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Schuldig durch falsche Assoziation: Israel „besonders vermerkt“

28. Oktober 2019

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Oktober 2019

Antiisrael-Aktivisten werden jede Gelegenheit nutzen Israel als schuldig durch bestehende Verbindung zu Staaten dazustellen, die umstrittenes Verhalten an den Tag legen. Chile erlebt aktuell gewalttätige Straßenproteste, die bisher zu 15 berichteten Toten geführt haben.

Was hat das mit Israel zu tun?

Jede Menge, laut The Independent.

Haben Sie von der Gewalt in Chile gehört? Sie haben wahrscheinlich nicht gehört, dass das Militär dort seine Vorgehensweise von Israel lernt. In den letzten Jahren hat die IDF anscheinend eine Taktik eingesetzt palästinensische Demonstranten zu verstümmeln statt sie zu töten – und das ist etwas, das wir diese Woche in Chile gesehen haben.

Wer ist Benjamin Zinevich?

Benjamin Zinevich

Aber zuerst: wer ist Benjamin Zinevich, der Autor dieser Stellungnahme?

Ist er Akademiker? Experte für israelisch-chilenische Beziehungen?

Nein.

Der Independent versäumt es uns irgendwelche Daten zu Zinevich zu liefern, aber eine einfache Google-Suche offenbart, dass er Student an der New York University ist; dort ist er ein prominente Anti-Israel-Aktivist und Mitglieder der Organisation Students for Justice in Palestine (SJP). Die Anti-Defamation League beschreibt diese als „ein Netzwerk propalästinensischer Studentengruppen aus den gesamten USA, die antiisraelischer Propaganda verbreiten, oft in Verbindung mit aufhetzerischer und manchmal aggressiver Rhetorik. Sie sind eine führende Campus-Organisation von Kampagnen für Boykott, De-Investition und Sanktionen (BDS) gegen Israel und spezialisieren sich auf den Einsatz konfrontatorischer Taktiken wie das Stören von durch proisraelische Studenten betriebene Veranstaltungen und den Bau von Pseudo-„Apartheidmauern“ sowie die Verteilung fingierter „Zwangsräumungs-Anordnungen“, um zu dramatisieren, was sie als israelische Misshandlungen von Palästinensern betrachten.

Zinevich war gerade erst Co-Sponsor einer Resolution seiner NYU-Universität, die einen Boykott des Auslands-Studienprogramms seiner eigenen Schule in Tel Aviv forderte.

Israel „sollte besonders vermerkt werden“

Zinevich schreibt im Independent:

Während das [chilenische] Militär sich brutal gegen Zivilisten durchsetzt, wie man es seit der Diktatur nicht mehr gesehen hat, die Anfang der 1990-er Jahre endete, ist es wichtig die internationalen Verbindungen dieser Brutalität herauszugeben. Die auf  taktischen und Ressourcen basierende militärische Unterstützung durch den Staat Israel für Chile in der Vergangenheit und Gegenwart sollte besonders vermerkt werden.

Warum sollte diese angebliche militärische Unterstützung „besonders vermerkt werden“?

The Global Arms Trade: A Handbook (Handbuch weltweiter Waffenhandel) vermerkt, dass Chile seit 2005 Waffen aus den USA, den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Spanien in Besitz genommen hat, ebenso aus Israel.

Es gibt keinen glaubwürdigen Grund dafür, dass Israel „besonders vermerkt“ werden sollte außer die hasserfüllte Agenda von Zinevch und dem Independent.

Dürftige Verbindungen

Zinevich schreibt:

Heute unternehmen weder die Streitkräfte Chiles noch die Israels Versuche ihre Allianzen zu verstecken, zitiert man aus der Internetseite der chilenische Botschaft in Israel die  Ziele der „zunehmenden Verbindungen … mit Israel, um den Austausch von Wissen, Ausbildung und Erfahrungen möglich zu machen.“ Chile und Israel unterzeichneten 2018 eine Vereinbarung, die während des Besuchs des israelischen Generals Yaacov Barak in Chile in dem Jahr von der Ermutigung weiterer „Kooperation in militärischer Bildung, Ausbildung und Doktrin“ sprach.

Tatsächlich gibt es keinen Grund Allianzen zwischen Ländern zu verbergen, die diplomatische Beziehungen haben, insbesondere von zwei Demokratien. Die oben verwendete Wortwahl der Internetseite der chilenischen Botschaft in Israel ist das, was man auf jeder Botschaftsseite des Auslands erwarten würde, die für positive Beziehungen wirbt.

ZInevich ingorierte weitere Beispiele positiver israelisch-chilenischer Kooperation wie die ranghohen Vertreter des Magen David Adom, Israels nationaler Notfall- und Blutspende-Netzwerk, das der Stadtverwaltung Providencia in Chiles Hauptstadt Santiago hilft städtisches Sicherheitspersonal als Ersthelfer für medizinische Notfälle auszubilden.

Wir kommen dann zu der dürftigen Verbindung, die Zinevich zu propagieren versucht:

In den letzten Jahren haben die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) anscheinend eine Taktik verwendet palästinensische Demonstranten zu verstümmeln statt tödlich Schüsse auf sie abzugeben. Seit inzwischen mehr als einem Jahr sind palästinensische Zivilisten in Protest gegen die israelische Besatzung auf die Gaza-Mauer marschiert und die IDF hat mehr als 60 Prozent dieser 10.511 Zivilisten in die unteren Gliedmaßen geschossen, wobei mehr als 90 Prozent der Opfer durch scharfe Schüsse entstanden.

Während der letzten Woche ist diese israelische Taktik bei zahlreichen berichteten Gelegenheiten gegen chilenische Zivilisten eingesetzt worden. Eine Frau ist in den Oberschenkel geschossen worden; es heißt, sie befindet sich aufgrund hohen Blutverlustes in kritischem Zustand. Bei einem anderen Vorfall wurde ein 23-jähriger Mann ins Bein geschossen, bevor ein Militärfahrzeug ihn zerquetschte.

Diese ähnlichen Taktiken sind kein Zufall und international ein Teil dessen, was Aktivistengruppen wie die Jewish Voice for Peace „den tödlichen Austausch“ genannt haben.

Zinevich ist zufälligerweise Mitglied der Jewish Voice for Peace (Jüdische Stimme für den Frieden), einer Organisation, die die ADL als „eine radikal antiisraelische Aktivistengruppe“ beschreibt, „die für einen vollständigen wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykott des Staates Israel wirbt. JVP lehnt die Ansicht ab, dass der israelisch-palästinensische Konflikt ein tragischer Disput um Land ist, der von einer Gewaltspirale, Angst und Misstrauen auf beiden Seiten perpetuiert worden ist; sie favorisieren die Überzeugung, dass israelische Politik und Handeln von tief verwurzeltem jüdischen Rassenchauvisnismus und religiösem Herrenmenschentum motiviert sind.“

Es scheint so, als habe Zinevich Komponenten des „Der tödliche Austausch“-Kampagne der JVP genommen und auf Chile angewandt. Nach Angaben von Miriam F. Elman von der Syracuse University ist „The Deadly Exchange“ antisemitisch und macht Israel und seine jüdisch-amerikanischen Anhänger fälschlicherweise für das Schüren von diskriminierenden politischen Praktiken gegen Minderheiten in Amerika und die Militarisierung des Herangehens an Verbrechen und öffentliche Proteste verantwortlich. Im Fathom Journal schreibt Elman:

An seiner Wurzel agiert die Kampagne mit antisemitischen Sprachbildern zu jüdischer Macht, um Israel und die amerikanischen jüdischen Organisationen der Verschwörung gegen die farbigen Amerikaner zu beschuldigen. Die Kampagne radikalisiert den Nahost-Konflikt, indem sie Israel und seine jüdisch-amerikanischen Unterstützer als Feinde aufstellt, die amerikanische (und palästinensische) „schwarze und braune Körper“ direkt bedrohen.

Zinevich hat einfach amerikanische „schwarze und braune Körper“ ersetzt durch chilenische „Gruppen der Arbeiterklasse und indigenen Völker wie den Mapuche, die Jahrhunderte kolonialer Unterdrückung erfahren haben“.

So sehen wir, dass Zinevichs gesamte Hypothese auf nichts anderem gründet als seinem eigenen, von Ideologie getriebenen Fanatismus.

Wie traurig, dass der Independent, höchstwahrscheinlich ebenfalls von seiner antiisraelischen Agenda getrieben, Zinevich eine Plattform für seinen Hass geboten hat.

Bitte schicken Sie Ihre durchdachten Kommentare über sein Beschwerde-Formular an den Independent.

Die Demokraten von der Hamas?

13. November 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 25. Oktober 2016

UPDATE:
Nach einer Aufforderung von HonestReporting hat der Independent den ungenauen Absatz korrigiert und die fehlende Information hinzugefügt; er lautet jetzt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen im Gazastreifen und übernahm nach Kämpfen mit der palästinensischen Fatah-Partei im Juni 2007 die komplette Kontrolle des Gebiets. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

* * *

The Independent berichtet über ein Interview, das vom israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman einer palästinensischen Zeitung gegeben wurde; darin droht er mit der „völligen Vernichten“ der Hamas, sollte diese einen weiteren Krieg mit Israel anfangen.

Der Independent schreibt:


Die Hamas gewann 2006 die Lokalwahlen, was ihr die Kontrolle über den Gazastreifen gab. Es hat seitdem vier kurze, aber blutige Konflikte zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben.

Die Hamas gewann zwar 2006 die Lokalwahlen, aber die Terrororganisation übernahm 2007 den Gazastreifen als Ergebnis eines gewalttätigen Staatsstreichs, zu dem es gehörte Fatah-Mitglieder von Dächern zu werfen und die PA aus dem Gazastreifen zu vertreiben.

Stattdessen wird den Lesern des Independent der falsche Eindruck vermittelt, dass die Hamas den Gazastreifen über die Wahlurne kontrolliert, nicht mit der Gewehrkugel. Ergo könnte Lieberman als jemand betrachtet werden, der ein demokratisch gewähltes Regime im Gazastreifen bedroht, was gewiss nicht der Fall ist.

Wir haben den Independent kontaktiert und aufgefordert die fehlenden Kontext und die selektiven Auslassungen anzugehen.

The Independent – Entschuldigt die Kriegsverbrechen der Hamas

4. April 2015

Simon Plosker, Honest Reporting, 26. März 2015 (Übersetzung: Cora)

In einem seltenen Anflug von Kritik an den Palästinensern veröffentlichte Amnesty International einen Bericht, in dem die Hamas beschuldigt wird während des Gaza-Konflikts 2014 Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Wie der Independent die Reportage verpackt erweckt dagegen den Eindruck eines Mediums, das sich nicht damit klarkommen kann den Konflikt einfach wiederzugeben, wenn die Palästinenser nicht als einzige unschuldige Opfer der israelischen Bösartigkeiten dargestellt werden können.

Die Hauptgeschichte des Blattes über den Amnesty–Bericht von Ben Lynfield wird mit einem Artikel von Kim Sengupta aus Gaza verbunden, der wirklich alles tut um Zweifel an der Schlussfolgerung Amnestys zu säen, der Tod von 13 Palästinensern im Flüchtlingslager al-Shati sei auf eine fehlgeleitete Hamasrakete zurückzuführen.

Die meisten der Getöteten waren sehr jung, die letzten Opfer einer Reihe von Explosionen, von denen einige ganze Familien ausgelöscht haben. Die Hamas beschuldigt die Israelis den Angriff auf Shati durchgeführt zu haben, die Israelis behaupten, Raketen der Hamas seien dafür verantwortlich. Wir Reporter versuchen Tag für Tag die unbarmherzige Gewalt dieses Konflikts aufzuzeichnen und haben daher kaum Zeit, die Beweise zu prüfen.

Gibt der Journalist Sengupta etwa zu, dass die Medien sich einfach auf palästinensische „Augenzeugen“ verlassen und Behauptungen der Hamas nutzen ohne sich damit abzugeben sie ordentlich zu überprüfen?

Der übrige Artikel gibt den Palästinensern die absolute Freiheit die Israelis für den Angriff zu beschuldigen auch, wenn die Interviewten keinerlei Kompetenz aufweisen derartige Urteile zu fällen – abgesehen von ihren antiisraelischen Vorurteilen.

Gar nicht zu sprechen von der fehlenden Freiheit der Gazaner, die Hamas ohne mögliche Konsequenzen zu kritisieren, etwas, das in diesem Artikel nicht berücksichtigt wird und damit eine Verletzung des Mindestmaßes an Journalismus ist.

Ich habe davon gehört, dass es vielleicht die Hamas gewesen ist, aber ich glaube nicht, dass sie so große Raketen haben. Ich denke, es waren die Israelis.

Die Trümmer der Überreste wurden am selben Tag erstaunlich schnell entfernt und einige Fotografen beschwerten sich, dass sie daran gehindert wurden Bilder zu machen. „Das beweist gar nichts.“ erklärt Yasser Abu-Shaqfa, 46, der Cousin von Mohammed. „Die Israelis bombardieren jeden Tag, jedes Alter wird ermordet. Warum soll es an diesem Platz anders sein? Wir möchten Beweise sehen, bevor wir entscheiden, ob die Hamas involviert war.

Die Berichterstattung des Independent beinhaltet auch einen redaktionellen Beitrag, der feststellt:

Es ist unangebracht von einer Gleichheit zwischen israelischen und palästinensischen Aggressionen in Gaza zu sprechen.

Beinahe 1500 palästinensische Zivilisten starben nach Angaben der UN beim israelischen Angriff im letzten Jahr und von den meisten Städten blieben nur Trümmer, wie der Independent in der letzten Woche berichtet hat. Die Zerstörung, die über diese palästinensische Enklave kam, übertrifft die der Raketen, welche von den Palästinensern über die Grenze geschossen wurden, bei weitem.“

Natürlich gibt es keine moralische Gleichheit zwischen Israel und der Hamas. Der Independent versucht allerdings anzudeuten, dass Israel derzeit schlimmer als die Hamas ist, weil sie in Gaza eine größere Zerstörung angerichtet hat.

Während der Independent dann doch feststellt dass es „Schuld auf beiden Seiten gibt“, kann er sich nicht dazu durchringen über die Kriegsverbrechen der Hamas zu berichten, selbst wenn das eigentlich das zentrale Thema der Ursprungsgeschichte der Zeitung gewesen ist. Stattdessen zieht er es vor eine weichere Aussage aus dem Amnesty-Bericht zu zitieren:

Es sollte nicht vergessen werden, dass die Schuld auf beiden Seiten liegt. Die rücksichtslose Nutzung ferngesteuerter Raketen durch die Hamas „zeigt eine flagrante Missachtung der internationalen Menschenrechte“, schließt ein Bericht von Amnesty International.

Insgesamt zeigt die Berichterstattung des Independent über den Bericht von Amnesty International eine verstörenden Gesinnung, die nur versucht Zweifel am Wahrheitsgehalt von ernsten Anschuldigungen gegen die Hamas zu säen. Dieses Benehmen gehört aber eher zu einer Interessenvertretung denn zu einem Presseorgan.

Würde der Independent den gleichen Skeptizismus zeigen, wenn es um einen Bericht einer Nichtregierungs-Organisation geht, der Israel der „Kriegsverbrechen“ anklagt? Nach der Berichterstattung über den letzten Amnesty Bericht, der feststellt, dass „Kriegsverbrechen“ von den Israelis begangen worden sein könnten, kennen wir die Antwort.

Sie können Ihre durchdachten Kommentare an den Independent schicken – letters@independent.co.uk – aber vergessen Sie bitte nicht, Ihre Postadresse und Ihre Telefonnummer anzugeben. Nur so gibt es eine Chance auf Veröffentlichung auf der Leserbriefseite.

Ein Journalist korrigiert eine Lüge aus Gaza mit einer weiteren

24. August 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 17. August 2014 (übersetzt von Cora)

HonestReporting hat bereits den New Statesman auf dessen fast 4.000 Worte langen Bericht von Donald Macintyre aus dem Gazastreifen angesprochen, der deutlich die Unzuverlässigkeit der palästinensischen Opferzahlen aufzeigt. Der Bericht enthielt folgenden Absatz:

„Glücklicherweise erlitt Yasser nicht das gleiche Schicksal wie der 10jährige Mohammed Badran, ein anderer Überlebender, der ins al-Shifa-Krankenhaus eingeliefert wurde. Infolge eines israelischen Luftangriffs erblindete er, im Krankenhaus angekommen, schien er noch nicht zu wissen, dass seine gesamte Familie vernichtet wurde, als eine Rakete ihr Haus im Flüchtlingslager Nuseirat zerstört hatte. Da er die Art seiner Verletzung nicht verstand, fragte er das Personal ständig: „Warum habt ihr das Licht ausgemacht?“

Diese blutrünstigen Israelis sind also nicht zufrieden damit Mitglieder einer aufrechten Familie zu verletzen, sie töten auch noch erbarmungslos den Patriarchen, als der sich ganz unschuldig auf das Morgengebet vorbereitete.

Allerdings war Nidal nicht für das Morgengebet in der Moschee. Er traf sich dort um 3:30 Uhr morgens mit zwei weiteren führenden Hamasmitgliedern, wie mein früherer Bericht von heute zeigt. Es ist klar, dass die zerstörte Moschee ein paar Geheimnisse hatte, von denen die Hamas die Reporter fernhalten wollte.

Die drei Terroristen, die in der Moschee getötet wurden waren Nidal Badram(نضال بدران), Maaz Zayed (معاذ زايد) und Tariq Jadallah (وطارق جاد الله).

Auf einmal scheint die Zielauswahl des Badran-Hauses etwas weniger zufällig, oder nicht?

Übrigens haben die arabischen Medien die drei Hamas Mitglieder, die in der Moschee getötet wurden, natürlich als Zivilisten dargestellt. PCHR und AP bezeichneten sie als Kämpfer, allerdings ohne ihre Namen zu nennen.

Macintyre erwähnte Nidal Badrans Tod in einer früheren Geschichte für den Intependent, dort beschreibt er den Angriff so:

An diesem Morgen zerstörte ein israelisches Bombardement eine der größten Moscheen im zentralen Gazastreifen. Dabei wurden drei Palästinenser getötet, die sich auf das Morgengebet vorbereiteten. Einer davon war der Vater eines schwer verletzten 10jährigen Jungen, der bei einem Treffer auf ihr Haus vor einer Woche erblindete.

Zwei Bulldozer wühlen sich durch den Berg von Trümmern, der nach dem F-16-Luftangriff von der Al-Qassam-Moschee im Herzen des Nusseirat Flüchtlingslagers übrig geblieben ist und wo man die vier Männer zuletzt in dem Nebenraum für die übliche Waschung vor dem Gebet gesehen hat, bevor sie die Bombe kurz nach 3 Uhr morgens erwischte.

Unter den drei geborgenen Leichen war auch Nidal Badran (44), der verzweifelt darauf hoffte, dass sein Sohn Mohammed, der zur Zeit mit schwersten Gesichtsverletzungen, durch die er auch das Augenlicht verlor, im Shifa-Krankenhaus liegt, für die notwendigen Operationen nach Europa gebracht werden würde.

Der die getöteten Männer als „Mitglieder einer bewaffneten Gruppe“ beschreibende PCHR-Artikel war zu diesem Zeitpunkt bereits veröffentlicht, also machte sich Macintyre nicht einmal die Mühe die Fakten über den Terroristen Nidal Badran zu überprüfen, bevor er ihn zwei Mal sehr mitfühlend beschrieb.

Macintyre berichtete, dass Israel Warnungen absetzte, bevor es die Moschee zerstörte, aber diese Warnung die Hamasmitglieder nicht rechtzeitig erreichte.

Und es ist nicht so, als hätte Macintyre keine Ahnung gehabt. Er wusste, dass Badran Polizist war und jeder anständige Reporter in Gaza sollte wissen, dass die überwiegende Mehrheit der Polizisten traditionell auch Mitglieder der Al-Qassam-Brigaden sind.

Also eine weitere Beschönigung der Hamas.

Oh übrigens, schaut euch das mal an:

Der Bruder des Toten, Kemal Badran (45), der für das Informationsbüro des UN-Flüchtlingswerks (UNRWA) arbeitet, sagt, dass sein Bruder seit 20 Jahren als Polizist in Gaza gearbeitet habe.… „Er war ein religiöser Mensch“, setzt er hinzu und dass er regelmäßig früher zum Morgengebet ging, um sich zu waschen und im Koran zu lesen. „Vielleicht wussten (die Israelis) nicht, dass zu diesem Zeitpunkt überhaupt jemand in der Moschee war“, glaubt er.

PCHR wusste natürlich, dass Nidal ein Terrorist war … ebenso wie sein Bruder von der UNWRA.

Man kann nichts von dem glauben, was die Einwohner Gazas den Reportern erzählen. Leider sind die Reporter nur allzu bereit den Lügen Glauben zu schenken.

The Independent: Zionismus „vertrieb die Palästinenser“

24. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 21. Mai 2014

Der Independent schreibt:

Heute gifteten palästinensische Aktivisten wegen der Pläne des Papstes seinen ersten Besuch als Pontifex ans Grab Theodor Herzls zu machen, dem Gründer des Zionismus, der politischen Bewegung, die Israel gründete und die Palästinenser vertrieb.

Als politische Bewegung und Ideologie ging es dem Zionismus weder um die Vertreibung der Palästinenser noch war er dafür verantwortlich. Es scheint so, dass Independent-Reporter Ben Lynfield sich mit den Kommentaren des BDS-Aktiviten Omar Barghouti identifiziert, der in dem Artikel mit diesem Verweis auf den Zionsimus zitiert wird: Er ist

eine offenkundig rassistische Ideologie, die dazu gedient hat die ethnische Säuberung des größten Teils der eingeborenen Bevölkerung Palästinas zu ermöglichen und zu rechtfertigen.

Wenn Lynfield behauptet, dass die gesamten Daseinsgrund hinter Israels leitender zionistischer Ideologie darin bestand die Palästinenser aus dem Land zu entfernen, dann ist es fragwürdig, ob er in der Lage ist auf objektive Weise aus der Region zu berichten.

Es scheint so, als könne der Independent nicht zwischen Meinung und Nachrichten unterscheiden.

Libanon-Grenzvorfall offenbart armseligen Journalismus

17. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.om, 16. Dezember 2013

Shlomi Cohen

Der 31-jährige IDF-Soldat Shlomi Cohen wurde Samstagabend getötet, nachdem ein Scharfschütze der libanesischen Armee das Feuer auf sein Fahrzeug eröffnete, als er nahe Rosh Hanikra entlang der israelischen Seite der libanesischen Grenze fuhr.

Die vollständigen Details des Vorfalls müssen zwar noch bekannt werden, doch einiges an der Berichterstattung lässt viel zu wünschen übrig.

Der Independent erklärte:

Es ist nicht klar, was das Ziel der Schüsse war, obwohl örtliche Medienberichte spekulierten, dass israelische Truppen die Grenze überschritten hatten.

Was genau waren die „örtlichen Medienberichte“? Es waren natürlich keine israelischen, da keine davon etwas anderes berichteten, als den nicht provozierten Angriff von der libanesischen Seite.

The Times of Israel bietet eine mögliche Antwort:

Hisbollahs Nachrichtenagentur Al-Manar behauptete, eine IDF-Patrouille sei in libanesisches Territorium eingedrungen und wurde von libanesischen Streitkräften beschossen.

Es scheint also, dass der Journalist nicht zugeben wollte, dass seine „örtlichen Medienberichte“ vermutlich direkt der Propagandatruppe einer Terrororganisation entnommen wurden statt von einer glaubwürdigen Nachrichtenquelle.

Der Independent ist der „Nachrichtenwäsche“ schuldig – wenn die Quelle seiner Information nicht glaubwürdig ist, warum wird die Information als glaubwürdig gehalten?

Viele Stunden später kann man – mit Berichten eines weiteren Grenzübergriffs unter Beteiligung der IDF und libanesischer Streitkräfte – der BBC vertrauen, dass sie eine Schlagzeile wie diese produziert:

Israel „beschießt zwei libanesische Soldaten“

Ein nur allzu vertrauter Trick, der keinen Zweifel beim Leser hinterlässt, dass Israel der Aggressor ist. Die erste reflexhafte Reaktion der BBC auf die Geschichte demonstriert das System, über das sie Israel betrachtet.

Kurz drauf wurde die Schlagzeile durch die neutralere „Soldaten schossen an israelisch-libanesischen Grenze“ ersetzte, doch die erste Schlagzeile gib einen Einblick in die Denkprozess der BBC.

Der Independent baut eine „neue Siedlung“

3. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 28. Oktober 2013

Kein Wunder, dass der uninformierte Beobachter den Eindruck gewinnen könnte, das israelische Siedlungen sich rasend schnell vermehren. Nehmen Sie diesen Absatz eines Artikels im The Independent über die Freilassung palästinensischer Terroristen aus israelischen Gefängnissen:

Um Israelis zu beschwichtigen, die gegen diesen Schritt sind, bei dem Häftlinge freigelassen werden, die an der Ermordung von Israelis beteiligt waren, genehmigte Premierminister Benjamin Netanyahu den Bau einer neuen Siedlung in der Westbank.

Tatsächlich gibt es keinen Plan eine „neue Siedlung in der Westbank“ zu bauen. Wie es schon seit einer Reihe Jahre der Fall ist, hat genehmigtes Bauen innerhalb bestehender jüdischer Gemeinden in der Westbank stattgefunden.

Ob man mit der israelischen Siedlungspolitik nun einverstanden ist oder nicht, die Leser des Independent oder jeder anderen Publikation sollten wenigstens faktisch korrekte Informationen erwarten können.

UPDATE 1:

Wir schrieben dem Independent eine E-Mail mit der Aufforderung den Fehler zu korrigieren. Inzwischen erklärte uns Mark Regev, Sprecher des Premierministers, offiziell, dass der Premier keinen Plan für eine neue Siedlung genehmigt hat.

Erst, nachdem am nächsten Tag eine zweite E-Mail mit der Drohung geschickt wurde Beschwerde bei der Press Complaints Commission einzureichen, kam die folgende Antwort vom stellvertretenden geschäftsführenden Chefredakteur:

Danke für Ihre E-Mail. Ich habe online bereits eine entsprechende Ergänzung der Story vorgenommen.

In der Tat ist der beleidigende Absatz aus dem Artikel entfernt worden.

Das ist zwar willkommen, aber es enttäuscht immer noch, dass der Independent nur Drohungen zu reagieren scheint, statt Korrekturen vorzunehmen, weil das professionelles Handeln wäre.

UPDATE 2:

Wir waren erstaunt einen Folgeartikel zu sehen, der nur Stunden nach der oben beschriebenen Korrektur veröffentlicht wurde. Dieser neueste Text heißt „Israelisch-palästinensische Gespräche gestärkt von Freilassung von 26 Gefangenen – dann sofortiger Rückschlag durch neue Jerusalemer Siedlungspläne“ beginnt wie folgt (Hervorhebung hinzugefügt):

Israel hat einen entschiedenen Schritt Richtung Friedensgespräche mit Palästina unternommen, indem es eine Gruppe von 26 Gefangenen freiließ – und machte den Fortschritt fast sofort wieder zunichte, indem es Pläne zum Bau einer Reihe neuer Siedlungen in Ostjerusalem verkündete.

Der Independent hat sich jetzt von einer „neuen Siedlung“ zu einer „Reihe neuer Siedlungen“ weiter entwickelt, obwohl beides nicht richtig ist!

Eine weitere Beschwerde wurde an den Independent geschickt.

UPDATE 3:

Der Independent reagierte zeitgerechter und gab folgende Korrektur aus:

Israel hat einen entschiedenen Schritt Richtung Friedensgespräche mit Palästina unternommen, indem es eine Gruppe von 26 Gefangenen freiließ – und machte den Fortschritt fast sofort wieder zunichte, indem es Baupläne für Ostjerusalem verkündete.

Israel dämonisieren? Wer, wir?

8. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 6. Oktober 2013

Kaum hatte HonestReporting die Petition gegen die Dämonisierung Israels in den Medien gestartet, da erschien das Problem der Dämonisierung in einem bekannten UK-Medium. Der Independent reagierte mit rechtschaffener Entrüstung auf Schuldvorwürfe eines jüdischen Gemeindeleiters und Journalisten einer rivalisierenden Zeitung, dass der Independent regelmäßig Israel dämonisiere.

Der Independent veröffentlichte dieses Editorial (Hervorhebungen hinzugefügt):

In einer Nebenbemerkung sagte gestern Alex Brummer, City Editor der Daily Mail in der Sendung „Today“ von Radio 4: „Im Vergleich mit dem Guardian und dem Independent, die Israel regelmäßig dämonisieren, und damit die breitere jüdische Gemeinschaft dämonisieren, steht die Daily Mail unmittelbar hinter ihnen.“ Der Guardian kann für sich selbst sprechen. Was den Independent angeht, ist Mr. Brummers Behauptung falsch, kurzsichtig, willentlich ignorant, eine Beleidigung der Integrität unserer Mitarbeiter und eine Beleidigung von Ihnen, unseren Lesern.

Es stimmt, dass der Independent seit seiner Gründung 1986 Werte der Aufklärung hoch gehalten hat; und es hat Zeiten gegeben, in denen das Handeln der israelischen Regierung nicht von aufgeklärtem Denken getrieben gewesen ist.

Unsere Berichterstattung zu Israel wird von unserem vielfach preisgekrönten Nahost-Korrespondenten Robert Fisk geführt. Mr. Risk versteht nach drei Jahrzehnten Berichterstattung über diese Region diese besser als die meisten, die ihn beleidigen, und ist sehr bemüht zwischen Opposition zur israelischen Politik und Antisemitismus zu unterscheiden.

Das wäre dann derselbe Robert Fisk, dem im Oktober 2006 die Titelseite des Independent gegeben wurde, um die Verleumdung zu verbreiten, Israel habe während des Kriegs dieses Sommers im Libanon Waffen auf Uranbasis eingesetzt. Das wurde damals von HonestReporting hinterfragt, gefolgt von einer UNO-Ermittlung, die Israel kurz darauf von den Vorwürfen freisprach, was ebenfalls von offiziellen Vertretern des Libanon bestätigt wurde. HR kritisierte den Independent wegen seines schlampigen Journalismus und weil er keine Richtigstellung brachte.

Bis heute haben Fisk und seine Zeitung es verfehlt den Vorwurf zurückzunehmen.

Könnte diese Art von Verleumdung zur Dämonisierung Israels beitragen? Sicher nicht, folgt man dem Independent.

In der Tat hat Fisk eine lange Geschichte antiisraelischer Schmähungen; er macht Israel für alles verantwortlich, woran die Palästinenser kranken und den Westen für muslimische Verstimmungen. Am Tag nach dem 11. September 2001 trotzte Fisk der zivilisierten Welt und machte Israel, Amerika und sogar die Niederlage des ottomanischen Reichs für den Terroranschlag auf das WTC verantwortlich. Fisk proklamierte:

„… Dies ist nicht der Krieg der Demokratie gegen den Terror, den die Welt in den kommenden Tagen aufgefordert wird zu glauben. Es geht auch um amerikanische Raketen, die in palästinensischen Häusern einschlagen und US-Hubschraubern, die Raketen 1996 in einen libanesischen Krankenwagen feuerten und amerikanische Granaten, die in ein Dorf namens Qana einschlugen und um eine von Amerikas israelischem Verbündeten bezahlte und uniformierte libanesische Miliz, die sich ihren Weg durch Flüchtlingslager hackte, vergewaltigte und mordete.“

Wie kann der Independent – mit völlig gutem Gewissen – tatsächlich Robert Fisk hoch halten und versuchen Vorwürfe zu parieren, die Zeitung dämonisiere Israel?

Das Editorial des Indepentent fährt fort:

Mr. Brummer beging dann zwei intellektuelle Fehler. Erstens misinterpretierte er unsere robusten Ansichten und Skepsis als Dämonisierung; zweitens verschmolz er Opposition zu israelischer Politik mit Antisemitismus. Letzteres ist ironisch angesichts der vielen Juden in Britannien und andernorts, die gegen das Tun aufeinander folgender israelischer Regierungen opponieren.

Vielleicht können wir den Independent an seine berüchtigte und abscheuliche politische Karikatur aus dem Jahr 2003 erinnern:

Die Karikatur stellt Ariel Sharon dar, wie er in das Fleisch eines palästinensischen Babys beißt. Der Hintergrund zeigt Apache-Hubschrauber, die Raketen schießen und die Botschaft trompeten: „Wählt Likud!“

Aber wie könnte diese Art widerwärtiger Darstelllung Israel dämonisieren? Sicher nicht, folgt man dem Independent.

In seinem Editorial scheint der Independet zu argumentieren, dass Opposition zu israelischer Politik mit Antisemitismus zu verbinden, angesichts der Tatsache, dass die israelische Regierungspolitik von vielen Juden nicht geteilt wird, „ironisch“ ist. Statt Alex Brummers Kommentaren ist dies die wahre Beleidigung der Intelligenz.

Niemand legt nahe, das Kritik an Israel automatisch antisemitisch ist. Dass Juden, einschließlich Israelis, und andere sich gegen die Politik israelischer Regierungen stellen, ist ein gesundes Eingeständnis lebhafter Debatte, die nicht auf die Ebenen der Schande absinkt, die vom Independent über Israel ausgekippt wird.

Jüdische Opposition gegen israelische Politik zu nutzen, um aus der Möglichkeit zu entkommen, dass Kritik an Israel die Linie in die Dämonisierung überschreiten kann, ist unredlich.

Der Independet steht auf der Liste der wichtigen internationalen Medienorgane, denen wir unsere Petition schicken werden, mit der wir fordern, dass sie die Antisemitismus-Definitionen des US-Außenministeriums und der EU übernehmen, genau deshalb, damit die Medien wissen, wann sie die Linie überschritten haben.

Helfen Sie uns, indem sie die Petition unterschreien und sie in Ihrer Familie, bei Freunden und Kollegen verbreiten. Der Independent erkennt offensichtlich Dämonisierung nicht. Es ist an der Zeit, dass er das lernt.

Schlagzeilen-Fehlschlag: Terroristen als „politische Gefangene“

29. Juli 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 28. Juli 2013

Der Independent berichtet über die wahrscheinliche Freilassung palästinensischer Häftlinge in Israel  als Teil der Schritte zur Wiederbelebung der Friedensgespräche. Dazu veröffentlicht er folgende Schlagzeile:

Israelisches Kabinett bereit palästinensische politische Gefangene in Versuch freizulassen Friedensgespräche neu zu starten

In dem Artikel erklärt der Independent, die meisten Häftlinge würden Strafen für „gewalttätige Vergehen“ absitzen.

Was macht also diese „politischen Häftlinge“ aus? Das ist ein Begriff, der allgemein genutzt wird, um diejenigen zu beschreiben, die von repressiven, nicht demokratischen Regimen als politische Gefangene oder politische Gegner inhaftiert werden.

In der Regel bezieht sich das nicht auf Häftlinge, die Terroranschläge oder gewalttätige Straftaten verübt haben.

Außer der Independent glaubt es sei eine legitime Form von politischem Protest, wenn Palästinenser israelische Frauen und Kinder ermorden.

Getürktes Foto? Welches getürkte Foto?

4. Juli 2012

Yarden Frank, HonestReporting.com, 4. Juli 2012

Der Independent hat das getürkte Foto entfernt, das wir in unserem Video offengelegt hatten. Wir würden die Vermutung anstellen, dass das durch all die verärgerten Briefe ausgelöst wurde, die man dort von unseren HonestReporting-Mitgliedern erhielt.

Das sind zwar gute Nachrichten – aber nicht gut genug. Denn der Independent hat genau dieses getürkte Foto palästinensischer Kinder, die vorgeben, in einem israelischen Gefängnis zu sein, mehr als einmal benutzt.

Es wäre richtig, wenn sie eine Erklärung veröffentlichen würden, warum sie ein offensichtlich gestelltes Foto verwenden.

Es wäre richtig, wenn sie den Lesern versichern würden, dass dasselbe nicht noch einmal passieren wird.

Es wäre richtig, wenn sie einsehen würden, gar keine Fotos des Freischaffenden aus dem Gazastreifen mehr zu nutzen, der die Aufnahme machte. Es ist ja nicht so, dass sie keine Seite zu Fehlern und Auslassungen hätten.

Glauben Sie, dass man beim Independent das Richtige tun wird?

Warum nicht nachfragen? Schreiben Sie [auf Englisch] an: mailto:newseditor@independent.co.uk

Und erinnern Sie sie daran, dass dies hier das ist, was sie ursprünglich veröffentlichten:

GB bereit, das Schicksal von in Eisen gelegten Kindern Israel anzukreiden

Vom Außenministerium finanzierter Bericht beschreibt detailliert den routinemäßigen Missbrauch palästinensischer Jugendlicher

Mittwoch, 27. Juni 2012 …

Gedanken zum BBC-Schlamassel

25. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 25. Januar 2009

Die BBC sitzt in den Nesseln, weil sie sich weigert, den Aufruf einer Dachorganisation humanitärer Organisationen zugunsten von Gaza zu senden. Das Disasters Emergency Committee bat um den Aufruf, der auf anderen britischen Kanälen gesendet wird.

BBC-Boss Mark Thompson veröffentlichte eine Erklärung auf dem Blog von The Editor und gab zwei Gründe für die Ablehnung an:

Ein Grund dafür war die Sorge darüber, ob Hilfe, die durch den Aufruf generiert werden würde, auch wirklich bei den Menschen ankäme. Sie verstehen, dass einer der Faktoren, die wir berücksichtigen müssen, die praktische Anwendbarkeit der Hilfe ist, um deren Finanzierung die Öffentlichkeit gebeten worden ist, vor Ort ankommt….

Unter Berücksichtigung aller Umstände und insbesondere nach Rücksprache mit führenden britischen BBC-Journalisten kamen wir zu dem Ergebnis, dass wir keinen Aufruf im Alleingang senden konnten, gleich, wie sorgfältig ausgearbeitet auch immer, ohne das Risiko einzugehen, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Unparteilichkeit der BBC bei ihrer ausführlichen Berichterstattung der Geschehnisse zu reduzieren. Ein Aufruf würde zwangsläufig Bilder verwenden, die denen gleichen oder ähnlich sind, die wir in unseren Nachrichtenprogrammen bringen, aber sie hätten das Ziel, öffentlich zu Spenden aufzurufen. Die Gefahr für die BBC besteht darin, dass dies als politische Stellungnahme im laufenden Prozess gedeutet werden könnte.

Unglücklicherweise wurde Israel in die Gegenreaktion einbezogen, als Gesundheitsminister Ben Bradshaw sagte:

„…diese Aufregung, voreingenommen zu sein;

Ich befürchte, dass die BBC sich gelegentlich gegen die israelischen Behörden behaupten muss.“

The Independent mit einer Vermutung, warum BEEP diesen Kurs einschlägt:

Der Grund dafür, dass Kritiker der BBC vorwerfen, die Nerven zu verlieren, besteht darin, dass mehrmals während des gegenwärtigen Konflikts dem israelischen Regierungssprecher Mark Regev beinahe ebenso viel Sendezeit eingeräumt worden ist wie dem Zugeständnis, dass er sagen konnte, die BBC bringe die notwendige „Ausgewogenheit“ bei Bildern palästinensischer Opfer. Ein Live-„Dialog“ zwischen Herrn Regev und Jon Snow von Channel 4 News geriet zur lautstarken Auseinandersetzung, aber bei der BBC gab es so etwas nie.

Vier Überlegungen zur leidigen Sachlage:

1. Israels erlaubt bereits die Lieferung von Hilfstransporten nach Gaza. So lange die Hilfe nicht bei der Hamas landet ist Israel der Letzte, der sich in diese Angelegenheit einmischt.

2. Bradshaws Unterstellung, Israel könne Druck auf die BBC ausüben, ist lächerlich. Es gibt keinerlei Hinweis dafür, dass Israel so handelte, und ich bezweifle sehr, dass irgendein israelischer Offizieller das im Voraus gewusst hat. Bradshaws Kommentare sind lediglich eine Wendung der altbekannten Die-Zionisten-beherrschen-die-Medien-Ente. Seit wann hat sich die BBC jemals Sorgen um ihr Ansehen bei Israel gemacht?

3. Wenn die BBC Informationen darüber besitzt, dass Hilfslieferungen nicht bei der bedürftigen Bevölkerung ankommen, dann gratuliere ich Thompson für seine Standhaftigkeit und ich kann es gar nicht erwarten, darüber etwas zu lesen.

4. Es ist eine große Schande, dass die Unzulänglichkeiten der BBC-Berichterstattung zu dieser Entwicklung geführt haben.

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Arafat wieder ausgegraben

30. Dezember 2008

honestreporting.com Media BackSpin, 29. Dezember 2008

Operation Gegossenes Blei hat beim Independent wirklich einen blanken Nerv getroffen. Die Redaktion gaben einem Terroristen Raum für einen Kommentar – und noch dazu einem toten. Was hat von der Zeitung Besitz ergriffen, einen bearbeiteten Auszug von Arafats Rede vor den UNO 1974 abzudrucken?

Der Mann ging als diskreditierter Terrorist ins Grab, dessen Taten nie auch nur andeutungsweise seinen blumigen Friedensworten nahe kamen. Unter anderen:

· feuerte seine PLO hunderte Raketen auf nordisraelische Orte,

· befahl er die Hinrichtung von US-Diplomaten,

· ließ er sich von Saddam Hussein aushalten,

· füllte er seinen Geldbeutel mit Auslandshilfen,

· machte er aus seinen Absichten in seinen Reden in Stockholm und Johannesburg kein Geheimnis,

· war persönlich an palästinensischen Terroranschlägen beteiligt.

Im Rückblick auf Arafats Rede kann man über ihn (und jetzt die Redakteure des Independent) lachen, wenn man seine Worte liest:

Heute bin ich gekommen, mit einem Olivenzweig und der Waffe eines Freiheitskämpfers in der Hand. Lassen Sie den Olivenzweig nicht aus meiner Hand fallen. Ich wiederhole: Lassen Sie den Olivenzweig nicht aus meiner Hand fallen.

Olivenzweig? Freiheitskämpfer?

Wohl kaum.