Archive for the ‘Islam+Islamisten’ category

AFP zelebriert Mord und Totschlag am Weltfrauentag

9. März 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 8. März 2016

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Am gestrigen Weltfrauentag brachte der Nachrichtendienst AFP einen Artikel, der die Frauen verurteilter palästinensischer Terroristen pries. Natürlich nicht von allen Terroristen, sondern nur von denen, die Israelis angegriffen haben.

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AFP beginnt mit der Feststellung: „Mehr als 7000 Palästinenser sitzen aktuell in israelischen Gefängnissen, 600 davon lebenslang.“ Ein bezeichnendes Beispiel schamloser Medienvoreingenommenheit, denn AFP verschweigt, warum diese Insassen verurteilt wurden. Ebenso verschweigt AFP den Terror, den viele veranstaltet haben, und auch die Zahl der Todesopfer, die sie auf dem Gewissen haben.

Nichts über die israelischen Opfer oder ihre Familien, nichts darüber, dass die Palästinenserbehörde eingekerkerten Terroristen Summen zahlt, die sich weit jenseits dessen bewegen, was diese in Freiheit verdienen können, was einen starken wirtschaftlichen Anreiz zum Töten von Israelis bringt.

Danach schreitet AFP zu einer emotional aufgeladenen Fallstudie eines gewissen Ahed Abu Golmi, wobei nur ganz am Ende erwähnt wird, dass er für seine Rolle bei der Ermordung des israelischen Tourismusministers Rehavam Ze’evi im Jahr 2001 verurteilt wurde. (Existiert überhaupt ein Land auf dieser Erde, wo der Mörder eines Regierungsministers nicht im Gefängnis landet?) Wenig überraschend wird Ze’evis Familie im Artikel weder interviewt noch überhaupt erwähnt: Hinterbliebene waren seine Frau Yael und ihre fünf Kinder.

Auch über Khalida Muslih wird rührselig die Tränendrüse gedrückt, Ehefrau von Mohammed Muslih, der „neunmal lebenslänglich für tödliche Angriffe auf Israelis bekam“. Natürlich erfahren wir auch hier weder über die Anschläge noch über die Opfer irgend etwas. Statt dessen lesen wir:

Laut ihrer Aussage ist die Frau eines Gefangenen, der wegen eines Angriffs auf Israelis im Gefängnis sitzt, etwas, auf das man stolz sein kann, und sie wird ihre Haltung diesbezüglich niemals ändern.

Als ihr Mann 2002 verurteilt wurde, nur anderthalb Jahre nach ihrer Heirat, heulte sie vor Freude.

„All diese Jahre habe ich nicht das geringste bereut“, so Muslih, deren Sohn erst vier Monate alt war, als sein Vater ins Gefängnis kam.

„Ich war stolz darauf, die Frau eines Kämpfers zu sein, selbst wenn dies bedeutet, dass mir viele Dinge vorenthalten werden und mein Herz gebrochen wird.“

AFP verschweigt ebenfalls, dass 7.000 Gefängnisinsassen bei einer Palästinenserbevölkerung von 6,08 Mio. Menschen eine Quote von 1,15 pro 100.000 ergibt; eine der niedrigsten Quoten weltweit. Angesichts des Ausmaßes des Terrorismus, dem Israel ausgesetzt ist, ist dies ein erstaunlicher Wert. (Die mittlere Quote in Europa beträgt 98 pro 100.000, und die USA haben die weltweit höchste Quote mit 716 pro 100.000, über 600x höher als die Einkerkerungsquote der Palästinenser in Israel.)

Doch am unbegreiflichsten an diesem Artikel bleibt, wie es einem Journalisten in den Sinn kommen kann, die Lobpreisung der Frauen von Terroristen sei eine passende Art und Weise, den Weltfrauentag zu begehen.

Israelische Selbstverteidigung ist „tödliche Vergeltung“?

8. März 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 3. März 2016

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Ein Guardian-Artikel beginnt mit dem folgenden Absatz:

Nach einer fünf Monate langen Gewaltwelle gegen israelische Bürger und andere Ziele, die mit tödlicher Vergeltung der Sicherheitskräfte beantwortet wurde, drohte Binyamin Netanyahu mit der Verbannung der Familien palästinensischer Attentäter nach Gaza.

Den Angaben zufolge stammt der Artikel von der Guardian-Redaktion und von Agenturen. Da wir keine große Presseagentur wie z. B. Associated Press, Reuters, AFP usw. finden können, die derartige Sprache benutzt, können wir getrost annehmen, dass es sich bei der „tödlichen Vergeltung“ um eine bewusste Formulierungsentscheidung des Guardian handelt.

Die einfache Wörterbuchdefinition von Vergeltung lautet: „jemandem, der einen verletzt oder schlecht behandelt hat, etwas antun — sich an jemandem rächen“.

„Vergeltung“ impliziert bösartige Absichten. Israel betreibt gegenüber Palästinensern keine Vergeltung. Und wenn israelische Sicherheitskräfte zur Verteidigung israelischer Bürger vor palästinensischen Terroristen oder Aufständischen aktiv werden, ist das nicht „bösartig“, sondern legitime Selbstverteidigung.

Ausdrucksweise ist wichtig. Palästinensische Taten werden als „Gewaltwelle“ bezeichnet, israelische Gegenmaßnahmen als „tödliche Vergeltung“. Es ist genau diese Art von Sprache, welche die gegenwärtige palästinensische Terrorwelle verzerrt, Attentäter zu Opfern macht und Israelis zu Tätern.

Verirrte IDF-Soldaten von Randalierern und der Presse angegriffen

4. März 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 2. März 2016

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Was ist passiert?

Zwei israelische Soldaten fuhren versehentlich ins Qalandiya-Flüchtlingslager, weil ihr Waze-Navigationssystem gesponnen hat. Im Lager anwesende Palästinenser griffen die verirrten Soldaten an — mit Schusswaffen, Molotowcocktails und Felsbrocken. Die Soldaten verließen ihr Fahrzeug und flohen zu Fuß vor der potentiell tödlichen Attacke, bevor IDF-Kräfte zur Rettung eintrafen.

Dann griffen die Palästinenser die Rettungskräfte an und verletzten zehn. Zehn Palästinenser wurden beim Angriff auf die IDF-Soldaten verletzt, und ein Palästinenser wurde getötet, während er auf israelische Soldaten feuerte.

Wie sehen die Schlagzeilen aus?

Einige Schlagzeilen mit den dazugehörenden Fotos waren irreführend bis absolut surreal.

Die International Business Times beispielsweise titelte „Palästinenser getötet“, wobei sie verschwieg, dass der fragliche Palästinenser getötet wurde, während er aktiv IDF-Soldaten konfrontierte. Weiters sagt die Schlagzeile, die Soldaten hätten einen Aufstand verursacht, weil sie ihrem Navi gefolgt sind. In Wirklichkeit „verursachten“ die Soldaten überhaupt nichts, sondern hatten sich einfach verirrt. Bewaffnete Palästinenser begannen dann mit dem Angriff.

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Der Guardian implizierte, die App-Nutzung der Soldaten sei der Grund für einen tödlichen Kampf gewesen. In Wirklichkeit führte die unprovozierte Attacke seitens bewaffneter Palästinenser unmittelbar zu diesem tödlichen Gefecht.

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Was ist die Hannibal-Prozedur und warum ist sie wichtig?

Die Rettungskräfte implementierten „Hannibal„, eine Prozedur zur Vermeidung von Kidnappings israelischer Soldaten, selbst wenn die Rettung das Leben des Soldaten gefährdet. Fliehen Entführer beispielsweise mit einem Auto, ist es den Rettungskräften laut den Regeln von Hannibal erlaubt, auf das Fahrzeug zu schießen, obwohl sich auch ein IDF-Soldat darin befindet.

Hannibal hat in der israelischen Gesellschaft zu Kontroversen geführt, weil die Prozedur israelische Soldaten möglicherweise der Lebensgefahr aussetzt.

Einige Medien wie z. B. Newsweek beschrieben Hannibal als „kontrovers“ und „todbringend“, aber ohne richtigen Kontext, womit sie andeuteten, Hannibal sei besonders gefährlich für Zivilisten (statt für die angegriffenen Soldaten), und dass die Prozedur außerhalb der israelischen Gesellschaft für beträchtliche Kontroversen gesorgt hätte (was schlichtweg nicht stimmt).

(Anmerkung: Der Codename „Hannibal“ wurde zufällig gewählt und hat nichts mit „Hannibal Lecter“ oder dem karthagischen Feldherrn Hannibal zu tun.)

Welchen zusätzlichen Kontext sollte ich kennen?

Das Qalandiya-Flüchtlingslager liegt in „Area A“ des Westjordanlandes, das sich unter palästinensischer Verwaltung und Sicherheitskontrolle befindet.

Die Palästinenserbehörde ist auch für die Polizei und die Sicherheit in der ganzen Area A verantwortlich. Das Qalandiya-Flüchtlingslager hat einen gewalttätigen, ungesetzlichen und terroristischen Ruf, und die palästinensische Polizei schert sich für gewöhnlich nicht im geringsten darum.

Haneen Zoabi: Israel angreifen ist meine ganz normale Tagesordnung

19. Februar 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 17. Februar 2016

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In einer aktuellen Newsweek-Kolumne veröffentlichte das israelische Knessetmitglied Haneen Zoabi eine Reihe irreführender Aussagen und glatter Lügen über Israel.

Dies reicht von erlogenen Behauptungen, israelische Soldaten hätten ein 15jähriges Mädchen ermordet, während es hilflos am Boden lag, bis hin zu vollkommen falschen Beschuldigungen über „Hinrichtungen“ oder zu der surrealen Leugnung, die Juden hätten keinerlei Vergangenheit im Land Israel: Zoabis Text ähnelte mehr einem Fantasyroman. Für Zoabi war das aber ganz normale Tagesordnung.

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Wer Israel nicht kennt, ist oft überrascht davon, dass die Bevölkerung des Landes auch 1,7 Millionen Araber umfasst, volle Staatsbürger mit vollen und gleichen Rechten, und dass die arabischen Israelis mehrere politische Parteien unterhalten und 17 Sitze in der Knesset haben, einschließlich Zoabis Sitz.

Aber Haneen Zoabis Amtszeit als Knessetmitglied hat nicht viel gebracht. Zu ihren zweifelhaften Leistungen zählt z. B., dass sie 2010 auf der „Flotille“ mitsegelte, die die israelische Seeblockade von Gaza durchbrechen wollte, welche das Schmuggeln von Waffen auf dem Seeweg in den Gazastreifen blockiert. Zoabis Versuch, diese Blockade zu durchbrechen, kann technisch als Kriegshandlung gegen ihr eigenes Land gesehen werden — oder anders gesagt: als Landesverrat. Allerwenigstens hat sie direkt versucht, ihre eigenen Mitbürger in Gefahr zu bringen.

Ebenso bemühte sie sich, die Menschen weltweit davon zu überzeugen, Israel sei ein „Apartheid-Staat“ — und dies trotz der Ironie, dass sie höchstpersönlich die volle Staatsbürgerschaft besitzt und Knessetmitglied ist. Am letzten Jahrestag der Reichskristallnacht besuchte Zoabi Amsterdam und hielt dort eine Rede, in welcher sie Israel einer „ethnischen Säuberung nach dem Vorbild des Nazitums“ beschuldigte.

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Haneen Zoabi

Überdies rechtfertigte sie die Vorstellung, dass israelische Araber ISIS beitreten, obwohl sie die IDF als „schlimmer als ISIS“ bezeichnete, und sie traf sich provokanterweise mit den Familien von Terroristen, die Israelis ermordet hatten.

Zoabi hat den Israel hassenden Autor Ben White unterstützt, den Hassredner Scheich Raed Salah verteidigt und sich sogar mit der Terrororganisation Hamas verbündet. 2014 schrieb Zoabi einen Beitrag für eine Publikation der Hamas, in welcher sie Raketenangriffe rechtfertigte.

Haneen Zoabis Unglück ist nicht, dass sie ihrem eigenen Land Schaden zufügen will, und auch nicht, dass sie dafür permanent lügen muss. Ihr Unglück ist vielmehr, dass sie ihre einzigartig einflussreiche Stellung in der israelischen Regierung verspielt hat, um eine Kampagne diffamierender Propaganda zu fahren, statt dass sie sich um positive Veränderungen für die Menschen bemüht hätte, die sie gewählt haben.

Kurz gesagt — Zoabi hat ihre arabisch-israelischen Wähler zugunsten einer provokanten Selbstdarstellung im Stich gelassen. Und diese Woche für das vergängliche Rampenlicht einer Newsweek-Kolumne.

Bilder: CC BY Circuito Fora do Eixo; Zoabi via SocialTV

Nissans GPS-App kann Israel nicht finden

18. Februar 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 15. Februar 2016

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Ein HonestReporting-Fan (und begeisterter Nissanfahrer) sah, dass die mobile App namens NissanConnect in der Länderliste Israel einfach auslässt.

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Diese Entwicklung ist befremdlich, denn Nissan wird seit 1991 in Israel verkauft und ist dort ausgesprochen beliebt.

Nissans Website enthält Israel, und Israels Beziehungen zu Japan, dem Heimatland des Unternehmens, sind positiv.

Was ist also mit Nissans Karten los?

Ein genauerer Blick auf NissanConnect zeigt, dass diese App über ein Unternehmen namens „Nissan Middle East“ seinen Weg nach Israel fand. Das genannte Unternehmen hat seinen Sitz in Dubai. Obwohl Israel eine diplomatische Mission im Bereich erneuerbare Energieprojekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat, haben die beiden Länder keine diplomatischen Beziehungen, und die VAE erkennt die Existenz Israels offiziell nicht an.

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Nissans japanisches Hauptquartier weiß eventuell gar nichts davon, dass sein Nahost-Zweig entschieden hat, einen der besten Nissan-Märkte aus seiner eigenen mobilen App zu löschen.

Sagen wir es Nissans Welthauptquartier also einfach. Schließen Sie sich an? Bei Twitter ist Nissan erreichbar unter @nissan oder http://twitter.com/Nissan

Ein Tag des Terrors, ein Tag der irreführenden Schlagzeilen

17. Februar 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 15. Februar 2016

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Mehr palästinensische Terrorattacken bedeuten mehr groteske Schlagzeilen. Von Kontext und Genauigkeit keine Spur.

Und fraglos hatte die Irish Times die übelste Schlagzeile des gesamten Tages:

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Anfangs hatten einige Leser uns über die groteske Schlagzeile von Associated Press informiert, aber sie haben diese Schlagzeile mittlerweile überarbeitet, ebenso wie die meisten Blätter, welche die Associated-Press-Meldungen nutzen.

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Leider entschied der Philadelphia Inquirer, dass kein Platz mehr für den Kontext übrig war:

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Und dann gab es die folgende missglückte Schlagzeile im australischen Portal news.com.au. Ich weiß nicht, ob ich hier auf die Website selbst oder auf die Australian Associated Press böse sein soll, die von AP unabhängig ist.

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BBC News und Newsweek zweifeln, dass die Palästinenser überhaupt erst mit der Attacke begonnen haben. Beide Schlagzeilen akzeptieren die israelische Bestätigung, dass die Palästinenser getötet wurden, aber nicht den Grund hierfür. Daher die Anführungszeichen.

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Und zu guter Letzt ist da die Kombination aus Schlagzeile und Unterüberschrift beim Guardian. Die Tatsache, dass die Palästinenser den Anschlag begonnen haben, ist nur „angeblich“, wohingegen die Worte „obwohl keine Soldaten verletzt wurden“ andeuten, dass die israelischen Sicherheitskräfte sich nicht wirklich verteidigen mussten. Das wirft die Frage auf: Ist Selbstverteidigung für den Guardian erst legitim, nachdem Israelis verletzt wurden?

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Selbstverteidigung nur legitim, wenn zuerst Israelis verletzt werden?

16. Februar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Februar 2016

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Und wieder eine irreführende Schlagzeile, diesmal vom Guardian:

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Sehen Sie sich aber mal die Unterüberschrift genauer an. Statt nur den Wahrheitsgehalt der israelischen Version der Ereignisse in Frage zu stellen, betont sie ebenso, dass die Palästinenser erschossen wurden, obwohl kein israelischer Soldat verletzt wurde.

Ist das ein neuer Vorbehalt speziell für israelische Sicherheitskräfte? Dürfen sich Israelis erst gegen palästinensische Attentäter verteidigen, sobald sie verletzt wurden?

Bei Selbstverteidigung geht es ganz offensichtlich um die Abwendung, dass man überhaupt verletzt wird. Aber für den Guardian und diverse andere Medien ist die Selbstverteidigung eines Israeli eine bösartige und ungesetzliche Maßnahme gegen die wahren Opfer, nämlich die palästinensischen Attentäter und Terroristen.

CBS News verpasst Israel ein blaues Auge

8. Februar 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 3. Februar 2016

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Update: CBS News änderte die Schlagzeile ab. Sie lautet nun wie folgt:

Palästinenser greifen 2 israelische Beamte an, bevor sie getötet werden

* * *

Drei mit Messern, Schusswaffen und Rohrbomben bewaffnete Palästinenser gingen zum Damaskustor in Jerusalem, um Israelis zu ermorden.

Als sie von Polizisten aufgehalten wurden, die an ihnen verdächtiges Verhalten bemerkten, griffen die Palästinenser sie an. Die schnelle Reaktion der Polizisten hat heute eine Menge Blutvergießen verhindert.

Wenn ich durch die Schlagzeilen auf Twitter, Facebook, Google News usw. blättere, sehe ich Schlagzeilen wie diese hier:

Reuters: Israelische Polizistin stirbt bei Anschlag durch Palästinenser, drei Angreifer getötet

AFP: Bei Anschlag in Jerusalem Polizistin getötet, Angreifer erschossen

BBC: Anschlag in Jerusalem: israelische Grenzpolizistin stirbt nach Schüssen

Leider ragt eine vollkommen unprofessionelle Schlagzeile von CBS News aus den anderen Schlagzeilen hervor wie ein hässliches blaues Auge.

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Es ist dieselbe müde alte Story: Israelis sind Mörder. „Während die tägliche Gewalt weitergeht“ ist unpersönlich und unentschuldbar.

Es ist ein blaues Auge für Israel und ein blaues Auge für die Leser, die Besseres verdienen als das.

Der HonestReporting-Geschäftsführer Joe Hyams sagte:

CBS versagte nicht nur bei der Erfüllung ihrer Journalistenpflichten, sondern haben sich anderen kläglich gescheiterten Schlagzeilenmachern angeschlossen, die Terroristen zu Opfern machten. Die Medien müssen für den nicht wiedergutzumachenden Schaden, den sie anrichten, zur Rechenschaft gezogen werden. Terror ist Terror, und die Gewalt in Jerusalem, Paris und San Bernardino mit anderen Maßstäben zu messen ist nicht hinnehmbar. Es ist Zeit, sich gegen den institutionellen Antiisraelismus aufzulehnen, der die Büros viel zu vieler Medien weltweit befallen hat.

Hierzu gibt es einen Brief an den Präsidenten von CBS News, David Rhodes — bitte unterzeichnet ihn mit Namen und E-Mail-Adresse; je mehr mitmachen, desto wirksamer ist er.

Der verschobene Fokus von Guardian und New York Times

30. Januar 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 26. Januar 2016

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Während wir dies schreiben, sind bereits einige Stunden seit dem Mord an der 24jährigen israelischen Frau Shlomit Krigman vergangen, die bei einem palästinensischen Terroranschlag erstochen wurde. Die Schlagzeilen von Guardian und New York Times blieben jedoch unverändert.

The Guardian:

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Die New York Times:

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Selbst wenn beide Schlagzeilen bald überarbeitet werden, um die tragische Entwicklung zu spiegeln, bleibt die Frage, warum sich die ursprünglichen Schlagzeilen auf die Angreifer konzentrieren und nicht auf die Opfer?

„Israelische Frauen Opfer von Terroranschlag“ wäre eine akkuratere Schlagzeile.

Im Kontrast dazu hat der Guardian heute eine Schlagzeile für eine Story über eine Attacke in Schweden, die folgendermaßen aussieht:

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Warum der Unterschied in der Behandlung des Themas? Ist ein israelisches Terroropfer nicht dieselbe Berichterstattung wert wie ein schwedisches?

Schlichen sich diese Fehler durch die übergroße Eile ein, die beim Veröffentlichen einer Story an den Tag gelegt wird? Vielleicht. Aber wenn Eile ein solch großer Faktor ist, dann könnte man vernünftigerweise erwarten, dass die Artikel und Schlagzeilen bereits auf den neuesten Stand gebracht worden wären. Wenn man dann die konsistente Ausrichtung beider Blätter auf die Angreifer bei palästinensischen Terroranschlägen betrachtet und deren Fallenlassen der Opfer, dann scheint es, als ob beide Blätter genau diesen Stil bevorzugen.

***

UPDATE: Die New York Times hat den Artikel entsprechend überarbeitet, und der Guardian hat eine AP-Story veröffentlicht, in welcher der Tod von Shlomit Krigman beschrieben wird.

Die New York Times lässt das Messer fallen

25. Januar 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 24. Januar 2016

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Hier die Schlagzeile, mit welcher die New York Times anfangs einen Artikel über das Ergebnis eines fehlgeschlagenen palästinensischen Terroranschlags begann:

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Selbst die NYT erkannte irgendwann, wie komplett irreführend diese Schlagzeile war. Also fügten sie zwei Wörter ein, die einen großen Unterschied machen — obwohl sie auch „sagt Polizei“ schreiben, um Zweifel zu wecken, ob das palästinensische Mädchen überhaupt ein Messer in der Hand gehalten hat. Die ursprüngliche Schlagzeile hatte keinen solchen Vorbehalt.

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Aber reicht dies aus? Zugegeben, es ist wichtig, dass die Times (im Nachhinein!) das Gefühl hatte, die Leser sollten wissen, dass das Mädchen ein Messer in der Hand hatte. Es wirft jedoch die Frage auf, warum der für die Schlagzeile Verantwortliche nicht klarstellte, dass sie getötet wurde, als sie das Messer gegen eine israelische Wache einsetzen wollte. Es steht ja im ersten Absatz: Sie wurde getötet, „nachdem sie mit einem Messer auf ihn zurannte“.

Aber wie viele Leute sahen die ursprüngliche Schlagzeile und schlossen aus ihr, ein Israeli hätte ein unschuldiges Mädchen erschossen?

Womöglich sollten wir der Times dankbar sein, dass sie wenigstens diesen schwachen Versuch zur Verbesserung der Schlagzeile unternommen hat. Bei Sky News Australia und auch im Australian sieht die bislang unveränderte Schlagzeile so aus:

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Weiter unten im Artikel nennt Sky folgende Einzelheiten:

Sie hielt ein Messer in der Hand, rannte auf einen Sicherheitsmann am Zugang zur Siedlung Anatot zu, und er eröffnete das Feuer.

Aber kein Mensch, der einfach nur die Schlagzeile liest, hätte auch nur den Schimmer einer Ahnung, was sich wirklich zugetragen hat.

Leider sind das einfach nur zwei weitere Beispiele der Bemühungen vieler Medien, die wahre Natur palästinensischen Terrorismus, dem Israel ausgesetzt ist, herunterzuspielen.

New York Times: Palästinensische Attacken „Gewaltabtausch“

20. Januar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 19. Januar 2016

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Die 38jährige Dafna Meir, Mutter von sechs Kindern, wurde in ihrem Zuhause in Otniel erstochen. Nur einen Tag später wurde die 30jährige Michal Froman, die im fünften Monat schwanger ist, beim Einkaufen in Tekoa niedergestochen. Glücklicherweise überlebten Froman und ihr ungeborenes Kind.

Die New York Times entschied sich für folgende Schlagzeile:

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Worin genau bestand dieser „Gewaltabtausch“ denn?

Gab es einen Gewaltabtausch, als Dafna Meir ihren Angreifer abwehrte, um ihre Kinder zu beschützen? Oder vielleicht als israelische Sicherheitskräfte den Palästinenser neutralisierten, der Michal Froman niederstach?

Palästinenser, die unschuldige israelische Frauen erstechen, und israelische Sicherheitskräfte, die etwas gegen die Terroristen unternehmen, sind moralisch nicht gleichwertig und können keinen „Gewaltabtausch“ darstellen.

Im Artikel selbst steht nichts über irgendwelche spezifischen Gewaltabtausche, warum erscheint das Wort also in der Schlagzeile?

Wir haben die New York Times aufgefordert, die Schlagzeile anzupassen.

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Wir begrüßen, dass die New York Times ihre Schlagzeile kurz nach unserer Aufforderung geändert hat. Die neue Schlagzeile sieht so aus:

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Palästinensischer Terrorismus keine Nachricht mehr wert?

19. Januar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 18. Januar 2016

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Selbst nach den haarsträubenden „Standards“ palästinensischer Terroristen war der brutale Mord an einer israelischen Mutter Sonntagnacht in ihrem eigenen Zuhause besonders ruchlos. Dafna Meir, 38, war eine Krankenschwester, Mutter von vier Kindern und Pflegemutter von zwei weiteren.

Dass sie in der Siedlung Otniel in der Nähe von Hebron gelebt hat, sollte die Tat des Palästinensers, der in ihr Haus einbrach und sie erstach, in keinster Weise erklären, entschuldigen oder rechtfertigen. Laut den Berichten setzte sich Meir dem Angreifer tapfer zur Wehr und schützte damit drei ihrer Kinder, die sich zu jenem Zeitpunkt im Haus aufhielten. Die grausame Attacke wurde von ihrer 17jährigen Tochter miterlebt, die der IDF eine Beschreibung des Terroristen gab.

Angesichts der Natur der Attacke, des Tatorts, des relevanten Kontexts und der Tatsache, dass die Tochter Augenzeugin der Tat wurde, ist kristallklar, wer verantwortlich war. Nicht jedoch für die International Business Times:

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Warum steht das Wort „Palästinenser“ in Anführungszeichen? Schon wieder scheint es, als wolle eine Zeitung die palästinensische Verantwortlichkeit für Terror verwässern.

Trotz dieser danebengegangenen Schlagzeile war die IBT eines der wenigen Mainstreammedien, welche den Terroranschlag überhaupt erwähnten. Bei CNN, NPR, Wall Street Journal, Times of London, Daily Telegraph, Guardian, Australian, Sydney Morning Herald und vielen anderen herrschte Schweigen.

Der Independent führte seine Basisdarstellung palästinensischen Opferleids unter der harten Hand Israels weiter und erwähnte den Terroranschlag in zwei Sätzen im 15. Absatz, quasi als Nachgedanke zu einem Bericht über palästinensische Gemeinden, die sich gegen die israelische Zerstörung der Häuser von Terroristen zusammentun.

Was die weitere Berichterstattung betrifft, so brachte Reuters (anders als die Associated Press oder AFP) nicht einmal einen einzeln stehenden Bericht über den Terroranschlag, sondern verpackte ihn als den „jüngsten Vorfall“ in einem Sammelbericht über kürzliche Ereignisse.

Und die Berichterstattung der BBC enthielt praktisch keine Einzelheiten über den Mord, außer dass man Dafna Meir als Mutter Ende dreißig beschrieb. Statt dessen spiegelt die Schlagzeile das wahre Hauptaugenmerk der BBC — nämlich dass Dafna Meir in einer Siedlung lebte:

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Die kurze Schlagzeile auf der Nahost-Website der BBC ist noch übler:

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Die oben angeführte Berichterstattung bzw. Nichtberichterstattung wirft einige ernste Fragen für die Medien auf:

  • Wie blutrünstig muss ein palästinensischer Terroranschlag gegen Israelis denn sein, um einen Bericht zur Folge zu haben?
  • Warum spielen einige Medien noch immer die palästinensische Verantwortlichkeit für mörderischen Terrorismus herunter und stellen Palästinenser statt dessen als Opfer von israelischer Boshaftigkeit dar?
  • Warum sollte der Ort von Dafna Meirs Zuhause vom brutalen Mord an einer israelischen Mutter vor den Augen ihrer Kinder ablenken oder diesen rechtfertigen?

Leider kennen die die Antworten darauf wohl nur allzu gut.

Hamas-Demokraten und israelische Spionagedelfine

16. Januar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 14. Januar 2016

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Die International Business Times berichtet über das Todesurteil für vier Palästinenser durch ein Militärgericht der Hamas. Ihnen wird vorgeworfen, für Israel zu spionieren.

Der Text enthält folgenden Revisionismus der Geschichte:

Die Hamas herrscht über den Gazastreifen, seit sie eine Wahl gegen die rivalisierende Fatah-Partei gewonnen hat, und kämpfte gemeinsam mit der islamischen Milizgruppe 2014 in einem siebenwöchigen Sommerkrieg gegen Israel.

Vermutlich liegt es am schlechten Lektorat, dass nicht von der „Milizgruppe Islamischer Dschihad“ die Rede war. Der Rest des Satzes ist das Ergebnis blanken Unwissens.

Erhielt die Hamas wirklich die Kontrolle über Gaza, nachdem sie eine Wahl gewonnen hat?

Tatsächlich veranstaltete die Hamas im Juni 2007 einen Staatsstreich und schlug die Exekutive der Fatah mit bewaffneten Streitkräften nieder. Angehörige der Fatah wurden exekutiert, u. a. wurden sie von hohen Gebäuden geworfen.

Die Aussage der IBT trägt zum Mythos bei, die Hamas sei legitimer Herrscher über Gaza.

Unten im letzten Absatz finden wir noch mehr unbeholfenen Journalismus. Dort wird erklärt, wie misstrauisch die Hamas wegen möglichen Spionen ist, und es wird folgendes Beispiel gegeben:

Im August 2015 fing die Hamas vor der Küste Gazas einen Delfin, an dem Spionageapparaturen wie z. B. Kameras befestigt waren.

In Wirklichkeit hat die Hamas das einfach nur behauptet, aber niemals irgendwelche Beweise vorgelegt. Die IBT berichtet diesen Vorfall jedoch als Fakt und verleiht der wachsenden Liste von Tieren, die angeblich für Israel spionieren (wie z. B. Mossad-Haie, Geier, Turmfalken oder Adler), unverdiente Glaubwürdigkeit.

Nennt sich so etwas professioneller Journalismus?

Die New York Times gibt zu, Kontext zu verschweigen

10. Januar 2016

Yarden Frankl, HonestReporting, 10. Januar 2016

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Ayed Fadel, Hauptquelle eines New-York-Times-Artikels über die palästinensische Sozialszene in Haifa, beschwerte sich bitter darüber, dass seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Trotz der Darstellung der Journalistin Diaa Hadid, die Szene würde progressive Werte vertreten, ist die Wirklichkeit weit politischer. Wie wir gezeigt haben, ist Fadels Facebookwand voller antiisraelischer Beiträge und zeigt auch keinerlei Unterstützung für die Rechte Homosexueller.

Beschwerden zahlreicher Leser erreichten den Public Editor der New York Times, Margaret Sullivan. Ihre Antwort räumt ein Versagen auf Seiten der Times ein:

Was jedoch fehlte, was etwas, das ich in meiner Nahost-Kolumne empfohlen habe: viel Kontext. Zwar ist es unmöglich (und nicht ratsam), die Geschichte Israels und Palästinas in jeder Nachrichtenberichterstattung und jedem Sonderbeitrag darzulegen, benötigte dieser Artikel jedoch mehr politische und geschichtliche Informationen, um ihn in die richtige Perspektive zu rücken.

Keine Formulierung eines Artikels wie diesem wird jeden Leser zufriedenstellen. Aber die Times kann es besser machen, indem sie mehr Kontext und weitere Informationen bereitstellt, selbst in einem Sonderbeitrag.

In einem Folgebeitrag drückte Hadid, die Journalistin, gegenüber Sullivan ihre Überraschung aus, dass nicht nur einer, sondern gleich vier ihrer Interviewpartner sagten, ihre Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden:

Ich habe diese Story geschrieben, weil ich Haifas einzigartiger Kultur Tribut zollen wollte. Insbesondere wollte ich zeigen, wie die palästinensischen Bürger Israels ihre eigene dynamische, linke Szene in der Stadt errichtet haben. Daher war ich äußerst überrascht zu hören, dass mindestens vier Interviewpartner den Eindruck hatten, ich hätte sie in der Story falsch dargestellt, und dass diese Story mehr Kritik zur Folge hatte als jede andere, die ich in knapp einem Jahrzehnt Nahostberichterstattung geschrieben habe.

Es ist sehr offenbarend, dass die Hauptkritik der Interviewpartner darin bestand, ihre politischen Ansichten seien aus dem Artikel herausgelassen worden.

Und die Ironie ist, dass wir dem zustimmen.

Der von den Interviewten gepflegte Israelhass hätte im Artikel erwähnt werden sollen, damit die Leser verstehen, dass ihre liberalen Ansichten ein sofortiges Ende finden, sobald es um Frieden und Koexistenz geht.

Aber wir begrüßen, dass Sullivan den Anliegen der Leser gegenüber offen war und sie der Journalistin mitgeteilt hat.

Kontext von Hisbollah-Grenzattacke geht verlustig

6. Januar 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Januar 2016

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Die Hisbollah übernahm die Verantwortung für die Detonation einer improvisierten Sprengvorrichtung (IED) nahe einer IDF-Patrouille an der Grenze zum Libanon.

Aber wo genau passierte das?

Laut der Financial Times (erreichbar via Google News):

(…) die IED war für IDF-Fahrzeuge im Gebiet der Schebaa-Farmen gedacht, ein vom israelischen Militär besetztes Gebiet.

Und der Guardian erklärt:

Die Explosion ereignete sich zirka um 15:15 Uhr Ortszeit in der Nähe der besetzten Schebaa-Farmen … Die Hisbollah erklärte sich für den Anschlag verantwortlich und sagte, sie hätte die große Sprengvorrichtung gezündet, als eine bewaffnete Patrouille im umstrittenen Gebiet der Schebaa-Farmen vorbeifuhr.

Auch die Press Association des Vereinigten Königreichs beschrieb das Gebiet als „umstritten“. Wäre dies der Fall, gäbe es einen Disput, an dem zwei Seiten beteiligt sind, aber die Press Association präsentiert nur eine Seite:

Die Sprecher sagten, die Patrouille sei nahe einer israelischen Armeestellung in den Kfar-Chouba-Hügeln getroffen worden, welche laut dem Libanon von Israel besetztes libanesisches Land sind.

Welchen wichtigen Kontext lassen obengenannte Medien aus?

Die Hisbollah hat die Präsenz israelischer Truppen in dem Gebiet zur Rechtfertigung fortgesetzter Attacken benutzt, nachdem sich der jüdische Staat im Mai 2000 aus dem Südlibanon zurückgezogen hatte.

Israel sieht den Sektor als Teil der Golanhöhen, die es 1967 von Syrien eroberte und 1981 annektierte.

Auch der Libanon beansprucht die Souveränität über das fragliche Gebiet.

Die Grenze zwischen den beiden Ländern wurde nach dem israelischen Rückzug aus dem Südlibanon nach 22 Jahren Besatzung von den Vereinten Nationen gezogen.

Es wurde jedoch nie eine exakte Grenze etabliert, da die britischen und französischen Kolonialmächte im Jahr 1923 nicht genau entschieden, wo ihrer Meinung nach der Libanon, das britische Mandat Palästina und Syrien zusammentrafen.

Syria nutzte dieses Versäumnis, erweiterte 1957 seine Gebietsherrschaft und behielt dort für 10 Jahre die Macht.

Im Jahr 2000 entschieden die Vereinten Nationen, die Schebaa-Farmen seien syrisch, aber der Libanon hat die UN um eine Neuprüfung dieser Frage gebeten.

Trotz dieser wichtigen Hintergrundinformation scheint es, dass einige Medien einfach zu faul sind, der Story irgendeinen anderen Anstrich zu geben als die eines berechtigten Grolls der Hisbollah über israelische „Besatzer“ libanesischen Landes.

Dishonest Reporter of the Year 2015: Warum die BBC gewonnen hat

29. Dezember 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 28. Dezember 2015

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Als wir unsere Archive für 2015 durchsahen, war klar, welches Medium den diesjährigen Dishonest Reporter Award verdient. Die Ehre gebührt dem ewigen Kandidaten BBC News.

Egal zu welchem Zeitpunkt man die BBC anschaltet, die hinterhältige Natur ihrer antiisraelischen Voreingenommenheit zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Programm. Dieses Jahr jedoch lief das Fass über, da die BBC einige ernsthaft schockierende Momente in ihrer Berichterstattung hatte, die zu einem gewaltigen Maß an Zorn und Ärger führten.

Hier sind neun „Highlights“, welche die Stellung der BBC als schlimmster Nachrichtendienst 2015 zementierten.

Hier klicken für die Liste der Nächstplatzierten.

1. Tim Willcox’ “jüdische Hand”

Das besonders üble Jahr der BBC begann im Januar mit der haarsträubenden Berichterstattung über die Pariser Terroranschläge auf Charlie Hebdo und einen koscheren Supermarkt. Reporter Tim Willcox interviewte bei der Solidaritäts-Massenversammlung vom 11. Januar in Paris eine jüdische Frau. Willcox unterbrach sie mit den Worten:

Viele Kritiker von Israels Politik würden sagen, dass auch die Palästinenser sehr unter der jüdischen Hand leiden.

Damit machte er im Grunde das gesamte französische Judentum (und alle Juden) für die Handlungen Israels verantwortlich und bot gleichzeitig eine Rechtfertigung für die Terroranschläge.

Später entschuldigte sich Willcox auf Twitter für eine „schlecht formulierte Frage“. Die BBC hielt das für hinreichend reuevoll und verzichtete daher auf weitere Maßnahmen gegen Willcox und auch auf eine offizielle Anerkenntnis der beleidigenden Natur dieses Interviews.

Hiernach gab es ein langgezogenes und letztlich fruchtloses Beispiel für die Absurdität der Beschwerdeprozedur bei der BBC. Deren Editorial Complaints Unit schmetterte die zahlreichen Beschwerden ab und formulierte nicht nur einmal, sondern gleich doppelt eine Verharmlosung und Reinwaschung des Vorfalls. Nachdem sie den Prozess bereits über Monate gezogen hatten, wurde ein weiteres Gesuch seitens HonestReporting vom redaktionellen Chefberater des BBC Trust zurückgewiesen.

Schlussfolgerung? Die Beschwerdeprozedur der BBC ist eindeutig nicht zweckdienlich.

2. Anschlag auf Charlie Hebdo kein „Terrorismus“

Willcox war nicht das einzige Beispiel der unterirdischen Berichterstattung der BBC über die Pariser Terroranschläge. Es waren unprovozierte Anschläge auf rein zivile Ziele — das Büro eines Magazins und ein koscherer Supermarkt — mit der Absicht, Menschen umzubringen und eine Stadt einzuschüchtern. Jeder vernünftige Mensch würde das Terrorismus nennen.

Nicht aber die BBC. Nehmen wir zum Beispiel den Chef von BBC Arabic, Tarik Kafala. Er sagte dem Independent, Terror sei ein zu stark „geladener“ Begriff für das Geschehene.

„Wir versuchen es zu vermeiden, eine Person als Terrorist oder eine Tat als terroristisch zu bezeichnen“, so der britisch-libysche Kafala, der ein Team aus zirka 200 Personen in den Büros von BBC Arabic im vierten Stock des New Broadcasting House anführt. „Terrorismus ist ein stark geladenes Wort. Die Vereinten Nationen haben sie über ein Jahrzehnt lang schwergetan, das Wort zu definieren, und sie können es nicht. Es ist sehr schwierig.“

In Wirklichkeit wissen wir durchaus, was Terror ist — die BBC will das Wort einfach nur nicht sagen.

3. „Keine Beweise“ für menschliche Schutzschilde

video-BBC-biased-clueless-770x400Die Unfähigkeit der BBC, sich selbst zu überwachen, wurde zu einem Dauerbrenner. Nehmen wir zum Beispiel die vielen Beschwerden über Orla Guerin, die 2014 aus Gaza berichtet hatte, es gebe „keine Beweise“ dafür, dass die Hamas menschliche Schutzschilde benutze. Obwohl es sich um Beschwerden über Berichterstattung aus dem Jahr 2014 handelte, antwortete der BBC Trust nicht vor Mai 2015. Diesmal pflichtete der Trust der Beschwerde bei, dass Guerins Aussage unzutreffend war:

Sich auf die „Beweise“ einer Seite zu beziehen, bedeutet nicht notwendigerweise, dass ihre Version der Ereignisse untermauert werden. Daher würde ich der Einschätzung zustimmen, dass man es hätte besser formulieren können.

Aber weiter ging der BBC Trust nicht; man behauptete, die Zuschauer hätten aus Guerins Bezügen auf Raketen, die in unmittelbarer Nähe zu Wohnvierteln abgefeuert wurden, selbst den Schluss ziehen sollen, dass die Hamas nichts Gutes im Schilde führte.

4. „Würden Sie Ihre Eltern als Terroristen beschreiben?“

Zwar konnte sich die BBC nicht dazu durchringen, die islamistischen Mörder in Frankreich oder die palästinensischen Messerstecher in Israel als Terroristen zu beschreiben, aber dieser Standard wird selbstverständlich sofort ungültig, sobald es um Juden geht.

Bei einem Interview für BBC Newsnight stellte Evan Davis der israelischen Politikerin Tzipi Livni eine Reihe von Suggestivfragen einschließlich der folgenden, die in Bezug auf Livnis Eltern gestellt wurde, die sich im Kampf gegen das britische Militär im Palästina-Mandat der 1940er der Irgun angeschlossen hatten:

Sie waren von den Briten festgenommen worden, sie waren Teil der Irgun, einer Bewegung. Würden Sie Ihre Eltern als Terroristen bezeichnen?

Evan Davis‘ Frage war ein plumper Versuch, dass Livni das Wort „Terrorist“ in den Mund nimmt. Sie stellt ernsthaft seine Unparteilichkeit in Frage und lässt uns fragen, warum bei der BBC nur Juden und Israelis als Terroristen bezeichnet werden können?

Was den Rest des Interviews betrifft, so versuchte Davis beständig, Livni mit Fragen in die Ecke zu drängen, die auf der Annahme beruhten, Israel sei ein Apartheidstaat. Er fragte sie sogar, ob sie Sanktionen gegen Südafrika zur Apartheidzeit zustimmte — ein Versuch, eine moralische Entsprechung zwischen dem südafrikanischen Apartheitregime und Israel herzustellen und Livni als potentielle Scheinheilige darzustellen.

Einfach nur ein weiteres Beispiel für die feindselige Haltung der BBC, wenn sie es mit einem israelischen Politiker zu tun hat — völlig gleich, wo dieser im politischen Spektrum steht.

5. Schockierender Holocaust-Tweet

Nur Wochen nach dem Willcox-Vorfall kam von Seiten der BBC etwas vielleicht noch Krasseres, Unsensibles und schlichtweg Beleidigendes. Anlässlich des internationalen Holocaustgedenktags und dem 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz tweetete „The Big Question“, eine BBC-Debattiershow über moralische, ethische und religiöse Fragen Folgendes:

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Was oder wen genau will die BBC zur Ruhe betten? Holocaustüberlebende? Die Erinnerung an sechs Millionen jüdische Opfer des Nazi-Völkermords?

Wieder einmal hat die BBC ein Thema von immenser Wichtigkeit für das jüdische Volk mit Füßen getreten.

6. Immer weiter draufprügeln

Wer immer noch nicht glaubt, dass die BBC an einer ungesunden Israelbesessenheit leidet, kann sich das Foto ansehen, das sie als Begleitbild ihrer Berichterstattung über ein Fußballspiel zwischen Israel und Wales bei der Qualifikation für die Europameisterschaften 2016 genommen hat.

Die Politik hinter dem Spiel wäre für einen BBC-Nachrichtenbericht passend gewesen, aber was erwartete die Besucher der BBC-Sportseite vor und während des Spiels? Dieses Bild:

BBC-Sport

7. Die alternative Realität der BBC

Bei der Verkündung des Atomdeals mit dem Iran interviewte das Radio BBC World Service Israels damaligen Wissenschafts-, Technologie- und Weltraumminister Danny Danon.

Danon sagte, Israel halte sich „alle Möglichkeiten offen“. Als die Moderatorin Razia Iqbal Danon um eine Erläuterung bat, war ihre Reaktion schockierend und verstörend zugleich:

Aber Sie werden vom Iran gar nicht bedroht. Für sehr lange Zeit hat niemand im Iran Sie bedroht. Sie greifen auf eine Zeit zurück, in der Präsident Mahmoud Ahmadinedschad Israel direkt bedroht hat.

Hier der Radiobeitrag: https://soundcloud.com/honestreporting/bbc-world-service-radio-newshour-july-14-2015

In welcher Realität lebt die BBC-Moderatorin eigentlich? Nur ein paar Tage vor dem Interview beging der Iran den „Al-Quds-Tag“, wo zahlreiche Drohungen gegen Israel ausgesprochen wurden. Und wiederum einige Tage davor hatte ein bekannter iranischer Führer Israel die Zerstörung angedroht:

„Die Präsenz des israelischen Regimes ist zeitweilig“, sagte der iranische Ayatollah Akbar Haschemi Rafsandschani der mit der Hisbollah verknüpften Nachrichtenseite Al Ahd. „Schlussendlich wird dieses fremdartige geformte Gebilde, das dem Körper einer uralten Nation und einer historischen Region aufgezwungen wurde, eines Tages von der Weltkarte gewischt werden.“

Am Ende des Jahres akzeptierte die Editorial Complaints Unit der BBC eine Beschwerde.

Obgleich die Frage nur dazu dienen sollte, dem Interviewpartner seine Sichtweise über die Natur der Bedrohungen zu entlocken, denen Israel gegenübersteht, erweckte die Formulierung den Eindruck, es wäre eine unbestrittene Tatsache gesagt worden. Die vom Beschwerdeführer angeführten Aussagen aus iranischen Quellen genügten, um dies in Frage zu stellen.

8. Entgleisung von BBC Panorama

BBC Panorama, die wichtigste Sendung der BBC zu aktuellen Themen, brachte im Juli einen Beitrag namens „Die Bahn, die Jerusalem spaltet“. Was für eine Entgleisung dieser Beitrag doch war.

Der selbsternannte jüdische Filmemacher Adam Wishart konzentrierte sich auf Jerusalems Straßenbahn, um Jerusalems Palästinenser als Opfer eines bösartigen Plans darzustellen, die Stadt auf ihre Kosten zu „verjuden“. Und das alles würde von der Entwicklung von Jerusalems Transportnetzwerk vorangetrieben.

Hier das Video: https://vimeo.com/136422517

HonestReporting nahm eine gründliche Widerlegung des halbstündigen Beitrags vor, der selbst nach BBC-Standards als derart voreingenommen angesehen wurde, dass er in jüdischen Zeitungen des Vereinigten Königreichs sowie auch in der Jerusalem Post Schlagzeilen machte. Die JP schrieb:

Die BBC hatte keine Antwort auf die Frage der Post, welche Mechanismen zum Einsatz kamen, um sicherzustellen, dass der Beitrag ausgewogen war, und ob man einen Folgebeitrag in Betracht zog, der die andere Seite des Streits um Jerusalem zeigt. Die Sprecherin sagte nur, der Beitrag habe „die Spannungen in Jerusalem durch die Augen eines britisch-jüdischen Filmemachers erforscht und wiedergegeben, was er in der Stadt bezeugt und von einer Anzahl von Stimmen mit unterschiedlichen Ansichten gehört hat.“

Yiftach Curiel, Sprecher der israelischen Botschaft in London, sagte der Post, dieser Beitrag sei einer der voreingenommensten in jüngster Zeit gewesen. „Er errichtet ein weitestgehend fiktives Narrativ, indem er marginale Meinungen in der israelischen Gesellschaft nahm und als Mainstream präsentierte, während er gleichzeitig palästinensischen Terrorismus und palästinensische Aufstachelung in den Hintergrund schiebt.“

9. Terroranschlag in Jerusalem: irreführende BBC-Schlagzeile

Zwei Israelis wurden zu Beginn der palästinensischen Terrorwelle im Oktober in Jerusalems Altstadt erstochen. Der palästinensische Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen, nachdem er das Feuer auf sie eröffnete. Die Frau eines der Opfer und ihr zweijähriges Kind wurden leicht verletzt.

Wie berichtete die BBC anfangs über den Anschlag?

Palästinenser erschossen, nachdem Jerusalemanschlag zwei tötete

Der Fokus der Schlagzeile liegt auf dem Tod des palästinensischen Attentäters, der „erschossen“ wurde, was den Terroristen effektiv zum Opfer macht.

Und was ist eine „Jerusalem-Attacke“? Städte greifen keine Menschen an. Die BBC konnte sich nicht dazu durchringen, einem Palästinenser Verantwortlichkeit zuzugestehen. Ebenso verschwieg sie, dass die tatsächlichen Opfer des Anschlags israelische Juden waren.

Die haarsträubende Schlagzeile erzeugte so viel Zorn, dass selbst Israels normalerweise passives Regierungs-Pressebüro einen scharf formulierten Brief an den Chef des BBC-Büros in Jerusalem, Richard Palmer, schickte, in dem die Schlagzeile als „unethisch“ bezeichnet wird.

Die Schlagzeile wurde später mehrfach verändert, aber es ist verstörend, dass ein solcher Artikel überhaupt erst erscheinen konnte.

* * *

Die gesamte Zukunft der BBC wird dank einer Satzungsprüfung Ende 2016 seitens der britischen Regierung neu diskutiert. Es wäre übertrieben zu behaupten, die voreingenommene Israelberichterstattung der BBC spiele bei der Neuordnung bzw. Umstrukturierung des enormen Nachrichtenapparats der BBC eine wesentliche Rolle.

Dennoch ist die Behandlung Israels durch die BBC Teil eines tieferen institutionellen Problems ihrer Nachrichtenabteilung, der man weithin Voreingenommenheit nachsagt, wenn es um Themen geht, die nicht ins linke BBC-Weltbild passen.

Zumindest kann sich die BBC im Ruhm des Dishonest Reporter Awards suhlen, und zwar dank eines äußerst bemerkenswerten Jahres, selbst nach den hohen antiisraelischen Standards der BBC.

Simon Plosker, geschäftsführender Redakteur von HonestReporting, fügt hinzu:

Dieser Preis ist absolut verdient, denn die BBC hat dieses Jahr wirklich einen neuen Tiefstand in seiner Israelberichterstattung erreicht. Sie erkennt keinen Antisemitismus und nicht einmal Terrorismus. Es ist über zehn Jahre her, seit der Balen-Report die Israelberichterstattung der BBC untersuchte und hiernach von der BBC vertuscht wurde.

Die lange Reihe haarsträubender Vorfälle in diesem Jahr ist ein weiterer Beweis, dass die institutionelle Voreingenommenheit der BBC immer noch tief verankert ist. Dieses Jahr hat ebenfalls gezeigt, dass der Mangel an Verantwortlichkeit innerhalb der BBC und ihre Unfähigkeit, sich effektiv zu überwachen, dringend einer Abhilfe bedarf. Die Beschwerdeprozedur der BBC ist schlichtweg nicht zweckdienlich.

Als einer der einflussreichsten Sender der Welt hat die BBC die Verantwortung, eine Story korrekt zu berichten. Im Falle Israels hat sie grenzenlos versagt.

Hier klicken für die Liste der Nächstplatzierten.

Wenn Eilmeldungen zu eilig sind

26. Dezember 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 24. Dezember 2015

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Die Nachrichtenwelt ist rasant. In der Eile, die ersten zu sein, die eine wichtige Meldung bringen, knallen Medien Schlagzeilen auf ihre Websites, ohne Faktencheck zu betreiben und ohne sicherzustellen, dass die Story auch wirklich stimmt. Selbst wenn der nachfolgende Artikel dann alle relevanten Informationen bietet, verbiegt eine falsche Schlagzeile die ganze Story.

Hier ein Beispiel:

Zwei Israelis wurden bei einem palästinensischen Terroranschlag am Eingang zu Jerusalems Altstadt getötet. Es sollte nicht schwerfallen, diese Tatsache in einer Überschrift wiederzugeben — wer waren die Opfer, wer waren die Täter?

Hier aber eine der ersten erschienenen Schlagzeilen, in diesem Fall von der Associated Press:

2 Palästinenser nach Messerangriff in Jerusalem getötet

2 Palästinenser nach Messerangriff in Jerusalem getötet

Warum wurden diese Palästinenser getötet? Waren sie etwa diejenigen, die erstochen wurden? Diese Schlagzeile vermittelt den Lesern nicht einmal den grundlegenden Sachverhalt des Vorfalls.

Viele weitere Medien wie die New York Times oder das Time Magazine nutzten die AP-Schlagzeile und verbreiteten die Falschinformation in der ganzen Welt:

2 Palästinenser nach Messerangriff in Jerusalem getötet

2 Palästinenser nach Messerangriff in Jerusalem getötet

2 Palästinenser nach Messerangriff getötet

2 Palästinenser nach Messerangriff getötet

Und CNN ließ nicht nur das Wort „Palästinenser“ aus der Schlagzeile raus. Während AP etc. zumindest im Artikel Opfer und Täter benannten, entschied man bei CNN offenbar, die Identität der Täter sei nicht wichtig, und so kam der komplette Artikel ohne eine einzige Erwähnung von „Palästinensern“ aus. Die Terroristen werden nur als „Angreifer“ beschrieben. Zwar sind „Terroristen“ durchaus auch „Angreifer“, aber dieses Wort verwässert den Sachverhalt und vorenthält den Lesern wichtige Informationen.

2 Tote bei Angriff in Jerusalems Altstadt

2 Tote bei Angriff in Jerusalems Altstadt

Nach Beschwerden über die irreführende und einseitige Schlagzeile korrigierte AP diese, und die Times und andere Medien übernahmen die neue Version:

2 palästinensische Angreifer getötet, 2 Israelis sterben in Jerusalem

2 palästinensische Angreifer getötet, 2 Israelis sterben in Jerusalem

Aber: Da hat man sich die Zeit genommen und etwas Klarheit in die Schlagzeile gebracht, aber trotzdem entschied irgendein Redakteur, dass die Palästinenser „getötet“ wurden, die Israel aber einfach nur „starben“? Das ist also ein Unterschied, ja? Die Israelis wurden also nicht „getötet“?

Es könnte natürlich noch schlimmer sein. Hier die Schlagzeile von Press TV, dem Propagandakanal des Iran:

Israelische Kräfte erschießen 2 Palästinenser in al-Quds

Israelische Kräfte erschießen 2 Palästinenser in al-Quds

Press TV kann absolut nicht als glaubwürdiges Medium betrachtet werden, aber wenn man sich die Schlagzeilen in der Mainstream-Presse anschaut, dann muss man sich fragen, ob die Versuche der Vermischung und Undeutlichmachung von Opfer und Täter in diesem Konflikt bereits gewirkt haben.

Die „Dishonest Reporting Awards“ 2015

25. Dezember 2015

Pesach Benson, HonestReporting, 23. Dezember 2015

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Das Jahr begann mit islamischem Terror in Paris, wurde aber von den iranischen Atomverhandlungen und den strapazierten US-israelischen Beziehungen dominiert. Eine Welle palästinensischer Messer- und Autoramm-Angriffe begann mit dem jüdischen Neujahr. Als sich 2015 seinem Ende zuneigt, hat der islamische Terror wieder im Westen zugeschlagen, und Paris erlitt neuerliche Gewalt.

Die „Dishonest Reporting Awards“ 2015

1. Der beste Grund, palästinensische Quellen mit Vorsicht zu behandeln: die Hochwasser-in-Gaza-Verleumdung

2. Voreingenommenster Journalist: Kitty Holland

3. Schlimmster Missbrauch anonymer Quellen: Haaretz

4. Verleumdung des Jahres: Fareed Zakaria

5. Übelste Verkettung: New York Times

6. Große Momente der Selbstbeweihräucherung: Brian Williams

7. Dümmste Twitter-Tirade: Jim Clancy

8. Verstörendste falsche Landkarte: MSNBC

Und wer ist insgesamt der unehrlichste Reporter 2015? Das verkünden wir nächste Woche, behaltet also diesen Blog im Auge! Und jetzt ohne große Umschweife… hier sind die Nächstplatzierten!

DRA-silhouette-25x2531. Der beste Grund, palästinensische Quellen mit Vorsicht zu behandeln: die Hochwasser-in-Gaza-Verleumdung

Nach schweren Unwettern im Februar beschuldigten Palästinenser Israel, Gaza überflutet zu haben, indem sie Dämme im Süden geöffnet hätten. Die Anschuldigungen erschienen in einer Reihe von Medien wie AFP, Al-Jazeera, Russia Today, Xinhua und den palästinensischen Maan News.

Quellen für diese Beschuldigung waren u. a. der Chef der Zivilschutzbehörde im Hamas-geführten Gazastreifen, Brigadegeneral Said Al-Saudi, während Russia Today schrieb: „Fast jedes Jahr öffnet Israel ohne vorherige Ankündigung die Fluttore ihrer Dämme in Richtung Gaza und setzt große Mengen überschüssigen Wassers frei, das sich bei schweren Regen- oder Schneefällen in der Region Naqab angesammelt hat.“

Bei dieser Story gab es jedoch ein großes Problem — es existieren keine Dämme in Südisrael. Das Hochwasser in Gaza lag einfach am schweren Regen und an den miserablen Abwasserkanälen. Als dies klar wurde, entfernte AFP sein Video über die Story, und Al-Jazeera nahm seinen Artikel zurück und veröffentlichte sogar eine Entschuldigung.

Die Daily Mail aber ignorierte das alles und veröffentlichte die Story sogar ein zweites Mal.

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Nach einem langen E-Mail-Austausch mit HonestReporting machte Mail Online einen erbärmlich anmutenden Versuch, den Artikel zu berichtigen. Man änderte die Schlagzeile, entfernte Zitate von Palästinensern und belastende Fotounterschriften, bevor man schlussendlich zugab, dass die Story erschwindelt war.

Eine frühere Version dieses Artikels besagte, Israel habe im Süden des Landes Flussdämme geöffnet und eine Überschwemmung des Gaza-Streifens verursacht. In Wirklichkeit gibt es keine Dämme in Südisrael, und die Überflutung wurde von Regen und Ableitungsproblemen verursacht. Wir freuen uns, das klarstellen zu können.

DRA-silhouette-25x2532. Voreingenommenster Journalist: Kitty Holland

Einige Journalisten bedanken sich und korrigieren ihre Story, wenn man sie auf einen Fehler hinweist. Andere lehnen freundlich ab und liefern Gegenargumente.

Aber als HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker eine Twitter-Konversation mit der Irish-Times-Journalistin Kitty Holland begann, wurde es übel.

Statt auf ein ernstes Problem bei ihrem fragwürdigen Bericht über die Anschuldigung von Amnesty International einzugehen, Israel habe „Kriegsverbrechen“ begangen, tweetete Holland:

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Hollands haarsträubender Tweet spricht Bände über ihre Haltung nicht nur gegenüber Israel, sondern auch gegenüber der Mehrheit der Juden, die sich als Zionisten betrachten. Aber wie konnte die Irish Times das akzeptabel finden? Die Antwort kam einige Monate später als Antwortmail an HonestReporting. Diese E-Mail wurde vom Chefredakteur der Zeitung geschrieben, Kevin O’Sullivan, und betraf andere einseitig gegen Israel gerichtete Artikel:

Die Irish Times war immer einer unvoreingenommenen Berichterstattung gegenüber verpflichtet und wird dies auch weiterhin bleiben. Wo angebracht, werden faktische Fehler korrigiert. Normalerweise treten wir diesbezüglich gerne in einen Dialog mit unseren Lesern, aber ich ziehe die Grenze bei einer Organisation, deren Website rassistisches, islamophobes und sexistisches Material bietet…

Schon wieder schlägt jemand bei der Irish Times berechtigte Kritik als unrechtmäßiges Produkt von „Zionisten“ in den Wind — oder wie im letzten Fall aufgrund einer Organisation, welche der Chefredakteur einfach nicht mag.

DRA-silhouette-25x2533. Schlimmster Missbrauch anonymer Quellen: Haaretz

Erasmus von Rotterdam

Erasmus von Rotterdam

Ein berühmter Kommentar des niederländischen Philosophen der Renaissance, Erasmus von Rotterdam, der von vielen Blues-Musikern übernommen wurde, passt auch auf anonyme Quellen: Man kann nicht mit ihnen leben, man kann nicht ohne sie leben.

Journalisten brauchen anonyme Quellen, da deren Informationen den Reportern ein besseres Verständnis des Geschehens vermitteln. Aber wenn die Leser nicht wissen, wer der unidentifizierte Sprecher ist, müssen sie den Vertrauensvorschuss leisten, dass die Quelle glaubwürdig ist und keine eigenen ideologischen bzw. politischen Hintergedanken verfolgt.

Da der öffentliche Diskurs nicht mit bzw. ohne anonyme Quellen leben kann, hat der Journalismus ethische Richtlinien formuliert. Zwei Richtlinien wurden von Haaretz grob verletzt, als das Blatt eine Story auf der Aussage zweier „hoher Regierungsbeamter in Washington“ gründete, die Schmutz auf die israelischen Einwände gegen die Nuklear-Vereinbarung mit dem Iran warfen.

1. Berichte müssen wenigstens eine namentlich genannte Quelle beinhalten. Keine Story sollte je ausschließlich auf anonymen Quellen fußen.
2. Bei den Meinungen und Ansichten eines unidentifizierten Individuums muss man Vorsicht walten lassen. Es ist unethisch, jemand im Schutz der Anonymität jemand anderen attackieren zu lassen.

Die unangemessene Nutzung anonymer Quellen wie im vorliegenden Fall kann das öffentliche Misstrauen gegenüber der Nachrichtenindustrie nur weiter anheizen. Was würden Erasmus und die Blues-Musiker dazu sagen?

DRA-silhouette-25x2534. Verleumdung des Jahres: Fareed Zakaria

So spaltend es für das amerikanische Judentum war, gab es viele gute Gründe pro und contra dem iranischen Atomabkommen. Zwar sind persönliche Angriffe unglückseligerweise ein Bestandteil des öffentlichen Diskurs, aber es ist umso bedauerlicher, wenn Persönlichkeiten aus den Nachrichten an der Schlammschlacht teilnehmen.

Ein besonders hervorstechendes Beispiel war, als CNN-Analyst Fareed Zakaria Kritiker des Atomdeals ungerechtfertigt eines Loyalitätskonflikts beschuldigte. Hier (bitte klicken) ein Video, in dem man miterleben kann, was Zakaria der Moderatorin Brooke Baldwin sagte.

Ein Stabsredakteur des Tablet antwortete wie folgt:

Was wir immer weniger gut vertragen — und wozu wir uns im Augenblick verpflichtet fühlen, etwas zu sagen –, ist die Verwendung von Judenhetze und anderen eklatanten und rückschrittlichen Formen rassischer und ethnischer Vorurteile als Werkzeug, um einem politischen Deal Vorschub zu leisten oder die Opposition schlecht zu machen. Senator Schumer Loyalität zu einer ausländischen Regierung zu unterstellen ist schlichtweg Bigotterie. Senatoren und Kongressabgeordnete, deren Kritik am Iran-Deal von der Mehrheit der US-Wählerschaft geteilt wird, zu beschuldigen, im Interesse einer ausländischen Macht zu handeln oder ihre Stimmen zwielichtigen Lobbyisten zu verkaufen oder gegen die Interessen der Vereinigten Staaten zu handeln, ist die Art nackte Bigotterie und Vorurteile, die für die Politik der Südstaaten vor der Zeit der Bürgerrechtsbewegung so prägnant waren.

Dieser Gebrauch antijüdischer Hetze als politisches Instrument ist eine verstörende neue Entwicklung im politischen Diskurs der USA, und wir haben in letzter Zeit wirklich zuviel davon gehört — und einiges davon kam unheilverheißenderweise sogar aus dem Weißen Haus und von dessen Repräsentanten. Beschönigen wir es nicht: Das Gemurmel über „Geld“ und „Lobbying“ und „ausländische Interessen“, die Amerika in einen Krieg ziehen wollen, ist ein direkter Versuch, die Loyalitätskonflikts-Karte auszuspielen. Das ist die Art dunkler, bösartiger Aussagen, die man vielleicht von White-Power-Kundgebungen erwarten würde, aber nicht vom Präsidenten der Vereinigten Staaten — und es wird mittlerweile derart unverhohlen betrieben, dass selbst viele von uns, die der Regierung und selbst diesem Abkommen wohlwollend gegenüberstehen, dadurch erschüttert wurden.

DRA-silhouette-25x2535. Übelste Verkettung: New York Times

Als die Palästinenserbehörde Israel beschuldigte, den Status quo auf Jerusalems Tempelberg zu verändern, trumpfte die New York Times mit einem Artikel auf, der in Frage stellte, ob die antiken jüdischen Tempel überhaupt je auf dem fraglichen Gebiet standen. Die Times ignorierte, dass führende Historiker darin übereinstimmen, dass der Tempelberg natürlich genau dieser Ort war (daher auch der heutige Name „Tempelberg“), und schien den Schaden, den das Timing dieses unzutreffenden Artikels verursachte, völlig gleichgültig hinzunehmen.

Als Araber die jüdische Verbindung zum Tempelberg leugneten und die New York Times scharfer jüdischer Kritik ausgesetzt war, brachte sie erstmal eine kleine Korrektur zur Begrenzung des Schadens und veröffentlichte dann eine nicht damit in Zusammenhang stehende zweite Korrektur über die islamische Waqf, die den Tempelberg verwaltet.

Doch selbst die im ursprünglichen Artikel zitierte Historikerin Jodi Magness schrieb letztendlich einen Brief an die Times und beschwerte sich, ihre Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie stellte klar, dass die jüdischen Tempel tatsächlich auf dem Tempelberg gestanden haben. Danach brachte die Times eine redaktionelle Bemerkung, der Artikel in seinem Originalwortlaut sei inkorrekt gewesen — und kein glaubwürdiger Historiker würde die Existenz der Tempel an jenem Ort leugnen noch dass der Tempelberg die heiligste Stätte des Judentums ist.

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DRA-silhouette-25x2536. Große Momente der Selbstbeweihräucherung: Brian Williams

Der NBC-Nachrichtensprecher Brian Williams verlor Glaubwürdigkeit und seine angesehene Position, als er im Fernsehen damit angab, in einem abgeschossenen Helikopter der US-Armee im Irak mitgeflogen zu sein. Nachdem er sich selbst eine Auszeit gönnte, damit NBC-Führungskräfte den Fall untersuchen konnten, kamen weitere Fälle übertriebener Selbstbeweihräucherung ans Licht.

Williams Geschichten klangen dramatisch, aber es kam u. a. heraus, dass er während Hurrikan Katrina keine Leichen gesehen hatte, die an seinem Hotelzimmer in New Orleans vorbeischwammen. Auch seine Geschichte über eine Katyusha der Hisbollah, die unter einem israelischen Helikopter vorbeiflog, in dem er sich befand, war ebenfalls nicht so dramatisch, da sich die Rakete in ziemlicher Entfernung von dem Helikopter befand.

Nach seiner sechsmonatigen Suspendierung gewöhnt sich Williams gerade an seine neue Rolle innerhalb von MSNBC, und Lester Holt hat seinen alten Job als Sprecher der NBC Nightly News übernommen. Hat Williams seine Lektion gelernt? Die Zeit wird es zeigen.

DRA-silhouette-25x2537. Dümmste Twitter-Tirade: Jim Clancy

Dank der sozialen Medien können die Leute der Welt mitteilen, was sie wirklich denken. Und das scheint exakt das zu sein, was CNN-Nachrichtenmann Jim Clancy bei einem bizarren Twitter-Wutausbruch im Januar gemacht hat. Das kostete ihn seinen Job und seine Glaubwürdigkeit, und viele Leser hatten das Gefühl, sie seien gerade Zeuge eines besonders grauenhaften Autobahnunfalls geworden.

Es begann recht harmlos. Clancy tweetete seine Ansicht über den schockierenden Terroranschlag auf das Pariser Charlie-Hebdo-Büro. Oren Kessler, ein Kommentator zu Israel-Angelegenheiten, widersprach ihm. Dann ging es richtig zur Sache…

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Clancys erster Antworttweet war einfach „Hasbara?“, so als sei jeglicher Kommentar eines Israelexperten nichts weiter als ein Versuch, Israel in ein gutes Licht zu stellen. Danach schaltete der erfahrene Nachrichtenmann auf stur und schlug in einer Reihe von Tweets, von denen er einige später löschte, wild auf alle ein, die nicht seiner Meinung waren. Erstaunlicherweise warf er sogar den proisraelischen Blogger Elder of Ziyon und den antisemitischen Twitteraccount Jews Making News als Teil des „Hasbara-Teams“ in einen Topf.

Simon Plosker von HonestReporting sagte hierzu:

Auf Twitter zeigt sich oft die wahre Gedankenwelt prominenter Nutzer, so auch die von Medienpersönlichkeiten. Jim Clancy hat uns Einblick in seine Weltsicht gewährt, und die sieht nicht gut aus. Und sie passt auch nicht zu einem CNN-Nachrichtensprecher.

CNN muss das genauso gesehen haben, denn zehn Tage später verkündete der Sender, das seit 30 Jahre bestehende Angestelltenverhältnis mit Clancy sei nun beendet. Zwar wurde kein Grund für Clancys Abschied angegeben, aber es fällt schwer, nicht den Schluss zu ziehen, dass Clancys ungeheuerlicher und unpassender Wutausbruch bei Twitter etwas mit seiner Entlassung zu tun hatte.

DRA-silhouette-25x2538. Verstörendste falsche Landkarte: MSNBC

Als die palästinensische Gewaltwelle im Oktober Fahrt aufnahm, sahen die Medien plötzlich die Notwendigkeit einer plausiblen Perspektive, um die Messerangriffe, Autoramm-Attacken und Schießereien zu „erklären“.

MSNBC fand einen neuen Weg, die schamlose palästinensische Aggression als vernünftig und angemessen hinzustellen — und zwar indem sie sich propalästinensischer Propaganda in Form einer Aufeinanderfolge von Karten anschlossen, welche die Geschichte in der Region falsch wiedergeben.

Selbst kleinste Nachforschungen hätten die Falschdarstellungen der Karten offengelegt, also dauerte es nicht lang, bevor sich MSNBC entschuldigte.

Die Lektion daraus ist jedoch weit heimtückischer: Medien sind weit mehr mit einer künstlichen „Ausgewogenheit“ in ihrer Berichterstattung über Attacken auf Israel beschäftigt, als dass sie ihren Lesern bzw. Zuschauern ein klares Bild des Geschehens vermitteln.

Hätten die Journalisten die palästinensischen Absichten auf einer Karte darstellen wollen, hätten sie natürlich mit Leichtigkeit ein Exemplar gefunden, welches Israel komplett auslöscht. Und das würde ausnahmsweise mal zeigen, was der wirkliche Kern der aktuellen Gewaltwelle ist.

Bild des Tempelbergs CC BY-NC flickr/marielinden4, flickr/Jeremy Piehler und CC BY-SA-NC HonestReporting

Daily Mail korrigiert „Siedlungs“-Fehler

23. Dezember 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 21. Dezember 2015

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Die Berichterstattung der Daily Mail über den Tod des bekannten Terroristen Samir Kuntar enthielt in den Unterüberschriften einen groben Fehler:

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Wie im Artikel selbst bestätigt, verübte Kuntar seine grausamen Morde in der nördlichen Küstenstadt Naharija und nicht „in einer Siedlung“, wie in den Unterüberschriften zu lesen stand.

HonestReporting hat Mail Online kontaktiert, und der Fehler wurde beseitigt.

Salons Lüge einer „ethnischen Säuberung“

4. Dezember 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 1. Dezember 2015

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Der dieswöchige Jahrestag des UN-Teilungsplans von 1947, der 1948 zur Schaffung Israels als unabhängiger Staat führte, ist eine gute Gelegenheit, einen Schlüsselpunkt in der Geschichte palästinensischer Verweigerungshaltung zu beleuchten.

Außer man handelt wie das Internetmagazin Salon und glaubt dem Mediennarrativ der reinen und unschuldigen Palästinenser, Daueropfer und fern jeglicher Aggression. Dann ist es eine Gelegenheit, die Geschichte umzuschreiben und palästinensische und arabische Gewalt reinzuwaschen.

Die UN stimmte dafür, das britische Mandatsgebiet in einen Staat für Juden und einen Staat für Araber zu teilen. Die jüdische Führung akzeptierte den Plan, die Araber lehnten ab und griffen zur Gewalt, was letztlich zu Israels Unabhängigkeitskrieg 1948 führte.

Aber der Salon-Artikel vermittelt ein völlig anderes Bild, ein stark verzerrtes, einseitiges Bild, das die arabisch-palästinensische Aggression völlig ausklammert und ein Bild israelischer „ethnischer Säuberung“ zeichnet:

Der Teilungsplan kam jedoch nie zum Tragen. Direkt am nächsten Tag nach der Abstimmung brach der Krieg von 1947/48 aus.

In diesem Krieg führten zionistische Milizen systematisch eine ethnische Säuberung großer Teile des historischen Palästina durch, plünderten Hunderte palästinensischer Gemeinden und vertrieben über 750.000 Menschen — zirka zwei Drittel der eingeborenen arabischen Bevölkerung.

Der Krieg brach also einfach aus? Tatsächlich lautet die für Salon-Autor Ben Norton unbequeme Wahrheit, dass der Krieg nicht einfach so ausbrach. Die Palästinenser begannen ihn, wie der Historiker Benny Morris erklärt:

Am 30. November griffen bewaffnete Araber in den Uranfängen des Krieges zwei jüdische Busse bei Petah Tikva an und töteten sieben Fahrgäste. Scharfschützen aus der arabischen Stadt Jaffa schossen auf Fußgänger im benachbarten Tel Aviv. Das von Husseini angeführte Arab Higher Committee (AHC), die „Regierung“ der palästinensischen Araber, rief einen Generalstreik aus. Der Bürgerkrieg hatte begonnen.

Und was ethnische Säuberungen betraf, so waren es die Araber, welche die Vernichtung der Juden anstrebten, und nicht umgekehrt. Auch hier bietet Morris wieder Einzelheiten:

Israels Existenz stand auf dem Spiel, und in den ersten paar Monaten schienen die Araber diesen Bürgerkrieg zu gewinnen. Ende März 1948 war der Großteil der Panzerwagenflotte der Haganah zerstört, und das jüdische Westjerusalem mit seinen 100.000 Einwohnern wurde belagert. Hätten die erfolgreichen arabischen Konvoiangriffe angehalten und wäre Jerusalem gefallen, dann scheint gewiss, dass die sieben Wochen später ins Land eingefallenen Armeen arabischer Staaten den winzigen Staat Israel noch vor seiner Geburt verhindert hätten.

Aber es sollte anders kommen. Im April 1948, mit dem Rücken an der Wand, schlug die Yishuv („Siedlung“ auf Hebräisch, wie sich die 630.000 Menschen große jüdische Gemeinschaft in Palästina selbst nannte) zurück. In einem sechs Wochen dauernden Feldzug kämpften sie gnadenlos mit den palästinensisch-arabischen Milizen und überrannten Dutzende arabischer Dörfer und Städte. Langsam aber sicher verlagerte sich die Gunst auf ihre Seite.

Dann beschreibt Salon-Autor Norton mit derselben Ausdrucksweise den Ausbruch des Krieges im Mai 1948:

Israel erklärte am 14. Mai 1948 seine Unabhängigkeit. Am nächsten Tag brach der Krieg von 1948/49 aus. Im Verlauf dieses Krieges annektierte Israel noch mehr Land, als ihm im Teilungsplan zugesprochen worden war. Am Ende kontrollierten zionistische Milizen zirka 77% dessen, was einst das Mandat Palästina gewesen war.

Wieder brach einfach so ein Krieg aus, ohne dass Palästinenser oder Araber etwas dafür konnten. Er verschweigt, dass eine kombinierte Macht aus fünf arabischen Armeen den jungen Staat angegriffen haben. Und hatten diese irgendein anderes Ziel, als Israel auszulöschen? Im ganzen Artikel kommt keinerlei arabische bzw. palästinensische Aggression vor. Der Leser erfährt nur, was Israel getan hat, und zwar ohne jeden Zusammenhang oder Umstand.

Der Artikel illustriert ausgezeichnet, wie die Medien die Palästinenser als ewige Opfer und Israel als den ewigen Unterdrücker darstellen. Alex Ryvchin beschrieb dies in einem kürzlich im Spectator erschienenen Artikel wie folgt:

Für die Israelhasser die Palästinenser hilflose Opfer, die absolut nichts für die Zustände können und daher völlig ohne Schuld sind. Sie existieren nur als abstraktes Konstrukt unbefleckter Unschuld, eine idealisierte Nation von Ziegenhirten und Olivenfarmern.

Mit der Geschichte Schindluder zu treiben, wie Salon es in diesem Artikel tut, führt zu keinem größeren Verständnis des israelisch-palästinensischen Konflikts und wie es zur aktuellen festgefahrenen Situation kam. Würden die Medien die Palästinenser endlich für ihren Teil des Konflikts zur Verantwortung ziehen, könnten sich die Dinge endlich ändern.