Archive for the ‘Sonstiges’ category

HonestReporting lagert Kommentare auf Facebook aus

18. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2013

Wie viele unserer Leser schon bemerkt haben, hat HonestReporting diese Woche in seiner Kommentar-Rubrik eine Änderung vorgenommen. Während die Leserbriefe bisher noch unter unseren Artikel erschienen, werden sie nun auf Facebook statt auf unserer Webseite gehostet.

Wir meinen, dass es für diese Änderung mehrere Argumente gibt:

Anonyme Beiträge werden ausgeschlossen, da man bei Facebook seinen echten Account angeben muss. Zweitens wird dadurch ein Maß an Verantwortung hergestellt, das unserer Ansicht nach für einen konstruktiven Gedankenaustausch von entscheidender Bedeutung sein kann. Drittens gibt diese Variante den Lesern die Möglichkeit, einen eigenen Kommentar auf ihrer persönlichen Facebook-Seite zu teilen, was mehr Reichweite erzielt als ein Hosting alleine von unserer (englischsprachigen) Webseite. Dadurch können mehr Menschen über unsere Arbeit erfahren.

Als Nachteil könnte natürlich gesehen werden, dass die Einrichtung eines Facebook-Accounts erforderlich ist, um einen Kommentar hinzuzufügen. Und auch wenn man berücksichtigt, dass die überwiegende Mehrzahl unserer Leser bereits ein Konto bei Facebook eingerichtet hat, ist es möglich, dass einige unserer Leser nicht dazu zählen. Die Einrichtung eines Facebook-Accounts ist jedoch sehr einfach. Und wer Facebook aus Gründen der persönlichen Datensicherheit nicht verwenden will, könnte dennoch ein Konto ohne Angabe von privaten Daten oder Updates einrichten. Man könnte z.B. das Konto schlicht inaktiv führen und nur dann verwenden, um Websites wie die unsere oder eine wachsende Zahl von anderen Seiten auf der gleichen Plattform zu besuchen, darunter beispielsweise The Times of Israel.

Wer noch keinen Account bei Facebook hat kann ihn hier einrichten.

Wir hoffen daher, dass sich noch mehr interessierte Menschen zu unseren medienkritischen Beiträgen und Blogposts äußern, und wir hoffen, dass dieses neue auf Verantwortlichkeit fußende Element zu einem respektvolleren Umgang miteinander führt und unsere Webseite auch für weitere Leser attraktiv macht. Wir verpflichten uns zum Aufbau einer Leserschaft, die an einer fairen Berichterstattung über Israel interessiert ist, und wir wollen einen Raum schaffen, in dem sich unsere Leser ermutigt fühlen, ihrer eigenen Meinung Ausdruck zu verleihen.

i24 Nachrichtenkanal gestartet

18. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2013

Am gestrigen Mittwoch ging i24news ans Netz – Israels Antwort auf Russia Today, France 24 und Al-Jazeera. Dazu i24-Geschäftsführer Frank Melloul:

Die Aufgabe von  i24news besteht darin, internationale Nachrichten sowie alle Facetten der israelischen Gesellschaft aus einer neuen Perspektive zu beleuchten. Diese neue Variante fehlt in der heutigen schnelllebigen Channel-Zapping-Kultur.

i24news wurde in Englisch, Französisch und Arabisch etabliert, um eine neue Stimme aus dem Nahen Osten zu präsentieren, die sich auf die zwei Säulen Unabhängigkeit und Öffentlichkeit stützt. i24 will Israel mit der Welt und die Welt mit Israel verbinden.

In einer Gemeinschaftsredaktion produzieren aus Jaffa rund 150 Journalisten verschiedener Nationalitäten und Religionen gleiche Inhalte (News, Talkshows, Nachrichtenmagazine): ein Symbol für die soziale, kulturelle und religiöse Vielfalt in der israelischen Gesellschaft.

Als einer der ersten großen globalen Medienkanäle des digitalen Zeitalters startet i24news im Web, dann über Satellit, ADSL und Kabel.

Wir wünschen i24news alles erdenklich Gute. Zur Verfolgung der Liveberichterstattung bitte hier klicken.

Bibi und das Pressekorps unter Stress

4. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 2. Juli 2013

Abbildung rechts: Eine aus einem dreidimensionalen Drucker erstellte Schusswaffe.

Es ist schon eine geraume Zeit her, dass übermotivierte Leibwächter Netanjahus mit ihrem Vorgehen gegen Medienvertreter Schlagzeilen machten.

Aber ich frage mich, ob der von der Times of Israel beschriebene investigative Journalismus des Senders Channel 10 die Uhr zurückdrehen könnte.

Reportern war es relativ problemlos gelungen, eine aus Plastik gefertigte Waffe in die Knesset zu schmuggeln und sie nur wenige Meter vor Premierminister Benjamin Netanjahu zu ziehen.

Die Korrespondenten des von Channel 10 nachts ausgestrahlten Kultur- und Technikprogramms “Tzinor Layla” hatten die Waffe im Internet nach Vorlagen eines dreidimensionalen Druckers angefertigt….

Bei einer anderen Gelegenheit brachte der [Tzinor Layla]-Reporter Uri Even die Waffe in eine  Feierstunde der Knesset mit, bei der er weniger als 10 Stuhlreihen entfernt vom Premierminister saß. Als Netanjahu anfing zu sprechen, nahm Even die Waffe raus, ohne dass er dabei behindert wurde, behielt sie in seinem Schoß und hielt sie sogar in Richtung des Ministerpräsidenten.

Ich weiß, dass oft und an verschiedenen Orten die Sicherheitsvorkehrungen von investigativen Medien ausgetestet wurden.

Jedoch befand sich niemand darunter, der jemals eine Waffe auf einen gewählten Staatsmann gerichtet hatte. Dies stellt den Begriff “News Bullet“ in einen völlig neuen Kontext. Und Channel 10 hat hier eine rote Linie überschritten.

Aber welche?

Handelte es sich hier um einen unglaublich freche Methode, auf die reale Bedrohung nicht identifizierbarer selbstgefertigter Waffen hinzuweisen?

Oder war es ein völlig untauglicher Versuch, Channel 10 in die Schlagzeilen zu bringen?

(Abbildung via YouTube/Mashable)

Stellenangebot: Soldaten für Friedenstruppe gesucht

9. Juni 2013

HonestReporting Media BackSpin, 9. Juni 2013


Auch Du kannst für den Frieden etwas riskieren

Stellenbeschreibung: Die UNO-Friedenstruppe im Golan sucht ersatzweise Beobachter für österreichisches und möglicherweise philippinisches Personal.

Die Aufgaben: Patrouillengänge in der Pufferzone, Unterstützung des Roten Kreuzes, Minenfelder ausfindig machen, gelegentlich syrischen und drusischen Bräuten nachschauen, die eigene Entführung verhindern und in blauen Schutzhelmen vor den Kameras posieren.

Keine Russen – Staatsangehörige aus den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates  werden ausgeschlossen.

Wenn du bisher schon eine große Klappe gehabt hast, was Israels Risikobereitschaft für einen Frieden beträfe, hast du beste Chancen. Du hast das Maul weit aufgerissen – nun lass’ Taten folgen.

Nur ernst gemeinte Anfragen. Bewirb dich hier.

(Foto via YouTube/newnewsinworld)

Wo ist der dritte Tempel?

14. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 14. Mai 2013

Die Londoner Times (Paywall für Nicht-Abonnenten) veröffentlicht eine Geschichte unter der folgenden Überschrift:

Übersetzung: EU unterstützt dritten Tempel an Jerusalems heiligster Stätte, so jüdische Extremisten

Im Artikel heißt es:

Ein Aufruf der EU-Außenbeauftragten Lady Ashton zur Religionsfreiheit in Jerusalem wurde von extremistischen jüdischen Organisationen und religiösen Führern als Erklärung zur Unterstützung für einen umstrittenen dritten Tempel auf dem Hügel in der Altstadt vereinnahmt.

Doch nur zwei Absätze später dies:

Nun fordern einige Hardliner-Gruppen, dass Juden an der Stelle beten dürfen sollen, die sie das “Allerheiligste” nennen, und sie interpretieren einen Aufruf Lady Ashtons für Religionsfreiheit in Jerusalem als stillschweigende Unterstützung für das Recht der Juden, dort beten zu dürfen.

Ein Sprecher Lady Ashtons sagte am Wochenende: “Es ist von grundlegender Bedeutung, dass der Zugang zu den Heiligen Stätten in Jerusalem für friedlichen Gottesdienst allen Konfessionen in vollem Umfang zuerkannt wird.”

In der Tat gibt es Forderungen, Juden den Gottesdienst auf dem Tempelberg, der heiligsten Stätte des Judentums, zu erlauben – auch die religiöse Vorstellung, dass in Zukunft dort ein dritter Tempel entstehen wird.

Jedoch scheinen Artikel und Überschrift daraus ein Gefühl von Gefahr zu vermitteln, das weit darüber hinaus geht, was die Nachweise im Text selbst hergeben.

Wie konnte ein Aufruf für die Gebetsfreiheit auf dem Tempelberg zu einer Überschrift mutieren, die den Bau eines dritten Tempels fordert?

Newseum überdenkt Ehrung für Hamas-Terroristen

14. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 14. Mai 2013

Es sieht danach aus, dass Newseums nun versucht, vom Sims herunterzuklettern, nachdem es sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Das Washingtoner Medien-Museum kündigte an, dass es neu über die Aufnahme der zwei Hamas-”Journalisten” in ihre Gedenkstätte für getötete Reporter nachdenkt.

Es gab ernst zu nehmende Nachfragen dahingehend, ob zwei Personen auf unserer Vorschlagsliste für Journalisten, die während der Ausübung ihrer Tätigkeit letztes Jahr getötet worden waren, tatsächlich Journalisten waren oder ob sie an terroristischen Aktivitäten teilnahmen.

Wir nehmen die Bedenken bezüglich dieser beiden Männer ernst und haben beschlossen, vor ihrer Aufnahme als Journalisten in unserer Gedenkstätte weitere Nachforschungen  anzustellen.

Der Terrorismus hat die Szene in vielerlei Hinsicht verändert, einschließlich der Regeln für den Kriegseinsatz, das Recht, den Geheimdiensteinsatz und Verhörtechniken und die Internierung feindlicher Kombattanten. Der Journalismus bildet da keine Ausnahme.

Wie HonestReporting bereits erwähnte, waren Mahmoud Al-Kumi und Hussam Salama als Hamas-Aktivisten bekannt.

Britische Medien: Auf Israel-Kurs oder Reingewinn aus?

24. April 2013

HonestReporting Media BackSpin, 24. April 2013

Wenn die BBC die jüdische Gemeinde für sich gewinnen will, hat sie noch eine Menge Arbeit vor sich. Das Institute for Jewish Policy Research survey (Pdf-Format) fand heraus, dass satte 80 Prozent der britischen Juden davon ausgehen, dass Beeb* Israel gegenüber voreingenommen ist.

Da die BBC größtenteils von Haushalten finanziert wird, die eine jährliche Rundfunkgebühr von 145,50 £ entrichten (was dank Online-Zugang irrelevant wird) wissen neue BBC-Führungskräfte, dass sie ihre Kunden bei Laune halten müssen.

Womit wir bei James Harding sind, dem neuen Nachrichtenchef der BBC (Ab August). Kann er etwas verändern, was die institutionelle Voreingenommenheit des Senders gegenüber Israel betrifft? Vier hoffnungsvolle Aspekte sprechen für ihn:

1. Er ist Jude.

2. Er unterstützt Israel.

3. Sein vormaliger Arbeitgeber, die Times of London, berichtete fairer über Israel als sich das die BBC jemals vorstellen konnte.

4. Am meisten spricht jedoch für Harding, dass der Guardian (via The Commentator) sich bereits Gedanken über ihn macht. Lisa O’ Carroll schreibt:

Harding, der Jude ist, wird auch den pro-israelischen Kurs der Times hinter sich lassen. In einer Debatte im jüdischen Gemeindezentrum für London im Jahr 2011 sagte Harding: “Ich bin pro-israelisch eingestellt”, und bezüglich der Berichterstattung zu Nahost “wurde es mir nicht allzu schwer gemacht“, weil “die Times seit Jahren pro-israelisch ist”. Er betonte jedoch die Notwendigkeit ausgewogener Berichterstattung, und er sagte, dass auch er einen palästinensischen Staat befürworte.

Wahrscheinlich macht sich der Guardian mehr Sorgen um seinen Reingewinn als um eine pro-israelische Linie: jeden Tag zahlen britische Steuerzahler 60.000 Ausgaben des Guardian, die über Beeb vertrieben werden.

Abbildung: CC-BY-SA HonestReporting, Flickr/Images_of_Money

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*Beep = Verballhornung von BBC

Medizinische Versorgung für Terroristen

4. April 2013

HonestReporting Media BackSpin, 4. April 2013

Die Medien waren kürzlich voll mit Geschichten wie dieser über einen palästinensischen Häftling in Sicherheitsverwahrung, der in einem israelischen Gefängnis an Kehlkopfkrebs gestorben war. Während die Medien jede Menge Zeit dafür aufbrachten, palästinensische Offizielle zu zitieren, die Israel für seinen Tod verantwortlich machten und detailliert über deren Wut wegen seines Ablebens berichteten, haben einige wichtige Fragen noch immer nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen zukommt.

1) Speziell der Häftling Maysara Abu Hamdiya saß eine lebenslange Haftstrafe wegen versuchten Massenmordes ab. Er war General der palästinensischen Sicherheitskräfte (jawohl, jener paramilitärischen Einheit, die durch internationale Spenden zur Stützung des “gemäßigten” Regimes der Palästinensischen Autonomiebehörde finanziert wird).  Offenbar schickte General Hamdiya einen jungen Mann mit einer Bombe in nein Jerusalemer Cafe mit der Order, so viele Menschen wie möglich umzubringen. Gott sei Dank zündete die Bombe nicht, der General wurde erwischt und verhaftet. Tragischerweise wurden bei ähnlichen Anschlägen während der zweiten Intifada mehr als tausend Israelis getötet.

2) Obwohl er wegen des Mordversuchs an dutzenden israelischer Cafebesucher inhaftiert wurde, erhielt Hamdiya (wie Tausende andere Palästinenser) medizinische Versorgung in einem israelischen Krankenhaus. Die meisten Leute wissen nichts über viele palästinensische Zivilisten, die in israelischen Krankenhäusern behandelt werden (was zu einem Großteil von israelischen Steuerzahlern bezahlt wird.) Jeden Tag ermöglicht Israel den Zugang von Menschen aus Gaza, die in den ausgezeichneten medizinischen Einrichtungen in Israel behandelt werden. Man kann das als Argument dafür sehen, wie großzügig Israel handelt.

Aber in diesem Fall handelt es sich um einen tatsächlichen Terroristen, der Israelis ermorden wollte und dennoch Zugang zu medizinischer Versorgung in Israel erhielt. Der lautstark in den Schlagzeilen erhobene Vorwurf lautete, dass dieser Mannes, der an einer tödlichen Krankheit litt, nicht ausreichend genug gepflegt worden sei.

Ein Kommentator der Washington Post verlinkte zu diesem Beitrag, der das Problem zurechtrückt. Ein Auszug:

Nach erstaunlicher ist die Tatsache, dass, während die Hamas weiterhin ihre Raketen verschoss, sie weiterhin  Patienten nach Israel zur Behandlung in dortige Krankenhäuser schickte, viele davon in Gebiete, die unter Beschuss der Hamas-Raketen lagen.

Israelische Krankenhäuser nehmen schon seit Jahren Palästinenser auf. In Gaza gibt es einfach nicht genug medizinische Einrichtungen, die eine Behandlung der stetig anwachsenden Bevölkerung garantieren können. Und die dort vorhandenen sind schlecht ausgestattet. Dem ’Palestinian Central Bureau of Statistics’ zufolge gibt es in Gaza 24 Krankenhäuser, die 1,7 Millionen Menschen zu versorgen haben. Israel hingegen verfügt über 377 Krankenhäuser, verteilt auf eine Bevölkerung von etwa 8 Millionen. Allein im vergangenen Jahr erhielten mehr als 100.000 Palästinenser medizinische Versorgung in Israel. Selbst auf dem Höhepunkt der Kämpfe im vergangenen November behandelten israelische Krankenhäuser Patienten aus dem Gazastreifen.

Gastbeitrag für HonestReporting: Mediziner reagieren auf Lancet-Artikel zu israelischen Ärzten und Folter

19. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 19. März

Dr. Jeffrey Goldstein und Dr. Steve Samuel sind Mitglieder der Organisation DARA (Ärzte gegen Rassismus und Antisemitismus), die sich dafür einsetzt, dass in medizinischen Publikationen subjektive Artikel, die auf die Kriminalisierung von Rasse, Nation oder Land abzielen, unterbunden werden. Besuchen Sie ihre Website unter www.daradocs.org.


“Israelische Ärzte geheimer Foltervereinbarung bezichtigt”. Hier handelt es sich zwar nur um eine Anklage, aber wenn sie in einem angeblich glaubwürdigen medizinischen Fachblatt erscheint, wird eine Schuld suggeriert. In Wahrheit handelt es sich um eine neue Headline in der medizinischen Zeitschrift The Lancet.

Sharmila Devis’ Artikel stellt Behauptungen auf und wiederholt Stellungnahmen, die mit objektivem Journalismus und klinischer Medizin nicht vereinbar sind. Der tragische Tod Arafat Jaradats, eines 30 Jahre alten Vaters zweier Kinder und Mitglied der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigade, wurde in die willkommene Gelegenheit umgemünzt, die Gemeinschaft israelischer Mediziner zu beschmutzen.

Eine am nächsten Tag durchgeführte Autopsie israelischer Rechtsmediziner diagnostizierte, dass die wahrscheinliche Todesursache eine Herzattacke war (Myokardinfarkt). Es ist unbestritten, dass über eine Stunde lang intensive Versuche zur Herz-Lungen-Reanimation (CRP) durchgeführt wurden. Dr. Saber Aloul, der Chef-Pathologe der Palästinensischen Autonomiebehörde, der bei der Autopsie zugegen war, wird mit den Worten zitiert, dass “Blaue Flecken am Körper Spuren von Folter zeigten.”

Jeder, der einmal eine CPR-Grundausbildung durchlaufen hat, weiß, dass die physische Kraft, die erforderlich ist, eine adäquate Herzdruckmassage durchzuführen, um den notwendigen Output der Herzleistung zu generieren, immer zu einem Thoraxtrauma (Verletzung des Brustraumes) führt, nicht selten auch zu Rippenbrüchen und/oder Brustbeinfrakturen. Blutergüsse wären am folgenden Tag deutlich sichtbar. Wenn ein Arzt daraus schließt, dass Blutergüsse eine Folter nachwiesen, ist unwissenschaftlich und unprofessionell. Eine frühere Untersuchung im The official journal of the European Resuscitation Council bestätigt, dass nach der Autopsie bei 18 von 19 Patienten (95 %), die mit der CRP-Methode behandelt worden waren, Frakturen festgestellt wurden, (Quelle: Reanimation: Band 60, Ausgabe 2, Februar 2004, Seiten, 157-162 und http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0300957203003757)

Dr. Michael Sayre, Sprecher der American Heart Association und Professor an der University of Washington in Seattle, hat kürzlich erklärt, dass gebrochene Rippen bei der Anwendung von CPR einkalkuliert werden müssen, und die Befürchtung, man könnte einen Bruch verursachen, Menschen nicht davon abhalten sollte, jemandem bei einem Herzstillstand zu helfen.

Und Dr. Victor Quint, Anästhesist am Humber River Regional Hospital in Toronto, sagte: “Jeder, der ein CPR durchgemacht hat, kann wie ein Trauma-Patient aussehen.”

Wenn israelische Ärzte irgendetwas verbergen wollten, hätten sie dann Dr. Aloul zur Beobachtung der Autopsie eingeladen? Seine Teilnahme als Chef-Pathologe der Palästinensischen Autonomiebehörde steht in scharfem Kontrast mit den Ereignissen 6 Tage nach dem Tod von Arafat Jaradat, als Ayman Samara, ein 40-jähriger Palästinenser, im Gefängnis der Palästinensischen Autonomiebehörde in Jericho ums Leben gekommen war.

Der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh schrieb damals, am 5. März:

“Die Palästinensische Autonomiebehörde hat palästinensische Journalisten energisch daran gehindert, über den mysteriösen Tod von Samara zu schreiben. Ein palästinensischer Reporter, der bei Interviews mit Menschen außerhalb des Gefängnisses von Jericho erwischt worden war, wurde sogar für mehrere Stunden von Sicherheitsbeamten der palästinensischen Autonomiebehörde festgehalten.”

Das Ausbleiben jeglicher Kommentare oder eines Verweises auf medizinische Fachliteratur bzw.  unvoreingenommenen Fachwissens in Bezug auf induzierte Traumata während der CPR stellt Frau Sharmila Devis Artikel jenseits des Fachwissens aller objektiven, medizinisch-wissenschaftlich publizierten Standards. Die Verantwortung für die öffentliche Rezeption des Artikels liegt bei der Redakteurin des The Lancet.

The Lancet ist eine seriöse medizinische Fachzeitschrift. Aber ihre unbegründeten Behauptungen und aufhetzenden Schlagzeilen diffamieren statt zu informieren und aufzuklären. The Lancet hat ihre Glaubwürdigkeit geschmälert und eine Agenda verraten, weil sie untauglich ist für eine vertrauenswürdige medizinische Literatur.

Bitte senden Sie Ihre Leserbriefe [in Englisch] an Anne Rosenthal – Leiterin Public Relations a.rosenthal@elsevier.com, den Ombudsmann unter ombudsman@lancet.com oder Bill Godfrey, Chief Information Officer unter b.godfrey@elsevier.com.

Abbildung: CC BY-SA HonestReporting.com, Flickr/Akeg.

Selbstbestimmung: Zustimmung der Juden nicht zwingend erforderlich?

12. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 11. März


In seinem NY Times Opinionator Blog versucht Professor Joseph Levine in einem verquasten 2.052 Wörter starken Aufruf zu erklären, warum es nicht antisemitisch sei, Israels Existenzrecht zu hinterfragen.

Levine argumentiert freundlich genug, zu „gönnen“, dass die die Juden ein Volk wären, und dass Selbstbestimmung nicht alles wäre (bis es durch die Palästinenser erledigt wäre); und dann kommt er zu dem Schluss, dass “die grundsätzliche Idee eines jüdischen Staates undemokratisch ist.”

Hillel Neuer entlarvte die Philosophie des Professors in einem wichtigen Textteil, der nur 32 Worte lang ist:

Levine nimmt es als gegeben an, dass die arabischen Palästinenser einen natürlichen Anspruch zum gleichen Recht auf Selbstbestimmung hätten und er gleichzeitig so schnell damit bei der Hand ist, das den Israelis und Juden zu verweigern.

Auch wenn Levine Jude ist, scheint seine Ansicht im Widerspruch zum US-Außenministerium und der Definitionen zu Antisemitismus der EU zu stehen.

Veganer besprechen Burger: Sunday Times zu Reiseführer für Israel

11. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 11. März

Was dachte sich die Sunday Times eigentlich dabei, Anthony Sattin eine kurze Buchbesprechung zu einem neu erschienenen Reiseführer für Israel schreiben zu lassen?

Auch wenn Sattin Reiseschriftsteller ist: diesen selbsternannten Israelkritiker den Israel Baedeker Guide besprechen zu lassen ist etwa so, wie wenn man ein Mitglied von People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) losschickte, ein neues Steak- oder Burger-Restaurant zu testen.

Sattin war Unterzeichner eines offenen Briefes an den ehemaligen britischen Premierminister Gordon Brown in der Times vom 1. Dezember 2009, der Unterstützung für den berüchtigten Goldstone Report forderte, in dem Israel beschuldigt worden war, während der Operation Gegossenes Blei “Kriegsverbrechen” begangen zu haben.

Dass Sattin Israel gegenüber feindselig eingestellt ist, zeigt sich in seiner kurzen, aber extrem politisch eingefärbten Rezension:

Israel hat sich über viele Jahre hinweg nach Kräften bemüht, seine Besetzung palästinensischer Gebiete zu etablieren, was die UNO und auch unser Land abgelehnt haben. Baedeker scheint sicht dessen nicht bewusst zu sein, wenn er die palästinensischen Gebieten in seinem neuen Führer miteinbezieht.

Nirgendwo auf dem Buchumschlag wird das Wort Palästina erwähnt. Im Buch selbst wird uns gesagt, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels sei, etwas, das für viele Staaten neu ist, die ihre Botschaften in Tel Aviv haben. Die Karte bestätigt diese Annexion: Ramallah, Heimat der Palästinensischen Autonomiebehörde, müsste eigentlich auch als Hauptstadt gekennzeichnet werden. Stattdessen wird sie als “Sitz der Verwaltung” bezeichnet.

Der einzige Palästinenser, der in einer Reihe von 17 berühmten Persönlichkeiten aufgeführt wird, ist Yasser Arafat – was aber ist mit Edward Saïd, Hanan Ashrawi oder Raja Shehadeh, dem Orwell-Preisträger? Dies und viele andere scheinbar nebensächliche Fehler machen Palästina zu Israel in einer Weise, die den Zionisten in die Karten spielt, hat aber nichts damit zu tun, was einen guten Reiseführer auszeichnen sollte, nämlich eine verlässliche und ausgewogene Übersicht vorzulegen.

Mit dem Seitenhieb gegen “Zionisten” am Ende: Ist das wirklich eine Bewertung für einen Reiseführer oder nur ein Vorwand für Angriffe auf Israel?

Leider ist dies nicht das erste Mal, dass die Besprechung eines Reiseführers zum Werkzeug für antiisraelischen Aktivismus mutierte. Erst im September 2012 führte eine Rezension in The Times, dem Schwesterblatt der Sunday Times, für eine Kreuzfahrt nach Israel dazu, dass die israelische Tourismusindustrie davon alles andere als profitieren konnte.

Zeigt dies einen sich abzeichnenden Trend und Schwerpunkt, den die von Hass erfüllte Boycott, Sanctions and Divestment (BDS)-Bewegung für sich entdeckt hat?

HonestReporting mit drei Medienauftritten in der letzten Woche

21. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 21. Januar 2013

Die vergangene Woche war ein Publicity-Ereignis für HonestReporting (HR) in den Medien – mit nicht weniger zwei Gastbeiträgen allein am Donnerstag von HR-Chefredakteur Simon Plosker. Kurz danach hob die Jerusalem Post die NGO HonestReporting lobend hervor wegen ihrer Arbeit und ihrem Ansehen im Ausland.

Ploskers Gastbeitrag in der Times of Israel thematisierte das anfängliche Schweigen der Medien zu antisemitischen Kommentaren von Ägyptens Präsident Mohammed Morsi, bevor er zum Staatspräsidenten gewählt worden war.

Wie können die Medien und letztlich die Öffentlichkeit Meinungsströmungen innerhalb der arabischen Welt richtig einordnen, wenn lediglich über Statements arabischer Politiker berichtet wird, die in englischer Sprache an ein internationales Publikum gerichtet werden? Nur zu oft steht das, was in Arabisch geschrieben oder ausgestrahlt wird, in keinem Verhältnis zu den Verlautbarungen, die speziell für die westlichen Medien gedacht sind.

Ein weiterer Beitrag Ploskers im Commentator enthüllte Trends in der Berichterstattung über Israel als Folge der von den Palästinensern verfolgten Strategie der Low-Level-Gewalt gegen israelische Soldaten und Bewohner in der West Bank.

Schließlich schrieb Jerusalem Post-Kolumnist Barry Shaw über Misserfolge der israelischen Regierung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, und er folgerte, dass unabhängige Organisationen wie HonestReporting dort wesentlich erfolgreicher sind.

Man sehe sich stattdessen private NGO’s an, die gegen die antiisraelischen Delegitimierungs- und Dämonisierungskampagnen kämpfen.

All diese bedeutenden Aktionsgruppen mit ihren jeweiligen Schwerpunkten wurden von Israelis mit englischsprachigem Hintergrund gegründet, weiterentwickelt und extern finanziert.

Darunter befinden sich herausragende Beispiele wie NGO Monitor von Gerald Steinberg, Palestinian Media Watch von Itamar Marcus und HonestReporting von Joe Hyam.

Wir freuen uns auf weitere Medienauftritte in den kommenden Wochen.

Facebook sperrt Journalisten wegen seiner Postings über palästinensische Korruption aus

15. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2013

Khaled Abu Toameh (Abbildung rechts), ist ein international anerkannter Journalist. Oft referiert er für uns (HonestReporting). Gegenwärtig ist er wohl einer der mutigsten Journalisten, die aus den palästinensischen Gebieten berichten – über palästinensische Skandale, die andere nicht öffentlich machen wollen, weil sie entweder zu eingeschüchtert sind oder zu eng mit der PA und Hamas verbunden, um die Schlechtigkeit der palästinensischen Gesellschaft und ihrer Führung herauszustellen.

The Commentator berichtet:

Das soziale Netzwerk Facebook wurde heute beschuldigt, Kritik an der palästinensischen Autonomiebehörde zum Schweigen zu bringen, als es versuchte, den Account des arabisch-israelischen Autoren Khaled Abu Toameh abzuschalten.

Abu Toameh, Sohn eines arabischstämmigen Vaters und einer palästinensischen Mutter, ist ein ehemaliger hochrangiger Reporter der Jerusalem Post. Er berichtete, dass seit gestern seine Facebook-Seite deaktiviert worden war.

The Commentator erfuhr, dass Facebook nach Beschwerden seitens der palästinensischen Autonomiebehörde und jordanischer Sicherheitsbehörden über seine Artikel zu Korruption Schritte unternommen habe, seine Arbeit rigoros zu unterbinden.

In einem Gespräch mit uns heute Morgen erwähnte Abu Toameh, dass “alles, was ich kürzlich über Korruption geschrieben habe, auch auf Arabisch in der jordanischen Presse veröffentlicht worden war. Ich bin für Transparenz, gegen Korruption, und dennoch sperrten sie meinen Account, und sie lassen weiterhin zu, dass der Hamas-Führer einen Account hat. Im Gegensatz zu ihm spreche ich mich nicht für Terrorismus aus. Dies ist ein Versuch, mich zum Schweigen zu bringen. Das einem Journalist anzutun ist ziemlich schäbig.”

Gestern Abend schickte Facebook folgende Standard-E-Mail an Abu Toameh: “Sie stellten einen Post ein, der gegen unsere Nutzungsbedingungen verstieß, und dieser Beitrag wurde gelöscht. Neben anderem sind hasserfüllte Inhalte, bedrohende oder obszöne nicht zugelassenen, auch kein Inhalt, der Einzelne oder Gruppen angreift. Fortgesetzter Missbrauch von Facebook-Funktionen kann dazu führen, dass Ihr Account gelöscht wird.”

Dass Facebook nun Khaled rigoros zensiert und sein Konto heruntergefahren hat, stellt eine unerträgliche Beeinflussung der Meinungsfreiheit dar und überschreitet weit die eigenen Nutzungsbedingungen.

Mittlerweile wurde eine Petition gestartet (durch Dritte, nicht von HonestReporting), um Facebook zu einer Revidierung seiner Entscheidung zu bewegen und den Account von Khaled Abu Toameh wieder einzurichten.

Khaled* ist eine überaus mutige und oft einsame Stimme, die nicht zum Schweigen gebracht werden darf. Wir möchten Sie ganz herzlich bitten, die Petition zu unterzeichnen.

——
*Anmerkung von mir (bd):

Wer Khaled nicht unterstützt, verliert auch eine Stimme für den deutschsprachigen Raum, da viele seiner Texte ins Deutsche übersetzt werden und für die Unterstützer Israels hier u.a. für die Recherche unverzichtbar sind.

BBC News bunkert sich ein

15. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2013

Möglicherweise hat BBC News einen neuen Tiefpunkt erreicht – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Daily Mail berichtet:

Das neue und millionenschwere Nachrichtenstudio der BBC wurde bombensicher gebaut, um Journalisten vor Selbstmordattentaten zu schützen.

Das Nachrichtenstudio befindet sich in einem Bunker unter dem Haupteingang des 1 Milliarde Pfund teuren neuen Rundfunkgebäudes.

Den Mitarbeitern wurde versichert, dass sie vor einer Explosion geschützt seien, falls ein Selbstmordattentäter durch den Haupteingang der Einrichtung im Zentrum Londons gelangte.

Eine BBC-Quelle gegenüber dem Sunday Express: ’Er [der Bunker (bd)] befindet sich direkt darunter, so dass, wenn Selbstmordattentäter über den Vordereingang hereinkämen, sie sich direkt darüber befänden. Uns wurde versichert, dass er bombensicher ist.’

Und wir dachten schon, dass die BBC sich schwer damit tun würde, Terror* als das zu bezeichnen, was er wirklich ist, wenn er durch die Vordertür kommt.

——
*Die Ironie wird besser verständlich, wenn man den Hyperlink unter dem Wort Terror in der vorletzten Zeile aufruft, da die BBC noch im Jahr 2005 für ihre Mitarbeiter die Devise ausgegeben hatte, das T-Wort nach Möglichkeit zu vermeiden (Ähnlich wie Reuters). Wenn’s um den eigenen Allerwertesten geht, sieht die BBC das auf einmal anders.

Die Top-Beiträge von HonestReporting im Jahr 2012 – Mobile und Desktop

4. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 4. Januar 2013

Bitte hier oder auf die Abbildung klicken.

Manche Übersetzungen zu einzelnen Artikeln finden sich auf unserer deutschsprachigen Seite Medien Backspin. Bitte dort auf der Startseite rechts oben beim Hinweis “Ab November 2007” im Feld darunter das entsprechende Datum und die deutsche Titelzeile anwählen.

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Und hier für die Desktop-Version

Achse des Bösen heftet Hurrikan Sandy an ihre Fahnen

2. November 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2012

Rechts: Verrazano-Narrows-Brücke während des Horrorsturms

Mir war klar, dass irgendwelche Verschwörungstheoretiker Israel für Hurrikan Sandy verantwortlich machen würden. Israel ist schuld an Tsunamis, Hai-Attacken im Roten Meer, der Vogelgrippe und etlichem mehr, sodass lächerliche Anschuldigungen mich nicht mehr überraschen.

Wider Erwarten kamen die Unterstützer der Achse des Bösen dieser Annahme zuvor, indem sie sich den Horrorsturm an ihre Fahnen hefteten. Dazu CNN:

Stunden, nachdem Supersturm Sandy sich heulend seinen Weg entlang der Ostküste diese Woche gebahnt hatte und eine Schneise tödlicher Verwüstung hinterlassen hatte, waren die Reaktionen weltweit von Mitgefühl und Hilfsmaßnahmen geprägt.

Aber nicht in Syrien, wo einige Regierungstreue den am Montag einsetzenden Supersturm begrüßten und behaupteten, dass die Naturkatastrophe das Ergebnis von geheimer und hochintelligenter Ingenieurskunst sei

“Quellen bestätigten uns, dass Hurrikan Sandy, der die USA heimsucht, in HighTech-Labors des heroischen iranischen Regimes entwickelt worden war, das den Widerstand zusammen mit unserem syrischen Regime koordiniert” behauptete ein regierungstreues Netzwerk der syrischen Streitkräfte in einem Facebook-Posting.

“Dies ist die Strafe für jeden, der es wagt, Syriens (Bashar) al-Assad anzugreifen und Frieden und Stabilität zu bedrohen.”

Was könnten sie sonst noch ausgelöst haben?

(Foto via Flickr/MTAPhotos)

Kompliment an Indien

1. August 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. August

Mit respektvoller Erwähnung der indischen Leser, die nach einem gigantischen Stromausfall nun wieder online sind.

Als die Lichter ausgingen, beschloss Indiens Innenminister Palaniappan Chidambaram, eine Delegation nach Israel zum Besuch an dessen Sicherheitszaun zu entsenden, “um Technologien zu begutachten, die Neu-Delhi für seine Grenze (Sicherheitszaun) zu Pakistan und Bangladesch übernehmen könnte.”

Und vier indische Marineschiffe legten in Haifa zu einem Freundschaftsbesuch an.

(Bild via Flickr/Mediocre2010)

Bob Costas will ermordete israelische Sportler ehren

19. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 19. Juli 2012

Abbildung unten: Der ehemalige US-Präsident George W. Bush im Interview mit Bob Costas (NBC Sports) während seines Besuchs der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking.

Die unmoralische Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Aufrufe zu einer Gedenkminute für israelische Sportler, die während der Spiele 1972 in München ermordet worden waren, zu ignorieren, wird nicht unbemerkt verhallen.

Sportreporter Bob Costas erwähnte Hollywood Reporter gegenüber diese Woche, dass er seine eigenen Pläne für eine Hommage an die Sportler habe, wenn er für NBC Sports über die anstehenden Olympischen Spiele berichten werde.

Anlässlich der am 27. Juli stattfindenden Eröffnungsfeier in London plant Costas, das IOC wegen der Nichtbeachtung von Israels Anfrage einer Gedenkminute für die Opfer  des Massakers an 11 israelischen Athleten und Trainern während der Spiele im Jahr 1972 in die Pflicht zu nehmen. Am 40. Jahrestag von München ist es eine “unverständliche” Entscheidung, so Costas.

Wenn die israelische Delegation das 80.000 Sitzplätze fassende Olympiastadion betreten wird, will Costas seinen eigenen Protest inszenieren: “Ich beabsichtige, darauf hinzuweisen, dass das IOC die [israelische, auch internationale (bd)] Bitte verweigerte“, sagt er, und er moduliert seine Stimme, als sei er auf Sendung. “Viele Menschen meinen, dass die Ablehnung mehr als unverständlich ist, um nicht zu sagen, höchst unsensibel. Gerade deshalb ist eine Minute des Schweigens geboten.”

Eine vom IOC unterstützte und mitgetragene Gedenkminute stellt immer noch die würdevollste Art dar, des Jahrestages der Ermordung israelischer Sportler zu gedenken. Schließlich gehört dies zum Teil olympischer Geschichte ebenso wie die sportlichen Ereignisse dieses Jahres. Aber wenn das IOC die Augen vor seinem eigenen Vermächtnis verschließt, kann Bob Costas [mutiger (bd)] Schritt, das Thema vor einem großen Publikum von Olympia-Zusehern anzusprechen, zumindest nicht falsch sein.

Mal sehen, vielleicht schließen sich andere Medien an.

Warum palästinensische Journalisten zu Recht Shimon Peres boykottieren

19. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 19. Juli 2012

Pesach Benson, HonestReporting Jerusalem

Mein Beitrag richtet sich nicht gegen Israels Präsidenten Shimon Peres persönlich.

Vier Journalisten der in Jerusalem erscheinenden Zeitung Al-Quds verweigerten sich einer Leibesvisitation durch israelische Sicherheitskräfte vor dem US-Konsulat in Ostjerusalem, wo Hillary Clinton sich mit Salam Fayyad traf. Die Reaktion des Palästinensischen Journalistenverbandes: Boykott eines Treffens mit Peres.

Die heftige Reaktion war zu erwarten.

Übereifrige Sicherheitsleute führten eine Leibesvisitation durch (oder versuchten dies) bei Journalisten wie Simri Diab von Al Jazeera, Sara Hussein von AFP, Kevin Flower von CNN, einem Kameramann von Al-Jazeera , bei der NY Times-Fotografin Lynsey Addario und erst kürzlich bei einem EPA-Fotografen.

Presseausweise sollen sowohl die Einladungsliste als auch angemessene Sicherheitsmaßnahmen am Treffpunkt optimieren. Um einen Presseausweis erhalten, werden Reporter (und Blogger) bereits vom Pressebüro der Regierung und israelischen Sicherheitsdiensten überprüft. Niemand muss sich eine Leibesvisitation gefallen lassen, falls keine glaubwürdigen Belege für eine besondere Bedrohung vorliegen. Ansonsten ist dies erniedrigend und unprofessionell. Basta.

Die Beziehung zwischen der israelischen Regierung und dem Pressekorps ist keine Einbahnstraße. Israel benötigt die Journalisten für seine mediale Außenwirkung. Und die Reporter brauchen den Kontakt mit den Meinungsmachern. Ein Medienereignis wie die Präsentation der beschlagnahmten Waffen des Frachters Victoria im Jahr 2011 (Blogger waren auch eingeladen) wurde von übereifrigen Sicherheitsleuten verpfuscht. Etwa 30 Journalisten blieben damals der Veranstaltung frustriert fern.

Niemandem hat dieser Streik genutzt.

Israel muss der Welt seine Argumente präsentieren, aber überzogenes Sicherheitsgebaren ist kontraproduktiv.

Nochmals: dies ist nicht gegen Peres persönlich gerichtet. bei einem veränderten Zeitplan hätte auch jeder andere israelische Offizielle indirekt betroffen sein können.

Gelegentlich bekomme ich (Pesach Benson [bd]) auch Einladungen zu diesen Presseterminen, aber ich würde selbst für Israel die Hosen nicht runterlassen.

BBC-Schwachsinn also doch nicht ganz so monolithisch

13. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 13. Juli 2012

BBC Sport steht augenscheinlich nicht unter dem gleichen Diktum der Blödheit wie BBC News. In seinen Erinnerungen an die größten Olympia-Ereignisse verwendet Barry Davies von BBC Sport mehrfach das Wort Terror, wenn er an das Münchner Massaker erinnert.

Angesichts der Tatsache, dass er bei Beeb (Beeb = Verballhornung für BBC [bd]) angestellt ist, überrascht die direkte Aussprache doch ziemlich:

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München verübten palästinensische Terroristen, die sich selbst als „Schwarzer September“* bezeichneten, einen Anschlag auf Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft…

Das geschah, weil die Terroristen unbehelligt ins Olympische Dorf gelangen konnten…

Die Terroristen hatten die Freilassung von 234 Inhaftierten aus Gefängnissen in Israel gefordert…

Man hatte nicht genug Scharfschützen, um alle Terroristen ins Visier nehmen zu können…

Allerdings machte man einen großen Fehler. Es wurde davon ausgegangen, dass es sich lediglich um fünf Terroristen handelte, aber es waren acht.

Die Absurdität von BBC News muss man sich genauer ansehen: die Verharmlosung von Terror in den Schlagzeilen, die Disposition zum Terror schlechthin, ihre Sprache des Terrors, ihre hausinterne Sprachregelung, was Terror betrifft, ihre Blindheit gegenüber Terror, ihre absolut verantwortungslose Haltung, was ihre Berichterstattung über Terror betrifft, dazu die Tränen, die sie für den Terror vergießt.

Gut zu wissen, dass BBC Sport sich von Leuten wie Jeremy Bowen (mehr…), Orla Guerin und Tim Llewellyn nicht anstecken ließ. BBC-Schwachsinn ist also doch nicht ganz so monolithisch.

—————–
*Hinweis/Erklärung (bd):

Die Eigenbezeichnung „Schwarzer September“ leitet sich vom Aufstand der PLO in Jordanien in den Jahren 1970 und 1971 ab. Umso bizarrer das „Motiv“ der Terroristen, sich ausgerechnet jüdische Sportler aus Israel auszusuchen, obwohl Israel mit den Geschehnissen damals überhaupt nichts zu tun hatte. Die daraus zwingend logische Schlussfolgerung muss also lauten, dass der Anschlag in erster Linie nicht politisch, sondern antisemitisch intendiert war.


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