„Normalzustand“ in Sderot

HonestReporting Media BackSpin, 15. März 2009

Warum sollte dies hier als „normal“ durchgehen, gleich, welchen Maßstab man anlegt?

Trotz der permanenten Raketenbedrohung hat sich im kriegsgeprüften Sderot eine gewisse Form der Normalisierung des Unnormalen entwickelt. In der Schule haben die Jungen den Song „Höchste Alarmstufe“ erlernt – eine Art Kinderreim, der den Kindern beibringt, was sie tun müssen, wenn die Sirenen heulen, und wie sie die Anspannung danach loswerden.

Leben in Sderot meint auch, mit geöffneten Fenstern zu leben, ob im Winter oder Sommer, bei Regen oder wenn die Sonne scheint – damit man die Alarmsirenen hören kann. Manchmal werden die Raketen nicht geortet und schlagen ohne Warnung ein.

Seit Ende des Gazakrieges haben Palästinenser mehr als 80 Raketen abgefeuert. Geschützte Spielplätze, eine Facebook-Gruppe namens Children of Sderot und dergleichen sind wertvoll wegen der Atempausen und Solidarität, die sie den Bewohnern geben.

Wie aber die NATAL-Studien zu den Sderot-Traumata zeigen, gibt es schlicht keinen Ersatz für die Normalität, wenn es um das Wohlergehen der Kinder geht.

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