Jeremy Bowens „erfreuliche neue Erfahrung“

HonestReporting Media Backspin, 12. Mai 2010

BBC-Bürochef Jeremy Bowen genießt die Spannungen zwischen Israel und den USA. Hier, wie er es selbst beschreibt:

Es ist eine ungewöhnliche und erfreuliche neue Erfahrung, zusehen zu können, wie die Israelis mit ihrem wichtigsten Verbündeten streiten. Die Tatsache, dass es in dem Disput um jüdische Siedlungen ging, ist für die Palästinenser sogar noch besser gewesen.

Bowen hat ein Recht, Gilad Shalits Gefangenschaft zu genießen oder das unermüdliche Streben des Iran nach Atomwaffen oder auch den misslungenen Anschlag am Times Square.

Das erinnert an Marc Garlasco. Es ist gar nicht lange her, dass der Militär-Analytiker gezwungen war, wegen seiner Nazi-Memorabilien-Sammlung seinen Job bei Human Rights Watch aufzugeben. Sweatshirts mit aufgedrucktem Eisernen Kreuz zu tragen ist absolut legal, aber es ist nicht damit vereinbar Menschenrechts-Beobachter zu sein, der Israel überwacht.

Es erinnert auch an BBC-Reporterin Barbara Plett, wie sie um Yassir Arafat weinte, als er Ramallah das letzte Mal verließ. Plett wurde dafür getadelt. Jetzt verrät Bowen eine ähnliche emotionale Bindung zu den Palästinensern.

Würde die Kultur der BBC es Bowen erlauben Zufriedenheit am Tod von Mahmud Mabhouh zum Ausdruck zu bringen?

Update vom 13. Mai: Wie ich sehe, hat die BBC den Wortlaut geändert:

Es war einen ungewöhnliche und erfreuliche neue Erfahrung für die Palästinenser, zusehen zu können, wie Israel sich mit seinem wichtigsten Verbündeten streitet. Die Tatsache, dass es in dem Disput um jüdische Siedlungen geht, ist für sie sogar noch besser gewesen.

Bowen hat Just Journalism dazu die folgende Erklärung geschickt:

Jeremy Bowen antwortete auf unsere Bericht per E-Mail; er sagt, dass es eine „Panne in [seinem] Überarbeitungs-Prozess“ gab und dass er, als er die Abkühlung in den Beziehungen der USA und Israel „erfreulich“ nannte, diese Sicht den Palästinensern zuschreiben wollte. Der Artikel auf der BBC-Internetseite wurde nachträglich geändert, aber ein Bekanntgabe des Fehlers wurde nicht vorgenommen.

Bowen ist vom Haken, aber angesichts seiner Vergangenheit würde es mich nicht überraschen, wenn dies seine tatsächlichen Ansichten spiegelt. Eine Freudsche Fehlleistung?

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2 Kommentare - “Jeremy Bowens „erfreuliche neue Erfahrung“”


  1. […] This post was mentioned on Twitter by J-Comm, Bernd Dahlenburg. Bernd Dahlenburg said: Jeremy Bowens „erfreuliche neue Erfahrung“ http://bit.ly/chZIR0 […]

  2. Andy Says:

    Das einzige was mich mit dem eisernen Kreuz stoert, es existierte Jahrzehnt, sogar im 18. Jahrhundert als eine deutsche militaerische Auszeichnung fuer? was immer. Warum ist das eiserne Kreuz so stark mit der Nazizeit verbunden wenn es wirklich keine Nazi Neuerfindung war wie z.B. die Swastika was ich in diesem Sinne absolut verstehen koennte.


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