiger Bestseller-Romanautor, hat Einspruch dagegen erhoben, dass einer seiner Romane ins Hebräische übersetzt wird. Er protestiert damit gegen normalisierte Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten, berichtete Agence France-Presse.

Al-Aswany sagte AFP:

Meine Haltung hat sich bezüglich der Normalisierung mit Israel nicht geändert. Ich lehne sie komplett ab.

* * *

Zu Al-Aswanys Verschwörungstheorien erklärt Eric Trager:

In den Vereinigten Staaten ist diese Art paranoide Zirkel-Argumentation auf Randblogs üblich. Es ist alternativ aber nicht die Art Analyse, die jemandem eine Kolumne in einer der führenden Zeitungen der Nation einbringt.

In der Tat. Warum hat sich dann die New York Times entschieden Alaa Al-Aswany mit einer eigenen Kolumne zu ehren? Sind alle neuen internationalen Kolumnisten der Zeitung gleich extrem?

HonestReportings Vorstandsvorsitzender Joe Hyams kommentiert:

Die New York Times hat in der Vergangenheit dem völkermörderischen Extremismus der Hamas-Führung eine Plattform geboten. Alaa al-Aswany mag zwar kein Terrorist sein, doch es ist ein beunruhigendes Zeichen der Richtung, die die Times eingeschlagen aht, dass jemand, der solch randständige Verschwörungstheorien verficht, einen bezahlte Position und eine Plattform zur Verbreitung dieser Ansichten gewährt bekommt. Die Times sollte ihre Haltung ernsthaft überdenken.

New York Times: Israelische Soldaten gegen palästinensische Beter

3. April 2011

HonestReporting Media BackSpin, 3. April 2011

Jetzt geht das schon wieder los. Was glauben Sie, hat sich der Fotograf der New York Times gedacht, als er dieses Bild wählte, um eine Geschichte zu bebildern, die den Titel „Die  Zeit läuft davon“ für einen israelischen Friedensplan trägt?

Ja, hier haben wir eine typische Szene, die die Palästinenser friedlich betend zeigt, während israelische Soldaten mit Waffen und Kampfausrüstung sich daneben postieren. Bombenanschläge auf Busse und ermordete Familien spielen in der heutigen Ausgabe keine Rolle. Nur eine Analyse, wie die Zeit verrinnt, bevor die Palästinenser ihren eigenen Staat ausrufen.

Ich dachte, alle Palästinenser wünschten sich einen Staat, in dem sie in Sicherheit beten können, weit entfernt von diesen schrecklichen israelischen Soldaten.

Und wenn man es sich genau überlegt: Jetzt verlangt die New
York Times, dass wir uns solch einseitige Berichterstattung
ansehen.

Die Top 10 der Bedingungen für Anonymität bei der New York Times

2. September 2010

HonestReporting Media Backspin, 2. September 2010

Via Romenesko bekam Gawker ein Memo der NY Times, das andeutet, dass die Gray Lady gegen anonyme Quellen vorgeht. Die Redakteure wollen zu Recht die Glaubwürdigkeit wieder herstellen, indem sie für die Leser ein Licht darauf werfen, warum eine Quelle ihre Informationen nicht unter Erwähnung ihres Namens teilt.

Hier die Top 10-Liste der Bedingungen für Anonymität, die ich gerne bei der Berichterstattung zum Nahen Osten sehen würde:

10. Der Einwohner Gazas äußerte sich unter der Bedingung, anonym zu bleiben, weil öffentliche Kritik an der Hamas seinen Tode bedeuten würde.

9. Der israelische Unterhändler äußerte sich unter der Bedingung anonym zu bleiben, weil er nicht autorisiert war sich zu diesen Dingen zu äußern und dieser Journalist muss diese Ansichten dringend irgendjemandem zuordnen.

8. Der Fatah-Kader äußerte sich unter der Bedingung, anonym zu bleiben, weil er nicht wollte, dass seine entbehrliche Haltung und sein aufgeblasenes Gehalt Aufmerksamkeit wecken.

7. Der Hamas-Vertreter äußerte sich anonym, weil er fürchtete, eine Botschaft zu schicken, die mit den höheren Chargen in Konflikt steht, die über die Parteilinie entschieden.

6. Ein ausländischer Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, der Angst hatte, als Mossad-Spion gebrandmarkt zu werden, äußerte sich unter der Bedingung, anonym zu bleiben.

5. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses äußerte sich unter der Bedingung, anonym zu bleiben, weil das die akzeptierte Vorgehensweise ist, Versuchsballons zu starten.

4. Die UNO-Vertreterin äußerte sich anonym, weil ihre Kommentare in ihrer Organisation politisch nicht korrekt sind.

3. Der Vertreter des Ministeriums äußerte sich unter der Bedingung, anonym zu bleiben, weil er in nichts Wichtiges eingeweiht ist, aber gerne Reporter beeindruckt.

2. Der palästinensische Sanitäter äußerte sich unter der Bedingung, anonym zu bleiben, weil er nicht autorisiert, ist genaue Opferzahlen preiszugeben.

1. Der israelische Politiker äußerte sich unter der Bedingung, anonym zu bleiben, weil die Zeit nicht reif ist Koalitionspartner zu verraten.

Ändern die „großen Medien“ ihre Sicht des Gazastreifens?

24. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 24. August 2010

Gestern reichte Bürochef Ethan Bronner von der New York Times diesen Bericht aus der Gaza-Mall ein; er berührte darin die Frage, was sie für die Behauptungen der Israelis und der Palästinenser zur Lage im Strip bedeutet.

Heute schrieb AP-Korrespondent Ben Hubbard einen ähnlichen Text.