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Um den Zionismus zu verstehen, lesen Sie Herzl, nicht Mahmud Abbas

8. März 2018

Gastpost, HonestReporting, 8. März 2018

Paul Gross, Mitglied von HonestReportings israelischem Vorstand, ist Senior Fellow am Menachem Begin Heritage Center in Jerusalem; er schreibt und lehrt israelische Geschichte und Politik. Er hat für eine Reihe israelischer, britischer, amerikanischer und kanadischer Publikationen geschrieben. Die hier vertretenen Ansichten sind seine.

2018 begann mit einem seltenen Geschenk des PA-Vorsitzenden Mahmud Abbas an die Fürsprecher Israels. Einer der von den westlichen Medien am weitesten akzeptierten Mythen des Nahen Ostens ist die „Moderatheit“ des PA-Führers. Er wird gewohnheitsmäßig als jemand dargestellt, der engagiert nach Frieden strebt, dessen Versuche einen Deal mit der israelischen „Hardliner“-Regierung (manchmal auch „rechtsextremen“ Regierung) von Benjamin Netanyahu frustriert ist. Egal, dass es sich um einen Mann handelt, der es ablehnt die konzessionswilligste israelische Zweistaatenlösung zu akzeptieren, die aktenkundig ist – die von Ehud Olmert aus dem Jahr 2009; er hat seitdem zweimal von den USA vermittelte Verhandlungen mit Netanyahu verlassen, sogar nachdem Israels „Hardliner“-Premierminister (im ersten Fall) den Siedlungsbau einfror und (im zweiten Fall) palästinensische Terroristen freiließ.

Wie half uns Abbas also zu Beginn dieses Jahres? Nun, in einer langen, mit historischem Unwissen und Verschwörungstheorien vollgestopften Tirade vor dem Zentralrat der PLO lieferte er alle Beweise, die nötig sind, um den Mythos der „Moderatheit“ platzen zu lassen. Die Rede umfasste eine Litanei an Fälschungen, die als „antisemitisch“ bezeichnet wurde – nicht von Netanyahu, sondern von Avi Gabbay, dem Leiter der linken Opposition in der Knesset. Die Liste der Verleumdungen beinhaltete eine Leugnung der jüdischen Verbindung zu Jerusalem; ein kindischer Versuch eines historischen Übertreffens, indem er behauptete die Palästinenser seien die Nachkommen der biblischen Kanaaniter; und das falsche, unglaubhafte „Wann haben wir je Verhandlungen abgelehnt?“ (Jeder Einzelne frustrierte israelische und amerikanische Unterhändler könnte ihm eine Liste mit den Daten liefern.)

Und dann war da noch das: Ein kurzer Verweis au Theodor Herzls  prägenden Besuch in Palästina ganz am Ende des 19. Jahrhunderts:

Als Herzl in Palästina ankam, sag er Menschen, menschliche Wesen, Bürger. Also sagte er: „Wir sollten die Palästinenser aus Palästina tilgen, so dass es ei land ohne ein Volk für ein Volk ohne Land wird.“

Prof. Shlomo Avineri

Das fiel mir aus zwei Gründen als wichtig auf. Einer war ein zeitlicher Zufall: Ich hatte gerade eine großartige Biographie Herzls ausgelesen, die der gefeierte israelische Professor Shlomo Avineri schrieb. Anders als Abbas ist Avineri ein Experte für Zionismus und ein ernstzunehmender Akademiker. (Dr. Mahmud Abbas‘ Doktorarbeit argumentiert, dass die Zionisten die Zahl der Opfer des Holocaust übertrieben und mit den Nazis kollaborierten.)

Avineri widmet ein Kapitel seines Buches Herzls utopischem Roman Alteneuland, seiner Schilderung des jüdischen Staates, den die zionistische Bewegung schaffen würde. In seinem erdachten Gemeinwesen lebten Araber als gleichberechtigte Bürger. Fakt ist: Der Bösewicht in seinem Roman ist ein rassistischer jüdischer Wahlkandidat, der glaubt Nichtjuden sollte das Wahlrecht verweigert werden. Er verliert die Wahl gegen einen Kandidaten, der mit einem Wahlprogramm gleicher Rechte für alle Bürger antrat.

So viel zu Herzl als ethnischem Säuberer.

Herzls Zionismus betrachtete die Araber Palästinas „als Gleichberechtigte, Partner der Staatsbürgerschaft, die in die öffentlichen Institutionen der Gesellschaft wählen und gewählt werden“ Eine Vision, die Realität wurde, als 1948 das echte „Altneuland“, der Staat Israel, gegründet wurde, bei dem für seine nichtjüdischen Bürger die gleichen Rechte verankert wurden.

Der zweite Grund für Abbas‘ Verleumdung von Herzl ist wegen seiner folgen und den Auswirkungen dieser Folgen wichtig. Die Behauptung, dass Herzl – und daher der Zionismus von Anbeginn an – rassistisch, imperialistisch und brutal war, ist die Grundlage eines Großteils der antiisraelischen Propaganda, der wir uns in den Medien, an Universitäten und anderen Orten gegenüber sehen. Obwohl die UNO schließlich ihre abscheuliche Resolution „Zionismus ist Rassismus“ von 1975 widerrief, bleibt der Zionismus ein schmutziges Wort in linken Kreisen der gesamten westlichen Welt.

Der israelische Botschafter Chaim Herzog zerreißt eine Kopie der Resolution 3379 der UNO-Vollversammlung, die 1975 den Zionismus als „eine Form des Rassismus und der Rassendiskrimineirung“ bezeichnete.

Noch bösartiger macht dieses Narrativ, dass es die breitere Diskussion über Israel infiziert. Jedes Land handelt manchmal  auf Weisen die Kritik der internationalen Medien anzieht; aber nur bei Israel wird wegen umstrittener Politik seine Legitimität als Saat in Frage gestellt. Der Zionismus, die Gründungsideologie des Staates, ist moralisch verunreinigt worden; deshalb steht Israel ständig „auf Bewährung“.

Wir können die giftigen Ergebnisse davon in zahllosen Nachrichtenmeldungen zum Konflikt mit den Palästinensern sehen. Israel vermeintliche Makel und Fehler werden hervorgehoben, aber nicht die der Palästinenser. Siedlungsbau macht Schlagzeilen, aber nicht die Aufstachelung der Palästinenser zu Terror. Die Palästinenser sind hilflose Opfer, en unterdrücktes Volk, nicht verantwortlich für ihr Tun; Auf Schritt und Tritt bevormundet und verhätschelt, egal, welche Gewalttaten sie verüben – und egal, dass ihre Armut und Verzweiflung genauso sehr das Ergebnis der Korruption und Kriminalität der PA ist wie die israelischer Politik.

Das ist das Narrativ, hier ist die Wirklichkeit. Schon von Anfang an stellte die Zionistische Bewegung sich ein demokratisches Israel vor. Israel wurde 1948 als Demokratie gegründet, zu einer Ziet, in der es nicht mehr als auf dem Planeten etwa zwanzig Demokratien gab. Und anders als die meisten anderen neuen Staaten, die in dieser Epoche der Staatsgründungen nach dem Zusammenbruch der europäischen Länder aufkamen, ist es vom ersten Tag bis heute ein Demokratie gelieben.

Israel ist eine militärische Supermacht geworden, aber das hat nichts mit irgendeinem inhärent zionistisch-militaristischen Komplex zu tun. Israel hat mehrere Kriege gegen Staaten und  in jüngerer Zeit gegen Terrororganisationen geführt, die ausdrücklich seiner Auslöschung dienten. Israel hat heute die Hamas an einer seiner Grenzen, die Hisbollah an einer anderen und die vom Iran beherrschten Ruinen dessen, was einmal Syrien war, an einer dritten. Jeder dieser ärgerlichen Nachbarn betrachtet die Vernichtung Israels als religiöses Gebot. Wenn der einzige Weg einen Feind zu beschwichtigen darin besteht Selbstmord zu begehen, ist in dieser Lage die Peitsche nötig, nicht das Zuckerbrot, außerdem militärische Macht und die Bereitschaft sie einzusetzen.

Ich werde mit einer weiteren aktuellen Nachricht schließen – einer, die weit weniger Berichterstattung anzog als die Rede von Abbas. Das war die Offenbarung, dass der Militärgeheimdienst der israelischen Verteidigungskräfte letzte Sommer geholfen hatte einen ISIS-Terroranschlag auf ein australisches Passagierflugzeug zu vereiteln. Europäische Länder, die so regelmäßig Israel mit dem diplomatischen Finger drohen, haben Geheimdienste, die über alle Maßen dankbar für die Hilfe sind, die sie vom Mossad und der IDF bei der Vereitelung von Terroranschlägen erhalten. Im heutigen globalen Konflikt zwischen freien und offenen Gesellschaften einerseits und islamistischen Terroristen und den sie sponsernden Staaten andererseits. Israel steht nicht nur auf der richtigen Seite des Kampfes, sondern es führt ihn an. Derweil hat unser „friedliebender“ Freund Mahmud Abbas gerade erst die jährlichen Zahlungen an die Familien palästinensischer Terroristen auf $403 Millionen erhöht; das sind sieben Prozent des Budgets des PA-Haushalts.

Abbas und weitere Propagandisten werden weiter Lügen und Desinformation verbreiten und ein viel zu große Teil der Welt wird das weiterhin komplett schlucken. Israel, das sich seinem 70. Geburtstag nähert, wird weiter tun, was es tun muss um zu überlebe und als jüdischer und demokratischer Staat zu gedeihen, von dem Theordor Herzl nur träumen konnte.

(Bilder: Abbas von Flash90, Avineri via YouTube/TheJerusalemCenter; Herzog via Youtube/IsraelArchives)

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Der Guardian beschuldigt Israel mit dem Krieg begonnen zu haben

2. Oktober 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 26. September 2014 (übersetzt von Cora)

In einem Editorial „Der Blick des Guardian auf die menschlichen, ökonomischen und die wirtschaftlichen Kosten des Gaza-Krieges“, stellt die Zeitung die Richtigkeit der israelischen Betrachtungsweise der Geschehnisse in Frage, die zu dem Tod der zwei Palästinenser geführt hat, die für die Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen anfang des Sommers verantwortliche waren.

„In der folgenden Schießerei wurden die zwei Männer in dem Haus getötet. Das haben sie verdient, könnte man sagen, wenn man annimmt, dass die beiden schuldig waren und die Polizei keine Alternative hatte, als zurückzuschießen als sie unter Feuer kamen.“

Das Editorial fährt fort:

„Den vollständigen Hintergrund des Verbrechens werden wir nie erfahren, weil die angeblichen Täter jetzt tot sind. Doch die Beweise lassen stark vermuten, dass die Behauptung der israelischen Regierung, sie hätte „eindeutige Nachweise“, dass die Hamas als Organisatoren dafür verantwortlich ist, unberechtigt sind.“

Welche Beweise besitzt der Guardian genau, die die Hamas von der Verantwortung für die Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen frei spricht? Kein einziger wird genannt. Stattdessen verbreitet der Guardian seine Interpretation der Geschehnisse, wobei er sicher stellt, dass die Beweislast für die Verantwortung des Konflikts nicht bei der Hamas, sondern bei der Regierung Benjamin Netanyahus liegt.

„Durch den Beschluss die Hamas zu beschuldigen scheint Benjamin Netanyahu, der Premierminister Israels, eine Möglichkeit gesehen zu haben, die gerade geschaffene Einheitsregierung der Palästinenser, die Hamas und Fatah zusammen gebracht hatte, zu destabilisieren und M. Abbas, den Präsidenten der palästinensischen Selbsverwaltung zugrunde zu richten. Die Israelis stürmten durch die Westbank und verhafteten hunderte Mitglieder der Hamas.

Provoziert und darin eine Möglichkeit sehend, die schwindenden Sympathien zurück zu holen, antwortete die Hamas in Gaza mit Raketen. Erzürnt verlangte die israelische Öffentlichkeit, in Unkenntnis aller Fakten, nach Taten gegen Raketen und die neu entdeckten Tunnel. In die Enge getrieben, schickte Netanyahu Truppen los.“

In den Augen des Guardian war die Operation Protective Edge also nicht dazu da, Israelis vor den Hamas Raketen zu beschützen, sondern ein zynisches Manöver Israels.

So ist es kein Wunder beim Guardian, dass er wie üblich die Schuld bei Israel statt bei den Terroristen sieht.

Ein Journalist korrigiert eine Lüge aus Gaza mit einer weiteren

24. August 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 17. August 2014 (übersetzt von Cora)

HonestReporting hat bereits den New Statesman auf dessen fast 4.000 Worte langen Bericht von Donald Macintyre aus dem Gazastreifen angesprochen, der deutlich die Unzuverlässigkeit der palästinensischen Opferzahlen aufzeigt. Der Bericht enthielt folgenden Absatz:

„Glücklicherweise erlitt Yasser nicht das gleiche Schicksal wie der 10jährige Mohammed Badran, ein anderer Überlebender, der ins al-Shifa-Krankenhaus eingeliefert wurde. Infolge eines israelischen Luftangriffs erblindete er, im Krankenhaus angekommen, schien er noch nicht zu wissen, dass seine gesamte Familie vernichtet wurde, als eine Rakete ihr Haus im Flüchtlingslager Nuseirat zerstört hatte. Da er die Art seiner Verletzung nicht verstand, fragte er das Personal ständig: „Warum habt ihr das Licht ausgemacht?“

Diese blutrünstigen Israelis sind also nicht zufrieden damit Mitglieder einer aufrechten Familie zu verletzen, sie töten auch noch erbarmungslos den Patriarchen, als der sich ganz unschuldig auf das Morgengebet vorbereitete.

Allerdings war Nidal nicht für das Morgengebet in der Moschee. Er traf sich dort um 3:30 Uhr morgens mit zwei weiteren führenden Hamasmitgliedern, wie mein früherer Bericht von heute zeigt. Es ist klar, dass die zerstörte Moschee ein paar Geheimnisse hatte, von denen die Hamas die Reporter fernhalten wollte.

Die drei Terroristen, die in der Moschee getötet wurden waren Nidal Badram(نضال بدران), Maaz Zayed (معاذ زايد) und Tariq Jadallah (وطارق جاد الله).

Auf einmal scheint die Zielauswahl des Badran-Hauses etwas weniger zufällig, oder nicht?

Übrigens haben die arabischen Medien die drei Hamas Mitglieder, die in der Moschee getötet wurden, natürlich als Zivilisten dargestellt. PCHR und AP bezeichneten sie als Kämpfer, allerdings ohne ihre Namen zu nennen.

Macintyre erwähnte Nidal Badrans Tod in einer früheren Geschichte für den Intependent, dort beschreibt er den Angriff so:

An diesem Morgen zerstörte ein israelisches Bombardement eine der größten Moscheen im zentralen Gazastreifen. Dabei wurden drei Palästinenser getötet, die sich auf das Morgengebet vorbereiteten. Einer davon war der Vater eines schwer verletzten 10jährigen Jungen, der bei einem Treffer auf ihr Haus vor einer Woche erblindete.

Zwei Bulldozer wühlen sich durch den Berg von Trümmern, der nach dem F-16-Luftangriff von der Al-Qassam-Moschee im Herzen des Nusseirat Flüchtlingslagers übrig geblieben ist und wo man die vier Männer zuletzt in dem Nebenraum für die übliche Waschung vor dem Gebet gesehen hat, bevor sie die Bombe kurz nach 3 Uhr morgens erwischte.

Unter den drei geborgenen Leichen war auch Nidal Badran (44), der verzweifelt darauf hoffte, dass sein Sohn Mohammed, der zur Zeit mit schwersten Gesichtsverletzungen, durch die er auch das Augenlicht verlor, im Shifa-Krankenhaus liegt, für die notwendigen Operationen nach Europa gebracht werden würde.

Der die getöteten Männer als „Mitglieder einer bewaffneten Gruppe“ beschreibende PCHR-Artikel war zu diesem Zeitpunkt bereits veröffentlicht, also machte sich Macintyre nicht einmal die Mühe die Fakten über den Terroristen Nidal Badran zu überprüfen, bevor er ihn zwei Mal sehr mitfühlend beschrieb.

Macintyre berichtete, dass Israel Warnungen absetzte, bevor es die Moschee zerstörte, aber diese Warnung die Hamasmitglieder nicht rechtzeitig erreichte.

Und es ist nicht so, als hätte Macintyre keine Ahnung gehabt. Er wusste, dass Badran Polizist war und jeder anständige Reporter in Gaza sollte wissen, dass die überwiegende Mehrheit der Polizisten traditionell auch Mitglieder der Al-Qassam-Brigaden sind.

Also eine weitere Beschönigung der Hamas.

Oh übrigens, schaut euch das mal an:

Der Bruder des Toten, Kemal Badran (45), der für das Informationsbüro des UN-Flüchtlingswerks (UNRWA) arbeitet, sagt, dass sein Bruder seit 20 Jahren als Polizist in Gaza gearbeitet habe.… „Er war ein religiöser Mensch“, setzt er hinzu und dass er regelmäßig früher zum Morgengebet ging, um sich zu waschen und im Koran zu lesen. „Vielleicht wussten (die Israelis) nicht, dass zu diesem Zeitpunkt überhaupt jemand in der Moschee war“, glaubt er.

PCHR wusste natürlich, dass Nidal ein Terrorist war … ebenso wie sein Bruder von der UNWRA.

Man kann nichts von dem glauben, was die Einwohner Gazas den Reportern erzählen. Leider sind die Reporter nur allzu bereit den Lügen Glauben zu schenken.

Daily Mirror – nicht das Popcorn ist hier faul!

17. Juli 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 16. Juli 2014 (übersetzt von Cora)

„Dieses hetzerische Bild von Israelis, die Popcorn essen und jubeln während sie das Bombardement auf Gaza beobachten, löste Empörung auf Twitter aus.“

Nun, das ist es nicht.

Unter der Überschrift „Die fotografierten Israelis essen POPCORN und klatschen, während sie das tödliche Bombardement auf Gaza beobachten.“ berichtet der Daily Mirror über einen Tweet des dänischen Journalisten Allan Sorensen, der die israelischen Einwohner Sderots beschuldigt, den Konflikt mit Gaza in eine Art kranken Vergnügens zu verwandeln. Dieses Bild wirkt, als ob sich die Israelis daran erfreuen dabei zuzusehen, wie palästinensische Zivilisten bei einem Angriff mit weißem Phosphor verbrennen.

Aber da stimmt etwas nicht. Genauer gesagt, da ist einiges falsch.

Die Einwohner Sderots und der übrigen israelischen Gemeinden im Süden leiden seit Jahren unter dem Raketenbeschuss. Ihre Kinder sind praktisch in Schutzräumen aufgewachsen. Jeder wäre wohl in dieser Situation glücklich zu sehen, wie die, die andauernd Raketen abschießen, jetzt selber angegriffen werden. Vielleicht beobachten sie, wie das Iron Dome System diese Raketen hoch oben in der Luft abfängt. Es ist unmöglich festzustellen, worauf die Israelis schauen.

Was wir aber wissen ist, worauf sie NICHT schauen. Sie schauen nicht auf die Szene, die im Mirror dargestellt wird. Woher wir das wissen? Abgesehen davon, dass es unmöglich ist, all diese Details aus dieser Entfernung zu sehen, das große Foto wurde schon vor vielen Jahren aufgenommen.

Hier ist das Original, das von Getty Images am 17. Januar 2009 aufgenommen wurde.

Der Mirror hat lediglich ein altes Bild gefunden und es zu seiner Schlagzeile gemacht.

Gibt es einen besseren Weg um die falsche Berichterstattung vom blutrünstigen Israeli zu unterstützen?

Der Independent baut eine „neue Siedlung“

3. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 28. Oktober 2013

Kein Wunder, dass der uninformierte Beobachter den Eindruck gewinnen könnte, das israelische Siedlungen sich rasend schnell vermehren. Nehmen Sie diesen Absatz eines Artikels im The Independent über die Freilassung palästinensischer Terroristen aus israelischen Gefängnissen:

Um Israelis zu beschwichtigen, die gegen diesen Schritt sind, bei dem Häftlinge freigelassen werden, die an der Ermordung von Israelis beteiligt waren, genehmigte Premierminister Benjamin Netanyahu den Bau einer neuen Siedlung in der Westbank.

Tatsächlich gibt es keinen Plan eine „neue Siedlung in der Westbank“ zu bauen. Wie es schon seit einer Reihe Jahre der Fall ist, hat genehmigtes Bauen innerhalb bestehender jüdischer Gemeinden in der Westbank stattgefunden.

Ob man mit der israelischen Siedlungspolitik nun einverstanden ist oder nicht, die Leser des Independent oder jeder anderen Publikation sollten wenigstens faktisch korrekte Informationen erwarten können.

UPDATE 1:

Wir schrieben dem Independent eine E-Mail mit der Aufforderung den Fehler zu korrigieren. Inzwischen erklärte uns Mark Regev, Sprecher des Premierministers, offiziell, dass der Premier keinen Plan für eine neue Siedlung genehmigt hat.

Erst, nachdem am nächsten Tag eine zweite E-Mail mit der Drohung geschickt wurde Beschwerde bei der Press Complaints Commission einzureichen, kam die folgende Antwort vom stellvertretenden geschäftsführenden Chefredakteur:

Danke für Ihre E-Mail. Ich habe online bereits eine entsprechende Ergänzung der Story vorgenommen.

In der Tat ist der beleidigende Absatz aus dem Artikel entfernt worden.

Das ist zwar willkommen, aber es enttäuscht immer noch, dass der Independent nur Drohungen zu reagieren scheint, statt Korrekturen vorzunehmen, weil das professionelles Handeln wäre.

UPDATE 2:

Wir waren erstaunt einen Folgeartikel zu sehen, der nur Stunden nach der oben beschriebenen Korrektur veröffentlicht wurde. Dieser neueste Text heißt „Israelisch-palästinensische Gespräche gestärkt von Freilassung von 26 Gefangenen – dann sofortiger Rückschlag durch neue Jerusalemer Siedlungspläne“ beginnt wie folgt (Hervorhebung hinzugefügt):

Israel hat einen entschiedenen Schritt Richtung Friedensgespräche mit Palästina unternommen, indem es eine Gruppe von 26 Gefangenen freiließ – und machte den Fortschritt fast sofort wieder zunichte, indem es Pläne zum Bau einer Reihe neuer Siedlungen in Ostjerusalem verkündete.

Der Independent hat sich jetzt von einer „neuen Siedlung“ zu einer „Reihe neuer Siedlungen“ weiter entwickelt, obwohl beides nicht richtig ist!

Eine weitere Beschwerde wurde an den Independent geschickt.

UPDATE 3:

Der Independent reagierte zeitgerechter und gab folgende Korrektur aus:

Israel hat einen entschiedenen Schritt Richtung Friedensgespräche mit Palästina unternommen, indem es eine Gruppe von 26 Gefangenen freiließ – und machte den Fortschritt fast sofort wieder zunichte, indem es Baupläne für Ostjerusalem verkündete.