BDS-Schlachten strapazieren jüdische Studenten

Alex Margolin, HonestReporting, 14. Mai 2015

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Haaretz-Reporter Ari Shavit besuchte zwei Dutzend US-Universitäten und kam von seiner Reise mit einer ernsten Warnung zurück: „Die Zukunft der Juden gleitet uns durch die Finger“, und damit meint er jene, die Israel und den Zionismus unterstützen.

Auf seiner Reise erlebte er eine belagerte jüdische Gemeinschaft, zusammengepfercht zwischen der extremen BDS-Rhetorik einerseits und ihren eigenen Bedenken hinsichtlich Israels Politik andererseits.

Wir fühlen uns, als seien wir auf dem Schlachtfeld im Stich gelassen worden, sagten mir viele. Die Antizionisten, sagten sie, beschuldigen uns der Kollaboration mit dem Bösen, aber der Zionismus versteht uns nicht und spricht nicht mit uns; statt dessen ist er damit beschäftigt, immer mehr und mehr und mehr Siedlungen zu bauen.

Zionismus, schreibt Shavit, bietet kein „verlässliches, relevantes und inspirierendes Narrativ“, welches dem „beinahe übermächtigen Antisemitismus“ der BDS-Offensiven entgegenstehen könnte. „Und wenn sie auf dem Campus eintreffen und dem antiisraelischen Gift ausgesetzt sind, bricht die jüdische und proisraelische Identität vieler Studenten zusammen.“

Anders gesagt, es ist ein Kampf um Legitimität. Und Israel verliert ihn.

Die Zeichen sind klar, selbst ohne Shavits erschütternden Bericht über bedrängte Studenten und tränenreiche Konversationen.

Molly Horwitz, eine Kandidatin bei Stanfords Wahl zum Studenten-Senat letzten Monat, löschte alle Hinweise auf ihre Unterstützung Israels von ihrer Facebookseite. Ihr Wahlkampfmanager sagte der New York Times, Horwitz wolle Israel nicht zum Fokus ihrer Plattform machen.

„Wir haben das nicht gemacht, weil sie nicht stolz wäre – sie ist durchaus stolz -, aber das Klima auf dem Campus war ziemlich feindselig, und politisch wäre es nicht zielführend, hier öffentlich einen Standpunkt einzunehmen“, so der Wahlkampfmanager.

Der Kommentator Shmuley Boteach schrieb diese Woche über den kümmerlichen Protest an der New York University gegen einen Vortrag der lautstarken arabisch-israelischen Knesset-Abgeordneten Hanin Zoabi, die letzten Sommer mit ihrer Weigerung Schlagzeilen machte, die Entführung der drei israelischen Teenager einen terroristischen Akt zu nennen.

„Wie konnte es Zoabi erlaubt sein, an einer Universität mit 8.000 jüdischen Studenten den jüdischen Staat anzugreifen, ohne dass sich der jüdische Stolz und die jüdische Entschlossenheit dagegenstellten?“ fragte er.

Die Antwort ist, dass jüdischer Stolz und jüdische Entschlossenheit nur bis zu einem bestimmten Punkt reichen, wenn es um Campuspolitik geht. Was unbedingt vonnöten ist, ist die klare Formulierung von Israels Legitimität.

Das steht in Wirklichkeit bei jeder Begegnung mit BDS auf dem Spiel, heutzutage der Hauptursache für Israels Delegitimierung auf dem Campus. Proisraelische Studenten gewinnen mehr Deinvestitions-Abstimmungen als dass sie diese verlieren, aber selbst wenn sie eine solche Abstimmung mal verlieren, hat bislang noch keine Universitätsverwaltung tatsächlich eine Deinvestitions-Maßnahme gegen Israel durchgeführt. Aber die BDS-Bewegung versteht, dass es bei diesem Kampf nicht um Deinvestition geht. Es geht um den Angriff auf Israels Legitimität und darum, es als rassistischen Staat zu brandmarken, der kein Existenzrecht hat.

Und diese Botschaft wird wieder und wieder auf Campussen im ganzen Land wiederholt. Deshalb muss jede Deinvestitions-Abstimmung auf dem Campus als Chance wahrgenommen werden, Israels Legitimität zu demonstrieren.

Bei Legitimität geht es auch um die Forderung nach einem dauerhaften Frieden auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses und Respekts anstelle von Israels Zerstörung. Es geht um Israels lebhafte Demokratie und um seine Freiheit. Es geht darum zu zeigen, dass Menschenrechte für Israelis und Palästinenser nur durch Kooperation, Diskussion und Handlung verbessert werden können, nicht durch Boykotte, Deinvestition und Sanktionen.

Und letztlich geht es bei Legitimität um die Rechtmäßigkeit Israels als Heimatland des jüdischen Volkes, selbst wenn einige politische Entscheidungen keinen Konsens finden. Doch im Gegensatz zu Gesellschaften, welche abweichende Meinungen unterdrücken, ist Israel eine offene Gesellschaft, welche die Meinungsvielfalt begrüßt und es zulässt, dass eine Idee Unterstützer gewinnt und zu Veränderungen führt.

Bild: CC BY-NC Kent Landerholm via flickr

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