Die acht Kategorien der Medienvoreingenommenheit

Pesach Benson, HonestReporting, 4. April 2016

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Medienmanipulation ist einer der unglückseligsten Aspekte des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Wir haben Texte gesehen, welche kein Journalismus mehr sind, sondern verhüllte Parteinahme. Es werden fatale Fehler beim Faktencheck gemacht, Fotografen und Palästinenser verbiegen in wechselseitig nutzbringenden Beziehungen die Realität, die Wortwahl wird politisch, und Nachrichtenverantwortliche vertuschen Nachrichten, um den Zugang dazu zu erschweren. Wir haben sogar gesehen, dass Journalisten sich vereinzelt mit Lesern anlegten, die ihnen zu widersprechen gewagt hatten.

Nichts davon liegt im öffentlichen Interesse. Nachrichtendienste, welche die Nahost-Berichterstattung verzerren, sind ebenso fähig, auch andere Bereiche ihrer Berichterstattung zu vermurksen.

  1. Von Journalisten erwarten wir professionelle Unabhängigkeit und Objektivität.
  2. Wir erwarten relevante, informative, verhältnismäßige und verbindliche Nachrichten.
  3. Wir erwarten Transparenz.

Soll sich die Wahrheit durchsetzen, müssen wir anspruchsvollere Nachrichtenkonsumenten sein. Ansonsten werden wir zum passiven Objekt der Agenda bestimmter Leute. Wie Matti Friedman, ehemaliger Korrespondent der Associated Press, sagte:

Die Welt reagiert nicht auf Geschehnisse in diesem Land, sondern auf die Beschreibung dieser Geschehnisse durch Nachrichtenorganisationen. Der Schlüssel zum Verstehen der eigenartigen Natur dieser Reaktionen liegt somit in der Praxis des Journalismus und insbesondere in einer ernsten Fehlfunktion bei jenem Berufsstand — meinem Berufsstand — hier in Israel.

Wir werden rund um die Uhr mit Nachrichten bombardiert, aber es mangelt an Bewusstheit über die objektiven Standards, die wir vom Journalismus erwarten sollten. Verstehen wir die acht Verletzungen medialer Objektivität, dann können wir zwischen Glaubwürdigem und Unglaubwürdigem unterscheiden sowie zwischen dem, was zum öffentlichen Diskurs beiträgt und dem, was ihn vernebelt.

Joe Hyams, der Geschäftsführer von HonestReporting, sagt: „Wir haben detailliertes Wissen zusammengetragen, wie die Überwachung von Nachrichten funktioniert, und zwar auf eine Art und Weise, die für Gemeinschaften an der gesellschaftlichen Basis leicht anzuwenden ist. Indem wir Medienvoreingenommenheit definieren, geben wir der ständig wachsenden Zahl von Nachrichtenkonsumenten die Werkzeuge an die Hand, um zu erkennen, wie destruktiv schlechte Berichterstattung sein kann und wie mächtig sie selbst sind, wenn sie wirksame Antworten hierauf finden können.“

Wie Sie sehen werden, sind diese Prinzipien auf alle Bereiche der Berichterstattung anwendbar — also nicht nur auf den Nahostkonflikt. Jeden Monat bringen wir ein neues Kapitel — und den Anfang machen wir gleich morgen.

Die acht Verletzungen der Medien-Objektivität

  1. Irreführende Definitionen: Über die Sprache werden den Lesern Vorurteile vermittelt.
  2. Unausgewogene Berichterstattung: Nachrichten werden durch unverhältnismäßige Berichterstattung verzerrt.
  3. Als Nachrichten getarnte Meinungen: Das unangebrachte Einschieben von Meinungen oder Interpretationen in die Berichterstattung.
  4. Fehlende Zusammenhänge: Der Bezugsrahmen wird den Lesern verschwiegen.
  5. Selektive Auslassungen: Bestimmte Ereignisse werden berichtet, andere ausgelassen — oder es werden Schlüsseldetails unterschlagen.
  6. Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen: Nachrichten werden mit hinkender Logik verfremdet.
  7. Verzerrung von Tatsachen: Fakten werden falsch dargestellt.
  8. Mangelnde Transparenz: keine Offenheit und keine Rechenschaft gegenüber den Lesern.

„Red Lines: The Eight Categories of Media Bias“ ist auf Amazon als E-Book erhältlich.

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4 Kommentare - “Die acht Kategorien der Medienvoreingenommenheit”


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  2. […] Medien-BackSpin: – Ist ein “hilfloser” Terrorist ein unschuldiger Terrorist? – Regenten der University of California verurteilen antisemitischen Antizionismus, und die Medien missbilligen das – Die acht Kategorien von Medienvoreingenommenheit […]


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  4. […] Teil 6 einer achtteiligen Serie über die acht Kategorien von Medien-Voreingenommenheit. […]


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