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HonestReporting lagert Kommentare auf Facebook aus

18. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2013

Wie viele unserer Leser schon bemerkt haben, hat HonestReporting diese Woche in seiner Kommentar-Rubrik eine Änderung vorgenommen. Während die Leserbriefe bisher noch unter unseren Artikel erschienen, werden sie nun auf Facebook statt auf unserer Webseite gehostet.

Wir meinen, dass es für diese Änderung mehrere Argumente gibt:

Anonyme Beiträge werden ausgeschlossen, da man bei Facebook seinen echten Account angeben muss. Zweitens wird dadurch ein Maß an Verantwortung hergestellt, das unserer Ansicht nach für einen konstruktiven Gedankenaustausch von entscheidender Bedeutung sein kann. Drittens gibt diese Variante den Lesern die Möglichkeit, einen eigenen Kommentar auf ihrer persönlichen Facebook-Seite zu teilen, was mehr Reichweite erzielt als ein Hosting alleine von unserer (englischsprachigen) Webseite. Dadurch können mehr Menschen über unsere Arbeit erfahren.

Als Nachteil könnte natürlich gesehen werden, dass die Einrichtung eines Facebook-Accounts erforderlich ist, um einen Kommentar hinzuzufügen. Und auch wenn man berücksichtigt, dass die überwiegende Mehrzahl unserer Leser bereits ein Konto bei Facebook eingerichtet hat, ist es möglich, dass einige unserer Leser nicht dazu zählen. Die Einrichtung eines Facebook-Accounts ist jedoch sehr einfach. Und wer Facebook aus Gründen der persönlichen Datensicherheit nicht verwenden will, könnte dennoch ein Konto ohne Angabe von privaten Daten oder Updates einrichten. Man könnte z.B. das Konto schlicht inaktiv führen und nur dann verwenden, um Websites wie die unsere oder eine wachsende Zahl von anderen Seiten auf der gleichen Plattform zu besuchen, darunter beispielsweise The Times of Israel.

Wer noch keinen Account bei Facebook hat kann ihn hier einrichten.

Wir hoffen daher, dass sich noch mehr interessierte Menschen zu unseren medienkritischen Beiträgen und Blogposts äußern, und wir hoffen, dass dieses neue auf Verantwortlichkeit fußende Element zu einem respektvolleren Umgang miteinander führt und unsere Webseite auch für weitere Leser attraktiv macht. Wir verpflichten uns zum Aufbau einer Leserschaft, die an einer fairen Berichterstattung über Israel interessiert ist, und wir wollen einen Raum schaffen, in dem sich unsere Leser ermutigt fühlen, ihrer eigenen Meinung Ausdruck zu verleihen.

Facebook sperrt Journalisten wegen seiner Postings über palästinensische Korruption aus

15. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2013

Khaled Abu Toameh (Abbildung rechts), ist ein international anerkannter Journalist. Oft referiert er für uns (HonestReporting). Gegenwärtig ist er wohl einer der mutigsten Journalisten, die aus den palästinensischen Gebieten berichten – über palästinensische Skandale, die andere nicht öffentlich machen wollen, weil sie entweder zu eingeschüchtert sind oder zu eng mit der PA und Hamas verbunden, um die Schlechtigkeit der palästinensischen Gesellschaft und ihrer Führung herauszustellen.

The Commentator berichtet:

Das soziale Netzwerk Facebook wurde heute beschuldigt, Kritik an der palästinensischen Autonomiebehörde zum Schweigen zu bringen, als es versuchte, den Account des arabisch-israelischen Autoren Khaled Abu Toameh abzuschalten.

Abu Toameh, Sohn eines arabischstämmigen Vaters und einer palästinensischen Mutter, ist ein ehemaliger hochrangiger Reporter der Jerusalem Post. Er berichtete, dass seit gestern seine Facebook-Seite deaktiviert worden war.

The Commentator erfuhr, dass Facebook nach Beschwerden seitens der palästinensischen Autonomiebehörde und jordanischer Sicherheitsbehörden über seine Artikel zu Korruption Schritte unternommen habe, seine Arbeit rigoros zu unterbinden.

In einem Gespräch mit uns heute Morgen erwähnte Abu Toameh, dass „alles, was ich kürzlich über Korruption geschrieben habe, auch auf Arabisch in der jordanischen Presse veröffentlicht worden war. Ich bin für Transparenz, gegen Korruption, und dennoch sperrten sie meinen Account, und sie lassen weiterhin zu, dass der Hamas-Führer einen Account hat. Im Gegensatz zu ihm spreche ich mich nicht für Terrorismus aus. Dies ist ein Versuch, mich zum Schweigen zu bringen. Das einem Journalist anzutun ist ziemlich schäbig.“

Gestern Abend schickte Facebook folgende Standard-E-Mail an Abu Toameh: „Sie stellten einen Post ein, der gegen unsere Nutzungsbedingungen verstieß, und dieser Beitrag wurde gelöscht. Neben anderem sind hasserfüllte Inhalte, bedrohende oder obszöne nicht zugelassenen, auch kein Inhalt, der Einzelne oder Gruppen angreift. Fortgesetzter Missbrauch von Facebook-Funktionen kann dazu führen, dass Ihr Account gelöscht wird.“

Dass Facebook nun Khaled rigoros zensiert und sein Konto heruntergefahren hat, stellt eine unerträgliche Beeinflussung der Meinungsfreiheit dar und überschreitet weit die eigenen Nutzungsbedingungen.

Mittlerweile wurde eine Petition gestartet (durch Dritte, nicht von HonestReporting), um Facebook zu einer Revidierung seiner Entscheidung zu bewegen und den Account von Khaled Abu Toameh wieder einzurichten.

Khaled* ist eine überaus mutige und oft einsame Stimme, die nicht zum Schweigen gebracht werden darf. Wir möchten Sie ganz herzlich bitten, die Petition zu unterzeichnen.

——
*Anmerkung von mir (bd):

Wer Khaled nicht unterstützt, verliert auch eine Stimme für den deutschsprachigen Raum, da viele seiner Texte ins Deutsche übersetzt werden und für die Unterstützer Israels hier u.a. für die Recherche unverzichtbar sind.

60 Minutes attackiert Strand von Tel Aviv

20. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 20. Mai 2012

Nach dem bösartigen Angriff von 60 Minutes (CBS) auf Israel wegen seiner angeblichen Übergriffe gegen Christen in Israel und in den palästinensischen Gebieten kann ich nicht sagen, dass ich das heutige Programm gerne sehe, das von Tel Aviv handelt und so beschrieben wird:

Hinter der Schönheit und dem Überfluss der größten Stadt Israels liegt die kalte Wahrheit, die kein Einwohner vergisst: dass die Stadt schon vorher angegriffen worden war  und angesichts des zunehmend unberechenbarer werdenden Nahen Osten wieder Ziel eines Angriffs werden könnte.

Vergessen wir die Ignoranz, mit der behauptet wird, dass Tel Aviv „die größte Stadt Israels“ sei (Jerusalem ist die größte, sowohl in geografischer Hinsicht als auch was die Einwohnerzahl betrifft). Vielleicht bin ich auch ein wenig überempfindlich, wenn ich das Foto sehe, das 60 Minutes auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat.


Wenn 60 Minutes drei am Himmel kreisenden IDF-Helikoter zeigt, soll damit subtil ein Bild von Israel als einer militaristischen Gesellschaft erzeugt werden, der man selbst am Strand von Tel Aviv nicht entkommen könne?

Tatsächlich jedoch sind diese in Formation fliegenden Hubschrauber überhaupt nicht die Regel. Es passiert nur einmal im Jahr am Unabhängigkeitstag, wenn die israelische Luftwaffe einen beeindruckenden Überflug entlang der israelischen Küste und über die großen Städte als attraktiven Blickfang für die Zuschauer unten durchführt.

Hoffen wir, dass Bob Simon wirklich „von den Bars an den Strände von Tel Aviv reist, um nachzusehen, wie das Leben der Einwohner Tel Avivs abläuft.“ Will Bob sich selbst freisprechen oder müssen wir 60 Minutes zum zweiten Mal in kurzer Folge kritisieren?

Facebook, AP, und der Keim einer weiteren zionistischen Medienverschwörung

12. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juli 2011

Vor ein paar Tagen habe ich diesem Satz von AP keine besondere Beachtung geschenkt:

Unterstützt von Facebook hinderte Israel am Freitag Dutzende pro-palästinensischer Aktivisten daran, Flugzeuge aus Europa mit Kurs auf Tel Aviv zu besteigen…

Irgendjemand hat’s sicher gemacht. Lesen Sie diese Richtigstellung von AP:

In einem Bericht vom 8. Juli schrieb Associated Press, dass Israels Bestreben, pro-palästinensische Aktivisten am Flug nach Israel zu hindern, mit „Hilfe von Facebook“ erfolgt sei. Es sollte so verstanden werden, dass israelische Offizielle sich über öffentliche Einträge auf Facebook-Seiten informiert haben und nicht vom Unternehmen selbst Unterstützung bekamen.

Ich kann nachvollziehen, dass  palästinensische Sympathisanten und Hamas-Apologeten es vorziehen, das Fiasko von Flottille und Flytilla auf zionistische Verschwörung schieben.  Das ist wesentlich einfacher sich als die Idiotie einzugestehen, das Vorhaben im offenen Internet zu verbreiten. Verflixt!

Die Hamas will mit dem neuen Nahen Osten Schritt halten

3. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 3. März 2011

Angesichts der großen Aufstände gegen autokratische Herrschaftssysteme in Ägypten, Libyen, Tunis und im gesamten Nahen Osten möchte man gerne sehen, wie gut Gazas Herrscher den Ruf nach demokratischen Reformen verstanden haben.

Die Antwort?

Sieht überhaupt nicht gut aus.

Eine Kundgebung für demokratischen Wandel in Gaza Stadt wurde über Facebook organisiert. Der Initiator beschrieb das Anliegen so:

„Wir sind eine Gruppe unabhängiger junger Menschen. Die ägyptischen und tunesischen Revolutionen gaben uns einen Impuls und das Gefühl, dass die Jugend einen Wechsel herbeiführen kann.“

Dann wurde ihm eine übergezogen und die Sicherheitskräfte schickten alle anderen nach Hause.

Indem sie ihre Null-Toleranz-Haltung gegenüber abweichenden Meinungen mit Einschüchterung der Presse verband, zeigte die Hamas ihr wahres Gesicht, während sie öffentlich Lob für die Demonstranten in anderen Ländern bekundete.

Mehrere zum Event eingeladene Fotografen wurden gezwungen, den Ort zu verlassen, nachdem sie von den Hamas-Polizeikräften bedroht worden waren, so Augenzeugen.

Wer ist der Iran, dass er Israel Vorhaltungen wegen Tränengaseinsatz macht?

22. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. Februar 2011

Eine Facebook-Gruppe namens IRAN: “Wir brauchen dringend Eure Hilfe” bittet „Netzbürger“ um Rat, wie man sich vor einem unbekannten neuen Tränengas schützt, das die iranischen Sicherheitskräfte gegen Freiheits-Demonstranten einsetzen.

Das erinnert mich an Jawaher Abu Rahma, deren Tod zu Unrecht israelischen Sicherheitskräften angelastet wurde. Letztendlich gaben die Palästinenser zu, dass die Frau an einer bereits bestehenden Krankheit gelitten hatte. Kein einziger Bilin-Protestler würde durch israelisches Tränengas getötet, aber Abu Rahmas Tod war Wasser auf die Mühlen heftiger Berichterstattung durch den iranischen Staatssender Press TV.

Nun wird der Iran derselben Sache bezichtigt – in einem ungleich größeren Maßstab. Ich gehe mal davon aus, dass Press TV den Anschuldigungen begegnen wird, indem er „beweist“, dass das iranische Gas normal sei, und dass jeder, der unter ungewöhnliche Folgewirkungen leide, bereits vorher gesundheitlich stark vorbelastet war.

Israel und die Unruhen in Ägypten: Zusammenstellung der Reaktionen

7. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. Februar 2011

• Kann die von Bibi und Fayyad betriebene Wirtschaftspolitik die Westbank aus den arabischen Unruhen heraushalten? Joel Mowbray sieht einen Zusammenhang:

Die Westbank ist zurzeit eine der ruhigsten „Straßen“ in der arabischen Welt. Zweifellos ist einer der Hauptgründe dafür das starke Wirtschaftswachstum, das die Region genießt.

Sharansky spricht. Schön, dass Newsweek und das  WSJ die Botschaft verstanden haben. (Paywall-Alarm: Klicken Sie via Google News für das WSJ.)

• Würden Sie besser schlafen, wenn Ägypten, statt dem Iran zu folgen, das nächste Pakistan werden würde?

• Warum Israel besorgt ist: 7 Szenarien. Und hier ein achtes, das NBC News ausgräbt: Ägypten mit Aussicht auf ein eigenes Programm zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen:

Wenn Ägypten aus dem Vertrag aussteigen würde, gäbe es keine Beschränkungen mehr für die Entwicklung eigener Kerntechnologie, sowohl zur Energiegewinnung als auch zur Waffenproduktion.

• Der Christian Science Monitor mit einem Blick darauf, wie Syrien es fertig brachte, ein Überschwappen der Proteste aus der Arabischen Welt zu verhindern. Die Verfasserangabe über dem Artikel („Ein Korrespondent“) spricht Bände. Aber wer wusste um den Fehlerfaktor von Facebook?

Seit der Unterdrückung der weltlichen, religiösen und kurdischen Politiker, die im Jahr 2005 zusammenkamen, um die Damaskus-Erklärung zur Forderung nach Reformen zu unterzeichnen, gibt es in Syrien keine organisierte Opposition mehr. Außerdem geht man davon aus, dass die meisten der 15.000 Menschen, die sich seit Freitagmorgen einem Aufruf bei Facebook anschlossen, nicht im Land leben.

• Wird Al Jazeeras Berichterstattung über Ägypten dem Sender die Möglichkeit eröffnen, doch noch Fuß im US-amerikanischen Äther zu fassen?

• Während man sich an Filmmaterial aus Kairo heftet feuert Ron Prosor (israelischer Botschafter in UK) eine Breitseite auf den Guardian ab wegen dessen Umgang mit PaliLeaks, und ein Minister zitiert Korrespondentin Harriet Sherwood vor Gericht, die sich zu dieser Zeit in Ägypten aufhielt.

Bleiben Sie dran….

Google: Spiel um Gaza

27. August 2010

HonestReporting Media BackSpin, 27. August 2010

Gesellschaftsredakteur Alex Margolin schreibt gelegentlich Einträge zu sozialen Medienfragen. Er ist für HonestReportings Facebook-Seite verantwortlich.

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Sozialen Medien in der arabischen Welt mehr und mehr etablieren. Studien zeigen, dass es in den arabischen Ländern mehr Facebook-Mitglieder gibt als Leser von Printausgaben der Tageszeitungen – besonders denen, die von unterdrückerischen Regimes herausgegeben werden.

Doch bei der Internetnutzung insgesamt haben sich die Palästinenser an die Spitze geschoben.

Unternehmer in der West Bank nutzen das Internet effektiv für ihre Geschäfte, und soziale Aktivisten, die sich in Gaza organisieren wollen, finden Möglichkeiten, den wachsamen Blicken der Hamas zu entkommen. Wie das Wall Street Journal anmerkt (Klick bei Google News) bekundete selbst ein Internet-Riese wie Google Interesse, sich für drei Tage mit palästinensischen Programmierern zu treffen. David Tafuri schreibt:

Während West Bank und Gaza unter Kriegen, politischer Instabilität und begrenztem Ressourcenzugang litten, dehnte sich das Web stetig aus. Die Internet-Penetration – also der prozentuale Anteil der Bevölkerung mit Internetnutzung – wird in der West Bank auf 40 und in Gaza auf etwa 60% geschätzt. Beide Zahlen sind höher als die in vielen anderen arabischen Staaten.

Ein Grund dafür ist die räumliche Nähe der palästinensischen Gebiete zu Israel, das in der Region die Internet-Entwicklung anführt. Ein weiterer Faktor ist die hohe Alphabetisierungsrate in den Gebieten, die auf 92% geschätzt wird. Am bedeutungsvollsten ist vielleicht jedoch die Isolation der Palästinenser, ihre Reisebeschränkungen und Import- sowie Exportprobleme, was bedeutet, dass das Web ihre Hauptverbindung zur Außenwelt darstellt.

Tafuri zufolge glaubt Google, dass Gaza für eine Internet-Innovation reif sei, weil den Bewohnern so viele andere Kanäle verwehrt sind. Der Konzern hofft, mit anderen Silicon-Valley-Unternehmen wie Facebook, Twitter und Cisco in naher Zukunft zurückzukommen.

Interessanterweise geht Tafuri auch davon aus, dass die zunehmende Internetnutzung Spannungen in der Region abbauen könnte, wenn er andeutet, dass wirtschaftliche Erwägungen gegen den „bewaffneten Kampf“ unter Palästinensern ausgespielt werden könnten:

Die Internetnutzung führt mehr und mehr junge Palästinenser zu wirtschaftlichen Unternehmungen und Informationsaustausch zusammen, überschreitet somit Grenzen und Blockaden.

Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Online-Anbindung an die Außenwelt die öffentliche Meinung unter den Palästinensern beeinflusst. Wird die innerpalästinensische Propaganda weiterhin so gut funktionieren, wenn die Jugend bei den offiziellen Kanälen abschaltet, um sich ihre Informationen aus anderen Quellen zu besorgen?

Google mag auf eine Periode erhöhter Stabilität in der Region wetten. Aber ausgehend von den letzten Resultaten gibt ein von Google ausgestelltes Vertrauensvotum keine Garantie für einen Erfolg in der Zukunft.

Warum Facebook auch künftig die IDF ärgern wird

22. August 2010

HonestReporting Media BackSpin, 22. August 2010

Gesellschaftsredakteur Alex Margolin schreibt gelegentlich Einträge zu sozialen Medienfragen. Er ist für HonestReportings Facebook-Seite verantwortlich.

Trotz der enormen Aufmerksamkeit, die Eden Abergils geschmacklosen Facebook-Fotos gezollt wurden war, ist dieser Vorfall nicht der erste, der der IDF Kopfschmerzen bereitet hat.

Im April wurde eine Festnahmeaktion abgeblasen, nachdem der Soldat einer Artillerieeinheit mittels seiner Facebook-Identität Details preisgegeben hatte. Er schrieb:

Am Mittwoch räumen wir auf [Name des Dorfes] – heute eine Festnahmeaktion, morgen eine  Festnahmeaktion und am Donnerstag hoffentlich wieder zuhause.

Die IDF reagierte auf den Vorfall, indem sie für die Militärstützpunkte Plakate anfertigte, auf denen die Soldaten über die Notwendigkeit strenger Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen wurden, dazu der Hinweis, dass „nicht jeder dein Freund ist“. Die Soldaten wurden angehalten, weder Fotos ihrer Stützpunkte, Namen ihrer Einheiten, bevorstehende Operationen noch Datensätze, die militärische Informationen enthalten, ins Netz zu stellen.

Trotz dieser Plakataktion sah sich die Armee nicht in der Lage, eine Gruppe ehemaliger Soldaten eines streng geheimen Stützpunktes zu stoppen, die eine Facebook-Gruppe gegründet hatte und Fotos ihrer Mitglieder auf dem Militärgelände in Umlauf brachte. Ein Yediot Aharonot-Reporter ohne Verbindungen zum Militärstützpunkt konnte sich der Gruppe ohne Probleme anschließen und leicht an deren geheime Informationen kommen.

Die Erfahrung mit Abergil wird kaum die letzte sein, in der die IDF mit Facebook in Verbindung gebracht wird.

Weil sie mehr als 500 Millionen Menschen miteinander verbindet, ist Facebook mehr als eine gigantische Webseite. Sie ist der selbstverständliche Ort geworden, auf dem Menschen ihre Lebensgeschichte aufzeichnen und ihn als Kombination von Blog, Fotoalbum und Twitter-Feed nutzen. Die User bringen ihre politischen und sozialen Interessen zum Ausdruck, indem sie Gruppen beitreten, auf interessante Artikel und Videos in ihrer Statusleiste verlinken und routinemäßig die Beiträge anderer Gruppenmitglieder kommentieren.

Solange also weiterhin Israelis im frühen Erwachsenenalter bei der Armee dienen, werden Reste ihrer Erfahrungen mittels Facebook ihren Weg in den öffentlichen Raum finden.

Und ebenso wie College-Studenten auch weiterhin kompromittierende Abbildungen von sich selbst bei Parties veröffentlichen werden, obwohl sie gewarnt worden sind, dass zukünftige Arbeitgeber diese Fotos wahrscheinlich in die Hände bekommen, werden fortan IDF-Soldaten – besonders nach Ablauf ihrer Dienstzeit – Fotos und Informationen posten, auch wenn sie wissen, dass Israels Feinde Facebook abgrasen, um geheime Informationen zu sammeln.

Warum Facebook die arabischen Medien wegfegt

26. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 26. Mai 2010

HonestReportings Gesellschafts-Redakteur Alex Margolin schreibt gelegentlich Einträge zu sozialen Medienfragen. Er ist für HonestReportings Facebook-Seite verantwortlich.

Die Verschiebung von den Printmedien zum Internet und sozialen Medien ist wie eine Flutwelle, die alles in ihrem Weg erfasst – sogar in der arabischen Welt. Die BBC berichtete diese Woche, dass die Facebook-Mitgliedschaften in arabischen Ländern die Zahl der Zeitungsleser überholt hat.

BBC zitierte eine in Dubai ansässige Public Relations-Firma, die herausfand, dass 15 Millionen Araber Facebook nutzen, während die zusammengerechnete Zirkulation von Zeitungen – einschließlich der englisch- und französischsprachigen Ausgaben, unter knapp 14 Millionen fällt. (Die komplette Studie findet sich hier.)

Magdi Abedhadi, der Nahost-Redakteur der BBC, der den Artikel schrieb, deutete an, dass Facebooks unglaubliches Eindringen, selbst in Ländern wie Saudi-Arabien, hätte vorausgesagt werden können:

Die Ergebnisse sollten nicht überraschen. Die Mehrheit der mehr als 300 Millionen Menschen der Region ist jung und die Internetnutzung im Steigen begriffen.

In Gesellschaften, in denen politische Freiheiten massive limitiert sind, haben viele auf Facebook als Alternative zum öffentlichen Raum Zuflucht genommen.

Abdelhadi mag es kommen gesehen haben, aber andere, die den Trends im Internet folgen, könnten diese Nachricht erstaunen. Immerhin tendieren Nachrichtenartikel, die sowohl Facebook als auch Araber oder Muslime erwähnen, dazu sich auf Themen wie Verbote der Dienste durch Regierungen zu konzentrieren. Erst letzte Woche sperrte Pakistan Facebook und YouTube wegen „frevelhaften“ Inhalts.

Manchmal haben Sperrungen politische Gründe. Letztes Jahr, nach HonestReportings erfolgreicher Kampagne, die Facebook zwang Einwohnern des Golan Israel als ihren Staat anzugeben, sperrte die syrische Regierung Facebook zum zweiten Mal.

Abgesehen von Überraschungen hat Abdelhadi Recht damit, dass Facebook und andere sozialen Medien als Außenposten der Freiheit in ansonsten diktatorischen Regimen dienen. Nach den umstrittenen Wahlen im Iran im letzten Jahr bedienten sich die Demonstranten Facebook, YouTube und Twitter, um der Welt zu sagen, was dort vorging. Sie hatten keine Wahl – der Iran hinderte die Medien daran von den Protesten zu berichten.

Doch soziale Medien sind mehr als eine Rettungsleine für die Unterdrückten. Sie dienen natürlicher als grundlegendes menschliches Bedürfnis zur Kommunikation als alle Medien vor ihnen. Das ist der Grund, dass sie weiterhin traditionelle Medien wegfegen werden – besonders dann, wenn die Medien staatlich geführte Unterdrückungsorgane sind.

Der letzte Eintrag aus Alex‘ Reihe: Schafft das Internet neue Arten von Medien-Einseitigkeit?

Die Top 5 der Israelgruppen auf Facebook

26. Februar 2010

HonestReporting Media Backspin, 26. Februar 2010

Die Rangliste der meisten neu dazu gekommenen Mitglieder in den letzten fünf Tagen:

  1. Israelis, die erwarteten als Verdächtige der Tötung in Dubai genannt zu werden
  2. Mein Sohn wurde Mossad-Informant und konvertierte
  3. 1 Million israelische Soldaten, die die IDF-Panzer zu Elektrofahrzeugen machen wollen
  4. Die Mullahs nebenan halten mich die ganze Nacht mit lautstarken Zentrifugen wach
  5. Ich wurde in Großbritannien wegen Kriegsverbrechen verhaftet.

🙂 All unseren Lesern ein frohes Purim!

Aufgebaute Projekte stützen und fortführen

13. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 13. Januar 2010

Alex Margolin, Redakteur für Soziale Medien bei HonestReporting, trägt gelegentlich mit Postings zum Thema bei. Er betreut HonestReporting bei Facebook.

AP machte diese Woche Schlagzeilen, weil sie einen Redakteur für Soziale Netzwerke eingestellt hatte, der die Kanäle für Soziale Medien nach News abgrasen soll. Offensichtlich hat AP erkannt, dass, neben anderen Seiten, Facebook, Twitter und YouTube bei der Verbreitung von Nachrichten nicht mehr ignoriert werden können. Es gibt einfach zu viele vitale Informationen, die durch diese Netze rauschen.

AP folgt damit dem Beispiel der New York Times, die ihren eigenen Redakteur für Soziale Medien im Mai 2009 eingestellt hatte. Aber News mitten aus der, Konversation’ rauszufischen bedeutet nur den Anfang. CNN und Huffington Post haben das Konzept schon weiterentwickelt, indem sie Lesern die Möglichkeit einräumen, eigene Beiträge direkt auf der Nachrichtenseite zu posten. Das ist okay – die Leser können Originalvideos in der Internetreporter-Rubrik meistens ohne Filter einstellen.

So, wie Zeitungen immer mehr Ressourcen ins Internet auslagern, schaffen andere Mainstream-Vertriebswege mehr Raum für zusätzliches Leserengagement. Der Grund dafür ist simpel: Die Menschen  unterstützen die Dinge, die sie mit aufgebaut haben. Wenn ein Leser seinen eigenen Artikel oder Video auf einer Webseite sieht, hat er Anteil am Erfolg der Seite. Wenn er in der Lage ist, seinen Standpunkt mit dem anderer zu koordinieren, hat er Grund, Leute zum Besuch der Webseite anzuregen.

Diese Form des Engagements beinhaltet ein weiteres wichtiges Element: Dank der Web 2.0-Technologie können sich Menschen zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen, was in früheren Zeiten so nicht möglich war*. HonestReporting erfuhr dies aus erster Hand mit unserer erfolgreichen Facebook Group zugunsten der Golan-Bewohner.

Während die Gruppe immer mehr Zulauf bekam, wurde sie zum Zentrum der Aktivitäten rund um das Golan-Thema. Teilnehmer steuerten Fotos und Videos aus dem Golan bei, führten etliche Diskussionen über die Region und teilten ihre persönlichen Ansichten und Erfahrungen mit. Selbst wenn Facebook seine Politik den Golan-Bewohnern gegenüber nicht positiv verändert hätte, die Gruppe wäre ein pulsierender Treffpunkt für Leute mit einem Interesse am Golan geblieben.

Die Menschen, die am Aufbau der Gruppe mitgewirkt und sie zur Community ausgebaut hatten, besaßen mehr als ein vorübergehendes Interesse am Thema. Sie haben persönlichen Anteil am Erfolg der Gruppe.

Dank der Sozialen Medien können sich die Menschen vernehmbar machen wie niemals vorher. Und ihre Stimmen werden gehört – nicht nur von Millionen Usern dieser Quellen, sondern auch zunehmend von Konsumenten der Mainstream-Medien.

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*Sieht man einmal von Usenet ab, das aber auch nur relativ wenigen Teilnehmern zugänglich war und sich hauptsächlich auf den Wissenschaftsbetrieb konzentrierte [bd].

Facebook Hass-Gruppe beißt ins Gras

26. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. November 2009

Kompliment  an die Jerusalem Post wegen ihrer Anfrage, die dazu führte, dass Facebook eine Gruppe vom Server entfernte, die dazu aufgehetzt hatte, „Juden zu töten“.

Die von einer Gruppe mit dem Namen „Anti-Semitism“ geführte Seite listete in einer Newsgroup Dutzende von Mitgliedern mit dem Slogan „Wir hassen Juden, also müssen wir sie umbringen“ auf.

Sie enthielt auch ein Fotoalbum mit dem Label „Wir müssen die Juden umbringen“, darin zahllose antisemitische Abbildungen.

Darauf von der Jerusalem Post am Montag angesprochen, nahm Facebook die Seite innerhalb weniger Stunden vom Server.

Kurz zusammengefasst: Soziale Medien – Teil 2

10. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 10. November 2009

Facebook-Potential ausschöpfen

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting: Social Media in a Nutshell – Part 2

Syriens Facebook-Krieg

15. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 15. September 2009

Haaretz berichtet, dass Syrien gegen Facebooks Entscheidung protestiere, seinen im Golan wohnhaften Mitgliedern zu erlauben, Israel im Eingabefeld des Wohnortes einzugeben. Facebook hatte sich zu diesem Schritt entschieden, weil sich eine Gruppe um HonestReporting formiert hatte: Facebook, Golan Residents Live in Israel, not Syria*.

Damaskus will im Zuge seines Protestes seinen Bürgern den Zugang zu Facebook verwehren, so das Blatt.

Ich registriere aber, dass die syrische First Lady Asma al-Assad noch immer bei Facebook präsent ist.

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*Siehe auch hier und hier.

Erfolg: Golan-Facebooker werden nicht als Syrer vereinnahmt

8. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 8. September 2009

Vor etwas mehr als einer Woche startete HonestReporting die Facebook-Gruppe „Golanbewohner leben in Israel, nicht in Syrien“.

Dies war Antwort auf den Umstand, dass Golanbewohner in einem Eingabefeld bei ihrer Nationalität nur Syrien eingeben konnten. Aber unsere Mitglieder konnten Facebooks Aufmerksamkeit für die Sache wecken: Die Höhen werden nicht mehr ausschließlich „Syrien“ zugeschlagen. Facebook-User in Orten wie Ramat Magshimim, Geshur und Had Nes sind nicht mehr gezwungen, ins Pulldown-Menü „Syrien“ einzugeben.

Screenshot mit Syrien als einziger Option:

Screenshot jetzt auch mit der Option Israel

Kompliment an Facebook für die Änderungsmaßnahme, ohne sich in eine hitzige und unnötige Debatte hineinziehen zu lassen. Und Kompliment auch an die mittlerweile 2.490 Mitglieder für ihr Engagement, das zu diesem Ergebnis führte.

Bei HonestReporting Facebook werden Sie über die andauernde Debatte informiert.

Leseempfehlungen

1. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 1. September 2009

Following Inflammatory Article, Sweden to Demand EU Condemn Anti-Semitism

What Obama Is Missing In His Policy On Israel

Israel Has Iran In Its Sights

Israel, Iran and Obama

Dichter Launches ‚National Conversation‘ on Arab Peace Plan – But Only on Facebook

UPDATE 1. September: Bildt: No Plan to Condemn Anti-Semitism

Mach’ mit bei der neuen Facebook-Gruppe von HonestReporting

26. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. August 2009

Obgleich der Golan unter israelischer Verwaltung steht, bleibt Bewohnern der Region, die in das Eingabefeld des Heimatortes „Israel“ hinzufügen wollen, diese Option verwehrt.

Wenn man z.B. in das Feld Qazrin eintippt, ist das nur mit „Qazrin, Syria“ möglich. Das Gleiche gilt für alle anderen jüdischen Städte wie Ramat Magshimim, Geshur, Mevo Hanna und Nes.

Es darf nicht Facebook vorbehalten sein, die nationale Herkunft der Golan-Bewohner zu bestimmen. Zumindest muss Facebook die Option „Israel“ beim Eintippen ermöglichen, so wie bei jüdischen Einwohnern der West Bank.

Melden Sie sich bei HonestReportings neuer Facebook-Gruppe Facebook, Golan Residents Live in Israel, not Syria an. Bei Abfassung dieses Posts 646 Mitglieder.

Leseempfehlungen

27. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 27. Juli 2009

New Tool Uses Facebook to Boost Israel’s Image
Will Hamas Culture War Acknowledge Nazi Ties?
Activists Work to Elude Iran’s Internet Crackdown
Watch Out For An Iranian Backlash
Associated Press Takes on The Web

Facebook fördert Hassverbreitung

13. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 13. Juli 2009

Andre Oboler schreibt, dass Facebook zur Verbreitung von Hass beiträgt, weil es sich weigert, Gruppen auszuschließen, die den Holocaust leugnen.