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BDS-Bezwinger der Woche: Eugene Kontorowitsch von „Volokh Conspiracy“

27. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 23. Oktober 2014
(Übersetzung: Yvaine De Winter)

BDSBuster

Das größte BDS-Versagen diese Woche war fraglos die verzweifelte, zusammenhanglose und letztlich unsinnige Reihe von Aussagen und Klarstellungen der American Studies Association (ASA) als Antwort auf Anschuldigungen, ihr akademischer Boykott Israels sei eine Form der Diskriminierung.

Die Gruppe bereitet ihre Jahreskonferenz im November vor, und ihre Politik bei israelischen Gelehrten, die an der Konferenz teilnehmen möchten, geriet unter Beschuss. Am Ende der Woche war nicht mehr klar, was die Gruppe mit ihrem Boykott wirklich will und wer das wirkliche Ziel ist.

Und die wesentlichste Ursache für die wirren Reaktionen der ASA waren die Beiträge von „Volokh Conspiracy“-Blogger Eugene Kontorowitsch, einem Professor an der Rechtsschule der Northwestern University. Der Blog wird von der Website der Washington Post gehostet, die diese Thematik der breiten Masse bekannt machte.

Kontorowitsch zeigte sehr anschaulich, wie man den Spieß umdrehen kann: Er übte Druck auf die Boykotteure aus und offenbarte den substantiellen Mangel im Kern ihrer Handlungen, was ihm bei uns den Titel des BDS-Bezwingers der Woche eingebracht hat.

Zwar war Kontorowitsch nicht für die initialen Anschuldigungen verantwortlich, die zu der nervösen Aktivität führten – diese Ehre gebührt dem American Center for Law and Justice -, aber seine Reihe von Kommentaren führte zu einer breiten Debatte über die Angelegenheit, die sich zu einem gewissen Grad auf negative Aspekte des akademischen Boykotts konzentrierte. In seinem ersten Beitrag von dreien bemerkte Kontorowitsch, die Behauptung der ASA, der Boykott gelte nicht einzelnen Israelis, sondern nur israelischen Institutionen und ihren Repräsentanten, schütze die Gruppe kaum vor Diskriminierungsvorwürfen:

Das Argument der ASA, man würde keine Israelis aussperren, sondern nur Israelis, die als Repräsentanten ihrer akademischen Institutionen teilnehmen, wird der Gruppe wahrscheinlich nicht viel helfen, denn Akademiker nehmen an akademischen Konferenzen normalerweise als Repräsentanten ihrer Institutionen teil. Jedenfalls kommt dieses Argument der Aussage gleich, die ASA diskriminiere nicht so sehr, wie sie hätte diskriminieren können, und das ist keine ratsame Verteidigung bei Diskriminierungsfällen.

Dieser Artikel führte zur ersten krampfhaften Verteidigung des verantwortlichen Direktors der ASA, John Stephens, der entgegen den Informationen auf der Website der Gruppe behauptete, jeder Israeli sei bei der Konferenz willkommen, selbst Repräsentanten israelischer Institutionen.

Stephens versuchte mich über die Politik der ASA in die Irre zu führen, und vermutlich versucht er das auch beim Westin-Hotel. Die eindeutige Politik ist, die Teilnahme von israelischen Gelehrten auf eine Weise zu begrenzen, der keine andere Nationalität ausgesetzt ist.

Als die ASA darauf bestand, israelischen Gelehrten würde es erlaubt, an der Konferenz teilzunehmen, sagte Kontorowitsch, die Position sei eine Umkehrung der ursprünglichen Position:

Klar ist, dass die ASA in einem vielfach publizierten Schritt entschieden hatte, einige israelische Gelehrte zu diskriminieren. Jetzt sagt die ASA, sie würde keine israelischen Gelehrten diskriminieren. Die Konferenz stünde „allen“ offen, so die Gruppe, sogar „Repräsentanten israelischer Institutionen“, wie mir der verantwortliche Direktor der ASA erklärte.

Schlussendlich veröffentlichte die ASA eine Pressemeldung mit der Erklärung, der akademische Boykott bestünde nach wie vor. Aber wenn alle, also auch Repräsentanten israelischer Institutionen, bei der ASA-Konferenz willkommen sind, so ist es klar, dass dieser Boykott nur eine weitere symbolische Geste ist. Und laut Kontorowitsch ist es eine Geste, die der BDS-Bewegung mehr schadet als nützt:

War die ursprüngliche Handlung der ASA wichtig für die Popularisierung solcher Boykotte (zumindest im engen Rahmen der Regionalwissenschaften), ist deren Umkehrung gleichermaßen wichtig für die Botschaft, dass solche Boykotte völlig inakzeptabel sind. Anderen akademischen Gruppen wird es nun extrem schwerfallen, guter Miene einen Boykott anzustrengen, von dem sich die ASA mit so vielen Mühen distanziert hat.

BDS-Knacker der Woche: die 14-jährige Shelly Dvir

8. September 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 4. September 2014

Man sollte nie unterschätzen, was passieren kann, wenn man die Stimme gegen Israel-Hasser erhebt.

Das ist die Lektion, die wir diese Woche von Shelly Dvir lernten. Die 14-jährige aus Aschkelon ist Heavy-Metal-Fan; sie hielt eine Band, die sie liebt, davon ab ein anstehendes Konzert in Israel abzusagen – mit einem innigen Kommentar auf Facebook.

Nach Angaben von YNet hatte die BDS-Bewegung die irische Band Cruachan beinahe überzeugt ihre show nächste Woche in Tel Aviv abzusagen. Die Band entschied sich jedoch den Termin wie geplant einzuhalten, weil Dvir ihr schrieb.

Wir hatten ein paar Kommentare und E-Mails, die uns aufforderten Israel zu boykottieren“, sagte Sänger und Gitarrist Keith Fay. „Wir sind keine Band mit politischer Agenda. Wir sind Musiker. Als der Auftritt angekündigt wurde, bekam ich eine Nachricht eines 14-jährigen Fans, die uns sagte, wie glücklich sie war, dass sie uns in ihrer Heimatstadt sehen wird. Das ist der Grund, dass wir die Tour machen – für unsere Fans.“

Dvir sagte der Zeitung, dass sie zu ihrem Schritt bewegt wurde, nachdem sie Kommentare auf der Facebook-Seite der Band las:

Einer hatte dort einen ignoranten Kommentar gegen Israel abgegeben. Er fing an Dinge wie „Mord und Missbrauch von Kindern sind dort legal, das ist Teil ihrer Religion“ zu sagen.

„Ich war davon ziemlich irritiert. Also antwortete ich, dass Mord und Missbrauch hier nicht legal sind, so wie in jedem anderen Land; und dass Israel ein Land ist, das Terror bekämpft und so weit wie möglich zu vermeiden versucht unschuldige Menschen zu töten, anders als unsere Feinde, die Raketen auf unsere Häuser schießen.“

Für die Band-Mitglieder, denen sie jetzt seit 2 Jahren folgt, schrieb sie: „Ich bin sehr aufgeregt wegen eures Konzerts in Israel. Die Menschen in Israel lieben euch.“

Die BDS-Bewegung hat eine lange Erfolgsbilanz Künstler und Musiker zu belästigen, die vorhaben in Israel aufzutreten. Doch trotz des Mobbens planen Künstler weiter Termine im jüdischen Staat. Zusätzlich zu Cruachan haben so unterschiedliche Künstle wie Lady Gaga, Kiss und die Beach Boys Auftrittstermine angekündigt.

Und dank Dvir können wir auch sehen, dass es effektiv ist Schikanen und Gemobbe zu wiedesprechen – indem man Wertschätzung und Respekt zeigt.

(Bild: CC BY-NC-SA HonestReporting flickr/Mo)

Ein zweifacher herber Medienschlag für die BDS

22. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 10. Juni 2014

Nach dem erfolgreichen Rolling Stones Konzert in Tel Aviv war es nicht gerade eine tolle Woche für die BDS-Bewegung. Und jetzt wird es noch schlimmer, nachdem gleichzeitig in der New York Times und dem Daily Telegraph kritische Äußerungen gegen den BDS erschienen.

In der New York Times nennt Roger Cohen jene beim Namen, die gegen den Auftritt der Rolling Stones in Tel Aviv waren:

Roger Waters und Nick Mason, Gründungsmitglieder von Pink Floyd, waren lautstark dabei die Israelis der „Apartheid“ zu bezichtigen, als sie versuchten Mick Jagger, Keith Richards und die anderen davon abzuhalten, ihr Konzert am 4. Juni zu geben. „Jetzt in Israel zu spielen, ist das moralische Äquivalent zu einem Auftritt in Sun City während des Höhepunkts der Apartheid in Süd-Afrika“, schrieben sie.

Waters nennt Israel ein „rassistisches Apartheidssystem“ und hat mehr als einmal die Situation der Palästinenser mit der der Juden in Nazi-Deutschland gleichgesetzt. „Das ist kein neues Szenario“, teilte er dem Magazin Counterpunch im letzten Jahr mit und spielte auf das Berlin nach 1933 an, „mit dem Unterschied, dass diesmal das palästinensische Volk ermordet wird.“

Jagger hatte Recht in Tel Aviv aufzutreten und sei es nur als machtvoller Protest gegen die Vorwürfe der europäischen Gutmenschen. Juden erlitten eine systematische, industrialisierte Vernichtung durch die Nazis in jener Zeit, auf die Waters anspielt. Dazu gibt es in Israel keinerlei Parallele. Punkt!

Zu suggerieren, dass es sie gibt, ist wesentlich mehr als intellektuelle Schlampigkeit. Es ist eine Form moralischen Rufmords.

Derweil hebt Jake Wallis Simpson im Daily Telegraph Gegnerschaft zur BDS-Bewegung durch die palästinensische Führung hervor:

So stellt sich heraus, dass die Palästinenserführung die BDS-Aktivisten als wenig mehr denn peinliche Unruhestifter sieht, die sie am liebsten unterdrücken würde.

Omar Barghouti, eine der Führungsfiguren der BDS-Bewegung, antwortet darauf gereizt mit einem ulkigen Statement: „Wenn die vier Männer vor Gericht gestellt werden“, sagt er, „ dann sollten wir die palästinensische Autonomiebehörde dafür verfolgen, dass sie die israelische Besetzung unterstützt.“

In Wahrheit ist schon lange klar, dass viele palästinensische Offizielle nicht mehr daran glauben, dass die BDS-Bewegung den Interessen des palästinensischen Volkes dient.

Ganz offensichtlich wurde dies während des Begräbnisses von Nelson Mandela. Mahmoud Abbas, der palästinensische Präsident sagte gegenüber Reportern: „Nein, wir unterstützen den Boykott Israels nicht.“

Majdi Khaldi, einer der ältesten Ratgeber, wurde noch deutlicher: „Wir sind Israels Nachbarn, wir haben Abkommen mit Israel, wir nehmen Israel wahr und wir bitten niemanden darum, israelische Produkte zu boykottieren.“ (Obwohl die PA durchaus den Boykott von Produkten aus den „Siedlungen“ unterstützt)

Mehr von Jake Wallis Simpson hier und von Roger Cohen hier.